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Full text of "Morgant der Riese, in deutscher Übersetzung des XVI. Jahrhunderts"

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LIITEEAßISlHEX    VEREINS 


IS'  STUTT-jASI 


CLXXXIX 


TÜBIS6EX 


PROTECTOR 

DES  LITTERARISCHEN  VEREINS  IN  STUTTGART; 

SEINE  MAJESTÄT  DER  KÖNIG. 


VERWALTUNG: 

Präsident: 
Dr  W.  L.  Holland,  professor  au  der  k.  Universität  in  Tübingen. 

Kassier: 
Kanzleirath  Roller,   uniTersitäts-actnar  in  Tübingen. 


GESELLSCHAFTSAÜSSCHUSS : 

Professor  dr  Barack,  oberbibliothekar  der  kais.  Universität»-  und 
landesbibliothek  in  Straßburg. 

DrBech stein,  ordentlicher  professor  an  der  g.  Universität  in  Rostock. 

Professor  dr  Böbmer  in  Lichtenthai  bei  Baden. 

Dr  Fischer,  ordentlicher  professor  an  der  k.  Universität  in  Tübingen. 

Dr  Hertz,  professor  an  der  k.  technischen  hochsohule  in  München. 

Bibliothekar  dr  Klüpfel  in  Tübingen. 

Director  dr  0.  v.  Klump p  in  Stuttgart. 

Dr  M  ar  tin ,  ordentlicher  professor  an  der  kais.  Universität  in  Straßburg. 

Dr  K.  V.  M  a  u  r  e  r,  ordentlicher  professor  an  der  k.  Universität  in  München. 

Dr  Sievers,  ordentlicher  professor  an  der  k.  Universität  in  Halle. 

Geheimer  regierungrirath  dr  Wattenbach,  ordentlicher  professor  an 
der  k.  Universität  in  Berlin. 

(Geheimer  hofrath  dr  Zarncke,  ordentlicher  professor  an  der  k.  Uni- 
versität in  Leipzig. 

204547 


MOßGANT  DER  RIESE 


m  DEUTSCHER  ÜBEBSETZUNO  DES  XYI  JAHKHODEBTS 


HEBADSOEGEBEN 


VON 


ALBERT  BACHMANN 


GEDRUCKT  FÜR  DEN  LITTERARISCHEN  VEREIN  IN  STUTTGART 
nach  umbobhvbb  dx8  a178sohübbks  vom  jhu  1889 
TOBINöEK  1890. 


ALLE  RECUTE  VORBEHALTEN 


SSUCK  VON  H.  liAUPF  IN  TOBINGBN 


INHALTSÜBERSICHT. 


SeltB 

Einleitung       XIIT 

Text 

I  kapitel.     Wie  der-kejser  Earlj  mit  einem  grossen  zug  gen  Romm 

zog  lind  alle  die  ertdden  lieO,  so  dem  bapat  wyderrig  wärend, 
und  satzt  inn  wider  inn  das  bapatuomb 1 

II  kapitel.     Wie  der  keyeser   Karly  ein   peraonn    geweßt   ist  und 

wie  er  läpt  und  wie  er  sine  kind  ertzoch ,        3 

in  kapitel.  Wie  dem  keysser  Karly  bottschafft  kam,  wie  ein  groß 
volck  beiden  nO  Affricka  inn  Ytallia  kommen  wärend ,  und 
wie  er  wjder  sy  zoch  mit  einem  groaaen  züg  und  sie  über- 
wand,  und  wie  Karly  ein  grossen  hM  bielt  zuo  Paris,  der 
kam  Euo  unnruowen  durch  den  rerretter  (lanellon  ....  6 
lY  kapitel.  Wie  BuoUand  Gannellon  ertödt  haben  wott  und 
hinweg  ab  häf  schied,  des  der  häf  zu  grosser  betrüeptnus  kam, 
und  wie  er  inn  ein  aptyg  kämm S 

V  kapitel.    Wie  RuoUand  mit  drjen  ryssen  atreitt  und  die  swen 

ertOdt  und  der  dryfc  durch  inn  zuo  dem  krjatenlichen  glouben 
gebrächt  ward 10 

VI  kapitel.     Wie  Morgant  von  dem  bruoder   gräf  Kleramunt  inn 

der  kluß  getoufft  ward 13 

VII  kapitel.  Wie  Morgant  zwey  wildy  schwin  ertodt,  als  er  gieng 
gen  waaser  reichen,  und  die  inn  die  kluß  truog  und  darnach 

ein  todtz  pfert  inn  den  wald  truog,  er  allein 15 

Vlil  kapitel.     Wie  Buolland  und  Morgant  urlob  ron  den  klußnem 

nämmend  und  hinweg  schiedend 17 

TX  kapitel.  Wie  Kuolland  und  Morgant  inn  das  aller  acbSnst 
schloß  kämmend,  das  sy  ye  gsächen  haltend,  und  darinn  be- 

Bchlosaen  wurdend 2(1 

X  kapitel.  Wie  RuoUand  und  Morgant  mit  einem  tüffel  strittend 
and  wie  sy  eines  todten  heydischeD  künigs  lichnam  uif  das 
ßlld  vergruobend 22 

Morgant   der  ries«  a 


VI 

Seite 

XI  kapitel.    Wie  Buolland   und  Morgant  zwenn   botten  fandend. 

die  Btrittend  mit  ein  andren  by  einem  braunen 25 

XII  kapitel.  Wie  Ruolland  und  Morgant  inn  des  kunig  Maffredons 
läger  kämmend  und  anders 26 

XIII  kapitel.  Wie  Ruolland  mit  Leonnett,  des  künig  Coradors  sun, 
streitt  und  inn  u£P  dem  feld  inn  der  flucht  ertodt     ....      28 

XIV  kapitel.    Wie  Meridyanna  irs  bruoder  Leonnetz  tod  vernam 

und  wie  sy  mit  RuoUanden  streyt  und  wott  iren  bruoder  rächen      31 

XV  kapitel.  Wie  Rengnold  von  Muntabant  den  verretter  Gan- 
nellon  wott  ertSdt  haben  und   wie  Rengnold   und  etlich  mit 

im  ab  dem  häf  schiedend 32 

XVI  kapitel.  Wie  Brunor  der  ryß,  Morgantz  bruoder,  inn  die 
klussen  kämm,  vor  deren  sine  zwen  bruoder  ummkommen 
wärend,  und  wott  sich  an  den  bruodern  rächen 34 

XVII  kapitel.  Wie  der  bruoder  Gleramunt  und  sine  brüedern  er- 
lößt  wnrdend  und  die  heyden  all  ertOdt 36 

XVIII  kapitel.  Wie  Rengnold  und  sine  zwenn  gsellen  ein  tracken 
und  ein  löwen  mit  ein  andren  stritten  fnndend,  und  wie  der 
track  von  Bengnolden  ertödt  ward 40 

XIX  kapitel.    Wie  die  dry  heren  ein  ryssen  fandend,  und  warumm 

inn  Rengnold  zuo  tod  schluog 42 

XX  kapitel.  Wie  Rengnold  ein  grossen  gmssammen  warmm  er- 
todt, damit  und  er  eines  kuuigs  tochter  erlössen  möcht,  und 
wie  der  margräf  OUyfier  der  selbigen  tochter  hold  und  günstig 
ward,  desglich  sy  imm  öch 44 

XXI  kapitel.  Wie  der  gräf  Rengnold  von  Muntabant  mit  dem 
grussammen  wurm  streytt,  und  wie  sine  zwen  gsellen  übel 
verwundt  wurdend 46 

XXII  kapitel.  Wie  der  marggiäf  Ollyfier  und  die  junckfrow  Foris- 
senna,  des  künig  Gorbantz  tochter,  ir  liebe  ein  andren  ero£F- 
n^ttend 49 

XXIII  kapitel.    Wie  der  künig  Gorbant  und  all  sine  untherthan- 

nen  den  wären,  krystenlichen  glonben  an  nämmend  ....      51 

XXIV  kapitel.  Wie  Buolland  den  stryt  wyder  Merydianna  ver- 
seyt,  und  wie  ir  vatter  Rengnold  beschickt  mit  im  zestrytten, 
und  wie  des  künig  Corbanti  tochter  zetod  fiel  von  Olliffiers 
wegen 54 

XXV  kapitel.  Wie  Rengnold  und  sine  zwen  gsellen  iren  vetter 
Magis  in  eines  alten  maus  gstalt  funden       56 

XXVI  kapitel.  Wie  Rengnold  und  sine  gsellen  an  des  künig 
Goradors  häf  kämmend,  und  wie  Rengnold  und  Ruolland  mit 

ein  andren  strytten      . 58 

XXVII  kapitel.  Wie  Gannellon  dem  künig  Gorador  und  Maffre- 
dron  ze  wüssen  thet,  daz  die  rytter,  so  an  iren  hoffen  werind, 


vii 


SetM 

Ckristen  werind ,    damit  dar.   bj   die  ertodind  ,    und   wie  die 
rjtter  ein  andren  erkanttend,  and  wie  Doon  erlOßt  ward  von 

Morgant 63 

XX  VIII  kapitel.  Wie  Maffredon  aigloO  ward  nnd  uß  dem  feld 
Hoch,  und  wie  sich  Meridianna  tonffen  V\e(S  von  Olyfiers  wegen 
und  darnach  schwanger  ward  von  im 70 

XXIX  kapitel.  Wie  Gannellon  dem  hejdiHchen  kfinig  Herniin  en- 
bot,  dag  er  kemme  Muntabaiit  belegren.  Rengnold  wer  nüt 
an  faeitnscb ,   und  wie  der  j^emelt  känig  mit  einem  grossen 

züg  Muntabatit  belegret 77 

XXX  kapitel.  Wie  Mattafol  mit  den  manlicheaten  ryttem  stach, 
so  an  keysser  Karlys  hüf  waren ,  «ind  »y  Überwand  und  fuort 

ay  gfangen  in  Hermins  zeig 85 

XXXI  kapitel.  Wie  die  frantzÖssiBchen  heren  urlob  von  dem  from- 
men künig  Corador  nämmend  und  wie  sy  vernämmea ,  daz 
der  mechtig  künig  Hermin  in  Franckrich  gefaren  was  Mun- 
tabant  zerstören,  dtirumm  ay  im  ein  land  inn  nfimen,  nnd 
toiiflft  wurden.  Und  wie  Doon  Morgant  reicht  an  Koradors 
häf,  lind  wie  Meridianna  mit  innen  kam   mit  einem  grossen 

züg       90 

XXXII  kapitel.  Wie  Gannellon  Mimtabant  wot  verätten  han,  und 
wie  in  Lyonfant  wot  tödt  haben,  nnd  wie  der  kfinig  Hermin 
vernam,  wie  sin  land  verloren  wer  und  sin  bruoder  und  aia 
frow  und  kind  tod  werind .     i     .     .     .     .      98 

XXXIII  kapitel.  Wie  der  gräf  Rengnold  und  sin  gselachaft  gen 
Paria  kararaeiid  und  wie  sy  den  kiinig  Herniin  angrilTend.  und 

wie  die  rytter  erlöÜt  wurdend  von  HengDold 102 

XXXIV  kapitel,  Wie  Rengnold,  als  er  gen  Muntabant  reyt,  uff 
dem  weg  Magis  inn  nnbekantnen  kleidern  fand,  der  nam 
im  sin  pfert  Bayard  und  gab  es  Ruollanden,  dar  dnrch  Reng- 
nold wvd  Rnolland  zuo  grosser  vingkeyt  kämmend    ....     110 

XXXV  kapitel.  Wie,  do  die  zwen  rytter  stritten  wottend,  got 
Kuollanden  ein  löwen  schickt,  der  bracht  im  ein  brief,  dar- 
durch  ay  nut  stritten,  und  wie  der  kfmig  Hermin,  do  er  das 
groß  wnnderzeichen  gailchen  hat,  so  unser  her  gethün  hat, 
do  bekart  er  »ich  zuo  dem  kristenlichen  glonben,  er  nnd  sin 
volck 114 

XXXVI  kapitel.  Wie  Gannellon  dem  kunig  Korador  schreib,  wie 
sin  tochter  Meridianna  wie  ein  huor  gehalten  wurd,  dardurch 
der  künig  Corador  ein  atoltzen  ryssen  zuo  Karly  schickt,  und 
wie  der  gemelt  ryß  ertödt  ward  von  Morgant       118 

XXXVII  kapitel.  Wie  Gnnneilon  Karly  ein  brief  sant,  sin  hnld 
wyder  zerwerben,  und  wie  Rengnold  ab  dem  haf  erkänt  ward 
und  er  und  sine  bruoder  Btxäßröaber  wurden 123 

a* 


VIII 

Seite 

XXXVIIi  kapitel.  Wie  keysser  Early  ein  stächen  zao  Paris  uß 
rüeffen  ließ,  and  wie  Rengnold  dahin  reytt,  und  wie  Astolf 
gfangen  and  Karly  uberantwurt  ward  von  Gannellon    .    .    .     129 

XXXIX  kapitel.    Wie  Astolf  vom  häncken  erlößt  ward  dnrcfaBuol- 

land,  Rengnold  nnd  Richarden 135 

XL  kapitel.    Wie  RaoUand  ab  dem  häf  schied  inn  die  Türcky  und 

wie  er  mit  dem  ryß  Slarckuß  streyt  und  inn  ertodt      .    .    .     142 

XLl  kapitel.  Wie  Ruolland  and  Thüring  inn  gf^ncknus  geleyt 
wurden,  und  wie  Thüring  uß  der  gföncknus  gelassen  -  ward 
und  reyt  inn  Franckrich  hilf  reichen,  RuoUanden  zerlössen    .     146 

XLII  kapitel.  Wie  Rengnold  und  sine  gsellen  von  Paris  schiedend, 
und  wie  Rengnold  mit  dem  künig  Marssillia  streyt,  der  wott 
sin  pfert  3ayard  haben 151 

XLIII  kapitel.    Wie  Rengnold  ein  wyld  pfert  fieng,  nnd  wie  er  und 

sine  gsellen  von  Marssillia  und  siner  tochter  urlob  nämmend     15H 

XLIV  kapitel.    Wie  Rengnold  den thyranischen  künig  ertodt,  und 

wie  die  inn  der  stat  Krysten  wurdend 156 

XLY  kapitel.  Wie  der  amiroll  von  Persia  belegret  ward  von  Reng- 
nold und  sinen  gsellen,  und  wie  Ruolland  mit  Rengnolden  streyt     161 

XLVI.  kapitel.  Wie  die  stat  gewannen  ward  von  Rengnold  und  der 
amiroll  getSdt,  und  wie  Rengnold  und  Ruolland  ein  andren 
erkanttend 167 

XL  VII  kapitel.    Wie  der  soldan  von  Babilonnia  sin  her  inn  Persia 

fuort  wyder  die  Chrysten 170 

XL VIII  kapitel.  Wie  Ollyfier  mit  Anthea  stach  und  des  soldans 
gfangner  ward,  und  wie  Ruolland  ouch  mit  junckfrow  Anthea 
streyt       177 

XLIX  kapitel.  Wie  Gannellon  zao  dem  soldan  kam,  und  wie  Reng- 
nold und  Ruolland  uß  Persia  schiedend  und  dry  ryssen  inn 
einer  wfieste  fundend,  die  ertottend  sy 179 

L  kapitel.  Wie  Rengnold  sin  pfert  Bayard  verlor,  und  wie  Reng- 
nold gieng  atrytten  mit  dem  Alten  vom  berg ,  und  wie  die 
wyl  Anthea  inn  Franckrich  zoch  Muntabant  belegren   .    .    .   .182 

LI  kapitel.    Wie  Muntabant  belegret  ward   von  Anthea,  und  wie 

sy  mit  Allard  nnd  Guchart  stach  und  bed  ir  gfangen  wurdend     190 

Lil  kapitel.  Wie  ^RnolJand  inn  des  künig  Falckons  stat  kam 
und  des  künigs  vetter  erstach  und  wie  er  mit  zwey  ryssen 
streyt,  die  begertten  trybut  von  dem  künig  Falckon     .    .    .     192 

LI II  kapitel.  Wie  Ruolland  dem  künig  üonstantz  sin  tochter 
brächt,  und  wie  der  soldan  dem  künig  Constant  enbot,  das  er 
genBabilionniakemme  die  zwen  krysten  rytter  gsächen  rychten, 
und  wie  Rengnold  sin  guot  pfert  Bayard  wyder  fand  .     .     .     199 

LIV  kapitel.    Wie  Ruolland  dem  soldan  die  fust  inn  das  angsicht 

schluog  inn  gegenwyrttigkeyt  siner  fürsten 202 


IX 


Seit« 

rT  kapitel.    Wie  die  zwen  rytter  erlößt  wurdend  von   Rengnold, 

und  wie  der  Alt  den  soldan  ertodt    . 204 

lYI  kapitel.     Wie    Morgant  Meridianna    heim    leytted   und  dar- 
nach inn  das  lüger  für  Babillonnia  kam,  und   wie  die  etat 

Babillonnia  durch  inn  gewtinnen  ward 209 

LVlI  kapitel.  Wie  Gaonellon  uß  der  ^ncknus  gelassen  ward 
und  ein  hyrtten  erhanckt  und   darnach    von   etlichen  ryasen 

gfangen  ward 211 

LVlü  kapitel.     Wie    die   heren    von  Babillonnia  schiedend  Gan- 
i  nellon  erlössen  und  wie  hj  ungewytter  haltend,  und  wie  Mor- 

n  gant  von  eines  wurmß  pyÜ  starb 213 

I      LIX  kapitel.     Wie   RuoUand    mit   des  keyasers    von    Mesiaa  hopt- 

^^p       lütten  einem  atrejt  und  inn  ertodt ....    215 

^^B(  kapitel.     Wie    ein    junger     rytter  Richarden   und  Olljfier  im 
^^M     atäcben  überab  stach   und   den   Alten  vom  berg   ertodt    und 

^^f     darnach  Hcngnolden  öcL  ab  stach 219 

LXl  kapitel.     Wie  der   keyser    von    Measa   getödt   ward    und  die 
atat  Monassa  erroberet  durch  Allexandera  ratt       ..... 
LXII  kapitel.    Wie  Gannellon   von  Rengnold  und  ainengsellen  er- 
^^m      löL^t  ward  ,  und  wie  ey  inn  Creontta  echloß  gfangen  wurdend 

^1     all  . 

'     rxill  kapitel.     Wie    Magis    inn    siner   kunst    erkant,    wie    die 
heren  inn  Creontta  schloß  beachlosaen  waren,  dariimm  er  nß 

reyt  von  Muntabant  und  erlöPt  sy   .     , 

LXIV^  kapitel.     Wie  Astolfo  von  ainen  vettern  achied  zornig  und 

wie  er  dry  brüedern  fand,  die  muoBten  dry  diebeu  hilncken,  und 

wie  Rnolland  och  von  innen  achied  und  wofct  Astoltio  aiiochen 

LXV  kapitel.      Wie    RuoUand    mit   wurmmen   und    löwen   streyt 

und  darnach  Aatolffo  vand  zuo  Cornillia       ....... 

LXVI  kapitel.  Wie  Rengnold  und  aine  gaellen  die  atat  Cornillia 
belegretteii,  daritin  IJuolland  und  Aatolffo  inn  wären,  und  wie 
sy  ein  andren  erkantten  ,    und  wie  Doon  von  Nantteveil   gen 

Comnillia  kam 242 

LXVII  kapitel.     Wie    Rengnold    und    Allexander   mit  dem  kiinig 
Adyllant  atryttend  und  inn  Alexander  ertodtj  und  wie  Reng- 
nold ein  töwen  ertodt,  und  wie  Gannellon  ein  grosse  verrettery 
a»  den  heren  begieng,  und  wie  sy  gen  Parya  fuorend        .     .    24ri 
LXVlIl  kapitel.    Wie  Gannellon  Alexander  aelb«  tryt  ertodt,  und 
wie  der  fryd  zwiischend  Karly  und  ffallorion  gemacht  ward, 
und  darnach  mit  ein  andren  Gannellon  iibertzugend     .     .     .     254 
LXIX  kapitel.    Wie  Rengnold  durch  ungewytter  iun  ein  stat  kam, 
Achaya   geheyasen,    da  afcreyt  er  mit  jvinckfrowen,   und    wie 
der  fryd  gemacht  ward  ewiäachend  Karly  und  Gannellon      .     258 
LXX  kapitel.    Wieder  kunig  Callorion   und  kunig  Arbalyster  mit 


223 


225 


228 


232 


237 


Seite 

ein  andren  strittend   und  bed  ummkammen,  und  wie  Reng- 
nold  durch  daa  gebot  gottes  faor  ein  heyd  überwinden      .    .    263 

LXXI  kapitel.  Wie  Rengnold  mit  einem  rytter  streyt.'der 
streyt  umm  die  schöne  siner  liebe,  und  wie  Gannellon  Beng- 
nolden  fand  und  gnad  von  im  begert  umm  Alexanders  tod, 
der  vergab  im  ungern 265 

LXXII  kapitel.    Wie  Rengnold  mit  dem  ryß  Getyon  streyt   und 

inn  überwand  und  zuo  krystenlichem  glouben  brächt   .    .    .    268 

LXXIII  kapitel  Wie  Rengnold  mit  einem  wunder  streyt,  das 
was  ein  halber  man  und  ein  halbs  pfert,  und  wie  er  und 
Geryon  inn  ein  bruoderhuß  kämmend,  da  innen  ein  engel 
zässen  brächt 272 

LXXl V  kapitel.  Wie  die  küngin  Änthea  dem  künig  Marssillia  zuo 
Hispannia  enbot,  sy  wett  inn  Franckrich  zücben  irs  vatters 
tod  rächen,  und  wie  die  mere  gen  Paris  kämmend,  Marssillia 
rüste  sich  zekriegen 275 

LXXV  kapitel.  Wie  die  mere  gen  Paris  kämmend ,  wie  Anthea 
kemme  wol  mit  zweymäl  hundert  tussend  heyden  für  Paris, 
und  wie  Ollyfier  inn  botschaftz  wyß  zuo  Anthea  reyt   .    .     .    280 

LXXVT  kapitel.  Wie  RuoUand  mit  Anthea  streyt  und  von  dem 
tödtlichen  stryt,  der  nebend  Paris  beschach,  und  wie  der  strit 
von  den  Krysten  gewunnen  ward  mit  grosser  nott  und  arbeytt    283 

LXXVn  kapitel.  Wie  der  künig  Marssillia  ein  bott  zuo  Karly 
schickt  umm  fryd,  und  wie  der  fryd  gemacht  ward  zwüschend 
Karly  und  Anthea,  die  fuor  wyder  gen  Babillonia  mit  irem  zug    286 

LXXVIIl  kapitel.  Wie  Gannellon  mit  Falseron  gen  Sarragossa 
reytt,  da  ward  die  gros  verrettery  brattytziertt,  und  wie  er 
erstlich  Marsillia  die  ursach  siner  zuokünft  sagt  inn  bysin 
siner  fursten 289 

LXXIX  kapitel.  Wie  die  erbermklich  verrettery  prattytziert 
ward,  dadurch  sovyl  voicks  umm  kam,  und  von  den  grossen 
zeichen,  die  an  dem  end  erschinnend,  da  die  verrettery  geschwo- 
ren ward,  und  wie  Gannellon  ein  botschaft  zuo  Karly  schickt 
im  den  fryden  kunt  thuon,  den  er  mit  Mcursillia  gemacht  hat    293 

LXXX  kapitel.    Wie  Magis  durch  ein  tüffel  Rengnolden  zewussen 

thett,  daz  er  sich  am  Rontzefal  finden  lieb 298 

LXXXI  kapitel.    Wie  Astolfo  und  Beringer  und  ander  heren  von 

Paris  schiedend  und  ryttend  an  Rontzefal  301 

LXXXII  kapitel.    Wie   Astaroth  und  Rubicant  Rengnolden    und 

Bycharden  an  Rontzefal  truogen  zuo  den  Krysten    ....    304 

LXXXIII  kapitel.  Wie  Ruolland  gwüsse  mere  vernam  von  des  künig 

Marsillias  züg,  wie  der  gegen  innen  kemme 306 

liXXXIY  kapitel.     Von  dem  erbermklichen  stryt,  der  am  Rontzefal 

beschach  von  den  Krysten  und  heyden 308 


XI 

Seite 

LXXXV  kapitel.     WieRengnold  und  Bychart  zuo  den  Krysten  inn 

strytt  an  Bontzefal  kämmend 311 

LXXXVI  kapitel.    Wie  Ollyfier  ummkamm  verrettersch,  und  wie 

BuoUand  sin  bom  bließ 318 

LXXXVII  kapitel.    Von  Ruollanden  tod  and  von  dem  tod   sines 

guotten  pfert  Oallantins,  und  wie  ers  beklagt 821 

LXXXVIII  kapital.  Wie  EarlyRaoUandenhornn  bort  blässen  undwie 

er  Gannellon  ließ  gfangen  legen  und  darnach  an  Rontzefal  reyt    325 

LXXXIX  kapitel.  Wie  der  keysser  Early  an  Bontzefal  zuo  Ruol- 
landen kam  und  inn  erklagt  und  die  Erysten  bestatten  ließ, 
und  der  fürnemesten  fürsten  und  beren  nammen,  die  mit 
Ruolland  ummkämen 328 

XC  kapitel.    Wie  der  keyser  Early  gen  Sarragossa  zog,  die  ward 

Tonn  im  aller  dingen  zerstört 381 

XCl  kapitel.    Wie  der  keyser  Early  den  kunig  Marsillia  nnd  den 

künig  Blancbardin  bäncken  ließ 333 

XCII  kapitel.  Wie  der  bertzog  Türing  von  Ardannia  mit  Pinabel, 
Gannellons  frund ,  ein  kampff  hielt  und  inn  ertodt ,  dar- 
durch  Gannellon  von  fier  pferden  zerissen  ward 336 

XCin  kapitel.  Wie  Bengnold  von  Early  urlob  nam ,  und  wie 
Early  gen  Ach  reytt ,  und  von  den  zeichen ,  so  gsächen  wur- 
dend  vor  sinem  tod,  und  wie  er  starb  und  anders    ....    388 

XGIV  kapitel.    Wie  sin  tod  dem  ertzbischof  Türpin  darch  ein  tuffel 

geoffenbaret  ward 340 

Anmerkungen 343 

Namen-  und  Wörterverzeichnis 367 

Nachträge  and  berichtignngen 423 


XIU 


EINLEITUNG. 


Der  deutsche  prosaroraan  des  XV  und  XVI  Jahrhunderts 
zählt  bekanntlich  auch  auf  dem  boden  der  Schweiz  bemerkens- 
werte Vertreter.  Um  die  mitte  des  XV  Jahrhunderts  ver- 
deutschte der  Berner  Schultheiß  Tböring  von  Ringoltingen 
die  »Metlusigne«  des  Franzosen  Couldrette,  vielleicht  auch  den 
»Cleomades«  des  Adenes  li  Roy  ,  wovon  indes  nur  ein  unbe- 
deutendes bruchsfcßck  auf  uns  gekommen  ist;  ihm  folgte  etwa 
siebzig  jähre  später  sein  mitbürger  Wilhelm  Ziely  mit  der 
Übertragung  der  französischen  prosaromnne  von  »Olivier  de 
Castille«  und  »Valentin  et  Oraon.«  Und  gegen  ende  des 
XVl  jhs.  erschienen ,  von  dem  Basier  Johann  VVetzel  nach 
dem  italienischen  bearbeitet,  »Die  reisen  der  drei  söhne  Uiafifers, 
des  königs  von  Serendippe«  (vergl.  J.  Bächtotd,  Geschichte 
der  deutschen  litteratur  in  der  Schweiz ,  s,  240  ff. ,  43S  ff,). 
Diesen  drei  Übersetzern  reiht  sich  nun  ein  vierter  an,  unbe- 
kannten namens,  aber  ohne  zweifei  schweizerischer  herkunft, 
dem  der  vorliegende  band  gewidmet  ist.  Seine  arbeiten,  zwei 
übersetzungeu  aus  dem  frauzöaisuhen ,  welche  meines  wiasens 
bis  jetzt  ganz  unbekannt  geblieben  sind,  bilden  den  inhalt 
einer  handschrift  der  Äargauer  katitoiisbibliotbek,  auf  die  Kur«; 
UDd  Weissenbach  in  ihren  »Beiträgen  zur  geschieh te  und 
litteratur«   (Aarau  1846)  I,  112  aufmerksam   gemacht  haben. 

Diese  handschrift,  bezeichnet  MS.  Bibl.  Zur!.  41,  ist  ein 
ziemlich  starker  folioband  von  30  cm  höhe  und  21  cm  breite, 
mit  stellenweise  abgegriffenem  und  beschädigtem  ledereinband, 
Sie  umfaßt  267  blätter  aus  starkem  papier,  wobei  zwei  vordere 


XIV 

und  ein  hinteres  deckblatt  nicht  mitgezählt  sind.  Auf  die 
Wasserzeichen  (bl.  1  bis  205  eine  band,  bl.  206  bis  267  ein  bar  in 
zwei  verschiedenen  formen)  werde  ich  weiter  unten  zu  sprechen 
kommen.  Das  ganze  ist  von  einer  band  geschrieben ,  durch- 
weg sehr  sorgfältig,  in  schonen,  regelmäßigen  zögen.  Ver- 
schiedene anzeichen,  die  später  zusammengestellt  werden  sollen, 
machen  es  wahrscheinlich,  daß  Schreiber  und  Übersetzer  eine 
und  dieselbe  person  waren.  Hinter  den  einzelnen  kapitel- 
überschrifteu  ist  in  der  regel  räum  für  illustrationen  gelassen, 
die  aber  nirgends  ausgeführt  worden  sind;  hier  und  da  fehlt 
auch  eine  initiale.     Die  handschrift  enthält: 

Bl.  1  bis  1G3  die  in  diesem  bände  abgedruckte  »schöne 
hystoria  von  dem  grossen  keyser  Karly  und  siuen  fürsten 
und  von  einem  ryssen ,  der  hieß  Morgant ,  der  ward 
durch  Rucfllandeii  zuo  kristenlichem  glouben  gebrächt, 
und  von  dem  erbermklichen  strytt,  so  am  Rontzefal 
bescbach.«  Am  Schluß:  Ein  end  hat  dis  buoch  (gott 
dem  almechtigen  sig  lob  und  danck  gesagt !)  und  ward 
geschriben  im  tussend  filnff  hundert  und  darnach  im 
tryssigsten  jär  uflF  den  dry  zechenden  tag  November. 
Amen. 

Bl.  164  bis  267  »ein  schöne  hystoria  von  den  fier  sün 
des  hertzog  Amons  von  Dordonna  uß  Franckricb,  das 
sind  Rengnold,  Allard,  Guchart  und  Rychart,  und  von 
irem  vetter  Magisund   von    keyser  Karly   und   sinem 
Vetter  RuoUanden,    und  wie  sy  der  keysser  Karly  be- 
kriegt lange  zytt.«     Am  schluß :  Got  dem  almechtigen 
sig  lob  und  danck  gsagt!  Amen.     Im  1531  jär. 
Der  codex  bildete  ursprünglich,   worauf  schon  seine  be- 
zeichnung  hinweist,  einen  bestandteil  der  bücherei  des  durch 
seinen   Sammeleifer   und  seine   gelehrsamkeit    weltberühmten 
generals   Beat  Fidel  von  Zurlanben   (1726  bis   1799),  die  im 
jähre   1804  vom    kanton    Aargau   angekauft   wurde   und   den 
grund  zur  aargauischen  kantonsbibliothek  legte.    In  dem  besitz 
der   familie  Zurlauben  scheint   er   sich  bereits  seit  geraumer 
zeit  befunden  zu  haben,  wie  sich  aus  einer  offenbar  alten  be- 
merkung  auf  der   Innern   seite   des    vordem    deckeis >  ergibt: 
H.  Batt  Jacob  Zur  Lauben  Ciuis  Tugiensis  anno  domini  1624 


(vergl.  über  diesen  Leu,  Allgemeines  belvetisches  lexicon, 
XI  teil,  s.  400).  Weiter  zurück  vermag  ich  die  Schicksale 
der  handsclirift  nicht  ku  verfolg^en. 

Von  dem  inhalte  derselben  beschäftigt  uns  an  dieser 
stelle  nur  der  erste  teil,  die  gescliichte  von  Morgant  dem 
rieseo.  In  bezug  auf  den  zweiten  teil  ^lemerken  schon  Kurz 
und  WeisBHnbaeh  a.  a.  o,,  daß  hier  »eine  ganu  eigentümliche 
darstellung  der  geschichte  von  den  Haimonskindern  vorliege, 
welche  sowol  von  der  im  Volksbuch  als  von  der  in  der  Heidel- 
berger handschrift  abweiche«,  und  aie  erwähnen  im  anschluli 
daran  eine  Vermutung  Heinrich  Hotfmanns,  data  wir  es  mit 
einer  Übersetzung  aus  dem  italienischen  zu  tun  haben,  *was 
aua  den  vielen  italienischen  namen  heivorzugelien  scheine.« 
Dies  ist  freilich  unrichtig,  denn  der  roman  von  den  Haimons- 
kindern  ist  so  gut  wie  der  von  Morgant  aua  französischer 
quelle  geflossen. 

Es  wird  nun  meine  aufgäbe  sein,  das  Verhältnis  dea  deut- 
scheu Morgant  zu  seiner  vorläge  zu  bestimmen  und  dan^na, 
soweit  möglich,  ein  urteil  zu  gewinnen  sowol  über  die  Über- 
setzung selbst  als  auch  über  die  peräünlichkeit  des  ungenannten 
Übersetzers.  Vorerst  muß  erwähnt  werden,  daß  unser  Morgant 
noch  in  einer  andern  handschrift  vom  jähre  1551  überliefert 
ist,  die  sich  unter  der  bezeichnung  Mscr.  A.  121;  111  auf  der 
Zürcher  stadtbibliothek  befindet  und  im  185.  band  der  Libllo- 
thek  des  litterarischon  Vereins ,  s.  XM  beschrieben  ist.  Sie 
entbehrt  aber  für  uns  jeglicher  bedeutung ,  da  sie  sich  von 
anfang  bis  zu  ende  als  abschrift   dea  Aarauer    textes  erweist. 

Das  berühmte  gedieht  des  Florentiners  Lüigi  Pulci  »II 
Morgante  Maggiorec  ,  dessen  voHständige  ausgäbe  in  28  ge- 
säugen 1483  erschien  (vergl.  A.  Uaspary,  Geschichte  der  ita- 
lienischen litteratur  II,  2tl8),  ist  schon  früh  in  französische 
prosa  übersetzt  und  in  dieser  gestalt  durch  zahlreiche  drucke 
verbreitet  worden.  Mehrere  dieser  drucke  verzeichnet  Brunet 
in  seinem  »Manuel«,  5.  auliage ,  IV,  974;  vergl.  auch  das 
Supplement  dazu  II,  335;  L.  Gautier,  Les  epopees  fran^aise-s 
III,  590.  Für  uns  kommen  davon  natürlich  nur  diejenigen 
ia  betracht,  die  vor  1530,  das  entstehnngsjahr  der  deutschen 
Übersetzung,    fallen  oder    wenigstens  auf  solche  zurückgehen. 


XVI 

Da  mir  persönliche  Verhältnisse  eine  reise  nach  Frankreich 
verboten,  übernahm  es  einer  meiner  in  Paris  studierenden 
landsleute,  herr  R.  Huber,  in  freundlichster  weise,  statt  meiner 
auf  den  dortigen  öffentlichen  bibliotheken  nach  den  verschiedenen 
Morgan  tausgaben  7,u  fahnden.  Leider  waren  seine  vielfachen 
bemühungen  nur  von  bescheidenem  erfolge:  auf  drei  biblio- 
theken  (Mazarine,  Ste  Genevi^re,  Sorbonne)  fand  sich  gar 
nichts  vor,  im  Arsenal  bloß  ein  druck  vom  jähre  1618  (Troyes, 
Nie.  Oudot) ;  einzig  die  Nationalbibliothek  ergab  lohnendere 
ausbeute,  nemlich  zwei  drucke  aus  dem  jähre  1517  von  Alain 
Lotrian  und  von  Jean  Bonfons,  die  aber  beide  völlig  mit 
einander  übereinstimmen.  Auch  jener  druck  von  1618  erwies 
sich  als  einfache  Umarbeitung  dieser  altern  ausgaben.  Auf 
weitere  nachforschungen  in  andern  bibliotheken  mußte  ich 
verzichten ,  da  es  an  gelegenheit  dazu  gebrach ;  soweit  mir 
kataloge  zugänglich,  waren ,  habe  ich  sie  gewissenhaft  durch- 
gesehen, ohne  indessen  etwas  zu  finden.  So  blieben  denn  zur 
vergleichung  mit  dem  deutschen  Morgant  bloß  die  angeführten 
Pariser  drucke ;  aber  der  versuch,  einen  derselben  hierher  nach 
ZOrich  kommen  zu  lassen,  wobei  mir  der  schweizerische  ge- 
sandte in  Paris,  herr  dr  Lardy,  seine  gütige  Unterstützung 
lieh,  scheiterte  an  dem  reglement  der  französischen  bibliothek, 
nach  welchem  keine  gedruckten  werke  ins  ausländ  verschickt 
werden  dürfen.  Unter  diesen  umständen  erschien  es  als  eine 
glückliche  fügung,  daß  ich  schließlich  auf  der  Zürcher  stadt- 
bibliothek  doch  noch  eine  französische  ausgäbe  des  Morgant 
entdeckte,  welche,  wie  sich  herausstellte,  zu  den  drucken  von 
1517  im  ganzen  genau  stimmt  und  also  statt  dieser  der 
vergleichung  mit  dem  deutschen  text  zu  gründe  gelegt  werden 
konnte. 

Diese  ausgäbe  (unser  F),  1596  bei  Benoist  Rigaud  in  Lyon 
gedruckt,  zählt  218  seiten  klein  4**,  drei  angehängte  unpagi- 
nierte  blätter  nicht  mitgerechnet,  auf  denen  ein  Verzeichnis 
der  kapitelUberschriften  steht.  Sie  ist  in  ein  pergamentblatt 
eingebunden ,  das  von  einer  hs.  deüs  Cod.  Justin.  (IIL  28  de 
inofficioso  testamento)  herrührt.  Das  erste  blatt  tr^t  den  titel : 
Morgant  le  Geant,  Lequel  avec  ses  freres  persecutoyent  souvent 
les  Chrestiens  et  serviteurs   de  Dieu:   Mais  finalement  furent 


XVII 

SPS  deux  freres  oeeia  pur  le  Corate  Roland ,  et  le  tiers  fut 
Chrestien,  qiii  depiiia  aida  grandtiment  k  augmenter  !a  saincte 
foy  Catholiqiie,  coiuine  enteodrez  cy  apres.  Darunter  befindet, 
sich  ein  Lolzschnitt,  Morgant  xu  pferd  an  der  spitze  einer 
ritterscbar  darstellend.  Solche  holzschnitte,  (größere  und  kleinere, 
zieren  häufig  auch  die  kapitelanfänge,  so  auf  s.  5,  10,  11,  13, 
14,  15,  17,  19,  23  u,  s.  w.  Der  text  zerfällt  in  zwei  teile, 
wovon  der  erste  0(3  kapitel  mit  einer  nicht  mitgezählten  ein- 
leitung,  der  zweite  68  kapitel  urat'aM.  Der  schluid  lautet: 
11  me  suffit  d'avoir  acheve  ce  qua  j'ay  trouve  en  rithme  Ita- 
lienne,  qtie  avec  l'aide  de  Dien  j'ay  mis  en  prose  Frau^oise 
au  nioins  mal  que  mon  petit  enteudeuient  a  peu  comprendre. 
Et  fut  achevee  la  translation  le  dernier  jour  d'Aouat,  l'an  de 
Fincarnation  de  noatre  Seigneur  mil  cinq  cen«  dix  aept. 
En  priant  Dieu  qui  m'a  donoe  la  grace  de  Fuchever,  et  mettre 
a  fin,  aussi  qu'il  dous  doint  et  uous  face  ceste  grace,  davoir 
a  la  fin  sa  gloire.  Amen.  Fin  de  Fhiütoire  de  Morgant  le 
Geant.  Druckfehler  sind  im  ganzen  selten  ;  von  größeren  ver- 
sehen ist  zn  erwähnet) ,  daß  der  zweite  bogen  verkehrt  be- 
druckt (auf  3.  9  folgen  die  ss,  14,  15,  12,  13,  10,  11,  16) 
und  im  IL  teil  der  achlaß  von  kap.  24  (unsere  ausgäbe 
8.  249,  12  bis  250,  10)  weggelassen  ist;  derselbe  mußte  darum 
aus  einer  der  Pariser  ausgaben  ergänzt  werden. 

Die  vergleichung  von  F  mit  D  (so  bezeichne  ich  die 
deutsche  Übersetzung)  ergab  sofort  eine  nahe  vei-wandtschaft 
beider,  indem  sie  zum  großen  teil  wörtlich  mit  einander  über- 
einstinamen.  Immerhin  geht  dies  nicht  so  weit,  daß  ohne 
weiteres  die  annähme  gestattet  wäre,  L>  sei  aus  einem  mit  F 
gleichlautenden  altern  druck,  also  z.  b.  ans  einem  der  drucke 
von  1517,  übersetzt.  Denn  einerseits  weist  D  gegenüber  F 
eine  beträchtliche  zalil  von  abweichungen  aul',  in  denen  es 
zu    Pulcis    gedieht'    stimuit ,    diu    also    auch   seine    vorläge 


'  Pulcia  gedieht  (ich  benutze  die  Florentiner  ausgäbe  von  1855,  bei 
Feiice  Le  Monnier)  aoU  nur  insoweit  in  dif^  nntersucliunj,'  einbezogen 
werden  .  als  es  auf  das  Verhältnis  von  ü  zu  seiner  vorläge  licht  zu 
werfen  vermag'.  Auf  eine  vergleichung  der  franzöa.  bearbeitung  mit 
dem  italienischen  orijipnal  laaae  ich  mich  nicht  ein. 


xvm 

enthalten    haben    ranß.     Den    beweis  dafür    liefern    folgende 
stellen : 


D 


F 


16,  23  f.  Der  bruoder  L'abb^  avoit  un  grand 
Eleramant  hat  ein  cheval,  lequel  il  donna 
groß  pfert,  das  hat  h  M. 

er  lange  zjt  ertzogen, 
-  das  schanckt  er  M. 


26,  19  gsellen 

29,  24  Demnach  ylt  er 
Baollanden  nach  und 
sprach  zuo  im: 

30,  6  mit  stein  und  pfil 
und  speren 

41,  8—5  Aber  es  was 
—  glytzert 


freres 
puis  dit  h.  Roland: 

dards  et  pierres 
fehlt 


43,  25  inn  das  angsicht 


43,  85  Darnach  stuon- 
dend  sy  ab  iren  pfer- 
den  und  giengend  .  . . 


49, 12  und  och  den  graf 
Doon  von  Nantneil 


fehlt 


fehlt  an  dieser  stelle 


fehlt 


51,  13   f.  wir   ryttend  nous   allons    ainsi    se- 
also   heimlichen   inn  cretement  pour 

der  weit  ummhar  und  trouver  .  .  . 

suochend  .  .  . 


I,  67  (L'abate)  dette  a 
Morgante  un  destrier 

molto  hello 

Che  lungo  tempo  te- 

nuto  avea  quello. 

11,51  lamiacompagnia 

II,  78    Poi  si  rivolse  ad 
Orlando,  dicendo: 


m,  5  con  lance,  spade, 
con  dardi  e  spuntoni 

IV,  8  Egli  era  quel  ser- 

pente  maladetto 

Che  getta  flamme  per 

bocca  ta'  dotte, 

Gh*una  fomace  pare- 

Ta  in  calore, 

E  tutto  il  bosco  co- 

pria  di  splendore. 

IV,  30  Dette  in  sul  viso 
al  gigante  col  gnanto 

IV,  84  Allor  tutti  smon- 

taron  deir  arcione, 

AUa  capanna  furono 

avviati 

IV,  79  E'   medici  tro- 

vava,  e  comandoe 

Che  medicassin  dili- 

gentemente 

TJlivieri  e  Dodon 

IV,  94  Cosl  pel  mondo  ci 
andiam  tapinando . . . 


60,  27  ff.  Also  schick- 
tend  sy  ein  botten  zuo 
Korador,  der  sagt  im 
daz,  so  im  Maffredon 
enbot  von  sines  ry  tter 
Brunors  wegen.  Ko- 
rador seit  Kengnol- 
den   das,   so   im  sin 


Le  roy  manda  inconti- 
nent  le  messager  dire 
ce  qne  Roland  avoit  dit, 
et  dit  au  roy  Corador, 
que  le  Chevalier  estoit 
tout  prest  et  appareill^, 
quand  ils  voudroyent 
se  trouver  au  champ  et 


VI,  26  Subito  mandorno 

imbascieria ; 

Erano  ancor  coloro  ä 

ragionare : 

Caradoro  a  Rinaldo  si 

volgia, 

Dicendo:  Pro'  baron, 

che  vuoi  tu  fare? 


XIX 


ne  demandoit   autre 
chose.    Et  Olivier  .  .  . 


si  tu   veux  dire  autre 

chose,  depesche  toy,  car 

je  m'en  veux   aller  en 

Tost  de  M. 

UD  roy  Sarrazin 


E 

Rinaldo  sfavillava 
tutlayia ; 
Pargli  miir  annid'es- 
ser  con  Orlando, 
E  disse :  Jo  sono  in 
punto  altuocomando. 

VII,  7  S'altro  non  vuoi 
parlarmi, 

A     Manfredonio     al 
campo  vo'  tornarmi. 

VIII,  15    un    gran   re 
saracino 

ilenToyauneambassade  VIII,  38  E  manda  im- 

k  l'empereur   Ch. ,   de  basciadore  a 

laquelle  estoit   le  chef  Carlo  Mano  .  . 
un  roy  payen  .  . 

si   Regnaut  et  Olivier   VIII,  43  E  se  non  y'k 

n'y  sont  pas  Rinaldo  e  TJlivieri 

E  86  non  v'd  Orlando 

tanto  forte 

87,11  Darum m  gedenck     parquoy  pense  de  te     VIII,  68  Prendi  del  cam- 
dich  zeweren  an  wyt-  deffendre  po,  alla  giostra 

ter  gesprech  vegnamo, 

Cbfe  dir  parole  assai 
non  son  disposto. 


D 

fyend  enbot  Beng- 
nold  gab  im  antwurt, 
er  wer  gantz  bereit 
und  begertte  kein  an- 
der ding.  Und  Ollif- 
fier  .  .  . 

66,  25  f.  Wiltu  nüt  an- 
ders sagen,  so  will 
ich  wider  in  Maffre- 
dons  leger 

77,  29  ein  mechtiger 
heidischer  knnig 

81 ,  14  do  schickt  er 
keysser  Karly  ein 
hotten  .  . 


82,  28  so  Rengnold, 
Ruolland  und  OUifier 
nüt  in  land  sigen 


150,  22  f.  do  gieng  sy 
wyder  inn  die  gföng- 
nnß  und  sprach  zuo 
Thüring ,  er  möcht 
hinweg  rytten,  wenn 
er  wett. 

154,  12  sin  diener 


156,  34  ff.  die  glUnck- 
nuß,  darin  die  frowen 
und  tochtern  wärend, 
die  nüt  zuo  sinem 
wyllen  verwylgen 
wottend,  die  fuortend 
grosse  klag. 

163,  35  wann  wer  sy, 
ich  wer  tod 


fehlt  XIII,  14  Epoi  tornava 

alla  prigion  ridendo 

E  disse  come  il  fatto 

era  fornito. 


un  homme  qni  bien      XIII,  58  un  suo  valletto 
cognoissoit  le  pays 

la  prison ,  oü  estoyent   XIV,  4  Quivi  sentiva  un 
les  femmes.  pianto  doloroso 

Delle  donzelle. 


fehlt  XV,  18  Chfe  so  che  sanza 
lei  morivo  a  stento 

171,  25  wann  der  har-   (les     armes)     estoyent  XV,  109  E  la  sua  arma- 

nisch   was    göttyscb,   faictcs    que     nul     fer,  dura  era  incantata, 

also    daz     inn    kein   n'acier,  pour  trenchant  Che  nessun  ferro  tag- 

yssen    nach     stachel   qu'il  fut,  ne  les  pouvoit  liar  ne  potea. 
zerschniden  mocht.                   empirer. 


XX 


D 


F 


P. 


189,  33  f.   das   er   ein  qu'il    fut  grand  piece  XVII,  46  tanto  cbHu 

lange  wyl   lag   und  sans  se  relever                pellostette,tramo^ 

nüt  nmm  sich  selb«  tita 
waOt 

191,  33   und  sind  zuo  et   sont  en  Babylonne  XVII,  66  gli  bo  laseiiiti 

Babiilonia  inn  mines  cbez  mon  pere                              prigionMri 

Tatten  gfäncknus  AI  padre  mio. 


XVII.  75  Jo  maledin 
Peraia  e  T  Amoitaiita 


192, 26  Yerflaecht  werd  fehlt 

das  land  Persia,  daz 
ichs  ye  gsach 

194,  38  Der  gros  got   Le  grand  dien  Mahom   XVII,   91     Maeone  e 
Jupiter  und  Macbmet  GUappifar 

und  Appollonius 


195,  14  acbt  rysen  ge- 
brüedern 


huict  payens 


XVII,  98  Otto  giganti 
Bon  tntti  H«telli 


216,  5  Bengnold  sprach   dit  il  (nemlich  Etoland)   XX,  61  Diaae  mmldo 
zuo  im 

^  229,  12  f.   Alsowur-  parquoy  ils  conclurent  XXI,  54  Ed  accordini 

dond  sy  eynhellig  quMls  y   iroyent,  c'est         tntti  amanoanuao 

sy  zeentschutten,  ascavoirMaugi8,Astolfo 

nämlich      Magis,  et  Alard:   et  Gnichard 

AstolHo,     Allard  garderoit  Montauban. 
und  Guchart. 


Gnicdardo ,    Alaido^ 
ire  a  trovar  coifym, 


243,  12  sine  (Beng- 
nolds)  dry  bruo- 
dern 


deux  de  ses  freres 


XXI,  157  AlardoeBk- 

dardetto  .  •  • 

Gbicciaidt 


24(1,  1  und  ist  nie-   et   dedans   n'y    a   que  XXII,  18  E' t*  6  dento 
man  darin  dann   Guichard    avec   Vivien  VinuD 

Vivianus  qui  luy  tient  compagnie 

248,  1  dyß  dry  sind   ces  deux  sont  mes  freres   XXII,  53  Qnesto  h  OwO' 
mine  brüedern  dardo,  Alardo-- 

E  queato  h  Bieeuff' 
detto.- 

250,  3  und  wyll  mit   et  je  meneray  avec  moy  XXII,  73  Jo  vo'  solRic- 

mir  nemmen  mine    mes  deux  propres  freres,  ciard^o, 

dry  brüedern           c'est  ascavoir  Alard  et  Guicdardo,  Alardo  •■ 
Richard 


217,  2  Der  hieß  sy  wil- 
koinmen  sin 


2«;0,  :{1  f.  verflüecht 
werd  din  gloub  und 
alle  die,  so  an  dich 
gloubend 


fehlt 


fehlt 


XXII,  40  Voi  riate  in 
ogni  modo  i  ben  venaii 


XXII,  185  Siamaladetto 
chi  'I  tuo  nomeonon 


261 ,    7    Ich   wyll   dich    Je  ne  te  peax  pas  tenir    XXII,  187  Jo  non  ti  vo' 
nüt  han  teuere 


264,  4  das  gluck  was 
also,  das  ,  ,  . 

270,  23  f.  wann  das, 
so  von  gofct  geordnet 
ist,  inuos  sin,  und 
mag  nieiuan  dar  wi- 
der thuon 


fehlt  XXII,  213  Or  giiarda  ae 

Fortuna  lavoroel 

fehlt  XXil,  260  Non  dubitar, 

chb  quel  che  viiole 

IddJo, 

Non   puö    fallir   per 

accidente  alcuDo> 


270,  26  Rengnold  ruo-     R.  se  repoaa  un  jour      XXII,  261    R.   aolo   un 
wet  ein  tag  und  nüt  et  plus  giorno  nposoäsi 

mer 


305,  13  daz  groQ  mer  (es  grands  aiera 


321,  9  Und  sobald  er 
(Roland]  ab  im  wus 

321,  18  Ach,  Gallantin, 
hie  ist  unaer  tetater 
tag! 

331 1  24  ander  ein  tbär 

331,  27  Die  nacht  was 
vast  vinst-er  und  näb- 
lacbtig 

339, 38  f.  Karly  —  Pep- 
pinua 


fehlt 


fehlt 


anx  portes 

La  nuict  fiit  fort 
obacure 


fehlt 


341,    29    tochter    des   fiUe  de  TEmpereur  de  C. 
großen  Herclin,   Ce- 
sars  von  C. 


341,  33  Earlomanus 


fehlt 


XXV,  212  la  gran  pa- 
lude 

XXVII,  101  comeOrlan- 
«'  do  in  terra  aeese 

XXVII,  102  0  Veglian- 

tin,  venuta  e  Tora 

sezzat 

X  X VII,  239  a  unaporta 

XXVII,  239  Eralanotte 
nebulosa  oaoiira 


XXVIII,   114    Carlo    e 
Pipin 

XXVIII,   127  figlia    di 

Eraclio,  degno  im- 

peradore 

XXVlII,70CarloManno 


Noch  zahlreicher  sind  anderaeita  die  fälle,  wo  P  gegen 
D  init  Pulci  stimmt.  Die  belege  dafür  hier  aufzuzählen,  iafc 
um  so  weniger  nötig  ,  als  viele  derselben  unten  zur  spräche 
kommen  werden.  Nicht  selten  kommt  es  auch  vor,  daß  alle 
drei  texte  von  einander  abweichen.  Unter  den  stellen  aber, 
au  denen  D  weder  mit  Pulci  noch  mit  F  übereinatimmt,  gibt 
es  eine  reihe  solcher ,  die  wir  nicht  auf  rechnung  des  Über- 
setzers schreiben  dürfen  ,  sondern  schon  in  seiner  vorläge  zu 
suchen  haben  (auch  darüber  s,    u.).     Nehmen    wir    nun    dazu 

M«rguit  der  riete  \) 


XXII 

die  im  übrigen  wörtliche  Übereinstimmung  von  P  und  D,  die 
uns  zur  annähme  einer  gemeinsamen  grundlage  beider  zwingt, 
so  wird  sich  für  D  etwa  folgender  Stammbaum  ergeben  (wobei 
ich  mit  A  den  unbekannten  französischen  archetjpus,  mit  V 
die  unmittelbare  vorläge  von  D  bezeichne): 

Pulci  (1483) 

A  (vor  1517) 
V  (vor  1530)    P  (1517  u.  s.  w.) 

D  (1530) 

Es  muß  also  eine  französische  Übertragung  von  Pulcis  ge- 
dieht gegeben  haben,  welche  den  ausgaben  von  1517  wie  auch  V 
zur  vorläge  diente.  Sie  enthielt  außer  dem,  was  D  und  F 
gemeinsam  ist,  u.  'a.  alles  das,  worin  einerseits  D  und  P., 
anderseits  P  und  P.  übereinstimmen.  Uns  kommt  es  indessen 
weniger  auf  die  gestalt  dieses  archetypus  als  auf  das  Verhältnis 
an,  welches  zwischen  D  und  seiner  vorläge  bestand.  Nur  da, 
wo  DF  und  DP.  stimmen,  sind  wir  darüber  ohne  weiteres  im 
klaren ;  steht  aber  D  gegen  PP.  (==  A),  so  erhebt  sich  die  frage, 
ob  die  abweichung  gegenüber  A  auf  rechnung  von  V  oder  D 
zu  setzen  sei,  und  sind  gar  alle  drei  texte  verschieden,  so  wird 
auch  A  zur  unbekannten  große  und  die  entscheidung  über  das 
Verhältnis  von  V  und  D  entsprechend  schwieriger,  wenn  nicht 
unmöglich.  Ein  bis  ins  einzelne  gehendes  sicheres  urteil  über 
das  verfahren  des  Übersetzers  wird  also  keinesfalls  zu  gewinnen 
sein ;  wol  aber  werden  wir  dieses  bis  zu  einem  gewissen  grade 
zu  erkennen  vermögen  aus  einer  vergleichung  vonD 
m  i  t  P  unter  steter  berücksichtigung  von  P.  Es  ist  ja  von 
vorneherein  anzunehmen,  daß  V  noch  näher  an  F  steht  als  D, 
daß  somit  für  einen  teil  der  differenzen  zwischen  D  und  F 
nicht  V,  sondern  D  verantwortlich  gemacht  werden  muß. 
Dafür  lassen  sich  sogar  zahlreiche  beweise  erbringen;  hier 
seien  einige  angeführt ,  die  sich  aus  der  hs.  selbst  ergeben, 
unter  den  worten  »do  Agryppartt«  206, 4  ist  in  der  hs.  noch 
deutlich  sichtbar  »der  gräf  ruoUand«  ;  D  hat  hier,  wahrschein- 
lich um  schon  gesagtes  (vergl.  205,  35)  nicht  zu  wiederholen, 


XXIII 

einen  satz  seiner  vorläge  tibersprnngen  ,  der  sich  auch  in  F 
findet,  wo  er  mit  »Le  comte  Roland  .  .  «  beginnt.  Statt  »sich 
gantz  verwnnderettend«  Gl,  12  hieli  es  anfänglich  »garitz  er- 
scbräckend« ;  D  übersetzte  damit  wie  gewöhnlich  das  franzöa. 
>furent  toua  esbabis«  und  merkte  erst  nachher,  daG  der  zu- 
ssuumenhang  hier  eine  andere  Übersetzung  verlange,  »gnaden« 
233,  14  ist  über  ein  noch  lesbares  »urlob  neuimen«  geschrieben; 
F  hat  »prendre  conget.  In  dem  satze  38,  20  S.:  »wann  wir 
dorfftend  nüt  haruß  kommen,  darumm  das  wir  von  den  faltschen 
ryssen  kestiget  wnrdeud«  ist  das  zweite  »wir«  über  ein  durch- 
gestrichenes »sy«  gesetzt;  vergl.  F:  car  les  religieui  n'osoyent 
sortir  de  ceans  qn'ils  ne  fussent  toiirmentez  par  les  faux  geans. 
S.  anch  die  anm.  zu  216,  3. 


Im  allgemeinen  hinterläßt  die  vergleich ung  von  D  und  F 
einen  dem  erstem  günstigen  eiudruck,  insofern  nämlich,  als  D 
den  hauptfehler  von  F,  eine  ungebührlich  breite,  weitschweifige 
erzählungsweise,  fast  durchweg  mit  glück  vermieden  oder  doch 
abgeschwächt  hat.  F  liebt  es,  möglichst  viele  worte  zu 
machen  ;  sehr  häufig  sind  Wiederholungen  derselben  phrasen  ; 
bei  jedem  der  so  zahlreichen  ritterlichen  Zweikämpfe  kehrt 
dieselbe  ausführliche  Schilderung  des  hergangs  meist  mit  den- 
selben Worten  wieder;  das  ceremoniell  wird  immer  wieder 
mit  derselben  unermüdlichen  Sorgfalt  verzeichnet  u.  s.  w. 
Dem  gegenüber  macht  sieb  in  D  unverkennbar  das  bestre- 
ben geltend,  den  stoff  zusammenzudrängen,  Wiederholungen 
zu  vermeiden ,  überflüssiges  auszuscheiden ,  das  gleiche  mit 
weniger  werten  zu  sagen.  Zwar  tritt  dieses  streben  nicht 
tiberall  gleichmäßig  hervor,  im  ersten  teil  des  romans  z.  b. 
entschieden  weniger  als  im  zweiten ,  was  wo!  damit  zusam- 
menhängt, daü  sich  der  Übersetzer  seiner  vorläge  gegenüber 
erst  allmählich  zu  einer  selbständigem  Stellung  emporarbeitete. 
Hier  und  da  gerät  er  auch  auf  abwege,  indem  stellen,  die  in- 
haltlich von  Wichtigkeit  sind,  ausgelassen  oder  allzu  stark  be- 
schnitten werden;  doch  kommt  dies  verhältnismässig  selten 
vor.  Zur  illustration  des  gesagten  genüge  es  vorläufig  an 
ein  paar  heispielen,  die  sich  gerade  darbieten : 


55,  11  ff.  ein  tochter,  die 
ist  80  mecbtig,  daz  keia 
rytter  By  uli  dem  sattel 
feilen  mag ,  geh  wye 
mecbtig  er  stg  .  . 

Q9,  8  ein  tüffel  ryssen,  der 
iafc  so  starck,  als  if  wol 
gsächen  band. 


77,  9  der  inn  mitier  gfänck- 
niiH  ist 


77,  14  Also  ward  er  er- 
hänckt ;  damit  ward  im 
sin  Ion. 


164,  22  aber  sy  belibend 
bed  inn  sättlen,  des  sieb 
mengkliclier  verwun- 
dert. 


182 ,  35  Rengnold ,  der 
groaa«n  hunger  bat,  saß 
ab  und  a£i  mit  dem  bjrt. 


213,  29  f.  Demnach  macht 
er  sich  latf  die  straß  gen 
Babillonnia  und  ertaalt 
den  bereu  .  .  . 


XXIV 

une  filte,  laqnelle  cat  si  trespuissante  qu'il 
n'y  a  chevalier  en  tout  le  monde  tant  en 
ce  paye  qu'en  toute  la  Chrestientö  qui  la 
sceut  vaincre,  tant  en  jouates  qu'en  autre 
maniere  .  . 

un  grand  diable  de  geant  lequel  est  si 
fort,  comine  voivs  avez  veu,  qu'il  emporta 
moy  et  le  priaonnier  que  luj-raesmes  avoit 
priDH,  et  avec  noua  deus  portoit  mon  po» 
villon,  et  ai  ne  laissoit  point  de  courir  non 
plus  qiie  fi'ii  n'eust  portÄ  qu'vine  coiiple  de 
chappons  (zum  teil  wörtliche  Wiederholung; 
vergU  68,  3  ff.). 

car  incontinent  que  j'euz  veu  la  grande 
trahison  qu'il  brassoit  contre  voiia  je  le  fis 
mettre  en  prison,  en  laqnelle  il  est  encores. 

parquoy  il  fut  pendu.  II  airoit  apporte 
nouyeliea  pour  faire  mourir  lea  barons  de 
France,  et  luy-mesmea  tnourut  en  un  gibet, 
ainsique  la  raison  le  vouloit,  car  de  bon 
Service  boa  loyer. 

niaie  Tun  ne  l'auträ  ne  se  meust  de  la 
seile,  dont  ioua  ceux  qui  lea  regacdoyent 
furent  tous  esmerveillez,  comuie  ils  estoyent 
demourez  sur  lenrs  chevaux  aux  grands 
coups  qnHIa  avoyent  donnö;  maia  ce  n'estoit 
paa  de  merveilles,  car  c'eetoyent  lea  deiix 
meilleura  chevaliera  du  monde. 

R.  qui  avoit  bon  appetit,  descendit  de  aon 
cheval  et  le  laiaaa  paiatre  de  l'herbe,  puis 
s'aaaist  anprea  du  pasteur  et  maugea  avec 
luy,  car  il  en  avoit  bon  beaoin 

parquoy  il  ae  mit  en  ehemin  pour  aller  en 
bahylonne,  le  faire  aacavoir  ä  Roland  et 
ä  sea  compagnons ,  et  alla  taut  qu'il  fut 
en  Babylonne,  et  quand  il  fut  devant  hob 
barons,  11  leur  dit  .  .  . 

u.  s.   w. 


I 


I 


Die  anordming  desinbaltes  ist  in  D  vollkommen  die  gleiche 
wie  in  F;  dagegen  weichen  beide  in  der  e  i  n  t  e  i  1  u  n  g  des- 
selben ziemlich  stark  von  einander  ab.  Schon  die  einteiluog 
des  ganzen  in  zwei  blicher  mit  besonderer  kapitelzäh lungj  wie 
sie  F  hat  (a.  o.),  kennt  D  nicht ;  sie  6ndet  sich  übrigens  auch 
in  den  ausgaben  von  1517  nicht  nnd  wird  demnach  io  V  eben- 
falls nicht  vorhanden  gewesen  sein.  Eine  andere  frage  ist, 
ob  und  inwieweit  auch  die  unterschiede  in  der  kapiteleinteiluug 


XXV 


auf  V  zurückgehen.     Den  94  kapiteln  in  D  entsprecliea  näui- 
Uch  in  F  deren  134.     Diea  rührt  davon  her,  tlal.i  D  sehr  oft 
''Wei  und  mehr  kapjte!  von  F  unter  einer  Überschrift  vereinigt, 
Häufig  ohne  daß  ein  anderer  grund  dafür  vorzuliegen  scheint, 
als  das  bestreben,  den  stoff  znsamoienKudriingen,    Genau  decken 
sich  in  D  und  F  bloß    die  kapitel  (die    zahl  in  klammer  be- 
zieht  sich   auf  F)  8  (5);    11.   12  (7.  8);    23  (13);    30  (24); 
34    (32);    39  (43);    46.  47  (56.  57);    52  (II,  1);    50  bis  63 
(13  bis  17);  Ü5(20);  72  (36);  80  bis  8(5(52  bis  58);  88  bis  92  (61 
bis  65).    Aus  je  zwei  kapiteln  von  F  sind  zusammengezogen  die 
kapp.  26  bis  29  (16  bis  23);  32.  33  (28  bis  31);  35  (33  f.) ;  38 
(41  f.);  40  (44  f.);  43.  44  (49  bis  52);  51  (65  f.) ;  55.  56  (II,  6 
bis    9J;  64  (18  f.);  69  bia  71  (30  bis  35);  73  bis  78  (37  bis 
48)  ;  87  (59  f.) ;  aus  je  drei  kapiteln:  31  (25  bis  27);  36.  37 
(35   bis  40);  45  (53  bis  55);    79  (II  49  bis  51);    aus  vieren 
das    einzige  kap.  50  (61  bis  04).     Das  gegenstüek  dazu  bilden 
die    wenigen  fälle,  wo  D,  ineist  mit  gutem  grund,  ein  kapitel 
von   F   in    zwei   oder   mehrere    zerlegt.     So   entstehen    aus    F 
kap.  6  in  D  deren  zwei,  indem  der  kämpf  mit  dem  teufel  und 
die    erlösung  aus  dem  Zauberschloß  in  ein  neues  kftp.  (10)  ver- 
wiesen werden.     Die  kämpfe    Rolands   mit  Leonet  und  Meri- 
diana   erzählt   F   in    einem    kap.  (9) ;    D   macht   daraus  zwei 
(13.  14).     F  kap.  iO  führt  den  titel:  »Coniment  Regnaut  comte 
de    Montauban  voulut    tuer  Ganelon    et   comment   il  se  partit 
de    ]a  eour«,  meldet  aber  dann  auch  noch  das  zusammentreffen 
^^    mit  Brunor  in  Kleramuuts  kloater,  was  D  unter  eine  neue 
Überschrift  bringt  (16).     Auch  der  folgende  titel :  »Comment 
*  ^l>be  fut  delivre  de  prison  et  tous  les  Sarrazins  luis  ä  mort« 
Stallt  bei  weitem  nicht   auf  den    inhalt    des    ganzen    kapitels, 
^^«  auläerdem  über  den  kämpf  Rengnolda  mit  einem  drachen 
^^<i  einem  riesen  berichtet;  D  widmet  jedem  dieser  abenteuer 
^**i   eigenes  kapitel,   so   daß   dem    einen  kap.  11    in  F  deren 
^*'^i  (17  bis  19)  in  D  entsprechen.     Aus  dem  12  kap.  macht 
^    ^iriederura  drei  (20  bis  22) ,    läßt  aber  ungeschickter  weise 
^^n  umfassenden  titel  von  F  vor  seinem  kap.  20  stehen,   das 
^Och  nnr  die  einleitung  zum  drachenkarapf  enthält.     Mit  recht 
'st  dann  die  entwickelung  des   liebeahandels  zwischen    OHfier 
^Qd  Forisena    in  einem    besonderen  kap.    (22)    untergebracht. 


XXVI 

Es  bleiben  eine  anzahl  kapitel,  bei  deren  abgrenzung  sich  D 
gegenüber  F  noch  freier  bewegt.  Wie  schon  angedeutet  wurde, 
geht  dem  ersten  kapitel  in  F  eine  art  einleitung  voraus.  Dem 
ersten  abschnitt  derselben,  der  von  Karls  Romfahrt  und  weitern 
Verdiensten  um  die  kirche  handelt,  entspricht  D  kap.  1 ;  der 
zweite,  der  über  den  kämpf  gegen  die  afrikanischen  beiden 
unter  Marfurius  berichtet,  bildet  den  eingang  des  3  kap.  in 
D  (im  übrigen  =  F  kap.  1).  Das  dazwischen  eingeschobene 
kap.  2  fehlt  in  F  vollständig  (s.  u.).  Das  3  kap.  von  F  zer- 
legt D  in  drei  teile:  den  ersten  (ankunft  Rolands  im  kloster 
Kleramunts)  zieht  es  zum  vorhergehenden  kap.  4  (=  Fkap.  2); 
das  mittelstück  (Rolands  kämpf  mit  den  zwei  riesen  und  Mor- 
gants  bekehrung)  macht  es  zu  einem  selbständigen  kap.  (5) 
und  den  Schluß  (rückkehr  zum  kloster)  vereinigt  es  mit  dem 
anfang  des  in  F  folgenden  4  kap.  (=  D  kap.  6):  >Comment 
Morgant  fut  baptize  par  l'abbe.«  Unter  diesem  titel  geht  in  F 
aber  auch  das  abenteuer  Morgants  mit  den  Wildschweinen  und 
die  kraftprobe  mit  dem  toten  pferd,  woraus  D  ein  neues  kap.  (7) 
bildet.  F  kap.  15  trägt  die  Überschrift:  »Comment  Regnaut 
et  ses  compagnons  prindrent  conge  du  Roy  Corbant,  et  comme 
sa  fiUe  se  tua  pour  l'amour  d'Olivier«,  enthält  aber  außerdem 
das  zusammentreffen  Rengnolds  mit  seinem  vetter  Magis  auf 
dem  wege  zu  Corador.  Diesem  teil  widmet  D  ein  eigenes 
kap.  (25),  während  es  das  übrige  dem  vorhergehenden  kap.  24 
(=  F  kap.  14)  zuweist.  In  ähnlicher  weise  werden  zerlegt : 
F  kap.  47,  von  dem  die  erste  hälfte  (befreiung  Thürings  aus 
dem  geföngnis)  dem  kap.  41  (=  V  46)  angeschlossen,  die 
zweite  (ankunft  Thürings  in  Paris  und  bestellung  seiner  botschaft) 
als  passende  einleitung  an  den  anfang  des  folgenden  kap.  42 
(=  F  48)  gestellt  wird.  Kap.  59  »Comment  Regnaut  se  com- 
batit  contre  Anthee,  et  comment  Ganelon  vint  parier  au  Sou- 
dan«  :  der  eine  teil  ist  zu  kap.  43  (=  F  58),  der  andre  zu 
kap.  50  (=  F  60)  gezogen.  Im  zweiten  buch  kap.  4  »Com- 
ment Regnaut  recouvra  son  chevaU :  was  zu  diesem  titel  ge- 
hört, vereinigt  D  mit  kap.  53  (=  F  2.  3),  das  übrige  (Ro- 
lands besuch  bei  seinen  zwei  gefangenen  vettern)  mit  kap.  54 
(=  F  5).  Kap.  11  »Comment  Ganelon  fut  prins  par  quelques 
geans  et  mis  en  prisou« :  auch  hier  paßt  die  Überschrift  wieder 


XXV  n 


nur  auf  einen  teil  dea  kapitels,  don  1)  an  das  vorh ergebende 
kap.  57  (=  F  10)  aaschließt ;  der  andere  teil  {botschaft  des 
birten ,  abreise  der  französischen  lierren  von  Babilonia ,  um 
GaneloD  zu  erlösen)  wird  dem  kap.  58  {=  F  12)  einverleibt. 
Ganz  gleich  liegen  die  Verhältnisse  bei  kap.  23  »Comment 
Doon  arriva  ä  Cornille,  lequel  dit  ä  nos  Barons  que  les  Payens 
avoyent  aßiege  Irt  noble  ville  et  cite  de  Paris«  und  kap.  27 
l-»Coniiiient  Roland  et  aea  coiupagnons  allerent  a  Paris«  :  beide 
kapitel  enthalten  mehr,  ala  ihr  titel  angibt;  lieide  zerlegt  D 
in  der  weise,  daü  die  zunt  titel  gehörende  häifbe  den  echluß 
des  vorausgehenden  und  die  andere  hälfte  den  anfang  des  nach- 
folgenden kapitels  bildet.  So  ist  kap.  66  =  F  21  bis  23  I, 
kap.  67  =-  F  23  11  bis  27  1  und  kap.  68  =  F  27  II  bis  20. 
Den  drei  letzten  kapp,  von  F  (66  bis  68)  entspricht  in  D  eiü 
einziges  (93);  das  340,  29  beginnende  kiip.  94  reicht  nur  bis 
341,  14  und  ist  ein  für  sieb  bestehendes  einschiebsei  (s.  u.). 
Es  wäre  nun  zu  entscheiden,  ob  und  in  welchem  maße  D  für 
seine  von  F  abweichende  kapiteleinteilung  verantwortlich  ge- 
macht werden  darf.  Aber  zu  einer  solchen  entscheidung  ge- 
bricht ea  durchaus  an  den  nötigen  anhaltspunkten.  Zwei  um- 
stände scheinen  allerdings  dafür  zu  sprechen  ,  daü  die  ein- 
teilung  von  F  die  ursprüngliche  sei.  Wir  stoßen  näratich  in 
D  an  stellen  ,  wo  es  zwei  kapitel  von  F  zusammenschweißt, 
mehrfach  noch  auf  die  formelhaften  ausdrücke ,  die  sonst  in 
der  regel  nur  am  ende  eines  kapitels  stehen,  wie  z.  b.  >al8  ir 
hienach  hören  werdend«  ,  »nun  wend  wir  wider  von  .  .  . 
sagen«  u.  s.  w.;  vergl.  128,  10  (F  39/40);  188,  21  (63/64); 
199,  31  ff.  (II,  2/3);  201,  20  (3/4);  206,  9  (6/7);  214,  33 
(11/12);  234,  38  18/19);  245,  24  (22/23);  264,  12  (32/33); 
278,  16  (39/40).  An  den  stellen  dagegen  ,  wo  D  ein  kapitel 
von  F  zerteilt,  kommt  dies  zwar  (in  übereinstiraraung  mit  F) 
auch  dreimal  vor  (34,  25;  56,  23  if.;  179,  22),  findet  aber 
stets  seine  erklärung  iu  einem  alinea  des  französischen  textes, 
das  auch  die  bildung  eines  neuen  kapitels  veranlaßt  haben 
wird,  h^  ist  also  ziemlich  wahrscheinlich,  daß  F  die  kapitel- 
einteilung von  A  beibehalten  hat.  Ob  nun  aber  die  änderungen 
von  V  oder  erst  von  D  herrühren,  läßt  sich  nicht  au.smachen. 
Ueber  das  Verhältnis  der  kapitelUberschriften  ist  das  wesetvt- 


XXVIII 

liehe  bereits  im  vorstehenden  enthalten.  Abgesehen  von  den 
durch  die  verschiedene  einteilung  nötig  gewordenen  änderungen 
stimmen  die  titel  meist  mit  einander  überein.  Nur  hier  und 
da  sucht  D  durch  größere  oder  kleinere  zusätze  eine  Über- 
schrift genauer  zu  fassen,  so  z.  b.  kap.  12  (und-  anders) ,  15 
(und  etlich  mit  im) ,  17  (und  sine  brüedern) ,  57  (und  ein 
hyrtten  erhanckt),  81  (und  ander  heren),  83  (wie  der  gegen 
innen  kemme)  ,  84  (von  den  Krysten  und  heyden) ,  87  (und 
wie  ers  beklagt),  88  (wie  Karly  RuoUandeu  hornn  bort  blässen), 
89  (und  inn  erklagt  —  ummkämen). 

Wir  wenden  uns  nun  zu  den  übrigen  abweichungen  der 
beiden  texte.  Dabei  fallen  von  vorneherein  alle  diejenigen 
außer  betracht,  welche  lediglich  dem  zwecke  dienen,  die  ge- 
schwätzige breite  und  Weitschweifigkeit  der  französischen  prosa 
durch  gedrängtere  ausdrucksweise  zu  ersetzen,  welche  also  für 
den  Inhalt  ohne  bedeutung  sind  (vergl.  s.  XXIII). 

An  die  spitze  stellen  wir  eine  anzahl  föUe,  die  sich  aus 
einer  bestimmten  t  e  n  d  e  n  z  erklären  lassen.  Eine  solche  macht 
sich  zunächst  in  religiöser  hinsieht  geltend.  F  steht  auf  dem 
boden  des  katholischen  bekenntnisses ;  D  seheint  diesen  Stand- 
punkt nicht  zu  teilen ,  wenigstens  tilgt  oder  ändert  es  fast 
alle  stellen,  welche  auf  spezifisch  katholischen  glauben  oder 
brauch  bezug  haben.  Darauf  zwar,  daß  D  18,  16  das  franz. 
»ä  tous  bons  Catholiques«  durch  »allen  frommen  glöubigenc 
und  290,  8  »la  foy  Catholique«  durch  »den  krystenlichen 
glouben«  übersetzt,  ist  kaum  etwas  zu  geben ;  mehr  fällt  da- 
gegen ins  gewicht,  daß  es  beinahe  überall,  wo  F  von  den 
heiligen  und  von  der  Jungfrau  Maria  spricht,  auf  eine  genaue 
Übertragung  verzichtet,  indem  es  entweder  »gott«  oder  »Jesus« 
dafür  einsetzt,  oder  dann  die  betreffende  stelle  einfach  streicht. 
Nur  zweimal  (103,  8  ;  126,  19)  entschlüpft  ihm  der  ausdruck 
»by  allen  heiigen«. 

41 ,  26  Darumm   er  nach-      parqnoy  il  invoqua  le  nom  de  nostre  Seig- 
mallen  gott  anrnoft.  neur  Jesus-Christ  et  de  la  glorieuse  vierge 

Marie  (vergl.  P.  IV,  11). 

48, 33  Des  der  gräf  R.  von      dont  R.  et  D.  lonerent  Dieu  et   la  vierge 
Muntabant  und  der  gräf      Marie. 
D.  von  Nantueil  got  lop- 
tend. 


XXTX 


67, 20  setzt  F  nach  »bonm« 
binza : 

67,  35  Er  ruoflt  got  aa. 


86,25  wie  dir  diu  got  Je- 
sus gehulffen  bufc. 

205,  6  die  ruoStend  got  an 
amm  hylf. 

214,  19  onaer  volck  (rief 
zu)  TbeBUs  Kryst.  Do  der 
pattron  Cyrot  von  Jesus 
bort  sagen  .  . 

234,  8  80  verbeyssen  icli 
got  . 


et  Doon  «c  recouimandait  humblement  h 
Dieu  et  ses  Saincta  (vergl.  P.  VII,  13). 

i]  reclarnoit  nostro  Seigneur  Jeaus-Christ 
et  !a  vierte  Marie  et  tous  lea  Snincts 
(vergl.  P.  VII,  ItiJ. 

commc  ton  üieu  et  ses  Saincts  t'ont  aide 
{^  P.  VIII,  65). 

Icsquels  reclaiuoyent  Dieu  et  Hes  Saincts. 


DOS  geoB  se  recomandoyent  li  l>ieii  et  \  la 
Vierge  Marie  et  h,  tous  les  Sainct«  de  Pa- 
radis.  Quand  le  patron  C.  entendit  parier 
de  la  Vierge  Marie  (=  P.  XX,  39), 

je  vous  jure  par  tous»  lea  Saincts  qui  aont 
en  Paradis: 


2,29  fehlt  in  D  nach  »zitten«  der  satz:  »purquoyu  honne 
raison  (Charleniagne)  a  este  ciiuonize  et  niis  avi  norabre  des 
glorieui  Sainets«,  und  2,  31  nach  »gebrächt«  :  Isnardus  nioiue 
assembla  les  Legendes  de  toua  les  hJaincts  Martyrs  qu'il  peat 
trouver  en  tout  le  raonde,  et  les  mit  en  iin  volurae,  et  fcron- 
vons  qu'il  eetoit  toas  les  jours  la  feste  de  trois  mille  Saincts 
Marfcyrs,  Charle.s  Je  grand  edifia  Ja  grande  I'^glise  de  sainet 
,Jaques  en  Galice,  et  l'institua  Ja  principale  de  toutes  les  Eg- 
ises  d'Espagne,  iJ  fonda  cinq  grandes  Eveschez,  c'est  assavoir 
Magonce,  Colongne,  Treves,  Salbourg  et  Sion.  II  fonda  autaut 
d'abbayes  qu'il  y  a  d'heures  au  jonr  et  en  la  niiict,  ä  fin  que 
toutes  beures  l'on  priat  poiir  luy«.  Auch  über  katholische 
kultuagebräuche  geht  D  stillschweigend  hinweg  oder  nimmt 
ihnen  den  konfessionellen  charakter: 


18,  10  f.  Darumm  wir 
schuldig  sind ,  gott  für 
Qcb  zebätten  zuo  allen 
zytten. 

237,  10  Ruolland  nam  ur- 
lob  . ,  . 

283,  7  ließ  aicb  der  keyaer 
Karly  wapnen. 

309,33  Turpin  der  gedächt 
zuo  der  selbigen  stund 
QÜt  an  sixi  gebett. 


Nous  sommes  tenua  de  te  faire  participant 
en  toutes  lea  messes,  oraiaona  et  autres 
prierea  qui  se  fönt  et  feront  au  temps 
adveiiir  en  ce  couvent  (=  P,  I,  79). 

Roland  ouit  messe  que  Tun  des  hermitea 
cLanta,  puia  il  print  conge  .  . 


TEmpereur  Ch.    ae  fit  armer 

Messe 


puia  ouyt 


T.  qui  h  Celle  beure  ne  penaoit  paa  \  dire 
Messe  {=^  P.  XXVI,  62). 


XXX 

308,  30  fi     Also  nmmfieng-      Alors  tous  les  Fraii9oi8  s'embi'asserent  Tun 

end  die  Krusten  ein  an-      Taatre,  en  demandantpardon  rimkrautre: 

dren  und  vergäbend  ein      l'ArchevesqueTurpin  leur  donnaabsolution 

andren.  plentere  de  tous  leors  pechez,  en  leur  don- 

nant  bon  conrage  (=  P.  XXVI,  42). 

Damit  sind  nun  auch  die  unterschiede  erklärt,  welche  in 
der  erzählung  von  den  letzten  augenblicken  Rolands  zwischen 
D  und  F  bestehen.  Nachdem  sich  dieser  mit  Rengnold  aus- 
einandergesetzt hat  (322,  34  bis  323,  4),  wendet  er  sich  in  F 
an  den  erzbischof  Turpin:  »Mon  seigneur  et  mon  cousin,  vous 
estes  mon  pere  spirituel,  je  vous  supplie  que  vous  me  donniez 
absolution  de  tous  mes  pechez«.  Darnach  beichtet  er  ihm 
zunächst  die  drei  hauptsünden ,  die  sein  gewissen  belasten : 
ungehorsam  gegen  Karl,  untreue  gegen  seine  gattin  und  un- 
rechtmäßige tötung  Douchers.  Tui-pin  antwortet:  >Puisque 
vous  avez  contrition,  Dieu  vous  pardonnera,  mais  si  vous  avez 
ä  dire  autre  chose,  dites  le«.  Darauf  bekennt  Roland  seine 
übrigen  vergehen ,  und  Turpin  schließt :  »Je  ne  te  donne  en 
penitence,  sinon  que  tu  dies  Pater  noster,  et  un  Miserere,  et 
toutes  les  peines  et  travaux  que  tu  as  prins  pour  advancer 
la  saincte  foy  Chrestienne,  te  soyent  toute  pour  penitence  en 
Tautre  monde« ,  puis  luy  donna  absolution  pleniere  de  tous 
ses  pechez.«  Nun  folgt  ein  gebet  Rolands  zu  gott  und,  daran 
anschließend,  ein  neues  kapitel  (60)  >Comment  Tange  Gabriel 
s'apparnt  ä  Roland,  et  ä  ceux  qui  estoyent  en  sa  compagnie« : 

AuBsitost  que  Roland  eat  finie  son  oraison ,  nne  grande  clartä 
s'apparut  sur  eux  qui  les  esbahyt  tous,  et  entendirent  en  Tair  une  voix 
melodieuse,  qni  les  rendit  plus  estonnez  que  devant,  parquoy  ils  mirent 
tous  les  genonx  en  terre,  joignant  les  mains  contre  le  ciel.  Alors  ils 
entendirent  une  voix  qui  dit;  ßoland  entens  ä  moy,  sacbes  que  je  suis 
Tange  Gabriel,  qui  apportay  k  la  vierge  Marie  la  nouvelle  de  la  re- 
demption  de  Thumain  lignage,  qui  te  suis  envoy^  de  Dien,  pour  te  dire 
que  ton  oraisou  est  exaucee  lä  haut  au  ciel.  Parquoy  scacbes  qne  je 
suis  venu  querir  ton  ame,  car  pour  ce  que  tu  as  tousjours  este  bon  Ca- 
tholiqne,  et  as  grandement  travaill^  k  augmenter  la  foy  Chrestienne, 
et  par  toy  plnsieurs  ont  estä  baptizez,  et  faicts  bons  Ghrestiens,  qoi 
maintenant  sont  en  Paradis  en  jnbilation,  et  mesmement  ton  compagnon 
Morgant ,  car  tout  ainsi  que  vous  avez  tenu  compagnie  Tun  k  Tautre 
en  ce  monde,  aussi  ferez-vous  en  Paradis.  Touchant  ton  oncle  Charls' 
magne  pour  qui  tu  as  priö,  il  a  entendu  le  son  de  ton  cor,  et  est  de- 
party  de  sainct  Jean  de  pied  de  porc,  et  tantost  sera  icy,  et  regarde  le 


xxxr 


Boleil  qui  ne  ?e  remire  d'un  lieu  il  3f  a  vinj^t  henres  qu'il  attend  aana 
tirer  en  occident,  et  aera  arreste  trois  jonrs ,  ä.  ßn  que  ton  oucle  face 
vengeance  des  Sarrnzine,  et  acachea  (]^ii  apres  sa  raort  il  sera  coUoqnä 
aa  royanme  de  Paradia.  Aussi  aera  Alide  ta  femme ,  laqiielle  demen- 
rera  vefiie  tous  lea  jours  de  so,  vje  en  faisant  penitence  de  ses  pechez, 
Touchant  ceux  qui  aujonrd'huy  sont  morts  en  cestc  batajlle  pour  1a 
foy,  ÜB  uuront  tous  sepulture,  et  ieura  ames  aeront  avec  lea  Sainotg  et 
Sainctes  en  Paradis:  apree  tout  je  vous  donne  la  paix,  Alora  l'Ange 
86  despartit,  et  le  cbant  deaAnges  fut  ony  comme  devant.  Alora  Reg- 
naut  dit:  Ha!  man  coußio  je  suis  venu  d'Egypte  poiir  le  veoir,  et  si 
tost  tu  nie  laiasea:  toutes  foia  je  suis  bien  joyeux  de  ce  qne  j'ay  sceu 
par  l'Ange  Gabriel,  qiie  toy  et  tous  les  OhrestieDS  qui  aujonrd'hny  snnt 
morts  en  ceate  bataille,  serez  mis  en  gloire  avec  lea  Anges.  Parqnoy 
mon  Cousin  je  te  prie  que  qiiand  ta  aeraa  en  celle  gloire  qae  tu  ayea 
memoire  de  moy,  et  que  tu  pries  h,  Dien  qu'apreB  ma  mort  je  puisse 
aller  avec  toy  en  joye  perdurable. 

Diese  ganze  darstellung  stimmt  im  wesentlichen  überein 
mit  P.  XX VIT,  116  bis  151.  D  aber  weicht  insofern  ab,  als  es 
einerseits  das  sündenbekeiintnis  Rolands  nicht  in  die  form  einer 
vor  Turpin  abgelegten  beichte  kleidet,  sondern  an  geeignetem 
orte  (323,  25  bis  324,  2)  dem  nachfolgenden  gebete  einverleibt, 
anderseits  die  erscheinung  des  engela  Gabriel  mit  keinem  worte 
erwähnt.     Man  vergleiche  ferner  folgende  stellen; 

324,   16  ff.    Do   Kuolland      R.,  le  glorieux  martyr,    acachant  sa  mort 

luy  eatre  prochaine,  print  aon  espee,  et  1a 
planta.cn  terre,  la  croisee  desana,  piiis  dit 
estant  ä  genoux:  Je  t'adore  au  lieu  de  la 
vraye  Croix  oü  moii  Dien  fnt  mis,  qu'elle 
me  deffeode  .  .  .  (=  P.  XX VII,  152). 


befand  im  der  tod  nach 
sin,  sprach  er  wytter: 
»0  gott,  min  scböpßer, 
ich  bit  dich,  du  wellest 
mich  beschirmen  .  .  . 


329.  24  Ollyfier  ward  pen 
Ärles  gfüert  vergraben. 


330,  3  ff.  Die  andren  rytter 
und  knecbb  wurdend  inn 
einem  feld  vergraben, 
da  Karly  darnach  ein 
styfft  buwen  ließ,  die 
armen  da  uff  zenthalten 
zuo  lob  und  eren  den 
frommen  Kryaten,  die  . . 

7,  1  fügt  F  nach  »bewys- 
sen  batc  hinzu: 


Le  corpa  de  0.  fut  porfcö  en  Arles,  avec 
plusieurs  autrea  oü  letlitCharlemagnedonna 
grande  aomme  de  deiiiera  pour  |)rier  pour 
ieurs  ames. 

TouB  les  Butrea  chevRlierü  et  roemts  gena 
d'armea  furent  enterrez  en  un  champ  qui 
prea  de  lä  estoit,  lequel  PArchevesque  Tur- 
pin avoit  benifc,  et  auquel  depuis  l'Empe- 
reur  fonda  un  College  de  trente  et  aix 
chanoinea,  pour  piier  Dien  pour  Iouh  ceux, 
qui  .  . 

(le  Pape)  luy  donna  pluBieiira  sainctes  re;- 
liqties,  queCharlemagneapporta  en  France. 

Wunderbare  begebenheiteu  überspringt  D  gerne,  ir^soferu 
der    erzühlung    daraus    keine    wesentliche    einbüße    erwäcbbt. 


XXXIl 

Als  der  fromme  ritter  Spinol  im  sterben  liegt  (208,  12),  sieht 
er  nach  F  (=  P.  XVIII,  76)  die  engel  kommen,  die  seine 
seele  zum  himmel  tragen  sollen ;  D  weiß  davon  nichts.  310,20  ff. 
berichtet  D  über  den  tod  Falserons:  Roland  durchrennt  ihn 
mit  dem  speer  und  F.  »fiel  tod  zu  der  erden«.     In  F  (=   P. 

XXVI,  69  f.)  geht  es  nicht  so  rasch :  F.  bleibt  mit  dem  speer- 
stück im  leib  aufrecht  auf  seinem  pferde,  »parquoj  Roland 
pensoit  qu'il  ne  fut  point  mort,  et  quand  il  eut  parfaict  son 
poindre,  il  mit  la  main  a  Durandal  sa  bonne  espee  et  aassi- 
tost  qu'il  toucha  Falseron,  il  tomba  ä  terre,  car  il  estoit  mort 
sur  son  cheval.«  Von  der  leiche  seines  herrn  weg  stürzt  sich 
Olifiers  pferd  auf  die  beiden,  um  den  erschlagenen  zu  rächen, 
und  tötet  durch    beißen  und  schlagen   viele   derselben  (=   P. 

XXVII,  70);  D  übergeht  dies  (319,  26  nach  »bließc).  Das- 
selbe geschieht  mit  folgender  stelle  (vergl.  329,  20  f.) ;  »Alors 
que  l'Empereur  Charlemagne  eut  faict  sa  complaincte  ainsi 
que  vous  avez  entendu,  il  parla  ä  son  nepueu  le  Comte  Ro- 
land comme  s'il  eut  este  en  vie,  et  luy  dit:  Je  te  prie  mon 
trescher  nepueu,  que  si  tu  es  en  estat  de  grace  et  en  voye 
de  salyation,  si  Dieu  le  te  veut  permettre,  qu'en  riant  de  ta 
bouche  tu  me  rendes  ta  bonne  espee  Durandal,  car  d'elle  je 
feray  la  vengeance  de  ta  mort,  et  de  celle  des  aatres  Chre- 
stiens.  Aussi  tost  que  Cb.  eut  dictes  ces  parolles,  ß.  reprint 
couleur  vermeille  et  ouvrit  les  yeux,  et  en  riant  de  la  bouche 
ouvrit  les  bras,  lors  l'Empereur  Ch.  print  l'espee,  puis  R.  re- 
mit  les  bras  en  croix  et  serra  la  bouche  et  les  yeux.  Par  ce 
miracle  Ch.  cogneut  que  son  nepueu  R.  estoit  en  la  voye  de 
salyation,  dont  il  fut  granderaent  console  de  son  dueiU  (= 
P.  XXVII,  205  ff.). 

Nicht  selten  läßt  F  seine  beiden  bei  starker  gemütsbe- 
wegung  tränen  vergießen ;  D  hat ,  offenbar  in  der  meinung, 
daß  dies  solchen  männern  nicht  wol  anstehe,  die  betreffenden 
stellen  meist  gestrichen  oder  geändert : 


19, 13  f.   Do  Rnolland  ver-  Quand  B.  enteodit  que  Tabb^  estoit  son 

stuond,  das  der  bruoder  parent  de  bien  pres ,  il  ae  print  plus  fort 

so  gar  ein  nacher  fründ  k  pleurer  que  devant  (vergl.  D  19,  8)  de 

was ,    do   ummfieng   er  la  joye  qu  il  avoit ,   et  courut  embrasser 

den  bruoder  .  .  l'abbe  .  .  (=  P.  II,  5). 


XXXIII 


19,  17  .  .  und  niifc  reden 
mochtend  ein  lange  wyl. 

20,  27  Und  DSmniend  ur- 
lob  Ton  ein  andren. 

34, 16  Und  (Rengnold)  nam 
damit  urlob  von  innen. 

191 ,  35  do  fuorttend  sy 
groBsy  klag. 

203,  8  Do  Ollyfier  Huol- 
landen  ersacfa,  do  umm- 
fiengend  sy  inn. 


235,  5  f.  Gannellon  tliet 
och  der  glichen,  als  ob 
er  lejdig  were. 

242,28  des  im  Aatolf  grossen 
danck  sejt. 

244,  1  Do  Rfingnold  Jason 
verstuond. 

245,  29  Doon  sprach. 


265, 11  f.  (Hengnold)  nam 
urlob  von  slnen  brüedern 
und  von  den  innwonnern 
der  stat. 

265  ,  23  Der  patron  nam 
urlob  von  lUngnold. 

290,  20  f.  do  nnm  (Gane- 
lon)  urlob  von  Ruolland 
und  OUjfier  und  von  den 
anderen  heren. 


et  toua  denx  pleuroyent  si  fort  qu'ils  fa- 
rent  une  grande  piece  aana  pouvoir  parier. 

en  pleurant  prindrent  congä  Fun  de  l'autre 
(=  P.  II,  17). 

Fuis  taut  en  plourant  R,  print  cong4  de 
aea  frer^ 

ils  ae  prindrent  a  pleurer. 

Quand  0.  apperceut  le  comte  R. ,  il  luy 
mit  les  braa  au  col,  aussi  fit  le  petit  Rieb- 
ard, et  tous  avoyent  lea  larmea  aus  yeux, 
auaai  avoyent  Constant  et  Spinolle  {=  P. 
XVIll.  27). 

Et  G.  faisoit  semblant  qu'il  en  estoit  bien 
marry,  et  tousjoiirs  plouroit  .  .  (=  P. 
XXI,  95). 

dont  A.  plouroit  de  pifciö  (vergl,  P.  XX f,  153). 


Quand  R.    entendit  J. ,   lequel    plouroit  a 
groaees  iarmes  (vergl.  P.  XXI,  1Ö7). 

D.  a'assit,  puia  lea  larmea  h,  l'oeil  dit  (=  P. 
XXII,  15). 

R.  print  cong^  de  ceux  de  la  ät4  lesquels 
plouroyent  toua  de  sa  deapartie. 


Le  patron  print  congü  de  R-  en  plourant 
a  grosses  Iarmes  (=  P.  XXII,  222). 

G.  alla  prendre  congö  de  R  et  d"0.  et  des 
autres  Barone  en  lea  embraasant,  la  lärme 
ti  Toeil. 


All  diesen  abweichuugen,  in  denen  wir  das  walten  einer 
bestimmten  tendenz  deutlich  erkennen,  steht  nun  aber  eine 
ungleich  gröfsere  menge  solcher  gegenüber,  die  eine  ähnliche 
erklärung  nicht  zulassen.  Es  bleibt  hier  nichts  anderes  übrig, 
als  die  einzelnen  fälle  der  reihe  nach  aufzuzählen.  Ich  be- 
ginne mit  den  auslassungen  von  D,  Dieselben  sind  zwar 
sehr  zahlreich,  aber  fast  durchweg  von  geringem  umfang;  nur 
selten  bedeuten  sie  für  die  erzäbluug  einen  wirklichen  verlast. 

14,  30  (die  bruodern)  loptend  gott,  darunim  das  .  .  ] 
(rAbbe)  dist  ä  ses  religieux,  qu'ils  aliassent  sonner  les  cloaea 


XXXIV 

et  qu'ils  chantassent  Te  Deura  laudamus,  en  rehdant  graces 
ä  nostre  Seigneur    de  ce   qu'ils  estoyent  .  .  (vergl.  P.  I,  56). 

18,  29  fügt  F  nach  »hämische  hinzu:  et  (l'Abbö)  dit  ä 
Roland :  Je  vous  donne  tous  ces  harnois,  s'il  vous  fönt  mestier 
(=  P.  I,  84);  D  übergeht  diesen  satz,  weil  er  kurz  vorher 
gesagtes  (vergl.  z.  25)  wiederholt.  42,  5  (der  low)  fieng 

an  vor  anher  zegän.  Und  R.  .  .  ]  (le  Lyon)  se  print  ii.  che- 
rainer  devant,  faisant  signe  ä  R.  qu'il  le  suivit,  ce  que  fit  R. 
(vergl.   P.   IV,    18).  33  OUifier]   0.    tout   honteux    (= 

P.  IV,  23).  48,  26  ff.  die  rede  Rengnolds  hat  D  um 

folgende  stelle  gekürzt :  Tes  dicts  monstrent  que  tu  es  humain 
et  charitable  et  bien  recognoissant  ceux  qui  te  fönt  bien ;  tu 
ne  te  monstres  poiut  ingrat  aux  benefices  qui  te  sont  faicts. 
Quant  est  de  ton  Royaume  que  tu  nous  donnes,  nous  te  re- 
mercions  et  Tacceptons  et  comme  nostre  nous  le  te  donnons 
(=  P.  IV,  73).  Da  diese  worte  zum  teil  auf  die  vorausge- 
gangene rede  des  königs  antworten  (vergl.  namentlich  z.  22  f.), 
ist  ihre  weglassung  nicht  gerechtfertigt,  31  gehuob 

(Olifier)  sich  übel]  (0.)  se  plaignit,  dont  tous  ceux  qui  le 
virent  furent  resjouys ;  D  hat  den  letzten  satz  mit  recht  ge^ 
strichen  (vergl.  P.  IV,  74).  52,  35  die  so  manlich  rytter 

sind]  qui  estes  si  vaillans  que  la  renommee  en  est  respaudue 
par  tous  les  climats  du  monde  (vergl.  P.  IV,  99);  dieselbe 
oder  eine  ähnliche  phrase  tilgt  D  55,  7;  64,  32;  66,  13; 
115,  12;  189,  19  u.  s.  w.  54,  1  beheben]  tenir  en  8& 

propre  nation,   im  gegensatz    zu   »in  frömbden  landenc;    di» 
Streichung  in  D  ist  deshalb  nicht  am  platze.  55, 11  fründj 

parent  de  bien  pres.  57,  27  bekant]  cogneut  ä  la  pa- 

roUe  (=  P.  V,  29);  daß  D  die  letzten  worte  übergeht,  be- 
einträchtigt die  Verständlichkeit  der  stelle.  58,  8  nach 
»hattend«  setzt  P  hinzu:  et  aussi  en  baillerent  ä  leurs  chevaux: 
lesquels  avoyent  assez  couru  (=  P.  V,  33).  19  hütten] 
pavillons  et  plusieurs  gens  d'armes  tous  arm ez  (=  P.  V,  67). 

59,  12  s.  anm.  61,  12  verwunderettend]  furent 

esbahis,  aussi  furent  tous  ceux  qui  les  virent  (vergl.  P.  VI,  31). 

63,  12  in  P  schließt  Rengnold  mit  den  Worten :  et  t'ap- 
pelleray  de  mon  cor,  ainsi  que  j'ay  faict,  puls  chacun  fera  du 
mieux  qu'il  pourra  (=  P.  VI,  48).        65,  11  uflf  die  stägen] 


XXXV 


66,  8  ertödt]  F  fügt 

parquoy    ils   aont  proye 

24  gfallen]  dar- 


F  genauer:  »aux  pieds  des  degrez. 
hinzu:  et  les  laissasmes  en  un  Lois, 
a«i  bestes  sau  vages  (=   P.  VIJ,  3). 
nach  in  F:   a'il   ne    se   fut   tenu   ä  une  iiauraille  (diese  stelle 
fehlt  auch  R  VII,  7).  70,  19  Er  schumpt  .  .  ]  il  estoit 

escbauflPe  comme   le  cbien  apres   la  veuaisou ,   il   escumoit  .  . 
23  Galantiti}  G.  qu'Olivier  avoit   araene;  Wiederholung  von 
36,  1.  73,  10  kommen  wird]  darnach  in  F:  Je  scay 

que  plus  ne  verray  le  pays  de  Surie,  Je  voy  bien  que  je 
n'estoye  pas  digne  d'avoir    une    teile  Dame   (=    P.  VII,  71). 

75,  14  hatten]  darnach  in  F:  Quand  ils  entrerent  en  la 
cite,  les  bourgeoia  de  la  ville  faisoyent  jeux  et  esbatemene 
avec  trompettes  et  clairona  et  toutes  autres  sortes  d'instru- 
inens  {=   P.  VIII,  7).  78,  33  ein  silbrinnen  ndler]  un 

aigle  d'argent   aur   un    champ    de  sinopie   borde  de   gueullea. 

83,  3  a.  auni.  87,  3  zestritten]  darnach  in  F:  mais 

les    Barons    se    conaeilloyent    Tun    Tautre    (=    P,   VUl,   67). 

88,  35  sin  sun]  son  fils  qui  esloit  si  puissant.  92,  17 

beliben]  in  F  lägt  Roland  noch  hirjzu:  car  raaiutes  fois  il 
m'a  fait  peur  (=    P.  IX,  16).  94,  23  Also  nam  Reng- 

nold  .  ,  ]  Alora  R.  dit  ä  ses  compagnous,  je  ne  doute  poiiit 
que  Dieu  ne  nous  ait  faiet  venir  en  ee  paya  icy.  II  print  .  . 
(=   P.  IX,  35).  95,  12  9.  anra.;    auch   P.  IX,   44  er- 

wähüt  die  totung  der  kinder  Hermins.  96,  7  F  malt  die 

freude  Morgants  weiter  aus :  et  courut  embrasser  Doon  et  luy 
dit  que  miiis  qu'il  fut  en  la  coaipagnie  de  Kolaud,  de  Regnaut 
et  d'Olivier  qu'il  n'y  avoit  ai  fort  Payen,  qu'ils  ne  fiaaent 
trembler  (vergl.    P.  IX,   53).  97,  21  ein  andren]  satis 

pouvoir  dire  ua  seul  mot,   setzt    F  hinzu   (vergi.  P,  IX,  65), 

100,  22  ritfcer]  chevalier  qui  par  semblant  estoit  bien 
triste  (vergl.  P.  IX,  84).  106,  5  zv^reu]  darnach  iu  F: 

etla  Daraoiselle  luy  aidoit  au  mieux  quelle  pouvoit  *.  109,  10 
tagen]  darnach  in  F :  et  aujourd'huy  quand  nous  avons  en- 
tendu  le  bruit  de  la  bataille  nous  cuidions  estre  niorts  (  = 
P.  X,  72).  115,  22  Astolfo,  der  h.  von  E.]  F  fügt  hin- 

* 
'  Das  fehlen  eines  hinweiBea  auf  Puleia  gedieht  deutet  in  der  regel 
BD,  daß  dieses  keine  entspreobende  etelle  entMIt. 


1 


XXXVI 


zu:  leqnel  fifc  grande  feste  a  Olivier,  ä  Meridienne  et  a  Mor- 
gant,  car  il  ne  \es  avoit  pas  veu  depuis  qu'ils  estoyeut  venua 
des  partiea  de  Levant  (vergl.  P.  X,  105).  119,  36  rysaen] 

geant  qui  de  uouveau  estoifc  venu  en  la  Cour.  121,  38 

r,  sond]  darnach  in  F:  et  aiitaiit  en  dirent  Regtiaut  et  Ro- 
land (P.  X,  137  :  cosi  diceva  il  Danese  e  Rinaldo).  122,  33 
truog]  darnaob  in    F:    de    laquelle   il   86    s^avoit    bien  aider.  <« 

124,  30  Ruollandeti]  R,  efc  de  plusieurs  autres  grands  Barons 
de  la  Cour  (vergl.  P.  XI,  7).  125,   9  irin  sin  land]  hier 

folgt  in  F  ein  kapitelschluß  l  Or  laisaons  ä  parier  du  Roy 
Hermin  et  parlona  de  l'Eaipereur  Charlemagne  qui  estoit  ä 
Paris  avecques  tous  ses  Barons »  lesqueia  menoyent  feste  et 
joye  faisant  joustes  et  tournois  et  autres  esbatemens,  comme 
gens  qui  estoyent  en  banne  paix;  mais  fortune  qui  ne  peut  M 
laiaser  les  affaires  de  ce  monde  en  nu  estre,  envoya  un  trea-  ■ 
grand  trouble  en  la  Cour  de  TEmpereur  Gh.,  ainsique  vous 
pourrez  entendre  cy  apres.  D  läßt  mit  rticksicht  auf  das 
folgende  die  ganze  stelle  weg.     Vergl.  P.  XI,  8.  130,  8 

b.  muoß]  darnach  in  F :  car  vous  aurez  toutes  armes  estranges 
et  vos  chevaux  serout  couverta  jusques  ea  pieds;  parquoy  nul 
ne  vous  cognoistra  (vergl.  P.  XE,  28).  132,  14  häncken 

L]  te  fera  pendre  au  gibet  de   Montfaucon.  134,  3ö  ze- 

volbringen]  iu  F  setzt  öanelon  hinzu:  Tantoät  ce  faux  garni- 
menl  aura  la  deeserte  de  ses  demeritea.  135,  2  nacber 

fr  und]  cousiß  germaiu ,  et  vous  scavez  que  bon  sang  ne  peut 
mentir.  136,  37  pfert]  darnach  in  F:   et  Bayart  alloit 

comme  une  arondelle  et  les  autres  le  auivoyent  de  bieo  pre« 
(vergl.  P.  XI,  98).  137,  13  inn  die  stat  P.]  jusques  aux 

portea  de  P.,  lesquelles  eatojent  ouvertes.  Eux  quatre ,  c'eat 
a  scavoir  Roland,  Regnaut,  Ästolfo  et  Richard  entrerent  de- 
dans  .  .  140,  21   Und  ob  er  .  .  ]  Et  ores  qu'il  est  sur 

8on  aage  et  qu'il  est  ancieu,  si  par  le  conseil  .  .  144,  1 

gegen  im]  darnach  in  F :  et  Galantin  alloit  comme  foudre 
(P.  XU,  51:  com'  uuo  sraerlo).  145,  31  hindernus]  dar- 

nach in  F:  Quaud  ils  furent  ä  la  porte,   le    portier  teur  de- 
mauda  qu'ils  eistoyeut.     Roland  respondit  qu'ils  eatoyenfc  geus 
qui   deraandojent  ä   estre   soudoyez.      Alors    le   portier    leur  ■ 
ouvrit  üuand  il  vit  qu'ils  irestoyent  que  deux.     Die  Streichung 


dieser  stelle  erklärt  sich  aus  dem  voran gecrangenen  satze,       38 

so  will  ich  .  .  ]  pourceque  vous  me  semblez  fort  et  puissant, 

je  vous  donneray  .  .  146,  9  an  fchan]  darnach  iu  F:  et 

a  gaste  tout  le  pays  d'icy  autour   (vergl.    P.  XII,  76),         12 

achwert]  darnach  in  F:   et    moy  et  mon    escuyer  l'avons  en- 

terre  an  pied  de  celle  grande  röche  qui  est  aiipres  de  la  eite 

(vergl.  P.  XII,  77).  147,  5  Kryat]   Chr.  et  est  du  ro- 

yaume  de  France;  vergl.   148,  36  f.         38  gfangen]  prins  et 

lie  (=  P.  Xil,  88).  148,   12  daz  ir  mir  .  .  geben]  que 

pour  le  plus  seur  me  donniez  .  ,  (vergl.  P.  XIII,  2).         149,  6 

also  daz  ich  .  .  ]  que   maintenanfc  je  suis    loing   de  tous  mes 

amts,   excepte  de  mon  escuyer,  et   mis  .  .  {—    P.  XIII,    8), 

150,  28   entschöttenj    darnach  in  F :   car   ce   leur  aeroit 

graud  honte  si  je  mourrois  en  ceste  prison.  151,  33  nach 

h,  sytfcen]  ä  la  mode  des  Payena,  a  celle  fin  qu'üa  ne  fussent 

recogneuK.  152,  29  s.  aiim.  ;  auch  P.  XIII,  40  erwähnt 

Terigi.  155,  2  Sarragossa]  darnach  in  F  :  Quand  les  gens 

le  virent  venir  il  fuyoyent  tous  devant    hiy  eomme  devant  la 

foudre ,  ils   fermoyent  leurs  portes  et   se   cachoyent   en  leurs 

maisons.     Regnaut  lear  disoit    qu'ils  n'eussenfc  point  de  peur, 

car  le  cheval  ne  leur  feroit  ancun  mal    (vergl,    P,   XIII,  67). 

3  gfangen]  darnach  in  F:  et  qu'il  Tamenoit  auaai  doux  qu'une 

chevre.       12  fachen]  prendre  et  de  le  rendre  auasi  doux  qu'il 

ne  faiaoit  desplaisir  ä  persoune.  159,  34  küngrieh]  ro- 

jauiae  qui  estoit  hien  grand  et  y  avoit  pluaieurd  citez  et  grand' 

<}cantite  de  chasteaux.  160,  7  den  amirol  von  P.  b,]  in 

f  gibt  Rengnold  den  grund  an :  qui  tenoit  son  couain  Roland 

^Q  ses  priaons  a  tort  et  sans  cause  (vergl.  P.  XIV,  26). 

161,  24  rysen]  Geant,  tant  qu'elJe  pasäa  toute  outre  de 
lautre  coste  (vergl.  P.  XIV,  33).  26  m.  u.  kommend]  ve- 
■^iM  a.  n.  et  vous  conduirez  les  gens  de  ce  paya.  164,  7 

^apnen]  darnach  in  F  :  puis  il  descendit  du  palais  en  la  cour, 
"^  ü  trouva  aon  cheva!  tout  preat.  165,  38  dann  vor] 

wnfich  in   F  :  puis  ii  s'eu  alla  reposer:  car  il  y  en  avoit  bien 
^fantl  besoing.  167,  2  s,  b.  ward]  fut  fort  dL»splaisant, 

8'  Jura  qu'il  vengeroit    aon    geant  de  celuy   qui    Pavoit  occis 
(=  P.  XV,  56).  169  ,  18  tödend]  a  raort  exceptö  les 

femmes  et  les  enfans.  170,  9  iiin  fröudeu]  menant  joyeuae 

Uargtut  dei  riM«  C 


XXXVIII 

vie,  et  Regnaut   et  Roland    firent  enterrer  le   Corps   de  l'Ad- 

miral    ainsiqu'ä    un    Roy    appartenoit    (vergl.    P.    XV,    89). 

171,  29  s.   anm. ;    auch  P.  XV,    110    erwähnt  Penicia. 

174,  1  stat]  darnach  in  F:  et  y  eut  moult  grande  abon- 
dance  de  mets  et  d'entremets  et  s'il  y  eut  de  toutes  sortes  de 
vin  (vergl.  P.  XVI,  24).  Auch  267,  12;  291,  28;  293,  10.  18 
übergeht  D  ausführlichere  Schilderungen  von  mahlzeiten. 

180,  30  7.U0  RuoUand]   au  lict  de   R.  (=  P.  XVI,  91). 

182,  10  meint]  darnach  in  F:  Galantin  le  cheval  de  R. 
quand  il  vit  que  Ton  emportoit  son  maistre,  il  le  suivit  (vergl. 
P.  XVI,  103).  17  g.  were]  darnach  in  F:  mais  je  vous 
prie  que  nous  noua  mettions  en  quelque  lien  ä  sauvete  pour 
la  doute  des  geans:  car  il  y  en  a  encores  deux  qui  ne  sont 
pas  morts  (vergl.  P.  XVI,  105).  183,  1  u.  schlief]  car 

il  y  avoit  longteraps  qu'il  n'avoit  dormy  (vergl.  P.  XVI,  106). 

185,  16  thuot]  darnach  in  F:  et  aussi  ä  voz  gens:  car 
il  est  Tun  des  puissans  hommes  du  monde.  36  nebend  e. 
t.]  au  pied  d'un  sicanior,  son  espee  entre  ses  bras  (vergl.  P. 
XVII,  11).  186,  2  Ruollanden]  R.  et  Thierry.  187,  22 
w.  geben]  darnach  in  F:  et  le  pays  de  Perse  tout  paisible 
(s.  186,  14).  188,    7    Gannellon]  G.  pour  la  conduire. 

190,  27  meinung]  darnach  in  F :  La  nuiet  Guichard  fit 
faire  bon  guet  sur  les  murs,  191,  30  der  veas  .  .  ]  le- 

quel  m'eut  bien  abbattue  de  sa  lance,  mais  il  estoit  .  .  (vergl. 
P.  XVII,  65).  192,  2  k.  wyrt]   viendra,    et  peut-estre 

qu'ils  trouveront  Roland  et  le  bon  cheval  Bayard.  30  lan- 
den s.]  pays,  tous  esgarez  par  les  champs  comme  bestes.  35 
gehertzt]  darnach  in  F :  et  vous  recommandez  ä  Dieu  et  il 
vous  aidera  (=  P.  XVII,  76).  193,  24  Damit  .  .]  Ainsi 

que  Roland  escoutoit  la  voix,  il  apperceut  une  si  grande  clarte 
qu'il  n'osoit  ouvrir  les  yeux.  La  clarte  et  la  voix  se  dispa- 
rut  .  .  (vergl.  P.  XVII,  82).  29  der  hieß  F.]  lequel  estoit 
moult  sage  et  avoit   nom  F.  194,  17    vetter]  nepueu 

comme  mal  complectionne  qu'il  estoit  (vergl.  P.  XVII,  87). 
38  der  sprach]  lequel  estoit  moult  fier  et  moult  villain  et 
Sans  saluer  le  roy  n'autre  dit  (vergl.  P.  XVII,  91).  195,  15 
mechtig]  puissans,  et  sont  si  fiers  qu'ils  ne  prisent  homme 
tant  soit  puissant  (vergl.  P.  XVII,  93).       19  zestän]  darnach 


car  118  ont  grande  miiltitude  de  «rens  avecqnps  eux  qai 
sont  aussi  meschans  coi^ime  eux.  196,  17  yssest]  darnach 

in  F:  maia  je  ne  te  conaeille  pas  que  tu  te  partes  d'icy  que 
premier  ne  te  faces  medeciner  (=  P.  XVII,  105).  200,  35 

fro]  joyeux  de  sa  justice.  201,  25  wot]  darnach  in  P; 

toutes  fois  le  Mammelu  estoit  toasjours  ä  cheval.  27  h. 
uff  der  Str.]  geus  qui  alloyent  veoir  faire  la  justice  (=  P. 
XVIII,  11).  202,  2  hylf]  et  (ayec  l'ajde)  du  Mammelu 

(vergl.  F.  XVIII,  15).  31  das  ir  st.  m.  |  que  deraain  au 
raatin  tous  deux  serez  peudus  au  veut  (=  P.  XV III,  24). 
36  wann  mau  ,  .  ]  car  nous  avous  des  pareos  et  amis  qui  .  . 
203,  1  Ruollanil]  R.  ne  les  autres  Paira  de  Frauce.  6 
sunders  spr.]  ainsi  haussa  le  heaume  et  dit  (=  P.  XVIII,  26). 
14:  do  sprach  .  .  ]  il  se  douta  et  luy  dit.  16  tragend]  dar- 
nach in  F:  ou  je  diray  que  tu  y  penses  quelque  fiuesse  (vergl. 
P.  XVIII,  29).  26  er  wart  .  .  streichen]  il  se  deffendoit 
avec  le  poing  et  son  gantelet,  car  il  ne  voulut  tirer  son  espee 
a  fin  qu'elle  ne  fut  cntfime,  il  se  deffendoit  k  grands  coups 
de  poing   (=  P.  XVIII,  32).  205 ,  24  wyJl  .  .  lässenj 

avant  que  tu  sois  pendu,  je  te  f«?ray  arracher  la  langue  hors- 
de  la  gorge,  de  laquelle  tu  as  profere   les  parolles  (vergl.   P. 
XVIII,  47).  206,  7  t.  wyll]  darnach  in  F:    et  si  scay 

bien  que  vostre  mort  sera  bien  vengee  par  vostre  frere  Reg- 
naut.  34  zuokanft]  darnach  in  F:  et  alloifc  criant  ä  haute 
voix:  ores  est  vainca  le  Soudan  et  ceux  qui  le  soustiennent 
en  sa  trabieon.  37   edler  vetter]  noble  et  vaiilaut  cou.sin, 

voussoyez  le  tres-bieu  venu  en  ceste  bonne  journee,  207,  10 

^y  seh.  sovylj  car  voua  euaaiez  dit  de  ces  quatre  chevaliers 
inan<l  ils  eutroyeufc  ea  une  presse  que  c'estoyent  quatre  loups 
affamez  en  un  parc  de  brebis,  aiusi  faiaoyent  fuir  .  .  (ver«^I, 
XVIII,  64);  ein  häufig  gebrauchtes  gleichnis  und  wol  da- 
i>M  von  1)  gestrichen.  12  uff  e.  pl'.]  aus  un  cheval  luoreau 
(=  P.  X\'III,  65).  27  wärend|  darnach  in  F:  lesquels  esto- 
y«Dt  eucores  sur  la  charrette  les  mains  liees  derriere  le  dos. 
^^  V,  werden]  darnach  in  F:  car  noua  avons  des  aniia  en  ce 
qui  bien  vous  rendront  le  plaisir  (vergl.  P.  XVIII,  72). 
208,  12  was  Iro]  ßt  tant  qu'il  trouva  de  l'eau  et  la 
porta  en  son  heaume.  209,  20  warttet]  attendant  nou- 


XL 

Teiles.  23  gab  iren  .  .  ]  luy  bailla  bonne  compagnie  pour 
la  conduire  et  entre  les  autres  Morgant  .  .  210,  8  ze- 

gwunnen]  darnach  in  F :  dar  il  me  semble  qua  les  murs  tremb- 
lent  ä  cause  de  ta  venue  (vergl.  P.  XIX,  160).  34  erschrackt] 
darnach  in  F:  et  feit  si  grande  poussiere  qu'on  n'y  voyoit 
goutte  d'une  grande  piece  (vergl.  P.  XIX,  172).  38  Babil- 
lonnia]  B.  et  Morgant  alloit  devant  frappant  et  occiant  tous 
ceux  qui  se  trouvoyent  devant  luy  et  tous  le  fuyoyent  comme 
faict  la  brebis  devant  le  loup  (vergl.  zu  207,  10).  211,  8 

zuo  Bab.]  de  B.,  dont  le  Vieil  de  la  Montane  fut  moult 
joyeux,  car  il  avoit  un  singulier  amour  ä  Roland  (vergl.  P, 
XIX,  178).  24  von  innen]  darnach  in  F :  car  il  n'osoit  re- 
tourner  ä  Paris,  car  il  estoit  banny  de  Cour  (vergl.  P.  XX,  3.) 

213,  34  boum]  darnach  in  F:  et  raoy  mesmes  luy  aiday 
(=  P.  XX,  22).  214,  6  uff  das  mer]  en  un  port  de  mer, 

lequel  estoit  assez  prochain  de  Babylonne  pour  aller  par  mer, 
car  le  cheniin  estoit  plus  court  par  mer  que  par  terre  (vergl. 
P.  XX,  25).  8  uff  das  mer]  au  port ,  ils  trouverent  une 
nef ,  laquelle  estoit  toute  preste  pour  aller  au  pays  oü  estoit 
•  Ganelon  en  prison  (vergl.  P.  XX,  26).  29  werck  th.]  oeuvre, 
quand  tu  es    cause    que  la    grande   tourmente   a  prins  cesse. 

219,  26  zügs]  le  corps  fut  mis  en  sepulture  ä  la  mode 
du  pays  (vergl.  P.  XX,  92).  220,  4  rytter]  darnach  in 

F:  car  tout  ä  temps  y  viendrez-vous.  224,  27  deßgl.  th. 

ö.  0.  und  R.]  0.  et  R.  les  faisoyent  fuir  comme  faict  l'es- 
previer  l'alouette;  auch  von  diesem  gleichnis  gilt  das  zu 
207,  10  bemerkte.  225,  1  die  t.  A.]    ayans  faict  une 

eglise,  A.  fut  baptise.  10  fro]  joyeux  et  le  firent  loger  au 
palais.  33  huß]  maison,  et  les  pasteurs  leur  donnerent  assez 
de  quoy.  228,  18  Nüt  d  esterminder  .  .  ]  et  allerent  au 

lieu,  oü  estoit  G.,  lequel  estoit  en  une  cisterne  tenu  bien 
estroictement.  Aussitost  qu'il  fut  dehors,  il  mit  la  main  ä 
Tespee  .  .  (=  P.  XXI,  51).  231,  21  das  er  st.]  du  corps 

du  dragon  sortft  une  grande  abondance  de  sang  tant  qu'il 
mourut  en  la  place  (vergl.  P.  XXI,  72).  233,  24  bruo- 

dern]  saincts  Hermites,  lesquels  estoyent  allez  demeurer  en  ce 
desert  pour  sauver  leurs  araes  (vergl.  P.  XXI,  83).  234,  7 

roß  s.]  cheval,  et  je  n'ay  pas  accoustume  d'aller  ä  pied  (vergl. 


XLI 


P.  XXI,  87),  10  iil)cr  er  ertod  .  .  ]  niais  pource  qu'ila 

n'eatoyent  jms  armez,   il  eri  occit  .  .  235,   13  umni  iren 

vatter  .  .  ]  quaiid  eile  iie  tvouva  pas  son  pere  te  Soudaa. 
Les  Barons  da  paja  füren b  moult  joyeux  de  sa  venue  et  par 
le  consentenieut  de  Regoaut  eile  fut  couronnee  .  .  (vergl.  P. 

XXI,  97).  16  wärend]  darnach  id  F  :  tous  les  nobles  du 
pays  luy  firent  hoiutuage  comnie  k  lear  Darae  naturelle.  22 
Jason]  J.  qui  bien  gouveruoit  le  paya.  23  iun  a.  land]  par 
les  pais  circonvoisias.  237,  9  gloubens]  darnach  in  F: 
et  THermite  luy  conta,  commo  TAnge  s'estoit  apparu  a  luy 
(=  F.  XXI,  108).  239,  1  das  die  sunn  .  .  ]  et  d'en 
parier  le  soleil  .  ,  19  finden  1.]  trouver  en  la  grande  place 
de  la  eite  (P.  XXI,  125:  alla  cittate);  z.  27  setzt  diese  stelle 
voraus.  240,  2  mit  im]  darnach  in  F:  aussi  fit  Diomedes 
arme  et  monte  richemenfc  (vergl.  P.  XXI,  128).  20  Dem- 
nach .  .  ]  et  saus  mettre  le  pied  en  Festrier  remonta  aar  aon 
cheval ,  dont  ceux  qui  le  regardoyent  le  priserent  plus  que 
devant  (=  P.  XXI,  135;  vorgl.  61,  10  ff.)  29  s.  anra, 
(vergl.  P.  XXI,  137).  32  rytter]  chevaliur  qui  est  icy  pre- 
sent,  lequel  me  semble  homtne  de  bien  (vergl.  P,  XXI,  137). 
34  R.  nüt]  R.  ne    snn  cheval  ä    cause    qu'il  estoit  si  niaigre. 

241,  31  gehept]  darnach  in  F:  Alors  Rolaud  cogtieut  que 
c'estoit  celuy  qu'il  avoit  laisse  ä  Monaca.  242,  7  ü.  heb] 

avoit  vaiucu,  et  qui  luy  avoit  presto  son  cheval ,  parquoy  il 
devoit  avoir  la  seigueurie  (=    P.  XXI,  148).  244,   10 

kämmend]    darnach    in    F:    et    se    logerent    aux    fauxbourgs. 

245,  11  Es  gfiel  \i.  w.]  R.  respondit  qu'il  estoit  tout 
prest,  et  qu'il  y  avoit  longtemps  qu'il  avoit  desire  de  jouater 
contre  Regnaut.  20  .stim]  voix  nt  aussi  son  espee  (=   P. 

XXII,  13).  23  pallastj  palaia  oü  ils  furent  bieu  receus. 
11  conterent  des  adventurea  les  uns  aux  autres  (vergl.  P.  XXII, 
14).  247,  13  Der  heyd  .  .  ]  Le  payeo  corame  cuidant 
faire  du  plaisant  et  glorieux  corumc  il  y  en  a  plusicurs  autres 
en  ceste  heure  .  .  248,  12  Kryst]  Chrestien,  et  depuis 
avons  longtemps  estc  ensemblü  graiuls  arais  (=  P.  XXII,  55). 

249,  12  durch  den  b.]  par  le  ventre,  cur  il  n'avoit  pas 
la    peau   si    dure   au    droiet    du  veutre   comme   dessus  le  dos. 

250,  9  Kuorüsten]  darnach  in  F;  car  il  luy  iwi  vJl\t,  «^VV 


XLII 

y  seroit  plustost  par  nier  que  par  terre  (vergl.  P.  XXII,  73). 
24  und  wie  J.]  et  couche  en  ton  palais  et  comme  J.  (=  P. 
XXII,  78).  251,  34  mit  stritten]  darnacli  in  F :  si  tu 

nie  peux  abbatre,  je  vous  laisseray  aller  tous  qnittes,  et  si 
vous  bailleray  mes  gens  pour  raener  ä  Paris  (=  P.  XXII,  93). 

252,  2  begangen]  darnach  in  F  :  et  aussi  quand  je  joustay 
contre  Regnaut,  j'entendis  qu'il  t'appella  traistre  (=  P.  XXII, 
99 ;  vergl.  248,  3).  18  sporen]  esperons,  tant  que  le  sang 
en  sortit  largement  (vergl.  P.  XXII,  105).  253,  10  Sant 

D,]  S.  Denis,  lesquels  tenoyent  grand  terre,  car  le  Roy  Ca- 
lorion  avoit  grande  abondance  de  tentes  et  paviUons  (vergl. 
P.  XXII,  111).  254,  2  reichen]  darnach :  et  que  bien- 

tost  il  seroit  ä  Paris  (vergl.   P.   XXII,   116).  255,  2 

fachen]  prendre  dedans  son  palais  (=   P.  XXII,  121). 
256,  24  kam]  darnach :  et  osta  son  heaunie  (=  P.  XXII,  140). 

257,  18  der  sinnen]  de  ses  gens  et  ceux  qu'il  voudroit 
mener  (vergl.  P.  XXII,  148).  24  fürtroffen]  darnach  :  cha- 
cun  se  plaignoit  ä  cause  de  sa  grande  renommee  (vergl.  P. 
XXII,  149).  25  zetruren]  Durant  l'office  l'Enipereur  tenoit 
tousjours  aupres  de  luy  Gerard  de  R.  et  le  reconfortoit  au 
mieux  qu'il  pouvoit  (vergl.  P.  XXII,  150).  26  kirch]  Egiise 
ä  cause  qu'iJs  estoyent  Payens.  258,  6  Doch  .  .  ]  Quand 

ils  eurent  gaste  toute  la  terre,  ils  allerent  mettre  le  siege 
devant  Poitiers  oü  Ganelon  s'estoit  retire,  mais  il  avoit  si  fort 
garny  la  ville  et  fortifie  les  tours  et  les  murailles  que  les 
Fran^ois  n'endommagerent  pas  fort  .  .  259,   12  u.  n. 

spyß]  et  lä  oü  il  trouva  des  vivres  il  en  print.  260,  19 

huob  .  .  ]  haussa  le  bras  g.  ä  tout  ce  peu  de  son  escu  qu'il 
luy  estoit  rest^;  parquoy  quand  R.  vit  le  bras  ä  descouvert, 
il  frappa  .  .  (vergl.  P.  XXII,  182).  20  die  band]  la  m. 
avec  l'escu  (=  P.  XXII,  182).  24  byt  dich  .  .  ]  te  prie 

de  bonne  affection  que  tu  ne  me  touches  plus  car  j'ay  assez 
de  mal  et  te  supplie  .  .  (=  P.  XXII,  183).  26  R.  von  M.] 
R.  de  M.  de  qui  tu  as  ouy  autres  fois  parier,  cousin  du  comte 
Roland  (=  P.  XXII,  184).  262,  36  sin]  darnach:  et  si 

je  prie  que  tu  salues  le  comte  Roland  (vergl.  P.  XXII,  206). 
263,  34  mit  dem  schwert]  ä  la  lance  et  a  l'espee;  es  handelt 
sich  auch  nachher  (264,  3)  um  einen  speerkampf.  264,  36 


XLIII 


das  ir  .  .  ]  qne  tenirz  bonne  police,  et  faictcs  justice  autaiit 
au  grand  conime  hu  petit  et  autant  au  pauvre  .  .  2t>5,  13 

wareudj  darnach:  et  ceax  de  la  cite  les  convoyerent  de  veue 
tant  qu'ila  peurent.  266,  17  zuo  ir]  darnach:  il  ne  sca- 

voit  pas  pourquoy  eile  le  demandoit  (=  P.  XXII,  229),  20 
eiu  pfert]  armes  et  elieval  (verLrl.  K  XXII,  229).  Die  Streich- 
ung erfolgte  wol  im  hinblick  auf  265,  15;  aber  Rengnold  be- 
darf wenigstens  eines  Speeres.  22  ein  pfert]  armes  et  de- 
sfcrier  (s.  das  vor.)  267,  18  tisch]  darnach :  et  furent 
moxilt  bien  servis.  33  der  auiiroll]  t'Adra.  et  tous  ceux  de 
la  cite  (vergl.  R  XXII,  237).  268,  1  den  R.  b.  s.]  que 
l'Ange  avoit  dit  k  R.,  K'quel  Tayen  avoit  nom  Gerion  (vergl. 
P.  XXII,  238).  269,  13  pfertj  cheval  et  ses  armes  (vergl 
zu  266,  20).  19  hcBchlosaen]  close,  pour  doiite  du  geant. 
270,  23  Rengnold]  darnach  in  F:  faictfs  nous  seulement 
dünner  ä  niauger,  ctir  nous  en  avong  hon  besoiii,  car  il  y  a 
deux  joura  que  mes  compagnons  et  uioy  n'avons  mang^  quo 
bieu  peu  (=  R  XXII,  260).  271,  12  z.  ward]  fut  nioult 
courrouce,  et  descendit  de  son  cheval,  puis  avec  .  .  (vergl. 
P.  XXIII,  6).  14  fiel]  darnach:  niais  R.  ne  le  vonlut  pas 
toncher  jusques  k  ce  qn'il  tut  relevc  (vergl,  P.  XXIIl,  7). 
16  empfangen]  car  encorcs  en  suis-je  tout  estourdy  (vergl,  P. 
XXllI,  7).  272,  36  pfyl]  dard,  mais  Dieu  ne  vonlut  pas 
qu'il  attaignit  R..,  ains  luy  passa  .  .  273,  4  das  er  .  .] 
et  pource  qu'il  u'estoit  point  arme,  il  luy  fendit  .  ,  8  uf 
stuoud]  se  releva  si  estourdy  qu'il  ne  seavoit  oü  il  estoit  et 
comine  celuy  qui  ne  seavoit  qu'il  faisoit  donna  un  grand  coup 
d'espee  a  Regnant,  lequel  quand  il  vit  venir  le  conp  le  de- 
tourua,  et  cogaeut  bten  qu'il  estoit  hors  de  son  enten dement, 
et  atteudit  qu'il  fut  revenu  en  son  seus,  et  quand  il  sceut 
qn'il  avoit  frappe  R. ,  il  mit  les  genonx  en  terre  et  luy  de- 
iiianda  pardon  (=  P.  XXllI,  25).  274,  8  fiel]  woran 
Rengnold  in  F  folgende  klage  knüpft:  Ha!  Bayard  mon  hon 
cfaeval,  j'ay  faute  de  vons,  une  fois  a'il  piaist  ä  Dieu  je  vous 
auray,  vous  ne  m'en  fistes  oncques  faute  (vergl,  P.  XXIII,  35). 
18  bräcbtendj  darnach  in  K:  Gerion  regarda  ta  robbe  de 
Bassire  qiii  estoit  niort,  et  veit  qn'elle  eatoit  belle  ,  car  eile 
estoit  de  satin  blaue  ei  par  dessua  avoit  un   Lyon  noir,  par- 


XLIV 

quoy  il  la  vesfcit,  et  eile  sembla  si  belle  ä  Regnaut,  qu'il  en 
Touloit  avoir  une  pareille  qu'un  autre  payen  avoit  vestue  qui 
gisoit  mort  en  la  place   (=    P.   XXIII,  40).  275,  1  's. 

aum.  22  den  k.  nach]  darnach  in  F:   et  quand  le  noble 

et  vaillant  Maugis  apperceut  que  Begnaut  demeuroit  tant  a 
yenir,  il  se  despartit  d'Arcade,  et  laissa  ses  cousins,  attendant 
Regnaut,  et  se  retourna  en  France.  Aber  Magis  war  ja  gar 
nicht  bei  den  brüdern  Rs  (vergl.  250,  3),  so  dass  die  stelle 
in  D  mit  recht  fehlt.  Dieselbe  scheint  auf  unrichtiger  lesung 
von  P.  XXIII,  49,  8  zu  beruhen.  276,  20  den  die  F. 

ert.  h.]  F  genauer:  lequel  par  le  moyen  des  Fran^ois  avoit  est^ 
mis  ä  mort  par  le  Vieil  de  la  Montagne.  280,  15  vyl 

volcks  uß  a.  K.]  une  grande  armee  comme  de  Normans,  Picards, 
Flamans,  AUemans,  Bretons,  Angevins,  Burruiers,  Tourangeaux, 
et  de  plusieurs  autres  nations  comme  Lombars,  Romains  et 
autres  pays  subjects  ä  luy  (vergl.  P.  XXIV,  56).  25  er- 
schräckend]  darnach  in  F:  et  Roland  faisoit  la  plus  grande 
diligence  qui  luy  estoit  possible.  La  Royne  Anthee  avoit  uo 
capitaine  general,  lequel  avoit  nom  Brissebarre  et  conduisoit 
l'enseigne,  laquelle  estoit  de  gueuUes  ä  un  Mahommet  tout 
d'or  (vergl.  P.  XXIV,  60.  62).  281,  11  wilkomen]  dar- 

nach: Je  ne  vous  vis  oncques  depuis  que  je  vous  laissay  en 
Babylonne  en  la  prison  du  Soudan  mon  pere.  Olivier  luy 
dit:  II  est  vray,  vostre  pere  ne  s'y  porta  pas  loyallement. 
Laissons  cela,  dit  Anthee,  et  me  dictes  des  nouvelles  .  .  (vergl. 
P.  XXIV,  68—70).  283,  7  wapnenj  darnach:   non  ob- 

stant  qu'il  fut  vieil.  9  die  huffen]  les  batailles  qui  estoyent 
bien  cent  mille.  284,  17  desglichen  .  .  ]  aussi  fit  Oli- 

vier, Octe  Duc  de  Bretagne,  Richard  Duc  de  Norraandie,  Guy 
Duc  de  Bourgogne,  l'Archevesque  Turpin  et  plusieurs  autres 
Chevaliers  .  .  (vergl.  P.  XXIV,  127.  130).  286,  13  ire 

arm]  le  bras  duquel  eile  tenoit  son  espee.  23  hat]  darnach : 
car  ils  cognoissoyent  bien  que  sans  son  aide  il  n'estoit  possible 
d'avoir  la  victoire  contre  une  si  grande  multitude  de  Payens. 
Quand  tous  les  Fran9ois  furent  retirez  ä  P.,  Roland  fit  serrer 
les  portes,  et  l'Empereur  Ch.  .  .  27  tr.  tag]  trente  jours 
pour  enterrer  les  morts  (=  P.  XXIV  ,  145,  wo  es  sich  a>ber 
nur  um  20  tage  handelt).  287,  26  by  imm]  darnach: 


XLV 


de  peur  qiie  guerre  ne  se    mmit    entre    les    deux  oste  (anders 

P.  XXIV,  155).         31  sprach   d.    k.|    l'Emp.   Ch.  ee    leva  de 

son  siege  et  s  approcba  de  luy  et  Jit  .  .         288,  31  kostlicli  ] 

excellent  et  somptueux ,    puis  les    mena  parmy   sou  ost,   puis 

retournereiit  aux  teiites  (vergl.   P.  XXIV,  172).       34  Faiseron] 

F.  qui  estoit  uti  iiomuie  subtil  et  un  grtmd  parleur.         290,  22  f. 

RuolLand  .  .  mit  im]  Ganeloii  deuiaada  a  R.,  s'il  vouloit  autre 

cliose  (lire  qu'il  le  luy  dit,  ou  de  bouche   ou   par    eaerifc,     R. 

luy  dit  qu'il  ue    acavoit    que   luander   pour  le  preseiit.         33 

kemmej  darnach:  pour  lay  coniirnier  la  paix  entre  le  Roy  Ch. 

et  luy.  291,  11  pfert]   Le  Roy  M,  donna  ä  G.  une  riebe 

robbe  de  drap  d'or  pour  luy  inoustrer  plu.?  graud    sigue  d'a- 

tüour  (=  P.  XXV,  18;  vergl.  293,  3  f.).  13  Karly]  Ch., 

Iti  Duc  Naymes,  Roland,  Olivier  et  lea  autres  ,  .  (=  P.  XXV,  19). 

35  geriist  w.]  appareille    ii   sa    dextre    (vergl.    P.  XXV,  26). 

294,  3  s.  briugKn]  daruüch  :  puis  fireut  departir  ceux  qui 

esloyent  avec  eux ,    et  demeurerent  sana  compagnie  (vergl.  P. 

X.XV,  52).  295,  31  t.  sott]  Jcy  faut  noter  qu'eu  la  cite 

<iui  estoit  bieu  pres  de  la  ae  aceurent  rien    de    ces  signes  ne 

Bul  de  ceux  de  la  eour  (=   P.  XXV,  79).  297,  6  do 

tluckt  er  .  .  ]  il  baissa  la  teste  et  se  mit  a  penser.       10  rytte] 

darnach:  luy  et  pluaieurs  autres  chevaliers  de  la  cour.         17 

zeflterbenj  darnach:   et   de  ae  faire  enterrer  aupres  du  saincfc 

Sepulchrede  nostre  Seigneur  Jesus-Christ,  298,  21  ougen] 

darnach :    Et  Ganelon   mit  le  genoil  en   terre ,    eu    saluaut  le 

Koy,    Puis  aila  enibrasaer  tous  ceux  qui  estoyent  eu  la  salle 

comtae  celuy  qui  veuoit  de  faire  quelque  grande  chose  ( =  P. 

^V,  111).         28  gm.  was]  darnacli :  L'Empereur  Ch.  les  re- 

ceüt  avec  moult  grand'  joye.  299,  24  warend]  darnach: 

lieguaut  le  fit  enterrer,  cotnme  il  appartenoit  (vergl.  P,  XXV, 

125).  300,  23  8.  anm.  {vergl.  P.  XXV,  135  f.).  301,  17 

w.  lassen]  durnuch :  et  il  sera  bien  difficile  de  Tamener  apres 

ooiis  en  allant  si  viste  comme  uous  irons  (vergl.  P,  XXV,  164). 

302,  5  nach  Samson  von  B.  erwähnt  F  zunächst  Arnaut 

ie  Beilande.  303,   13  geraandt  h,]  mandez  et  pourquüy 

je  vous  ay  couduis  en  ee  lieu    (=   F.  XXV,  185)  29  alle 

Krystenheyt]  F  zählt  die  einzelnen  länder  auf:  la  France,  la 

Bourgogne,  Flandres,  Angleterre,  Bretagne,  Normandie,  ÄIU- 


1 


iimgni',  Gascouf^ne  et  tous  lea  autres  paya  que  tient  Cb.  (  — 
P.  XXV,  194).  304,  9  Appollonia]  A.,  paint  en  aable 

sus  mi  cbamp  d'argeufc.  11  Talwygant]  T.,  paint  d'argent 
sus  Uli  cliamp  de  gueulles.  13  von  g.  g.]  faict  d'or,  assis 
SHS  un  cluinip  dazur  (vergl.  P.  XXV,  197  ff.).  305,  12 

mit  gestr.  hj  et  s'eslevereiit  eu  l'air  et  alloyent  coiiime  «n 
carreau,  qui  part  d'une  arbaleste.  Richart  serroit  les  yeux, 
car  il  ne  pouvoit  regarder  si  bas  comme  le  cheval  alloit  fvergl. 
P.  XXV,  212).  23  Die  truogend  .  .  ]  Lea  chevaux  eureut 
assez  füin  et  avoine,  et  sus  les  tables  y  avoifc  assez  viandes  .  . 
(vergl.  P.  XXV,  218J.  309,  5  F  nennt  auch  Egypte  et 

les  Indes  (--  P.  XXVI,  47).  32  gegen  den  K.]  darnach  in 
F:  La  lance  d'Olivier  ne  fut  pa?  brisee,  raais  en  occist  trois 
Payens  avaut  qu'elle  brisast  (vergl.  P.  XXVI,  62).  310,  7 

inn  stryt]  en  la  bataille  des  Payeus.  Or  pensez  que  quand 
Holand  et  ses  compagnons  entrerent  en  la  bataille  des  Payens, 
qu'ii  y  eut  de  belles  joustes:  ily  eutmaintea  lanees  brisees,  iiiaints 
escus  fendus,  maints  heaumes  enfbncez  (vergl.  P,  XXVI,  65), 
16  d,  8.  tod]  darnach  in  F :  Toy  et  ton  Roy  M.  estes  lea  plus 
traistres  qui  soyent  au  nionde,  aussi  sout  tous  ceux  de  sa  cour 
(vergl.  P.  XXVI,  67).  23  e.  oben  s.  XXXII.  35  Die  Krysten 
hieltend  .  .  ]  La  bataille  fut  meslee:  Roland  faisoit  inourir  tous 
ceux  qui  se  trouvoient  devant  luy ,  car  sou  egpee  Duratidal 
estoit  tousjours  en  l'air,  eile  eetoit  taincte  du  sang  de  ses  I 
enneoiis,  aussi  estoit  soa  bras  jusques  aux  espaules,  il  se  de- 
lectoit  en  la  mort  des  Sarrazins,  il  estoit  bien  luarry,  quand 
il  ne  trouvoit  oh  frapper:  tous  luy  faisoient  cheniin  comme 
les  brebis  fönt  au  loup.  38  vor  ,Augewinn'  nennt  F  Bau- 
doin  (-   F.  XXVI,  77).  311,  22  sei]  darnacli:   et  suis 

content  de  toy  et  de  ton  compagnon.  Aataroth  dit :  Nous 
regarderons  la  bataille  et  menerons  feste,  quand  nous  te  verrons 
oecire  ces  Payens  (vergl.    P.    XXVI,  82).  312,  14  uud 

kämmend  .  .  ]  et  en  despit  des  Sarrazins ,  ils  alleren t  en  la 
bataille  des  Ch.  et  en  aüant  Regnaut  osta  une  lance  a  uii 
aiitre  qui  la  portoit,  puis  laissa  aller  Bayard,  qui  couroit  comme 
foudre  (vergl.  P.  XXVI,  99).  18  k.  were]  estoit  venu  si 
a  poiuct,  et  R.  luy  raconta  comme  il  estoit  eu  estrange 
pays  .  .  19   tüffelj  esprit  qui  les  avoifc  apportez   en  luoina 


de  troia  jours.  313,    12  er  tod]  et  par  Roland  a  este 

occis  Fals.  13  an  ich]  excepte  nioy  qui  ay  fuy  eraigiiant 
d'estre  occis  ainsi  que  les  autres  (vergl.  P.  XXVI,  115). 
37  flacbt]  darnach :  efc  ils  fuyoyent  devant  Regnaut  et  Roland 
cömnie  les  brcbis  fönt  devaat  les  loups  et  se  laissoyent  occire 
saus  faire  aucime  deffeoce  (vergl.  P,  XXVI,  124  und  oben 
zu  207,  10).  316,  11  nranisich]  imtour  de  luj,  et  quand 

il  ne  Vit  paa  Saiisou,  il  demanda  a  son  escuyer  Thietry  qu'it 
estoit  deTenn.  Tb.  luy  dit  qu'il  estoit  demeure  en  une  grande 
presse  de  Payeus,  ou  il  se  combatoit  aveeques  Olivier.  Roland 
alla  Celle  p;irt  et  trouva  0.  .  .  {vergl.  P.  XXVIl ,  13  f.). 
13  Kr  wott  .  ,  kommen]  dont  Roland  fut  granderaent  esbahi, 
corame  0.  se  ponvoit  deö'endre  contre  tant  de  gens.  11  se  vou- 
lut  iivancer,  mais  Galentin  son  cheval  s'arresta  tout  court,  ponr 
ce  qu'il  ne  voulut  pas  passer  sur  Sansou  qui  gisoit  mort  a  ses 
pieds.  Quand  R.  vit  S.  mort  .  .  (vergl.  R  XXVII,  15). 
20  wärend]  darüach  in  F :  car  ils  doutoyent  tons  les  coups  de 
K.,  leqnel  fit  grand  deuil  sur  le  corps  de  Sanson,  et  par  Thierry 
son  escuyer  le  lit  porter  en  son  pavillon.  Lora  Aatolio  aeig- 
neur  d'Ängleterre  faisoit  merveiltes  de  mettre  k  raort  cea  Sarra- 
zins, il  rencontra  .  .  (vergl.  P.  XXVII,  16).  25  doch  so 
kam  .  .  ]  mais  Elicbard  qui  vit  le  coup,  layda  a  renionter 
(=  P.  XXVIl,  18).  27  Darnach  .  .  ]  Richard  Duc  de  Nor- 
niandie  voulut  rompre  nne  grande  presse  pour  venger  la  mort 
tl'Astolfo,  mais  il  y  avoit  si  grande  fouUe  de  Payens  qu'il  ne 
ponvoit  passer,  l^uand  Roland  vint  cetle  part  et  qu'il  apper- 
ceut  Astolfo  gesir  mort  en  terre  comme  tout  forcene  se  mit 
en  la  foulle,  oii  il  mit  ä  mort  beaucoup  de  Sarrazins.  Riehard 
hiy  moustra  ceiuy  qui  avoit  rais  h  mort  Asfcolfo,  et  R.  Tapper- 
ceut  veuir  .  .  .  (vergl.  P.  XXVIl,  19  f.).  34  aber  er  m. 

nütj  mais  Gal antin  alloit  plus  fort  que  le  cheval  du  Payen. 
Quand  R.  fi\t  pves,  il  dit  au  Payen  :  Si  tu  ne  te  retournes  je 
te  frapperay  par  derriere.  Ainsique  le  Payen  se  cuida  re- 
tourner,  le  comte  R.  luy  douna  de  son  espee  .  .  (vergl.  P. 
XXVII,  29  ff'.).  317,  3  lyb]  darnaeli:  tant  qu'elle  passoit 

par  derriere  plus  d'un  grand  pied  (vergl.  P.  XXVII ,  35). 
11  8.  anm,  (vergl.  P.  XXVIl,  42).       14  rytterj  Barons,  dont  je 
ne  scay  pas  les  noras.       30  s.  anm,       35  nät  hört]  darnaeli: 


XLVIII 

La  poussiere  ne  lenr  faisoit  pas  ai  grand  empeschement  qu*elle 
avoit  fait  au  commencement,  car  toute  la  terre  estoit  baignee 
de  sang  que  tous  las  corps  de  morts  j  estojent  meslez. 
319,  26  s.  oben  s.  XXXII.  Daran  schließt  sich  die  in  D  eben- 
falls fehlende  stelle :  Quand  Richard  frere  de  Regnaut  Tapper- 
ceut  (das  ledige  pferd  Oliviers),  il  se  donbta  bien  que  0.  estoit 
mort.  Regnaut  et  les  autres  tenoyent  encores  la  bataille. 
Quand  MarciUe  .  .  (vergl.  P.  XXVII,  70.  71).  320,  28 

zuo  der  erden]  darnach  in  F:  Blanchardin  occit  le  cheval  de 
Richard  dessoubs  luy,  parquoy  il  tomba  k  terra,  mais  comme 
bon  Chevalier  qu'il  estoit,  il  se  de£Pendoit  de  son  espee.  Et 
Roland  luy  dit:  Ha,  Richard  as-tu  peur?  il  y  a  tant  de 
chevaux  en  ceste  place ,  monte  sur  Tun.  Et  Richard  monta 
tout  arme  qu'il  estoit,  et  alla  sur  Bl.  et  luy  dit :  Traistre  que 
tu  es,  il  te  sera  eher  vendu  mon  bon  cheval  que  tu  as  occis, 
qui  si  bien  m'ayoit  servy  (vergl.  P.  XXVII,  96  f.).  321,  2 

e.  möchtend]  darnach  in  F:  Thierry  l'escuyer  de  Roland  fot 
abbatu  ä  terre,  et  au  cheoir  se  rompit  la  jambe,  et  ne  pouvoit 
remonter  a  cheval,  et  fut  foule  des  pieds  des  chevaux  des 
Payens  ainsi  qu'ils  fuyoyent :  mais  Richard  l'apperceut,  et  luy 
aida  ä  remonter,  puis  suyvit  Regnaut  et  Turpin  (vergl.  P. 
XXVII,  99).  6  pfert]  darnach :  et  ne  pouvoit  plus  soustenir 
son  heaume  (=  P.  XXVII,  100).  16  dancks.]  darnach:  Ha 
Galen  tin,  oü  est  ores  ta  grande  force?  (vergl.  P.  XXVII,  102). 
23  sprach  er]  il  regarda  autour  de  luy  et  il  ne  vit  sinon  de 
gens  morts  qui  luy  donnoyent  grand  frayeur,  et  eut  horreur 
d'en  voir  tant,  puis  il  dit  (vergl.  P.  XXVIl,  104).  33  ge- 
schlächtz]  aujourd'huy  sont  morts  tous  les  meilleurs  Chevaliers 
du  monde.  322,  28  velssen]  daruach:  qui  (Roland)  avoit 

oste  son  heaume.  323,  4  ff.  s.  oben  s.  XXX.  324,  21 

leytt  er  s.  n.]  se  coucha  ä  l'envers  et  mit  son  espee  en  lieu 
de  croix ,  puis  croisa  les  bras  .  .  (vergl.  P.  XXVII ,  154). 
29  w.  gsang]  cfaants  melodieux  des  anges  qui  portoyent  son 
ame  au  ciel  (vergl.  P.  XXVII,  155).  326,  27  s.  anm. 

(vergl.  P.  XXVII,  172).  29  stalt  sich  .  .  ]  le  soleil  qui 
estoit  tout  trouble  ä  cause  de  la  mort  des  Chrestiens ,  devint 
clair  comme  devant  et  s'arresta  .  .  (=  P.  XXVII,  174).  36 
Karly  gsach  . .  ]  Ch.  chevauchoit  hastivement  et  en  son  chemin 


XLIX 


apperceut  .  .  (vergl.  P.  XX Vn,  177).  327,  7  und  alle  .  . 
gsin  sinrj]  Ästolfo,  le  Duo  Anseaiirae,  Berengier,  Richard  Duc 
de  Norraandie,  Samsoii,  doiit  le  nolile  Roland  cuida  sortir  liors 
du  sens.  Le  comte  Egibart,  (Jautier  de  Milon,  Aiijoii  du  Maas, 
le  Comte  Angevin,  Octe,  Gaudebeuf ,  Marc  et  Matthieu  de  S. 
Michel,  et  Baudoiii  fils  du  traistre  (4aneloii ,  auquel  il  avoit 
baüle  la  cotte  d'arraea  de  Marcille,  parquoy  les  Payeiis  rie  Iny 
touchojent:  tnais  Roland  luy  dit  qu'il  le  faisoit  pas  lascliete, 
et  quand  il  s'entendit  appelter  lasche,  il  mit  jus  la  cotte  d'artue, 
et  incontinent  par  nn  Roy  Payeu  il  fiit  mis  a  mort.  Jamais 
bataille  ne  fut  si  luortelle,  car  de  toua  vos  ^ens  il  n*est  de- 
lueure  qiie  l'Archevesqne  T.  .  .  (verorl.  P.  XXVII,  181  —  183; 
3~  vinten  8.   LIV).  28  verrettery]  trahison    qui    est   la  pire 

cliose  qui  puisae  estre  en  uu  noble  coeur.  38  rytten]  dar- 
nach: et  la  premiere  ehose  nnns  ilerons  enterrer  Ics  morts  de 
p»«iir  que  les  iiestes  sauviif^es  ne  les  devorent  (vergl.  P.  XXVII, 
1  Sl).  328,  14  zerhowenj  darnach  :  les  autres  ravoyeiit 

Ctlfn  köpf)  separe  hors  du  corps  (vergl.  P.  XXVII,  198). 
1  8  r.  were]  darnach:  taut  de  boyaixK  hors  du  ventre,  tant  de 
cervelles  respandues  (=    P.  XXVII,  199).  329,  20  f. 

®«  oben  8.  XXXII.  330,  16  ersach]  darnach:  il  le  cogneut 
».  Tenseigne  (=  P.  XXVII,  224).  26  fiel]  darnach;  puis  re- 
t-ira  sa  lanee,  de  laquelle  il  tua  un  antre  Payen  {vergl.  P. 
^^VII,  228).  30  inn  zeräehenj  je  vengeray  sa  mort  et  des 
^Utrci?  Chrestiens.  Ce  jour  TErapereur  Ch,  se  monstra  fort 
^^illant  et  mit  beaiicoup  de  Sarrazins  ä  mort.  331,  10 

^*irragos.saJ  S.  oii  sVatoit  retire  Marcille.  21  am  R.J  dar- 

"^acli  in  F:  II  (Marsilia)   penaoifc    que  ce  fut  Reguaut  qui  eut 
'i^^'lque  peu  de  gens  avec  luy,  car  jamais   il  ne  se  fut  doute 
M'ie  Ch.  fut  v<?i  tost  venu,  ne  qu'il  eut  eu  si  grande  compagnie, 
'1  ne  scavoit  rien  de  la  dcsconfifcure  du  Roy  Aigolant   (vergl. 
^'.  XXVll,  238).  332,  2  Wann  er  .  .  ]  il  ae  douta  bieu 

^[ii*  l'Empereur  y  estoit ,  parquoy  il  .  .  4  Renguold]  lt. 
^k»it  en  la  grande  place  de  la  ville,  oü  il  mettoit  a  inort  tous 
t*'«  qu'il  trouvoit,  aaas  espargner  jeune  ne  vieil,  petit  ny  grand. 
'>gier  .  .  (vergl.  P.  XXVII,  243).  6  der  b.  Türpin^ .  .  f. 

Sek]  Le  bon  Archevesque  T.  en  celle  uaict  fit  un  mouH  grand 
et  merveilleux  meurfcre  des  dicta  mescreans  in  fidelies,     L'Km- 


pereur  Ch.  accorapagne  flu  Duc  Naymes  de  Kaviere  ,  tenoit 
Durandal  en  sa  main  toute  taiiicte  du  saug  des  miiudicfcs  Payeua 
(vergl.  P.  XXVII,  244),  13  das  mm  .  .  zehören]  Qui  euib 
eutendu  les  piteux  eris  et  lamentations  qui  se  faisoyeut  cJp  ceux 
de  la  viile,  c'estoit  pitense  cliose  ii  ouyr.  Ceux  qui  enbendent 
ceöte  histoire  peuvent  nssez  entendre  la  grande  desolafciou  que 
Celle  Euict  fnt  eu  la    cite   de   Sarragosse.  28    f.  wardend] 

darnach :  Ei  quand  la  Royne  apperceut  la  destructioo  de  la 
cite  et  sceut  la  prise  de  aon  mary,  eile  fut  fort  troublee  et 
crioit  qu'on  la  fit  müurir  coniine  Royne  (vergl.  P.  XXVII,  249). 
333,  I  a.  ertödt|  darnach:  excepte  les  Chrestiens  qui  y 
fureut  trouTex  A  h.  kikid]  pour  se  retirer  et  sauver  la  proye 
21  daran]  darnach  in  F:  Hier  chacun  faisoit  ce  que  tu  com- 
mandoisj  orea  tu  es  aub)etit  au  inoindre  qui  y  soit,  et  personne 
ne  feroit  rien  pour  toy.  30  BlanchardiuJ  Bl.  et  Falseron 

{=  P.  XX VII,  278).  335,  17  inn  alle  w.]  en  tous  les 

pays  eirconvoisins  (=    P.  XXVII,  287).  336,  8  ff.  Her, 

ich  b.  iich  .  .  ]  F  ist  viel  ausführliclier:  Sire,  je  voua  supplie 
que  me  recompensiez  de  toua  les  Services  que  je  vous  fis  oncques, 
qu'il  vous  plaise  de  me  donner  uo  don ,  lequel  ue  sera  pas 
giand.  Quand  Cbarlcnmgne  entendit  R.,  il  le  fit  lever,  et  luy 
dit:  (ientil  clievalitir ,  demaudez  ce  que  vous  voudrez,  et  si 
bonnenient  le  vous  puis  donner,  il  ne  vous  eera  pas  refuse. 
Sire,  difc  R.,  c'est  qi^ii  vous  plaise  de  me  donner  la  comuiission 
de  faire  ia  justice  du  faux  trniatre  G.,  qui  tatit  de  fois  vous 
a  trahy  et  tous  ceux  du  Hoyaume  de  France,  Sire,  dit  le  Duc 
Nayoiea,  octroyez  luy :  car  il  en  fera  bieu  la  punition.  Le 
Roy  luy  octroya.  14  für  K.]  darnach:  tont  lie  de  bonnes 

ebaincs  de  fer,  ayant  la  hart  au  col  ,  comme  digne  de  niort 
(vei'gl.  P.  XXVIII,  8).  342,  16  der  b.  inn]  Cos  Lombards 

faisoyent  beaucoup  d'enniiy  au  S.  Siege  Apostolicqne,  Et  estoit 
pour  lors  Pape  de  R«me  Adrian  komme  de  grande  sainctete 
et  de  haute  science,  il  mauda  h.  Charles  qu'il  le  vint  secourir 
(vergl.  P.  XX VIII,  75).  Pour  abbreger  nostre  histoire,  Cb. 
exiirpa  les  Lombards  d'ltalie,  et  pacifia  le  S.  Siege  Aposto- 
licque,  et  le  Pape  Adrian  luy  donua  de  beaui  privileges,  passez 
par  le  Concile,  celebre  par  plusicurs  saincts  peres  en  FEglise 
de  Lateran ,   ainsi   qu'il   apport  au   Decret ,    en    la    distinctiou 


I 

I 


I 


LI 


Sofxante  et  troisiesinp,  qufisi  par  tont.  Plusieurs  antrea  choses 
je  ponrrois  escrire  des  oeuTrea  et  hauts  faits  de  Ch.  le  grand, 
tant  de  sa  corpuleiice  et  de  sa  force,  comrae  de  sa  maniere  de 
vivre:  niais  je  mVn  doporte,  pource  qn'il  se  trouve  a«x  Chro- 
nii|iies  de  France,  ruesmemeut  en  Celles  que  composa  maiatre 
Robert  Gaguin,  ministre  de  l'ordre  de  ia  saincfce  Trinite,  Hi- 
storiograplie  du  Roy  de  France  Loys  ouziesme :  laquelle  Ciiro- 
nique  a  este  depnis  ppu  de  temps  translatee  de  Latin  en  Krau- 
^ois,  et  nonvelleraent  imprimee.  Parquoy  qui  voudra  voir  les 
hauts  faicfcs  de  rEinpiireur  Cb.  et  de  toua  les  antres  Roya  de 
France,  qu'il  voye  ladicte  Chroniqne:  parquoy  ce  seroit  une 
redite  d'escrire  ce  quil  est  conteiiu  eii  icelle.  Darauf  folgt 
der  s.  XVII  mitgeteilte  sclilufi. 

Wir  komoien  zn  den  zns  ätzen  von  D  gegenüber  F. 
Solche,  in  denen  I)  mit  P.  übereinstimmt,  die  also  gegen- 
über V  keine  zusätze  sein  können,  wurden  bereits  s.  XVIII  ß\ 
aufgezählt.  Unter  den  filirigen  erwähnen  wir  zunächst  einige, 
welche  sich  durch  gröljern  nrafang  anszeiclinen.  Hierher  ge- 
hört, wie  acbon  früher  bemerkt,  dtm  f^anze  2.  kapitel  von  D, 
d;\8  von  Karls  des  großen  persönlichkeit  und  lebensweise  handelt ; 
nn  der  Kuletzt  angeführten  stelle  lehnt  ea  F  geradeau  ab,  über 
diesen  gegeuätaud  zu  sprechen,  weil  man  anderawo  darüber 
nachlesen  könne.  Die  quelle  des  genannten  kapitels  ist  einer- 
seits die  chronik  des  falschen  Tiirpin  ,  anderseits  das  leben 
Karls  von  Einhard.  .3,  11  bis  4,  3  entspricht  zieiulieh  genau 
Turp.  kap.  XXI :  De  persona  et  fortitudine  Caroli ;  das  folgende 
(4,  3  bis  17)  ist  weitere  ausfiihruug  von  Turpins  'Erat  donis 
largissimus,  jndiciis  rectis-simus,  lociitionibns  Ineulentus.*  Zu 
4,  7  ff.  vergl.  Einhard  kap.  XVIII  (Mater  quoque  ejus  Bor- 
ti)rada  in  magno  apud  enm  honore  consenuit);  «u  4,  21  ff. 
kap.    XIX    (Liberoä    suos    ifca    censuit    inatituendoa   etc.);    äu 

4,  ul  ff.  kap.  XXV  (Teniptabat  et  scribere  etc.);  zu  5,  1 
bis   8    kap.    XXVI I    (Circa   pauperea    susteutaudos    etc.);   zu 

5,  8  bis  11  kap.  XXII  (C<»rpore  fuit  aniph»  etc.);  zu  5,  11 
bis  24  kap.  XXLV  (Caena  cotidianu  etc.) ;  au  5,  35  ff.  kap.  XXt 
uud  zu  5,  37  ff.  kap.  XVI  (Cum  Aaron  rege  Persamm  etc.). 
33öf  20  bis  337,  25  schiebt  D  den  kämpf  des  herzogs  Tlmring 
vou  Ardamiia  mit  l'inabel    ein;    eine   besondere   quelle  dieses 


und  des  damit  zusammenhHngent 
16  bis  21  habe  ich  nicht  gefnnilen.  Weiter  feblt  in  F  die 
Vision  Turpins  (=  Turpin,  kap.  XXXH)  und  die  beschreibung 
von  Karla  begräbnis  (340,  29  bis  341,  26);  doch  ist  die  aus- 
lassuug  wiederum  ausdrücklich  begründet:  Je  ne  parle  point 
de  sa  mort  glorieuse,  comment  eile  fut  aunoneee  ä  rArcbe- 
veaque  Turpin,  ne  aussi  de  la  magnificence  et  richeaae  de  sa 
sepulture,  car  plusieura  livrea  en  sont  tous  pleins,  comnie  ie 
Miroir  Historial  et  les  Chroniques  des  Roys  de  France;  par- 
quoy  d'en  plus  parier,  je  m'en  deporte  pour  le  present. 

Daau  komnieu  eine  grofae  zahl  kleinerer  zuaätze^dieich  wieder 
der  reihe  nach  aufzähle ;  von  solchen,  die  ganz  und  gar  bedeutuaga- 
lo8  sind,  wird  wie  gewöhnlich  abgesehen.  Zu  dem  Verzeichnis 
8.  XVIIlff.  werden  sich  dabei  noch  vereinzelte  nachtrage  ergeben. 

0,  27  tf.  3.  anui.  Drei  der  in  F  fehlenden  namen  (Asfcolfo, 
Kiehart  von  Normandia  und  Balomon  von  Brettania)  erwähnt 
auch  P.  I,  9  f.  7,  38  Gerold  =  Gherardo  P.   I,  13. 

8,  9  das  .  .  kam,  9,  12  f.  inu  dem  .  .  .  wie  ein 

schlos.       17  f.  s.  anni.       25  und  och  umni  apya.  10,  7 

ff.     Der  verwundert  .  .  u.  giengend.       36  Wannd.  tn.  sterben. 

11,  34  f.  mit  ,  .  da  har.  12,  16  f.  die  ich  .  .  g. 

hab.  16,   18  f.  als  ring  .  .  a.  gethän.  18,  2  f. 

inn  u.  a.  naramen.         17  kriegern.  20,  13  mit  mechtig- 

keyt,         24  zuo  beden  s.  23,  7  zuo  R.  (vergl.  P.  11,  33). 

31  f.  und   Kuolland  .  .  seh.  wärend.  24,  10  f.     Do  sy  .  . 

darab.  17  hoffertigen.  25,  1  starcken.         2  nach . . 

labe.        5  gegen  .  .  1.  zuo,  26,  2  und  1.  i.  uf.         12 

zuo  u),  mallen.  28,  15  f.  das  rain  nammen  .   .  und 

wüssend.  29,  16  zuo  imm  selbs,  30,  16  von  w.  här 

(vergl.  P.  III,  6),  32,  19  von  dennen  i.  d.  st.  33,  6 

ina  die  h.       38  sine  frönd.  34,  13  s,  anm.  35,  4 

in  die  klus.  36,  3  das  best  ,  .  w.    was,         32  f.  do 

gieng  .  .  end  (vergl.   P,  III,  53).  42,  30  Er  .  .   mir, 

43,  9  ff.  Ollyfier  .   ,  mögend,  44,   1  Sy  .  .   z.  ah. 

10  die  folgenden  vier  kapitel  sind  an  zusätKen  außergewöhn- 
lich reich,  doch  sind  die  meisten  für  die  erzählung  gauz  un- 
wesentlich. 21  gegen  den  d.  h.  22  0  wee,  wee!  23  herfczog. 
24  guotter.       2S  f.  Und  ist  .  ,  kommen.         34  f.  das  ein  .  . 


I 

I 

I 

I 


I 
I 


LHI 


6.  sol.  45,  8  ff.  wurdend  .  .  w.  Also.  15  vast  a. 

16  mir  m.  g.  M.  20  Her  küiiig.  26  mit  d.  h.  u,  g.  M. 
B2  zuo  der  ee.  Ich  hoff  .  .  Machmetz.  46,  3  f.  d,  och 
raine  g.         12  f.  Das  .  .  thuon.         17  f.  do  w.  sich  d.  d.  h, 

32  f.  Und  der  kiinig  .  .  daz  thär  wjder>  34  u.  wobt  n.  f. 
gän.  47,  7  f.  das  Doon  .  .  im  brau.  27  u.  namü  i. 
s,  b.  h.  36  f.  Aber  er  .  .  tod  were;  vergl.  48,  2  f. 

48,  6  vast  groß.  10  vor  imm  st.  21  mit  ü.  g.  a. 

30  ein  wenig.         34  f,  desglichen  .  .  v.  och.  49,  21  so 

.  .  mocht.         22  f.  des  k.  C.  t.         29  daucken  .  .  höchsten  u, 

33  f.  wann  .  .  beschechen.  50,  5  f.  nach  w.  e.  n.  trincken, 

§inn  sin  k.         17  das  sy  .  .  i.  ward.         25    dunckt  mich. 
51,  22  0  her  k.  C.         23  So  w,  i.  s.  erfröwt.  2ö 

gewöBlicb.         27  by  guotten  t.         28  verflUechfcen.         31  u. 
aller  d.  52,  8  so  lange  z.         13  wend  -  .  überkommen. 

16  wären  g.  und.         18  u,  d.  iiwern.         23  rätten  .  ,  das 
24  almeehtigeu.         26  üch  .  .  underthannen.        29  ff, 
,  .  zeletst.  53, 2  nach  von  T.       3  güettiger.      38 

der,  55,  16  darzuo  a.  1.  56,  S  wunderbarlich. 

18,  7  und  hunger.         71,  37  sprach  ,  .  rächen.        73,  35 
JcJi  nach.  74,  6  guldinen.  75,  6  das  ich  .  ,  laß. 

9  f.  der  fiert  ,  .  vettern  (vergl.  P.  VIII,  3).  12  und  M. 

13  mit  gr.  p.  18  u,  in  u.  gehept.  76,  6  wie  ein 

tätzer.  77,  18  bis  21  wann  er  .  .  Eengnold.  78,  10  f. 

^-  wirt  .  .  verjächen.  81,  6  f.  Etlich  .  .  anthuon 

(vergl.  P.  VIII,  37).         12  f.  Lyonffant  .  .  umm  u.  umm. 

84,  14  Nein  apr.  A.       IG  f.  Das  .  .  erachräcken.         87,  30 

^OD  Peyern,  ebenso  88,  17.  Üö,  31  f.  Wann  .  .  p.  kom- 

t>ien.  97,  18  s.  anm.  99,  16  u.  vaat  wol  b.       30  f. 

^ie  wol  .  .  töden.  100,  23  f.  ir  niüeßtentz  .  .  ab  spät, 

105,  29  Sanders  .  .  haben.  108,  21  f.  und  hab  .  . 

igloren.  119,  10  f.  daz  eines  .  .  g.  werd  (vergl.  F.  X,  123). 

|B    123,  2  wann  .  .  d.  Morgant  (vergl.  P.  X,  151).         27  f. 

'^ber  .  .  thuon.  129,  26  der  was  .  .  rytter.  131,  30 

"^as  .  .  sagen.  134,  11  Gerechter.  135,  24  inn 

nl  kr.         138,  4  f.  Er  ertzeigt  ,  .  im  ist.  143,  34  f. 

^ffder  .  .  land  was.  145,  37  danckefc  im.  147, 

ß«  soldan  .  .  d.  raöchtend.  150,  18  f.  hat  nut  . 

Morgukt  der  riaie  ^ 


31  ff.       ■ 


LIV 

153,  25  f.  wann  er  .  .  sägeß.  154,  37  und  nach  .  . 

w.  uf.  160,  4  oder  L.  169,  18  f.  Des  . .  erschräckend. 

23  f.  zum  .  .  mocht.  178,  12  das  er  .  .  streyt. 

ISO,  18  an  arbeyt.  182,  20  untz  .  .  drü  was.         184,  2 

die  ye  u.  e.  wärend.  186,  9  ir  s,  w.  190,  3  gnnog. 

192,  32  ich  mag  .  .  g.  ward.  196,  17  Also  .  .  end 

198,  22  dann  sterben.  201,  31  uß  f.,  er  e.  im. 

202,  23  sy  m.  st.  206,  4  zestrytten.         24  Sallin- 

corny.  207,  33  mit  der  zyt.  208,  11  f.  was  fro 

und.        32  hündischen.  210,  38  mit  gr.  bluotvergiessnng. 

211,  20  Das  w.  im.         22  inn  die  T.  rytten.  213,  8 

wann  .  .  seh.  lang.  220,  5  des  ersten  st.  229,  34 

Aber  .  .  Astolfo.  230,  15  darumm  .  .  erlössen.        37 

grassammen.  231,  3  Ruolland.       38  und  hagel.       233,  11 

andre.  29  Er  aß  v.,  wann.  234,  15  üwer  tag.  33  f. 
kurtzumm  .  .  n,  thuon.  235,  11  Das  .  .  wol.         37  sy 

bettend  m.  o.  nüt;  ein  unglücklieber  zusatz  im  hinblick  auf 
das  vorhergehende  >junckfrowen< !  239,  20  das  es  n.  w. 

sig.  242,  20  inn  aller  w.  243,  3  inn  truren.      36 

das  im  .  .  ü.  was.  248,  25  so  .  .  hininn  und.  252,  35  f. 

Wann  der  .  .  merret.  254,  19  wie.  259,  6  das 

ichs  z.  wyll.  264,  7  f.  das  was  den  t.  265,  11  von 

sinen  br.  (vergl.  P.  XXII,  220).  267,  27  f.  das  kein  .  . 

sigend.  269,  18  Sy  w.  w.  270,  16  f.  und  wohin 

er  w.  280,  7  f.  darzuo  öcb  .  .  rüste.  282,  37  volck 

an  volck.  283,  26  f.  Das  .  .  wol.  284,  12  wyß. 

31  aber  iren  .  .  g.  mocht.  285,  31  untz  .  .  knüw. 

288,  18  f.  Ächa  .  .  zuo  im  thet.  309,  35  mit  sim 

sper.  38  S.  s.  anra. ;  einen  der  in  F  fehlenden  namen  (God- 
fryd  uß  Burgundia  =  Guottibuoffi)  erwähnt  auch  P.  XXVI,  64. 

312,  29  mit  w.  volck.  323,  37  ich  bin  zornig  .  . 

gedult  (vergl.  P.  XXVII,  119).  325,  8  kilngrich.        11  ff. 

s.  anm.  326,  11  f.  und  wol  v.       27  ff.  in  das  verzeich-' 

nis  der  gefallenen  Christen  hat  D  auch  die  namen  aufgenom- 
men, die  Thuring,  Rolands  Schildknappe,  in  F  an  der  von  D 
ausgelassenen  stelle  seines  berichtes  über  die  Roncevalleseh lacht 
anfahrt  (oben  s.  XLIX) ;  doch  ist  die  reihenfolge  ganz  verändert. 
Dazu  kommen  dann  noch  eine  anzahl  namen,  die  weder  F  noch 


LV 

P.  kennt,  auagenoramen  Hug  ufi  B.  und  Aniou  von  B.  (a.  a.). 
336,  11  f.  s.  anm.     339,  2ü  ff.  s.  anm.       341,  32  Offrius 
und  H.  g.  (s.  u,).     37  fi.  s.  anm. 

Sehr  oft  weichen  D  und  F  auch  sonst  in  einzelheiteu  von 
einander  ab.  Ich  verzeichne  zunächst  die  eigentlichen  wider- 
spräche zwischen  beiden,  und  «war  vorläufig  mit  ausschluß 
der  namezt,  da  von  diesen  nachher  im  Zusammenhang  die  rede 
sein  wird.  2,  18  das  volck]  le  Pape.  9,  15  Der 

brnodern  einer]  l'ahbe;  s.  anm.  zu  9,  30.  37.         10,  2  s.  anm. 
15,  33  8.  anm.  21,  3  s.  anm.  {F  =  P.  U,  19). 

22,  1  3.  anm.  (vergl.  P.  II,  24).  23,  8  darf]  veux 

(=  P.  II,  33).  25,  8  schwertachlegen]  coups  de  bastou 

(=  P.  II,  41).  38,  2  8.  anm,  40,  15  nie]  de  longtempa 
(verRl  P.  III,  79).  26  s.  anra.  (F  =  P.  IV,  4).  46,  20  fflr 
der  stat  thär  ußj  jnsques  ä  la  porte  (=  P.  IV,  57).  49,  5 

und  den  köpf  .  .  ]  qu'ils  missent  le  chef  aur  la  principale  porte, 
a  Celle  fin  que  chacun  le  peust  veoir  (=   P.  IV,  76).  13 

3.  anm.  (P.  IV,  77:  in  marmo  d'oro).  ^  50,  26  mich  dunckt 

gQot]  s'il  vous  serable.  57,  36  fier]  trois.  58,  2  f. 

Wann  ir  .  .  kommen]  car  en  ce  desert  oü  vous  estes,  ne  trou- 
Terez  de  quatre  Jours  que  manger  ne  que  hoire  (=  P,  V,  32). 
60,  37  fier]'  deux  ou  trois  (P.  VI,  28:  motto).  63,  12 

was  willig]  fut  contrainet  de  3'en  retonrner  ...  Da  auch 
fi  VI,  48  »contento«  hat,  liegt  nahe,  in  »contrainet«  einen 
dmckfehler  für  »content«  zu  sehen.  68,  31  Her]  cinq 

(verirj.  P,  VII,  26).  78,  7  wenig   kriegslüt]   poiat  de 

gennj'armes  qui  liiy  puissent  nuir  (=  P.  VIII,  20).  96,  36 

8.  anm.  105^  23  s,  anm.  119,  10  alle  .  .  sollend 

sin]  ay  este  depiaisant  (=   P.  X ,    123).  121,  12  der 

schand]  de  la  bonte;  doch  ist  dieses  wahrscheinlich  druck- 
fehler  för  »honte«.  138,  1  und  schruwend]  et  Ästolf 

alloit  criant.  140,  32  fier]  trois.  160,  14  den  botten 

T-]  eut  laue  la  lettre  (vergl.  P.  XIV,  36).  1G3,  36  zwen] 

•Jix.  169,  7  s.  anm.  (P.  XV,  70:    la    notte   segnente). 

173,  24  s.  anm.  (P.  XVI,  19:  questo  gioriio).  174,  4 

s.  anm.  (F  =  P.  XVI,  26).  19  könheyt]  promesse,  jedes- 
falls  verdruckt  für  »prouesse«  (vergl.  P.  XVI,  29).  175,  3 

».  anm.  (F  =  P.  XVI,  40).  177,  8  s.  anm.  (P.  XVI,  64; 

4* 


LTI 

per  viltä).  185,  33  s.  anm.  189,  16  s.  anm. 

195,  16  s.  anm.  207,  9  sy]  Regnaufc.  212,  26 

s.  anm.  213,  13  s.  anm.  36  darumm]  yous  savez 

(vergl.  z.  16.  19).  237,  21  s.  anm.  240,  19  uff  die 

himschalj  sur  le  visage  (P.  XXI,  134:  nelle  tempia).  26 

das  Dyomedes  .  .  ]  qu'Astolfo  brisa  sa  lance  sur  rescu  de 
Diomedes,  lequel  fut  tellement  attaint  .  .  (yergl.  P.  XXI,  136). 

29  s.  anm.  242,  3  s.  anm.         8  Do  sy  d.  w.]  en 

allant.  245,  6  s.  anm.  264,  17  zyt]  plaisir. 

270,  16  inn]  leur  demanda   qu'ils   estoyent.  275,  4 

8.  anm.  280,  25  s.  anm.  287,  26  üff  das  hat  .  .  J 

nous  avons  scen,  comme  Anthee  est  venue  vous  assieger  en 
vostre  cite  de  Paris,  mais  ä  ce  que  j'ay  entendu,  eile  n'a  pas  . . 

288,  27  stuondend  sy  .  .  ]  eile  (Anthee)  mit  pied  h  terre 
et  les  salua,  en  leur  faisant  grand  honneur  comme  celle  qai 
bien  le  scavoit  faire  (=    P.  XXIV,   172).  304,  33  s. 

anm.  305,  27  kein  söUiche  sp.]  nulle  viande.         35  mine 

vettern]  mon  cousin^  Roland  (P.  XXV,  222:  il  mio  gentil 
cugino.  309,  21  s.  anm.  312,  19  Die  heyden  ver- 

samlettend  sich  .  .  ]  L'ost  des  Payena  s'estoit  retirö  quand 
ils  apperceurent  venir  Regnaut;  parquoy  Roland  rallia  .  . 
(vergl.  P.  XXVI,  103  f.).  314,  25  by  dem  heim]  par  la 

teste  (P.  XXVI,  145:  per  le  chiome;  Roland  hatte  Polimites 
den  heim  abgeschlagen).  316,  30  wann  .  .  nüt]  car  Reg- 

naut estoit  si  furieux  qu'ils  n*espargnoit  nul  des  Payens  (vergl. 
P.  XXVII,  24).  318,  16  hinderwertz]   par  les    costez 

(=  P.  XXVII,  59);  8.  z.  35.  319,  33  Die  wußtend  .  .] 

Regnaut  ne  scavoit . .  (=  P.  XXVII,  73) ;  vergl.  oben  s.  XLVIII 
zu  319,  26.  322,  7  s.  anm.  326,  4  f.  do  sagt  er 

.  bl.  hetten]  il  ne  respondit  pas  une  parolle.  338,  12. 

13  8.  anm.  339,  22  imm  nachfolgenden  b.]  en  un  autre 

livre.  D  verweist  auf  die  den  2  teil  der  hs.  bildende  ge- 
schichte  von  den  Haimonskindern,  deren  Übersetzung  also  be- 
reits beabsichtigt  ist.  340,  8  s.  anm.  25  im  manott 
Mertzen  .  .  acht  hundert  und  zwentzig  und  drü  jär]  Van  huict 
cens  quinze  (=  F.  XXVIII,  110). 

Von  besonderer  bedeutung  sind  die  abweichungen  in  den 
namen.     Die   hierher  gehörenden    auslassungen   und   Zusätze 


Tön    D   sind    bereits    verzeichnet    worden.      Die   letztern   ent- 
!    halten    eine    ganze    anzahl    namen,    welche    in     F    und    P, 
überhaupt  nicht  vorkomraeu:    Lauiprecht,   fürst    iun  Brüssen 
6,  28.     Es   geht   kaum    an ,    darin    den    später  mehrfach    er- 
scheinenden   ,Lainprecht,    künig   zno    Bonrges'   zu   erblicken. 
D     liebt    es    zwar ,    wie    wir   sehen    werden ,    fremde    eigen- 
namen    zuverdeutschen ,    und    macht    dabei    oft    wunderliche 
Sprünge;    aber    der    unterschied    zwischen    den    beiden    Orts- 
namen   ist    doch    zu    groß,    um    sich    ohne    weiteres  dadurch 
erklären  zu  lassen.     Näher  liegt  es,   an  , Lambert,    prinee  de 
Bruxelles'  zu  denken,    den  die  »Conquesfces   du  graut  Charle- 
magne«  der  Bibliotheque  bleue  (nach  L.  Gautier,  Les  epopees 
franjaises  III,  186  amn.)  unter   den    paladiiien  Karls  nennen. 
—  Gödfryd,  künig  zuo  Bordellus  6,  28 ;  offenbar  identisch  mit 
dem  au  der  eben  angeführten  stelle  vorkommenden  ,GeofFroy, 
seigneur  bourdelois'.  —  7,8  heißt  ßolaud  »gräf  zuo  Ceaon- 
aiat;  diese  bezeichnung  findet  sich  weder  in  P.  noch  F,  wol 
aber  z.  b.    bei    Turpin   kap.    XII    (comes    Cenomanensis)  und 
wiederum  in  den  »Conquestes  du  grant  Charlemagne«  {comte 
de  Cenonta?;  Gautier  a.  a.  o.}.  —  9,  18  erscheint  ein  ,herzog 
Gödfryd  von  Thaanemarck'  unter  den  geschlech tagen osaeu  des 
abfces  Kleramunt;    nach  Gautier  a.  a.  o.  wird   im    »Simon    de 
Poüillet   ein  ,Geoffroy  de  Dänemark'  unter  den  gefährten  Karls 
erwähnt.  —  Hoal,  Hoel  von  Nantes  325,  14  u.  s.  w.  =  Oellns 
comes  urbis,   quae    vutgo   dicitur    Nantas  (Turpin  kap.  XII); 
Hoel,  comte  de  Nantes  (Oonquestes  du  grant  Gh.,  nach  Gautier 
a-  a.  0.).  —  Die  totenliste  329,  27  ff.  beruht  zum  größteu  teil 
auf  Turpin  kap.  SXIX  f. ;  daher  stammen  vor  allem  auch  die 
aainen ,   die    D    vor    F   (und    P.)    voraus    hat.     Freilich  nicht 
direkt,    sondern    durch    französische  Vermittlung,    wie   einige 
namensformeu    beweisen    (vergl.  auch  Hoel) ;    D    schöpfte   sie 
eben  aus  seiner   vorläge.     Hierher    gehören:    Der   küuig   von 
Daasia  329,  28,  ohne  zweifei  zurückgehend  auf  Turpins  ,Oge- 
rins  rex  Daciae* :    der   beiname   wurde  als  selbständiger  name 
anfgefaßt,  aus  ,Daciae'  durch  umdeutung    oder  misverständuis 
td'Asie'  (den  beweis    liefern    wieder   die    mehrfach    erwähnten 
>Coüqueste8  du  grant  Gh.«:  Ogier  le  Danois ,  d'Asie),  und  D 
Terschmolz  dann  wie    auch    sonst    präposition    und   subatautix 


Lvm 

zu  einem  wort  (a.  anra.  zu  2,  26).  —  Crystianus, 
Brettanya  329,  28 ,  verderbt  aus  ,Ara8tagnua  rex  Brittaniae' 
(Turpin),  —  Der  künig  Elargiua  von  Ackyttanya  329,  29, 
entstellt  aus  ,Engelenia  dux  Äquilaniae'  bei  Turpin  ;  ,Engelier' 
in  den  Chansons  de  geste.  —  Der  hertzog  von  Lutfcrinuien, 
der  hertzog  Gerian  329,  33 :  wiederum  ist  ein  beiname  zum 
selbständif^en  namen  geworden  ;  vergl.  ,Garinu8  dux  Lotharin- 
giae'  bei  Turpin,  ,Gueriü,  duc  de  Lorraine'  in  den  »Conquestes« 
(Gautier  a.  a  c).  —  Der  graf  Gallerus  329,  38  =  Galerus 
(Turpin).  —  Älbrecht,  fryher  uJä  Burgundia  3o0,  1  =  Aiberi- 
cus  burgundio  (Turpin  k.  XXX).  -^  Constantinus,  der  probst 
zuo  Rom  .  .  330,  2  =  Constantinus  praefectns  apud  urbera 
Romum  per  mare  delatus,  cum  aliis  muUis  Roiuanis  et  Apu- 
üa,  sepelitur  (Turpiu  k.  XXX).  Dazu  kommen  noch:  Pinabel  ■ 
33G,  33  (s.  oben  s.  LI);  Richart  von  Mondttier  339,  27,  dem  " 
ich  sonst  nirgends  begegnet  bin;  Wienn  340,  31  ~  Vienna 
(Turpin  k.  XXXII);  Ofi'rius  und  Heinrich  341,  32:  genau  so  1 
heißen  die  beiden  bastardbrüder  Karls  in  W.  Zielys  Über- 
setzung des  romans  von  Valentin  und  Orson;  das  original 
(Lyoner  druck  von  1489}  bietet  dort  , Hauffroy'  und  , Henri',  I 
eine  der  zahlreichen  eutstellungen  aus  ,Rainfroi'  und  ,Heudri', 
wie  die  namen  in  den  altern  quellen  lauten.  Dieselben  oder 
doch  ähnliche  formen  muß  der  Übersetzer  in  seiner  vorläge  ge- 
funden haben,  wenn  man  nicht  annehmen  will,  er  habe  hier  Ziely,  ■ 
dessen  arbeit  ihm  wol  bekanut  sein  mochte,  benutzt,  —  Auch 
eigentliche  Widersprüche  sind  nicht  selten:  ,Naymea'  und 
jOgier*  ersetzt  D  überall  durch  ,Änse8'  und  iGergis^  Eine 
befriedigende  erklärung  vermag  ich  dafür  nicht  zu  geben. 
Sicher  scheint  mir  nur,  daß  die  abweichung  auf  den  einfluß 
einer  deutschen  quelle  zurückzuführen  ist  und  darum  vom  Über- 
setzer herrührt ;  vergl.  Konrads  Rolandslied  v.  8285  f.  (aus- 
gäbe von  Bartsch)  und  die  form  ,Gergis* ,  die  meines  wissens 
in  französischen  quellen  nirgends  belegt  ist ,  wol  aber  z.  b. 
beim  pfaffen  Konrad,  Stricker  u.  s.  w.  —  Die  gemahlin  ßo-  ■ 
lands  heifit  in  D  mit  einer  einzigen  ausnähme  (321,  29)  ,Dio- 
geuna',  in  F  entspricht  au  fünf  stellen  (zu  137,  32.  33;  138, 
30;  141,  10.  17)  ,Diogene',  sonst  ,Aude  la  belle'  (=  ,Alda 
la  bella'  bei  Pulci).     ,Diogene'  beruht  vielleicht  auf  einer  rer- 


I 

4 


LIX 


(üggieri)  |  ToUe 
Cortana,  e  poi  tolae 
Rondello ;  vergl  auch 
n,  o2. 


wechslaug  mit  ,Diones',  dem  namen  einer  orientalischen  fürsten- 

tochter,    in  welche   sich  Roland  halb  verliebt  (vergl,  Gautier 

a.  a.  o.  III,  18P-,  427  ff.). 

8,  23  ff.   (Roland)  gieng  (R.)    s'en   alla    en   ime    P.  I,  17    Ad  Ermellma 

zefuoß  uff  ein  scliloa  place...    oia  se  tenoit       moglie    del     Daneae 

oder    vesty    ...   da  Hermeline    la     ferame         " 

Ol  lifiera  frow  Her-  ri'Olivier,    et    ]&    ij 

malina  wSnnet,  und  printArondel  le  i:heval 

namdäArondal.OlH-  d'Olivier.et  Courtain 

fiera    pfert,   und   sin  son  eapee. 
Schwert     fl  o  c  h  e  n- 
k  1  a  r  a, 

Der  umstand,   dafi    D  und    F  ,01ivier^    haben  gegenüber 

,il  Danese'  bei  Pulci,    läßt    auf   einen   fehler   dea  archetyjms 

schtieiäeu  (,01ivier*   statt    ,Ogier').     D  (bezw.    V)    wußte    nun 

aber,  daß  das  Schwert  Oliviera  ,naultjilclara'^  hieß  (vergl.  227, 

29;  318,  18)  und  setzte  daher  hier  und  11,  14;  30,  7  diesen 

namen  für  , Courtain*  ein,   während  F  dem  archetypus  folgte. 

Auf  ähnliche  weise  erklärt  sich  folgender  widersprach: 

114,    8   (Roland)    nam  (R,)   print   Arondal    le   P.  X,  95:  Orlando  tolse 

Arondal,  Olliffiers  cheval  d'Ogier  et  son       Rondello   e  Cortana. 

gfert,  und  sin  schwert  eapee  Courtain. 
ault  aklar  a. 

Nach  8,  23  ff.  hielt  D  (oder  V)  ,Arondar  für  Oliviera 
pferd;  deshalb  die  änderuagen.  34,  25  Poffant]  s.  nach- 

trage, 40,  12  Dooa  von  N.]  hier   und  51,  13;    66,  13 

(^    P.  Iir,  80;  VII,  5)  fügtF  hinzu;  fik  d'Ogier  !e  Dannois. 

190,  22  Allard]  s.  anm.  199,  16  Aliyson]  a.  anm. 

256,  6  Gerold  von  R.]  davor  erwähnt  F  ,Ogier  le  D. 
(=  P.  XXII,  136),  ebenso  z.  10  vor  ,Fyffianus'  (=  P.  XXII, 
138);  z.  11.  17  hat  F  ,Ogier  le  D.'  statt  ,Fiffianua'  (=  F. 
XXII,  138).  295,  7  Sant  Johans  Port]  so  immer  gegen- 

über ,S.  Jean  pied  de  port  (porc)'  in  F.  Die  vorläge  muß 
,S.  Jean  de  port'  gehabt  haben  (=  Sau  Gianui  di  Porto  z.  b, 
F.  XXV,  170).     S.  glossar.  309,  2  BlanchardinJ  a.  anm. 

329,  21  (Karl  lii^ß  Roland)  geng  Blaffes  füeren  vergraben 
iDU  Sant  Rommauus  laichen]  Ch.  fit  porter  R.  pour  estre  en- 
terre  eu  sa  chapelle  en  la  bonne  ville  d'Aix  en  AUemagne 
(=  P.  XXVII ,  220).  D  folgt  wieder  Turpin  kap.  XXIX : 
Rolandum  .  .  usque  Blavium  Carolus  deferri  fecit  et  in  beati 
Romani  baaiiica  .  ,    sepelivit;    doch   spricht   die   namensforra 


LX 

Blaffes  (=  frz.  Blaives)   auch   hier  gegen  direkte  benntzang. 

332,  18  Anses,  Salamon,  Hoel  and  Thüring  von  D.]  Ogier 
le  Dannois,  le  Duc  Najmes  et  le  petit  Richard.  20  Thfiring 
e.  M.]  aussifost  que  Richard  eut  trouv^  Marcille  il  le  print 
et  le  coucha  plat  par  terre  .  .  (vergl.  P.  XXVII,  246)  23 
Hoel]  Ogier  le  Dannois.  338, 14  Blanchardins]  AigoUant. 

340,  2  inn  Ytallien]  des  AUemagnes.  —  Eine  anzahl  ab- 
weichungen  erklären  sich  aus  dem  bestreben  des  Übersetzers, 
auch  die  namen  seiner  vorläge  zu  verdeutschen.  Zwar  trifiFt 
er  dabei  in  den  meisten  fallen  das  richtige;  vergl.  z.  b.  Ach 
(Aix)  ^,  der  Alt  vom  Berg  (le  Vieil  de  la  Montagne),  Anshelm 
(Anseaume),  Arnold  (Arnaut),  Baldowin  (Baudoin),  Bemhart 
(Bemard),  Beringer  (Berengier),  Engelland  (Angleterre),  God- 
fryd  (Geoflfroy),  Hans  (Jean),  Heinrich  (Henri?),  Hugo  (Hu- 
gues),  Jörg  (George),  Lamprecht  (Lambert),  Ludwig  (Loys), 
Meylland  (Millan),  Schwaben  Tütschland  (Allemagne)  u.  s.  w. 
Aber  einigemal  gerat  er  doch  auf  abwege ;  vergl.  Albrecht 
(Albericus,  Aubry?),  Berchtold  (Berthelot,  Bertrand),  Brüssea 
(Bruxelles?),  Gerold  (Girard),  Godfryd  (Gaudebeuf),  Hug  (Guy), 
Kuonrat  (Courant),  Thüring  (Thierry)  u.  s.  w.  Zuweilen  be- 
gnügt er  sich  mit  halber  Übersetzung :  Asperhäf  (Asprecourt), 
Hoch(en)klara  (Hauteclere),  Hochenfueilla  (Hautefueille).  Neben 
den  verdeutschten  formen  finden  sich  hier  und  da  noch  die 
ursprünglichen:  Baudoin  neben  Baldowin,  Guy  neben  Hug, 
Haultaklara  neben  Hochenklara  u.  s.  w.  —  Sonst  ist  über  die 
wiedergäbe  der  fremden  namen  durch  D  noch  folgendes  zu 
bemerken:  Von  zwei  aufeinander  folgenden  vokalen  wird  häufig 
der  zweite  weggelassen;  so  z.  b.  in  Agustus,  Lassanna  (Lau- 
sanne), Maduyt  (Maudait),  Magis  (Maugis),  Muntabant  (Mon- 
tauban);  Amon  (Aimon),  Agremunt  (Aigremont),  Blaffes  (Blai- 
ves) ;  Beffes  (Beuves) ;  Sena  (Seine) ;  Guchard  (Guichard),  Gu- 
dellon  (Guidellon)  u.  s.  w.  Hierher  scheinen  auch  Dobrun 
(Doubrin)  und  Dochier  (Doucher)  zu  gehören;  doch  läßt  die 
vergleichung  mit  den  ital.  formen  Dombruno  und  Donchiaro 
vermuten,  daß  V  (=  A)  *Dombrun  und  *  Donchier  las,  dafi 
also  F  die  namen  ungenau  überliefert;  vei^l.  Manbrin  Mam- 

* 

'  Die  Terweisongeii  auf  den  text  s.  im  glossar. 


brin:  Maiibfint  Marabriiio.  D  hlitte  daan  einfach  den  nasal 
ausfallen  lassen,  wie  in  Muttenyß  (Mont  Cenis),  Pofctiers  (Pon- 
tiers),  Sldonnia  (Sindonie),  Inlautendem  v  entspricht  gewöhn- 
lich ff:  Angeffin,  Beffes,  Blaffes,  Fiffianus,  Poffjg,  Poffant; 
anlantendera  neben  Vj  fauch  w:  Wyllafrancka,  Wienn.  Aus- 
lautendes e  ersetzt  D  in  der  regel  dureli  a,  bezw.  ea,  ia;  ä.  b. 
in  Creonta,  Hermalina,  Roßraunda,  Meridianna,  Forisenna; 
Aldea,  Blondea;  Medussia,  Provantzia,  Grannadia,  Cornillia 
u.  s.  w. ;  sogar  in  Marsillia,  ToUetta.  Zahlreich  sind  männ- 
liche Personennamen  auf  us:  Faspianus ,  Vivianus,  Gallienus, 
Adrianua,  Crjstianus,  Peppinua,  Marckiis  (Mareon),  Taulus 
(Taulas)  u.  s.  w.  Für  Cbarlea  braucht  D  fast  durchweg  das 
iBundarfclichc  Karly ;  vergl.  auch  Saliokorny,  AppoUony.  Nicht 
selten  begegnen  kleinere  oder  größere  Terschiedenheiten  in 
der  Schreibung  eines  und  desselben  namens,  so  bei  Aigollant, 
Allahaster,  Appollony,  Archalyda,  Asperhäf,  Burguudia,  Danne- 
mark,  Galter,  Gilbator,  Guchart,  Haultaklara,  Haultafueilla, 
Hoal,  CafFerus,  Klementza,  Klerammit,  Korador,  Leonnet,  Lion- 
funt,  Mataö'er,  Morycka,  Phiipertta,  Rossepina,  Scipion,  Thiiring, 
Türpin,  Falseron,  Fieramunt  u.  a.  w.  Ungenau  wiedergegeben 
sind  auch:  Ammalucken  (Manimelus),  Anthenis  (Atbenea),  Cor- 
dublya  (Courdoube) ,  Gernier  Garnier  (Guerrier) ,  Faspianua, 
Fregeton  (Fl-)  u.  s.  w. ;  auf  blo&em  verlesen  (t  für  c)  beruhen 
Alletton  (Aleeto),  Muttenyß,  Nithephorus  (Nicephorus).  Über 
Ackaron,  Dardannia,  Lamostant  a.  anm.  zu  2,  26  ;  über  Sabu- 
lon  zu.  195,  14.  Saaaia  309,  17  ist  vielleicht  verschrieben  für 
Dassia  (F  d'Asie). 

Soviel  über  die  namen.  Es  bleiben  nun  noch  eine  reihe 
von  abweichungeu,  die  sich  mehr  bloß  auf  die  ausdrucksweise 
beziehen.  Deshalb  gehen  sie  vielleicht  mit  wenigen  ausnahmen 
nicht  auf  ursprüngliche  verachiedenheit  von  V  und  F  zurück, 
sondern  sind  auf  rechnung  des  Übersetzers  zu  schreiben.  Die 
meisten  der  hierher  gehörigen  fälle  verzeichnen  die  anmerk- 
ungen;  die  folgende  Zusammenstellung  bringt  dazu  nur  noch 
nachtrage :  7,  9  Karlys  1.  scbw.  sun]  nepueu  de  Ch.  D  er- 
innert wieder  an  Turpin  kap.  Xll:  (Rolandus)  natua  ßerthae 
sororis  Caroli  (vergl.  oben  s.  LVII).  9,  19  in  sinen  j.  t.] 

en  8on  temps.  33  so  ist  .  .  band]   nous  te  domierons 


I 


nous  a  donue,  11,' 11  mit  der 

h.]  au  plaisir.  12,  7  sclilefferig]  estourdy.  13,  9 

gyrtt]  eate.  15,  2  der  Krysten)  de  TEgliae  de  Dieu. 

16,  12  sin  b.  zespaanen]  de  tirer  de  son  arc;  P.  I,  63: 
a  trar  coli'  arco.  Möglicherweise  liegt  ein  blo&es  misver- 
ständnis  vor,  welches  durch  das  zweideutige  jtirer'  veranlaßt 
wurde,  18,  30  under  dem  h.]  parmy  la  chambre. 

19,  24  Ordnung]  providence.  20,  2  min  vetter]  sainct 

pere.     Vielleicht  hat    D    aus  religiösen   gründen   geändert  (s. 
oben  8.  XXVIII).  19  geschworen]  dit.  24,  11  lopt] 

remercia.  31  die    h.  hündj    lea  infernaux.  27,   1 

ryttend  u.  g.]    ehern inerent.  19   die   kr.    Sachen]   le  train 

de  guerre.       30  zegwunnen  mit  gw.]  conquester.  30,  23 

mit  V.  zonm]  taut  qu'il  peut  piquer  las  esperona.  31,  32 

wie  das  1.  gold]  comme  fil  d'or.  37,  4  ein  roß  uff  der 

alhneut]  uu  eheval  de  louage.  45,  5  schwerer]  plus  gros. 

6  öcharptf]  fortes,  44,  23  stalt  einen  zuo  r.]  en  arresta    ■ 

un.  4(i,  8  das  unser  .  .  werdend]  que  noua  serous  deux 

ä  un  tranchoir.         10  bat]  dit.  47,  18  erwust]  eugoula. 

49,  19  grussammen]  merveiUeux.  50,  2  an  des  k, 

C.  häf]  en  la  cite.  52,  33  deßgl.  inn  aller  w.  n.  ist]  le    J 

norapareil  du  monde.  53,  35  gehuob  sich]  feignoit.  ■ 

62,  -i  das  er  sich  d.  duckt]  qu'il  le  fit  toufc  chanceller 
(vergl.  z.  5).  7    schauckt]   presenta.  34  zeschedigen] 

d'abbattre.  64,  26  der  begryft  vyl]  lesquelles  sont  de 

grande  admiration.  65,  24  f.  RuoUand  dächt  wol  ,  .  ] 

R.  se  souvenoit  bien  qu'il  avoit  occis  son    frere  L. ,   parquoj 
11  n'estoit  pas  bien  asseure  et  se  repentoifc  .  .  66,  23 

do  erschrack  er  y.  ü,]  il  ne  fut  oncques  si  marry.  67,  80 

so  möcht  n.  d.  w,]   cela  Ten  pourroit   destourner.         35  wie 
es  umm  s.  h,  st.]  en  quel  estat  il  estoit.  68,  15  ufit 

rott]  ne  parloit  point.  69,  21  unwillig  w.  s.j  serez  em- 

pesehe.         30  f.  abend  .  .  morgen]  matin  .  .  soir.  72,  38 

wem  daz  gl.  g.  w.]  ä  qui  fortune  en  donnera,  74,  22    ■ 

daz  ir  .  .  mich  inn  ü.  g.    h.  d.    g.  m.]    que    tu   mettea  en  fca 
memoire  la  grande  peine  .  .  75,  22  früntschafft]  plaisir. 

81,  26  Dennen]  te.  83,  11  umm  ein  h.  h.]  a  la 

valeur  d'un  denier.  86,  27  inn  H.  zell]  en  l'ost  des  Payens ; 


Lxni 

P.  Vlir,  56:  in  San  Dionigi.  88,  4  ^stellen]  abbaisser. 

95,  2  sach]  erabiische;  P.  IX,  42:  trattato.  110,  27 

trunck]  traict.  111,  18  so  wird  ich  d.  a.  1.  ßch.]  je  te 

feray  mal  tes  besognes.  117,  37  fruntlichen]  hniublement. 

121,  6  deu  inerern  teil]  la  iiieilleure  parfcie.  130,  24 

binden]  cornette.  135,  33  fürgieng  o.  v.  w.]  se  disoit. 

136,  18  rüst  dich]  depeache-toj.  138,  5  so  muoß 

im  d,  1.  w.]  j  en  feray  la  vengeance.  144,  9  mit  v.  zoum] 

ä  course  de  cheval.  156,  23  Er  kat  kein  u.J  il  ne  faiet 

poJnt  de  difficulte.  169,  13  f.  daa  sy  .  .  anzegryffen]  eb 

fit  le  contenu  de  la  lettre.  27  duz  er  .  .  bog]  qu'il  l'estonaa 
tout.  176,  22  waz  die  1.  tb.]  quels  sont  les  aigoillons 

de  lamour.  178,  31  vertzoubert]  fait.  181,  lö  bol] 

ibsse.  34.f,  wann  er  .  .  streich]  car  il  se  sentoit  encores 
du  coup.  186,  23  diennenj  faire  plaisir,  ebenso  188,  11. 

193,  4  ewiger]  souverain.  13  wies  umm  ay  st.]  a'ils 

sout  Tifs  ou  morta.  195,  2  min  n.  her]  mon  souverain 

seigneur.  199,  23  dienstbarkeyt]  captirite.       28  der  da 

läpt]  qu!  mouta  janiais  a  cheval.  200,  10  inn  der  r.]  de 

Levaut.  203,  24  diennern]  mammelua.  20  ö,  15  f. 

lälä  .  .  tüden]  face  quelque  injure.  35  gantz  rot]  convert. 

207,  2  Gut  sig  gelopt,  das  .  .  ]  je  croy  que  Dieu  vous 
a  amene.  215,  7  ein  v-  wurm]  un  serpent  aquatique. 

220,  25  f.  des  sieb  .  .  ruemmen]  qu'oncques  Payen  ne  me 
fit  toniber  de  desaua  de  mon  cheval  par  coup  d'eöpee  ne  de 
lance.  228,  6  so  st.  h.  s.  inn]  tant  eile  estoit  puissante. 

254,  20  bissend]  piquent.  256,  28  nach  langem] 

pois.  290,  13  vernüttest]  iaissea.  292,  4  hochge- 

lopt]  triomphaute.  8  aller  m.  und  h.]  treshaut  redoubte 

et  tres  puissaat.  322,  35  über  dich  ufäg.  h.]  je  vous  ai 

dit  325,  30  das  ich  mich  .  .  ]  que  je  me  suis  abuae 

a  tes  fausses  p,  334,    6   tattelboum]   un  autre  grand 

arbre.  —  In  diesen  Zusammenhang  gehören  auch  zahlreiche 
syntaktische  iindernngen.  Besonders  häufig  verwandelt  D  einen 
untergeordneten  sats  in  einen  beigeordneten,  einen  abhängigen 
8atz  in  einen  selbständigen;  z.  h. 


LXIV 


a)  52,  16  f.  kerend  ttch  zno  .  . 
^ot  und  sagen  im  grossen 
danck  .  . 

58,  28  f.  und  fuorttend  gr.  fröud 
und  loptend  got  .  . 

54,  11  Eines  t.  gedächt  M. 

56,  31  0.  reit  und  dächt  .  . 

103,  22   R.   gab   dem  k.    M.  und 

sprach  zuo  im. 
148, 14  f.  Der  amiroll  ward  fro  .  . , 

vermeint  .  . 
153,  32  f.  und  sprach  und  gehuob 

sich  übel. 
157,  22  B.  sprach  zuo  im,  was  stet 

uff  siner  red. 

b)  54,  35  und  kam  für  inn  und 
gruotzt  inn. 

83 ,   6  Der    vernam ,   das  .  .  ,   do 

fragt  er  .  . 
193,  34  f.    Der  gsach  .  .  ,  do  wot 

er  .  . 
198,10  Und  der  erkant . .,  sprach . . 
293,  29  Nach  dem  n.  was  es  nach 

früe,  nam  .  . 

c)  21,  19  Es  ist  gnuog  sp.  hie 
90,  20  und   uns   eer  .  .  bewyssen 

band. 

d)  43,  31  Und  het  er  R.  troffen . . 

59,  6  dann  wenn  sy  n.  i.  st. 

e)  51,  14  rjttend  und  suochend. 
25,   22    Darinn    thuot   er   i.   zuo 

wüssen  .  . 

f)  167,  18  Man  hat  .  i  nQt  ge- 
wüßt .  . 

g)  111 ,  31  das  er  denke  und 
mir  .  .  wyder  schicke. 

129,  82  das  du  ein  m.  r.  sigeat  und 
den  pryß  .  .  überkommest. 

u.  s. 


retourne  devers 
rendant  grace  . 


Dien 


et  meuOTent  tres-grande  ; 

louant  Dieu  .  . 

Un  jour  M.  pensant  .  . 

0.  alloit  pensant  .  . 

R.  dit  au  Roy  en  luy  pre 

M. 

L'A.  fnt  joyeux  .  .  cuidant 

dist  en  soy  plaignant. 

R.  luy  dit  continnant  ses  { 

et  quand  il  fut  devant  lu] 
salua. 


uand  il  scent,  qu'  .  .  ,  il 
a  .  . 
Quand  il  vit  .  .  ,  il  la  pri 


da 


Quand  il  cogneut  .  .  ,  il  d 
Apres  le  soupper  qu'il  estoit 
haute  heure,  le  r.  M.  print 

(palais)  oü  il  y  a  tant  de 
oü  Yons  nous  avez  faict  de 
neur. 

que  s'il  eut  attaint  R.  .  . 
que  si  eile  estoit  aupres  . 
allons  .  .  pour  trouver. 
pour  les  advertir  .  . 

sans  scavoir  .  . 

qu'il  se  delibere  de  me  ren\ 

(il  faut)  que  soyez  vaillant  cl 
et  que  faciez  tant  que  vous 
pris . . 

w. 


Seltener  kommt  das  umgekehrte  vor;  z.  b. 


11,  32  aber  do  er  d.  st.  gwär  ward, 
do  kartt  er  sich  dannen. 

13,  8  wenn  du  .  .  verlast  .  . 

27 ,  29  dardurch  ich  v.  gnuog 
hab  .  . 


mais  il  apperceut  le  cou[ 
destourna. 

parquoy  il  faut  que  tu  lai 

et  que  j'y  ay  assez  de  gen 


LXV 


309,  25  also  daz  er  ein  w.  w.  ward. 
333,  24  das  du  selba  .  .  ersterben 
muost. 


et  te  print  un  peu  en  1a  cbair. 
et  toy-mesmea  en  mourras. 


u.  S.  w. 
Oft  ändert  D  die  beziehung  zweier  sätze  durch  den  ge- 
brauch anderer  conjunktionen,  luanchniEil  mit  gutem  grund:aber] 
et  35,  32;  wann]  et  59,  27;  71,  13;  180,  10;  225,  36; 
241,  27;  281,  26  (et  aussi);  341,  34;  darnmni]  et  325,  23; 
wann]  mais  57,  24 ;  und]  inaia  23,  16 ;  daruram]  tnais  249,  22 ; 
deßglichen]  car  112,  16;  aber]  car  189,  23;  209,  12;  och] 
car  221,  36,  D  setzt  auch  coDJuuktionen  eiu,  wo  solche  in  F 
fehleu,  z.  h.  42,   14  (darumm) ;  297,  18  (wann)  u.  s.  w. 

Einzelne  Satzglieder  werden  anders  bezogen :  5,  13  s,  anm. 

26,  36  und  Morgant]  stttht  in  F  im  hauptsatz.  45,  14 

für  den    k.  C,    und    för   s.    t.]    in    F   objekt  zu   ,grüetztend.' 

51,  28  die  groß  s.]  in  F  noch  von  ,verläasend'  abhängig. 

74,  20  zum  dickern  mal]  nach  F  zu  ,ernüwern'  gehörig. 

167,  18  8.  anm.  182,  35  by  einem  br.]  in  F  auf 

ibuot'  bezogen. 

Hier  und  da  ersetzt  Y)  indirekte  rede  durch  direkte  und 
umgekehrt,  z,  b,  69,  21  (Es  wirt  r.  w.) ;  85,  3  ff .  u.  a.  w.; 
bisweilen  springt  es,  abweichend  von  F,  aus  der  einen  in  die 
^ndre  über;  s.  anra.  zu  184,  27;  211,  34;  215,  29  ff. ;  238,  13; 
^^39,  37.  Nachlässig  ist  L)  auch  im  gebrauch  der  anredepro- 
^Oiiien  ,du'  und  ,ir',  die  manchmal  iin  verlauf  der  selben  rede 
>riit  einander  wechseln;  so  z.  b.  189,  37;  250,  15;  251,  1. 
Vergl.  auch  zu  96,  33.  35. 

Mehrfach  weicht  D  irrtümlicher  weise  im  modus  von  F  ab ; 
8-  anm.  zu  54,  27;  73,  12;  124,  34;  183,  29.  31;  247,  21; 
^06,  22;  328,  32;  im  tempus  z.  b.  84,  31;  222,  6^ 

Auch  sonst  sind   Übersetzungsfehler   nicht   selten.     Beim 

Eitlen  oder  andern  fall,  den  ich  hier  einreihe,  ist  freilich  auch  die 

Möglichkeit  absichtlicher  änderung  zuzugeben  ;  anderseits  mögen 

Sich  unter  den  oben  zusammengestellten  beispielen  selbständiger 

aüsdrucksweise   solche  finden ,    die    besser    hier  untergebracht 

'"Orden    wären.      Eine   scharfe   gränze    läßt    sieh   eben    nicht 

♦ 
'  ,erkant'  39,  2  gegenüber  jCognoistra'  ist  kein  fehler,  da  das  präseni 
Mch  futvrriacbe  bedeutang  haben  kann. 


ziehen.  —  Zuerst  erwähne  ich  diejenigen  falle,  welche  sich 
aus  verlesen  oder  Verwechslung  zweier  lautlich  verwandten 
Wörter  erklären  lassen;  s.  anm.  zu  10,  23  (est:  et?);  62,  23 
(corps :  coups);  64,  14  (attendent :  entendent) ;  79,  2  (d'acier: 
d'aznr) ;  119,  34  (recouvrir:  recouvrer);  157,  25  (mediter: 
nieriter^  vergl.  auch  zu  159,  37);  162,  15  (punir:  purger? 
Dasselbe  239,  23);  162,  31  (prendre:  pendre);  218,  18  (dos: 
d'os);  226,  2  (&  =  et:  a);  231,  28  (sii:  dix);  294,  16  (humi- 
lier:  dissimuler  ?)  ;  298,  5  (fuir:  freniir).  Vielleicht  ist  auch 
175,  3  hierher  zu  ziehen,  wo  corpa:  cor  zu  der  abweichung 
anlaß  gegeben  haben  könnte.  Oft  hat  lautliche  Verwandt- 
schaft des  französischen  mit  einem  deutschen  worte  oder  un- 
richtige etymologie  den  Übersetzer  zu  fehlem  verleitet;  s.  anm, 
zu  23,  38  (ziegel:  chevrons  —  ziege:  chevre);  35,  14  (thieren:  ■ 
torre) ;  39,  21  (kappen;  chappes  ;  vergl.  zu  234,  35);  44,  21 
(vvald:  vallee  val ;  ebenso  92,  12.  14;  188,  23;  197,  22;  211,30; 
237,  15;  296,  11;  328,  20;  s.  zu  308,  28);  202,  29  (gros  | 
stet:  grand  estat) ;  228,  30  (art:  art);  306,  32  (hungerig: 
fameuse,  von  faim!);  vergl.  auch  212,  12  (pur:  pauvre).  Für 
die  übrigen  fehler  ist  in  der  regel  kein  besonderer  grund  aus- 
findig zu  machen;  s.  anm.  zu  1,  14;  7,  21;  21,  26;  26,  25; 
31,  28;  36,  17;  39,  26  (dasselbe  71,  1;  286,  16);  57,  27 
(dasselbe  233.31;  236,  17;  238,  19);  64,32;  65,  33;  81,32; 
103,  22  (vergl.  zu  62,  7);  105,  1;  115,36;  125,  9;  134,  28; 
136,  15;  152,  31;  157,  13;  161,  15;  172,  17;  173,35  (das- 
selbe 223,21;  306,1);  170,13;  177,20;  189,14.35;  197,16; 
200,  15;  203,  24;  204,  16;  214,  11;  217,  8;  230,  33;  234, 10; 
251,  9;  295,  5;  301,  9;  305,  20;  306,  19.  27 ;  308,  5;  319,31; 
321,  17 ;  324,  30.  33;  328,  24;  334,  9  u.  s.  w.  An  mehreren 
stellen  ist  die  Übersetzung  geradezu  unverständlich  und  sinnlos; 
s.  anm.  zu  25,  22  f. ;  162,  26  ff. ;  231,  22;  296,  1;  299,  35; 
300,  28.  Ohne  zweifei  rühren  diese  fehler  zum  teil  davon  her, 
daß  der  Übersetzer  entweder  ein  worfc  oder  einen  satz  seiner 
vorläge  nicht  verstand  und  dann  eben  aufs  geratewol  über- 
setzte (vergL  z.  b.  zu  203,  24),  oder  einen  passenden  deutschen 
ausdruck  nicht  zur  Verfügung  hatte.  In  solcher  läge  half  er 
sich  einigemal  auch  damit,  daß  er  die  betreffenden  stellen  ein- 
fach unübersetzt  ließ ;  so  175,  25  (la  toux  la  rongne  et  araours); 


203,  13.  20;  207,  85  (visiere,  doeli  vergl.  35,  31);' 227,  36 
(heriesee  .  .  lierfsson) ;  249,  15  (perplexite) ;  205,  82  (discre- 
tion);  266,  31  (arrest,  s.  anm.);  279.  16  (audivy?);  287,  1 
(les  froutieres,  doch  Tergl.  z.  17);  340,  10  (macule);  340,  12 
(Magonce). 

Bloße  Schreibfehler  liegen ,  abgesehen  von  den  in  den 
fußnoten  zum  text  bereits  angemerkten,  wahrscheinlich  an 
folgenden  stellen  vor:  14,  26  sy]  I.  so.  38,  36  hab  ghört 

r.]  1.  hab  dich  g.  r.  41,  24  zerschinden]  I,  zerschniden? 

90,  23  nut]  1.  mit.  196,  32  es  werd  b.  w.]  1.  ea 

werd  nüt  b,  w.  236,  25  ein  vetter]  1.  sin  v.  Aatolfo. 

237,  19  schwäntz]  l.  schwantz.  245,  5  heissend]  I. 

heiß.  254,  18  da  werind  g.]  1.  nüt  da  w.  g.  261,  1 

8.  nachtr.  281,  23  der  min  aott  s.]  1.  die  min  sottend  s. 

291,  21  burgern]  1.  burgerinnen.  295,  23  isy]  I.  er. 

308,  18  bekümitiertj  1.  bek.  sin.  316,  1  verlieren] 

1.  platz  Verl.?  323,  22  sitzenj  1.  setzen? 


Damit  sind  wir  am  ende  unserer  vergleichung  angelangt. 
Es  handelt  sich  nun  darum  festzustellen,  inwieweit  die  ge- 
wonnenen ergebnisse  auch  für  das  Verhältnis  zwischen  D  und 
seiner  eigentlichen  vorläge  gültigkeit  haben,  oder,  was  auf 
dasselbe  hinauskommt ,  bis  zu  welchem  grade  wir  Überein- 
stimmung von  F  und  V  gegenüber  Ü  annehmen  dürfen.  Leider 
steht  uns  hiezu,  wie  schon  früher  bemerkt,  nur  ein  äußerst 
dürftiges  und  teilweise  unsicheres  material  zu  geböte,  so  daß 
völlig  sichere  resultate  von  vorneherein  gar  nicht  zu  erwarten 
sind.  Immerhin  sollte  ea  raüglich  sein,  mit  hilfe  der  vor- 
handenen anhaltspunkte  die  frage  wenigstens  in  der  haupt- 
sache  auf  befriedigeade  weise  zu  lösen. 

Der  auffallendste  unterschied  zwischen  D  und  F  beruht, 
wie  die  vergleichung  gezeigt  hat,  auf  den  überaus  zahlreichen 
auslasaungen  des  erstem,  deren  aufiiählung  allein  mehr  räum 
beanspruchte,  als  die  aller  übrigen  abweichungcn  zusammen- 
genommen, obgleich  die  bloß  formellen  kürzuugen  in  der  regel 
unberücksichtigt  blieben.  Zur  erklärung  dieses  umstandea 
stehen  drei  wege  offen.  P  kann  eine  erweiterte  bearbeitung 
von  Ä  sein  ,   D  in  seiner  kürzern  form  das  ursprüngliche  er- 


Lxvni 

halten  haben.  Diese  annähme  ist  aber  schon  deswegen  aus- 
geschlossen ,  weil  die  meisten  stellen  von  F ,  welche  in  D 
fehlen ,  zu  Pulci  stimmen ,  also  auch  in  A  gestanden  haben 
müssen.  Die  zweite  möglichkeit  besteht  darin,  daß  Y  die 
kOrzungen  vorgenommen  habe.  Doch  auch  dagegen  spricht 
mehreres.  Dem  umstände  zwar ,  daß  V  ( =  D)  in  einigen 
fällen  die  gestalt  des  archetjpus  vollständiger  und  genauer 
überliefert  als  F  (vergl.  s.  XVIII  fiP.),  ist  natürlich  kein  be- 
sonderes gewicht  beizulegen,  da  dies  ganz  gut  bloßer  zufall 
sein  kann ;  mit  demselben  rechte  könnte  man  auch  daraus 
schließen  ,  daß  der  Übersetzer  nicht  gekürzt  habe.  Aber  es 
läßt  sich  mit  ziemlicher  Sicherheit  nachweisen,  daß  V  den 
archetypus  mehrfach  durch  zusätze  erweitert  hat  (s.  u.),  wo- 
mit die  annähme  gleichzeitiger  tendenz  zu  kürzen  sich  nicht 
recht  verträgt.  Ferner  wissen  wir,  daß  eine  anzahl  stellen 
von  F,  welche  D  wegläßt,  in  V  vorhanden  gewesen  sind  (vergL 
s.  XXII  f.  und  unten  s.  LXX  f.).  Auch  dürfen  die  aus  religi- 
ösen gründen  erfolgten  auslassungen,  welche  einen  protestant- 
ischen bearbeiter  verraten  (s.  XXVIII  fif.),  eben  deswegen  nicht 
wol  V  zugeschrieben  werden.  Es  ist  also  zum  mindesten  höchst 
wahrscheinlich,  daß  die  kürzungen  das  werk  der  Übersetzers 
sind  ^.  Damit  wäre  eigentlich  auch  die  weitere  frage  ent- 
schieden, wie  es  sich  mit  den  Zusätzen  von  D  gegenüber  FP. 
verhalte.  Denn  wenn  der  Übersetzer  wirklich  darauf  ausgieng, 
seine  vorläge,  wo  immer  sich  dazu  gelegenheit  bot,  zu  be- 
schneiden, so  ist  von  vorneherein  nicht  anzunehmen,  daß  die 
Zusätze ,  wenigstens  soweit  sie  von  größerem  umfange  sind, 
von  ihm  selbst  herrühren,  weil  er  ja  dadurch  jenem  bestreben 
gewissermaßen  entgegengearbeitet  hätte.  Zu  dem  selben  er- 
gebnis  gelangen  wir  aber  noch  auf  einem  andern  wege,  der 
bereits  früher  (vergl.  s.  LVII)  angedeutet  wurde.  Unter  den 
Zusätzen  nämlich,  die  auf  den  falschen  Turpin  zurückgehen, 
finden  sich  etliche  namen,  deren  form  beweist,  daß  sie  nicht 
unmittelbar  aus  Turpin,   sondern  zunächst  aus  einer  französ- 

* 

'  Das  gleiche  gilt  vielleicht  auch  von  den  änderangen  in  der  ka- 
piteleinteilung  (s.  XXIV  ff.),  die  im  allgemeinen  ebenfalls  auf  kürzang 
des  Originals  hinauslaufen. 


LXIX 


ischen  quelle  geschöpft  sind ,    wobei    natürlich  in  erster  linie 
an  V  za  denken  ist.     Was  liegt  nun  näher  als  die  annähme, 
daß  sämtliche  Zusätze,  welche  auf  Turpin  beruhen,  auf  diesem 
weg  in    die   Übersetzung    hineingekommen   seien,   wenngleich 
nicht  überall  bestimmte  anhaltspunkte  dafür  vorliegen  ?    und 
was  von  diesen  Zusätzen  gilt,  giilt  wol  auch  von  allen  andern, 
für  die  wir  zum  teil  keine   besondere    quelle   anzugeben   ver- 
mögen.    Ebenso  werden  wir  fUr  die  Widersprüche  zwischen  D 
tind  F ,    soferu    nicht  tendenziöse  änderungen   (s.  XXVIII  ff.) 
oder  bloße  Übersetzungsfehler  vorliegen,  nicht  D,  sondern  V 
yerantwortlich  machen  (vergl.  a.  LIX  das  zu  329,  21  bemerkte). 
Nur  in  einem  oder  zwei  (s.  LVIII  besprochenen)  fallen  scheint 
einflufi  einer  deutschen  quelle   im   spiele  zu  sein  und  die  ab- 
•weichußg  deshalb  vom  Übersetzer  herzurühren.     In  bezug  auf 
die  s.  LXl  ff.  als  beiapiele  für  selbständige  ausdrucksweise  des 
tilaersetzers  aufgezählten   stellen   wiederhole   ich ,   daß    es  sich 
dabei  auch  um  ursprüngliche    Verschiedenheit   von   F   und  V 
oder  um  einen  fehler  von  D  handeln  kann;    sicheres  ist  nir- 
gends zu  ermitteln ,   und   es  bleibt   durchaus  subjektivem  er- 
xnessen  anheimgeatellt,   welche  erklärung   man   im   einzelnen 
falle  für  die  bessere  halte.     Dasselbe  läßt  sich  von  einem  teil 
der  als    fehler    bezeichneten    abweichungen  sagen ;    bei  vielen 
ist  allerdings  jeder  zweifel  an  der  richtigkeit  dieser  bezeichnnng 
ausgeschlossen  (vergl.  s.  LXVl). 

Wir  kommen  also  zu  dem  Schlüsse,  daß  sich  der  Über- 
setzer im  großen  und  ganzen  ziemlich  genau  an  seine  vorläge 
gehalten  hat.  Wo  er  absichtlich  davon  abweicht,  tut  er  es 
zumeist  im  Interesse  einer  gedrängtem  darstellung,  dann  auch, 
*eil  er  als  protcstant  alles  katholische  auSKumerzen,  oder  als 
nfichterner  raensch  allzu  sentimentale  und  wunderbare  stellen  zu 
Witigen  sucht  (vergl.  s.  XXXII  f.).  Aber  immer  geschieht 
«•es  in  ganz  äußerlicher  weise;  eigene  zutaten  von  bedeutuug, 
hefer  greifende  änderungen  in  hinsieht  auf  den  verlauf  oder  die 
raotivierung  der  begebeuheiten  lassen  sich  kaum  irgendwo 
ßaciaweisen.  Auch  in  der  form  zeigt  er  sich  fast  durchweg 
abbängig  von  seinem  original,  und  ausätze  zu  freier,  selbständiger 
wiedergäbe  desselben  sind  im  allgemeinen  nicht  hiiufig.  Oft 
führt  die  abhängigkeit  zu  sklavischer  nachbildung  und  damit 

Morgut  der  liMa  6 


nicbt  selten  zu  yersto&en  gegen  die  dentsohe  spräche; 
fehler  der  vorläge  werden  getreulich  übertragen.  Beispiele 
hiefur  s.  in  den  anmerkimgen  zu  17,  28;  20,  16;  21,  27; 
38,22  ff.;  68,8;  171,37;  174,22;  196,  8;  227,  24 ;  230,  7  f. ; 
243,  33;  281,  2;  285,  17;  286,  34;  296,  8;  vergl.  auch  zu 
113,  13  (=  160,  6;  197,  24);  125,  18  (=  126,  2;  273,  31). 
Dazu  kommen  noch  folgende  stellen:  27,  16  das  ir  von  mir 
benöegig  sin  werdend]  que  tous  serez  contens  de  raoy. 

41,  30  der  low  machet   im  vest]  le    lyon  hiy  fiaisoit  feste; 
s.  glossar  unter  »vest«.  108,  19  under  allen  minen  ge- 

gcbäfften]  au  dessous  de  tous  raes  affaires.  178,  1  f.  die 

zwen  rytter  inn  aller  weit,  die  du  .  .  ]  les  dem  Chevaliers 
du  monde  que  tu  .  .  189,  22  Du  refcst  von  grosser  tor- 

heyt]  tu  parles  de  grande  folie.  218,  33  als  bald  gstollen 

als  gwunnen]  pluatost  desrobees  que  conquises.  —  Das  Perso- 
nalpronomen »il<  fibersetzt  D  sehr  häufig  mit  >er<,  auch  wenn 
es  sich  im  deutschen  auf  ein  neutrom  bezieht,  so  z.  b.  17,  4. 
5.  9.  10;  36,  8;  92,  29.  35.  36.  37;  153,  24.  25.  27.  28; 
181,  21;  201,  31.  32;  238,  8;  ebenso  den  acc.  >le€  mit  »innc 
(statt  »es<)  z.  b.  16,  27;  17,  5.  6.  7.  8;  36,  13;  92,  30.  31. 
32.  33;  171,  27;  183,  8;  201,  30;  301,  16;  321,  11.  13; 
(statt  »sy«)  161,  5.  Vergl.  femer  la]  sy  (statt  »es«)  210,  21; 
218,  35;  220,  11;  lequel]  der,  den  (statt  »das«)  238,  8; 
301,  15.  —  Mehrfach  überträgt  D  das  gesohlecht  einer  franzos. 
Substantivs  irrtümlicher  weise  auf  das  entsprechende  deutsche : 
la  fortune]  die  glück  73, 1 ;  la  bague]  die  kleinot  74,  8 ;  131,  31; 
de  Celle  erreur]  u6  diser  yrthum  159,  9;  la  lance]  die  spar 
115,  26  u.  s.  w-  (s.  glossar) ;  ceste  commission]  dysse  befalch 
196,  23;  si  grande  noise]  ein  sölliche  gschrey  309,  9;  apres 
Sa  proye]  nach  siner  aß  320,  16 :  une  grande  comette]  ein 
große  oommett  340,  14.  —  Einigemal  fehlt  zu  einem  pro- 
Domen  das  beziehungswort,  weil  D  den  satz,  welcher  es  ent- 
hielt, übersprungen  hat:  180,  38  sy  wyrt  uns  thür  werden] 
(c'est  une  foli  e),  laquelle  nous  sera  eher  vendue.  211,  2 

und  battend  inn  .  .  ]  (s'en  allerent  rendre  ä  Roland)  di- 
sans  qu'il  fit  cesser  l'occision.  312,  21  u.  hat  große  Hoff- 

nung s  y  darvoD  ze  bringen]  (parquoy  R.  rallia  s  e  s  g  e  n  s 
au  mieuz  qu'il  peut)  et  avoifc  grande  esperance  de  les  sauver. 


I 


I 


I 


I 
I 
I 


326,  27  da  ich  i  r  e  n  tod  rächen  mög]  (jusques  a  ee  que 
j'aye  donue  sepulture  ä  tes  bons  serviteurs)  et  que  je 
puisse  veuir  au  Heu,  oü  je  puisae  venger  leur  mort.  Etwas 
ähnliches  liegt  vor  201,  17  f. :  Uud  thet  dem  heid  .  .  gros 
er  an ;  das  fehlende  Subjekt  (der  soldan)  enthielt  ein  davor 
ausgelassener  satz:  dont  le  S  o  u  d  a  n  fut  nioult  joyeux.  Vergl. 
auch  zu  40,  26.  Es  wäre  meines  erachtens  unrichtig,  wena 
man  in  all  diesen  fällen  nichts  weiter  als  naehlitssigkeiten  des 
Übersetzers  sehen  wollte;  sie  erklären  sich  vielmehr  aus  der 
fast  mechanischen  art,  wie  dieser  seine  vorläge  übertrug.  Er 
verfügte  eben  bei  seiner  arbeit  nicht  über  jene  Unbefangen- 
heit, die  aus  sicherer  beherrschung  des  stoffcs  und  der  spräche, 
aus  der  man  übersetzt,  entspringt ;  zahlreiche  fehler  und  niis- 
verstäudnisse  und  die  s.  LXVI  f.  besprochenen  textlücken  be- 
weisen die  mängel,  welche  seiner  keiiutnis  des  französischen 
anhafteten.  Dazu  kam  als  weiteres  heuiuinis  eine  gewisse  un- 
beholfenheit und  Unsicherheit  in  der  handhabung  der  eigenen 
s^irache.  Belege  dafür  enthalten  die  anmerkungen  in  großer 
zahl.  Hierher  gehört  es  auch,  wenn  der  Übersetzer  ein  mehr- 
deutiges französ.  wort  immer  nur  durch  denselben  ausdruck 
wiederzugeben  weiß ;  so  entspricht  dem  franz.  ,trouble'  regel- 
aiäßig  ,betrüept\  obsehon  es  mehrfach  ,verwirrt,  bestürzt*  be- 
deutet. Alierdinga  gibt  es  auch  beispiele  für  das  gegenteil, 
nur  sind  diese  weit  seltener.  Dahin  rechne  ich  z.  b. ,  daß 
das  eine  wort  ,glouton'  auf  aiebt  weniger  als  neun  verschie- 
dene arten  übersetzt  wird;  buob,  gouch,  hudler,  lotter.  Iure, 
schalck,  schölm,  unflät,  filtz.  Namentlich  im  ersten  teil  seiner 
arbeit  liebt  es  der  Übersetzer,  einen  begriff  durch  zwei  Wörter 
auszudrücken,  die  durch  ,uud',  seltener  durch  ,oder'  (auch  ,näch') 
verbunden  sind ;  das  original  bietet  dafür  immer  nur  einen 
ausdruck:  a)  ein  schlos  oder  vesty  8,  23;  sin  knecht  oder  buob 
10,  32;  zucht  und  eer  28,  23  u,  ö. ;  scbad  und  verlurst  37, 12  ; 
not  und  gfär  45,  24;  wyl  uud  zyt  47,  5;  in  nnderthenigkejt 
und  gwalt  47,  25  ;  inn  grossem  klagen  und  truren  48,  24 ; 
das  gantz  kuugkrich  und  land  49,  20  =  52,  3;  müeg  und 
arbeyt  49,  26 ;  sin  volck  und  uuderthänuen  50,  32 ;  zelieb  und 
z«o  eren  50,  37  ;  eren  und  friintschaflFt  51,  7 ;  eren  und  guot- 
tbet  51,  10;  bruoder  oder  klußner  51,  17;  vernünffc  und  ge- 


scbickligkeyt  51,  21;    kein  mncht  nach  kraft  51,  25;  sorgen 

und  Jammer  52,  7;  durch  göfcliche  Ordnung  und  zuoschickung 
52,  22 ;  die  ewig  t'röud  und  seJligkeyt  53,  5  ;  verfüerung  uud 
trug  53,  21 ;    schmertzen   und  lyden  73,  4  ;  stercke  und  prjö 
82,  36 ;  straaröuber ,    uiörder  oder  dieben  217,  21 ;  gnai]  und 
vertzichung  263,  31.     b)  blüeyt  und  ist    2 ,  29 ;    beschirmpt 
nach  entachüt  2,  23  ;   zuo  füegend  und  autUuond  9,  36 ;    em- 
pfangen nach    geeret  18,  1 ;    gsächeud   nach   fundeud  21,  4 
zesächen  und  zuo  hören  24,  2;  gsächen  und  erlernneu  27,  19 
bewiirt  und    versuocht    27,  25;  ertödt   uud    errobert   34,  83 
durchstach  und  bisse  45,  7;    ertöden  und  umbringen  45,  30 
werden  sott  oder  wurd  46,  1  ;  erlöüt  und  entledigt  46,  28  = 

51,  33;  was  und  sich  enthielt  46,  31;  bekümmert  und  be- 
trüept  48,  13;  zartzuen  und  rätt  anzethuon  49,  11;  zerstört 
und  verwiiest  49,  -0;  zerreyß  und  fraß  49,  21;  inn  grossen 
ängsten  wärend  und  ser  erschräckend  50,  6 ;  marckt  und  er-  _ 
kant  50,  15;  gwär  nach  inuen  werden  50,  17;  sagtend  und  I 
erroffnettend  50,  19 ;  kurtzwyl  triben  und  machen  50,  36 ; 
gfurcht  und  entsessen  52,  3 ;  hie  füvgerytten  und  har  kommen 

52,  6;  angebetten  und  geeredt  52,  12;  sterben  und  umkom- 
men 52,  21;  gehört  und  verstanden  52,  27;  bekenn  und  ver- 
gich  52,  36  ;  berüefen  und  bredigen  53,  13  ;  reichen  und  be- 
schicken 53,  16  ;  waz  .  ,  furgjeng  oder  verbanden  were  135,33; 
byt  und  gebät  264,  36  ;  überkommen  oder  erworben  292,  29. 
c)  toub  oder  schellig  8,  28  ;  groß  und  lang  27,  7 ;  schön  und 
adellich  46,  5;  hold  und  günstig  44,  13;  falfcach  und  be- 
trogeniich  52,  12;  gnedig  uud  barmhertzig  52,  25;  gnedig 
und  güettig  53,  1;  müed  und  vertrüssig  50,  20;  mit  guottem 
wyllen  und  gern  49,  33;  byfähar  und  so  lange  zyt  51,  29. 
Bezeichnender  weise  kommt  diese  erscheinuog  gerade  da  am 
häufigsten  vor ,  wo  der  Übersetzer  sich  auch  sonst  seiner  vor- 
läge gegenüber  ersichtlich  freier  bewegt  (vergl,  s.  LII  unten). 

Die  spräche  der  Übersetzung  ist  der  schweizerisch- ale- 
mannische Schriftdialekt,  wie  er  sich  seit  dem  anfang  des  XVI. 
Jahrhunderts  ausgebildet  hatte.  Leider  verbietet  uns  der  dieser 
einleitung  zugemessene  räum ,  eine  übersieht  über  ihre  laute, 
formen  und  syntaktischen  eigentümlichkeiten  zu  geben ,  wie 
auch  sie  mit  der   spräche   anderer    schweizerischer  litteratur- 


I 


denkmiUer  aus  derselben  zeit  zu  vergleichen.  Zweifellos  würde 
sich  dabei  manches  ergeben,  was  für  die  beurteilung  der  Über- 
setzung, vielleicht  auch  zur  genaueren  ermittluug  ihres  eutsteh- 
ungsortea  von  Wichtigkeit  wäre.  Wir  müssen  uns  aber  hier  damit 
begnügen,  auf  ihren  scbweizerisehan  Ursprung  hinzuweisen  und 
dafür  noch  einen  weitern  beweis  beizubringen.  Der  Übersetzer 
braucht  nämlich  eine  ganze  anzahl  wörter ,  die  in  der  be- 
treffenden form  oder  bedeutung  l)i.sher  ausschlieMich  oder  doch 
vorwiegend  auf  schweizerischem  gebiete  belegt  sind.  Hierher 
gehören  u.  a.  bochseln  (e.  Stalder,  Versuch  eines  Schweiz,  idio- 
tikon  I,  195  ;  Deutsches  wörterb.  11,  200);  bolicket;  britteiu 
(s.  anm.  zu  288,  6);  entgünnen  (s.  Schweiz,  idiofcikoii  II,  330); 
hinthuon  =  ,wegtun,  zu  nichte  machen' ;  hold  =  ,verliebt'  (s. 
Schweiz,  id.  II,  1181);  kalle  =  ,glockenschwenger  (s.  Stalder 
II,  81) ;  meiaterbaftig (s.  Deutsches  wörterb.  VI,  1968) ;  mütljrelle 
(s.  ,relle'  Deutsches  wörterb.  Vlil,  804)  ;  näblachtig  (s,  Deutsches 
wörterb.  VII,  482);  nächtig  adj.  (a.  Stalder  II,  279);  tallig 
(aus  ,t?ilanc' ;  s.  Deutsches  wörterb.  11,698);  trüffen  (s.  anm. 
zu  261,  17);  üfuen  (s.  Deutsches  wörterb.  I,  697)  u.  s.  w.  *. 
Und  nun  noch  ein  wort  über  den  Übersetzer  seibat.  Eis 
ist  freilich  nicht  viel,  was  wir  von  ihm  wissen,  wenig  mehr, 
als  daß  er  ein  Schweizer  war  und  wahrscheinlich  zur  refor- 
mierten kirche  sich  bekannte.  Im  übrigen  sind  wir  auf  bloße 
Vermutungen  angewiesen.  Dies  rührt  namentlich  auch  davon 
her,  daß  er  nirgends  in  seiner  ganzen  Übersetzung  etwas  aus 
seinem  eigenen  hinzugetan,  nirgends  mit  einer  eigenen  meinung 
sich  hervorgewagt  hat ,  woraus  allenfalls  Schlüsse  auf  seine 
persönliclikeifc  zu  ziehen  gewesen  wären.  Vor  allem  hätten 
wir  von  ihm  selbst  darüber  auskunft  erwartet,  was  ihn  zu 
seiner  arbeit  veranlagte  und  welchen  zweck  er  dabei  verfolgte. 


*  Auch  die  Wasserzeichen  der  ha.  deuten  auf  ihre  schweizerische 
^arkunft.  Däs  eine  derselben,  ein  bär  in  zwei  wenig  von  einander  ab- 
deichenden formen,  ist  offenbar  das  reichen  der  Berner  papierfabrik 
fder  bär  ist  Berns  Wappentier);  es  läßt  sich  aaCerdem  nachweisen  in 
haa.  aus  Solothurn  (1524.  1530.  1538),  Zürich  (1518.  1535)  und  Schaff- 
"Äusen  (1530).  Das  andere,  eine  band  vorstellend,  begegnet  aonat  nur 
**o«h  in  Genfer  drucken  und  hss.  von  1521 — 1537.  (Nach  freundlicher 
"Mitteilung  von  herm  C.  M.  Briquet  in  Genf). 


LXXIV 

Oflfienbar  hatte  er  sich  kein  hohes  ziel  gestedst.  Man  darf 
rermuten,  daß  er,  ein  wolhabender  nnd  gebildeter  bürger,  bbfi 
zum  eigenen  rergnfigen,  yielleicht  um  seine  mnfiestanden  aw- 
zuftUIen,  die  arbeit  unternahm,  nnd  man  muß  gesteheoi,  dafi 
er  sie  mit  großer  ansdaner  nnd  gewissephaftigkeit  dorchfOhrte. 
Auf  weitere  Verbreitung  derselben  durch  den  druok  hatte  er 
es  wol  kaum  abgesehen.  Und  das  war  auch  ganz  in  der  Ord- 
nung; denn  irgendwie  heryom^oid  ist  seine  leistung,  wie  ' 
wir  gesehen  haben,  nicht,  und  ein  yergleich  z.  b.  mit  d«[i 
Übersetzungen  seines  landsmannes  W.  Ziely  würde  sehr  zu 
ihren  Ungunsten  ausfallen.  Immerhin  verdient  sie  unsere  be- 
achtung  als  neues,  bisher  fast  unbekannt  gebliebraes  zeogms 
für  eine  litterarische  richtung,  die  im  XV.  und  XVI.  Jahr- 
hundert auch  in  der  Schweiz  eifrig  gepfl^  wurde,  selbst  dancv 
noch,  als  der  kämpf  um  sieg  oder  Untergang  der  kirchlidiecA- 
reform  das  ganze  interesse  der  mitlebenden  auf  sich  zc^. 

Ich  habe  oben  s.  XIV  die  ansieht  ausgesprochen,  dai^ 
unsere  hs.  vom  Übersetzer  selbst  geschrieben  sei.  Dies  scheiu — 
mir  hervorzugehen  aus  den  s.  XXU  f.  angeführten  stellecr^ 
welche  beweisen,  daß  der  Schreiber  das  französische  originaiM 
vor  sich  gehabt  haben  muß.  Jene  stellen  ließen  sich  Übrigen — 
noch  vermehren.  251,  24  zeigt  die  hs.  nach  »es  istc  ein  hal 
ausgelöschtes  »wäre,  das  der  Übersetzer  wol  nur  deshalb  tilgt^^ 
weil  er  bemerkte,  daß  die  vorläge  bloß  »si  est«  hatte.  273,  1 — 
hieß  es  ursprünglich:  »sprach  er  zuo  Geryon«;  die  zwei  letztet* 
Wörter  wußten  fallen,  als  der  Übersetzer  si^,  daß  sie  auch  iu^ 
original  fehlten. 

Unsere   ausgäbe   bietet  einen   genauen  abdruck   der  ha^ 
mit  der  einzigen  ausnähme,    daß   die   abkürzungen   aa%elösi^ 
und  offenkundige  Schreibfehler  verbessert  sind;  über  letztere^ 
erteilen  die  fußnoten  zum  text  gewissenhafte  auskunft.     &,  &f- 
sind  durch  uo,   üe  wiedergegeben;  dagegen  ist   das    bogleiiV' 
über  a,  o,  u,  das  »halbe  o«  nach  der  bezeichnung  des  Basier' 
{trauHuatikers  Kolroß,  stets  beibehalten,  weil  es  ni(^t  überall 
durcli  gebrauchlichere  zeichen  zu  ersetzen  war.    ü  ist  zwar 
nichts  anderes  als  der  umlaut  ü  ü ,  für  den  daneben  auch  n 
mit  Übergeschriebenem  punkt  verwendet  wird ;  ä  aber-  bez^ch- 
net  «um  teil  offenes   kurzes   o  (h&f ,  thär),  «im  teil  naeh  ö 


LXXV 

hinneigendes  langes  a  (gäbend ,  abend) ,  wie  in  mehreren 
Schweizermundarten  noch  heute  für  mhd.  a  gesprochen  wird ; 
in  vereinzelten  fallen  steht  es  auch  für  e,  ä  (gsäch  97,  26; 
häncken  141,  33).  ö  vertritt  meist  ou  (och),  selten  gewöhn- 
liches o  (gelöpt  2,  31). 

Zum  Schlüsse  habe  ich  den  vorständen  der  aargauischen 
kantonsbibliothek  in  Aarau  und  der  stadtbibliothek  Zürich  für 
das  mir  bewiesene  liebenswürdige  entgegenkommen  meinen 
wärmsten  dank  abzustatten. 

Zürich.  Der  herausgeben 


[Bl.  1]  Hie  facht  ein  schöne  Iiystoria  an  von  dem  grossen 
keyser  Karly  und  sinen  forsten  und  von  einem  ryssen,  der 
hieß  Morgant,  der  ward  dorch  Enollanden  zuo  kristeiilichem 
gloaben  gebrächt,  und  von  dem  erbermklichen  strytt,  so  am 
Rontzefal  bescliacb.  « 


Wie  der  keyser  Karly  mit  einem  grossen  ziig  gen 
Komm  zog  und  alle  die  ertöden  ließ,  so  dem  bapst 
wyderrig  warenil,   und  satzt  inn  wider  iiin  das  baps- 

tuomb. 


Wir  findend  inn  den  alten  krounicken,  das  inn  den  jären,  lo 
als  rnitn  zalt  siben  hundertfc  und  nüntzig  jär  nach  dem  tod  des 
bapst  Adryanns,  ward   Leon,  der  dryfc  des  namnifns,  ?.uo  bapst 
erweit.     Der    was    ein    senfter,    tugpntljcher    und    fruntlicher 
mentsch  j?egen  allem  volck  und  was  erfült  mit  allen  tagenden. 
Aber  wir  gsächend  vyl  ,  das  die  guotten  von  den  böasen   ver-  i& 
folget  werden,    als  der    fromm    Leon  öcb    ward;    wann    eines 
tags  an  Sant  Marsen  tag,  als  er  sine  psalter  bettet,  do  nam- 
niend  inn  etlicb  siner   fyendeo   und  stächend  und  rysaend  im 
die  ougen  uß  und  zungen  und  machtend  im  vyl    wunden  inn 
sinen  lyb;  deranach  leyttend  sy  inn  inn  ein   vinsfcere  gtanck- so 
nus.     Aber  unser  bergott,  der  sine  fründ  uiemraer  verläßt  inn 
iren  trüebsalleD,  vergaß  sinnen  nüt;  wann  er  gennert  inn  all 
siner  wunden  und  verleich  imm  die  gsicht  und  zungen  wyder, 

Morgant  dei  Btoi«  l 


und  kam  uß  der  gfSncknus  jw>y.d«r  einer  fjenden  willen.  Und 
reytt  von  Romm  und  k&flT '^en '  Paris  und  beklagt  sich  vor 
kunig  Karly  un.m  deft. 'grossen  übermuot,  so  die  Römmer  an 
im  begangen  hatt^rid.»  "Der   künig  thet  im  gros  eer  an,  und 

6  do  er  sin  klag  .wol  verstanden  hat,  do  sprach  er  zuo  imm,  er 
wett  siQh'*^^  u°<^  ^^^^  ^""  ^"  sinnen  fjenden  rächen.  Und 
inn  jjurtfebr  zyt  darnach  schied  der  künig  Karly  uß  Franckrich 
•nui>.  g{-o*S8em  züg  und  fuort  mit  im  den    bapst  und  verbrächt 

'•fepvyl  tagreissen,  das  er  gen  Rom  kämm,  und  ließ  yllentz  die 

10  übeltetter  fachen.  Und  als  ein  gerechter  richter  begieng  er  ein 
söUiche  räch,  das  inn  einem  tag  mer  dann  dry  hundert  Rotner 
enthoupted  wurdend  uff  dem  platz,  der  da  heyßt  Lateran,  and 
sust  vil  inn  das  eilend  verschickt,  darum m,  daz  sy  den  bapst 
nüt   beschirmpt  hattend   vor   sinnen   fyenden.     Demnach  satz 

ii>  er  inn  wyder  inn  das  bapstumb.  Darnach  durch  verwilgung 
der  Römmern  nach  dem  tod  Nythepborus,  des  keyssers,  be- 
krönt der  bapst  den  künig  Karly  zuo  keyser.  Und  do  man 
inn  bekrönt,  schrey  das  volck  mit  lutter  stimm:  »Eer  und  lob 
werd  Karly  zuo  allen  zytten  Agustus!«  Und  durch  disse  gstalt 

20  kam  das  keysserthuom  von  den  Kriechen  inn  der  Frantzossen 
band,  und    das  mit  gerechter  ursach,   wann  die  Krystenheyt 
hat  vyl  under   dem   keyser  Nytephorus  erlitten,    und   sy   die 
Kriechen  nüt  beschirmpt  hattend  nach  entschüt  inn  vyl  zyttea 
har,  sunders  hatten  sy  inn  grossen  sorgen  gelassen.     Demnach 

2»  als  Karolus  zuo  keyser  bekröntt  was,  gab  imm  der  bapst  di^ 
universsithet ,    die  da  was  von  Anthonys    gen   Romm  geleyti» 
worden,   welliche   durch  den  gemeltnen  keyser  gen  Paris  ge— 
leyt  ward,   da  sy   dann   nach  gegenwirttigklichen  blüeyt  uni 
ist.    Der  gros  Karolus  verbrächt  grosse  ding  zuo  sinnen  zytten, 

80  wann  durch  inn  ward  die  statt  Jherusalem  und  das  gantz  ge- 
löpt  land  zuo  kristenlichem  glouben  gebrächt.  Kein  krysten- 
licher  fürst  namm  nie  als  vyl  müe  und  arbeyt  den  krysten- 
lichen  glouben  zuo  meren,  als  er  tbet;  wann  er  was  nrsacher, 
das  das  tütsch  land  und  gantz  Hyspannien  und  der  mererteyl 

«6  Ytallia  zuo  krystenlicheni  glouben  gebrächt  wurdend,  wie  das 
inn  sinen  kronicken  gemeldet  wyrt. 

* 
26  1  universsithet  hs. ;  vergl.  anmerkangen. 


Te  der  keysser  Karly  ein  personu   geweßt   ist  und 
wie  er  läpt  uud  wie  er  sine  kind  ertzoch. 

[Bl.  2]  Karly,  demnach  und  er  keysser  ward,  begieng  er 
wuntlerbarliche   ding.     Er    regiert    fiertzeclieii   jär  im  keyser- 
thuon   und  fier  und  trissig  jär  kflnig  inn  Franckrich  und  buwt   5 
vil  mechtiger  stefcten  inn  Komannia  und  ließ  oeh  vyl  widerumm 
ernüwern,  die  nun  nüt  zertzellen  sind  von  wegen  erljingerung 
des  schribens.     Doch  damit  und  ir  wfiasend,  was  mans  er  ge- 
weßt ist,  sine  werck  erfczeigentic.     Der  ert/.biaclioff  Turpin  von 
Reins,  der  do  mallen  reegiert,  der  was  vyl  inn   Karlys  gsell-  lo 
schafft,   sagt,    das   er   ein    wol   gesetzter   grosser  man  von  üb 
geweßt  sig  und  lang,  und  hatt  die  gsicht  hofFertig  und  scharpff 
gehept.     Sin  länge  was  acht  sig  er  scbuoch ,   die    wärend  vast 
lang.     Gros  und  breitfc  was  er  über  die  achslen  und  schultern, 
und  hat  ein  recht  geschaffhen   buch,  nüt  zegroa   und  zeklein.  15 
Bif  arinm  und  schänckel  hat  er  volkommen.   Ein  ly»tiger,  wysser 
und  vernünftiger  ryfcter   ist   er  gsiu  und  hoffertig.     Und  von 
iiU  sinen  glidern  was  er  wol  gsetzfc    und  von  grosser  stercke. 
Das  angsicht   hatt  er  ein  wenig  lang  und  hatt  den  bartt  wol 
«iues  seh u ochs  lang.    Die  nassen  hatt  er  ein  wenig  uSgworffen.  20 
Ein  hüpscbe  angstalt  hatt  er;  wann  er  hatt  das  angsicht  eines 
schüochs  breitt,  ougen  vfie  ein  low  mit  friiffenlichem  ansächen, 
^w  sternnen  inn  ougen  wie  ein  karfnnckel,  die  ongbräwen  wie 
^in  halbe  spang.     So  bald  er  etwar  inn  zornß  wyß   augsach, 
80  forcht  inn  mengklicher,  wenn  er  die  ougen  uff  thett.     Der  26 
B'^rttel,  mit  dem  er  sich  gurtt,  was  acht  schuoch  lang  an  das, 
W  Hnab  hanget.     Wenn  er  sinn   narrung  uamm ,    mit  wenig 
«rott  was  er  wol  beniiegig,  aber  er  niüobt  einß  mäls  wol  ein 
nerden  teil  eines   scbäfs    essen    oder    zwey   hüenner   oder   ein 
gftnß  oder  ein  guotten  schwinninen  schänckel  oder  ein  pfäwen  so 
^'i'^r  ein  kry  oder  ein  gantzeu  hassen.     Er  tranck  zimlich  win 
"Bit  ein  wenig  wasser  darinn.     ümra    sin    stercky  was  es  nüt 
*in  klein    ding;    wann    er    mocht   eines    Streichs   mit   sinem 
"cbwert  ein  gewapnetten  rytter  uff  sinem  pfert  von  der  hoche 
■les  hoptz  untz  hinab  zerspalten  von  ein  andren.     Deßglichen  se 
■"am  er  fier  roßyssen,  die  erst  uß  der  Schmitten  k5.na\iQeTii,  wcÄ 

1* 


I 


zerreiß  sy  von  ein  antTren  mit  wenig  stereky.  UncI  mit  einner 
einigen  band  naiuni  er  ein  gewapnefcten  rytter  und  lupfft  inn 
vast  licbtlich  über  ain  böpt  iiflf.  Er  hatt  drü.  stuck  an  im, 
die  vast  adeUich  wärend:  Erstlich  inn  schänckinnen  was  er  vast 
B  ergeb,  zuo  bispyl  dem  keyser  Tittus,  ein  sud  Faspianus,  der 
was  so  ergeb,  das  im  nüt  alvvegen  müglich  waa  das  zegeben, 
BO  er  verhieß,  und  wenn  man  inn  fragt,  warumm  er  verhiesse 
daz,  so  er  nüt  von  stund  an  geben  könde,  der  sprach:  >Es 
sei  nieramaud  vor   keinnes  fürsten  angsicht  acheyden  on  etwaz 

1"  gäben  und  schänckinnen  von  im  erbollen.«  Das  ander  stuck 
was  Karly  so  grächt  im  rächten  ,  das  inn  kein  mentscb  be- 
griffen mocht ,  und  och  erbermklich  und  barmhertzig  gegen 
den  Krysten ,  nach  dem  und  er  ein  person  was.  Das  dryt 
stuck :    er  betrachtet  die  red  vast  wol ,    wenn    er  reden  wott, 

IS  und  wenn  mann  mit  im  redt,  so  sineb  er  des  reders  meinung 
gar  eigentlichen  nach,  das  er  im  daruff  antwurt  geben  könde 
nach  siner  meinung.    Frow  Bertba,  des  keyaers  Karlya  muotter,  ■ 
erfült  mit  grossem  wüssen,    inn  grossem  wirdigem  laben  und 
ereil  eraltet  sy  und  endet  ire  tag  und  ordnet  ire  büecher,  darin ti 

30  zelernnen  die  siben  fryen  künst,  inn  denen  Karly  arbeit  namm 
zelernnen  inn  der  zyt  der  kindtb^yt.  Kr  ließ  sine  sün  und 
töchtern  inn  den  siben  fryen  künfsten  leren,  demnach  und  sy 
den  glouben  wußtend  und  erlernet  hatten.  Und  do  die  süa  im  alter 
wärend  uft"  die  pfert  zesitzen,  do  mnoßtend  sy  sich  im  harniscb 

S5  iiebeu  und  imni  stächen ,  das  sy  zuo  krieg  gescbick  weriud, 
wenns  die  notturfft  erfordertte.  Und  wenn  sy  das  nüt  thettend, 
ließ  er  sy  stetz  jagen  und  ander  rytterscb  knrtzwyli  triben. 
Und  sine  töchtern  ließ  er  stetz  etwaz  adellicher  wercken  machen, 
wenn   su-st  kein  kurtzwil  wärend,  und  das  darumm,  daz  sy  nüt 

90  durch  hinlessigkeyt  uud  mangel  oder  gebrästen  inn  unuerlich 
gedancken  fiellend  oder  darzuo  ursach  bettend.  Und  wenn  er 
nüt  inn  gescbäß'teu  was,  so  leyt  er  sin  zyt  an  etwaz  nüwß 
zeschriben  und  uff  zuo  zeichnen,  damit  und  er  nüt  hinlessig 
erfunden  wurd,  als  Sant  Paulus  scbript,  der  uns  alle  ermantt 

35  allwegen  etwaz  guotz  zetliuou,  damit  und  uns  der  böß  fyend 
nüt  inn  siner  hiiillessigkeyt  habe,  das  wir  nüt  sin  verdampte 

* 

i  Bchäckianen  hs.        19  er  altet  ba. 


I 


meinnung  furderind.     Er  gab  öcb  gros  guot  den  armmen  umrn 
gotzwillen,  nüt  aJleiu  inu  sinnen  landen,  sunciers  och  inn  an- 
dren landen,  da  er  meintt,  da  nott  und  armuot  were.    Insunder- 
heyt  über  mer  schickt   er  den  Krysten  etwaon  gold  und  galt 
nach  notturfft  und  gelegenhejt  der  aach,  als  inn  Suriam,  Egyptha,  b 
gen  Jheruaaltim  und  inn   andere  land  ,   als   dt^r,    der  da  sagt: 
>Oas  gold  und  galt  ist  uut  min.«     Er  wott  mit  meugklicLem 
früotschaft    haben.     Er   was   uiechtig   und   starck ,   einer   au- 
sächegen  gstalt ;  die  höche  des  hoptz  hat  er  hüpscti,  ein  schön 
längs  här  und  ein  schöiis  FröJicha  angsicht  und  ein  helly  stimm  m 
und  red.     Und  aß  zum  meyeaten  nüt  mer    dann  fier  trachten 
inn  sineni  nachtessen  dann  gebrätten  wildpret,   das  a&  er  ob 
allen  dingen  am  liepsten    zum   uachteaaen.     Er   hatt   alwegeu 
lässer,  die    ira    die  Biblen    und  kronieken  lässend  und  andere 
geschichten,  als  der,  der  da  als  wol  die  ael  spisaen  und  träucken  15 
wott,   die   da  ewigklich  ist,  mit  geyätlicher  spyl,   das   er  sj 
möcht  inn  einigkejt  der  gnaden  enthalten  gegen  siuem  schöpffer, 
als  den  lyb,  das  laben  ulfzeutbalten.     lusunderheyt  laß  er  gern 
inn  den  Biblen.     Er  tranck  nüt  vyl  mallen,  wann  im  nacht- 
essen  tranck  er  nüt  über  drü  mal;  inn  auinmers  zyt  nach  mittag  ao 
aß  er  gern  ein  wenig  fruchten  und  tranck  nüt  mer  dann  ein 
trunck  daruff.     Darnach  leytt  er  sich  schlauen  nackett  an  sin 
bett  zwo  oder  dry  stund.     Die  nacht  brach  er  fier  oder  fünff 
mal  den  schlaf  und   gieng  inn    der   kammer    ummhar.     Also 
hielt   sich   der   edel    [bl.    3J    keysser    Karly    inn   früntlichem  2i 
küDgklicbem  stät.     Er  Bcbickt  och  sine  rett  und  botschaiften 
inn  sijien  landen  ummhar,  die  zebesechen  und   uachfräg  haben, 
wie  manu  sich  hielt,   und   Ordnung  setzen,    gricht  und  rächt 
mengklichem  zehalten,  stattutben  und  Satzungen  zesetzen  und 
machen  nach  syt  und  gwonheyt  der  landen,  und  ließ  die  ge- so 
bietten  zehalten  und  zeschirmmeu  by  den  utf  gesetzten  buossen, 
damit  und  man  inn  fryd  und  eiuigkeyt    laben    möcht.     Deß- 
glichen  schickt  er  inn  alle  weit  zevernemmen,  wie  mann  sich 
allenthalben  hielte,  zerkunnen  die  wuuderbarlicheu  geschichten, 
die  inn  der  weit  für  giengend.     Er  hielt  sich  so  barmhertzigk-  S6 
liehen  gegen  mengklichem,  das  er  von  mengklichem  lieb  und 
wol  gehalten  ward.     Iiiti  der  selbigen  tji  Aarou,  der  künig  inn 
Persia,  schickt  im  ein  wunder barlic heu  hiUlfen  von  sines  huochen 


ruoms  wegen  inn  sunderlicber  liebe  und  auder  kostlicli  gäben. 
Dysser  Karolus  was  durch  sin  grossen  adellicben  sytten  und 
brüch  inn  söllichem  ruotn  der  ereu  und  mechtigkeyt  dea  glucks, 
daa  inn  inengkltcher  eutsaß. 

6  Wie  dem  keysser  Karly  l)otsehafft  kam,  wie  ein  groß 
volck  beiden  uß  ÄÖ'ricka  inn  Ytallia  kommen  wärend, 
imd  wie  er  wyder  sy  zoch  mit  einem  grossen  zug 
nnd  sie  überwand ,  und  wie  Karly  ein  grossen  hat 
hielt  zuo  Paris,  der  kam  zuo  unnruowen  durch  den 

M  verretter    Ganellou. 

Die  krouickeii  zügend,  das  demnach  als  Karly  widerumm 
kouinjeu  was  uß  der  gegue  Jherusalem  und  Ternieiut  nun  für- 
hin  ruow  zebaben  inn  siner  stat  Paris,  do  kämmend  im  mere, 
das  ein  gros    heydisch    volck    uß  der  gegne  Atfricka  komnaeii 

16  wärend  iiui  die  gegiie  Pullia  und  Callabria,  die  verwüestiad 
und  verbraiittind  stett  und  Schlösser  uud  wärend  rettig  worden 
Romm  zersätören  und  den  bapst  töden  lu-iseu  uud  all  sin  pfaS- 
heyt,  deuiuacb  inn  Franckrich  zekouimen  und  die  gautz  Krysten- 
heyt  zerstören,     Ir  oberster  hieß    Marfurius.     Do   nun    Karly 

HO  die  mere  vernam,  do  versamlet  er  sin  'lücr  und  zog  mit  siueii 
zwölf  fürsteu  über  den  Muttenyß  inn  Lainpartten  und  durch 
Rommaniam  und  verbrächt  den  strytfc  und  behuob  deu  sig  an 
den  beiden,  und  ir  oberster  künig  kämm  umm  und  etlich 
künig  mit  im,   uud  die  übrigen  fluchend,     Inn   dis.sem   stritt 

25  ertzöugt  des  keyser  Karlis  vetter,  genempt  Ruolland,  Millone 
von  Anglers  suu,  die  mechtig  manheyt,  die  inn  im  was;  des- 
glichen  och  Ollifier,  sin  gsell,  von  Gennow,  Gergis  von  Theune- 
niftrck,  Lamprecht,  fürst  inn  Brüssen,  Godfryd,  künig  zuo  Bor- 
dellus,  Aatolffo,  künig  inn  Engelland,  Gödfrid,  künig  inn  Frieß- 

aoland,  der  hertzog  Ansea  uß  Peyeru,  Gerold  von  Rosailloii, 
Doou  von  Nantueil,  ßengnold  von  Muntabaut,  ßichart  von 
Kormandia,  Saloraon  von  Brettanuia  und  der  hertzog  Thüring 
von  Ardannia  und  die  andern  fürsten  verbräcbtend  grosse  rytter- 
Bchafft.     Nach  der  Überwindung    der   heyden    kam  der  keyser 

3&  gen  Komm  zumm  bähst,  wellicher  im  dancket  umm  die  hilf, 


so  er  der  Krystenheyt    bewyssen    hat.     Demnach    nam  Karly 
urlob  von  im  und  fuor  widtfr  iuu  Fraiickrich  gen  Paria.     Und 
all  künig,  fürsten  und  harren  fuorend  oeh  wyder  inn  ire  land 
ruowen.     Nim  begab  es  sieb  uff  einem  ostertag,  das  der  keyaer 
Karly    ein    grossen    adellieben  bäf    hielt    zuo  Paris,     ülid  an  & 
sinem  häf  wäread  vyl  künig,  bertzogeu ,   fürsten,  gräifen  und 
heren,  die  da  kommen  wärend  uff  das  österlich  vest,  fröud  und 
kurtzwyl  zuo  tribeu.     Under  dennen  was  Ruollaud,   gräf  zuo 
Cenoniiia,  Karlys  üblicher  schwesfcer  sun,  der  nach  ein  junger 
rytter  was;    aber   er  was  der  manlichest    uud  könnest  rytter,  lo 
so  man  do  mallen  fand,  wann  er  bat  es  wol  ertzöugt  iun  der 
Affrickeru  scblaciit.     Daruniui  inu  Karly  vasfc   lieb   bat,    und 
ouch  darunini,  das  er  »iner  Schwester  sun  was.     Und  Ruollaud 
bat  do  zeniäl  das  gautz  regiraent  an   allem  häf.     Uud  yeder- 
maun  batt  inn  lieb  und  thettend  im  eer  an,  als  wol  von  wegen  is 
siner  mauheit,  als  darrnnm,  das  er  des  keyssers  nacher  fründ 
was ,   und  (5ch  Ton  wegen  sines  vatters  MiUons    von    Anglers. 
Er  was  öcb  von  der  früutschal't  der  zwüiff  fürsten  uü  Franek- 
ricb,  siner  gsellen.     Uff  dissem  vest    rüstend   sich  Karly  und 
all  sine   fürsten   fröud    und    kurtzwyl   zetriben.     Aber  glück,  ao 
das  da  nüt  alwegen  inn  einigkeyt  ist,  sundera  deren  fyeud  ist, 
die  inn  einigkeyt  und  fröuden  sind,  als  dann  dennen  zehäf  be- 
ßchach ;  wann  nyd,  der  da  niemraer  stirbt,  schloff  inn  ein  fürst, 
der  hieß  gräff  Ganuelion  von  Haultafeilla,  der  was  eines  stoltzen 
bös&eu  gescbläcbtz  und  verretterschen  gmüetz.     Do  nun  Gan-  ss 
nellon  gsach,  das  RuoUand  so  gar  lieb  was   und  inn  mengk- 
licher  entsai,  des  er  grossen  nyd  gegen  im  truog;  wann  eines 
tags  sprach  er  zuo  KarJy:  »Her,  vermeinend  ir,  das  wir  alwegen 
üwerm    vetter    RuollanJen     ghorsamni    uud    undertheuig    sin 
sollend?  An  üwerm  haff  sind  künig,  bertzogen,  fürsten,  gräffeu  ao 
und  lüt  [bl.  4]  von  hocher  acbtung ,    aber   sy    werdend    übel 
geöchmechfc  daruuim,  daa  sy  einem  kind  müessend  uuderworfl'en 
sin.  JVIich  wundert,  das  ir  nüt  änderst  darzuo  thuond.  Wüssend, 
das  wir  nüt  mer  der  meinuug  sind  seiuHchs  zelyden  !  Uch  duuckt, 
er  Labe  es  alleti  überwunden  inn  der  biuderscbten  scbiacht  der  36 
Atfiickenern.     Ein  yetlicher  weyfät,    wie    ieh    und  andern  all 
niüed  wurdend-     Und    insunderheyt  under  uns  was  der  hertzog 
Gerold  von   Rossillon  ,   der  so  der  heideu  oberstz  feuly  nyder 


8 

Bcliluog,  und  Rengnold  von  Muntabant  hielt  sich  als  redlich, 
daz  er  biilich  sol  gelopt  werden.  Darumm  dunckt  mich,  es 
sig  QÜt  rächt,  das  ein  kind  alle  eer  und  gwalt  habe  über  sovil 
manlicbe  ritter  und  heren ,  sunders  mich  dunckt,  die  andren 
6  sollend  irnn  teyl  ouch  haben.«     Do  der  keyaer  Karly  Gannellon 

(veratuond ,  do  sprach  er  zuo  ira ,  er  aeitte  war  und  er  wett 
Ordnung  setzen.  Wann  der  keyser  gloupt  im  alles,  waz  er 
sejtt,  darumm,  das  er  ein  schönner  reder  und  grosser  zenUler 
was,  daa  im  nun  zuo  grossen  unstatten  kam. 


10  Wie  Ruolland  Gaunellon  ertödt  haben  wott  und  hin- 
weg ab  haf  schied,  des  der  häf  zuo  grosser  betrüept- 
nus  kam,  und  wie  er  inn  ein  aptyg  kanam. 


Do  Ruolland  vernam  die  reden,  so  der  verretter  Grannellon 
mit  dem  keyser,  sinem  vetter,  gethän  hatt,  do  ward  er  wan- 

16  derbarlichen  zornig,  und  dea  nach  vyl  nier,  das  im  der  kejser 
gloupt.  Daruram  er  eines  tags  inn  gegen wirttigkeyt  des  keysers 
und  aller  türsten  sin  schwert  Durandal  uLi  zog  und  wott  Gan- 
nellon ertödt  haben.  Aber  Ollifier  stalt  sich  harfür  und  mui 
im  daz  schwert  ui  den  henden.     Und    do  inn  Karly  darumiii 

ao  vermeint  zesträffen,  do  sprach  er  zuo  iuini  zornigklichen,  hett 
er  sin  ach  wert,  er  wett  inn  schlachen.  und  mit  dissen  wortten 
schied  er  u§  dem  pallast  und  uß  der  statt  Paria.  Und  gieng 
zefuoß  uff  ein  seh  los  oder  vesty,  so  zenechst  vor  Paris  was, 
da  Ollitiers  frow  Hermalina  wannet,    und  namm  da  Ärondal, 

M  OUifiers  pfert,  und  sin  schwert  Hocheoklara.  Demnach  rey* 
er  zuo  Dyogenna  der  schönnen,  sinera  gmachel.  Die  kam  im 
eugegen ,  do  sy  inn  gsach ,  und  sprach  zuo  imm  :  »Sind  golt 
wilkommen,  min  her  BuoUand !«  Er,  der  da  gantz  t«ub  oder 
schellig  was,  zog  das  schwert  uß  und  wott  sy  uff  ir  höpt  ge- 

30  schlagen  haben,  wann  er  vermeint,  es  were  Gannellon.  Aber 
sy  statt  sich  hindersieh  und  erschrack  übel  darumm ,  das  er 
sy  sehlachen  wott.  Aber  er  kam  wyder  zuo  im  aelbs  uud 
ruoft  ir  wider  und  sprach  zuo  ir,  sy  sölte  im  vertzichen,  wann 
er  were  also  zornig  gsin,  das  er  sy  uüt  erkeut  hett»  sundeis 

85  vermeint,  es  were  Gannellon,  der  verretter,  gsin.  Und  ertzalfc 
siner  iVoweii  die  ursaeh  sines  hinscheydens  ab  dem  häf.     üad 


beleyb  etlich  tag    by   ir.     Demnach    schied   er   hinweg  gantz 
zornigklicheu  und   allein  und  was  zerätt  worden  inn  die  hey- 
denscbäft  zerytten,  die  besächen.     Und  reytt   also   allein  und 
gedächt  al wegen  an  den  verretter  Gannellon,  der  nun  ein  ur- 
sächer  was ,   das  er  ab  dem  häf  und  uü  der  gaelsehafft   sovyl  & 
erlicher  edler  harren  und  rittern    vertribeu    was   worden   und 
das  er  also  allein  rytten  niuoiät  durch  die  wäld  und  wüestianen 
inn  frömden  landen  und  nnder  den  fyendeu  des  krystenlichen 
gloubena.      Und   gedächt    inn   sineni    gmüet,    er    wette   sich 
rächen.     Und  reytt  also  gedenckend,  das  er  nut  wuat,  war  er  lo 
reytt,  und  kam  ongferd  inn  ein  grosse   wüeste.     Darinn  fand 
er  ein  groß  bruoderhufä ,  inn  dem  wärend  vyl  bruodern ,  und 
was  gemacht  veat  wie  ein  schlos.     Das  was  am  end  eines  grossen 
bergfi  zwüscheud  der  Kristenheyt  und  heydenschafffc  an  einem 
vast  vinstern  end.     Der   bruodern    einer  hieß  Kleramunt  und  15 
was  von  dem  geblüet  des  hertzog  Beifes  von  AgremuiUz  und 
des  bertzog  Amons  von  Dordönna,  Geroldtz  von  Rossillons  und 
Doon  von  Nantueill  und  von  des  hertzog  Gödfrydtz  von  Thanue- 
niarcks  und  was  inu  sinnen  jungen  tagen  ein  man  lieber  rytter 
gain.     Oben  uff'  dem  berg  wannettend  dry  groß  rysseu,  stoltz  30 
und  böß,  die  thettend  den  bruodern  vyl  lydens  an  und  wurff- 
end  mit  schlingen  gros  stein  inn  das:  bruoderhuß  und  thettend 
altag  ein  sturmm  inn  aöllicher  gstalt ,    das    die  bruodern  nüt 
torfftend  ulä  dem  bruoderhus  kommen  umni  holtz  und  wasser 
und  och  umm  spys,  dardurch  sy  inn  grossem  uiangel  wärend.  26 
Do    nun    Ruolland   an    die    thür    des   bruoderhuß  kämm,    do 
kiopifet  er  au,    daz   man   im  uff  thette.     Aber   die    bruodern 
torfftend  nüt  ufi  thuon,  wann  sy  forchtend,  er  were  der  ryssen 
einer.     Aber  do  sy  gsächend  ,    das  erß  für  und  für  treib,  do 
fragt  der  gräf  Kleramunt,  wer  er  were.     Ruolland  sprach,  er  so 
were  ein  Kryst.     Do  er  das  erhört,   thet    er   im  uf  und  hies 
inn  gottwilkommen  sin  und  sprach  zuo  im:  »Diewil  ir  unsers 
gloubens  sind,  so  ist  alles  das  üwer,  so  wir  band.     Und  ver- 
wundernd üch  üüt ,   das   wir   uns  gewydert  band   üch  uff  ze- 
thuon  !  [bl.  5]  Wann  wir  sind  stetÄ  inn  sorgen  und  inn  forcht,  35 
wann  uff   dissem    berg    wänend    dry  gros  rysen,   die    uns  vyl 
lidens  und  Übels  zuo  füegend  und  an  tkuond.«     Die  bruodern 
faorteud  ßuollauden  über  tisch    und  gabend  im  zessen,  sovyl 


10 

und  sj  hattend,  und  gabend  stnem  pfert  ßch  zessen,  wanu 
trhetteod  es  inii  eiues  boumgärtly  iun  datj  grüeue  gras. 

Wie  Ruolland  mit  dryRn  ryssen  atreitt  uod  die  zwerm 
ertödt  und  der  dryt  durch  iun  zuo  dem  krystenlicheii 
B  glouben  [gebracht  ward. 

Demnach  als  Ruolland  gessen  bat,  do  gieng  der  gräf  Kla- 
ramuut  mit  imm  itum  bruoderlmü  ummhär.  Der  verwundert 
sich  der  atercky  des  selbigeu,  wann  er  der  glicben  nie  gsächen 
hatt.    Und  als  sy  mit  ein  andren  ummhar  giengend  schwätzend, 

10  do  fiel  ein  grosser  stein  hin  inn ,  der  hat  schier  Ruollandea 
pfert  Arondel  ertödt.  »Her  der  rytter«,  sprach  der  bruoder, 
tfder  rysen  einer  hatt  dyssen  grossen  atein  hinab  geworflfen.  Und 
thuond  daa  als  vyl,  das  wir  schier  uüt  wüssend,  waz  wir  thaon 
sond  ;  und  wärtt  es  länger,  so  werdend  wir  die  klussen  müesaen 

16  verlassen  und  zent  der  weit  ummhär  gän  gen  bätlen.«  Do 
Kuolland  den  bruoder  verstuond,  do  sprach  er  zuo  im:  »Ich 
bitt  uch,  lieber  vatter,  daa  ir  mir  min  pfert  an  ein  sicher  ead 
thüegend,  und  thuond  im  güetlieh!  Dann  ieh  will  den  geo 
sträflfeu,  der  den  stein  zuo  minem  pfert  geworfifen  hatt,    und 

£0  will  im  ertzeigeu,  das  er  unnrecht  getbäii  hartt.«  >Äch,  lieber 
rytter,«  sprach  der  bruoder,  »band  erbermd  über  uch  aelba! 
Dann  ir  mögend  den  ryssen  nüt  wyder  stan.  Wann  der  nechst 
ist  der  aller  gröat,  der  Leyfet  Passeniunt,  der  dreytt  dry  starck 
boggen  inn  sin  er  band  und  ein  schlingen  under  sinem  gurtteil, 

26  und  ich  weylä  wol,  das  er  vil  stercker  und  mechtiger  ist  danu 
ir,  daruinm  ir  ücL  inn  sorgen  zesterben  setzend.«  Ruolland 
sprach:  »Ich  bitt  üch ,  das  ir  die  coUatz  zuo  rüstend,  wann 
ich  hab  inn  willen  vast  bald  wider  zekommeu.«  Damit  nani 
Kuolland  urlob  von  den  bruedern  und  steig  den  berg  uff.     Und 

30  kam  uuwyt  hinuf,  er  fand  den  ryfä  Passemunt,  der  im  nun 
vast  zuoluoget,  do  er  inn  gsach  alleiuu  kommen,  und  fraget 
inn,  wohinn  er  wett  und  ob  er  by  im  heliben  wett  sin  knecht 
oder  buob  sin.  Und  Ruolland  sprach  zuo  im:  a-Du  dorechtiger 
ryß,  ich  kumm  bar  dir  den  tod  zegeben  ;    wann    du  hast  den 

35  bruodern  inn  dysser  kluli  zevil  lydens  angethan.  Darunuu 
wer  dich!  Wann  du  rauost  sterben.«     Do  der  ryfi  Ruollauden 


jtuond ,  do  gieug  er  uod  wapnei  sicli.  Demnach  kaui  er 
wjder  und  lejt  eia  grossen  stein  hin  ein  schlingen  und  seh  laug 
den  gegen  Ruolland  und  traff  iuu  uü  den  helmm  mit  süUicher 
stercky,  das  er  aller  dingen  ertonntt.  Und  der  wurfF  was  so 
starck,  das  Ruolland  ?.uo  der  erden  fielj  als  ob  er  tod  were,  6 
so  gar  was  er  von  dem  streich  ertobet,  Passemont  vermeint, 
er  were  tod,  und  sprach:  »Ich  will  den  buoben  entwapuen, 
wann  der  hämisch  ist  vast  schön.«  Und  als  er  inn  entwapnet, 
do  kam  er  wider  zuo  im  selbs  und  stuond  mit  gwalt  wyder 
uff  und  sprach  zuo  im:  »0  du  faltscher,  ich  bin  nach  not  tod,  m 
aber  ich  will  mich  mit  der  Ljjff  miues  gotz  Jhesuchrist  an 
dir  rächen.«  Do  inn  der  ryfä  verstuoud,  do  erschrack  er  und 
tuckt  sich  an  lierd  und  wott  ein  andren  stein  nemmen  damit 
Ruollanden  werffen.  Aber  Ruolland  zog  sin  schwert  Hottal- 
kerra  uß,  das  vast  wol  schneyd,  und  gab  dem  ryssen  damit  i» 
ein  söllichen  schlag  ujff  sin  hopt,  das  er  im  den  inn  zwey 
stuck  zerspielt,  das  er  tod  zuo  der  erden  fiel.  Und  im  fallen 
liefä  er  ein  grossen  aehrey  und  ächait  sin  gott  Machmet,  Und 
BuoHand  seyt  gott  danek  uram  den  sig,  so  er  an  dem  rysen 
gehept  hat,  und  sprach  :  »Min  gott,  ich  sagen  dir  danck ;  Avann  ^ 
an  dich  hett  ich  nüt  mögen  geaigen  dem  atarcken  rysen  an, 
der  ao  gär  ungemeß  ist.  Darumm  ich  mich  alwegen  inn  din 
beschirmung  und  buot  enpfilch.  Und  wellest  mich  beleyfcteu 
inn  söllicher  gstalt,  das  ich  min  vetter  Karly  wider  gsächeu 
mög.4  Nach  dem  und  ßuoHand  sin  gebett  verbrächt  hat,  do  2& 
steig  er  nach  höcher  inn  den  berg  hinuff,  untz  das  er  den 
andren  risen  fand,  der  bieJä  Allabaster.  Der  huob  ein  grossen 
stein  voun  einem  velsen  uff,  do  er  liuollüudea  ersach ,  und 
sprach  zuo  im:  »Du  gouch ,  wer  hat  dich  so  fräfi'en  gmacht, 
das  du  hie  har  kommen  bist?«  Und  als  disse  wortt  redfc,  leitfc  so 
er  den  stein  inn  sin  schlingen  und  schlang  gegen  Ruolland, 
Aber  do  er  des  scbliuges  gwär  ward,  do  kartt  er  sich  daunen, 
wann  er  wulät,  wie  schwer  der  stein  was.  Und  der  stein  fuor 
für,  klepffend  als  ein  thonner  klapff,  mit  so  grossen  krefften 
kam  er  da  har.  Aber  Ruolland  nachet  sich  zuo  im  und  stach  ^6 
im  sin  sehwert  inn  den  püttrich  untz  an  das  krütz ,  und  der 
ryß  fiel  tod  zuo  [bl.  ÜJ  der  erden.      Des  Ruolland  unserm  bereu 

issen  danck  seitt.     Der  drytt  ry\k,  Morgaut  genannt,    hatt 


12 


ein  hötly  mit  holtz  und  herd  gmacht,  inn  deren  enhielt  er 
sich.  Und  inn  der  stund  ,  als  Ruollaud  sine  awen  bruodern 
ertodt,  schlieff  er  inn  siner  hütten.  Do  Ruolland  den  andren 
ryßen  ertodt   hatt ,    do   gieng    er   zuo  Morgan tz    hütten    und 

6  klopftet  an  der  thür,  das  Morgan t  darab  erwachet  und  fragt, 
wer  da  were,  der  so  hertt  klopffette.  HtioMand  sprach:  »Kumni, 
thuo  uff!  so  wirst  es  innen.«  Morgant,  gantz  achleflferig,  thet 
im  uf.  Und  do  er  ßuollanden  im  hämisch  gsach,  do  fragt  er 
inn,  waz  er  euochte.     Und  Ruolland  sprach:  »Ich  bin  harkom- 

10  men  dir  also  zethuon,  wie  ich  dinen  zweyen  bruodern  gethän 
hab  :  die  ügeud  da  nyden  tod.  Wann  gott  mag  nut  mer  er- 
lyden  die  grossen  jämmer,  die  ir  teglichen  sinen  diennern,  den 
brüedern  inn  dysser  kluß,  kuo  füegeud.  Und  darumm,  das  er 
kein  sünd  ungestraft  läßt,  so  ist  yetz  der  tag  kommen,  das  die 

16  straf  beschäcben  sol.  Darumm  wird  icb  dir  glich  aiso  thuou 
wie  dinnen  zweyen  bruodern,  die  ich  mit  minen  henden  ^e- 
tödt  hak«  Do  der  ryti  Ruollanden  verstuond,  do  sprach  er 
gantz  früntlichen  zuo  im:  »Ich  bitten  dich,  edler  rytter,  das 
du  mir  zuo  eren  dinem  gott  kein  schmäch  bewissest,  sunders 

20  mir  sagest,  ob  du  ein  Kryst  sigest  oder  nüt.«  Ruolland  sprach 
zuo  im:  »Heid,  ich  will,  daz  du  wüsaest,  das  ich  ein  Krist  bin 
und  halt  Jhesus  glouben,  der  ist  almechtig  und  hatt  geschafei) 
den  hirael,  das  erttrich,  das  mer  und  die  plannetteu  und  all 
creaturen,  die  da  sind.     Darummb ,  bistu  wyß,  so  verlaßt  du 

3b  den  falteehen  glouben ,  inn  dem  du  lange  zyt  bist  betrogen 
worden,  der  nüt  anders  ist  dann  verdampnuß  des  lips  und 
der  sei,  und  nimpst  der  Krypten  glouben  an.  Und  durch  dysse 
gstalt  be warst  du  din  sei  uud  din  laben.«  Morgant  sprach 
demüettigklichen  zuo  im:  »Ritter,   ich    will   dir   sagen  einen 

ao  troumm,  der  ist  mir  glich  erst  inn  miuem  schlaff  furkommen. 
Mich  duocht,  mich  griffe  ein  grosser  ungestüramer  track  ^in^ 
des  mocht  ich  mich  nüt  erweren ,  so  gar  grussamm  was  er. 
Ich  ruofft  Machraet  an,  das  er  mir  hilflich  were;  aber  mich 
duocbt,  er  hett  gar  kein  macht  mich  zeschinumen.     Demnach 

sfi  befalcli  icb  mich  dem  gott,  der  an  daz  krütz  geschlagen  ward; 
do  ward  ich  von  stund  an  vom  tracken  erlüßt  mit  siner  hilf. 
Und  darumm,  das  ich  gaich,  das  er  almeclitig  ist  und  alwegeii 
bereyt  ist  sinen  fründcn  zehälffeu,  bin  ich  der  meinung  lirystea 


i 


^TO^ 


werden.«  Do  Rnolland  den  ryssen  verstuond,  äo  ward  er 
wunderbarlichem  erfrüwt  und  sprach  zuo  im  :  »O  edler  ritter, 
bistu  der  meinung  söUiclis  zethuon,  ala  du  sas^st,  so  biatu  wol 
glückhafffcig ;  wann  durcb  disse  gstalt  wirt  din  seil  von  der 
verdampniis  erlölat  und  ewigen  pin  und  gewyJ&b  uff  die  weg  ^ 
der  selligkeyt,  and  mit  dysser  gstalt  wyrstu  inn  die  ewigkeyt 
min  gsell  sin.  Und  verheyssen  dir,  so  lang  und  ich  das  laben 
hab,  daz  du  von  mir  nüt  verlassen  werden  muost,  wenn  du 
den  faltschen  glouben  verläsb,  inn  dem  du  so  lange  zyt  gyrtt 
hast.«  »Ich  verheyssen  dir,e  sprach  Morgant ,  »das  ich  nun  lo 
fürhin  Machniet  und  alle  die  faltschen  götter  verlassen  will, 
an  dennen  ich  hievor  glouben  gehept  hab,  und  uini  Jhesus  für 
min  gotfc  und  Heren  an  und  will  mich  lassen  touffen,  wenn  üch 
geliept.«  Do  inn  Kuolland  verstuond  ,  do  uinmfieng  er  inn 
von  frouden  und  sprach  zuo  im:  »Wir  mtiessend  inn  die  klussen  i6 
gän,  so  unden  au  dyssem  berg  stät ;  da  wirstu  gnad  von  den 
bruodern  begeren  umtn  den  grossen  übertrang,  so  du  innen 
hewyssen  hast.«  »Min  lieber  friind,«  sprach  Morgant,  »ich 
bin  gentzlich  bereytt  zethuon  alles  das,  so  dir  geliept  mir  ze- 
gebietten;  wann  die  saeh  raöeüte  hert  zethuon  sin,  das  iclis  üch  so 
Verseitte,  nnd  werß  min  laben  für  daz  uwor  dar  zuo  strecken. 
Aber  ich  bitt  üch  durch  den  gott,  an  der  ir  <yloubend,  das 
Üch  geliebe  nsir  üwern  natnmen  zuo  sagen,*  Kuolland  sprach 
Sfao  im:  jDu  solt  wiisseu,  das  ich  Ruolland  bin,  des  k«^yser 
Karlis  Vetter,  t  Do  das  Morgant  erhört,  do  ward  er  vast  fro  m 
Tind  sprach:  »Gelopt  werd  der  namni  Jhesutn,  das  er  mich  so 
glückbafftig  gmacht  hat,  das  ich  so  ein  edlen  heren  fanden 
hab,  als  ir  sind !  Ich  verheyssen  üch ,  daz  ich  von  wegen  der 
grossen  manheyt,  die  ich  Lab  von  üch  gehört  sagen,  nun  IVir- 
bin  üwer  dienner  will  sin  und  gehorsanira  sin  all  üwern  gnotten  so 
gebeyssen  als  rainein  heren  und  meyster.« 

Wie  Morgant  von   dem  hriioder  grat"  Kleramaut  iun 
der  kliiß  getoufft  ward. 

Nach  dyssen  wortten  machtend  sy  sich  uff  die  straß  inn 
die  kluß  zegän.     und  do  sy  kämmend  an  die  end,  da  die  zwen  s* 
tod    rysen    lägend,    do   sprach    Ruolland    zuo  Morgant:    >Du 


14 

muost  mir  diner  bruodem  tod  vergeben,  'wann  es  batt  also 
dem  höchsten  gott  geliept,  das  sy  gestraft  wurdend  umm  die 
grossen  übel,  die  sy  teglichen  ann  den  frommen  bruodern  be- 
giengend.     Wann   [bl,  7]   das   durch   sin   götliche   kraft   und 

6  gericht  geordnet  wirt,  da  mag  niemman  dar  wider  thuon«. 
Do  sprach  Morgant  zno  RnoUand:  »Nütdesterminder  wie  wol 
es  mir  wee  thuot,  das  ist  miner  brüedern  tod,  von  des  geblOetz 
wegen,  das  nüt  liegen  mag,  so  will  ich  üch  ertzeigen,  das  ich 
nüt   will  wider   die  hochen    gericht  gottes   gän.     Und   damit 

10  und  die  bruodern  dester  sicherer  sigend ,  so  will  ich  minen 
zweyen  bruodern  yetlichem  bed  hend  ab  howen ;  die  will  icb 
den  bruodern  schäncken,  damit  and  ich  minen  fryden  dester 
baß  mit  innen  machen  mög«.  Und  mit  dissen  wortten  huw 
er  den  zweyen  ryssen  ire  hend  ab.     Und  liessend  die  korpell 

«  den  thieren  und  voglen  uff  den  földen,  das  sy  von  innen  ge- 
fressen wurdend.  Demnach  machtend  sy  sich  uff  die  strafi 
inn  die  kluß.  Und  do  die  bruodern  den  ryssen  und  Ruollanden 
gsächend  kommen,  do  forchtend  sy  innen  vast  übel  und  sagtend 
zuo  ein  andren:    »Sechend  den  rytter,   der   hüt  von    uns  ge- 

»0  scheiden  ist,  der  bringt  ein  rysen  mit  im  !<  Der  bruoder  Kler«- 
mant  was  synn  übel  zefriden,  aber  Ruolland  sprach  zuo  im: 
»Lieber  vatter,  sind  nüt  betrüept!  Wann  dysser  ryß  hat  Mach- 
metz  glouben  verlassen  und  hat  den  krystenlichen  glouben 
angenommen.     Und  die  andren  zwenn  sine  bruodem,  die  üch 

»  sovil  lydens  und  kummerß  an  gethän  band,  sind  von  mir  er- 
todt  worden.  Und  damit  und  ir  dester  sicherer  sigend,  sy 
sachend  hie  ire  fier  hendl  Die  hat  innen  disser  edel  ryß,  ir 
bruoder,  ab  ghoweu  üch  die  zebringen«.  Do  die  bruodem 
Ruolhuiden    verstuonden    und   der   rysen    band  gsächend ,   do 

'*>  wurdend  sy  ser  erfröwt  und  loptend  gott  darumm,  daz  er  sy 
erlößt  hatt  us  der  underthenigkeyt  der  faltschen  rysen.  Und 
spräohend:  >Xun  fürhin  so  mögend  wir  wider  reichen  alles 
das.  so  uns  nott wendig  ist.  on  sorg«.  Der  bruoder  Eleramant 
gsitch  Morgand  an.  der  so  gros  was  und  starck,  und  sprach 

**  zuo  im:  »Wenn  ich  din  grosse  und  st^rcky  ansich,  so  wundert 
mich  nüt  der  grossen  steinnen,  die  du  zuo  uns  geworffen  hast 
Xuun  bistu  lange  zytt  des  tüffels  dienner  gsin,  und  nun  wirstu 
warer  dienner  und  frund  des  ol>ersteu  gottes.     Ich  hab  gedecht- 


15 

niiB  an  den  apostei  CiHnt  Paulus ,  der  erstliclien  ein  grosser 
durrechter  der  Kry.sten  gewußt  ist;  aber  demnach  und  inn 
gott  beruoft,  do  ward  er  die  groß  trumraetten  des  gloubens, 
uß  dem  die  stimm  inn  aller  weit  ertöndt  hat.  Also,  hfvif  ich, 
werd  es  ueh  mit  dir  beschechen:  glich  wie  du  die  dienner  5 
gottea  vervolget  hast,  also  werdest  du  hinfür  ein  beschirmmer 
des  beigen  krystenlichen  gloubens  sin  und  werdest  also  sine 
fyeud  Tervolgen.  Du  solt  dich  billich  erfröwen,  wann  ufF  hilt 
erfrüwend  sich  die  engel  im  birael  diner  bekerung;  wann  es 
st&t  im  evangyllio  geschriben ,  das  vyl  grössere  fröud  imm  i» 
hitninel  ist  von  wegen  eines  Sünders  bekerrung,  dann  ab  nun 
und  nüntzig  gerechten.  Du  wärest  uff  dem  weg  der  ewigen 
verdampnuß,  und  nnn  fürhin  magstu  die  ewig  fröud  überkommen, 
die  nieuimer  mer  gebrist«.  Do  Morgant  den  hruoder  ver- 
stuond,  dö  sprach  er,  wenn  sy  wettend,  so  wett  er  sich  touffeii  la 
lassen  ;  des  die  bruodern  und  Ruollaud  ser  erf'röwt  wurdend. 
Also  touft  inn  der  bruoder  Kleramunt  von  stund  an.  Und 
Ruolland  huob  inn  uß  der  toutfe.  Und  verkart  im  sin  nammen 
nüb,  sunders  behuob  all  sin  laben  lang  den  nammen  Morgant. 
Und  dys  buoch  ist  im  zelieb  gemacht  worden.  Demnach  ao 
als  Morgant  getoufft  wa.=!,  do  fuort  sy  der  bruoder  Kleramunt 
inD  sin  kammer,  und  assend  mit  ein  andren  und  fuorttend 
gros  fröud  von  Morgant  wegen ,  der  ein  Kryst  worden  was. 
Ruolland  und  Morgant  ruowtend  etlich  tag  inn   der  klufi. 


Wie  Morgant  Kwey  wildy  schwin  ertorlt,  als  er  gieng  au 
gen   wasvser  reichen,  unil  die  inn  diekliiß  truog  und 
darnacli  ein  todtz  pfert  inn  den  wald  truog,  er  allein. 

H|  Eines  tags  begab  es  sich,  als  sy  der  bruoder  Kleramunt 
cne  klussen  sechen  ließ  und  die  kamer  darinn  ,  do  kämmend 
sy  inn  ein  kammer,  inn  deren  wärend  vyl  alter  barnisch.  Und  m 
under  den  allen  was  ein  boggen,  der  wunder  barlichen  starck 
was,  und  wärend  die  pßl  darzuo  och  da.  Und  do  inn  Morgant 
ersacb  ,  do  begert  er  inn  zehabcu  und  vorsehet  den  von  den 
bruodern.  Die  gäbend  im  den  vast  gern,  des  Morgant  vast 
fro  ward.  Demnach  beklagtend  sich  die  bruodern  ,  wie  sy  sa 
mangel  an  wasser  bettend.     Do  sprach  liuoUaiid  zuo  Morgant, 


16 


er  sötte  gen  wasser  reichen.  Der  spracli  kuo  im:  »Min  ter, 
gebiettend  mir  alles  das,  so  ucb  geliept,  das  will  ich  mit 
guottem  willen  enden«.  Damit  nain  er  ein  grossen  zuber  nnd 
luod  den  iiff  sin  achßlen  und  gieng  zuo  einem  brunnen  ,   der 

6  was  by  dem  berg,  dahin  er  selbs  gwooheyt  hat  gen  trincken 
kommen.  Und  do  er  zenechst  by  dem  brunnen  was,  do  gBBCh 
er  ein  hufF  wilder  schwinnen  kommen  durch  den  wald.  und 
do  er  sy  ersach ,  [bl.  8]  do  leitt  er  ein  pfyi  ulf  den  boggen 
(den  hatt  er  mit  im  genommen)  und  schoü  gegen  einer  suw. 

10  Und  schoß  ir  den  pfil  iqn  kopff ,  daz  sy  tod  zuo  der  erden 
fiel.  Und  ein  andre  kam  an  Morgant  und  kämm  im  so  nach, 
das  er  nüt  wil  hat  sin  boggen  zespannen ,  sunders  hnob  sin 
fust  uff  und  schluog  die  suw  damit  uff  die  stirnaen,  das  er 
sy  tod  zuo  sinen  füessen  schlnog.     Und   die    andren  karttend 

16  sich  widerumm  inn  wald.  Demnach  fuit  Morgant  sin  zuber 
mit  Wasser  uü  dem  brunnen  und  luod  sy  uff  sin  achalen,  nni 
uff  die  ander  luod  er  die  zwey  schwinn  und  kam  also  inn  die 
klns  als  ring,  als  ein  andren  hett  mit  eineai  schäf  uff  siner 
acliülen  getbän.     Do    inn  Ruoilaud  gsach,    do  verwundert  er 

*>  sich  ah  siner  stercky,  Do  die  bruodern  das  frisch  wasser 
gsüchetid ,  do  wurdend  sy  vast  fro  und  entluodend  iVforgant. 
Demnach  rüstend  sy  die  schwinn  und  machtend  guot  gschir 
damit  ein  /.yt.  Der  bruoder  Kleramunt  hat  ein  groß  pfert, 
das  hat  er  lange  zyt  ertzogen ;  das  schanckt  er  Morgant  darumm, 

»» das  er  kein  pfert   hatt.     Und  Morgant   namß  und    saß  danjf 
und  reytt  es  inn  ein  matten,  serersuochen ,  ob  es  inn  tragen 
iöcht.     Aber  das  fuoder  was  zeschwer,  dann  als  inn  Morgant 
umnikeren  [wot],  do  fiel  es  under  ini  nyder,    also  das  es  tod 
uff  dem  platz  beleih.     Do  Huolland    das  pfert  tod  gsach ,    do 

'*  sprach  er  «uo  Morgant:  >lch  gsich  wol,  das  du  wirst  muessen 
sefuos  mit  mir  kommen,  wann  ich  weyi  dir  keins  zeüberkonuneu, 
das  dich  tragen  mog«.  »Des  band  kein  unmnotc  !  sprach  er, 
»ich  bin  ring  gnuog  sovast  zefnoß  zegan,  als  ir  rjtten  werdend. 
Und  wenn  ich  inn  einen  stritt  kummen ,  so  hoff  ich  als  vyl 
luanbeitten  zebegän ,  als  ein  andern  zeroß  begän  werde 
Hxiollaud  sprach:  »Ich  sorg  nüt,  das  du  nüt  eines  maus  wertt 


7  waldj  w^ard  fa». 


"sfgest  zuo  stritt,  wann  du  bist  gros  und  starck  gniiop;.  Aber 
ich  möcht^liden  1  das  dis  pfert  im  holtz  were  ,  wann  es  wirt 
vast  bald  übel  schmecken ;  aber  ich  weyü  die  gstalt  iiüt,  wie 
er  dahinn  kommen  mög«.  »Des  band  kein  unmuot!«  sagt 
Morgant,  »er  hatt  mich  nüfc  weilen  tragen,  aber  ich  will  inn  6 
tragen.  Darumm  hültfend  mir  inn  uff  min  achülen  leggen! 
So  will  ich  inn  in  dilä  holtz  tragen,  den  wüden  thieren  zuo 
spts«.  »Ich  rätten  dir«  ,  sprach  RuoUand ,  »du  Jässest  inn 
liggen ,  das  er  dir  niit  atso  thüeg,  wie  du  im  gethäu  hast. 
Huett  dich,  das  er  sich  nüt  an  dir  räche!«  »Hälffend  mir  nüt  " 
raer  daun  uf!«  sagt  Morgant,  »wann  ich  will  das  roß  wol 
tragen  und  darzuo  alle  die  gloggen ,  die  inn  dissem  thurt) 
sind.«  Rnolland  halff  im  mit  dem  roß  uff.  Und  do  ers  uff 
ainem  ruggen  hat,  do  thefc  er  zwenn  groß  aprüng  damit,  des 
sich  die  brüedern  und  Ruollaud  Terwunderttend.  Morgant  i6 
truog  daz  roi  inn  ein  wüeste,  die  ein  guotten  teyll  von  der 
kluß  was,  und  kam  gechJingen  wider.  Diid  do  er  widerkoraraen 
was,  sprach  Rnolland  zuo  imm  :  »Min  lieber  fr iind,  wir  müedsend 
von  hinnen  scheiden,  wann  wir  thuond  hie  nüt  dann  uns  feyß 
machen  wie  die  süwen.«  Morgant  sprach  zuo  im  :  »Wie  uch  20 
geliept,  also  werd  im  gethän;  wann  ich  hab  vyl  lieber  un- 
ruow  dann  ruow.  Darumm  land  uns  scheiden,  wenn  ueb  guott 
dunckt !« 


Wie  Ruolland  und  Morgant  urlob  von  den  klußnern 
Dämmend  und  hinweg  schiedend. 


2» 


Rnolland  öprach  eines  tags  zuo  den  bruodern :  »Ir  vättern, 
ich  will  urlob  tou  üch  nemmen,  Avann  ich  bin  gnnog  hie  gsin 
und  wir  band  üch  costena  gnuog  zuo  gfüegt.  Daruram  der 
guothetten  und  der  eren  ,  so  ir  uns  bewisaen  band,  ich  weyfi 
nüt,  wie  ich  üch  die  vergälten  sol,  dann  allein  das  ich  üch  uo 
zuo  tussend  mallen  dancksagen,  und  thuon  üch  damit  zt-wüssen, 
könde  ich  etwaz  von  üwertwegen  thuon  ,  das  ich  gantz  inn 
üwerm  willen  bin,  Daruram  beger  ich  urlob  von  üch  und 
vertzichung.«  Do  der  bruoder  Cleramunt  verstuood  das ,  so 
Ruolland  sagt ,  do  ersüfftzet  imm  sin  hertz  uß  erbermd,  und  sn 
sprach  zuo  im :    »Edler  ritter,  band   wir  üch  nüt  als  erlichen 


18 

enpfangeii  nach  geeret,  als  eioem  ritter  zimpt,  ao  gantz 
manheyt  erfült ,  als  ir  sind,  so  bitt  ich  üeh  ion  unser  aller 
nammen  ,  daz  üch  geliebe  uns  unser  untzucht  ze versprächen, 
die  nüt  klein  aind  ;   wann  ich  schweren  üch  by  gott,  das,  wann 

6  wir  baß  gewiläfc  bettend  gegen  üch  zethuon,  wir  wettend  es 
gethän  haben  mit  unser  kleinnen  macht ,  wann  der  will  ist 
guot  gsin,  und  och,  das  wir  üch  guotz  schuldig  und  pfiichtig 
sind  uß  ursach  der  grossen  raüeg  und  arbeyt  und  der  grossen 
sorg ,    inn  dereu  wir  so  lauge  zyt   gsin    sind    von    wegen  der 

10  faltschen  rysen,  die  ir  ertödt  band.  Darumro  wir  schuldig  sind 
gott  für  üch  zebätten  zqo  allen  zytten.«  »Min  lieber  vatterc, 
sprach  Huolland ,  *ir  köndend  mir  nüt  grössere  vergältnuß 
thuon,  wenn  ich  üch  alle  die  dienst  gethän  hett,  so  inn  aller 
weit  gethän  werdend,   dann   gott  für  mich    bitten.     Darumm 

Iß  befilch  ich  mich  allwegen  inn   öwere  gebett;  wann   es   ist  ein 

ding,    das  allen    fromen  glöubigen  gaatz  notwendig    ist,  und 

•  inaunderheit  uns  kriegern,  das  wir  gros  sünder sind.«   »Wytter«, 

sprach  der  bruoder  Cleramunt,    »sag  ich  üch,  das  wir  gegen 

üch  inn  sunderbarer  pflicht  stand ,   und  [bl.  9]  gJoub  vesten- 

äo  klich,  ir  sigend  von  gott  har  inn  dysse  wüeate  geschickt  wor- 
den, das  ir  uns  ufi  der  dienstbarkeyt  erloßtend,  inn  deren  wir 
so  lauge  zyt  gewefet  sind,  und  och  ursächer  sind,  das  disser 
ryß  inn  die  weg  der  warheyt  gfüert  worden  ist,  der  was  inn 
den  wegen  der  vinsternus.     Wytter    es   ist    hie    innen    guuog 

25  hämisch  ;  darumnij  dörffend  ir  sinn,  so  nemraend  inn!  Wann 
alles  das,  so  hie  ist,  sig  üch  erlöpt.«  Ruolknd  sprach:  »Wer 
etlicher  hämisch  da.,  der  Morgant  reebt  were,  so  ward  ich  einn 
erfröwt.t  Der  bruoder  Kleraniunt  fuort  sy  inn  ein  kammer, 
die  lag  voll  altz  hämisch.     Also  suocht  Morgant  sovast  under 

80  dem  hämisch,  biß  das  er  ein  kreps  fand,  der  was  gentzUch  ver- 
rostet. Er  erschrack  gar  darumm,  das  er  im  so  gantz  recht 
was,  das  er  im  weder  zegros  nach  zeklein  was :  er  was  eines 
grossen  ryasen  gsin,  den  der  fromm  rytter  Mi  Hon  von  Anglers 
ertödt    hat    inn  dissem  bruoderhuß   zuo    des    frommen    künig 

36  Peppinua  zyfcten,  keyser  Karlia  vatter,  Uud  inn  der  vesty  des 
bruoderhuß  was  die  hyatori»  geoiallet,  wie  der  gemelfc  Milloo 

2  meinbeyt  ha. 


19 


von  Anglers  inn  disser  kluasen  gain  was  and  wie  er  den  rysen 
ertodt  hat  und   vyl   heiden    mit   imm.     Do   RuoUand   erkant, 
das  sin  vatter  inn  der  klnß  gsin  was,  do  fielJend  im  die  trehen 
ufi   den   ougen.     Und    do  inn   der   bruoder   Cleranmnt    gsach 
weinnen,  do  fragt  er  inn  umni  die  nrsach  sines  leydtz.     Und   s 
RuoUand  sprach  zuo  imm :  »Ich  bitt  Geh,  das  ir  mir  sagend, 
warunim  disse  hjstoria   hie   har  gemället   worden  aig.«     Der 
bruoder  spraeli :  »Kytter,  min  guotter  friind,  ir  sond  wüssen, 
daz  ich  iifi  disses  frommen  ritters  Millon  von  Anglers  gsch lacht 
kommen  bin,  der  so  ein  manlicher  und  wysser  rytter  gsin  ist,  lo 
und  bin  ein  fründ  und  vetter  der  manliehen  rittern  Rengnold 
von  Muntabant  und  gräf  Ruollandon,  diß  so  gar  verrfieropt  inu 
aller  weit  sind.«     Do  RuoUand  verstuond,  das  der  bruoder  so 
gar  sin  nacher  fnlnd  was,   do  ummfieng  er  den  bruoder  und 
sprach  zuo  im:  »Min  guotter  vetter,  suchend  hie  Ruollanden,  i6 
üwern  fründ  1«   Ond  ummfiengend  ein  andreUj  also  das  sy  eia 
andren  nüt  konden  gän   lassen   und    nüt    reden  mochtend  ein 
lange  wyl.     RuoUand    redt   zumm   ersten    und  sprach:    »Wie 
hatt  es  sich  begeben,  das  ir  inn  dysse  wüeste  kommen  sind? 
Warumm  hand  ir  den  hämisch  verlassen,  ir,  der  da  von  edlem  » 
stammen  harkonimen    sind    und  so  von  manliehen  lütten  ,    da 
sovil  manlicher  ryttern  sind,    und   üch  zuo  einem  bruoder  er- 
geben hand?«    »RuoUand,    min    fründ,«    sprach    der   bruoder 
Cleramunt,    »es   ist   alles  beschechen  durch  götlieh  Ordnung  j     . 
wann    etlich    überkommend    das   rieh   der    hiralen   iun    disser  25 
gstalt  und  etlich   durch   andere   gsfcalt.     Yedermann  mag  nüt 
durch  ein  meiaung  behalten  werden,  aunders  wie  es  dem  höchsten 
gott   geliept,     Darumm    erschrick   nüt,   das   ich   ein    bruoder 
worden  bin!«    Als   der   bruoder  Cleratuunt  und  RuoUand  mit 
ein  andren  redtend ,   do   saocht  Morgnnt   under  dem  hämisch  ao 
80  lang,  untz  das  er  ein  grossen  yßen  hnot  fand,  der  was  im 
gantz  recht;  wann  er  was  des  rysen  gsin,  des  der  kräpß  gsin 
was.     Der  selbig  huofc  was   ganfcz  rostig,    aber    imm   lag  nüt 
vyl  darann.     Darzuo    Pand   er  ein  alt  verrostet    sehwert ,    das 
gurtt  er  an  sin  sitten.     Demnach    faud    er   an  einem  end  ein  »5 
zerbrochne  gloggen ;  er  ersach  den  kallen,  der  waa  groß  und 
schwer,  den  nam  er  und  sagt,   er    wett   inn    mit  im  tragen, 
nn  es  were  kein  so  starcken    man  nüt,    den   er   nüt  damit 


k. 


so 

zeminpff  schlachen  wett.  Demnach  sprach  RooUand  zuo  dem 
bruoder  Cleraraunt:  »Ich  bifct  üch,  min  vetter,  ob  ir  wüssend 
inn  etlichen  landen  wytt  oder  nach  krieg  oder  versamlungen, 
das  ir  mir  das  sagend.«     Der  bruoder  sprach:  »Ich  gloub,  ich 

6  well  öch  uwer  begeren  erfüllen,  Tnti  der  gegne  gegen  uffgang 
der  sunnen  ist  ein  grosse  statt,  inn  deren  ist  ein  heidischer 
könig,  der  wirt  Corador  genempt.  Der  hat  ein  tochter  wun- 
derbarlichen  schön ,  die  ist  so  mechtig ,  das  kein  rytter  so 
starck  ist  er  nüt,  der  sy  uß  dem  sattel  stächen  mög.      Dann 

10  wenn  sj  gewapnet  uff  dem  pfert  sitzt,  so  achtet  sy  keinen 
man  nierinert  hinn,  geb  wie  edel  oder  mechtig  er  sig.  Es  ist 
ein  grosser  schad,  das  sy  nüt  ein  Krjstin  ist,  wann  sy  wurd 
all  frowen  für  träfFen  inn  aller  wält  mit  mechtigkeyt.  Und 
umra  disse  stat  lyt  ein  grosser  züg  heyden  ,   die  band  sy  be- 

lö  legret ,  deren  sind  mer  dann  achtzig  tussend ,  und  ir  kunig 
ist  Tast  manlich  und  heylät  Mattredron.  Und  die  ursach,  (3a- 
rurara  er  die  etat  belegtet  hatt,  ist  darumra,  das  er  zunira 
dickern  mal  die  tochter  begert  hatt  zuo  der  ee,  die  ist  im  al- 
wegeu  verseitt  worden,     Darumm  hat  er  geschworen,  sy  müefi 

20  im  werden,  eytwedera  durcfe  giiette,  oder  mit  gwalt ;  wann  er 
ist  der  tochter  so  gar  hold,  das  er  da  sterben  will,  oder  sr 
müeß  im  werden.  Und  künig  Corador  hatt  guot  rytter  bj 
im,  der  überfalt  sine  fyend  vyl,  also  das  iren  vyl  da  tod  be- 
libend  zuo  beden  syten.«     Do  Ruolland  den  bruoder  verstuond. 

ä*  do  ward  er  vast  fro.  Und  nam  von  stund  an  urlob  von  allen 
brüedern  und  befakh  sich  inn  ire  gebett.  Die  bruodem  gäbend 
innen  den  eegen.  Und  näramend  urlob  von  ein  andren.  Ruol' 
latid  und  Morgant  machtend  sich  uiF  die  sträß  durch  die  wüesty 
gegen  der  gegne  uffgang  der  aunnen. 

so  Wie  ßuolland  und  Morgant  inn  das  aller  schönst  schloß 
kämmend,    das  sy  ye  gsächen  hattend,    und  darina 
beschlossen  wurdend. 

Do  Ruolland  und  Morgant  uß  dem  bruoderhuß  gscheiden 

wärend,  do  ryttend  sy  den   gautzen  tag,  das  sy  kein   mentsch 

36  fundend.      Und    hattend    bed    grossen    hunger.     Der    ein    wa» 

zexoß,  der  ander  zefuöa.     Und  do   es    uff    der    nacht  was,  do 


sprach  Morgant  zno  Ruollaiid:  »Mir  ist,  ich  gsäch  ein  schloß 
unwyt  von  hinneü.t     üud  als  sy  dahinn  giengeod,  do  gsäcliend 
sy  ein  schönner  pallast  [bl.  10]  an  einem  schönnen  end  stäa. 
Und  fnndend  den  offen.    Sy  kämmend  hin  inn,  aber  sy  gsächend 
nach  fundend  nieninien,  mit  dem  sj  reden  köndend.     Rnolland  0 
saß  ab  und  tht>t  sin  pfert    inn    stal;   inn   dem  fand  er  gnuog 
how  und  haber.     Demnach  giengend   sy  hinuf  und  kämmend 
inn  die  säl  und  kammern ;  wann  es  was  alles  offen.     Das  was 
der  aller  schönst  pallast,  den  ye  kein   raentsch  gsach ;    wann 
die    bett    wärend    alle    bedeckt   mit    guldiunen    und    sidinueu  10 
tüechern  und  all  säl  wareud  behünckt  mit  gewürckten  tiiechern, 
defiglichen  die  kammern.     Alles  kuchygschir   was  silbriiij  die 
tisch   wärend  all  bedeckb  mit  spiß,  bereytt  zuo  essen,  und  die 
püflfett  wärend  alle  gerüst  mit  guldinem  und  silbrinem  gschir. 
Aber  sy  wärend    gar  erschrocken ,    das  sy    inn   allem    pallast  15 
weder  wib  nach  mannen  fundend,    mit  deunen  sy  reden  kön- 
dend.    Morgant  sprach  zuo  ßuolland:  »Ich  verwundern  mich, 
das  ich  nüt  ein  mentsch  gsich    iiia  dissem  kostlichen  pallast, 
den  zeverhüetten.     Es  ist   gnuog  spyß  bie;   darumm,  wend  ir 
mir  volgen,  so  wend  wir  ein  tag  hie  bliben  ruowen.«     »War-  20 
lieb  ,<    sprach  Ruolland,    »ich  bin  gar  erschrocken  ab  dysser 
sach,    das  wir  kein  mentschen  in  dissem  pallast  findend.     Er 
muoß  eines  heydeu  sin ,   der   will    uns   neyßwas   beschiß    zuo 
fliegen  oder  etwaz  scbuelligkeyt   und   der   uns   unsere    ürtteu 
woll  betzallen  lassen  will,     Oder  es  sind  zouberryen ;  wann  das  35 
ist  ein  sach,  die  übel  luttet,  das  ein  so  kostlicher  pallast  ou 
einiche  huot  ßige.     Darzuo   ist  es  war  der   glichen,    das   nüt 
lange  zit  ist,  das  lüt  da  gsin  sind  ,  wann  disse  spis  ist  gantz 
frisch  zuo  gerüst.     Darumm  kan  ich  nüt  erdencken,  waz  dis 
üin  mög.<     >Ea  gilt   mir  glich,    geb  waz  das   sige,«    sprach  ao 
Morgant;   >wie  wol  ich  not  weyfi,  waz  es  ist,  so  will  ich  nüt 
desterminder  nüt  an  essen  sin,   syt  und  ich  sinn  find;    wann 
ich  hab  grossen  hmiger.    Und  kumpt  uiemmeu  umm  die  zaliung 
mines  wyrtz,  so  will  ich  ein  arffel  der  besten  kleinott  hinweg 
tragen ,    die   inn    dissem    pallast  sind.«     Nach  dissen  wortten  35 
satztend  sy  sich  bed  zuo  tisch  und  asseud  gantz  gnuog,  wann 
sy  hattend  sinn  gnuog,  darzuo  wärend  sy  sinn  notturfi'fcig.     Es 
was  so  vyllerleinn  da,  so  nun  ein  mentsch  erwünschen  könd. 


b 


Morgant  aß  wol  für  sechs ,  er  hatt  öch  Wol  herberg  darzuo. 
Do  sy  gesseD  hattend,  giengend  sy  gen  schlaffen  an  den  betten, 
die  so  kostlich  bereyt  wäreod ,  und  schliefieud  untz  zuo  tag. 
Do  stuondend    sy  uff,   sich  ufif  die  sträla  zemacben.     Morgant 

B  gieng  allenthalben  imm  pallast  ummhär,  ruofft  und  scbrey, 
das  der  wirt  kemme  sieb  der  ürtten  zallen;  aber  ira  gab 
niemmen  kein  antwurt.  Sy  giengend  ufj  dem  eal,  der  raeän- 
nung  hinweg  zefaren.  Aber  do  sy  inu  häf  kämmend,  do  fun- 
dend  sy   keio   tbär   mer,   das   sy    hinuß    komraen    möchtend, 

10  sunders  fundend  allenthalben,  da  sy  anhar  giengend,  die  hochen 
uiuren,  das  sy  kein  nlägang  fundend,  dardurch  sy  hinuß  kommen 
möchtend;  daralj  sy  aer  ers«hräckend.  Morgaut  sprach:  »Land 
uns  wider  hinuf  gan  inu  sal  zemorgen  f sseu !  Darnach  mag 
ea  sich  begen,    das  una  gott  hältfen  wirt.«     Sy  giengend  die 

16  stägeu  uff;  aber  do  sy  hinuf  kämmend,  do  fundend  Ey  die 
tisch  uüt  nier,  daruff  sy  gessen  hattend,  nach  die  spis  [naelij 
kainmern  nach  better;  darab  sy  nach  vester  erschräckend,  wann 
sy  gsäcbend  weder  thureu  nach  venster.  Morgant  sprach: 
»Ich  weyfi  nüt,  wo  ich  bin;  ich  bin  nie  als  übel  erschrocken, 

20  ich  gloub,  wir  sigend  vertzoubert.«  Ruoüand  segnet  sich  mer 
dann  zuo  lussend  mallen  und  sprach;  >0  Morgant,  ich  furcht, 
das  nächtig  nachtnial  werd  uns  thür  zckouffen  geben.« 

"Wie  Ruolland  und  Morgant  mit  einem  taffei  strittend 
und  wie  sy  eines  todten  heydischen  kunigs  lichnamm 
j5  uflf  das  fäld  vergruübend. 

Und  als  sy  im  bäf  ummhär  giengend,  do  fundend  sy  ein 
kleines  hütly,  inn  dem  was  ein  [bl.  11]  grab.  Inn  dem  ver- 
stuoudeiid  sy  ein  stimm,  die  sagt  zuo  innen:  »0  ir  farrendea 
ryttern  ,    ir  mögen   nüt  hinuß  kommen,  wenn  ir  nut  vorhinn 

so  mit  mir  redend.  Ir  müessend  diesen  grabstein  ab  mir  lupffen, 
so  uff  najr  lytt,  oder  änderst  mögend  ir  nienimer  mer  uß 
dissem  schlos  kommen.«  Inu  dem  sprach  Morgant  zuo 
Ruolland:  »Hand  ir  disse  atiram  verstanden,  die  nnder  dissem 
stein  redt?  Ich  will  luogen,  waz  es  sige.«     »So  gang,«  sprach 

3&  Ruolland,  »und  heb  den  stein  uff!«  Morgant  naehet  sich  dem 
grab  und  huob  den  stein  uff,  der  darob  lag.     Und  do  er  inn 


uff  gehuob,  do  sprang  daruß  ein  töffel,  schwartz  wie  ein  koller, 
und  im  grab  lag  eines  maaa  lichnarn,  thür  wie  holtz.  Ruolland 
sprach  zuo  Morgant:  »Dii  ist  ein  tüffel ,  ich  bekeün  inn  an 
der  gstalt.  Laß  inn  uns  uö  unser  gaelschafft  jagen  !<  Und 
der  tüffel  nam  RuoUanden  by  den  armen  und  fieng  an  mit  im  s 
ringen.  Do  Morgaut  gsach,  daa  ay  mit  ein  andren  strytfcend, 
do  sprach  er  zno  Kuolland  :  »Land  ücb  nüt  belangen!  Ich  will 
üch  hälffen.«  Ruolland  sprach:  »leb  darf  keiner  hilf  wyder 
dissen  nütsöllenden  tüffel.«  Nüfcdesterminderso  muoßt  Rnollaod 
uff  sine  knüw  fallen,  so  starck  hielt  inn  der  tülfel;  aber  lo 
Ruolland  stucud  mit  gwalt  wider  nf.  Und  Morgant  huob  sin 
kallen  uf  und  schluog  den  tüffel  damit  uö'  den  kopff.  Aber 
der  tüffel  lachet  nun  ab  dem  streich.  Inn  dem  ummfieng  inn 
Morgant  und  thet  inn  über  sinn  willen  wider  inn  daa  grab, 
daruß  er  kommen  was,  und  wott  den  stein  wider  daruf  thuou.  15 
Und  der  tüffel  sprach  zao  im :  Hüet  dich,  das  du  dissen  stein 
nüt  wider  uff  mich  legest !  Wann  thuost  du  inn  wider  uff 
mich  an  min  rätt  haben,  so  werdend  ir  niemermer  von 
hinnen  kommen.«  »Nun  sag  uns,«  sprach  Ruolland,  »waz 
müessend  wir  thuon,  das  wir  uß  dissem  schloß  kommend?«  20 
Der  tüffel  sprach :  »Ir  raiiesaend  den  cörpell  hinweg  thuou, 
der  hie  vergraben  ist  inn  dissem  grab ,  und  legend  inn  uffs 
fäld ,  daz  er  von  den  thieren  zerryssen  werde.  Wann  es  ist 
eines  faltsehen  heydischen  künigs  cörpell,  der  inn  Btnem  laben 
die  Krysten  wunderbarlichen  kestiget  hatt.  Aber  ich  bin  sb 
darzuo  zwungen  inn  zeverhüetten  durch  die  schwartzen  kunst, 
untz  das  dahin  ein  kristen  ritter  kommen  wirt,  der  inn  da 
dannen  thuon  wirt.  Und  ich  gloub,  daa  under  üch  einer  der 
sig,  der  inn  dsi  dauuen  thuon  wyrt.t  Do  Morgant  den  tüffel 
verstuond,  do  namm  er  den  todten  üb  und  truog  inn  uß  dem  »o 
schlos,  und  RuolUind  reyt  im  nach.  Und  do  sy  uß  dem  schloß 
wäreiid,  do  wärend  sy  vast  fro;  wann  ay  hattend  grosse  forcht 
gehept,  sy  möchtend  nüt  so  bald  hinuß  kommen.  Do  Morgant 
etwann  fer  vom  schloß  was,  do  leyt  er  den  cörpell  inn  einen 
graben ,  deu  er  da  fand.  Und  von  stund  an  horttend  sy  ein  sb 
groß  grümmell  und  gros  tbonnerkläpff  im  pallast,  daa  es 
glich  also  was,  als  ob  alte  die  blytzg  und  tbonnerkläpff,  die 
inn  lüfften  sind,  im  schloß  werend ;  wann  die  stein  und  ziegel 


u 


i 


und  Ifttten  flugend  im  luift  als  dick  wie  hagel ;  darab  RuoUand 
und  Morgaut  aer  erschräckeud,  ein  so  gros  gebrecht  zesächeu 
und  zno  hörem,  Sy  giengend  wider  zumm  schloß  zeluogen, 
waz    were.     Aber   es    was    ein   so    dicken    stoub,    das  sy  nüt 

6  gsächen  mochten.  Nachdem  und  das  bocbslen  hinweg  was, 
do  gsäcJiend  sy,  das  an  dem  end,  da  daz  sclilos  gstanden  was, 
nüt  änderst  waa ,  als  ob  nie  kein  hus  nach  scbloS  da  gsin 
were,  und  darzuo  waren  weder  stein  nach  ziegel  mer  da ;  wann 
der  platz  was  als  eben  als  die  andren  end,  da  nie  kein  wannung 

jo  gsin  waa.  Do  sy  das  schlos  also  zerbrochen  gsächend ,  do 
verwunderttend  sy  sych  ser  darab.  Und  RuoUand  lopt  unsern 
heren,  das  sy  aJso  uta  einer  frömden  sach  enttrunen  warend. 
Und  Morgant  sprach:  *Syt  und  ich  raeister  über  dissen  tüflel 
gsin  bin,  so  förchten  ich  die  andren  nüt;    dann  mag  ich  ein 

Iß  mal  inn  die  hell  kommen ,  so  will  ich  mit  allen  den  tüfflen 
strytten,  die  mich  bekümern  wellend.  Wann  finden  ich  den 
hoffertigen  Lutziffer,  so  will  ich  inn  ab  sinem  sitz  setzen  nnd 
will  zerbrächen  das  hirny  dem  gittigen  Mammon.  Ich  will 
dem  Astarott   und  dem  Bältaybock   nüt  minder  thuon.     Dem 

20  Ackaronn  will  ich  den  hart  ufi  ryssen  und  Plutto  dem  will 
ich  all  sine  sträl  zerstören.  Ich  will  dem  P'regetton  die  ougen 
uß  rysseu  und  dem  faltsehcn  portaer  Cerberus  will  ich  sine 
dry  köpff  ab  schlachen.  Den  faltschen  Sathan,  der  böst  ander 
allen,  will  ich  jagen  inn  söUicher  gstalt,  daz  er  stercker  loutfen 

26muoß,    dann  ein  birtz  vor  den  hunden  thuot.     Und  die  tüff- 
linnen  als  Proserpinna,  die  Gorgonnas,  Alletton,  Megera  und 
all  hellische  thierer   will   ich  inn  söUicher  gstalt  zuo  rüsten,  J 
das  sy  niemmand  kein  leyd  niemmer  mer  an  thuon  müesseud, 
Darumm  bitten  ich  üch,  ßuoUand,   daz  ir  mich  inn  die  hell 

30  fOerend;  w^ann  ich  hab  willen,  ich  welle  mit  disera  kallen  die 
hellischen  hünd  all  zerkuischen.«  Do  Rnolland  Morgant  ver- 
stuond,  do  lachet  er  ein  wenig  darumm,  das  er  inn  die  hell 
wott  und  aber  nüt  wüßt,  waz  es  umm  die  hell  was.  Und 
sprach  zuo  im:  »Morgant,  min  gsell,  laß  uns  yetzoiäl  die  hell 

3ö  stän  und  die  tüffel,  so  darinn  sind,  und  laß  uns  yetz  inn  des 
künig  Maitredons  läger  keren!«  »Her,«  sprach  Morgant,  »länd 
uns  gän  ,    wo    hin  ir  wend !    Wann    so    lang  und   ich    dissen 


I 


fitarcken  kallen  hab ,  so  fürchten  ich  kein  tüffel ,  der  inn  der 
hell  sig,  nach  kein  mentsch,  der  da  labe.« 


Wie  Euolland    und  Morgant   zwenn  botten  fundend, 
die  strittend  mit  ein  andren  by  einem  brunuen. 

Als  Ruolland  und  Morgant   die  sträli  fOerend  gegen  des  b 
künig  MaflFredons  läger  zuo,  do  kämend  sy  zuo  einem  brunneu; 
da  fundend  sy  zwen  man,  die  strittend  mit  ein  andren  [bl.  12] 
mit J 'grossen    seh wertsch legen.     Und    glichettend   sich  wol  an 
iren  kleidern,   sy   werind  botten.     Und  do  Ruolland  zenechst 
by  innen  was,   do  sprach  er  zuo  innen:    »Ir  herren  ,  hörend !io 
Land  TOQ  dissem  strytt  und  sagend  mir,  ob  ir  Krysten  oder 
heyden  sigend  und  von  wannen  ir  sigend  und  och  die  ursach 
üwer  uniieinigkeyt !«   »Her,«  sprach  der  ein,  »wüssend,  das  wir 
Kristen  sind!  Und  ich  bin  des  iwaniichen  gräffeii  Rengnolden 
von  Muntabantz  dienner;    der  schickt  mich    inn  die  laud  der  ib 
heydenschaft ,    das    ich  suoche  siiier  vettern  einer,    der  heyßt 
gräf  Ruolland.     Dem  enbüt  er ,   das    er   wider   an   des  keyser 
Karlys  häf  komme ,   dann  syt  und  er  ab  dem   häf  gescheiden 
ist,    sind  die    filrsten  und    heren  am  häf  inn    grossem  truren 
gsin  und  nach.     Und    dysser   ist   eines   andren  heren  dienner  20 
inn  Franckrich,  Gannellou  geheyssen,  der  bringt  den  heydischen 
küngpu  brieff.     Darinn  thuot  er  innen  zuo  wüssen,  das  er  der 
gräf  RuoJland  sig,  damit  und  sy  inn  verschaffend  zuo  töden. 
Und   wir   band    ein    andren    fanden   by   dissem   brunnen  und 
hand  von  ein  andren  nüwe  mere  begertt,  als  lütt,  die  durch  26 
die  land  ryttend  und  semlichs  von  ein  andren  forschend.     Ich 
hab  inn  gefragt,    war  er  welle  und  von  wannen  er  sig,  und 
er  bat  mir  die  warheyt  gseyt.     Und  do  ich  die  warheit  ver- 
nommen hab,  das  er  darumm  inn  dyfi  land  kommen  ist,  einem 
so  gar   manliehen    rytter   den   tod  zuo    fliegen,    als  Ruoiland  so 
ist,  do  hab  ich  mich  mit  im  erschlagen.     Und  werind  ir  nut 
kommen,  so  hett  ich  inn  erfcödt;  wann  lüt,  die  da  verrettersch. 
brief  tragend ,   sollend  nüt   uff  ertrich   laben«.     Do  Ruolland 
den    botten    verstuond,   do   sprach   er   zuo   imni  überlut:    »0 
faltscher    verretter  Gannellon,   wiltu   niemnier  mer  uff  hören  36 
verretteryen  zetribeu?  Wiiß,  nun  frund,  das  ich  Ruolland  bin, 


> 


flnn  flu  #llloch^tI«  Do  Morgant  verstnond ,  das  der  bott  brief 
wiiliT  Hin  fronimi'n  heren  fuort,  do  umfieng  er  inn  und  lupfft 
iiiii  iil',  rlftiitiHüh  warÜ  or  inn  zuo  der  erdeo  inn  söUicher 
Kxliilt,  iliiM  er  tod  ufi'  d^ra  platz  beleyb.     Demnach    nammend 

II  «y  itii  nijHi  brii'C;  diu  gab  liuolland  Rengnoldt  von  Muntabantz 
lioiUn  und  «pnu'.li  xiio  itti :  »Min  fründ,  du  muosb  widerumm 
inn  I^'mrickriüh  koren  gen  Paria  und  solt  dea  verretter  Gannel- 
)(»i;m  lirirl'  ilcni  koiser,  luineni  vetter,  übergeben  inn  gegen- 
H'irlUgkcyt  ulier  Biiier  frt raten  und  heren.     Und    sag  ina,    ieb 

iii  i'iibrtt.tü  im  :  \&ü  er  fiich  lang  durch  Gannellon  regieren  und 
durch  dii>,  ho  von  sincm  gscblächt  sind,  das  er  aich  harnach 
Iriirrig  duniintn  linden  wurri  auo  mengen  mallen,  und  das  ich 
duvi*h  inn  uiul  durch  sin  zentzlerry  niüeß  inn  der  weit  ommbar 
viit(»ii  Kohniarolnen  under  den  fyenden  unsers  gloubens.     Dem- 

i»  »itu'li  «»diu  mir  grttotzon  min  vetter  Renguold ,  den  frommen 
iH'vtmg  Annw  von  IVyi'rn,  OUifier,  Baldowin,  Hug  von  Bur- 
giindia,  Uergis  von  Thennemarck  nnd  die  andren  forsten  und 
hi>rt»n  aI)  am  bÄf.  Und  sag  luo  Rengnold,  ich  befelch  imm 
ntin    fhiw    und    niine   gsellen.     Wann   ich   bin   nut   mer  inn 

)K>  \vill(«n  inn  Kranckrich  zekouiinen,  sunders  bin  des  willens  inn 

d^MiMn  laiid  dor  hcidenschafit  xesterben;    wann    ich    kan    nüt 

inii  Kmnckrich  «tin^  dÄ  dt«  seutxler  und  die  rerretter  r^erend.c 

l\>  d«>r  U>ti  Km4)Mid«ii  Torstoond,  do  sprach  er  eqo  im  mit 

<M):    »Ach,   min  her,  mich  danckt,   ir  söttend 

.«U  lKNttUk«<K  d4  ir  Toa  Mwgklkhem  gar  begirig 

MwAohfHx  »iih),   ab  iiA  dun  am  h«r  «abiLc     >Min   frund^c 

ii)>r«ch  KiH>ll4u«d,  »toh  hin  vctaaiil  aift  na  Tillen  wider  heim 

r.'"'  UamUMi   «UM  kk   «ikk  ««•  ^  and  far   hinweg 

t;;<Mft   KMteehftft«   4«  Vfil   Mm^mL«     Und   mit 

«)  <Aiwr«  xixnHI««  acikw4»<l  17  iraa  «w  MJim.    toallaud  meht 

mk^htHk  f^m  ^niJter  W1  ftiilaiA  «Ml fauch  darumm, 
^  «r  4m  f  vif  l^aaUwilMi 


MaffiredoDS 


WW  l^Ki^l^ih)  ^Mkd  ^^oiqgMit  iw  «^ 


aw  IbaiJftHii  Mii  )iiMMMI  aaa  A^ 


I 


wärend ,  äo  rottend  und  giengend  sy  so  redlich ,  das  sy  dö 
kiinig  Maffredoiis  läger  ersächend.  Dägsächend  sy  ein  grosse 
wunderbarliche  zal  zelten,  pannern  und  fenly.  Do  Morgant 
das  läger  gsacb  ,  do  verwundert  er  sich  darab ;  wann  er  hat 
nie  keina  gaächen.  Sy  kämend  untz  zuo  des  künigs  zeit,  der  t 
was  ein  wysser  früntlicher  rytter,  Do  er  sy  ersach ,  do  ver- 
wundert er  eich  gar  ab  Morgant,  der  so  groß  und  lang  was. 
Er  natu  Ruollanden  pferfc  by  dem  zoumm  und  sagt  zuo  im: 
»Edler  rytter,  sind  mir  wilkommen!  Sitzend  ab  üwerm  pfert 
und  kommen  mit  mir  [bl,  13]  inn  min  zeit,  so  will  ich  mit  lo 
ücb  reden.«  Ruollaud  saß  ab  sitiem  pfert  und  gab  es  Morgant, 
Und  der  künig  Maffredon  nara  Ruollanden  by  der  band  und 
fuort  inn  inn  sin  zeit  und  sprach  zuo  im:  »Rytter,  ir  sigend 
ein  Kryst  oder  heyd,  wend  ir  mir  inn  dyssem  Krieg  dienen, 
ir  und  üwer  gsell,  so  will  ich  üch  so  guotten  sold  geben,  das  is 
ir  von  mir  benüegig  sin  werdend.«  »Her,«  sprach  Ruolland, 
>üwer  früntlich  reden  werdend  mich  heyssen  thuon,  waz  ücb 
gfellig  ist;  es  gilt  mir  glich  umm  üwern  sold,  sunders  das 
ich  nun  die  kriegischen  Sachen  gaächen  und  erlernnen  mög, « 
»Edler  rytter,*  sprach  der  künig,  »daturam,  das  ir  mich  ein  20 
wyser  geheimmer  rytter  dunckend  sin ,  so  will  ich  ücb  min 
händel  ertzellen.  Es  ist  war  ,  das  ich  einer  raagt  hold  bin, 
die  ist  inn  dysser  statt  und  ist  des  kiinigs  tochter,  das  ich 
kein  ruow  nüt  haben  mag.  Und  ich  bin  so  ungluckhaflftig, 
das  wir  uns  zweyniallen  im  hämisch  bewärtt  und  versuocht  25 
band,  sy  und  ich,  aber  sy  hatt  alwegen  oberhand  gehept  an 
mir.  Darumm  bedarf  ich  üwera  rättz  wol,  wann  ich  weiß 
Tiüt,  wohinn  ich  min  hoflFnung  wytter  setzen  sol.  Ea  ist  war, 
das  ich  ein  gros  läger  für  disse  statt  geschlagen  hab,  dardurch 
ich  volckg  gnuog  hab  die  stat  zegwünnen  mit  gwalt.  Aber  so 
mich  dunckt,  es  were  mir  grössere  eer,  wenn  sy  sust  erroberfc 
werden  möcht.  Darumm ,  wer  einer  under  üch  zweyen  ,  der 
80  mechtig  were,  der  mit  iren  stritten  wett  lib  an  Hb,  so 
wett  ich  im  alles  das  geben,  so  er  von  mir  begeren  törst.« 
Ruolland  sprach  :  »Ich  gloub,  wenn  sy  fleische  und  beine  aig  36 
wie  wir  ,  so  wellend  wir  an  iren  geaigen.  Darumm  land  sy 
kommen !  Und  ich  gloub,  ee  und  sy  wider  inn  die  statt  komme, 
so  werde    sy  nüt  als  stoltz  sin ,    als  sy  yetz  ist,«     »Ich    will 


2d 

üch  sagen,«  sprach  der  könig,  »ee  und  die  magt  gen  strytten 
kumpt,  schickt  sy  ein  rytter  vorbin  liinuß,  der  ist  ir  bruoder, 
der  ist  gnntz  früntlich  und  darzuo  manlich  und  kön  uud 
lieyßt  Lyonnett    und  ist  des  königs  Coradors  sun    und  deren 

6  Ijruoder ,  zuo  deren  ich  all  min  liebe  gaetzt  hab ,  die  heyßt 
Meridyauna.  Und  sichern  üch  des ,  das  iren  der  namm  wol 
gsetzt  ist;  wau  glich  also  me  die  sunn  inn  der  stund  zuo 
mittem  tag  heytterer  ist  dann  zuo  den  andren  stunden  des 
taga,  also  für  trifft  sy  die  andren  junckfrovven  all  inn  schönne, 

10  tugend ,  Vernunft  und  adel.  Und  ir  sond  wissen,  das  die 
grossen  tugenden,  die  an  iren  sind,  der  grossen  liebe  ein  ur- 
sacb  sind ,  daruuim  ich  sy  lieb  hab.  Darumin  ,  edler  rytter, 
befileh  ick  mich  inn  üwere  nianheyt  und  bitten  üch,  das  ir 
mir  üwern  rammen  sagen  wellend.«     »Wilasend,  her,«  sprach 

16  Ruolland^  »das  min  nammen  nie  keinem  laben digen  mentachea 
verschwigen  beleih!  Das  muofi  er  üch  5ch  nüt.  Und  wüssend, 
das  min  namm  Brunor  ist!  Und  min  gsell  ist  ein  ryiä,  und 
als  ich  gloub ,  so  ist  er  der  aller  sterekest  mann  inn  allem 
dem  land  uffgang  der  sunneu  und  heyßt  Morgant  und  gloupt 

20  an  Machmet  und  an  Talwygantt  und  hatt  groß  begird  unsern 
glouben  zuo  meren.«  Do  der  künig  Maff reden  Ruol  landen 
verstuond,  do  ward  er  gantz  erfröwt  und  rust  sich,  das  er 
innen  gros  zucht  und  eer  bewyssen  möcht. 


Wie  ßuolland  mit  Leonnett,  des  künig  Coradors  sun, 
a&  streitt   und  inn   uff  dem   feld  inn   der  flucht  ertodt. 

Zwenn  tag  nach  RuoUanden  zuokunfft  katum  Leonnett 
uflf  den  platz,  da  er  gewonheytt  zuo  stritten  hatt,  und  fieng 
an  und  bließ  sin  hornn  und  ruofft  damit  dein  künig  Maffre 
don.     und   er  und    sin  volck   fiengend   an  zelten  und  hütten 

30  nyder  achlacben  und  das  volck  ertöden.  Die  flachend  vor  im 
hinweg  als  die  schäf  vor  den  wölffen.  Und  die,  so  nüt  fluchen 
tnocbtend,  wurdend  ertödt  oder  gfaugen.  Do  Ruollaud  ver- 
namm,  daz  Leonnett  kommen  was  ir  leger  angriffen,  und  daz 
yedermann  vor  imra  flock,  do   lieJi  er  sieh    wapnen    und  saß 

36  uff  Ärrondiil,  sinn  pfert,  und  sprach  zuo  Morgant:  »Laß  uns 
inn  denn  stryt,  wann  es  ist  zyt.     Du  wyrst  uff  den  hüttigen 


v&g  gsachen  die  macht  des  almechtigen  gottes  oder  Machmetz.« 
Morgaut  sprach:  »leb,  bin  gantz  hereytt  zuo  strytt ;  uff  den 
hüttigen  tag  wird  ich  des  gräf  Ruollanden  grosse  manheyt 
gsäcben«.  Sy  staltend  steh  zuo  stritt.  RuoHand  macht  sich 
inn  die  grösten  huffen»  und  Morgant  was  stetz  nebend  im,  6 
das  er  gsech,  wie  er  sich  halten  wurd,  und  hatt  sin  kallen 
uff  der  aelis!en.  Ruolland  ersach  Leonnet,  der  hatt  sin  schwert 
gantz  bluottig,  und  ruotft  im  und  sprach:  »Leonnett,  gedenck 
dich  2U0  [hl,  14]  wereti !  Wann  ich  will  mit  dir  strytten.-ii 
Do  Leonnett  Ruollanden  verstuond,  do  nani  er  ein  starck  sper  lo 
und  kam  gegen  Ruolland ,  und  RuoUand  gegeu  im.  Und 
träffend  ein  andren  mit  söllicher  stercky ,  das  ir  sper  zuo 
stucken  sprunpend.  Und  Leonnett  fiel  höptlingen  über  sin 
pfert  ab.  Und  Ruolland  fuor  für,  und  Morgant  lüff  iram  nach; 
der  was  ser  erfröwt,  do  er  Leonnett  gsach  am  herd  ligen,  und  i» 
sprach  zuo  iinm  selbs:  »Yetz  gloub  ich,  das  Jhesua  Christ 
wärer  gott  ist  und  das  Machmet  kein  macht  hat«.  Do  sich 
Leonnett  am  herd  gsach,  do  stuoud  er  schnell  wider  uff  und 
saß  wider  utf  sin  pfert  und  schalt  Machmet  und  all  sine 
götter  und  sprach  mit  lutter  stimm:  »0  du  verretter  Mach-  20 
met,  den  ich  so  gar  hoch  geeredt  hab,  ich  verleugnen  mich 
din  nun  fürhiun,  so  du  mich  uf  geben  hast  inn  disseu  grossen 
nötten ,  dardurch  ich  ein  grosse  unneer  enpfangen  hab,« 
Demnach  ylt  er  Ruollanden  nach  und  sprach  zuo  im:  »Rytter, 
ich  sagen  dir,  darumm  das  ich  ab  gf allen  bin,  das  es  mines  as 
pfertz  schuld  ist.«  Ruolland  sprach  zuo  im:  »Wer  ich  als 
du ,  so  wett  ichla  mit  grossen  achlegen  ertöden.«  Morgant 
sprach  zuo  Leonnett:  »Ritter,  sytmäl  und  du  wider  aeroß  bist, 
so  ist  es  zyt,  das  du  dich  an  dissem  rytter  rächest  mit  dem 
achwertt,«  Leonnett  sprach,  er  were  sinn  wol  zefriden.  Damit  30 
zugend  sy  ire  ach  werter  uü,  und  kam  einer  gegen  dem  andren. 
Und  Leonuett  hat  so  grossen  verdruti  darumm,  das  er  ab  sinem 
pfert  gfallen  was,  und  damit,  das  er  sich  gerächen  möcbt  an 
ßuoUanden,  namm  er  sin  achwertt  zuo  beden  hendeti  und  huob 
es  utf  iuu  nieinung  das  pfert  Arondal  damit  ertöden.  Des  at 
namm  sich  Ruolland  gwär,  und  den  streich  zuo  fluchen,  kartt 
er  sin  pfert  so  aehnell  umm,  das  sy  mit  ein  andren  zuo  der 
erden  fiellend.  »0,«  sprach  Ruolland,  »ist  es  ein  so  unmilglich 


ding  sicli  vor  verrettern  zehüetteu!  0  Gallantin,  min  fromuis 
pfert,  du  werfest  inn  einer  wyll  nüt  also  nider  gfallen.«  Aber 
er  aeyt  es  so  \jü<,  das  es  niemmänd  Terstuond.  Do  inn  die 
hejden  am  herd.  gaächend ,    do  kämmend  sy  all  xeringa  umm 

f>  ian  und  schujasend  und  wurffend  und  stachen d  gegen  imm  mit 
stein  und  pfil  und  sparen.  Und  er  wartt  aich  als  ein  man- 
liclier  rjtter;  wann  mit  dem  schwert  Hochklera  zerhüw  erß 
als  der,  der  sy  wenig  entsaß.  Do  Morgant  die  grossen  man- 
heytten  gsach,  so  der  gräf  Ruoüand  begieng,  do  was  er  imui 

10  lieber  dann  ye,  und  sprach  zuo  im  selbs:  »Es  ist  wol  war 
das,  so  man  von  dysaera  fürsten  aeyt  ainer  manheytten  halb.« 
Damit  huob  er  sinnen  kallen  uff  und  lieug  an  inn  aine  fyend 
zeschlachen.  Und  schluog  sy  nider  als  die  süweo  ;  wann  der, 
den  er  traf  mit  einem  kallen,  stuond  nieramer  mer  uf.     Sine 

15  fyend  doriFtend  im  nüt  genachen ,  aber  sy  wurffeud  iun  mit 
spereu,  steinnen  und  mit  andren  weren  inn  zetöden  von  witnei 
här.  Aber  es  galt  im  glich ,  und  brächt  sovyl  zewegen  mit 
einer  stercky,  das  er  Ruolkndeu  wider  der  heyden  willen  wider 
ufF  sin  pferfc  brächb.     Do  er    wider    off   sinem  pfert  was,    do 

20  reytt  er  und  suocht  Leonnett.  Und  suocht  inn  so  lang,  untz 
das  er  iun  fand,  und  rantt  uff  inn.  Und  do  inn  Leonnet 
ersach ,  do  forcht  er  inn  und  huob  an  zuo  flicben  gegen  der 
statt  mit  verbängtem  zoumm.  Und  RuoUand  ylt  im  nach  und 
nott  Arondal ,    so  vaat  er  mocbt ,    und  brächt  aovyl  zewegen, 

äB  das  er  Leonnett  erylt  VRst  nach  by  den  thären  der  sfcat.  Und 
sehrey  im  zuo:  »0  du  heyd,  ker  dich  widerumm!  Oder  ich 
wird  siast  genottiget  dich  hinderwertlingen  zeschlachen.«  Und 
Leonnett  tioch  nach  vester.  Und  do  Raolland  gsach,  das  er 
aich  nüt  wider  umm  keren  wott,  do  gab   er  im  ein  söUichen 

30  streich  mit  einem  schwert,  das  er  im  den  kopff  iun  zwey  stuck 
zerspielt.  Und  fiel  tod  zuo  der  erden.  Demnach  reyt  R,uol- 
land  wider  uff  die  waldstat.  Da  fand  er  Morgauden,  der  ver- 
brächt grosse  mördery  an  den  heyden ;  wann  alle  die  ,  so  er 
mit  sinem  kallen  traff,  wären d  von  stund  an  tod. 

♦ 
21  rantt]  ratt  hs. 


31 


Wie  Meridjanna   irs   bruoder  Leonnetz   tod    veroam 

und    wie    sy    mit   Ruollauden  streyt    and    wott    irea 

bruoder  rächen. 

Die  mere  kämmend  Meridyanca  für,    das  ir  bruoder  tod 
was,  des  sy  ein  groß   leyd  fuort.     Dnd  Carodor,    der    künig,  » 
fieng  an   zesagen:  -»0  Machmet,    du   bist    ein   faltscber    gott, 
das  du  also    hast   min   san  lassen  ertöden   durch   ein   einigen 
rytter.     Ich  mag  dich  kuraraerlichen    mer   anbätten.«     Meri- 
dyanua,  die  junckfrow,  gantz  unsinigklich  forschet  iren  har- 
nisch  und  sprach,  sy  wett  irs  bruoders  tod  rächen.     Sy  ward  lo 
schnell  gewapnet  mit  all  irem  hämisch.    Dem[bl.  15Jnach  gurfc 
sy  ir  Schwert  umm  und  saß  uff  ir  pfert.     Demnach  namm  ay 
iren  schilt  und  ir  sper  und  rant   inn    das   läger    zumui    aller 
schnellisteu,    so  sy  mocht ,   und   bließ   ein   hälffenbeiny  hörn. 
Und  als  bald  das  RaoUand  verstuond,  do  reyt  er  an  das  selbig  15 
entl,    und   Morgan  t   im  nach,      Do   die  junckfrow  Ruollanden 
gsach  kommen,   do  vermeint  sy  wol,    es   were  Brunor.     Und 
Ruolland   nachet  sich  zuo  ir  und  gruotzt  sy  vast  früntlichen. 
Und  sy  sprach  zuo    im:    »Du   solt   mir   mit    wilkommen    sin, 
biatu  der,  so  min  bruoder  Leonnett  ertödt  hat,  der  so  gar  ein  ao 
starcker  manlicber  ritter  gsin  iist,  darzuo  alle  eer  dis    landtz. 
Die  götter  Maclimett  unnd  Talwygant  und  Äppollony  zerstörend 
dich!«  Ruolland  sprach:   »WüS,  das  ich  der  bin,  der  Leonnet 
ertödt  hat!«   Meridynnna  sprach  zuo  im:   »Du  hast  mir  gnuog 
gesagt.     Gedenck  dich  zeweren  !    Wann   ich  sagen  dir  ab  uff  m 
den  tod.«     Ruolland  reyt  hindersich,  de&glichen   thet  öch  die 
Junckfrow  Meridianna.     Und  kämmend  gegen  ein  andren  mit 
grosser  schalckheyt,  also  das  die  junckfrow  ir  sper  uff  Ruol- 
landen schilt  zerbrach ,    und  Ruolland    traf   sy  uff  iren  hälra 
mit  aöllicher  sbercky,   das    er  iren  den  vom  höpt  lupfft.     Do  s» 
ertzeigt  sich  ir  schön  bar,   daz    fiel    iren    uff  des  pfertz  ariä, 
scbinnend  wie  daz   lutter  gold.     Do   sy  Ruolland    also   schön 
gsach,  do  sprach  er:    »Yetz  bin  ich  betrogen;  wann  ich  ver- 
meint, es  were  etwann  ein  manlicher  ritter,  der  were  kommen 
Leonnetz  tod  rächen  an  mir.     Aber  ich  bin  nüt  inn  dyß  land  as 
kommen  mit  den  frowen  zestritten.     Daramm,  gnedige  junck- 


1 


frow,  ir  mögend  wol  wider  heim  rjfcten,  wenn  es  üeh  geliept; 
wann  von  mir  werdend  ir  kein  andere  beküiiiernuij  haben, 
wie  wol  ich  üch  wol  ertöden  wett,  wenn  ichfi  thuon  wett, 
diewil  und  ir  daz    hopt    eutteckt    band.     Aber   ich    were    gar 

fr  bekümmert,  wenn  ich  einer  so  achöiinen  jumikfrowen  ,  als  ir 
sind,  etwaz  zeleyd  thette.«  Do  die  junckfrow  Ruollanden  ver- 
stuond  und  sin  tugend  erkant,  de  ward  sy  gantz  schäm rarott 
und  reyt  wider  inn  die  stat  mit  all  irem  vokk.  Und  Ruol- 
land  und  Morgautt  kämmend  wider  inn   des  künig  MafFredons 

la  zeit.     Der  sprach  zuo  Ruollaud,  do  er  inn  gsach:   »Edler  rytter, 
wie  atätz  umm  den    stryt?«    »Her,  wüssend ,«  sagt  Ruolland, 
»das  Leonnett  tod  ist!  Demnach  kam  sin  Schwester  und  wott 
inn  rächen.    Aber  des  ersten  stächeaa  huob  ich  iren  irnn  heimm     1 
vom  höpt  uf,   und  do  ich  ersach,   das  ay  ein  junckfrow  was, 

iB  und  ay  also  schön  gaaeh,  do  het  ich  iren  umm  aller  weit  gold 
kein  untzucht  mögen  bewyssen.  Daruram  ließ  ich  sj  wider 
inn  die  stat  rytteu ,  und  ich  bin  wider  zuo  üch  kommen.« 
Hie  wellend  wir  u£F  hören  zuo  sagen  von  des  künig  Maffre- 
dona  läger  (inn  dem  beschächend   vyl    überfallen  voq  denueu 

so  inn  der  stat;   inn    dennen   begiengeud  Euolland  und  Morgant    ■ 
groa  manheytten,  wann  sy  hattend  all  iren  woUuat  die  heyden 
gsächen  sterben ,  die   fyend    dea    krystenlichen  gloiibens)  und 
wellend  wider   anfachen    zuo    sagen    von  des  frommen   keyaer 
Karlya  häf  und  von  der  grossen  uffruor,  die  da  zuo  Paris  am 

S6  häf  was  zwüscbend  etlichen  füraten. 

Wie  Renguold  von  Muutabant  den  verretter  Gannelion 

wott  ertödt  haben  und  wie  Kengnold  und  etlich  mit 

im  ab  dem  häf  schiedend. 

Der  keyser  Karly  was  zuo  Paris  gantz  bekümmert,  daz 
30  er  Ruollanden,  ainen  vetter,  verloren  hat.  Und  Gannelion  was 
gantz  fro,  das  er  ab  dem  häf  was.  Aber  under  allen  wärend 
einn  leydig  der  gräf  Rengnold  von  Muntabant,  ORifier  von 
Gennow,  Astolffo,  künig  inn  Engelland,  Hug  von  Burgundia 
und  ander  fürsteu  mer.  Eines  tags  kjimm  Clementz,  der  hott, 
w  uß  der  gegne  uffgang  der  snnnen,  der  grüetzt  Karly  und  all 
fürsten  am  häf  und  ertzalt  innen,  wie  er  den  gräf  Ruollanden 


1 


fundpn    hett   inn    geaelschafft   eines   grossen    wunderbarlichen 
rjßeu,   deu  het  er  zuo  kryatenlichem  gloubeu  gebmcht;  »der 
grüetzt  üeh  all   ander,  ir  inine  heren  djsaes  häfa.«     Demnach 
ertzalt  er  innen,  wie  er  ein  hotten  fanden  het,  den  Gannellon 
in  die  heydenachafi't   gschickt    hett  den   gräf  Rnollanden  ver-   & 
schaffen  zutöden.     Und  zeigt  die  brief,    so  Gannellon  inn  die 
heydenschafft  geschickt  hat.    Do  ßeugnold  den  bott  Clementzan 
verstuond,  do  sprach  er  zuo  Gannellon:  »0  du  faltscher  ver- 
retter,  du  hast  unser  gachlächt  nie  lieb  gehept,  sundera  hast 
durch  din   faltacbe   verrettery   allwegen    prattitziert ,    wie   du  i"» 
uns  urabringeu  niöchteät.«     Gannellon    sprach    zuo    im:    »Ich 
bin  besser    dann    du    nacb    all   din    gscb lacht.«      »Du   hast  es 
erlogen ,«    sprach  Rengnold    und    zog    damit    sin    scliwert  uß 
Gannellon  damit  zeschlachen.     Aber  do  Gannellon  den  atreich 
gsach  kommen,  [bl.  16]  do  macht  er  sich  inn  die  flucht,  wann  i» 
er  bekant  Rengnolden  stercky  wol.     Da   was    ein   rytter  von 
Ganellons  gschlächfc,   der   hieß.   Bernnhart    von  Pottiers;   der 
sprach  zuo  Rengnold:  »Rengnold,  du  bist  zeübermUettig  und 
uütsöllend,  daa  du  unser  gachlächt  also  schmechst.«     Do  inn 
Rengnold  verstuond,   do   gab  er  im  ein  söl liehen  streich  mit  a« 
sinem  schwert ,    daz  er  im  den    kopff  ob  den  achßlen  dannen 
achluog  inn  gegenwirttigkeyfc  des  keysers.     Do  iüffond  die,  so 
von  Ganellons  gschlächt  wärend,  uff  Rengnold  inn  raeinnung 
inn  zetöden.     Aber  Rengnold  stalt  sich  zuo  wer,  und  wo  der 
keyser  und  der  hertzog  Anses  vouii  Peyern   mit   gsin  werind  a* 
(die  stiltend  das  wessen) ,    so  were    ein    grosse   mörderry    he- 
schächen;    wann    es  was  niemman,    der  Rengnolden    gestillen 
luöcht.     Und  die  fnrsten,  sine  fründ,  sagtend  zuo  im,  er  miieläte 
vor  gen  und  das  er  dem  keiser  geliorsamm  were.     Und  Heng- 
no!d  sprach:  »Der  keiaer  mag  mir  nüt  darvor  sin:    mag    ich  3" 
deu  verretter  Gannellon   ankommen ,   ich   will  im  wol  darvor 
sin,  das  er  kein  verrettery  niemnier   nier  tribeu  muoß.«     Dar- 
nach sprach  er  überlut:   »O  her  keyser,   ir  uffeuthaltend  den 
verretter,  aber  ich  sichern   »"ich  des,  das  er  (ich  ein  mal  leydig 
und  trurig  machen  wyrt.    Ich  erkenn  wol,  das  ir  lieber  bettend,  ^ 
das  Ruolland  tod  were,  dann  er.     Ich  gloub,  das  ir  inn  darumm 
uflenthaltend ,    damit    und    er  alle  die  disses  häfs  ummbringe 
und  zeletst  die  gantz  Krystenheyfc.    Und  darumm,  das  ich  ilwera 

Morgaat  der  Tia«{i  "^ 


lata  hancllungen  nüt  rner  erlyden  niocht,  so  will  i 
acheyden  und  will  so  laug  rytteii ,  untz  daa  ich  min  vetter 
Ruollanden  find.  Und  ee  ich  wider  kommen  well,  ao  will 
ich  wüesen  ,  ob  er  tod  oder  labend  ig  sig.«  Do  der  margraf 
5  Ollitier  Rengnolden  veratuoud,  das  er  Ruollanden  succhen  wott, 
do  sprach  er  zno  im  :  »Min  vetter,  du  wirst  an  mich  not  rytten; 
warm  ich  will  nut  naer  an  dissem  häf  belibeu,  da  die  verretter 
lieber  sind  dann  die  frommen.«  Doon  von  Nantweil  sprach, 
er  wetib-  mit  innen  rytten ;  des  sy  vaat  fro  warend.     Demnach 

10  heruoft  Rengnold  aine  dry  bruodern  Allard,  Guchart  und  der 
klein  Richart  und  sprach  zuo  innen :  »Ir,  raine  bruodern,  ryttend 
wider  heinim  gen  Muntabant  und  verscbafl^end,  das  wol  verhöet 
werde,  und  griletzend  mir  min  vetter  Magis  und  mine  fiöD.' 
Und  ob   allen   dingen  bewärend   ücb   vor  Gannellon    und  Tor 

»lallen  dennen,  so  von  einem  geschlächt  sind!  Wann  sy  sind 
all  voll  verrettery.«  und  nam  damit  urlob  von  innen  und  hj 
von  im.  Darnach  giengend  Reuguold  und  sine  zwenn  gsellen 
und  namraend  urlob  von  dem  keyser  Karly;  der  was  gante 
trurrig  darunmi,  das  inn  sine  fürsten  und  die  aller  manlicheaten, 

^0  die  er  hat,  verliessend.  Er  nam  grosse  müeg ,  das  er  sy  be- 
haben  raöcht,  aber  es  was  nut  miiglich.  Rengnold  und  sioe 
gaellen  nammend  eines  riehen  heidischen  kuniglä  farw,  der 
hieß  Manbrinn ,  und  scbiedend  ab  dem  häf  und  verbrächteDi 
sovil  wegs,    daz  sy   uß  Franckrich    käraend ,  und  ryttend  dJ« 

2B  Bträfi  gegen  Poffant.  Nun  wend  wir  von  einem  mechtigen 
rysseu  sagen,  der  was  Morgantz  bruoder. 

Wie   Bruiior   der    ryß ,    Morgantz    bruoder ,    inn  äe 
klnssen  kämm,  vor  deren  sine  zwen    bruoder  umffl' 
kommen    vvärend,    und   wott  sich    au    den    bruodern 
M  rächen. 

Inn  dem  land  Barbaria  was  ein  gro.'?ser  ryß,  der  bieß 
Brunnor  und  was  Morgautz,  Passerumitz  und  Allepasters  bruoder« 
die  Ruolland  ertödt  und  errobert  hat  nebend  der  kluß.  Lto 
nun  Brunor  siner  brüedern  tod  vernamra,  do  versandet  er  ff"' 
a6  fünff  hundert  man  und  sprach  zuo  innen ,  er  wett  inn  die 
klussen    züchen    siner   brOederu    tod    rächen,     Und    verbracht 


L 


sovil  wegs,  er  und  ain  volck,  daz  er  för  die  Müssen  kam.  Und 
kam  lichtlich  darinn,  wan  sy  fundend  out  vast  grossen  wider- 
stand. Sy  fiengend  den  bruoder  Kleramunt  und  all  sine  briie- 
dern  und  leyttend  sy  gfangen  in  die  klua  ;  wann  Brunnor  redt, 
er  wett  sy  all  läbendigen  schinden  lassen,  darnach  tnn  einem  * 
für  Terbrennen  lassen.  Enn  der  zyt,  ala  der  ryEt  ßrunor  inn 
der  kluß  was,  do  kämmend  Rengnold  und  sine  gsellen  öch 
dahin.  Und  do  sy  gsäehend,  das  heyden  da  wärend^  do  fragt 
ßengnold,  wer  der  her  were.  Und  Brunnor  sprach,  er  werß. 
Und  sprach  wytter  zuo  im:  »Edler  rytter,  sagend  mir,  wer  lo 
ir  sigend  oder  uß  wellichem  laud !«  Rengnold  sprach:  »Wir 
sind  farend  rytter  und  sind  uß  des  soldans  land.  Unser  wärend 
vyl  gsellen ;  die  andren  sind  tod  uß  ursach ,  das  sy  sich  nüt 
band  mögen  erweren  vor  den  thieren,«  Der  ryß  sprach:  »Mich 
wunderet,  wir  ir  entrunn^n  sigend,  Nütdesterminder  darnmm,  is 
das  ich  üch  wol  gewapnet  gsich,  so  dunckt  [bl.  17]  mich,  ir 
sigend  fromm  lüt.  Darumm,  band  ir  bunger,  so  sitzend  ab 
und  thuond  üch  under  unser  volck!«  Rengnold  sprach  :  »Wir 
bedörffend  sinn  wol  und  versagend  es  üch  nüt.«  Der  ryß 
beruoft  einen  heyd  und  sprach  zuo  im:  »Dyfi  rytter  sind  man-  20 
lieh  lut ;  wann  ich  gloub,  sj  werdend  redlich  wider  das  essen 
und  trincken  strytten ,  wenn  sy  das  gehaben  mögend.  Sy 
sagend,  ey  sigend  des  soldans  rytter ;  aber  ich  gloub,  sy  sigend 
deren  rytter ,  die  innen  zeasen  gebend.  Ich  gloub ,  sy  er- 
schlQegend  vyl  ee  ein  cappunnen  oder  ein  hännen  dann  ein  2s 
rytter,  es  were  dann  etwann  einer,  der  sich  nüt  weren  könde.« 
Und  also  verspotte ttend  sy  Rengnolden  und  sine  gsellen.  Reng- 
nold thet  derglicben,  als  ob  er  sy  nüt  verstüend,  sunders 
nachet  sich  zuo  deunen,  die  zimbyß  aasend.  Und  er,  Olljfier 
und  Doon  fiengend  an  essen  und  thettend  ire  hälm  nüt  ab,  «o 
sunders  ässeud  und  trunekend  durch  daz  vyssier.  Darumm 
die  beiden  iren  spottetteud;  aber  sy  littendfcz  als,  untz  das 
Brunor  zuo  siner  knechten  einer  sprach :  er  sott  iren  rossen 
die  zöum  abzüchen  und  innen  z.essen  geben;  wann  die  roß 
müeßteud  die  ürtteu  zallen,  oder  die  hämisch  müeßtend  da  «6 
beliben.  Rengnold  losset  dem  allem  und  ließ  uüt  vom  essen; 
aber  weder  Olljfier  nach  Doon  mochteud  nüt  essen  uß  ver- 
droß.    Der  heid  thet  Doons  pfert    den  zoumm  ab,    demnach 


96 

Galan tiHj  Ruollanden  guot  pferfc,  daa  im  OHyfier  brächt.  Und 
do  er  dissen  zwejeu  zässen  geben  hat,  do  kam  er  an  Bayard, 
das  best  pfert ,  das.  iun  aller  wält  was,  das  waa  EtengnoldeD, 
und  Magiöj  sin  vetter,  hat  es  im  geben ;  wann  kein  andwr  pferfc 
ft  het  inn  möf^en  tragen,  so  gar  gros  und  lan^  was  er.  Und 
wie  der  hejd  vermeint  Bayardeu  den  zoumui  üb  zethuon,  do 
thet  ßayard  daa  mul  uff  und  erwuat  inn  by  den  schultern  und 
ersehnt  iun  drn  oder  her  mallen  ,  darnach  warff  er  inn  zuo 
der  erden  also  herttenklichen ,    das    der    heyd    glich  tod  was. 

10  Und  Rengnold  sprach  :  »Disser  wyrt  die  erst  ürtten  betzallefl.» 
Do  Brunor  gsaeh,  wie  Bayard  sinnen  kneclit  ertödt  hat,  do 
äprach  er  «uo  Hengnold;  i-lch  hab  nie  kein  so  hoffertigs  pfert 
gsächen;  es  sott  guot  sin,  ir  raüessenden  mir  schäncken.« 
Rengnold  gab   im  kein  antwurt,    sunders   fieng   an  essen  vyl 

iB  yester  dann  vor.  Nebend  inn  kam  ein  heyd,  der  waa  erhungert 
wie  ein  wolf ,  der  fieng  an  sovast  aasen  ,  daa  Rengnold  dea 
grossen  verdrufi  hat  daruranij  daz  er  die  spyJä  also  zerruortt, 
Er  naoim  ein  blatten  voll  brüeyen  gantz  heyß  und  schut  sy 
ntf  den  heyd  und  sprach   äuo  im ,    er  sötte    vom   tysch  gäu, 

20  wann  er  esse  zeübermüettigklich.  und  der  heyd  sprach  zuo 
im  :  >Ich  gloub,  du  sigest  ein  narr,  das  du  mich  ufi  dem  minen 
verjagen  wilt.«  Rengnold  leyt  sin  heiitschuoch  an  ain  band 
und  sprach:  »Ich  will  dir  ert^eigen,  ob  du  iim  dem  dinnea 
sigest.«     Und  gab  im  damit    ein   so    hertteu   streich    inn   sin 

afiangaicht,  das  er  inn  tod  uff  das  ertrieh  achluog.  Do  kära- 
mend  die  heyden  uff  Rengnolden  und  wottend  inn  ertödcn. 
Aber  er  zog  sin  guot  sehwert  Flamberga  uß  und  stalt  sich 
zuo  wer.  Ollyfier  und  Doon  thettend  im  öch  also,  lind  er- 
todtend  vyl  beiden. 


30  Wie  der  brnoder  Cleramunt  uud  sine  brüedera  erlößt 
wurdead  uud  die  heydea  all  ertödt. 

Do  der  ryß  Brunnor  die  uffruor  erhört,   do  gieug  er  an 
das  selbig   end    und  hieü    sinn    volck    hindersich   gän,    damit 
und  er  innen  wurd,  wannen  bar  die  uffruor  kemme.     Yeder- 
36  man  stalt  sich  hindersich,  und  der  ryß  sprach  xuo  Rengnold; 
»Sag  mir  an:  wannen  har  kurapt  dieser  nfruor,  nnd  wurunini 


^^astw    und  diiie  gaellen  mir  min  volck  ertödt,    des  ich  gantz     ^^B 
bekümmert  binn?«  Hengtiold  sprach  zuo  im:  »Du  solt  wüsaen : 
wie  ich  ob  tisch  was,  do  kaimi]  ein  pur,  der  Batzt  sich  nebend 
mich  und  fraß  wie  ein  rolä  uif  der  altuient,  also  daz  ich  zuo 
im  sagt,  er  sott  hinweg  gän  und  mich  ungeyrtt  lassen.     Das  6 
wott  er  nüt  thuon ,   sunders  seyt   vyl  schältwortten  zuo  mir. 
Und  ich  gab  im  ein  streich  uff  der  kopff,    das  er  tod  nyder 
gfallen  ist.     Und  dis  ander  griffend   mich  an.     Und  do  mine 
zwenn  gselleu  ersächend,  das  eovil  volck  uff   mir  wärend,  do 
I      band  sy  mich  eDtschtit,  als  fromm  lut  thuon  sollend.     Darum ni  i"> 
sind  diner  dienern    etwenn  mengen  tod  beliben.     Aber  es  ist 
nüt  grosser    schad    und  yerlurst,   wann   ey  eottend  nüt  dann 
inii    die    kuchy.«     Und  diewil   sy  rettend ,    hat  Rengnold  ain 
Schwert  blola  und  blüfetig  inn    der  band  ;  desglichen  Seh  sine 
3wenn  gsellen.     Brunor   sprach:    >Ir   heran,    steckend   üwere  ^s 
schwertter  wider  inn  und  verstand  min  meinung!«  8y  atacktend 
dre  schwertter  inn,  und  Brnnor  sprach  :   »Ich  erkenn  wol,  das 
ir  recht  gestritten  band.     Aber  ein  andere  sach  muoü  ich  fleh 
sagen,  und  fbl.  18]  könnend  ir  mir  not  rächte  antwurt  geben 
Titf  min  meinungj  so  wyrt  das  grofi  pfert,  so  mir  min  knecht  » 
ertödt  hat,  mir  beliben.«     Der  heid    suocht  nut  anders  dann 
ursach,  wie  er  das  guotz  pfert  Bayard  überkommen  möcht.  Er 
hat  wol  recht,  wann  er  were  der  hast  berytten  gain  inn  aller 
weit.    Do  inn  Rengnold  verstuond,  do  sprach  er  zuo  imin:  »Ich 
bin  aller  dingen  bereytt  dir  antwurt  zegeben.«   Der  ryß  sprach :  26 
»Ich  fragen  dich,  ob  ich  nüt  dysse  kluß  zerstören  mög,  diewyl 
ich  zwen  bruoderu  hat ,   die  wonttend  inn  dissem  berg ,    und 
uß  ansechung  der  brüedern  wurdend  sy  bed  ertödt  durch  einen 
rytter.     Darumra    sag  ich,    daz    ich  recht   hab   die   brüedern 
zeertöden  und  alles  das  nemmen,  so  sy  band.     Und  uß  diaser  ao 
ßrsach  bin  ich  uß  Barbarria  kommen ,   das  ich    die   räch  be- 
gang.«    Rengnold  gab  im  antwurt:  »Wenn  zwo  gloggen  inn 
«ißem  gloggentburn   werend  und    man  lutte  nun   die  ein,   so 
könd  ich  nüt  ufrechtlich   urteyllen,   welche    die  besser  were. 
Desglichen  diu  sag  könd  ich  och  nüt  wol  urteyllen,  wann  du  s« 
fedtst  allein.     Man    muoß   alle  teyl  verhören ,    oder   änderest 
kötide  man  mit  rächte  urtel  geben.    Darumm  heyß  die  brüedern 
•"eichen,  so  wyll  ich  sy  verhören  inu  irer  wyderred.     Demnach 


A 


wyll  ich  dir  min  meinnuog  sagen.*  Der  heyd  sprach:  »Du 
sagst  recht«  Do  wurdend  die  brüedern  beschickt,  die  hattend 
all  strick  an  hälsaen.  Und  als  bald  sy  Ollyfier  gsach,  do  tbet 
er  innen  die  ab  und  sprach :    » Von  gott  werd  der  verflüeeht, 

a  der  sy  üch  an  öwer  hals  gethän  hab!«  Und  Brunnor  sprach 
zuo  den  bruodern ;  »Ir  sind  beschickt  worden  uwer  Sachen 
zeverantwurtten  vor  dissera  rytter,  der  dunckt  mich  ein  wysser 
und  gerächter  mann.  Ich  hab  im  gesagt  die  unbiliigkeyt,  die 
ir  mit  minnen  brüedern  gehandelt  hand.     Nun  gebend  üwere 

loantwurt!«  Do  .sprach  der  bruoder  Cleramunt  zuo  Rengnold: 
»Sytmäl  und  ir  unser  rechtgeber  sind,  so  verstand  unser  klag! 
Es  ist  war,  das  ich  lange  zyt  inn  disser  kluJj  gsin  bin  und 
etwann  menger  brnoder  by  mir  dem  almechtigen  gott  diennend 
tag  und    nacht  gnnog    arraklichen    inn    dysaer   wüesty.     Nun 

lö  wären d  dry  nngenielä  ryßen  da  obnen  uff  diasem  berg,  die 
wärend,  als  disser  sagt,  sine  brüedern.  Die  thettend  uns  vyl 
lydens  an;  wann  mit  grossen  schlingen  wurffend  sy  gros  stein 
zno  uns  inn  BöUicher  gstalt ,  das  sy  uns  all  unser  gloggen 
zerbrochen  hand  und  vil  unser  brüedern  ertödt.     Und  mochtend 

ij  weder  wasser  nach  hotei  gehaben ;  wann  wir  dorfftend  nüt 
haruia  kommen  darumm,  das  wir  von  den  faltscben  ryssen 
gekestiget  wurdend.  Aber  durch  die  zuoaehickung  des  obersten 
gottes,  der  läßt  durch  sin  götiiche  gerechtigkeyfc  kein  übel 
ungestraft,  thet  darzuo,   das  ein  edler  rytter,  gräflF  Ruolland 

85  geheyssen  (der  ist  des  grossen  keyaer  Karlys  vetter  und  ist 
min  Tetter  och),  inn  diase  kluß  kam.  Und  do  er  den  über- 
muot  erkant,  so  die  untruwen  rysen  an  uns  begiengend,  do 
steig  er  allein  inn  den  berg  und  ertodt  iren  zwenn  mit  siner 
manheyt  und  bekart  den  dritten  durch  sin  Vernunft,  der  ward 

so  von  mir  inn  disser  kluß  getouft.  Und  sind  hinweg  gfaren 
sy  zwenn  gegen  der  gegne  uffgang  der  sunnen.«  Do  Rengnold 
den  bruoder  verstuond,  den  er  bekant  sin  vetter  sin,  und  ver- 
stucnd ,  das  Ruolland  da  für  geritten  was,  do  ersünfftzet  im 
sin  hertz,   und   sprach:    »0  heyd,   yetz  hab  ich  bed  gloggen 

35  gbört  dönnen ;  darumm  weyß  ich ,  welche  am  basten  töndt. 
Ich  hab  ghört  reden;  aber  diu  thuon  lyt  nunn  uff  luginiien, 
und  dyaer  bruoder  sagt  die  gantz  warheyt.  Darumm  hat  er 
recht   and  du  unrecht.     Und   damit    man   dir  es   dester   baä 


eige,  Bo  will  ich  mit  dir  strytten  lyb  an  lyb,  zefuoß  oder 
zeroß,  welliches  da  am   liepsten    hast;  so  erkänt  mann  durch 
disse  gatalfc,    wellicher  aller    rechtest   hab  under  öch  beden.« 
Der  heyd  sprach:  »Ich  wils  fchoon;  aber  wenn  ich  dich  über- 
winden mag,    so    rausa    din  rotä    min  sin.«     »Ea  ist  billich,«  6 
seyt  Rengnold,  »aber  deaglichen  öch,  mag  ich  dich  überwinden, 
so  soitu    und   din    volek    wider    hinweg  züchen ,    das    du   den 
brüedern  kein  beküraraernuß  wytter  zuo  filegest.«     Der  heyd 
waa  sinn    wol   zefriden.      Und   sassend  von   stund   an   uff  Ire 
pfert ;  demnach  ryfctend  sy  von  ein  andren    und  sporttend  ire  m 
pfert  mit  söl lieber  stercky,  das  das  ertrich  under  inen  zyttret. 
Der  heyd    traf  Rengnolden    uff  siu  schilt,   also    dasj_sin  sper 
ZQO  stucken  sprutzt.     Und  Rengnold  atielä  den  heyd^also,  daz 
er  im  schilt  und  haniiach  durch  stach  und  im  daz  sper  durch 
den  lyb   gieng    und   ertzeigt  sich    an  der   andern  aytten  mer  i:. 
dann  zweyer  spangen  wyt  hin  durch.     Und    fiel   tod  zuo  der 
erden,  und  sin  sei  fuor  inn  die  hell  mit  einneu  zweyen  brüedern. 
Und  do  die  andren  heyden  iren  heren  tod  gsächend,  do  kämmend 
sy    und  griffend  OUifier   an.     Der   sprang   uff  ain   pfert   und 
wartt  sich  wie  ein  frommer  rytter ,    den  er  was.     Und  Doon  ao 
entband  die  brüedern  ;  die  thettend  ire  kappen  ab  und  nammend 
groß  stein,  die  wurffend  sy  den  heyden  nach.     Demnach  saß 
Doon  uff  sin  pfert  und  trang  uflF  die  heyden  wie  ein  wolf  uff 
schaff.     Do  Rengnold  sin  aper  uß  des  ryaaen  körpell  gefczogen 
bat ,   do  kam  er  an  die  andren   gantz  wüettend.     Die  heyden  20 
fluchend  vor  im  wie   die  wachtlen    vor  den    aperwlen ;    etlicb 
sprungend  zun  venstern  uß,   die  andren  trungeud  zur  thüren 
ufi.     Und  der  bruoder  Cleramunt  verhuot   sy,    der   waa    vast 
mechtig,  und  mit  einem  knebell ,  der  eines  heyden  gain  was, 
verleich  er  innen,  wie  sy  für  löffend,  ein  aollichen  sägen,  das  30 
sj  keins  andren  torften.     Inn  kurtzer  stund  stiessend  syß  uß 
der  kluß  und  ertodtend  sy  durch  die  wüesta  fluchend,  [bl.  19J 
tTnd  liesaend  sy  da  all  tod  liggen,  daa  sy  der  wilden  thieren 
apyß  wurdend.   Und  ryttend  wider  inn  die  kluß  und  beschlussend 
daz  thär.    Rengnold  beruoft  den  bruoder  Kleramunt  und  sprach  lü 
«uo  imm:  »Lieber  vatter,  ich  hab  durch  üwere  red  verstanden, 
ir  sigend  Ruollanden  vetter,  des  ich  gantz  erfröwt  sin  wurde, 
Wenn   es    also    were.*      Do    ertzalt    im  Cleramunt  sine  fründ. 


Do  das  RengQold  erhört,  tlo  ummüeng  er  iiiu  und  spi-aeh  zu« 
im:  »Wüssend,  das  ich  glich  als  wol  als  der  gräf  Ituolland 
üwer  nacher  frund  bin !  Wann  ich  bin  Reiignold ,  ein  snn 
«wers  Vetters,  des  gräf  Anions  von  I)ordonna.«     Do  inn  Klera- 

E.  luiiiit  verstuond,  do  ward  er  also  fro,  daz  er  ein  lange  wyll 
was,  das  er  niit  reden  mocht.  Und  do  er  wjder  reden  niocbt, 
do  sprach  er:  >0  min  gott ,  ich  loben  und  dancken  dir,  das 
dir  geliept  hat,  da?,  ich  Rengnolden  j^sieh  und  den  edlen 
Ruollauden  och  gsächeu  hab,   die  ich  niemmer  mer  vermeint 

io  zesächen.«  Hengiiold  sprach  zuo  ira :  »Dyß  zweu  sind  öcli 
üwer  vettern:  disser  hie  ist  der  gräf  Oiljfier,  und  der  ander 
Doon  von  Nantweyl.«  Do  der  bruoder  Cleraraunt  Rengnoiden 
verstuond,  do  lüff  er  und  nmmfieng  sy  bed  und  fuort  grosse 
fröad.     Mann  mag  weil  ermessen,  waz  froud  sy  fuortten,  an- 

16  gsächen  das  sy  so  nach  gefrundt  wärend  nnd  ein  andren  nie 
gsäehen  hüttend  und  inn  so  frömden  landen  wärend-  Eines 
tags,  nach  dem  nnd  sy  frölicb  gsiu  wärend,  do  sprach  Reng- 
nold  ziio  dem  bruoder  r  >Min  lieber  vetter,  wir  sind  lang  gnuog 
hie  gsinn.     Daramm  nemend   wir   urlob   von  üch ,   wann  wir 

M  müeesend  wider  gen  Paria.  Wann  ich  sorg,  wir  mögend  den 
nüt  £nden,  den  wir  suochend :  das  ist  RuoUand.t  »Ir  wer- 
dend,« sagt  der  bruoder,  »wenn  ir  ryttend  inn  die  gegne  uff- 
gang  der  sunnen  inn  ein  stat,  da  der  kdnig  Corador  belegret 
ist.     Wann  als  er  von  hinnen  schied,  do  sagt  er  mir,  er  wett 

36  dalli  nn  rytten.<  »WoU  an,  so  wellend  wir  dahin  rytten,« 
sprach  Rengnold.  Damit  nämmend  sy  urlob  von  den  brüedern, 
der  gab  inen  sinnen  sägen.  Darnach  sässend  sy  utf  ire  pfert 
und  machtend  sich  uff  die  sträö  gegen  utfgang  der  sunnen. 


Wie  Kengnold   und    sine  zwenn   gsellen   ein    tracken 
ao  Uüd  eiu  luwen  mit  ein  andren  stritten  fundend,  und 
wie  der  traek  von  Rengnoiden  ertödt  ward. 

Eines  äbentz   vast  spätt,   als  Rengnold    vor   innen    allen 

reyt,  do  kämmend  sy  an  ein   lind ,    da  was  ein   grosser  grns- 

sanimer  track,  der  streyt  mit  einem  löwen.     Do  sy  Rengnold 

35  ersach  von  dem  manschiim,    und  erkant  von  ersteu  nüt,  dax 

thierer  wärend,  sunders  darumm,  daz  der  track  für  ul^  warfl", 


sprach    Rengnold   zno    Ollyfier:    5'Ich    gsich    für   under"  einer 
stnden ,    es   railessend  lüt  da  sin.     Land  uns  luogen ,    ob    wir 
disse  nacht  lierberg  finden  möchtend!«  Aber  es  was  der  track, 
der  warf  so    groß  fürflammen ,    das    das   gantz    holfcz    darvon 
glytzert.     Do  ay  nach  darzno  kämmend,  do  fieng   Bajard  so-   6 
vast  an  schnarchlep,  daz  Rengnold  darab  erschrack,  und  Olty- 
tiers  pfert  schluog  binden  uf  nnd  Doons  pfert  wott  mit  gwalt 
wider  hindersich.     Die  heren   wärend  gar  erstunnet,  do  sy  dis 
ungestürani  thier  ereäcliend  und    den    löwen.     Der  warfct  sich 
mit  aller  atercky,  aber  uß  ursach  des  fürs,  80  der  track  gegen  lo 
im  warf,  hett  er  sieb  nüt  lang  mögen  erweren.     Do  Rengnold 
den  stritt  ereacb,  sprach  er,  er  wett  dem  lowen  hälfl'en.     Aber 
er  thett  vor  hin  sin  gebet  zuo  got,  das  im  geliepte,  durch  sin 
götlich©   gnad  im  die  gnad  zegeben ,  daz  er  möeht  diß  frejs- 
sam  thier  ertöden.     Demnach  stnond  er  ab    von   sineni    pfert  la 
uß  forcht ,   das  thier  geschantte  imij.     Darnach  kamra  er  an 
daz  thier  und  gab  im  mit  aiunem  guotten  echwert  Plaraberga 
vast  groß  Stretch.     Aber   das  schwert  sprang  uff,    als   ob  er 
uö'  t'in  amboß  geschlagen  het,  so   gar  hert  schöppen  hat  er. 
Darab  Rengnold  ser  erschrack.     Er  stach  inn  nnden  an  buch,  ao 
aber  er  scliuof  nut.     Der  low  halff  im,  so  vast  er  mocht.     Der 
fcrack  det  Rengnolden  vyl  lydena  an  mit  dem  atten  als  mit  dem 
für,  80  im  znmm  hals  nß  gieng.     Do  Rengnold  gsach,  das  im 
disser  track  sovyl  mtieg   gab  und  im  das  fleisch  nüt  xerschinden 
mocht,  do  spracb  er:  »Ich  gloub,  du  sigesfc  ein  Sathanas  und  aö 
nüt  ein  thier.«     Darum  ni  er  nach  mallen  gott  anruoft.     Dem- 
nach nachet  er  sich  dem  trackeo  und  gab  im  ein  schlag  inn 
haiiä  durch  den  willen  gottes ,    also  daz  der  koplf  uff  die  ein 
sytten  fiel  und  der  cörpell  uff  die  ander  eytten ;  des  er  ser  er- 
fröwt  ward.     Und    der  low  machet   ira  vest ,    als    hett   er  im  so 
wellen  danck  sagen.     Do  Rengnold  wider  uf  Bayard  was,  do 
lacket    der    low  Bayarden  die    sehänckel    und    füei.     Ollyfier 
und   Doon  [bl.  20]  wärend  geüuchen,  wann  es  was  innen  nüt 
möglich,  daz  ej  ire  roß  beheben  raöcbtend.     Do  sich  Rengnold 
allein  n  imm  holtz  gsach  nnd  nachtz,  do  ward  er  ser  betrüept  ss 
und   wüßt  nüt,  waz  er  tbuon  sott,  dann  aliein  sich  zuo  gott 
keren,  und  sprach:  »0  min  gofc,    der   du   durch    din  götliche 
tugend  mir  die  macht  geben  hast  diß  grussamra  thier  zeüber- 


42 


winden,  cilas  mir  unmüglich  was  zeÖberwinden  an  din  hilf,  des 
ich  dir  groß  lob  und  danck  sagen.     Wyfcter  bifc  ich  dich,  mir 
die  gnad  zegeben ,  daa  ich    loine  zwen    gaellen  wyder  finden  I 
niög.«     Do  RengnoM  sin  gehet  gefchän  hat,  do  duocht  inn,  der 

fi  low  hett  inu  verstanden,  und  fieng  an  vor  anhar  zegän.  Uad 
Rengnold  reyt  im  nach.  Und  der  low  fuort  in  durch  ein 
an  gen  weg  dähio,  da  Ollyfier  und  Doon  wärend.  Die  warend 
inn  groasera  trnrren.  Ollyfier  sprach:  »Nun  bin  ich  wol  ar- 
hentzällig,    daz    ich    also  den  edlen   heren  verlassen    hab  und 

>o  im  weder  hilf  nach  trost  geben  hab.  Ich  will  wider  zuo  im 
und  im  hälü'eu,  iat  er  nüt  tod,  und  ist  er  tod,  so  wil  ich  vjl 
lieber  sterben,  dann  daz  ich  inn  nut  räche,  mag  ich  den  grus- 
saramen  tracken  finden.  Aber  ich  sorg  Rengnolden  vyl  ee 
tod    finden   dann    läbendig.«      Darum    sj    bed    wunderbarlich 

15  leyd  fuortend.  Und  machtend  sieh  utf  die  straß  Rengnolden 
zesuochen,  da  sy  inn  gelaaaen  haltend.  Und  darumm,  daz  ire 
roß  nüt  wyderumm  har  wottend,  liesaend  sys  by  einem  brunneji 
und  giengeud,  daz  sy  nüt  wufitend,  wo  hin  sy  sottend ,  dann 
an  mitten    durch    das  holtz,    das    sy    weder   sträiä    nach   weg 

20  hielteod. 


i 


Wie  die  dry  heren  ein  ryssen  fuudend,  und  warumiu 
inn  Rengnold  zuo  tod  schliiog. 

Der  gräf  Rengnold  ylt  stetz  dem  löwen  nach,  der  fuort 
inn  also  recht,  daz  er  von  dem  raänschinn  sine  zwenn  gsellen 
26  ereach.  Deä  er  gar  fro  ward ;  aber  er  ersohraek  übel,  do  er 
sy  zuo  fuoß  gsach.  Do  Ollifier  den  löwen  gsach ,  do  forcht 
er  inn.  Und  Rengnold  sprach  zuo  im:  »Min  vetter,  hab  kein 
forcht  ab  dem  löwen!  Wüß,  daz  der  groß  track  tod,  und  hab 
den  löwen  erlößt,  der  ist  mit  mir  kommen  und  hat  mir  den 
a,  weg  zeigt,  das  ich  üch  funden  hab.  Er  wtli  nüt  von  mir; 
ich  gloub,  er  werde  uns  guotte  gselaehaft  halten.  Aber  sagend 
mir:  wo  sind  ir  mit  dwern  rossen  hinkommen?  Hand  ir  sy 
verloren?«  Ollifier  sagt  zuo  im:  »Es  ist  war,  do  du  mit  dem 
tracken  strytten,  das  wir  dir  hälffen  wottend,  aber  unsere  roJj 

* 
m  ick  ^J  inn  he. 


I 


I 


wottend  nüt  gän,  geh  wie  wir  innen  fchettend,  sunders  truogend 
uns  an  mitten  durch  daz  holtz.     Und  damit   und  wir  dir  ze- 
bilf  kemmend,  band  wir  ay  by  einem  bruuen  gelaaaen ,  wann 
sy  stundend  styM,  daz  sy  trunckend,  oder  änderst  hettend  sy 
uns  nach  wytter  treytt.«     Rengnold  sprach:  »So  iand  uns  an  r. 
daz  end,  da  ir  sy  gelassen  band!«  Also  auochtend  syß  ao  lang, 
untz  das  syfi  fundend ,    ond   säsaend    wider    daruf.     Demnach 
sprach  Rengnold;  »Ir,    mine   vettern,    ich    wett,    das  wir  uß 
diesem  holtz  werend.«    Ollyiier  und  üoon  sagtend:  »Wir  niöch- 
tendtz  wol  lyden  ;    doch   länd   uns    im  nammen  gottes  rytten  lo 
and  luogen,  ob  wir  daruß  kommen  miSgend!*  Also  ryttend  ay 
dem  15  wen  stetz  nach,    der  gieng   vor  in  neu  allen  anhär  and 
zeigt  innen  den  weg.     Und   do   sy   ein  wyll  geritten  wärend, 
do  gsäehend  sy  für  inn  einena  hflßly,  inn  dem  wänet  ein  grosser 
freyasammer  ryß.     Der  nani,  do  er  die  roß  erhört,  ein  grosse  u 
atangen  und  lüff  uß  sinem  hüßly.     Und  der  erst,  der  im  be- 
gegnet, das  was  der  margräf  OUyfier.     Und  ee  Ollyfier  ainen 
gwär  ward,  gab  im  der  ryß  ein  semlichen  streich  mit  sinner 
Stangen  au  die  brüst,  das  er  inn  ab  sinem  pfert  zuo  der  erden 
scbluog.     Do   Rengnold   sin    vetter   OUifieren   zuo   der   erden  20 
gaaeli  fallen,  do  ward  er  über  uß  ser  bekümmert  und  sprach 
zuo  dem  ryssen:  >0  du  hüerrig  und  filtz!  Ee  und  der  man  sich 
verbirgt,   will  ich  dir  ertzeigen  ,    daz  du  wyder  mich  gethän 
hast.«  Und  huob  damit  die  band  uf  mit  demyseinnen  hentschen 
und  gab  im  ein  seralicheu  streich  inn  das  angsicht,  daz  er  im  25 
all  zenn  im  niul  zerschluog.     »0,«  sprach  der  ryß,  »ich  ver- 
lougnen  minen  gott  Äppollony ,    wenn    ich    mich    nüt  an  dir 
räche.«     Und   huob  damit  sin   stang   uf,  uff  Rengnolden  zno 
schlacben  ;  der  kart   Bayarden  umm,  do  er  den  streich  gsaeh 
kommen,    und  der  streich   gieng  inn  das  ertrich,   das   er  lut  » 
ertondt.     Und  hefc  er  Rengnolden  troffen,    so  het  er  inn  gar 
zerklintst.     Und    der   ryß  tuckt    den   kopff  mit   dem   streich, 
und  Rengnold,    der  was  schnell,    gab   im   ein  andren  streich 
mit  der  fust,  der  was  also,  das  der  ryß  tod  zuo  der  erden  fiel ; 
des  die  heren  vast  fro    wärend.     |bl.  2t  |  Darnach   stuondend  36 
sy  ab  iten  pferden  und  giengeud    inn    des  ryssen  häßly.     Da 
funden  sy  ein    kleines   hirtzly ,   den  der  ryß  an  ein  spyfi  ge- 
steckt hat  zuo  brätten;    des  sy  gantz  erfrowt  wnrdend,  wann 


8y  Irnttend  grossen  hunger.  by  tüettend  iren  pierden  die  zourn 
ab  und  gäbend  inen  graJä  zessen.  Der  marggräf  Ollyfier  bryett 
den  hirtzen,  und  Doon  suocbt  im  hü&ly  ummliar,  ob  er  nacb 
ehvaz  anders  funde.  Und  suocht  so  lang,  untz  das  er  drii 
B  grosse  brot  fand  und  ein  grossen  kruog  voll  win.  Sy  liessend 
den  birtxen  kummerlich  gmiog  blatten,  Sy  äugend  inn  ab 
dem  epyla  und  ässend  inn ,  wann  sy  huttend  grossen  hunger. 
Do  Gy  gesseu  und  truncken  battend,  do  leyttend  sy  sich  zao 
ruowen  und  schlieffend,  untz  das  es  tag  ward. 

10  Wie  Rengnold  ein  grossen  grussammen    wurmm  er- 
todt,  damit  und  er  eines  kunigstochter  erlössen  möeht, 
und    wie   der  rnargriif  Ollyiier   der   selbigen  toehter 
hold  und  gunstig  ward,  desglich  sy  imm  och. 

Do  der  tag  harfilr  brach,  do  sässend  sy  uff  ire  pfert  und 

15  machtend  sich  uti"  die  sträü.  und  ryttend  atetz  dem  iöwec 
nach ,  der  gieng  stetz  vor  innen  die  sträß  hin  durch.  Sj 
ryttend  uuwytt,  sy  fundend  buwig  felder  und  land  und  fnn- 
dend  hirtten,  dardurch  sy  marcktend ,  das  gy  nach  by  stet' 
oder  Schlösser  wärend.     Und  inn  dem,  wie  sy  also  ryttend,  io 

20  verstuondend  sy  ein  groß  und  lutt  gschrey  von  lötten  und 
gsächend  vyl  volck  ufi  einem  wald  fluchen  gegen  den  itj 
heren,  die  schrüwend  mit  heller  stimm :  »0  wee,  wee  !«  Dff 
hertzog  Doon  von  Nantueyl  atalt  einen  zuo  red,  zuo  dem  spraclj 
er:  »Min  gootter  fründ,    sag  mir  an  die  ursach ,  warunim  ir 

2&  also  fluchend  und  ein  so  gros  gaehrey  füerend!«  Der  heyi 
sprach  zuo  im:  ileh  wils  üch  sagen.  Es  ist  war,  das  nw^ 
von  hie  dannen  ein  grosser  w^urnira  wänet  by  einer  vast  grossen 
statt ,  der  verwüest  das  gantz  land ,  und  der  künig  und  die 
innwanner  der  stat  sind  darzuo  genöttiget,  das  sy  dem  wür"! 

30  täglichen  ein  mentschen  betzwungen  zegeben  sind.  Und  ist  die 
each  so  wyt  kommen,  dSiS  im  ufif  den  hüttigen  tag  des  kußig 
Corbana  tochter  geben  wyrt.  Die  ist  wunderbarlichen  schön 
und  adellich  und  barmnihertzig ;  darinuni  es  ein  grosser  scliad 
sin  wirt,  das  ein  so  scböne  tochter  inn   söllicher  gstal't  sterben 

SU  und  ir  laben  enden  sol.     und    die   gemelt   stat   ist   gar  ent- 
blötzt  der  lütten  von  wegen  des  wurmms.«      »Sag  mir,c  sprach 


i 


45 


(engnold  ,   »ob   die  statt  nnwyt  von  hinnen  sig.«     Der  heyd 
sprach  :    »Ir    werdend   vor   einer  stund  inn  der  gemelten  stat 
sin.     Aber  hüefcten  uch    vor  dem  grusaammen  wurm ,   das    er 
lieh  kein  schmach  bewysse!  Wann  er  iat  überuß  ungemeß:  er 
ist  vyl  grösser  dann  ein  ptert  und  vyl  schwerer  dann  ein  ochs;   s 
er  hat  die  kläwen  und"  sitie  zenn    also  acharpff    und    spytzig, 
das  kein  yssen  nach  stacbel  ist,  das  er  mit  damit  durchstach 
und   bisse.«     Do  die  hereu  den  heyden  verstuondend,  do  wur- 
deud  sy  sserätt  inn  die  stat    zerjtten    und  die  innwonner  zer- 
löasen  mit  dein  wurm.     Also  machtend   sy  sich  nff  die  sträii  lo 
gegen   der  atat  zuo.     Und  do  sy  darinu  kämmend,    do  eutsali 
mengklicber  den  löwen;  aber  er  thet  uiemmen  mit,  des  sich 
mengklicher  verwundert  darab.     Sy    kämend   inn   den  pal  last 
für  den   küuig  Corbant  und  für  sin  tochter  und  grüetztend  sy 
vast  adelliclien.     Do  sy  der  kunig  Corbant  gsach,  do  sprach  er  ib 
zuo  innen  :  »Ir  edlen  ryttern,  sind  mir  [und]  rainem  gott  Machniet 
wilkouimen,  sind  ir  kommen  min  tochter  entschritten  vor  dem 
faltschen  grussammen  wnrmra.     Ich  bit  öch,  das  ir  mir  ilwer 
uaminen  sagen  wellend,    und    ufi   weüichem    land  ir  sigend.« 
Rengnold  sprach  zuo  im:  »Her  kiinig,  wir  sind  uß  des  grossen  20 
Türeken  land.     Und  ich    heyfs   mit    minem    rächten    nammen 
Garnier  vom  löwen,  und  min  der  ein  gsell  heyiit  Tauhis,  und 
der  ander  heyüt  Mabon.     Und  gloubend  all  dry  an  Machinet, 
Und  do  wir  vernommen  haiid  die  grofi  not  und  gfär,  darinn 
ir  und  uvvere  stat  sind  von  wegen  des  wurmnis,  sind   wir  bar  26 
2U0  lieh  kommen,  und  ilch  mit  der  hilf  utisers  gotz  Machmet« 
^entledigen.«     Do  der  kiinig  Corbant  den  gräf  Rengnold  von 
Muntabant  verstuond ,   do  sprach  er  zuo  im:    »Edler    krieger, 
'Düchtend  ir  so  vjl  ze wägen  bringen,  das  ir  den   grussammen 
'^'urmm  ertöden  und  ummbriugen  möchtend,  so  wett  ich  ilcb  »0 
den  halben  teyll  [hl.  22]  mines  kiingkricha  geben  und  darzuo 
Juiu  tochter  zuo  der  ee,  wenn  ir  iren   begerend.«      »Ich  hoff,« 
ipfftch  Rengnold,    »wir   wellend   üch  entledigen  mit  der  hilf 
nnsers  gotz  Maclimetz.«     Diewyl  der  kiinig  utid  Rengnold  mit 
ein  audren  i'ettend,  besuch  der  marggraf  Ollyfier  die  junckfrow,  3& 
die  was  wunderbariichen  schön.     Deren  ward  er  so  gar  hold, 
das  er  zuo  imm  selbs  sprach,  er  wett  vyl  ee  sterben,  stryttend 
wyder  den   wurm,  (]pnn  das  iui  die  so  gar  wunderbarlich  schön 


junclifrow  not  werden  sott  oder  wnrd.  Und  Rengnold  spraeb 
auo  dem  künif?  Corhant:  /Aber,  her,  ich  bin  nüt  koinmen  inu 
dis  land,  köngkricher  zegwünnen  nach  ander  guott,  deßglichen 
Öch  raine  gsellen,  aunders  sind  kommen  tiwer  tochter  zao  lieb, 
.  B  die  so  achön  und  adellich  ist.«;  Rengnold  gsach  Olliefieren  an, 
der  hat  atetz  sine  ougen  nff  der  junckfröwen,  nnd  erkantt  wol. 
das  er  iren  hold  was,  Darumm  er  zuo  im  sprach  inn  frantzos- 
sischer  sprach:  lOllyfier,  ich  gsich  wol,  das  unser  zweu  uff 
eiuem  täller  essen  werdend.«  Ollyfier  gab  iinm  kein  antwurt 
1«  daruf,  Sünders  hat  die  ongen  gegen  der  erden.  Rengnold  bat 
den  künig  Corbant,  er  sott  im  ein  Vflsinnen  hentschen  machen 
lassen ,  der  mit  starcken  langen  yssinnen  spitzen  were.  Das 
liefä  der  künig  thuon. 

Wie   der   graf  Rengnold    von    Miintabant    mit   dem 
•"  griissammen    wurmm    streytt,   und    wie    sine  zwenn 
I  gsellen  nbel  verwandt  vvurdend. 

Do  der  ysainn  hentschen  gemacht  wws,  do  wapnettend  sieh 

die  dry  heren  und  sässend   uflf  ire  pfert    und    ryttend  ufi  der 

I  sfcat.     Und  der  künig  Corbant   und    alles   volck    inn    der  sbt 

I  so  gäbend  inen  das  gleyt  untz    fi'ir   der  stat  thär  uß.     Und  der 

künig  Corbant  sprach  zuo  dem  gräf  Rengnold  von  Muntabant: 

»Edler  rytter,    gedenckend    Qwer   laben  zefrisfcen!    Wann  ich 

j.  wett  ee  all  min  läbeu  läng  inn  der  underthentgkeyt  des  wurramü 

1  beliben,  dann  das  ich  wett,  das  ein  semlecher  ritter,  als  ich 

26  vermeinn,   den  ir  aigend,   umm   sin   manlicbs   laben  koraraeu 

I  «Ott.«     »Des  hand  kein  sorg,  her!«  sprach  der  gräf  Rengnold 

von  Muntabant,   »wann  ich  bin  der  hoffnung,  ee  und  es  myttag 

sin  werde,    werdend    ir    von  dem  grassammen  wurmm   erlößt 

und  entlediget.«     Die  dry  rytter  machtend  sich  nff  die  sträß, 

ao  und  der  low  gieng  stetz  vor  innen  anhär  den  rechten  weg  an 

'  das  end ,   da  der   grussamm    wurmm    was    und    sich   enthielt. 

[  Und  der  künig  Corbant  nnd  alles  volck  machtend  sich,  wider 

in  die  stat  und  beschlusseiid  daz  thär  wyder.     Die  dry  heren 

ryttend  unwyt,  der  low  stnond  styll  und  wotfc  not  fürbaß  gän, 

* 
21  Corbant]  Corador  he. 


'%Bnn  er  gsacb  den  wnrmin  kommen   gegen   im  ,    der  schluog 
sine  zenn  einen  uff  den    andren  ^    wie   ein    uiülljrellen    thuot. 
Do  inn  Rengnold  von  Muntabant  und   sine  zwen  vettern  er- 
sächend,  do  sassend  sy  ab  iren  rossen.     Aber  sy  haltend  nüt 
wyl    und    zjt    abzesitzeu :    der     wurmm    beyfi    Doon    inn    sin   b 
schänckel    und  durchstach  im   den    harniseh   und   das    fleysch 
untz  uff  das  bein.     Der  wurmm  was  so  vergyit,  das  Doon  sin 
sehänckel  dar  von  gantz  entzünfc  ward  und  im  bran.     Er  schrey 
mit  lutter  stimm  :  »Ach ,  edler  marggräf  OUyfier,  kuram  mir 
yllentz  zehilf]  Wann  mich  dunckt,    ich   habe  für  inn  minem  lo 
schänckel.*      Und  mit  disaen  wortten    fiel    er    ab  sinem  pfert 
zuo  der  erden,  als  were  er  tod.     Der  marggräf  Ollifier  nachet 
sich  dem  gräf  Doon  von  Nantueil  imni  zehälfen  ;  aber  do  inn 
der  wurmm  gsach  gegen  im  kommen ,    do    erwuat   er   inn  by 
sinem  hälm  mit  den  zennen  und  truckt  inn  mit  söUicher  stercky,  i6 
das  er  im    damit    den    harnischt  durchstach    und    ergreiff  im 
also  das  fleisch,  das  der  marggräf  Ollyfier  zuo  der  erden  fallen 
muoßt.     Und  im  fallen  er  wüst    im  der  wurmm  die  ein  band, 
und  het  er  den  yssinnen  hentschen  not  angehept,  so  der  gräf 
Rengnold  von  Muntabant  hat  lassen  machen,   so    hett   er  im  so 
die  band  hinweg  getragen.     Und  wie  sich  der  wurmm  tuckt, 
Ollyfiers  band  zeverschlucken ,    do   schrey    im   Rengnold  zuo: 
>  Vetter  Ollyfier,  streck  din  armm ,  damit  und  ino  die  spytz 
behebend  !«  Das  thet  der  marggräf  Ollifier,  darumm  er  dardureh 
den  wurmm  inn  undertheuigkeyt  und  gwalL  behuob.     Do  das  ss 
Rengnold  ersach ,    do  zog  er  sin    guot  seh  wert  Flamberga  uä 
und  namß  inn  sine  bed  hend  und  gab  dem  wurmm  ein  sem- 
lichen streich,  das  er  im  den  kopff  von  sinem  [bl.  23]  cörpell 
schluog.     Und  do  der  wurmm    den  schmertzen   des  todes  be- 
fandf  do  würgt  er  dem  marggräf  Ollyfier  sin  armm  so  st&rck,  so 
das    es    im    unmüglich  was  den  an    sich  zuo  züclien  ,    sundera 
entpfand  semlichen  grossen  schmertzen,  das  er  nüt  reden  mocht 
und  lag  am  herd,  glich  als  ob  er  tod  were.     Do  daa  der  gräf 
Rengnold  gsacb ,    do   thet   er   dem    wurmm    das    mul   nfi  mit 
siiiem  Schwert  und  brächt  sovil  zewägen,  das  er  im  den  arm  ss 
wyder  ledig  macht.     Aber  er    lag    nüt    desterminder,    als  ob 
er  tod  were.     Diewyl  ward  die  sach  umm  den  gräf  Doon  voix 


Nantueil  umm  sovi'l  guot,  das  er  wyder  uf  atnond  ;  des  der  ^räf 
Eengnold  voini  Munbalmnt  Viist  fro  ward.  Aber  der  margräf 
Ollyfier  lag  nach  stetz  äff  der  erden,  das  er  weder  heud  nach 
fües  nflt  roddek.  Do  die  heyden  gsächend,  das  der  grussamm 
5  wunum  fcod  was ,  do  kämmend  sy  utä  der  stat  und  fuorfcend 
vaat  groJä  fröud  umm  des  gruaaaumien  wuriuß  toi.  Desglichen 
kämm  öch  uII  der  stat  der  kiinig  Corbant  mit  grosser  gsel- 
scbafft,  do  er  gsach ,  duz  der  grussamm  wurmm  tod  was,  des 
er  gros  fröud  fuort ;  aber  er  gsach  den  gräf  Doon  von  Nan- 

10  tueil  sorgklichen  wund  vor  imm  stän,  und  uif  der  andren 
s-ytteu  gsacb  er  den  marggrat'  Ollytier  uff  der  erden  ligen  wie 
ein  todter  mann,  des  er  ser  bekümmert  was.  Kr  gsach  den 
gr&f  Rengnolden  und  den  graf  Doon  gantz  bekümmert  und 
betrüept ,  wann  sy  vermeinttend  ,  der  niargj^räf  Ollyfier  were 

16  tod.  Darumm  er  so  übel  erschrack,  das  er  nut  wuüt,  was  er 
thuon  nach  sagen  sott.  Nilt  desterminder  gieng  er  und  umm- 
fieng  den  gräf  liengnold  und  den  gruf  Doon  und  sprach  zuo 
inen:  »Ir  edel  ryttern ,  wie  wirt  es  mir  müglich  sin  ilch  ze- 
vergülteu  die  grossen  guothet,  die  ir  mir  und  all  dysaem  land 

20  bewyssen  band,  das  äti  üch  inn  sorgen  zeverliereu  was,  das 
hand  ir  erlül^t  uö  aller  arbeyt  und  kestigung  mit  üiver  grossen 
arbeyt.  Darumm  gib  ich  licli  utnin  alle  vergeltnuü  dyü  kilngk- 
rich  und  die  krön,  die  miij  ist;  wanu  ir  hand  es  wol  ver- 
diennet.     Aber  ich  winl  atetz  inn  grossem  klagen   und  truren 

äüsinn^  wenn  diaser  rytter  fcod  ist.«  Der  gräf  Liengnold  voii 
Muntabant  sprach  zuo  dem  künig  Corbant:  »Edler  kilnig, 
das  klagen  und  truren  hilft  nüt,  wann  aller  weit  leyd  möclit 
im  das  läbeu  nüt  wider  gebeu.«  Inn  dem,  als  liengnold  voti 
Muntabant  mit    dem  künig  Corbant  redt,   kam    der  marggräl 

3ö  Ollyfier  wider  ein  wenig  zuo  im  selbs.  Und  wie  er  sich 
strackt,  gehuob  er  sich  übel  und  fieng  all  gmachest  au  reden. 
Des  der  gräf  Rengnold  von  Wutitabant  und  der  gräf  Doon 
von  Nantueil  got  loptend;  wanu  sy  haftend  do  die  hoffnung, 
er  wurde   nüt  sterben  ,  desglichen  der  kunig  Corbant  und  all 

36  sin  volck  ocli. 

l  das]  dz  da»  hs. 


49 


Wie  der  marggräf  Ollyfier  und  die  jimckfrow  Foris- 

senna,  des  küuig  Corbantz  tochter,   ir  liebe  ein 

andren  erroffnettend. 

Demnach  gebot  der  kiioig  Corbant   siiiern  volck,    das   sj 

den   wurm    inn  rlie  stat    trüegend    und   den    kopff  sampt  dem 

cörpell  an  das  fürnemmest  eiid  inn  der  stat  iiff  ein  steiny  sul 

stellen    liessend,    damit  und  inn  yederman  gsächen  niöchteud. 

Und    demnach    nam    er    den    graf   Rengnold    von   Mutitabant  ß 

und   den  gräf  Doon    von  Nantueil    und    fuori  sy  inn  diu  stat 

mit  grossen  fröudeu»    Und  die  burger  nämmend  den  murggräi 

Ollifier    und  truogend  inn  inn  pallaat    xuuim  aller  senftuiüet- 

tigesten,  so  sy  kondend,  und  leyttend  iou  an  ein  vast  achöns 

bett    inn    einer   schönnen    kamujer.      Demnach    wurdeod    die  lo 

besten  artzet  inn  alleoi  land  beschickt  iun  xartKueu   und  rätt 

an  zethuon,  und  och  den  graf  Doou  von  Nantueil.     Der  künig 

Corbant  lielä    ein  grosse    boche  nianv eilsteine    sol  machen  utt 

dem  fürneui niesten  platz  in n  der  stat;  uff  die  ließ  er  der  dry 

heren    gstalt    sehniden  und    setzen  und    mit    gnldiner  gscbrifft  is 

iiff  zeichnen  ,    wie  inn  deren    ityt  drj    Leren    kotinnen  wärend 

im  die  stat,  und  mit  iren  rechten  nammen  (wann  sy  ofl'iiet- 

tend  sich  im,  als  ir  boren  werden),  die  bettend  durch  ir  grosiä 

inaiiheytten  den  grussamnieu  ungestüraraen  wurm  ertodt,  der 

^  gantz  küngkrich  und  land  zerstört  und  verwüest  hat  und  20 

alles  zerreyß  uud  fraß,  so  er  an  komraeu  niochL   Do  die  heren 

'H   pallaat  kämmend,  do  kam  die  [bl.  24J  junckfrow,  des  kuuig 

^Orbantz  tocbter,    die  da    hieß  Forrysseniia,    und  kuüwet  uff 

""e   knfiw  für  diu  dry  heren  nyder    und  sprach  zuo  inen  :    »Ir 

''^len  ryttern,  der  raanheyt  und  rytterscbafft  die  oberiten,  ich  25 

"*iticken  üch  der  grossen    müeg    imd  arbeyt,   die  üch  geliepfc 

|^*t  zehaben  von  niinetwegen,  durch  die  ir  mich  und  alle  die 

"^n  dysseui    kiingkrich    erlößfc   band    vor   dem  tod    und  pyni- 

SUög.     Darunim  dancken    ich  ilch  zuram   höchsten    und  ergib 

**ich  gentülicben   an    üch.«     Der   gräf  Rengnold  von  Munta- j«, 

"*^tot    nam  die  junckfrow  by  der  band    uud  buob  sy  uff  und 

*Pfach  zuo  ir:  »Edle  junckfrow,    ir  sind  sinn  woU  wertt,  das 

"^^^n  vyl   von  üwertwegeu    thüege  ;    wann  es  ist  mit  guottein 

UorgftQt   der  ilcie.  ^ 


50 


willen  uod  gern  beschechen«.  Die  heren  belibend  ein  lange 
zyt  an  des  künig  Corbantj;  häf,  warttend,  iintK  das  der  marg- 
gräf  Ollyfier  siner  wunden  genesse.  Aber  er  mocht  uüt  ge- 
nessen, uü  ursaeh  ,  das  er  der  junckfrovv  Foryssenna  so  gar 
6  hoM  was,  das  er  weder  tag  nach  nacht  ruowen  mocht,  nach 
weder  essen  nach  triucken.  Darab  die  artzet  inn  grossen 
ängsten  wären  und  ser  erschräckend  ;  wann  sy  wußtend  nüfc 
von  der  kranekheyt,  die  er  inn  sineui  hertzen  hat.  Nun  be- 
gab   es    sich    eines    tags,    das    die   junckfrow  Foryssenna  den 

•0  marggräf  Ollyfier  kam  beäächeu  inn  sin  kanimer,  und  glück 
wütt  es  haben,  das  sy  sich  allein  by  ein  andren  l'uudend. 
Und  durch  des  luarggraf  Ollyfiers  red  erkant  die  junckfrow 
die  liebe,  so  er  gegen  ireu  hat.  Darumm  ward  sy  im  niit 
annder  hold,  dann  er  iren  was.     Und  do  der   niarggraf  OUy- 

15  Jier  marckt  und  erkant,  das  sy  inn  öch  lieb  hat,  do  ward  er 
wunderbärlichen  erlVöwt.  Und  sy  fuortend  ir  liebe  lange  zyt 
mit  ein  andren,  das  sy  niemraand  gwär  nach  inen  ward  ;  wann 
diewyl  der  niarggräf  Ollyfier  kranck  was,  kamni  in  die  junck- 
frow   Fory?)Seuna  altag  besuchen,    und    sagtend  und  erroflnet- 

20  tend  ein  andren  ir  liebe  und  wurdend  niemnier  nier  möed 
und  vertrüssig  by  ein  andren  zesinn.  Do  der  niarggräf  Olly- 
fier und  der  gräf  Doou  wol  geuessen  wäreud,  do  beruoft  sy 
Rengnold  und  sprach  zuo  inen:  »Ir,  mine  heren,  ir  wüssend, 
das  wir  unser  land,  frund  und   vettern  verlassen  band,  uosern 

25  frommen  vetter  Ruollanden  zuo  suochen.  Daruinra  dunckt 
mich,  das  es  zyt  aig  von  hinnen  zescheyden.  Und  mich 
dunckfc  guot,  wir  sollend  unsere  nammen  dem  künig  Corbant 
sagen,  damit  und  er  wüiä,  wemm  er  guotz  schuldig  sig  der 
diensten,  so  wir  im  bewyssen  band.     Desglichen  will  ich  ver- 

30  suochen,  ob  er  sich  zuo  krystenlichem  glouben  bekeren  well ; 
wann  möchtend  wir  sovyl  zewägen  bringen,  das  er  und  all 
sin  volck  und  underthännen  Krysten  wurdend,  so  bettend  wir 
Hier  geschaffen  ,  dann  bettend  wir  all  würmm  ,  so  inn  aller 
weit  sind,  ertödt.«    Disse   meinung   gfiel  dem  raarggräf  Olly- 

36  fi.er  und  Doon  von  Nantueil  wol.  Der  künig  Corbaut  lieü 
thurnieren  und  stächen  und  alle  kurtzwyl  triben  und  machen 
den  dryen  heren    zelieb   und  zuo   eren  ,    damit   und  sy  willig 


51 


von  im  scheiden  mäcbtend.    Aber  der  marggräf  Ollyfier  gsach 
ü|^n  kurtzwil,  die  im  so  wo)   gfiel  ala  die  edel   Forjssenna. 

Wie  der  küum  Corbant    und  all  siiie    uutherthanDen 


den  waren  krysten lieben  glouben  an  uammeiid. 


I 

^p  Eines  taga  beruofft  Rengnold  den  küniir  und  nam  tun  r> 
an  ein  ortfc  und  sprach  zuo  im:  »Edler  kunig,  wir  sind  üch 
vil  guotz  schuldig  von  wegen  der  grossen  ereu  und  frflut- 
schafftj  so  ir  uns  bewysisen  band.  Es  wirt  niemmer  sin,  das 
wir  nüfc  an  üch  und  an  üwer  guothet  gedenekeud.  Und  damit 
und  ir  dester  baß  wussind,  wemm  ir  sovyl  eren  und  guothet  m 
gethän  habend,  so  müssend,  das  ich  Rengnold  von  Muntabaut 
bin,  und  dysser  ist  der  marggräf  Ollyfier  von  Gennow,  und 
der  ander  ist  der  edel  gräf  Doon  von  Nantueyl.  Wir  ryttend 
also  heimlichen  inn  der  weit  umiuhar  und  suochend  den  gräf 
Ruollandcn  ,  der  ist  ab  des  niechtigen  keyser  Karly^ ,  sines  i* 
vettern,  häff  gescheiden.  [bl.  20]  Und  wyr  wässend  nüt,  wo 
wir  inn  snotdien  sond,  dann  das  uns  ein  bruoder  oder  klußner, 
unser  vettern  einer,  gesagt  hat,  er  sig  für  inn  gerytten  [und] 
inn  die  gegue  gegen  iififgang  der  sunnen  gerytten,  und  das  er 
ein  grossen  ryssen  mit  im  füer ,  den  hab  er  durch  sin  ver- 20 
nunft  und  geschickligkeyt  ^uo  unserem  krystenlichem  glouben 
bekert.  0,  her  künig  Corbant ,  das  der  oberst  gut  wett,  das 
ir  oucb  also  thettend,  als  der  ry&  gethäo  hat !  So  wurd  ich 
sinn  erfrijwt;  wann  alle  die,  so  Machmet  und  die  anilreri  falt- 
sehen  götter  anbättend,  die  band  kein  macht  nach  kraJBft,  sind  "ß 
gewüßlich  all  uif  dem  weg  der  ewigen  verdarapnus.  Daruram, 
her  kiinig,  rätten  ich  ilch  by  guotten  triiwen,  das  ir  iren  falt- 
schen  verflüechten  glouben  verlässend  und  die  grotä  sorg  er- 
messind,  inn  deren  ir  und  die  üwern  byßhar  und  so  lange 
zyt  gevveßt  sind,  und  gloubend  an  ünsern  got,  der  ist  wärer  a*> 
schöpffer  des  htraeJs  und  der  erden  und  aller  dingen ,  der 
hat  unsere  mentscheyt  an  sich  genommen  und  tod  und  mart- 
ter  gelytten  hat,  die  zeerlössen  und  entledigen ,  so  an  inn 
glouben  wurdeud,  und  die  zeverdampnen,  die  nufc  an  inn  glou- 
_Ueu    wurdeod;    wann    er  ist  almeehtig.      Und   vermeinend  ir,  35 

4* 


das  ich  nach  mine  gsellen  an  sin  hylf  bettend  mögen  dissen 
grossen  und  grussamiiien  wiirmm  überwinden,  den  alle  die 
eines  mechtigen  küugkriclis  und  landes  gfürt  und  entsessen 
band    und    nut  band    törffen    angrjfffen?    Aber   diiriiinm,  das 

^  unser  gott  gantz  güettig  und  barmhertzig  ist,  hatt  er  ver- 
hängt durch  sin  gütliche  zuosehickung,  das  wir  hie  für  ge- 
rytten  und  bar  kommen  aind,  das  land  ulA  den  grossen  sor- 
gen und  jaramer  zuo  erlassen,  darin n  es  so  lange  zjt  geweüt 
ist.     Und  ir  sond  wüssen,  her  kunig,    das  diaser  wurmm  von 

10  dem  obersten  här  inn  dy£i  kungkrich  geschickt  worden  ist  üch 
zesträiFen  darumm,  das  ir  und  die  üwern  so  lange  zit  die  falt- 
scbeu  lind  betrogenlichen  abgÖtter  angebetten  und  geeeredt 
bimd-  Darunini ,  wend  ir  die  ewig  früud  überkommen,  ao 
verlassend  Machraet,  Appollonj  und  Talwygant  und  all  ander     J 

1"  faltsch  göfcter,  die  ir  anbettend  und  unta  bar  angebätten  band,     ' 
und  kerend    üeh  zno  dem  »wären  gerechten    und  obersten  got 
und  sagen  im  grossen  dauck  umm  die  grossen  guothet,  die  er 
uch  und  den  üwern  bewyssen  hat  und  allen  dennen  inn  üwe- 
rem    kungkrich.     Wenn  ir  wol  ermessend  die  zjt,   inn  deren 

20  wir  bar  kommen  sind,  das  was  inn  der  stund,  do  üwere 
schöne  tochter  sterben  und  uramkomtnen  sott,  ir  werdend 
finden,  das  es  durch  gütliche  Ordnung  tmd  zooacbickung  be- 
schechen  ist.  Darumm  rätteu  ich  uch,  das  ir  üeh  zuo  dem 
obersten  alnieehtigen  gott  kerend,  der  mag  üch  selüg  niachen 

!s  oder  verdanipnen,  und  bittend  inn,  das  er  üch  gnedig  und 
barmherzig  sig,  üch  und  allen  üwern  undertbannen.«  üo  der 
beydisch  kunig  wol  gehört  und  verstanden  hat  das,  so  der 
gräf  Rengnold  von  Muntabant  mit  im  geredt  hat,  do  bedächt 
er  sich  ein  wenig,  das  er  im  kein  antwurt  gab  daruf;    wann 

m  die  sash  was  im  schwer,  schnell  daruf  anfcwurt  zegeben.  Aber 
ye  doch  zeletst  durch  götliche  inngiessung  und  mit  silnfftzeii 
sprach  zuo  dem  gräf  Kengnold  von  Muiitabant :  *Edler  rytter, 
syt  das  ir  der  gräf  Rengnold  von  Muntabant  sind,  deßglicben 
inn  aller  weit  nüt  ist,    der  ander  der  raarggräf  OUyfier   und 

an  dysser   der   gräf  Doon    von  Nantueil,    die   so    manlich  rytttr 

aind,  so  bekenn  ich  und  vergich,  das  ir  hie  har  kommen  und 

* 
3  gfttrt]  vergl.  atiM. 


geschickt  worden  sind  durch  (iwern  gnedigen  und  güettigen 
got  und  nüt  von  Macliemet,  Äppollony,  nach  von  Talwyganfc. 
und  danoit  das  mir  tiwer  güetfciger  got  mine  sönd  und  übel- 
thet  vertziche  und  mir  gebe  am  end  miner  tagen  die  ewig 
fröud  und  selligkeit,  bin  ich  hiufür  des  willens,  den  närri- 6 
scheu  und  betruglichen  glouben  zererläasen,  inn  dem  ich  hie- 
vor  geweiät  bin,  und  will  ein  Krysten  werden  und  mich  toufiFen 
lassen  und  will  den  chrystenlichen  glouben  annemen.  Dar- 
zuo  will  ich  sovil  verschaffen,  daa  inn  all  mine  underthannen 
annemnien  werdend.  0  edler  gräf  Rengnold  von  Muntabant,  lo 
dich  beniiegt  nüt  die  wurnim  zetöden,  ryssen,  Turcken  und 
beiden  mnm  zebriogen,  suuders  bekarttesfc  durch  din  berüef- 
fen  und  bredigen  die  heydischen  fürsten  und  künig,  desglichen 
ander  ungläubig  ;  darumcn  bistu  grosses  lobeß  wirdig  under 
allen  fürsten  inn  der  vrc]t.*  Der  künig  Corbant  hieß  sin  'b 
tochter,  die  junckfrow  Foryssenna,  reichen  und  beaehieken  die 
obersten  sines  küngkrichs.  Also  kämmend  iren  sovil,  das  der 
sal  des  pallastz  voll  ward.  Demnach  [safczt]  sich  der  künig 
ufF  ein  hochen  stuol  und  ertzalt  sinem  volck  all  sin  meinung, 
und  wie  er  Machmetz  glouben  verlassen  wett,  den  er  so  lang  *<• 
gehalten  bett,  der  were  fiiltach  und  böß  und  vollen  verfüe- 
rung  und  trug,  und  wett  [bl.  26]  der  Kristen  glouben  an- 
nemmen  ,  der  were  guot  unnd  heillig.  Also  ward  das  volck 
durch  den  wyllen  gofctes  des  wyllig,  so  der  künig  wott.  Dar- 
umm  wurdend  darnach  in  kurtzen  tagen  der  künig  und  sin  -'s 
tochter  und  alle  die  in  der  stat  getoufft,  deßglichen  alle  die, 
80  inn  sinera  land  wärend.  Die  dry  heren  wärend  vast  fro, 
do  sy  alles  volek  kristen  gsächen,  und  fuorttend  grosse  fröud 
und  Joptend  got  darumm,  das  er  sy  erlücht  hat,  sinen  heiigen 
glouben  an  zenemmen,  Ollyfier  was  gantz  frölich  in  der  "> 
lyebe  und  fleug  vil  kurtzwyl  an ,  ainer  junckfrowen  zelieb. 
Sy  hattend  ein  andren  so  lieb,  das  eynß  nüt  on  das  ander  sin 
mocht.  Wenn  Rengnold  vom  hinscheiden  sagt,  so  fand  Olly- 
fier allwegen  etwaz  entschuldigung,  oder  er  wer  nach  nüt 
wol  gen  essen,  oder  gehuob  sich  einer  andren  krancklieyt.  Es  ^^ 
ist  ein  groß  ding  umm  die  lyebe,  die  hat  vyl  macht,  als  dann 
an  Oliftier  wol  erschein,  den  hundert  man  nüt  bettend  mögen 
heben,  weder  liebe  der  fründen  nach  mag  hattend    in  mögen 


bebfbeu,  und  ein  eiuige  toetiter  beliuob  inii  in  IVömbden  lan- 
den. Und  was  wyJlig  die  botben  mtuibeytteu  zeverlässen,  die 
er  zetbuon  in  der  weit  gewon  was,  mm  das  er  by  siner  junck- 
frowen  were.  Nun  wend  wyr  die  dry  heren  guot  gschir  ma- 
6  cbeo  lassen  mit  den  nüwen  Krysten  uud  weud  von  gräf  Ruol- 
laudcn  sagen. 

Wie  RuoUaud  den  stryt  wyder  Merydiannii  verseyt, 
uod    wie   ir   vatter  ßengnold    beschickt   mit   im  ze- 
strytten,   und  wie  des  kiinig  Corbantz  tochter  zetod 
'"  tlel  von  ülliffiers  wegen. 

Eines  tags  gedacht  Meridianna  an  ira  bruodera  tod ;  do 
Bcbiekt  sy  ein  herold  iu  des  kutiig  M.iö'redons  Iliger  ßuol- 
landeu  sagen ,  sy  wetfc  mit  im  stryten  Hb  an  üb  ,  ira  bruo- 
dera   tod    rilobeu.      Do   RuoUaad    den    herold   verstuoud ,   do 

16  sprach  er ,  ur  were  nüt  so  ein  nüt  sollender  rytter,  daz  er 
wider  ein  junckfröwiy  strytten  wett.  »Und  eag  ireu,  daz  sj 
sich  anneramuie  zespinnen  und  nüt  zcstritten  wyder  die  fa- 
renden  ritter!«  Do  der  herold  Ruollanden  verstanden  hak, 
do  kurt  er  wyder  in  die  stat  uud  ertztdt  Meridianua  daz,  so 

20  im  Ruolland  zeantwurt  geben  hat.  Darab  sy  schier  toub 
ward  und  spritcli :  »0  iniu  got  Tahvyguut,  schick  mir  den 
tod,  ßjt  ich  also  nienert  hin  von  dyösem  pürisuhen  rytter  ge- 
achtet werden  muoß,  der  rain  bruoder  Leonet  ertödt  hat,  den 
icli  so  lieb  bat,  des  tod   ich   räcben  wot,  und  er  wyl  nüt  mit 

S6  mir  strytten.  Es  feit  weunig  ,  daz  ich  nut  doub  wird.«  In 
dyssen  tagen  kam  ein  rytter  in  die  stat,  der  brächt  uiere  von 
dem  giäü'  Renguoldtn  von  Muntabaut,  der  so  mechtig  was, 
daz  er  den  wurm  ertödt  hat,  der  das  gaotz  laiid  verwuost; 
und    der  gemelt  rytter   were  an  des  kunig  Korbans  häf    und 

ia  hieß  Gernyer  vom  löwen.  So  bald  Meridiana  den  rytter  ver- 
stuond  ,  do  nam  sy  einen  botten  und  schickt  den  zu  küni|j 
Corbant ,  der  was  irer  früud  >  iu  hätten ,  das  er  iren  den 
mechtigen  rytter  schicken  wet,  der  au  sinem  häf  were  ,  der 
den    wurm    ertödt  het.     Der  bot  reyt  fao   redlich ,    das  er  au 

91  kuuig  Corböütü  häf  kam.    Uud  kam  für  in  und  gruotüt  in  von 


dem  künig  Corador  und  siner  tochter  Merydiaaaa  und  seyfc 
im,  wie  der  küuig  Maffredon  mit  einem  grossen  ?,üg  die  stat 
belegrefc  [bL  27]  hat,  und  hefc  ein  rytter  in  siner  gselscliaft, 
der  het  Leonet  ertödt ,  und  het  ein  grossen  ryssen,  und  die 
zwen  thettend  dennen  iu  der  stat  vjl  lyttens  an;  darumra  in  * 
der  küßig  Corador  und  sin  toeliter  bettind,  das  er  innen  den 
rytter  schickte,  der  nn  sinem  häf  were,  der  den  wurm  ertödt 
het.  Do  Korbant  den  botten  verstanden  hat,  do  sprach  er 
zuo  Rcngiiold :  »Ich  bit  üch,  daz  üch  und  üwere  gssellen  ge- 
liebe  den  künig  Corador  zentacbütten;  der  ist  alt  und  ein  lo 
frommer  mon  und  ist  min  früiid.  Und  hat  nun  ein  tochter, 
die  ist  so  uiechtig,  daz  kein  rytter  sy  uü  dem  sattel  feilen 
mag,  geh  wye  mechtig  er  sig,  und  sy  ist  der  schönsten  toch- 
teru  einy  in  der  weit.  Dnd  es  darf  daruf  stän,  wenn  MaflFre- 
don  von  üch  überwunden  wirt,  daz  Corador  und  sin  tochter,  i» 
darzuo  alles  land  Kristen  werdend,  wie  wir  gethän  hand.  Und 
ich  sicheren  üch  ,  das  Maffredon  kein  ursach  nach  recht  hat 
den  künig  Korador  zebekriegen;  wann  wüßte  ich,  das  Kora- 
dor  unnrecht  het,  wett  ich  üch  tallig  biitten  dahin  zerytfcen, 
Daruram  bit  ich  üch,  das  ir  zuo  im  ryttend«.  Do  Rengnold  ao 
den  künig  Cor  baut  verstuond,  do  verdacht  er  sich  eiu  wenig 
und  besint  öich,  daz  im  der  apt  gsagt  hat,  RuoUand  were  in 
daz  selbig  land  gfaren.  Darumm  er  Korbant  verhieß  dahin 
zerytten,  und  wett  Maffredon  ertzeigen,  daz  er  unnrecht  thäa 
het,  daa  er  kommen  wer  den  künig  Korador  belegren.  »Da-  s" 
ruram  eiibüttend  Corador,  wir  wellend  vast  bald  by  im  sin  !« 
Also  dancket  er  Rengnolden  gar  vast  sines  guotten  willens 
und  seit  dem  botten,  daz  er  wyder  zuo  sinem  heren  kartte 
und  im  seyte,  er  wurde  die  heren  vast  bald  haben,  so  er  be- 
gertte.  Der  bot  kam  wyder  zuo  Corador  und  zuo  frow  Me-  ao 
ridianna  und  seyt  innen  die  raere ,  so  der  künig  Corbant,  ir 
fründ,  innen  eubot,  das  was,  das  der  raanlich  rytter,  der  den 
wurmra  ertödt  hat,  und  sine  gsellen  vast  bald  by  innen  sin 
wurden ,  Rengnold  und  sine  gsellen  nammend  arlob  von  künig 
Corbant,  im  danck  sagend  siner  guothetten.  Und  begabend  s» 
sich  .vast  in  einen  dienst:  ob  im  etwas  begegnette,  so  solte 
er  sy  beschicken ,  eo  wettend  sy  all  andere  geschafft  lä^ssen 
und    im  zehilf   kommen.     Der  künijjj  Corbaut   dancket   innen 


k 


vast  und  sprach ,  er  und  all  ain  künigrich  werind  in  irem 
willen.  Olliffier  nani  urlob  von  der  schüiwifn  Forissenna.  Und  ir 
sond  wössen,  daz  es  nüt  an  groß  sünfftzen  und  klagen  be- 
schach.     Do    sy  hinweg  fuoren,    gieng  Forissenna  in  ein  bo- 

6  chen  thuni  im  pallast ,  das  &j  iren  fiüud  Olliffiereii  dester 
länger  gsüchen  möclit.  Und  do  sy  inn  uüt  mer  gsäehen 
mocht,  do  fiel  sy  zetod  bin  ab  ab  dem  thurn.  Do  es  Corbaot 
vernam,  fuort  er  ein  wunderbarlich  gros  leyd.  Und  gieng 
da  b^n,  da  siner  tochter  lichnam  lag,  und  do  er  sy  tod  gsach, 

lohet  man  in  nüt  gehept,  so  het  er  sich  selbs  ertödt.  Und 
sprach :  »0  gluck,  wie  bistu  so  faltsch  und  untröw !  Du  hast 
mir  all  min  guot  und  hoffnung  genomniea.  Ach ,  wie  was 
ich  so  fro,  do  ich  wüßt,  daz  min  tochter  7ora  tod  erlößt  was, 
zuo  dem  sy  verrurteilt  was  dem    wurm  !    Aber  die  fröud  hat 

ib  mir  unlang  gewert.    0  liebe,  du  gibst  wot  nmm  ein  früud  tus- 

send  leyd,  die  wyl  du  miner  einnigen   tochter  tod  nrsach  bist. 

Ach,  ich  bin  alt  und  on  kind.     0  laltsche  wält,  du  ertzeigst 

mir  wol,  das  der  wol  thorachtig  ist,  der  dir  vertriiwet!«   Kor- 

.  baut  ließ  ein  schön  grab  machen    nach  krystenlichem  syfcten, 

so  in  das  ließ   er  sin  tochter  leggen.      Und  ließ  daruf  schriben, 

wie  sin  tochter  vom  tod  erlößt  worden  was  von  dry  fröumb- 

den  ryttern,  und  von  der  grossen  liebe,  so  sy  gegen  dem  einen 

.  hat,  were  ey  zetod  gfallen.    Nun  lässend  uns  den  künig  Cor- 

bant  sin  leyd  füeren  und  länd  uns  wyder  von  den  hereu  sagen, 

2s  die  gegen  des  künig  Maffredons  leger  rytten  den  künig  Co- 
rador  entechütten. 

Wie  Rengüold  und  sine  zwen   gsellen  iren  vetter 
Magis  in  eines  alten  mans  gstalt  funden, 

[bl,  28]  Die  dry  heren  rittend  so  vast,  als  innen  raüg- 
ao  lieh  was,  als  sy  dem  künig  Corbant  verheyssen  hatteud.  Olif- 
fier  reit  und  dächt  an  sin  junckfrow  Forissenna;  der  wüst 
nüt,  daz  sy  tod  was.  Eines  tags ,  als  sy  au  mitten  in  einem 
holtz  wärend ,  das  was  mer  dann  fier  tagreyß  lang ,  do  fun- 
den  sy  an  irem  weg  ein  man,  der  duocht  sy  so  alt,  das  er 
86  kum  einen)  ni entgehen  glich  sach,  so  gar  ghär  und  grunipffeu 
was   er,    und  duocht  sy,  er  mochte  sich    nüt  euthün.     Do  iu 


Rengnold  gsacTi,  cß  nachet  er  sicü  zuo 
zuo  im  kuni,  diiocht  er  in  nach    uiigescbaJfner  den  vor.     Der 
alt  sprach  zuo  im:    »Ich  bit  dich,  ritter,  durch  den,    an  den 
du  gloupet ,    daz  du  mich  ein  wenig   uff  din  pfert  sitzen  las- 
sest,   hyJä  das  wyr  uü  dysseni  waUl  kommen;    wann  ich  mag  a 
sust  nüt  hinuü  komineu.«  Rengnold  hat  eibermd  über  den  alten 
mau  und  safä  ab  Bayard  trnd  Itielt  in  by  dem  zügel,  nntz  das 
dt-r  alt  mau  daruf  was.     Und  Doon    saß  ab   und  half  im  uf; 
wann  in  diiocht,  er  het  iiöt  on  hilf  mögen    uf  sytzeii.     Aber 
do  er  danif  was,  nam  er  den  zouui,  und  duocht  nüt,    das  er  lo 
kranck  wer,  sundera  lyeß  Bayarden  louffen,  wie  ßengnüM,  und 
fieng  au  durch  daz  holtz  rennen.    Des  die  heren  ser  erschrä- 
cken.     Rengnold  sprach:  »Nun  bin  ich  wol  betrogeuj  daz  ich 
min  guot  pfert  Bayard  dyssem  alten  geben  hab.     Ich  besorg, 
er  werd  uns  gnuog  zt^schaffen  geben.«  Ollifier  sprach  zuo  im:i5 
»Sitz  utf  Galantiu    und    ryt   im   nach!c    Rengnold    was   sinn 
wyllig  und  salä  daruf  und  rant  dem  alten  man  nach  ,   sovast 
er   inocht.     Aber  Galautin    mocht    ßayard    not   eryilen,   und 
^S'&s  gar  im  scbweis,   wümi  er  truog  ein   grosse  liurdy.     Kein 
roß  mocht  sich  zuo  Bayard  verglichen    mit  stercke   nach  mit  äo 
louffen.    Rengnold  reit  im  nach  und  schrey,  so  vast  er  mocht, 
aber  es  was  als  uniinsust;  uunn  der  alt  man  was  achon  wyt, 
und  het  er  nüt  styl  ghept,    Rengnold  het  in  nienimer  erylt. 
^^'^aan  do  er  gnuog  geränt  hat,  huol>  er  styl.    Und  do  Reng- 
nold by  im  was,    sprach  er   zuo  im:    »0   du   faltscher  alter,  ss 
du  gibst  mir  boß  umm  guotz.«     Und  der  ait  sprach  zuo  im: 
»0  faltscher  mörder ,    waa  wy  t  thuon  ?«    Also   bekant  Reng- 
nold,, daz  es  sin  vetter  Magis  was.     Des  er  vast  fro  was  und 
sprach  zuo  im:  »Min  vetter,  ich  verwundern  mich  gar,  das  ich 
^ich  in  disseu  frömbden  landen  fanden  hab*.     Magis  sprach  i^" 
'Ich  äichern  dich,  min  vetter,  das  ea  nüt  on  ursach  ist.«    In 
"flu  kämmend  Oliffier  umi  Doon ,    die  sassend  bed  uff  Doons 
i^oß.     Und  do  sy  Magis  kanttend,  wurdend  sy  vast  fro.    Ollif- 
ier sprach  zuo  im:  »Du  hast  uns  xirsaeh  geben,  daz  wir  büß 
off  dich  tächt  band.«      »Ir,  mine  fründ«,   sprach  Magis,  »ich  ^6 
""i  üüt  on  ursach  koiumen.     Es    sind  yetz  fier  tag ,    daz  ich 
von  Paris  schied    und  reyt    gen  Muntabant   und  besach  mine 
ööecher,  also  das  ich   wüßt,  das  ir  in  ein^m  vust  sorgklichen 


land  wärend  und  daz  ir  liylf  und  trost  nottiirfftig  wärend, 
daramm  bin  ich  z,uo  üch  kommen.  Waon  ir  mögend  in  fier 
tagen  nüt  nl  djssem  wald  kommen.  Daruram  hab  ich  üch 
eines  krutz  brächt:    die  wyl  ir  sin  in  dem  mund  hand,    wer- 

a  deud  ir  weder  hunger  nach  turst  haben ,  nach  üwere  roß 
öch.<  Die  heren  nämmend  sin  und  loittend  sin  inn  ir  mund. 
Do  vergieng  innen  glich  allen  turat  und  hunger,  so  sy  hat- 
tend.  Und  also,  wie  sy  mit  ein  andren  rettend,  do  erschein 
gechlingen    ein  groß    wyß    pfert  vor  innen  ,    des  sy   sich  all 

10  [bl,  29]  verwunderttend.  Und  Magis  sprach  zuo  Rengnold: 
»Min  vetttir,  nira  Bayard  wider,  wann  ich  bin  mit  einem  and- 
ren verseehen.  RuoUanrien  halb  werdend  ir  raere  von  im 
verneraraen  in  künig  Maffredons  leger«.  Magis  saß  uff  sin  wjfi 
pfert    und  nani  urlob  von  den  heren  und  reit  so  schnei,   das 

iB  er  in  dry  tagen  zuo  Muntabnnt  was.  Und  die  dry  heren  fuo- 
rend  uff  die  sträa  dem  Ibwen  nach,  der  zeiget  innen  den  weg. 
Und  sechs  tag,  nach  dem  und  Magis  von  innen  geritten  was, 
kamimend  sy  uff  ein  kleinen  berg ;  do  ersachend  sy  ein  grosse 
atat  und  umra  die  vyl  isellen  and  hütten.  Daz  was  des  kunig 

20  Maffredons  leger,  der  rust  sich  ein  stürm  zegeben. 

Wie  Hengnold   und  siue  gsellen   an  des  kunig  Cora- 

dora  h"f  kämmend,  und  wie  Rengnold  imd  Ruolland 

mit  ein  andren  strytten. 

as  Die  dry  heren  kämmend  an  daz  thär  der  stat.    Der  port- 

ner fraget  sy,  wer  sy  werind.  Doon  sprach :  »Wir  sind  fa- 
rend  ritter,  bar  geschickt  durch  den  künig  Corbant«.  Do  in 
der  portner  verstuond  ,  thet  er  inen  yllentz  uf,  und  sy  ryt- 
tend  hin  in.     Und  der  low  gieng  stetz  vor  anhen  ;  den  forch- 

30  tend  die  iüt  und  fluchend  in  die  hüsser.  Die  raere  wurden 
bald  inn  pallast  brächt,  die  dry  ritter  ab  des  kütiTg  Corbanti 
häf  werind  in  die  stät  kommen.  Des  der  künig  Corador  vast 
£ro  was  und  rast  sich  sy  zentpfaeheu.  Sin  tochter  Meridianüft 
leit  ire  aller  scbönaten  rück  an  und  ließ  ir  junckfrowen  zie- 

36  ren  zum  besten  und  kam  in  sal.  Die  heren  sassend  ab  iren 
pferden,  do  sy  im  häf  wärend,  und  gieagend  die  stägen  uf. 
Der  künig  Corador  warttet  iren  oben  an  der  stägen,  der  ein- 


pnehg  sy  Tuit  grossen  fröuden.  Sin  tochter  was  by  im,  die 
schein  für  all  aader  ulä ,  als  die  sunu  für  die  steronen.  Do 
Rengnold  ey  ersacli,  sprach  er  zuo  OUifier:  »Ich  hob  nie  so 
schönne  creahiren  gsächen.«  Ollifier  antwurt  im:  »Ich  ver- 
meiu,  das  am  hirael  kein  so  scbönner  nach  so  lutter  sterniien  s 
sig,  dann  wenn  sy  nebend  innen  stüende,  sy  wurde  innen  den 
schin  nemmeii.c  Ben^nold  sprach  zuo  im  :  »Uüet,  das  daz 
nüw  für  das  erst  uöt  erlösche!  Ich  furcht,  dieser  junckfrowen 
schöne  weid  dir  die  liebe  nemmcn,  so  du  zuo  Forissenna 
hattest.«  »0«,  sprach  Olliffier,  »wenn  ich  tussend  jär  läpte,  ia 
60  müeßte  mir  Forissenna  lyehe  nieiuer  nier  uß  dem  sinn«. 
Dyü  alles  seyttend  sy  in  frantzösischer  zungen.  Der  künig 
fuort  sy  in  den  sal  und  hieß  sy  wilkomm  sin  und  ordnet,  das 
iren  rossen  wol  gewarttet  wurd.  Bald  darnach  ward  der  ym- 
biß  bereit.  Der  künig  hieß  sy  zuo  im  sytzen  und  sin  fcoch-  15 
ter  nebend  innen.  Sy  wurdend  wol  gespiöt  mit  raengerley 
spis  nach  heidischem  sitten ;  wann  der  künig  und  sin  tochter 
flissend  sich  innen  guot  gschir  zeniachen.  Nach  dem  ymbiß 
uani  der  künig  Korador  Rengnolden  und  sine  gsellen  an  ein 
ort  und  sprach  zuo  innen:  »Ir,  inine  bereu,  es  ist  war,  daz  aj 
der  ruoni  üwer  mauheit  bekant  ist  inn  aller  dysser  gegne. 
Nnn  ist  es  war,  das  der  künig  Maffredon  miner  tochter  so 
gar  hold  ibt,  und  darumm,  das  ich  im  die  verseit  hab,  hat  er 
mich  belegret.  Und  min  tochter  müelä  im  werden  wider  minen 
willen,  dar  zuo  daz  gantz  künigrich.  Und  er  hat  mir  yetz  gs 
mines  volcks  vil  ertödt.  Und  ist  angferd  ein  frömbder  ryt- 
ter  zuo  im  kommen,  der  ist  vast  mechtig  ;  wann  er  hat  mir 
min  sun  ertödt,  der  so  manlich  was.  Wann  ee  disser  rytter 
kam,  hat  [bl.  30]  Maffredon  kein  man  in  siiiem  züg,  der 
min  SUD  törifte  bestau;  aber  syt  er  kommen  ist,  so  ist  mines  so 
volcks  keiner,  der  sinen  beuten  törff  mit  stritten.  Und  disser 
rytter  hat  in  siner  gselschaft  ein  wunderbarlichen  rissen,  der 
treyt  ein  grossen  gloggenkalien,  mit  dem  schlecht  er  mir  all 
min  voick  zerurapff.  Und  er  hat  iren  sovil  ertodt,  duz  in 
min  Tolck  entsitKt,  also  das  sy  nüt  mer  uJä  der  stat  törffend  sö 
kommen.  Daruuim ,  tuine  bereu,  möchtend  ir  sovil  zewegen 
bringen,  daz  ir  dissen  ritter  uud  ein  ryssen  überwinden  möch- 
tend, so  schweren  ich  üch  by  allen  minen  gütteru,  daz  ir  kein 


80  gro8  ding  nüt  höiiscben  könnencl,  ä&s  es  ücli  nüt  werde  von 
mir  oder  min  tochtcr  ,  oh  sy  einer  mider  ücb  baben  wett. 
Dann  weun  dis  zwen  Überwunden  werind,  so  wurdeud  die  üb- 
rigen  lycbtlich    (iberwuaden.«      Des    künig   Coradors    tocbter 

ä  was  gegenwirttig,  die  was  so  scbou,  das  Olliffier  sine  ougen 
nüt  ab-iren  thnon  koud,  und  was  so  gar  vertzuckt,  das  er 
nüt  wiifit,  wo  er  was,  und  verkart  zum  dickern  mal  die  farw. 
Das  ersach  Rengnold  wot.  Nun  ist  war,  das  der  künig  Maff- 
redou  ein  specher  an  des  künig  Corudora  baf  bai;  der  schied 

10  von  bäf,  do  er  die  dry  ritter  gsäcbea  hat,  und  gieng  iu  Ma£F-  ■ 
redons  zell  und  gruotzt  in.     Der  kutiig  sprach  zuo  im:  >j\liü 
fründ,  waz  ist  nüws  an  Coradors  bäf?  Hastu  sio  tochter  gsä- 
chen,    die  ich  eo  lyeb    hab?*     Der   specber   sprach    zuo  im: 
»Her,    ich  bab  die  junckfrow  wol  gesäcben.     Die  denck  nüt 

16  vyl  an  üwer  liebe;  wann  sy  und  ir  vatter  sind  gar  erfröwt, 
wann  uff  den  büttigeu  tag  sind  dry  frömbd  ritter  kommen, 
die  sind  lang  und  mächtig  und  vast  kostlich  gewapnet.  Der 
künig  Corador  hat  zuo  innen  gsagt  in  miner  gegen wyrtti^'- 
keyt:    mögend  sy    ein  ritter    und  ein   ryssen  überwinden,  so 

20  well  er  innen  alles  daz  geben ,  so  sy  im  höuacbea  werdend, 
oder  sin  tochter  Meridianna,  so  einem  under  innen  liepte  difl 
zenemuien«.  Ab  der  red  ward  Maffredon  gantz  unrQewig,  do 
er  hört  von  deren  sagen,  die  er  so  lieb  hat  Ruolland  sprach 
zuo  im:  »Her  künig,  schicken  dem  künig  Corador  ein  botten 

25  und  entbütten  im ,  das  aller  dingen  gerüst  sig  mit  den  rit- 
tern  zestritten,  die  nüwlingen  an  ainen  häf  kommen  sind!« 
Also  schicktend  sy  ein  botten  zno  Korador,  der  sagt  im  cIMt 
so  im  Maffredon  enbot  von  sines  rytter  Brunors  wegen.  Ko- 
rador seit  Rengnolden  das,  so  im  siu  fyend  enbot.     RengBoW 

3"  gab  im  autwiu-t,  er  wer  gantz  bereit  und  begertte  kein  ander 
ding.  Und  Olliffier,  der  schon  Meridianna  hold  was,  ylt  »nt- 
wurt  zegeben  und  sprach  zum  hotten:  »Gang  und  sag  dem 
rytter,  der  sich  so  mechtig  macht ,  das  er  sich  uff  dem  feld 
finden  laß,  so  werd  er  zefechten  finden«.    Der  bott  karb  wider 

35  zuo  Maifredon  und  seit  im,  das  die  rytter  gerust  werind  und 
das  sy  inn  nach  all  sin  volck  wenig  entzessind.  Ruolland 
sprach:  »Ee  fier  tag  vergänd,  wyl  ich  ay  änderst  lernea 
reden.«     Morgant  sprach:    »Ich  tbuon  mich  uü,  wenn  ich  sy 


>ekrätteii  mag,  daz  ich  sy  all  dry  mit  einem  seil  binden  wyl 
und  sy  einer  burdy  har  tragen  wylL«  Rengnold  und  siue 
gseÜen  wapnetteiid  sich  ,  und  Meridianna  half  Oilyffieren 
wfipneü,  wann  sy  was  im  öch  hold.  Aber  daramm,  daz  Reng- 
nold wol  wüst,  daz  es  der  manlieli  Ruoiland  was,  do  wot  er  & 
Buyard  nüt  mit  im  nemmen  und  wott  nüit,  das  Oliffier  Ga- 
lantin  nemme  ,  damit  und  Ruolland  sy  nüt  von  anfang  er- 
kautte ,  sundera  rammend  anderft  roLi ,  difi  innen  der  liünig 
gab,  und  truogeHd  frömtide  zeichen  an  iren  hämischen.  Do 
sy  gewaptiet  wärend,  sassend  sy  uff  ire  pfert,  daz  sy  die  füeß  lo 
nüt  in  die  stägreif  thättend,  des  der  künig  und  sin  tocbter 
sich  gantz  verwiiu derettend.  Sy  schied end  von  Korador  und 
siner  tocbter  und  ryttend  ufi  der  stat  und  kämmend  an  das 
ead,  da  man  gewonheit  zestritten  hat.  Und  Rengnold  blyeiä 
ein  hörn.  Und  so  bald  daz  Ruolhind  hört,  wapnet  er  sich  la 
und  salj  uff  sin  pfert.  Und  .er  und  Morgaut  kämmend  an 
daz  end,  da  die  dry  heren  wärend  ,  und  gruotzfc  sy  in  beidi- 
scher  zungen.  und  do  er  den  löwen  gaach,  lieng  er  an  Reng- 
nolden  schälten  und  sagt:  »Das  ist  nüt  ein  zeichen  grosser 
könhejt  ein  semlicli  thier  bringen,  das  für  üch  stritten  soll.  20 
Mich  dunckt,  [bl.  31]  es  sig  ein  grosse  grussamkeyt  ao  üch, 
daz  ir  thierer  bringen  ,  so  die  [lütj  zerryssen«.  Rengnold 
sprach:  »Du  werest  ein  guofcter  prediger,  du  retst  und  weischt 
nüt  waz.  Wann  bekanteatu  disaen  löwen,  du  wurdest  nüt 
sagea ,  waz  du  sagst.  Wann  der  low  ist  der  natur,  das  er  25 
keinem  meutschen  nüt  thuot,  ilaau  dennen,  die  unnrecht  mit 
'  mir  strittend ,  oder  dennen,  die  etwaz  verrettery  im  gmüet 
band«.  Do  RuolJand  die  natur  des  löwens  erhört,  do  ver- 
wunderet er  sich  und  sprach  zuo  Rengnold:  »Riiter,  läfä  uns 
zuo  end  kommen!  Wiltu  mit  mir  stritten,  so  bin  ich  bereyt;  so 
wann  ich  hof  dir  zethuon,  wie  ich  mengem  raer  thäti  bah.« 
Doon  sprach  zuo  im  :  ȧekantestu  den  wo],  mit  dem  du  retst, 
du  wurdest  nüt  so  frisclilich  reden.«  »Ot ,  sprach  Morgant 
zuo  Doon,  »kanttestu  min  heren  rocht,  du  wurdest  von  foreht 
zyttren.  Kumni  har!  Ich  bin  nüt  gewapnet ,  wie  du  bist;  35 
aber  wiltu,  so  will  ich  mich  mit  dir  versuocben  und  wyi  dir 
ertzeigen ,  mit  wemm  du  retst«.  Do  Doon  den  rysaen  ver- 
stuond  ^    do    ward    er    undultig    und    leyt    sin    gleu    in   und 


Ö2 


kam  gegen  dem  ryssen  und  traf  inn  uff  die  schultern  uad  v6f'' 
meint  inn  zuo  erden  feilen.  Aber  der  rjß  rott  sich  nie  dar- 
ab.  Und  als  Doon  für  faor,  gab  er  im  luit  siuem  kiilleu  uflF 
den  Bchtlt  ein  so  bertten  streich,  das  er  sich  darab  duckt.    Do 

6  im  Morgan t  gsach  schwäncken,  erwuscht  er  in  by  den  armen 
und  warff  inn  uü  dem  sattel  und  luod  in  uff  sich  und  truog 
inn  inn  MalFredons  zell  und  scbanckt  im  den.  Do  in  Mu£F- 
redon  gsach ,  ward  er  vast  fro  und  Kchvvuor  by  sinem  got 
Machmet,    so    bald  Brunor   kemm,    müelät    er  au    ein  galgen 

in  gt'henckt  werden.  Und  Morgant  kart  wider  da  hin,  da  Ruol- 
land  was.  Do  nun  Rengnold  gsach  Doon  hin  weg  tragen, 
ward  er  vasfc  trurig  und  sprach  kuo  Ruolland  :  »Kytter,  icli 
wjl  mia  gsellen  ob  dir  rächen,  aber  ich  wyl  vorhin  den  löweii 
an    binden ,    das    er    dir   kein    untzucht    bewysse.     Wann  icL 

IS  weis,  das  du  unrecht  hast  und  ich  recht«.  »Wir  werden  es 
gsächen  mit  den  schwerttern« ,  sprach  Kuolland.  Rengnol'l 
saß  ab  und  band  den  löwen  an  ein  boura,  und  saß  dem 
nach  wider  uf  und  Nprach  zuo  Ruolland :  »Rytter,  gedenck 
dich  zewerenl«   »Ich  hin  gerast«,  sprach  Ruolland,  »nun  hh 

20  ich  des  löwen  halb  kein  sorg«.  Die  zwen  rytter  rittend  hn\- 
dersich  und  kämmend  gegen  ein  andren  mit  semlieher  sterckji 
daz  ire  sper  zuo  stucken  sprutzteud,  und  traffeud  einandren 
mit  den  liben  so  herttigklich ,  daz  sy  bed  zuo  erden  ßellenJ- 
Die  zwen  rytter  stunden  wider  uf  und  zugend    ire  Schwerter 

25  uü  und  Sengen  ein  ht-rtteri  stryt  an.  Man  het  och  nut  gwüßti 
wellicheni  mau  den  vortteil  hett  sollen  geben  ;  der  dissen  strit 
gsächen  het ,  der  het  mögen  sagen ,  er  were  von  den  '/wey 
besten  ryttern  gschiicben  in  der  wält  ir  sond  uüt  sorgWi 
ob    Rengnold    sin    vetter    nut    sparet;    wann    er  gab  im  fe'" 

3»  rechten  streich  und  schhiog  in  atefcz  uff  den  heim,  winio 
er  wüst  wol,  daz  er  so  starck  was,  das  kein  scbwert  so  goft 
was,  der  inn  gschedigen  mocht;  wann  er  wofc  in  not  sclie- 
digeu.  Aber  EuoUand,  der  kaut  in  nät,  fleys  sich  mit  allem 
sinem  vermögen  inn  zeachedigen  ;  aber  got,  der  da  gantz  göe^' 

36  tig  ist,  wot  nut,  daz  iren  keiner  schaden  hefc,  wann  sy  ffä- 
rend    die    besten    kämpffer    des    gloubens,    die    in    aller  weit 

* 
28  gschacbon]  gsächen  hs. 


wäretid  und  die  mer  arbeyt  nämmeiid  den  zemeren.  Wann 
der  low  entband  sich  wnnderburlichen,  des  Reugnold  übel  ze- 
friden  was  und  seyt  zuo  ßuoUanil:  »Ich  bit  dich,  rytter,  das 
du  beittest,  untz  das  ich  den  löwen  in  die  stat  gfüer;  wann 
ich  wyl  dich  nüt  mit  des  lüweu  hilf  überwinden.«  »Ich  wyl '' 
dir  sagen«,  sprach  Ruolland,  »wiltu  den  löwen  töden,  so  nini 
nun  niins  gsellen  kalleiu  !  Rengnold  spracb :  »Ich  will  min 
löwen  nüt  töden  ,  wann  er  hat  mir  vil  guotter  diensten  tbän. 
Aber  ich  will  dir  sagen,  waz  wir  tbuon  wend  :  du  solt  wider 
zuo  dinem  künig  keren  und  ich  in  die  stat,  und  ich  verheis-  ^^ 
sen  dir  by  niiner  fruninikeifc,  das  ich  morn  frOe  wider  har 
kotumen  wyll  an  den  löwen«.  Der  gräf  Ruolland  was  willig 
und  kart  wider  in  Ma£Fredons  zell ,  und  Morgant  mit  im. 
Ruolland  sprach  zuo  Morgant  uff  dem  weg :  i- Verfltiecht  sig 
der  low;  dann  wer  er  nüt  gsin ,  der  ritter  wer  nüt  also  hin  i^ 
weg  gescheiden.  Und  het  ich  min  guot  pfert  G alantin  ge- 
hept,  ich  wer  nüt  als*»  gfatlen.  0  min  [bl.  32]  schwert  Du- 
randal,  het  ich  dich  gehept,  der  rytter  het  nüt  so  lang  mögen 
beharen.«  Rengnold  und  Oliffier  karttend  wider  in  die  stat, 
vast  bekümmert  umm  Doon ,  der  gfangen  was.  Nun  wend  20 
wyr  von  dem .  verretter  Gannellon  sagen. 

Wie    Gannellon    dem    künig   Corador   und    Maffredou 
ze  wtissen    thtit,   daz    die  rytter,    so   an    iren  hoffen 
werind,  Ckristen  werind,  damit  daz  sy  die  ertodind, 
und   wie  die  rytter  ein  andren  erkauttend,   und  wiest 
Doon  erlößt  ward  von  Morgant. 

Gannellon  hat  vil  specher  durch  die  Türcky,  durch  die 
vernara  er,  wo  die  fier  rytter  wäreud :  Rengnold,  Kuolland, 
Oliffier  und  Doon.  Und  so  bald  erß  wuät ,  schickt  er  dem 
künig  Corador  ein  brieff  by  einem  botten,  versiglet  mit  sinem  so 
sigel.  Der  bot  kam  in  den  pallast,  und  der  erst,  zuo  dem 
er  sich  fuogt,  das  was  xuo  gräf  Oliffier,  und  sprach  zuo  im: 
»Wüssend  ir  nüt,  inn  wellichem  laud  ich  sig,  oder  wie  disae 
stat  heiß?«  »Min  fründ«,  eprach  Oliffier,  »ich  w^eiß  der  stat 
nanimen   not,    aber    ich    weifj   wol,    daz    der   künig  Korador  as 


64 


P 


Leist.«  Do  der  bot  des  "küiiigs  nammen  bort,  pjieng  er  die 
stägen  uf  uud  fragt,  wo  der  künig  wer.  Mau  fuort  inn  für 
inn.  Der  bot  gruotzt  in  hy  siriera  got  Äppolonny  und  sprach 
7.U0  im:  »Der  gräf  Gannplloii  grüetKt  lieh  und  schiclit  Och 
ß  dissen  brief,  der  ist  nüt  kleiner  iniihaJtung  und  beriierfc  vast 
tiwer  er  und  nut'A.«  Do  Kiirador  dea  hotten  verstiiond ,  do 
Diam  er  den  brief  und  thet  inn  uf  und  laß  den.  Der  staond 
also:  »KunJpf  Corador,  danimm,  das  icli  dir  grosse  früntsehaft 
vergich  ,   so  tbuon   ich  dir  kuiit ,    das  der  verretter   ReugtioliJ 

10  von  Muntabnnt  in  kurtzen  tagen  an  din  häf  kommen  ist  und 
mit  im  der  faltscb  Oliffier  und  Dooa  mit  innen.  Und  Ruol-, 
land  ist  by  Maffredon.  Und  thuond  der  glichen  ,  als  ob  sy 
nüt  von  ein  andren  wüssen ;  aber  du  8oIt  des  siclier  ein,  das 
sy  ein    andren    wartfcen    und    band  sich  gerüst    etwaz    grosser 

ib  verrettery  xetriben.  Wann  ruit  des  grossen  ryssen  hilf,  der 
by  Riiolland  ist,  sind  sy  des  füraemmens,  der  stat  muren  nider 
zewerffen  und  dich  und  din  volek  ertödeu.  Du  magst  wol 
verstän,  daz  sy  kein  liebe  zuo  dir  band  und  werden  dir  nüt 
balten,  Avaz  sy  dir  verheiüaen  band:  wann  sy  sind  Kristen  uud 

2t,  du  ein  beid ;  darumm  mag  einer  nüt  (grosse  liebe  mit  dem 
andren  hau.  Und  daruram,  dax  icb  dicb  lieb  hab,  eubüt  ieh 
Aitik,  damit  und  du  erbernibd  über  dich  und  din  volek  habest« 
Do  der  künig  Corador  den  brief  gelessen  bat,  do  ersebrack  er 
darab  und    bedächt   sieb   ein  wenig;    demnacb    gab  er  Reng- 

£G  nolden  den  brief  und  sprach:  »Ritter,  ich  will,  das  ir  dfö 
brief  besacheud;  der  begrift  vyt.«  Rengnold  natn  den  brief 
und  laß  inn.  Und  do  er  Gannellons  grosse  verettery  erhört* 
do  sprach  er  zuo  Oliffier:  »0  min  gsell  Oliffier,  ist  es  niüg- 
lieb,  daz  diis  milt  Franckricb  an  verretter  sig?  Gsicb  die  gros 

so  verettery,  so  der  faltscb  Gannellon  uff  uns  prattitziert  bat!« 
Do  Meridiauna  verstuond ,  das  der,  den  sy  so  lieb  bat,  dff 
gräf  Oliffier  was,  do  ward  sy  frölicher,  den  der  iren  duz  kost- 
lichest  küngkrich  in  aller  weit  geben  het.  Der  gräf  Reng- 
nold schickt  ein  botten  üuo  Ruolland,  hy  dem  schickt  er  iw 
ein  brieffly,  in  dem  stuond:  diewyl  sy  frid  bettend  untz  mornen- 
deß,  90  möcbt  er  sieber  inn  die  stat  kommen;  daruuim  bette 
er  ino,  daz  er  on  sorg  kemme,  er  wett  iu^  etwaz  sagen,  i^ 
er  fro  wurd.     Do  Ruolland  den  brieff'  besächcn  bat,  do  zeigt 


er  den  dem  küiiig  Mafifrcdon.  Def  sprach  zuo  Ruolland,  do 
er  in  besäclieü  hat:  »Ich  sorg,  [bl,  33]  der  küoig  Korador 
well  etwaz  verrettery  triben  ,  so  dir  der  rikter  ertzellen  well. 
Mich  dunckt,  die  wil  ir  frid  tzamraen  hand,  ir  sülleiul  ritten.« 
Morgan t  sprach:  »Wend  ir  ritten,  so  wyl  ich  mit  üch ;  wann  6 
ich  will  mit  üch  sterben  und  gennessen.«  Ruollamt  was  sin 
zel'riden.  Er  reit  inn  die  stat.  Het  er  gewist,  wa/.  lütten  es 
wärend  ,  er  wer  vil  fröiicher  gain ,  dann  er  waa.  Rengnold 
und  Oliffier  hatten  iren  hämisch  nüt  an  ,  damit  sy  RuoUand 
nüt  so  batd  erkantte.  Do  Rengnold  sin  vetter  Rnollanden  ii> 
ersach,  do  gieng  er  im  engegen  untz  uif  die  stägen  und  gruotzt 
inn  in  heidischer  sprach.  Und  RuoUand  dancket  im.  Reng- 
nold sprach  zuo  im:  »Land  uns  zuo  dem  kunjg  Korador!« 
»Es  gfalt  mir  wol,*  sprach  RuoUand.  Do  Korador  RuoUanden 
gsach ,  do  stuond  er  uff  von  siuem  sitz.  Und  RuoUand  wot  la 
im  die  fileia  küüsen  nach  heidiächem  sytten,  aber  Korador  wot 
es  nüt  lyden ;  wann  er  nam  in  by  der  band  und  sprach  zuo 
im:  »Edler  ritter,  der  got  Maebniet  bewar  [ich!  Ich  bin  vast 
fro  üch  zesächen  von  wegen  üwer  grossen  manheit.«  Do  Meri- 
dianna  RuoUanden  gsach,  do  ließ  sy  ein  grossen  aüntffczer,  20 
darab  im  RuoUand  etwaz  entzaß  und  sprach  zuo  ir  :  »Jungk- 
frow,  wamram  sünfftzen  ir?  Hab  ich  üch  neißwas  zeleid  thän? 
Wann  wer  es  also,  so  wefet  ich  es  biiessen  nach  heiasen  disser 
edlen  ryttern.«  RuoUand  dächt  woJ,  es  wer  von  ira  bruoders 
Leonnetz  tod  wegen  ^  darumm  es  in  geruwen  was,  daz  er  also  aa 
in  siner  fyenden  bend  kommen  was.  Die  junckfrow  sprach: 
»Rytter,  wie  wol  ir  wider  mich  tlian  band,  so  gedenck  ich 
doch  nach  wol,  do  wir  mit  ein  andren  stäcbend,  das  ir  mir 
des  ersten  stichs  den  heim  ab  stach end  ,  und  do  ir  ersächeu, 
das  ich  ein  frow  was,  do  sagtend  ir  zuo  mir,  ich  möcht  wol  "o 
wyder  heim  keren  ,  ir  wettind  nüt  uier  mit  mir  anfachen,  ir 
werend  ailfc  kommen,  daz  ir  mit  fro  wen  stritten  wettend.  Dys 
reden  duucktend  mich  ao  edel  meinungen  und  gtiuogsaraklicb 
geredfe,  ob  die  werind  geredt  worden  von  einem  mächtigen 
und  manliehen  lürsten.«  Do  RuoUand  der  junckfrowen  red  »& 
verstuond,  die  in  so  vast  lopt,  do  gab  er  iren  kein  aafcwurt, 
sunders  sprach  zuo  Korador:  »Her  kuuig,  sagen  mir  die  ur- 
sacb.,  waruram  ir  mich  beschickt  band!*   Der  künig  antwurttet 

Uorgaiit  J«T  iloso  ^ 


66 


inim  :  >Ir  werden  es  vernemnien  von  dem  rytter,  der  üch  < 
gegen  gangen  ist.«  Also  kwrt  er  sich  unim  zuo  Rengnoldea 
und  sprach  zuo  im:  »Rvktftr,  sagen  mir  die  ursacb  ,  warumra 
ich  bescbickt  worden  sig!«    ReugnoUl  sprach:  »Es  ist  war,  es 

5   ist  nüt.  lange  zit,  das  wir  uff  unserer  strä^s  dry  rytter  fanden,  ^ 
die  griffen    uns   an   und  sy  wärend    starck   und    mechtig   inni 
schwerttern.     Der   atrit   weret  lang ,    wann    sy    wartten   sich  " 
redlich;  aber  zeletst  Avurden  sy  all  dry  von  nns  ertödt.     und 
einer  under  innen  seyt  uns,    ee  er  starb,    sy  werind  uß  dem 

10  küngrich  Frauckrich.«  Do  in  Ruolland  verstuotid,  do  was  er 
gantz  erschrocken  und  sprach  :  »Wüssen  ir  der  rittern  namraen 
keiner?«  Renguold  sprach:  >Jä,  der  ein  hies  Rengnold  von 
Muntabant,  der  ander  Oliffier,  derdrit  Doon.«  Ruolland  sprach: 
>lch  mein  nüt,  das  es  die  sigend,  wann  es  sind  nüt  ritter,  die 

16  sich  also  liessend  töden  ;  snnders  sind  etwas  dieben  und  sträs- 
rüebem  gsin,  die  sich  uiä  geben  band  für  die  frommen  ritter. 
Es  ist  nüt  vast  grossen  verlurst ,  wenn  ir  das  land  gerunipt 
band.«  Doin  Rengnold  verstuond,  do  lachet  er  in  siuem  heim  mal 
sprach  zuo  im  :  » Wolao,  ritter,  damit  und  ich  üch  zerkenneii 

*o  geh,  daz   war  sig  daz,  so  ich  üch  sag,  so  will  ich  üch  ire  pft'rt 
zeigen,  die  sind  im  stal.«     »Ich  will  sy  gern  säcben,«  sprach 
Ruolland.     Sy  giengend    inn  stal.     Und    do    Ruolland  Bajnrt' 
gsaeh  und  sin  guot  pferdt  Galantin,  do  erschrack  er  wuuder- 
barlichen  übel  und  was  schier  zuo  erden  gfallen.     Und  spracl» 

26  zuo  Rengnold:  »WÜtu  nüt  anders  sagen,  so  will  ich  wider 
in  Maffredons  leger.«  Er  noocht  nüt  mer  gedalt  hai)en  l>j 
dennen  zesin ,  die  sine  vettern  und  fründ  ertödt  hatten,  wi 
was  inn  willen  sy  zerächeu.  Rengnold  sprach  zuo  im:  »Rittefi 
ich    bit   üch,    das    ir   ein    wenig   mit   uns    kommen    in  djsse 

80  kammer.«  Ruolland  gieng,  daz  er  kein  wort  nie  redt.  Und 
do  sy  in  der  kfuiier  wären,  do  thettend  Rengnold  und  Olyfiier 
ir  hanüsch  ab.  Und  do  Ruolland  sine  zwen  vetter  crkaiit, 
do  ward  er  als  fro  irer  gegen wyrttigkeit,  als  leidig  er  ir» 
todtz  gsin  was.     und  lütt"  sy  uramfacben  on  reden ;    wann  er 

SS  mocht  nüt  reden,  so  gar  hat  er  daz  hertz  kriinckt  ufi  ursach 
der  schnellen  verrendrung  des  ieidtz  in  fröud.  Und  do  er 
reden  mocht,  sprach  er  [bl.  34]  :  ?>Ü  gofc,  ich  loben  dich  des, 
daz  dir  geliept   hat    durch    diu   heillige  gnad ,    das   ich  miue 


67 


Heben    vettern    gesund    gsieh.«     Darnacb    fragt   er,    wo  Doon 

wer.     Rengnold  sprach:    »Es    ist  der,    so    gfangen  ist.«     Do 

Morgant,    der   die  frantzösisch    sprach    not  verstuond,  gaach, 

daz  sy  RuolJand  uniml'tiiigen  hat,   do  nam  tnn  wunder,  wer  sy 

sin  möchten d,  und   sprach  zuo  Ruolland :    »Ich    bit  üch ,  her,  b 

daz  ir  mir  sagen,  wer  dyß  rytter  sigen ,  deniien  ir  so  grosse 

früntschafft  ertzeigt  band.«     Ruolland  nampt  im  die  ;  des  er 

vast  fro  ward ,  und  thet  innen  groa  reverentü  an.     Rengnold 

sprach  zuo  Riiolland:   s> Lieber  vetter,  ich  rätt  dir,  leerest  nüt 

wider  zuo  Matfredon,  sunders  du  bülffe.st   uns  den  schädigen ;  lo 

wann    er  hat  unnrecht.«     »Du  sagst  war,«    sprach   Ruolland; 

»wie  weud  wir  thuon,  da-s  uns  Doon  werd  nß  der  gfäncknus ? 

Wann  Maffredon  hat  im  tröwt,  er  well  iun  häucken  lassen. c 

»Land  mich  machen!«   sprach  Morgant,   »wann  Doon  muoß  vor 

nacht  gsuiid   in   djsser  stat  sin ,   oder  luiu    hallen    feile    mir  ic> 

dann.«     »So    thuo    im   also!«    seyt   Ruolland,  »es   wer   guot, 

mochtest  es  thuon,  ich  wett  dir  dancksagen.«     Morgant  fuor 

utf  die  sträs.     Und  als  er  in  die  zell  kam,  fand  er,  daz  E>oon 

vor  Maffredron  stnond,  der  gebot  sinem  volck,  daz  sy  in  hanckten 

an  einen  boum.     Do  Morgant  in  gruotzt,  do  fragt  er  in,  waz  so 

er  mit  sinem  gfangnen  thuon  wett.      MaftVedon  sprach,  er  wett 

inn  hitncken  lassen.     »Nein,«  sprach  Morgant,  »wann  Brunor 

liat  mich  bar  gschickt  üch  zuo  sagen,  daz  ir  im  den  schicken; 

Wann  sy  machend  neyswas  guotten  vertrag   und  wend  dysseu 

jytter  rantzonnen.«     Maffredon  sprach:    »Ich    nem    nüt   allergo 

i&lt  schätz,  daz  ich  in  nüt  häucken  lye&  vor  nacht.«     Mor- 

pant  sprach:    »Thuond  irß ,    so   wirt   es  üch  geruwen  ;    wann 

icli  verstän,  daz  üch  der  künig  Corador  sin  tochter  geben  sül 

tJ'wh  disseu  vertrag,    die   so   schön   ist,    und  läud  ir  dyssen 

*ytter  häncken,  so  möeht  nüt  daruti  werden.     Darunom  ist  es  so 

'Pger,  ir  entlediget  in. «     Maffredon  sprach :   »Du  weischt  wol, 

Ate  ich  by   niiuem    gofc  Machmet   geschworen  hab ,    er   miieti 

whänckt  werden;    darumm  ich  nüt  des    willens  bin  mich  ze- 

Terschweren.«     Do  Doon  dyß  reden  verstuond,  gedencken,  wie 

es  im  umm  sin  hertz  stiiend!  Er  ruofft  got  an,  das  er  im  be-  ^f> 

Jiulffen  wer.     Do  Morgant  erkant ,   das  Maifredon    nüt  ab  im 

tJjuoü  wot,  do  redt  er  nüt  ein  wart  raer,  sunders  kam  an  die 

stuii,  die  die  zell  enthielt,  und  gab  so  ein  hertten  streich  daruf^ 


daü  sy  7110  erden  fiel.  Demnacli  zerhöw  er  schnell  die  seil, 
die  wärend  sidyn,  und  luod  Doon  und  Maffredon  und  die 
zell  uff  sin  achßlen,  als  ob  es  nun  ein  par  kappunnen  werind» 
und  macht  sicli  uff  die  sträs  gegen   der  stat   eins   mecbtigen 

B  louffs.  Do  Maffredons  volck  gsächen,  das  Morgant  irn  küaig 
und  sin  zell  hinweg  truog,  do  luffen  sy  im  nach  -,  aber  es  was 
umm  suat,  watin  Morgant  gieng  innen  zevast.  Maffredon 
ruofft  sinem  volck  unira  hilf  an ;  Doon  beyß  und  kratzt  inn. 
Morgant  kam  mit   sin  er  burdy   wider  der  heideu  willen  nntr, 

10  an  ein  groß  wasser,  durch  daz  kam  er;  aber  es  was  Maffre- 
dons Tolck  keiner  so  frisch^  der  durch  das  gemelt  wasser  törst 
kommen.  Do  Morgant  durch  das  wasser  was ,  do  schrey  im 
Doon  und  sprach:  »Durch  got  entbind  mich!  Ich  mag  den 
ättem  nüt  haben.«     Morgant   leifc  sin  burdy   nider    und   ent- 

iB  band  sy,  Dnd  fand  ,  dfiÄ  sieh  Maffredon  nut  rott.  Do  ver- 
meint er,  er  were  tod,  und  warff  inn  au  boden  des  wassere. 
Aber  do  Maffredon  die  kelty  des  wassers  empfand,  do  kam  er 
wider  zuo  im  selbs  und  sprang  darnß  und  gieng  zuo  sinem 
volck  vast  trurig.     Und  Morgant  und  Doon  giengend  inn  die 

ao  stat.  Und  do  ey  itii  pallast  wärend  und  ay  Kuolland  gaacli 
kommen,  do  ward  er  vast  fro  und  lüff'  in  ummfacheu  unil 
fragt  inn,  wie  er  uß  Maffredons  hend  enttrunnen  were.  Doon 
ertzalt  im  uß  und  uß,  wie  inu  Morgaut  durch  sin  grosse 
akercke  hinweg  trt^en  het  und  wie  er  Maffredon   also  tod  in 

a&  daü  wasser  geworffen  het.  Des  Ruolland  vast  fro  ward  umi 
sprach:  »Wir  sond  uns  fröweu ,  wenn  die  heidischen  höDtl, 
fyend  des  kristenlichen  gloubeua,  schaivtlichen  enden.«  D«ni 
nach  als  Maffredon  wider  in  sin  her  kommen  was ,  do  kam 
Gauueüons  bot  zuo  im,  der  gab  im  ein  brief,   Koradors  glicli 

30  luttend.  Durch  den  erkant  er,  daz  Korador  in  siner  gselscbaft 
die  fier  mechtigesten  und  redtichesten  ritter  hat,  die  iu  all^J" 
Kristeuheit  wärend,  und  ein  wunderbarlicheii  starcken  ryssea; 
diirumni  er  inu  grosseu  sorgen  was,  er  mföclifc  nüt  so  lycht- 
lich  zno  end  sinea  kriegs  [bl.  35]  kommen,  als  er  het  mögeni 

SB  wenn  sy  nach  in  Franckrich  werind  gsin.  Er  gedacht,  sy 
wurdend  nrsächer  sin ,   daz   er    mit    siuer   liebe   nut  verferea 

♦ 
33  in  inn  ha. 


möcht,  als  er  im  sinn  hat,  und  was  schier  uß  aller  hoifnung. 
Do  er  gnnog  trachtet  hat ,  do  kam  er  inn  ein  sölliclie  fant- 
tasig,  daz  er  nut  wüst,  waz  er  thet.  Und  beruofft  die  obersten 
sines  voleks  inn  ratt  und  sprach  zuo  innen :  »Ir,  mine  hereo, 
ich  furcht,  wir  werden  nüt  iwo  end  dyfi  kriegs  kommen,  als  ß" 
ich  vermeint ;  wann  ich  bin  gewarnet,  das  Korador  in  siner 
gselschaft  hat  die  fier  mechtigesten  rytter  in  aller  Kristenheit 
und  ein  töfifel  ryssen ,  der  ist  so  starck ,  als  ir  wol  gsächen 
band.  Daruram,  sytdas  Korador  so  vil  manlichel' lütten  inn  siner 
gselschaft  hat,  so  sorg  ich  nufc,  daz  sj  uut  vil  angriff*™  gegen  'o 
uns  thuon  werden.  Darumm  bin  ich  der  meinung ,  daz  wir 
uns  inn  huot  haltind  und  tag  und  nacht  im  hämisch  sigen, 
und  vil  voicks  stefcz  ufi'  der  wacht  sigen.«  Do  die  herren  inn 
verstuonden ,  do  bettend  sy  gern  gwellen  in  iren  landen  sin, 
und  wurden  einß,  daz  sy  sieb  in  huot  halten  wetten.  Nun  is 
wend  wir  von  Morgant  sagen.  Der  sprach  zuo  Ruollarid,  do 
sy  zenacht  gessen  hatten:  »Syt  Maffredon  tod  ist,  so  wirt  sin 
Tolck  lychtlicb  zeüherwinden  sin.  Darumm  bin  ich  des  willens, 
daz  4ch  morn  früe  ,  so  bald  der  tag  bar  bricht ,  die  beiden 
I  angriffen  wyll»  und  wyll  iren  sovil  ummbringen,  daz  ir  unn-  20 
^Hvillig  werden  sin  sy  zuo  tzellen.«  RuoUand  sprach :  »Es  wirt 
^^■recht  werden.«  Morgant  gieng  nider.  Und  Ruoltand  .sprach 
^^rn)0  Korador  und  zuo  den  herreo:  »Ir,  mine  bereu,  der  ry£ 
^r  Morgant  ist  inn  wyllen ,  morn  ,  so  bald  der  tag  bar  bricht, 
U  Maffredons  volck  anzegriffen.  Darumm  bin  ich  der  meinuung,  26 
W  daz  wir  all  gewapnet  sigend  und  gerüst  uff  die  pfert  ziio 
^'  äitzen  ,  damit ,  ob  er  hilf  dörffe ,  daz  wir  all  gerüat  sigen  in 
Wntschatten.  So  hoffen  ich ,  wir  werden  sy  uü  dem  feld 
»chlacben.«  >0,«  sprach  Korador,  »buwen  ir  uff  des  ryssen 
rei?  Ir  wussen ,  daz  zura  nierern  mal  die  reden  ara  abend  so 
'ich  dennen  am  morgen  nüt  verglichen.«  RuoUand  sprach: 
»Ir  bekennen  Morgans  stercky  und  manheit  nüt;  wann  ir 
Verden  suchen,  daz  er  alwo  thuon  wirt,  wie  er  gsagt  hat.« 
In  dem  ward  es  zitt  zeschl äffen ,  und  daz  sich  yederman  zuo 
^ow  leyt  untz  zuo  tag.  s» 


70 


Wie  Maflfredon  sigloß  ward  und   uß  dem  feld  floch, 

und  wie  sich  Meridianna  touffen   ließ  von   Olyffiers 

wegen  und  darnach  schwanger  ward  von  im. 

Am  morgen,  so  bald  es  tag  ward,  stuond  Morgant  nf  nnd 

6  nam  sin  kallen  und  fuor  uj&  der  stat  und  gieng  in  der  heiden 
her.  Aber  er  fand  sy  nüt,  als  er  sy  vermeint  zuo  finden, 
wann  er  fand  sjr  im  harniscli  wachend.  Darumm  er  umm  daz 
leger  gieng  und  kam  an  ein  anders  ort,  da  die  zellen  wärend, 
in  deunen  die  guotten  pfert  wärend,  und  tzunt  die  an.    Und 

10  e  das  sin  ye  mantz  gwär  ward,  verbrunnen  der  mertteil.  Do 
die  heiden  des  grossen  Schadens  innen  wurden,  den  innen  Mo^ 
gant  zuo  gefüegt  hat,  do  kämend  sy  an  inn  und  stächen  und 
wurffen  uff  inn  inn  meinung  in  zetöden;  aber  sin  kräpß,  den 
er  im  kloster  genommen  hat,  was  also  guot,  das  im  das  alles 

i&  nüt  geschaden  mocht.  Er  schluog  uff  die  heidischen  hünd 
mit  sinem  kallen  mit  söUicher  stercky,  das  er  sy  nider  schlnog 
wie  die  süvfen.  Es  mocht  niemen  vor  im  bestän,  es  wa8*öcb 
keiner  so  frisch,  der  im  dörffte  genachen;  aber  wytneß  har 
wurffen  sy  ire  wer  gegen  im.    Er  schumpt  wie  ein  wild  schwin, 

to  und  wie  wol  er  allein  was ,  so  forcht  er  im  doch  nie.  Und 
wären  sovii  heiden  umm  in,  das  einer  den  andren  yrtt.  Raol* 
li\nd  der  was  uff  der  mur.  Do  er  Morgant  inn  so  grossen 
uötion  gsaoh,  do  forschet  er  sin  pfert  Galantin  and  sagt,  er 
wott  Morgant  entschütten,  er  wett  inn  nüt  mer  in  so  grossen 

«6  nötteu  iän.  Die  andren  heren  seytt«n  wie  er.  Und  wurden 
tili  gtfwapnet,  und  Meridianna  half  iren  [bL  36]  fründ  Olyjffief 
wapnen.  Tnd  sy  ward  öch  gewapnet,  wann  sy  wott  die  grossen 
mauhoit  der  bereu  uü  Frauckrich  glichen.  Kondor  lyeß  ali 
i^in  volck  rüsten.     Sy  ritten  all  a£  der  stat;   Ruolland  nnd 

w  Kongnold  rytt<ni  vor  dannen.  wann  sy  wärend  uff  vortteil  be- 
ritt^xn.  Tnd  do  Morg:uu  $y  gsach  konuuen,  do  gwann  er  so 
gixviv^u  tuuot.  das  er  $ieh  vil  stercker  entpfiind,  dann  er  des 
gantyon  t^^is  ye  gsin  w;»s.  und  greiff  sine  frend  mit  söllicber 
sten^ky  ao,  das  im  yederraan  wytt^  gab.     Bayari  kam  spring' 

■v<  ond  au  das  ond.  da  die  heiden  Morgant  angriffend.  Rengnold 
t)<^;\);  an  nnt  j>!Uliohor  stoxvkr  uff  die  heidea   schlachen,  daz 


sy  vor  im  fluchen  als  die  wächtlen  vor  dem  aperwelL     Do  in 
Morgant  gsacb,  sprach  er:   »0  maolicber  her,   nun  gsich  ich 
wolj  das  der  pris,  der  von  üwer  manheife  in  aller  weit  louift, 
war  ist.     Ich   verheiasen  üch,    das   ich  üch  hälffeu    wyll    mit 
alleu)  niinem  vermögen.*    Darnach  kämmen  Raolland,  Olyffier,  6 
Doon,  die  zerhacktend  die  heiden  nach  irem  gfallen.    Der  kunig 
Maffredon  kam  gegen  unserem  volck   und    wart  sich  wie  ein 
manlicher  rytter.     RuoUand  jagt  die    heiden    und    ertodt  die 
wie  tjiierer ;  Olliffier  und  Doon  ertzeigtend,   das   sy   manlich 
ritter  wären.     Unser  hereu  schuoffend    sovil ,    daa  Maffredons  u 
volck  anfieng  wichen ;  des  Maffredon  hekümert  ward  and  schrey 
sim  fenly  zuo.     Meridianna  verbrächt  grosse  mörderry  an  iren 
fy enden ,   wann    sy   sagt ,    sy    wctt   irs  bruoder  Leonnetz  tod 
rächen.     Als  Maffredon  sin  volck  wider  samlet,  do  ersach  er 
Oliföer,  der  verbrächt  grosse  Zerstörung  an  sinem  volck.     Er  i6 
nam  ein    starck  aper   und   kam   gegen  Olyffier ,    und  Olyffier 
gegen  im,  mit  söllicher  stercke,  das  Olliffier  Maffredons  kräpß 
durchstach  und  schurpft  im  ein  wenig  das  fleisch ,  aber  Maff- 
redons stich  was  so  starck,  daz  Olliffier  uß  dem  sattel  fallen 
miiost.     Des  er  so  gar  bekümmert  ward,  das  er  gern  tod  het  so 
wellen  sin,   darumm,   das    in    die  junckfrow  Meridianna   hat 
gsächen  fallen.     Und  sprach  zuo  im  selba:  »Bin  ich  nüt  un- 
glückhaö'tig,  das  ich  also  gfallen  bin  in  gegenwirttigkeit  miiier 
junckfrowenV  Ich  weiß  wol ,   das    ich    ir    liebe  verlüren  wird 
und  all  min  eer.«     Do  Meridianna  gsach  Olliffier    fallen,   do  a& 
lachet  sy  ein  wenig  und    fieng  im    sin    pfert    und    bracht  im 
daa  und  sprach  zuo  im:  »Her  Olliffier,  send,  sitzen  wider  uf! 
Wann   das  sind  die  kriegsloüff,  eine.st  glückhafftig,  änderst  nn- 
glückhafftig'  zesJn.«     Olliffier  sprach  gantz  schammhaü'tig  zuo 
ir :  »Glück  ist  mir  uff'  dis  mal  wol  widrig  gsin,  wann  syt  ich  30 
zeritter  gschlagen  bin,  bin  ich  uunn  kein  stich  über  raiu  pferfc 
abgfallen.     Es   wirt   mir    für    ein    grosse  sehmäch   geachtet.« 
Die  junckfrow  sprach  :  s Fallen  ist  uüt  ein  scband,  aber  fluchen 
vor  sinem  vyend  ist  ein  schand  uß  forcbt  der  schlegeu.«     »0,« 
sprach  Olliffier,  »ich  hab  nüt  wyüeu  zeflüchen,  wann  ich  wefct  as 
ee  sterben.«      Morgant,    der    wol   gsächen    hat,    wie   Olliffier 
gfallen  was,  sprach,  ei-  wett  in  rächen,  und   wott  an  Maffre- 
don sin.     Do  schrey  im  die    junckfrow:    »Morgant,    ich  ver- 


72 


butten  dir,  daz  du  in  nut  anrilerest,  wann  der  strit  ist  min. 
Ich  will  des  margräf  Olliffiers  scliniäch  rächen.«  Morgan!; 
seyt,  er  wett  inn  räclien.  Die  junckfrow  sprach  zuo  im: 
»Gustu  nüt  dannen,  und  weresfc  du  der  gräf  Ruolland,  so  will 

B  ich  dich  uiit  dissem  schwert  schlachen;  dann  der  strit  ist 
min.  Ich  sol  mich  billich  an  dyaaeui  künig  rächen,  der  ist 
in  min  land  kommen  mich  und  min  volck  zeachedigen,«  Do 
Morgaiit  die  magt  verstuond,  Hefa  er  sy  machen.  Und  er  er- 
sach  ein    grosser  hufien    heiden ,    die   hatten    Üoon   ab  sinem 

10  pfert  gschlagen  und  wotteo  inn  töden ;  aber  er  wartt  sich 
wie  ein  guotter  rytter.  Do  in  Morgant  gsach  in  so  grossen 
nötten  und  sich  so  nianlich  wart ,  do  buob  er  sin  kallen  nß 
und  schluog  uff  die  heiden ,  also  daz  er  den  platz,  ruinpt  uaii 
satzt  Doon  wider  uff  sin  pfert.     Und    do   er  wider  uff  sineiD 

ifi  pfert  was ,  ^o  schluog  er  uff  die  heiden  mit  söllicher  krafl^, 
das  der  wol  frisch  was,  der  sin  heytten  torfffc,  und  sprach  mit 
Intter  stim :  >Uff  den  hüttigen  tag  will  ich  na  ich  an  dem  falt- 
sehen  künig  Maffredon  rächen,  der  mich  wott  erhänekt  bfthfn. 
Es  miioß  im  thür  werden.«     Der    gräf  rHliffier  reyt  im  strit 

20  ummhar  mit  bluottigem  schwert,  der  was  so  zornig ,  das  er 
abgfelt  worden  was  vor  siner  junckfrowen,  daz  er  uff  die  hei- 
den schluog,  als  wer  er  unnsinig.  Sin  zorn  was  niengeß  hei- 
den tod  ursach  des  selbigen  tags.  Und  als  er  im  strit  umm- 
har reit,  do  fand  er  Maffredon  und  Meridianna  mit  ein  andren 

25  stritten.  Und  hatten  [bl.  37]  lang  gestritten,  und  kond  niem- 
man  urtteillen,  wer  den  vortteil  het.  Und  Olliffier  apruct 
zuo  Meridianna:  »Jungckfrow,  stellend  fleh  hinderaich  uo^ 
band  nüt  sovil  raüe!  Wann  ich  will  die  schand  rächen,  di* 
mir  dysser  heid  zuo  gfüegt  bat.     Wann  ich  wett  ee  sterbe»» 

so  dann    das   ich  mich   nüt  räche.«     Die  junckfrow    sprach  z«** 
Olliffier:    »Land  mir  min  strit!  Wann  ich  hab  besser  ursftC^ 
mich  zerächen  dann  ir,   wann   er    hat   mir  nüt  nun  ein  0V>*" 
zuo  gefüegt,  sunders  mer  dann  tussend.     Darum ra  bin  ich  ii* 
wyllen  zesterben ,    oder  ich  will  inn  ertöden  als  den ,    der    * 

35  wol  gegen  mir  und  den  minnen  verdiennet  hat.«  Do  Ma* 
redon  verstuond,  daz,  sy  umm  sinen  tod  stritten,  do  sprach  * 
zuo  Olliffier:  »Ich  bitten  üch,  edler  ritter,  das  ir  uns  läss^ 
unsern  strit  vollenden,  das  man  gsäch,  wenim  daz  glück  gel>  * 


■vrerd.     Ist  mir  die  glück  widrig,  so  niuoß  iclis  lydeii;   wunn 

ich  suocbt  das,  ao  ein  wärer  liebhaber  soll  suociien ;  ich  suoeht 

miltigkeit  und  ich  hab   truren  funden ,   ich    suoeht    lust  und 

fröud  und  hab  schmertzen  und  lyden  fuuden,  ich  suoeht  ruow 

nnd  ich  hab  möe  und    arbeyt  funden ,    ich   suoeht   daz  leben   b 

und  ich  hab  den  tod  fnnden.     Und  diewyl  ich  erkenn,  daz  ir 

bede  niinen  tod  begeren  und  ich  dem  kumlich  enttrunnen  mag, 

so  will  ich  vil  lieber  von  deren  band  sterben,  von  deren  ich 

sovil  lidens  hab ,   dann   von   einer  andren  hand.     Ich  erkenn, 

daz  ich  niemer  mer   inn  min  küngkrich   kommen    wird.     Ich  lo 

weifi,  das  mich  die  gros  liebe,    so  ich  zuo  ir   hab,    torechtig 

gfüert  hat.     Ich  weiiä  wol,  wenn  ich  dem  tod  enttrünn,  das 

ich  niemer  mer  fröud  haben    wird,    dann    allein    schmertzen; 

wann  es  ist   mir    nüt  müglich ,   daz   ich    irer   liebe   vergesse. 

Und  glonb,  ich  werde  aj  nach  lieb  haben,  wenn  ich  tod  sig,  i» 

Man  wirt  von  mir  sagen  mögen,    daz    nie   keim  liebhaber  so 

übel  gelonnet  ward  als  mir,  das  ich  den  tod  liden  muoß  da- 

rumm,   daz   ich    erlich    lieb   gehept  hab.     Aber  ea  wirt  mir 

lichter  zeüberwinden  sin,  wenn  ich  inn  von  deren  henden  ein- 

pfach,  by  deren  ich  vermeint  gnad  zefinden.c     Do   Meridiaua  ao 

Maffredon  hört  so  erbermklichen  reden ,   do   ertzeigt  ay ,    daz 

sy   ein   frow    was ;    wann   ay  verkart    yllentz   ir  gemiiet  und 

sprach:  »Möcht  ich  inu  zetussend  mallen  töden,  so  uitießt  er 

dennecht    nüt  sterben ;    wann  ich  wer   wol  grussamm ,    wenn 

ich  sinen  tod  begertte,  die  wyl   er  so  grosse  müe  und  arbeyt  a* 

gehept  hat  und  sovil  volck  versauilet  von  wegen  der  grossen 

liebe,  80  er  zuo   mir    hat.     Ich  were    wol  undanckbar,   wenn 

ichs  nüt  erkantte.     Ka  ist  nüt  der  fröwlinnen  natur,  grussamm 

gegen  dennen  zeain ,    die  sy  lieb  haben  ,  und  were  wider  alle 

natur  und  guofct  sitten,  böß  umm  gnotz  zegeben.    Daruram  ver-  »a 

heisseu  ich  üeh,  Maffredon,  das  iich  von  mir  nach  durch  min 

verwilgung  nüt  anderß  bescliechen  sol;    aber   ich   rätten  tich, 

da?,  ir  wider  in  iiwer  laud  faren  mit  üwerem  volck,   so  nach 

n  laben.     So  wend  Otliffier  und  ich  unser  volck  halten,  daz 

'y  Üeh    nach    üwerem    volck  nüt    mer   thuon    müCvSsen.«     Do  ss 

Maffredon  hört  Meridiana  reden,  do  sagt  er  zuo  ir:   »Syt  glück 

'üt  verhängen  wyll,  da-s  ich  in  miner  liebe  far,  so  muos  ich 

gtdult  haben;  aber  ich  weiß  wol,    syt  ich  wider  in  miu  laud 


I  M 


74 

mnoß,  daz  min  laben  nüt  lang  wären  wirt.  Darumm 
ich  lieber  hie  sterben  wett,  dann  in  [üinem  laiid.  Wann  ich 
hab  inn  lioffiiuug  biß  har  gelept,  aber  syt  mir  die  entgän 
wirtt,  so  ista  nüt  muglicb,  daz  ich  mer  fröud  und  wnon  haben 
6  mög.  Darumm  mir  der  tod  vyl  lieber  wer  dann  das  laben.» 
Meridianna  gab  im  ein  guldioen  ring  ab  ireui  fiuger,  in  dem 
was  ein  vast  köstlicher  themaut,  und  sprach  zno  im:  »Künig 
iMaffredon,  ich  gib  üch  disae  kleinot,  damit  man  uüt  sage, 
das  ir  all  üwer  arbeyt  verloren  haben,    und   bit  üch,    daz  ir 

10  inn  wol  behaltind  von  wegen  der  liebe,  so  ir  alwegen  gegen 
mir  ertzöugt  hand  zehaben.  Und  bit  üch,  daz  ir  üch  des  be- 
niiegen  und  ,  so  bald  ir  mögen ,  hinweg  faren  zuo  heil  üch 
und  iiwerera  volck.«  Der  künig  MaöreJou  nam  daz  riugly, 
so  sy  im  bot,  und  do  er  verstuond,  daz  ay  im  urlob  gab,  do 

16  ward  im  das  hertz  so  verstopfft,   das   er    not  ein  eiugs  worl 

reden  mocht.     Und  über  ein  wyl  sagt  er:  »Wenn  es  uüt  he- 

Bcheche  zuo  heil    minem  [volck],   so  möcht  ich  die  land  kum 

verlÜD,  aber  damit  und  ich  min  volck  behalte,  will  ich  micl: 

.hinweg  machen.     Und  wyll  von   üwertwegen   di§  kleinot  be- 

^9  halten,  die  wirt  zum  dickern  mal  ein  ursach  sin,  mine  schraer- 
tzen  zernüwern.  Ich  bit  üch,  daz  ir  an  mich  gedencken  und 
mich  in  üwer  gedechtnuß  haben  der  grossen  müe,  costen  uad 
grossen  verlurst  an  lütten  halb,  so  ich  von  üwertwegen  em- 
pfangen.    Wytter  bitt  ich  üch,  hab  ich  üch  und  üwerm  vafcter 

M  etwaz  zeleid  tbän,  das  die  schuld  [bl.  38]  not  min  sig,  sundera 
der  liebe,  die  hat  mich  darzuo  brächt.c  Und  do  er  siu  klag 
verbrächt  hat,  bot  er  der  junckfrow  die  hand  mit  süafftzen 
und  schied  hinweg.  Und  bat  Olliffier,  daz  er  im  vergebe, 
daz  er  inn  ab  sinem   pfert  gstochen   hat.     Das   thet  Olliffier, 

so  der  was  fro,  daz  er  iun  gsach  hinweg  faren.  Do  Maifredon 
von  Olliffier  und  von  Meridianna  gscheiden  was,  do  kam  Ollif- 
fier zuo  RuoUand  und  Rengnolden  und  ertzalt  inneu,  wie  der 
frid  gemacht  wer ;  des  sy  vast  fro  wärend.  Morgaut  was  im 
strit,  der  todt  die  beiden  on  erbermd;  wann  ayt  er  ein  Krist 

35  worden  was ,  wot  er  den  beiden  übel.  Und  Ruollaud  sprach 
zuo  im:  »Morgant,  laß  vom  stritten!  Wann  der  frid  ist  ge- 
macht zwüschen  Korador  und  Malfredou.c  Demnach  sainlet 
iüaii'redori  siu  volck  und  fuor  in  sin  land.     Und  beklagt  sich 


uff  der  fart  und  begert  den  tod  und  sprach :  »Ach,  daz  ich  uüfc 
im  strit  ummkommen  bin  I  Ich  wer  wot  glückhafftig  gsin ; 
wann  ich  wird  kein  fröud  niemer  mer  haben.  Ach,  Meridi- 
anna,  do  ich  in  dys  land  kam ,  vermeint  ich  nüt  wider  hin- 
weg zefareu  an  dich;  aber  daz  glück  ist  mir  so  wydrig  gsin,  fi 
das  ich  dich  da  hinden  laß.  Nun  mag  ich  sagen,  daz  ich  der 
aller  unglückhafFtigest  künig  ufi"  ertrick  biu.«  Sin  volck  fuor 
och  und  klagtend  sich,  einer  uram  sin  vatter,  der  ander  umra 
sin  aün,  der  drit  umm  sin  bruoder,  der  fierfc  umm  aine  friind 
und  vettern.  Und  Maffredon  kam  also  klagend  in  sin  land  »o 
mit  aineni  volck  voll  trüebsal  und  schmertzen.  Do  Maffredon 
hinweg  was,  do  fuoren  Korador  und  die  heren  und  Meridianna 
und  all  ir  volck  wider  in  die  stat  mit  grosser  putt  und  fröu- 
den  darumm,  das  ey  gesiget  hatten.  Daz  nachtessen  was  vast 
wunsamm,  wann  der  kunig  Korador  fleiiä  sich  mit  allem  ainem  i* 
vermögen  den  heren  uß  Franckrich  eer  an  zethuon.  Wann  er 
was  von  innen  erlölät  worden  von  sinen  fyenden ,  die  inn  so 
lange  zit  belegret  und  in  underthenigkcit  gehept  hatten,  und 
erkant  wol ,  das  im  unmüglich  gsin  were  an  sy  den  künig 
Maffredon  zeüberwinden ;  wann  umm  ein  man,  den  er  hat,  hat  ^o 
Maffredon  fier.  Und  damit  und  er  nüt  undanckbar  geachtet 
wurd,  fleyfi  er  sich  den  heren  uß  Franckrich  alle  eer  und  frünt- 
ecbafft  zentbietten,  so  im  müglich  wären.  Die  beliben  lange 
zit  by  im  und  stächend  und  tburniertten.  Und  Ollyffler  ver- 
brächt vil  raanheit  siner  junekfrowen  zelieb.  Oüiffier  gedächt  a« 
nüt  mer  an  Forissenua,  die  von  sinet wegen  zetod  gfallen  was. 
Es  begab  sich  eines  taglä,  daz  sich  Meridianna  und  OUiffier 
allein  iun  einer  kamer  fanden.  Do  sprach  die  junckiVow  zuo 
OUiffier:  »Edler  ritter,  ich  verwundern  mich  ab  neb,  das  ir 
mir  so  grosse  zeichen  der  liebe  ertzeigen,  nüt  dester  minder  so 
band  ir  mir  sinn  nach  nie  dächt.  Ich  weiß  nüt,  ob  ir  den 
faltschen  versag  entsifczen ;  aber  ich  tliuou  üch  zuo  wüssen,  daz 
ich  üch  so  lieb  hab,  das  kein  ding  nüt  ist,  wenn  ir  das  von 
mir  begertten,  das  ich  üch  daz  nüt  gebe.«  Do  OUiffier  die 
junckfrow  veratuond,  do  sprach  er:  »Min  junckfrow,  wüssen,  ss 
ich  üch  so  hold  bin,  als  nie  kein  man  keiner  froweu  nach 

21  imdackbar  ha. 


junckfrowen  ward!  Aber  ir  wussen,  das  wir  zweyer  glouben 
sind,  wann  ir  sind  ein  heidin ,  und  icb  bin  ein  Krist;  ir 
bätten  an  ein  hnffen  faltacher  götten.  Darumra  ist  es  nük 
müglich  ,  das  wir  in  der  liebe  gegen  ein  andren  faren  mögen; 
6  dann  wurd  man  sinn  innen  ,  das  ein  Krist  mit  einer  heidin 
zeachnffen  het,  so  wurd  man  in  verbränneu  wie  ein  kätzer. 
Aber  wend  ir  den  beidischen  gtonben  verlän,  der  nun  faltsch 
und  vollen  trug  ist,  und  wend  der  Ivristen  glouben  anerameD, 
der  ifit  heillig  und   gerecht ,    so   verheissen    ich  üch ,   das  icli 

10  üwer  getrüwer  rytter  und  fründ  sin  will,  so  lang  und  ich  in 
laben  bin,  geb  wo  ich  sig.«  Do  Meridianna  yerstucnd  das, 
so  ir  Olliffier  sagt  vom  glouben,  do  sprach  sy  zuo  im:  »Ollif- 
fier,  wQüte  ich,  das  der  Krysten  glouben  beaaer  were  und  ge- 
rechter den  der  beiden  und  Jheau  Krist  bessern  got  were  den 

16  Machmet  nach  AppoUony,  so  wer  ich  willig  iiwern  glonbcö 
an  zeneromen  und  den  unsern  zeverlässen.«  Ollifßer  ward 
vast  fro,  do  er  Meridianna  verstuoud,  undfieng  iren  den  krisbeo- 
lichen  glouben  an  ertzellen.  Und  gab  iren  zeverstän,  wie  ein 
got  were  in  dryen  personnen,  der  het  himel  und  ertrich  ge- 

2»  schaffen,  und  die  ander  persou  het  die  mentscheit  an  sich  ge- 
nommen, uß  einer  junckfrowen  geboren  ;  demnach  het  er  durch 
sin  grosse  barmhertzigkeit  tod  und  rnartfcer  am  krütz  gely tten, 
daz  mentschlich  gesclilecht  zerlössen  uß  der  dienstbarkeit  des 
tüffels,  in  deren  die  mentschlich  natur  nier  dann  fünft"  tussend 

ä&jär  gsin  was.  Olliffier  schuoffsovil,  das  diy  magt  willig  ward 
sich  lassen  tonffen.  Und  Oliffier  toufft  ay  selbs ;  aber  das 
gticbach  so  heimlich,  daz  es  nietnnmn  wüst  [bl.  39]  dann  sj 
bede.  Demnach  als  sy  getoufft  was,  fuortten  sy  ir  liebe  also, 
das  die  tochter  inn  kurtzer  zyt  eines  schöouen  suns  schwanger 

30  ward ,  der  demnach ,  als  die  kronicken  sagen ,  vast  manlich 
ward.  OUyffier  und  Meridianna  kouden  ir  sachen  nüt  ver- 
bringen, das  sy  Renguold  nüt  innen  wurd.  Und  darumra,  daz 
er  nüt  wüst,  das  Meridianna  toufft  was,  sagt  er  zuo  Olliffier 
eines  tags,    als  er  sy  bede  gsach  u&  einer  kammer  kommen; 

36  »Min  Vetter,  icli  gloub,  das  da  die  sinn  verloren  habest,  oder 
das  du  got  nüt  fürchtest.  Denkst  nüt  an  die  gros  sünd  und 
übel,  so  du  begast,  daz  du  dich  zuo  dysaer  tochter  gsellest, 
die  ein  heidin  ist  ?  und  du  weist  wol ,    das  es  als  ein  grosse 


sünd  ist  mit  einer  heidinnen  zeschaü'eii  han ,  als  mit  einem 
thier.«  »Mio  vetter ,«  sprach  Olliffier,  xlenck  nüt,  das  ich 
80  narrachtig  sig!  Wann  ich  sagen  dir,  das  sy  ein  guotte 
Kristill  ist,  und  ich  hab  sy  sclbs  toufflk.«  Do  Kengnold  ver- 
nain^  das  ay  eiu  Krjstin  was  worden,  do  ward  er  vast  fro  und  ß 
sagt,  sy  sötten  es  heimlich  han  70ti  ira  vatters  wegen.  Eines 
tags  sprach  der  künig  Korador  zuo  den  heren  uß  Franckricli  ; 
»Ire,  mine  heren,  waz  wend  ir,  das  ich  mit  Ganuellons  bot 
tb liege,  der  die  verretterschen  brief  brächt  hat,  der  iun  miner 
gfdncknus  ist  V«  Ruolland  sprach:  »Er  ist  ein  verretter ;  wann  lo 
all  die,  so  verretterj  verwilgen  und  triben  ,  sollen  sterben, 
daruram  bin  ich  der  meinuug,  das  er  an  ein  boum  erbänckt 
werd,  damit  und  er  kein  verrettery  mer  tribe. «  Sy  wärend 
all  siner  meinung.  Also  ward  er  erhänckt;  damit  ward  im 
sin  Ion,  Nun  wend  wir  ein  wenig  uff  hören  von  den  fürsten  «b 
ufi  Franckrich  sagen  (die  ruowtend  und  machten  guot  gschir 
by  dem  künig  Korador ,  der  fleyfi  sich  mit  allem  sinem  ver- 
mögen sy  zuo  eeren ,  wann  er  wüßt  wot ,  das  er  an  sy  nfit 
het  mögen  gesigen)  und  weud  von  der  grossen  verettery  sugon, 
so  Ganuellon  gegen  den  fier  sün  Ämon  begieng;  Allard,  Gu-  so 
schart,  Itichart  und  Rengnold. 

Wie  Gaunellon  dem  heydischeu  kunig  Hermin  eiibot, 
das  er  kemme  Munfcabant  belegren,  Keugiiold  wei' 
nut  an  lieimsch,  und  wie  der  gemelt  kunig  mit  einem 

grossen  züg  Muntabant  belegret.  ,,■ 

Die  hystoria  sagt  uns,  do  Gannellon  vernani ,  das  Kora- 
dor und  die  frantzössischen  heren  sin  bot  erhänekt  hatten,  do 
sagt  er,  er  wett  sieh  rächen,  und  erdächt  ein  vast  grosse  ver- 
rettery. Er  wüßt,  das  ein  mechtiger  heidischer  künig  ,  Her^ 
min  genempt,  dem  gräf  Eengnold  von  Muntabant  größlichen  30 
f'yend  was  uß  nrsach,  das  Rengnold  ein  andren  künig  ertödt 
hat,  genempt  Mambrin,  der  hat  des  künig  Hermins  achwester 
zno  der  ee  gehept.  Der  hat  sich  al wegen  geapart  an  Reng- 
üolden  zerächen  darumm,   das  er  die  kumlich  zyt  nut  ersach 

* 
7  künig]  k  hs. 


78 

nß  ursach,  das  die  Frantzossen  so  mechtig  wärend.  Also 
schickt  Gannellon  ein  hotten  zuo  dem  künig  Hermin,  hy  dem 
enhot  er  im :  wett  er  sich  niemmer  mer  an  Rengnold  rächen, 
das  er  es  jetzmäl  baß  thuon  möcht  dann  niemer  mer,  wann 

5  Rengnold  wer  nut  in  Franckrich.  Darumm,  wenn  er  gen 
Muntabant  kemme,  wurd  erß  lychtlichen  inemmen,  wann  es 
werind  wenig  kriegslüt  darinn  und  wenig  spyß.  Und  darzao, 
das  er  den  keysser  Karly  nüt  entsäß,  wann  Rengnold  wer  in 
siner  ungnad  ab  sinem    häf  gescheiden  ,   darumm   er  vast  fro 

10  sin  wurd,  das  er  an  im  gerochen  wurd,  »und  wirt  dir  guote 
darumm  verjächen.«     Diß  alles  schreib  Gannellon  inn  ein  brief, 
den  siglet  er  mit  sinem  sigel  und   gab   den   dem    betten  und  . 
befalch  im,   daz  er   grossen  flyß    an   kartte.     Der  bot  sumpt 
sich  niennert,    byß   das   er  zuo  [dem]  grossen  künig  Hennin 

15  kam,  dem  gab  er  sins  heren  brief.  Und  do  er  den  brief  ge- 
lassen hat,  do  zeigt  er  den  siner  Schwester  Klementza,  die 
was  des  künig  Mambrins  wib  gsin,  den  Rengnold  ertödt  hat. 
Die  sprach  zuo  irem  bruoder:  »Ir  werden  die  zyt  [bl.  40] 
niemmer   mer   also   rächt    haben    mines   eegmachels  tod  zuo 

20  rächen,  als  ir  yetz  band ;  wann  Rengnold,  Ruolland  nach  01- 
liffier,  die  allen  schirm  in  Franckrich  sind,  sind  nüt  im  land. 
Darumm  ir  Muntabant  dester  lychter  zerstören  mögen,  darzao 
das  künigkrich  Franckrych.  Beschicken  all  üwer  volck  und 
füerend  sy  in  Franckrich !  Wann  die  wyll  das  yssen  heiß  isti 

23  muoß  man  es  schlachen.     Ir  hören,  waz  iich  der  gräf  Gannellon 
enbüt.     Ich  sagen  üch  das,  wenn  ir  mines  eegmachels  tod  nüt 
rächen,    diewyl  ir  das  wol  mögen   thuon,  das  es  üch  für  ei* 
grosse  urineer  geachtet   wirt.     Ich    wyll    vil  volcks   uß  sind* 
küngrich  beschicken  und  ich  weyß,  das  sy  gern  kommen  we*" 

30  den  irs  heren  tod  rächen ,  der  innen  so  lieb  gsin  ist.«  D^' 
künig  Hermin  beruoft  volck  in  allem  sinem  land,  darumm  ^ 
inn  kurtzer  zit  wol  LX  tussend  versamlet  hat  under  sin  fenl^ 
in  dem  was  ein  silbrinnen  adler,  und  der  gemelt  adler  h.^ 
under  sim  linggen  flügel  ein  guldine   rossen.     Und  inn  sin^ 

35  gselschaft  was  ein  amirol,  der  was  sin  bruoder,  der  hieß  Sali:^ 
corny  uud  hat  allen  gwalt  über  sin  her.  Demnach  kamm^ 
siner  Schwester  Klementza  volck,  deren  wärend  wol  trys*^ 
tussend,  die  fuort  ein  rytter,  wyß  und  vernünfFtig,  und  hi^ 


Leonfant,  Dpr  fuort  in  sinem  fenly  ein  guldinen  löwen  uff 
einem  stäthlinen  föld.  Und  do  der  mechtig  künig  Hermin  ein 
so  grossen  züg  ersach ,  do  ward  er  vast  fro  und  ruofft  sinem 
bruoder  Salinkoriiy  und  sprach  zuo  im  :  »Min  bruoder  ,  wir 
wend  in  Franckricli  uud  haud  ein  grossen  züg  ;  darumm  ent-  » 
zitz  ich  mir  nüt,  das  wir  nüt  daz  gantz  Franckrich  erroberend, 
die  wyl  Rengnold,  Ruolland  und  Oiliffier  nüt  da  sind,  die  alle 
stercky  der  Frantzossen  sind.  Und  ich  vertrüw  mir  so  gar 
diner  luanheit,  daz  ich  mich  bekronnen  lassen  wyl  zao  kunig 
in  Franckrich,  und  will  dir  den  grösten  teyl  geben.«  Do  die  >«> 
küngin  KleraentsKi  gsach ,  das  die  räch  irs  mans  Ueschächen 
sot ,  do  ward  fiy  vast  fro  und  gab  Gannellons  bott  kostlich 
schänckinnen.  Und  «nder  andren  dingen  gab  «y  im  ein  türck- 
ischen  rock  eines  vast  frombden  gemacht?,. ■  Und  do  der  bott 
die  schänckinnen  empfangen  hat,  do  schied  er  hinweg  die  mere  i* 
gen  sinem  heren  sagen.  Do  nun  Gannellou  vernani,  daz  der 
kunig  Hermin  mit  hundert  tussend  beiden  kam,  do  ward  er 
vast  fro.  Und  enbot  durch  sin  grosse  faitscbeyt  Rengnolden 
dryen  brüedern,  das  er  gewüsse  bot?chafft  het,  das  Rengnold 
KuoUanden  fanden  hett,  und  sy  wurden  vast  bald  in  Franck-  20 
rieh  sin.  Er  thet  das,  damit  innen  die  dry  brüeder  nieunerab 
entzessen  und  sich  nut  in  huot  hielten.  Der  künig  Hermin 
und  sin  züg  kartten  so  grossen  flyfi  an,  das  sy  in  kurfezen 
tagen  inn  Hyschpannia  kämmen,  Do  der  künig  inn  Hyspannia, 
Marssillia  genempt,  vernam ,  daz  so  ein  grosser  züg  inn  sin  s» 
land  kommen  was,  do  forcht  er  im;  wann  er  wüst  nüt,  wer 
sy  wären  und  ob  sy  in  guottem  oder  in  bössem  kämmen.  Er 
schickt  ein  grosse  botschafft  zuo  künig  Herniin,  zuo  erkunnen, 
warum m  sy  inn  Hyspannia  kommen  wereu.  Der  künig  Her- 
min gab  Marsillia  botschaft  antwurt,  er  werc  nüt  der  meinung,  3* 
das  er  nach  sin  volck  dem  land  Hyspannia  etwaz  Schadens  zuo 
fliegen  wettend,  und  das  er  nüt  begertte  dann  des  durchzuga 
in  Franckrich,  dea  künig  Mambrins,  sin*  schwägers,  tod  ze- 
räcben,  den  Rengnold  von  Muntabant  ertödt  hat.  Do  der 
künig  Marssillia  vernam,  das  der  künig  Hermyn  nüt  inn  wyllen  ^'' 
was  sin  land  nach  lüt  xeschedigen,  do  ward  er  vast  fro.     Und 

* 
J5  acbäckinnen  hs. 


80 

schickt  kcysser  Karly  ein  botteo  ,  by  dem  er  im  enbotfc  ,  wie 
ein  grosser  züg  von  beiden  in  aiu  iand  konimea  werlad,  die 
wetken  in  Franckrich  sy  zerstören  ,  wenn  sy  sich  dem  köuig 
Heriuin  nüt  ergeben,  ein  ber  des  zügs.     Do  der  keysser  Karly 

4  dyß  niere  vernam,  do  erschrack  er  vaat  übel  uüd  beruofft  sin 
ratt,  tiHDilich  den  hertzog  Änses  von  Peyeru,  Gergis  von  Tanne- 
niarck,  den  ertzbiscliolf  Tärpin ,  Salloraon  von  Brettannia, 
ßichart  von  Normaudia  uud  vyl  ander  beren.  Und  do  sy 
versamlet  wären,  do  sprach  der  keis3er  zuo  innen :  »Ir  heren, 

i«  ich  bit  üch,  das  ir  mir  guotten  ratt  geben,  wann  ich  bedarff 
sinn  wol.  Wann  ich  bab  vernommen,  das  ein  mächtiger  bei- 
discher  kilnig,  Hermin  genempt,  wol  mit  hundert  tussend  hei* 
den  inn  tlispania  kommen  ist,  und  ist  in  willen  inn  Franck- 
rich zekommen  ,    sich  inn  Paris  2uo    künig  bekrönnen  lässcu. 

^''  So  Ruolland,  Renguold  und  der  edel  Oüyflier  hie  werind ,  so 
furcht  ich  die  beiden  nüt  so  vast,  alä  ich  thuou.  Nun  erkenn 
ich  wol,  dii9  ich  unrecht  thän  hab,  daz  ich  sy  uß  miuer  gsel- 
sehatft  verjagt  hab;  aber  man  spricht  gemeiulichen ,  das  der 
essel  nüt  weifät,  waz  sin  schwantz  sol,  biß  das  er  in  verloren 

2^«  hat.«  Do  die  heren  die  mere  veraäramen,  do  was  keiner,  der 
nüt  erschrecke.  Und  der  hertzog  Auses  [bL  41]  sprach  :  »Her 
keysser,  man  sol  ab  den  beiden  nüt  erschrecken,  wann  ir 
müssen,  das  sj  unnrecht  hand.  Darumm  hand  kein  sorg:  got 
wirt  uns   hälffen   sin    helgeu   glouben    uff  enthalten,     üud  ir 

28  wüssen,  syLt  ir  unser  künig  sind  gsin,  das  die  beiden  nie  Ober- 
hand über  die  Frantzosseu  gebept  band,  sunders  wir  band  ij 
allwegen  mit  der  hilf  gottes  überwunden.  Darumm,  ob  sclion 
Ruolland  ,  ReogQoid  und  Ülliffier  nüt  hie  sind ,  so  aol  inaD 
darumm  daz  hertz  nüt  verlieren,   sunders   länd   die  stett  nad 

:ia  Schlösser  besetzen  mit  lüt  und  spis,  darnach  länd  sy  kommeo! 
Wann  ich  hoff  mit  der  bilff  gottes,  wer  wellend  sy  in  kurtzed 
ulä  Franckrich  verjagen  mit  irem  verlurst  und  schaden.  Wann 
ich  hab  sinn  kein  sorg,  daz  got  nüt  also  mechtig  sig  uns  and 
sinen  glouben  zeschirmmen   als    ye.«     Do    Karly    des  hertzog 

SS  Anses  rätt  verstanden  bat,  do  ward  er  von  im  und  den  retteu 
für  guot  erkent.  Darumm  er  in  alle  Krystenheit  umm  volok 
schickt,  und  das  yederman  stet  und  Schlösser  versorgte  zniB 
basten,   so  sy  möchten.     Und  ließ   die  etat  Paris  mit  lütten 


81 


Tinä  spis  zno  rüsten  zuo  wer  gegen  sinen  fyenrlen.  Dem  nach 
als  der  künig  Hermin  ein  wenig  in  Hispannia  geruowet  hat, 
er  nnd  sin  volek,  do  brach  er  uff  gegen  Franckrich,  Und  do 
er  in  das  land  kam,  fieng  er  an  stet  und  Schlösser  verbrännen 
und  ließ  alle  die,  so  nüt  sinen  glouben  anemmen  wotten,  mit  s 
grosser  martter  ertÖden,  Etlich  nam  er  zuo  gfangen  an,  dennen 
ließ  er  vyl  lydens  an  thuon.  Und  do  er  an  mitten  in  Franck- 
rich was,  do  sprach  er  zuo  Lyonffant ,  das  er  trissig  tussend 
man  nemme  und  fücre  Munntabant  belegren,  und  so  bald  ers 
gewune  ,  daz  ers  verbrantte  und  weder  wib  nach  man,  Jungs  lo 
nach  altz  laben  Hesse.  Und  er  wett  rait  dem  übrigen  volck 
daz  läger  für  Paris  schlachea.  Lyonffant  was  willig  und  be- 
legret  Muntabant  zerings  uaim  und  umtu.  Und  do  der  künig 
Herrain  Paris  belegret  hat ,  do  schickt  er  keysser  Kariy  ein 
botten  ,  der  hieß  künig  Matafol;  der  was  stoltz  uud  mechtigit 
und  hat  wenig  uff  der  Frantzosseu  macht,  und  in  duocht,  er 
wett  allein  machen,  daz  sy  zyttren  müeßten.  Demnach  als 
er  von  Hermin  erweit  was  worden  die  botschafft  zethuon,  do 
schied  er  ufi  dem  iäger  und  kam  an  daz  thär,  daz  ward  im 
uff  thän  darumm,  daz  er  ein  bot  was.  Und  er  gieng  in  den  20 
grossen  sal ,  in  dem  er  den  keysser  fand  by  sinen  fürsten. 
Und  er  endet  sin  botschafft  also:  »Die  grossen  götter  Mach- 
luet,  Jupiter  ujid  Appollino  behüetten  und  bewaten  den  mech- 
tigen  kunig  Hermin  und  alle  die,  so  im  hold  sind  und  dien- 
nend,  und  zerstören  den  künig  von  Paris  und  alle  die,  so  in  ^•' 
sioer  gselschaft  sind!  Dennen  thuon  ich  zewüssen,  das  dir  der 
niechtig  künig  Hermin  by  mir  enbüt,  daz  du  den  glouben  ver- 
löngnest,  so  du  haltst,  und  du  und  din  volek  IMachmetz  glou- 
ben annemmen,  oder  er  wirt  sust  dich  und  all  din  land  zer- 
stören und  wirt  dine  fürsten  an  sinen  roßschwäntzen  züchen  ^^ 
und  schautlichen  tödeu  lassen.  Wann  er  ist  kommen  den  tod 
sines  bruoders,  des  raechtigen  künig  Mambrins,  zerächeu,  den 
du  töden  liessest  durch  den  verretter  Rengnold  von  Muntabant. 
Darnmm ,  wend  ir  dem  grussammen  tod  entwichen,  so  ratt 
ich  dir,  künig  in  Franckrich,  und  allen  heren  dines  haffs,  daz  36 
ir  all  kommen  und  gnad  von  minem  heren  begeren  in  blossen 
hemptern  und  füeasen,  ein  seil  am  hals,  und  es  mag  sich 
begen,    daz    er   über   öch   erbermd  haben  wirt.«     Do  keysser 

MoFguit  der  rEete  Q 


d2 

Karly  den  beid  hört  reden,  do  errottet  er  uß  zoru ,   und  duil 

er  nüt  ein    einig    wort   reden    moeht.     Da  was  Ästolfus,   der 

her  in  Engelland,  der  nooclit  Mattaffols  red  iiüt  geduitigklichen 

tragen  ,  wann  er  zuckt  sin  achwert  und  wott  den  heid  damit 

6  schlachen.  Aber  der  liertzog  Anses  erwuscht  inn  inu  sine 
arm  und  sprach  zuo  im:  »Das  wer  nüt  recht  ein  botten  ze- 
schedigen.  Land  in  sagen  ,  waz  er  wyl ;  wann  es  wärt  umm 
sin  red  weder  minder  nach  mer.c  Do  Mattaffol  ersach ,  daz 
inn  Astolf  von  Engelland  mit  sitiem  schwert  schlachen  wott, 

10  do  sagt  er  äuo  im:  *Ich  wejß  nüt,  wer  du  bist,  aber  h et  ich 
dich  an  enden,  da  niemmen  dann  du  und  ich  werind,  so  wett 
ich  dir  din  boffart  wol  geatillen,  die  so  gros  ist.«  Demnach 
sprach  er  zuo  dem  keysser,  er  sütt  im  antwurt  geben.  Ger- 
gis  TOn  Tannemarck  ylt  zereden  und  sagt  zuo  Mattaffol:  *Bot, 

»»  du  bist  ein  übermUettigen  fyltz,  das  du  so  schautlich  mit  dem 
keysser  redtst.  Ich  schweren  dir  by  niinem  got :  werestu  nüt 
ein  bot,  ich  wett  dir  den  grossen  kopff  ab  den  achßlen  ge- 
schlagen haben.  Darumm  mach  dich  schnell  «ß  disser  slat 
und  sag  dinejn  küuig ,    der   keysser   schetze  sin  got  nach  all 

20  sin  tröuwen  nüt  für  ein  füllen  [bl.  42]  öpffel!«  Also  macbt 
sieh  Mattaffol  uff  den  weg  und  kam  inn  Herrn mins  zell  nnd 
seyt  im  die  antwurt  siner  botschafft.  Und  clagt  sich  vast  ;ilj 
Karlys  ritter  einem;  doch  so  wett  er  sich  rächen,  ee  das  ö 
morndea  nacht  wurd.     Und  sprach  zuo  Hermin:   »Ich  bitöcli, 

25  daz  ir  mir  erloubend  mit  Karlys  rytter  zestritten,«  Der  kämg 
Hermin  sprach:  »Thuo  im,  wie  du  wylt!  Aber  ich  wey§  wo') 
das  da  sy  nüt  so  bald  überwinden  wirst,  als  du  gedencH 
Meinstu,  darumm,  so  Rengtiold,  Ruolland  und  Ollifier  nüt  in 
land  sigen,  daz  in  Karlys  gselschafft  nüt  nach  manlich  ryt^f 

30  sigen d  V  Es  sind  nach  an  sinera  häff  der  hertzog  Anses,  Gergi» 
von  Tannemarck,  der  bischof  Türpin,  Grudellon  von  Peyern, 
Astolff,  hertzog  in  Engelland,  Beringer,  Richart  von  Kor- 
niandia  und  ander  mer,  deren  pryfi  so  gros  ist,  und  die  un- 
serem glouben  sovil  Schadens  zuo  gefüegt  band.«     Do  Mattaffol 

86  d eil  künig  Hermin  verstuond,  do  sprach  er  zuo  im:  »Es  gil^ 
mir  glich  umm  ir  stercke  und  pryS ;  dennecht  wyll  ich  wissen, 
waz  lütten  sy  sigen,  ee  und  es  morn  nacht  werd.c  »Du  sol'' 
im  thuon ,    wie  du  wilt ;  aber   hüet  dich ,   daz   dir  nüt  übel« 


daruß  eDtsprinfre!«  Demnach  als  Mattofol  von  Paris  gescheiden 
was ,  do  schied  die  nechst  nacht  darQach  Astolff',  der  Engel- 
lander, ah  dem  haf  und   reyt  in  grosser  yl  gegen  Muntabanfc, 
Und  reyt  aovast,  das  er   zenechst  zuo  Leonffantz   leger    katn. 
Und  begegnet  etlichen  beiden,  die  fiengend  inn  und  fuortfcen  6 
in  zuo  Leonfant.     Der  vernara  ,    das   er   ab  Karlja  bäf  kam ; 
do  fragt  er  in,  waz  Karly  thette,  und  ob  er  vyl  kriegßvolck 
by  ioi  hett.     Astolff  sprach:   »Du  seit  wüssen,  das  der  mechtig 
keysser  Karly  in  siner  gselschaffc  hat  die  niechtigesten  rytter 
in  aller  weit,  und  er  furcht  weder  dich  nach  din  künig  nach  lo 
all   üwer  macht    nüt  umm  ein  halben  haller.     Wann  ir  band 
kein  recht,  daz  ir  inn  sind  kommen  angriffen  uff  sinem  ertrich.« 
Leonfant  sprach  zuo  im;   »Wiltu   sagen,   daz    wir   nüt  recht 
haben  des  mechtigen  künig  Mambrina  tod  zerächen,  den  Reng- 
nold  von  Muntabant  mit  vcrrefctery  ertödt  hat?  Darumm  muoß  u. 
sin  schloß  Muntahanfc  zerstört  werden.«      »0,«  sprach   Astolff, 
der  Engelländer,  »du  sagst  nüt  recht,  daz  du  retst,  Rengnold 
hab  in  mit  verrettery  ertödt ;  du  bist  vast  übel  bericht,  wann 
ich  will  dir  kunilich  machen ,    daz    er   in   ertödt    hat  als  ein 
frommer  rytter  inn  beschirmung  sins    läbena.«      »Wüßte  ich,  20 
das  es  war  wer,  wie  du  sagst,«  seyt  Leonfant,  »so  wett  ich 
nüt  alles  daz  thuon ,  so  ich  für  mich  genommen  hab.«     Also 
ertzalt  im    Astolff  Mambrins  tod ;    darumm    Leonfant  sprach : 
>Die  wyl  es  also  ist,  wie  du  sagst,   ao  ist  es  mich  geruwen, 
daz  ich    dyssen    grossen  züg  har  gfüert    hab.     Wett   min  got  25 
Appollony,   daz  ich  nach  in  Suria  wer!  Wann  kein  mentsch 
inüeßte  mer  von  minet  wegen  in  Franckrich  kommen.     Wann 
sytmäl  Rengnold  Mambrin  nüt  mit  verrettery  ertödt  hat,  sun- 
ders wie  sin  fyend,  so  muoß  dem  schloß  Muntabant  von  mir 
nüt  beschechen.     Wann    ich    gsach   Rengnold   einest  in  Hys-  30 
pania,  aber  er  duocht  mich  so  adellich  und  erlich,  das  ich  für 
war  gloub,  daz  er  kein  verrettery  triben  möcht.     Ich  hat  in 
wyllen  nienier  mer  in  dyß  land  zekoraraen,  aber  ein  gräf,  der 
inn  Karlys  gselscliafift  ist,  der  heißt  Gannellon,  der  hat  dem 
künig  Ilerrain    eubotten :    well   er  sich   an  Rengnold   rächen,  ss 
der  sin  Schwäger  ertödt  het,  daz  erß  yetzmäl  baß  thuon  möcht 
dann  niemmer  mer;   wann  Rengnold,  Ruolland  und  Ollyffier 
werind  nüt  in  Franckrich,    und   die   wyl    die  nüt  da  werind, 


I 


grossen  wyfierstand  hnaen.  und  aysse  nier 
sind  ursach ,  daz  wir  über  mer  kommen  sind.«  Do  Ästoli' 
Lyoniant  verstuond,  do  eraclirack  er  nod  s-agt:  *Djik  ist  cüt 
die  erst  verrettery ,    die   er    wyder  den  jj;räf  [lengnolden  und 

6  sin  gschlächt  verbrächt  hat.«  Leonfant  fra^t  inn,  wer  er  wer. 
Und  er  seyt  ea  im.  Darurani  im  Leoufant  groiä  eer  enbot; 
darzuo  gab  er  ira  urlob  gen  Munfcabant  zeritten  ,  und  gab 
im  sina  volcks  zno ,  die  inti  beleytfcind  untz  zuo  den  thären. 
Die  fand  er  beschlossen ,  aber  do  er  erkänt  ward  ,    thet   man 

10  im  schnell  uf.  Do  Rengnoldtz  dry  bruoder  Allard,  Guschart 
und  der  klein  Riehart  in  gsäehen,  do  wurden  ay  vast  fro.  & 
ertzalt  innen  alles  daz  ,  so  im  Leonfant  gsejt  hat ,  dardurcli 
By  vast  tröst  wurden.  Und  fräsrten  inn,  ob  er  nüt  von  irem 
bruoder   wüßte.     »Nein,«    sprach    Astolf.     Demnach    seyt  er 

16  innen,  wie  der  verretter  Gannellon  dem  küoig  Hermin  gschri- 
ben  het,  dar  durch  er  inn  Franekrich  kommen  were.  Des  sy 
ser  erschräcken.  Also  schickten  sy  Karly  ein  botten,  im  kun- 
thuon,  wie  Gannellon  durch  sin  grosse  faltacheit  und  verret- 
tery ursäeher  wer ,    daz    die    [bl.  4H]    heiden    inn  Franekrich 

20  kommen  wären.  Der  bot  kam  für  Karly.  und  als  er  für  in 
kam,  do  redt  Gannellon  mit  im  und  thet  der  glichen,  als  ob 
er  vast  leidig  wer  der  beiden  halb,  und  sprach:  »Her  keysser, 
ich  hab  grosse  sorg,  iMuntabant  mög  der  heydischen  macht 
nüt  wider  stän  und  werd  vast  bald  erroberet  und  zerstört,  dai 

25  nun  ein  grosser  schad  were  umm  Rengnoldeu  brileder  ,  wann 
sy  sind  vast  guot  ritter.  Wer  Rengnold,  Ruolland  und  Olli'* 
fier  in  land,  so  wcrind  die  beiden  nüt  so  vast  zentsitzen,  al' 
sy  sind.  Es  ist  war,  ich  hab  den  dry  bruoderu  gschriben,  ^^ 
bruoder  Rengnold  werd  vast  bald  heimkommen,  und  ich  hal' 

8»  sinn  gwüsse  botschaft.  Und  ich  hab  es  thän  ,  damit  und  sy 
muottig  eigen ;  wann  sy  meinnend,  er  sig  tod,  darvor  in  fC' 
bewar!  Wann  es  were  ein  grosser  schad,  wann  er  überfrift 
inn  manheit'  und  redligkeyt  alle  die,  so  ich  ye  gsach.«  Üi*i 
mit  dyssen  wortten  fiellen  im  die  trehen   ulä  den  ougen.    ^^ 

35  thet  er,  damit  und  er  sin  verrettery  dester  baß  vertMfce" 
möcht.     Als  nun  Karly  und  Gannellon  mit  ein  andren  le^^^ 

* 

30  meinnend]  vielleicht  »meintend«  zu  le  sen. 


85 

Muntabaut,  der  gab  dem  keysser 
Und  do  er  sy  uß  und  uß  besächen  hatt ,  do  besinfc  er  sich 
ein  wenig  und  gedächt:  »Wie  niöcbt  Gaouellon  ein  so  grosse 
verrettery  triben ,  daz  er  die  fyend  dea  helgeti  kriatealieben 
gloubens  in  Franckrich  hieß  kommen?«  Und  hielt  nut  uif  den  » 
brietfen;  wann  Ganuetlon  hat  in  also  zuo  gerüat  durch  sin 
schön  reden  und  tzäntzlery,  das  er  nÜt  anders  gloupt  den  siner 
red,  uud  duoeht  inn,  es  wer  daz  evangillio.  0  K-ftrly,  hettestu 
ÄstolfFen  brieft'en  glouljcD  geben ,  ao  bettest  du  die  grossen 
betriegnußen  und  veretteryen  erkeut,  so  inn  Gannellon  wären,  lo 
dar  durch  du  bettest  mögen  verkommen  den  tod  diner  rytteru, 
die  all  am  Rontzefal  unimkammeu  durch  LJanuellous  verrettery, 
als  harnach  zuo  end  dyeser  hystoria  gsagt  wirt.  Got  geh 
mir  die  gnad  dahin  zekomaien ! 

Wie  Mattafol   mit   den  nianlicheateu   ryttern   stach,  15 
so  an  keysser  Karlys    haf   wären  und  sy   überwand 
und  fuort  sy  gfangen  in  Herraius  zeig. 

Der  starck  künig  Mattafol  was  wol  zechen  schuocb  lang; 
der  was  gantz  zornig  über  den  hertzog  von  Engelland  darunim, 
daz  er  sin  schwert  über  in    uszogen   hat  vor  Karly,  dardurch  20 
er  sich  geschmecht    befand,     Darunim    er    sich    dea   nechsten 
morgens  wapnen  ließ  und   saß  ufl'  sin  pfert   und    reyt  allein 
für  Paris  und  hließ  ein  hörn.     Und  do  er  drü  mal  blässen  hat, 
do  schrey  er  mit  lutter  stim  :  »Wo  bistu ,  Aatolf ,  der  hocb- 
müettig,  der  mich  geatert  wott  ertödt  han  vor  sinem  künig  ?  25 
Kam    bar    an    vertzug!    Wann    ich    wyll    mich    der   schmach 
rächen,  so  du  mir  zuo  gtüegt  kast.t     Do  Karly  vernam,  daz 
Mattafol  vor  Paris  was  und  strifc  begert  wyder  ein  rytter,  do 
erschrack  er  übel.     Und  beruofft  aine  rätt,  zuo  denneu  sprach 
er:  »Mine  heren,  ir  aächen,  daz  dysser  ungemeaser  heid  sfcrit  3* 
begert  mit  einem  rytter.     Darumm    bit    ich    üch,  daz  ir  mir 
ratt  geben,   ob   ich  ein  ritter  dahin   schicken  soll  oder  uät.« 
Gergis   von   Tuuuemarck    redt   zum    ersten ,    der   sprach   zum 
keysser:  »Her,  niith  dunekt,  es  were  dem  kunigkrich  Franck- 
rich ein  grosse  schaiid  und  allen  üwern  ryttern,  wenn  dysser  at 
ueid  on  stryt  hin  weg  füer.     Darumm   ratt   ich  üch ,    daz  ir 


86 


elu  rytter  dahin  schicken,  üud  ich  selbs  wyll  rytten,  liept 
es  ücb  mir  urlob  zegebea.«  Die  hereii  sagten  all,  Gergis  het 
recht  geredt,  und  Anses  sprach,  wenn  Gergis  oüt  ritten  wett, 
er  wet  ritten.     Gergis  sprach,  wenn  ea  dem  kejsser  liepte,  er 

t>  wett  rytten  und  sust  nieiunvau  änderest.  Der  keysser  was 
willig,  das  Gergis  rytt.  Der  gieug  und  wapnet  sich  und  nam 
sin  guot  Schwert  Kurthän  und  ein  starck  sper  und  sstü  uff 
sin  pfert  und  reyt  uö  Paris.  Und  kam  an  daz  end,  da  Mattafol 
was,  und  sprach  zuo  im:    [bl.  44]   »0  heid ,    der  da  atrit  be- 

10  gert,  ich  thaon  dir  kuut,  daz  ich  inn  ryl  landen  der  Tärcky 
und  heidenschaft  bin  gsin  uud  hab  vyl  beiden  mit  dysseni 
Schwert  ertödt  und  bin  von  keinem  heid  nie  ab  minem  pfert 
gestochen  worden,  Darumm  sag  mir,  ob  du  lieber  mit  dem 
Schwert  stritten  wellest ,   oder  mit   dem  aper !«   Der  heid  sagt 

15  zno  im:  »Mit  dem  sper  wyl  ich  stritten  mit  söUichem  geding: 
magstu  mich  ab  miuera  pfert  stächen,  so  wjl  ich  din  gfaugner 
sin;  deßglichen,  mag  ich  dich  ab  stächen,  so  soltu  min  gfangner 
sin.«  Gergis  was  willig.  Also  kämmend  die  zwen  rylter 
gegen  ein  andren   mit  sÖllicher   stercky,   daz  Gergis  sin  sper 

ao  zerbrach  uff  des  heiden  schilt,  aber  der  heid  traf  Gergis  mit 
süUicher  stercky,  daz  er  hindersich  uß  dem  sattel  an  herd 
fallen  muoßt.  Do  in  Mattafol  am  herd  gsacb  liggeu,  do  fieug 
er  an  lachen  und  sprach  zuo  Gergis:  »Du  tarfst  dich  nut  mei 
berüemmen,  du  sigest  ab  keinem  pfert  nie  gefallen .     Du  sictist, 

2&  wie  dir  din  gofc  Jesus  gehniffen  hat.  Nun  gsichstu  woJ ,  das 
du  min  gfangner  bist.c  »Es  ist  war,*  sagt  Gergis  und  bot 
im  sin  seh  wert.  Und  der  heid  namfi  und  fuort  inn  inn  Her- 
mins  Zell  zeverhüetten.  Und  fragt  in,  wie  er  hieij.  Er  eagt: 
»Ich  heyß  Gergis  von  Thanoeraarck.«     Do  Mattafol  hört,  da^ 

30  er  Gergis  was,  do  verwundert  er  sicli,  daz  er  inn  so  bald  gfel* 
bat,  und  ward  sin  vyl  sfcöltzer  wann  vor.  Und  saß  damit 
wider  uflf  sin  pfert  und  reyt  für  Paris  wider  au  das  selbig 
end,  da  er  Gergis  ab  gestochen  hat,  uud  bließ  sin  hörn  uß«! 
schrey  mit   lutter   stim  :    »0   künig   zuo  Paris,  wuß ,  das  diu 

35  rytter  Gergis  von  mir  ab  sinem  pfert  gestochen  worden  i^äti 
und  ist  min  gfangner!  Danimm  schick  mir  ein  andren  rytter 
von  den  aller  sterckesteu  dines  häfs;  wann  ich  bin  in  wjHb'^ 
min  stercke  gegen  innen  zeversuochen.«     Do  Karly  den  beiden 


verBtuond,  do  erkant  er  wol,  daz  Gergis  toü  im  überwunden 
was  -,  des  er  ser  ersclirack.  Und  luogt  zeiit  dem  sal,  ob  sich 
nieman  har  für  thuon  wett  zestrittec.  Unä  beruofftsiiie  forsten 
und  sprach  zuo  innen:  >[r  heren,  ir  gsächen,  daz  dysser  beid 
Gergis  überwunden  hat  uüd  forschet  wytter  stryt  gegen  einem  & 
andren  rytter.«  Der  bertzog  Anses  sprach:  »Daz  wer  ein 
grosse  unner,  wenn  der  heid  on  strit  hinweg  flier,  Darumm 
will  ich  an  inn.«  Und  gieng  mit  dysaen  wortten  und  wapnet 
sich  und  saß  uff  sin  pfert  vind  reyt  an  daz  end  ,  da  Mattafol 
was,  und  sprach  zuo  im:  »Heid,  die  wyl  du  stryt  begert,  so  lo 
müoß  er  dir  von  mir  werden.  Dariimm  gedenek  dich  zuo- 
weren  an  wytter  gesprech!*  Do  der  heid  den  berfczog  Anses 
vers tuend,  do  kämmen  sy  gegen  ein  andren,  also  daz  der  hertzog 
Anses  siu  sper  zerbrach,  und  Mafctafol  gab  im  ein  so  herfcten 
atich ,  das  er  iii  ab  dem  pfert  stach,  Do  sich  der  hertzog  i6 
Anses  am  hord  gsacb,  do  sagt  er  zuo  im:  »Du  magst  dich 
wol  berüemmen,  das  du  all  ander  beiden  in  stercke  für  trifst, 
die  wyl  du  Gergis  und  mich  im  sfächen  gfelt  hast.  Ich  be- 
kenn mich  din  gfangoer  zesiu.«!  Und  bot  im  dumit  sia  seh  wert. 
Der  heid  nam  es  und  sprach  zuo  im:  »Mifäfalt  es  dir  nut,  su  so 
byt  ich  dich,  das  du  mir  din  nammen  sagest.«  »Ich  sag  dir, 
heyd,  das  ich  Anses  heyfi,  hertzog  in  Peyern.«  Also  fuort 
er  inn  zuo  Gergis.  Und  do  ay  ein  andren  gsächen,  do  fiellen 
innen  die  trehen  uis  den  ougen.  Anses  sprach:  >lch  besorg, 
wir  werden  nüt  lang  allein  siu.«  »Du  sagst  war,«  sprach  aa 
Gergis.  Do  der  beyd  den  hertzog  Anses  zuo  Gergis  geleyt 
hat,  do  katt  er  wyder  für  Paris  an  die  gewoulich  stat  und 
bließ  sin  hörn,  wie  er  gewonheyt  hat.  Und  do  inn  Karly 
bort,  do  ward  er  vyl  betrüepter  wann  vor ;  deßglichen  wären 
all  sine  fürsteu.  Aber  so  bald  der  edel  Beringer  von  Peyern  sn 
daz  hörn  liort,  ließ  er  sich  wapneu  und  sali  ufl'  siu  pfert  und 
nam  urlob  von  Karly  und  reyt  ulf  die  sträs.  Und  do  er  zuo 
Mattafol  kam,  sprach  er  zuo  im  an  grüetzen :  »Heid,  bistu  der 
pürsch  rytter,  der  gestert  so  uutzüchtigkljch  mit  dem  edlen 
keyaer  Ivarly  redt?  Erkautest  du,  wer  der  wer,  der  mit  dir  a& 
redt,  du  wurdest  vast  bald  gnad  begeren  ;  wann  du  solt  wüsseu, 
daz  ich  mengen  heid  mit  dyssem  schwerfc  ertödt  hab.  Also 
hof  ich  dir  öch  xetliuon.«     Do  Mattafol  Beriuger  bort  reden, 


88 


do  achtet  er  sinen  wenig,  dpßglichen  eines  tröwens ,  sunders 
sprach  zuo  im  :  »Du  bist  wo!  hocbmllettig,  daz  du  mich  ver- 
meinst vieerscbrecken  mit  dim  trowen.  Ich  schweren  dir,  das 
ich  dir  die  red  wol  gstellea  wyl,  ee  die  eun  undergang ;  wann 

f,  het  ich  fier  semlich  inn  minen  armen,  als  du  bist,  so  wett 
ich  dennecht  uut  vom  louffen  läii.«  [bl.  45]  Do  Beringer 
den  heiden  verstuond  reden ,  do  ward  er  zornig  und  sprach 
zornigklicheii :  »0  du  touber  nar,  ich  wyl  din  berüemmen  nüt 
mer  Hden.     Rüst  dich!   Wann    ich    hab  groß  begird  dir  min 

10  speryssen  zeversuochen  geben ,  ich  hab  daliig  me  gnuog  von 
dir  erlytten.«  Mattafol  sprach  ;  »Wer  bistu  ,  daz  du  dich  so 
manlicb  machst?  Bist  uut  etwanu  Keuguold,  Ruolland  oder 
Olliffier,  deren  pryß  ao  groe  alleuthalben  ist?  Bistu  mechtiger 
den  der  hertzog  Anaes  oder  dann  der  kön  rytter  Gergis,  die 

]5  ich  tiberwunden  hab  mit  miner  raanheyt  ?«  »Ich  wyll,  daz  de 
wüssest,«  sprach  Beringer,  »daz  ich  deren  keiner  bin,  sunders 
bin  Beringer  von  Peyern,  der  dich  vast  wenig  entsitzt.  Da- 
rumui  bit  ich  dich,  daz  du  dich  werest  an  wytter  gesprech, 
wann  ich  sag  dir  ab.«     Also  rytten  sy  hindersich,  und  glicli 

ao  also,  wie  er  Gergis  und  Anaes  thän  hat,  also  thet  er  och  Be- 
ringer. Und  do  er  sich  am  herd  gsacb,  ward  er  so  vast  zor- 
nig, daz  er  vermeint  toub  zewerden,  und  zog  sin  schwert  oß 
und  sagt,  er  wett  sich  rächen.  Der  haid  sprach  zuo  im :  »Du 
hast  unnrecht,  Beringer ,  wann  du  weist  wol ,    das  der  bruch 

26  also  ist:  wellicher  zum  ersten  falt,  des  andren  gfangner  er 
sin  sol,  der  in  ab  feit.«.  lEs  gilt  mir  glich  umm  dine  brucli*, 
seytt  Beringer ,  »suudera  ich  wyll  mich  an  dir  rächen  mit 
grossen  schwerfcschlegen.«  Do  der  heid  gsach,  daz  er  so  ver- 
stopfft  was,  do  gab  er  im  ein  söllichen  streich,  das  er  uff  die 

30  knüw  nider  fiel  und  was  ao  eratunnent,  duz  er  nüt  wüßt,  ob 
es  tag  oder  nacht  waa.  Und  Mattafol  sprach  zuo  im:  »Ergib 
dich,  wie  die  andren  thäu  band  !  Wann  du  magst  mir  nüt 
angesigen.«  Beringer  gsach  wol,  daz  er  war  sagt;  daruiniu 
bot  er  im  aiu  schwert.     Daz  nam  er  und    fuort    inn  zuo  d«u 

3i  andren,  Do  der  hertzog  Anses  sin  snn  gsach  in  des  heideJi 
gfäncknus,  do  sprach  er  mit  süufftzeu:  »0  keiser  Karly,  Ifp' 
dysser  heid  lang,  so  wirt  er  dir  grossen  schaden  zuofflegeD» 
daMuo  dem  gautzen  Franckrich.«     Demnach  als  Mattafol  Be- 


ringer  zuo  den  andren  inn  gfancknua  geleit  hat,  do  saß  er 
uff  sin  pfert  und  reyt  wider  an  siu  stat  und  bließ  sin  liorn. 
Und  do  KarJy  daz  hörn  hört,  do  erschrack  er  vester  dann  ye 
und  sprach:  »Nun  mag  ich  wol  erkennen,  waz  ein  rytter  ob 
andren  wert  ist.  Ich  sag  es,  wann  wer  Reuguold  hie ,  oder  5 
min  Vetter  Ruolland,  oder  Ollyffier,  so  het  dyaser  heid  mit 
so  lang  gewert,  als  er  hat.  Ich  erkenn  wol,  daz  er  Beringer 
überwunden  hat.  Nun  ist  der  vatter  nnd  der  sun  in  gefenck- 
nns ,  des  ich  ser  betrüept  bin.  Ich  glonb,  daz  dyaser  ver- 
flüechter  beid  all  min  rytter  überwinden  werd.«  In  dem  gieng  10 
Angeffiu  u&  Schwaben  und  %vapnet  sich  und  reytt  und  stach 
mit  dem  heid.  Aber  er  ward  gfelt,  wie  die  andren,  und  zuo 
innen  gfangen  geieyt.  Defiglichen  stächen  och  mit  im  und 
w^urdeii  all  sine  gfangnen  Ott  von  Burgundia,  der  bischof  Tur- 
pin,  Galter  von  Meyland,  Saloraon  von  Brettania,  Richart  von  n 
Normandia,  Guy  von  Borgundia,  Und  beleih  uiemman  by 
KarJy  dann  Ganellon,  der  verretter,  und  die  von  sinem  ge- 
schlächt ;  die  thetteu  sich  nüt  uß  zestächeu,  darzuo  not  sy  och 
Karly  nüt,  wann  er  wot  nüt  allein  sin,  Do  Matafol  gsach, 
daz  kein  rytter  mer  kommen  wot  mit  im  suchen ,  do  fuort  ad 
er  alle  die,  so  er  gfangen  hat,  für  den  roechtigen  kuirig  Her- 
min. Der  ward  vast  fro,  do  er  vernam,  wer  sy  wären,  und 
eeret  sy  zum  basten,  so  er  mocht.  Und  hielt  vil  uff  iVIatafol, 
der  so  vyl  manlicher  rittern  überwunden  hat,  und  schanckt 
irü  ein  silbrinuen  rock  vast  kostlich.  Den  leyt  er  an  und  aa 
saß  ufi"  sin  pfert  und  reyt  spatzieren  uff  das  feld  sich  suchen 
lassen.  Und  yederman  thet  im  eer  an  von  sioer  manheyt 
wegen  und  seytten  uun  von  im.  Aber  er  was  vast  trurig, 
daz  im  Astolf,  der  Engellender,  nüt  inn  sine  hond  kommen 
was,  damit  und  er  sich  an  im  gerochen  het  umm  die  schmäch,  30 
80  er  im  hat  wellen  thnon  vor  Karly.  Und  der  guot  Karly 
was  zuo  Paris  vast  erschrocken  lunm  sine  heren.  Er  gieng 
im  pallast  ummhar  und  trachtet,  wie  er  einer  fyeuden  macht 
widerstän  möcht.  Und  der  verretter  Ganuellon  was  by  im, 
iler  thet  der    glichen,    als    hette    er    grossen    gchmertzen    am  30 


hertzen ;    aber   er  was  sin  vasfc  fro  ,   als    der ,   der  ein  ursach 


8  gefecknus  bs. 


90 


was  irer  zuokuiifft.  Und  damit  und  er  sin  verrettery  dester 
baß  teckeu  möcht,  saj^t  er  zuo  Karlj :  >0  her,  wer  yetz  der 
giäf  Lvengtiold  und  üwer  vefcter  und  Oliffier  hie,  dysser  heid 
wiird  nüt  so  lang  widerstand  thuon,  als  er  thuot.  Ich  bitteo 
6  got,  das  er  (ich  inu  kurizem  botschaÖ't  von  inuen  gebe.«  Nuu 
wend  wir  von  den  Leren  sagen ,  die  by  dem  künig  Corador 
wären  und  guot  läbüo  hatten. 


kdor   j 


Wie  die  fraiitzössischeii  heren  urlob  von  dem  from- 
men künig  Corador  nainmend  und  [bl.  46]  wie  sj 
10  veruämmen,  daz  der  meehtig  kuoig  Herrain  in  Franck- 
rich  gefaren  was  Muutabant  zerstören ,  darumiu  sj 
im  sin  land  inn  uämea,  und  toufl't  wurden.  Cud 
wie  Dooü  Morgaiit  reicht  au  Koradors  häf,  imd  wie 
Meridianna  mit    innen  kam    mit  einem  grossen  züg. 

16  Die  hystoria  sagt,  daz  dem  nach,  als  Renguoldl  und  sine 

gselleu  gnuog  still  gelägen  wären  an  des  küoig  Coradors  bäf, 
do  wurden  &j  zuo  ratt  in  andere  land  zefaren,  da  krieg  werind; 
wann  sy  hatten  all  ir  wollust  die  beiden  zuo  töden.  Und  eiues 
tags  sprach  Rengnold  zuo  Korador :    » Her  künig,  es  ist  war, 

20  duz  wir  lange  zit  an  üwerm  häf  sind  gsin ,  und  uns  eer  und 
früntscliaft  vil  bewyssen  band ,  sovil ,  das  wir  duz  kumerlich 
umm  üch  vergälten  mögen.  Und  weren  wir  hie  länger,  so 
wurd  es  una  für  unnerJich  gescbetzt  und  nüt  recht;  wann  wir 
glycben  uns  den  süwen,  die  begeren  nun  ruow,     Darumm  sind 

36  wir  inn  wyllen  in  andere  land  zefaren,  da  krieg  sigen,  ücli 
bittend,  daz  ücli  geliebe  uns  urlob  zegebeu.  Und  der  guothtit 
und  eeren  halb ,  so  ir  uns  bewissen  band ,  dancken  wir  ücb 
uta  höchst,  so  uns  muglich  ist,  und  begebend  uns  alb.it  gerüst 
und  bereit  zesin,  üch  alle  die  dienst  zethuon,  so  ir  uns  dörHeii 

30  zuomuotten.«  Do  Korador  verstuond,  daz  die  heren  ab  sinem 
haf  scheiden  wotten,  do  erkant  er,  daz  ir  meinung  billicl^ 
was,  und  sprach:  »Ir,  mine  heren,  üwer  hinsoheideu  sol  siu, 
wenn  üch  geliept,  wie  wol  mir  üwere  gselschaft  vast  aiig«' 
ueium  ist.     Aber  sitraäl  und  üch  geliept  von  hiuuen  zescheid^"t 


so  dancken  ich  öch  zum  ersten  aller  guotbefc  und  hilf,  so  ir 
mir  ertzeigt  band.  Ich  erkenn  vvol,  daz  ich  durch  iiwer  man- 
heit  bünig  in  dyasem  land  bin ;  wann  an  üch  was  mir  nüt 
niüglich  minen  fyendeu  wider  zestän,  sunders  het  müessen  uß 
tiem  land  fluchen.  D.ardureh  ich  größlichen  in  verpflicht  gegen  s 
üch.  stän,  und  umra  alle  vergältung  weiß  ichs  nüt  änderst  ze- 
verdiennen  dann  allein:  dör£fend  ir  min  oder  minea  volcks, 
geh  inn  wetlicben  landen  ir  sigen,  so  ist  es  alles  inn  iiwerera 
dienst.«  Da  die  bereu  des  künigs  guotten  willen  hortten,  do 
danckettend  sy  im.  Die  niere  wurden  bald  zent  dem  pallast  lo 
gesagt ,  die  heren  wetten  hinweg  scheiden ,  also  daz  es  die 
junckfroAv  Meridian  na  vernani.  Die  beschickt  yllentz  iren  fründ 
Olliffier  inn  ir  kammer  und  sprach  zno  im:  »0  Olliffier,  ich 
hab  nüt  umm  dich  verdienuet,  daz  du  mich  also  allein  lassest. 
Ach,  it'h  hab  all  min  liebe  an  dich  geleyt,  und  du  wilt  mich  i6 
also  Verlan.  Ach,  du  last  mich  gros  eines  kindes ;  zum  rain- 
sten,  wiltu  nüt  über  mich  erbermd  haben,  so  heb  doch  er- 
bermd  über  din  geschlecht  und  laß  uns  nüt  also  ti'ostloß! 
Ach,  was  wirt  dyöse  arme  trostloße  anfachen,  wenn  sy  den 
verlürt,  inn  den  sy  all  ir  hoffnung  und  liebe  gsetzt  liat!  0  so 
liebe,  du  hast  mich  wol  veratten,  die  mir  alle  fröud  verheissen 
hat  an  niinem  liebhaber;  nun  wirt  es  müessen  sin,  daz  ich 
all  min  laben  lang  in  leyd  und  achmertzen  belib.«  und  mit 
djsaen  wortten  fiellend  ir  gros  trehen  uß  den  ougen.  Der 
gräf  Ollifier  trost  sy  zum  basten,  so  er  mocht,  und  sagt  zuo  as 
ir:  »Min  junckfrow  und  min  liebe,  ich  bit  dich,  daz  du  dich 
nüt  so  übel  gehabest ;  wann  ich  verheissen  dir  by  rittera  trüw, 
daz  ich  vast  bald  wider  kommen  wyl  dich  besuchen.  Darumm 
bit  ich  dich ,  min  liebe ,  daz  du  mir  nrlob  gebest ;  wann  du 
magst  wol  erkännen,  daz  ea  mir  nüt  erlich  wer,  daz  ich  mine  an 
gsellen  fareu  ließ  und  ich  hie  belib.  Der  fruclit  halb  bit  ich 
dich ,  daz  du  ay  in  befelch  habest.«  Do  Meridianna  bekaut, 
daz  sy  iren  frund  nüt  belibig  machen  mocht,  do  sagt  ay  zuo 
im:  »DJewil  du  nüt  durch  min  pit  beliben  wilt,  zum  mingten 
bit  ich  dich,  das  du  mir  Morgant  hie  lassest;  der  wirt  min  »s 
schirm  sin  gegen  dennen,  die  mich  bekümmern  werden.  Wann 
ich  sorg  mir,  ich  werd  nach  diuem  hinscheiden  vyl  uffhebungeu 
haben.«     Olliffier  sprach,   uiöcbt  [bl.  -17]  er,  so  wett  er  ver- 


ä 


I 


92 

sehuffeUj  daz  Morgant  belibe.  Er  sagt  sinen  gselleo  darvon 
uud  Morgant  und  bat  sy  so  vast,  daü  sy  wyllig  wurden.  Aber 
MorgaDt  were  lieber  mit  innen  gerytten  dann  beliben;  aber 
dem  gräf  OUifier   zediennen,   was   er    willig   der  junckfrowea 

6  zchüetten.  Die  liereii  nämnien  urlob  von  Meridian  na  und 
uiacliteu  sich  uff  die  sträs.  Und  der  künig  Corador  gab  innen 
daz  gleit  mer  danu  zwo  mil ;  demnach  natn  er  ron  innen  ur- 
lob mit  vyl  erbiettens  und  kart  wyder  in  sin  stät  mit  Mor- 
gant, der  beleih  vant  ungern.     Die  heren    ritten   und   wußten 

10  nüt  wo  hin,  dann  wie  sy  daz  glück  fuort.  Und  ritten  sovast, 
daz  sy  inn  ein  grosse  wüeste  kämmen ,  inn  deren  was  eiii 
groseeu  vinstern  wald.  Qud  do  sy  in  der  wiieate  wären,  do 
verlies  sy  der  low,  der  innen  so  lang  geselschaft  gbalten  hat, 
und   tüff  durch   den    wald    hinweg.      Do   sagt    Kengnold   zdo 

16  Kuolland:  *Gsich,  min  vetter»  wie  der  low  von  uns  üücht!« 
»Laß  in  louffen  !«  sagt  Rnolland! ,  »wann  sin  hitifart  ist  mir 
vyl  lieber  dann  sin  beliben. c  Die  fier  rytter  ritten  sovast, 
daz  sy  in  Hermins  land  kämmen ,  der  vor  Muntabant  lag. 
Und  eines  tags ,    als   sy    uff  einem  kleinen  bergly  wären,  do 

20  erstehen  ay  wol  by  fier  hundert  gewapnetter  beiden.  Und 
fi;ort  sy  ein  atoltzer  grusammer  heid,  der  hieß  Fiereraunt  und 
was  künig  Hermins  fründ,  und  hat  im  das  gautz  regement 
eines  landes  befolhen.  Do  Fieramimt  die  fier  rytter  ersacb, 
do    stach    er   in  sin  pfert    und   reyt    zuo   innen.      Und  do  er 

25  Bayard  so  hüpsch  gsach,  do  begert  er  in  aer,  und  sprach  zoo 
ßengnold:  »Edler  rytter,  wo  haatu  daz  schön  pfert  überkommen? 
Ich  bit  dich,  du  wellestz  mir  zekoufFen  geben  oder  schäncken  ; 
wann  es  muoß  dir  wol  vergulten  werden  von  mir.«  Der  grit 
Rengnold  sagt  zuo  im:   »leb  sag  dir,  daz  er  mir  von  vyl  lütte» 

30  erfordert  worden  ist ,  aber  ich  wot  inn  nie  vertouffen  nacl» 
verschänckeu.  Darumm  verlürat  du  din  zit  iu  zebegeren.'« 
»Nun,«  sprach  der  heid,  »wiltu  in  nüt  verkouffen  nach  ver- 
schänckeu, ao  thuo  mir  doch  die  gnad ,  das  du  mich  in  ein 
wenig  ritten  lassest.«     Rengaold,    der   des   beiden  beschis  er- 

36  kant,  sprach  zuo  im:  »Min  pfert  ist  der  natur ,  daz  ersieh 
keine  lüt  rytten  lälat,  wenn  er  sy  nüt  erkänt.  Darumm  wir* 
er  dich  och  nüt  rytten  län.  Aber  ich  wyl  dir  ein  faüpscl»^ 
tettig  machen:  du  bist  gewapaet  und  ich  och;  darumm,  wüt*^ 


mit  mir  stächeu  und  magstu  iiaich  feien  ,   so  muoö  min  pfert 

din  sin.     Und  wiltu  nut  stächea,  so  sag  nüt  mer  dar  von  und 

far  din  sträs;   wann    dir    wirt   min   pfert  sust  nüt.<     Do  der 

heid   Renynolden  verstuond,  do  hat  er  sin  grossen   verdriis  und 

sprach  zuo  im :  »Du  filtz,  du  retst  stoltzenklich  ;  wann  wüGtestii, '' 

mit  wem  du   rettest,    du   wurdest   nüt   so    lut    reden.     Wann 

ich  bin  ein  aträöer  der  thorechtigen  :  ich  bin  ein  rengent  und 

Terhüetter  dyß  landes.     Wann  rain   bruoder  Heroiin ,    der  da 

künig  istj    bat    mirß    zeverhüetten    geben.      Der    ist  yetz    vor 

Muntabant  mit  grossem  züg    inn    wylleii  daz  zeverstören  und  10 

sicli  an  Kengnolden  zprächeu,  der  sia  schwäger  Maml>rin  durch 

verrettery  ummbräeht  hat.     Und  wenn  er  Muntabant  zerstört 

hat,  so  wyl  er  demnach   daz  gantz  Franckrich  och  zerstören, 

wenn  sy  unsers  gotz  Maobraetz   glouben   nut  anemmen  wend. 

Und  wyll  der  alt  Karly  Jbesus   glouben   nüt    verlougnen ,    ao  iq 

wirt  er    in    mit    njartter    erdöden.«      Do  Reiignold   P^ieramunt 

verstuond,    do   ward   er   achier   unsinnig  und  sprach  zuo  im: 

>0  du  faltscher  heid,   bösser  dann  eiu  tuffel,  du  hastz  erlogen, 

daz  Rengnold  nach  keiner  von  sinera  geschläeht  ye  verrettery 

triben  haben.     Darumni  gedenck  dich  zeweren !   Wann  ich  sag  20 

A\t  ab  uff  den  tod.     Wann  ich  wyll  die  sach  für  Renguolden 

ut'neramen,    wann  ich  weiß,  das  er  ein  frommer  rytter  ist.« 

Also  rytten  sy  hindersich  und  kämmen  gegen  ein  andren  mit 

BÖllicher  stercky,  daz  der  heid  sin  spcr  zerbrach,  und  Rengtiold 

flraf  den  heid  durch  den  hälm    mit   süUicher  stercke  ,    daz  er  an 

im  animitten  durch  den  köpf  mit  dem    sper  stach  ,   also    daz 

fler  heid  tod  zuo  erden  nider  fiel.     Do  daz  sine  dieuner  gsächen, 

<lo  erschräckeu    sy    und    fiengend    an   über   daz    veld    fluchen. 

Under  den   beiden  was  ein  grosser  her,  der  was  wjß  und  be- 

scbib;  wann  do  er  Fieramunt  tod  gsach,  kam  er  für  Reugnold  so 

^ud  knüwet  nider  und  sprach:  »Rytter,  der  alle  weit  geschafften 

hat,  der   uff'ne   dich   in   allen    eren !    Wann   du   hast  utf  den 

iiüttigen  tag  räch  begangen  ob  dem  aller  bofibaftigesten  wüet- 

^•"ich,  der  in  aller  weit  was.     Der  künig  Hermin,  sin  bruoder, 

I     ^ßf  inn  Franckrich  gfaren  ist,  hat  inn  zuo  einem  regent  des  si 

lanilea  gelassen ;  aber  er  ist  ein  boßhaffter  wüettrich  gsiii,  der 

^ch  und  arms  brantgschatzet  hat,  und  wenn  etlicher  so  frisch 

l^'L'5,  der  imm  darinn  redt,  den  lieS  er  eyßwegs  töden.     Und 


§4 


pthät  wytter  ertzofgte, 


laniu  er  sm  raiBSPtnat  wytter  ertzoigte,  nam  er  unsere  wfber 
und  tochtern  [bl.  48]  mit  gwalt.  Und  er  hat  nach  in  gfenck- 
nua  miner  Schwestern  einy,  darumm,  daz  sy  nut  hat  wellen  sin 
wyllen  thuoo.     Dud  wüssen,  das    alles   volck  sines  todes  vast 

6  fro  ain  wyrt !  Und  bistu  ein  semlicher  rytter,  als  mich  dnnckt, 
so  gewÜDstu  daz  land  wol  äti  schwertschlag;  wann  ich  und 
min  früntschait  sind  die  f&rnemisten  dea  landeä,  und  wiltn 
minem  ratt  volgen,  so  werid  wir  dich  bald  zuo  her  der  st;it 
gemacht  han,  darauo  des  gantzeii  küiigricha.«     Rengnold  ward 

10  vast  fro,  do  er  den  heldischen  heren  hört  reden,  der  hifJS 
Clarion,  und  sprach  zuo  im:  »Eiüer  her,  thuond  ir  daz,  wi« 
ir  sagen,  so  verheissen  ich  üch,  daz  ir  nüt  verlieren  müesseD.< 
Clarion  sagt:  >IriDüessen  Fieramunt  hämisch  und  pfert  nemmen, 
so  wyl  ich  all  sin  volck  wider  samlen,  und  so  wend  wir  mit 

16  üch  in  die  stat  ritten.  So  werden  die  innwonner  vernieinueE, 
es  sig  Fieramunt,  und  werden  dich  all  mit  grossen  eren  em- 
p fachen.  Und  ir  sond  bütteu  lassen,  daz  man  stäche  und 
thurniere  und  yederman  fri5ud  und  kurtzwil  trihe.  So  rikten 
ir  zum  pallast  und  verschaffen  sovil ,    daz  ir  her  und  nieister 

üo  darin  werden.  Diewyl  will  ich  mit  den  lantzheren  reden  und 
wyll  innen  des  wiiettrichs  tod  errofifnen,  des  sy  vast  fro  werden 
sin.  Und  wend  uns  all  im  harnisch  versamlen;  so  müessen  alle 
die,  so  Fieramuntz  party  sind,  ertödt  werden.«  Also  uaffl 
Rengnold  Fieramuntz    harnisch    und   saß    uff  sin   pfert,  und 

25  ritten  in  die  stat.  Yederman  thet  im  grosse  eer  an ,  ver' 
meintten,  er  wer  Fiermunt,  der  etathalter.  Und  do  er  uff 
den  grossen  platz  kam,  gebot  er,  daz  all  rytter  stechend  und 
yederman  schimpf  und  kurtzwil  tribe.  Und  diewil  yederman 
fröud  treib,  redt  Clarion  mit  sioen  fcunden  und  zum  teyl  mit 

30  den  mechtigesten  des  landes,  iasunderheit  mit  dennen,  deoneQ 
Fieramunt  zeleid  thän  hat,  und  sagt  innen,  sy  weriud  aw 
wüettrich  gerochen,  der  innen  sovü  lydens  an  thän  hat.  Do 
sy  Clarion  verstuonden,  do  wurden  sy  vast  fro.  Und  wurdet» 
in  kurtzem  gewapnet,  und  Clarion  fuort  sy  uff  den  platz,  da 

35  alles  volck  versaralet  was  fröud  und  kurtzwyl  zetriben.  Do 
sy  uff  dem  platz  wären,  zugen  sy  ire  schwerfcfcer  uß  und  fiecgeo 
an  uff  die  zeschlachen  ,  so  sy  wußten,  die  Fieramuntz  partf 
wären  ;  und  die  kriegfilüt,  so  by  Rengnold  wären,  thetten  w^*? 


9j ,   also    daz   in  burtzer  zit  der  mererteil  der  sächern  ertödfc 
wurden.     Alle  die,  so  nüt  Ton  der  sach  wuiäten,  erschräcken 
übel  und  sagten,  Fieramunt  w«r  toub  worden.     Do  Kengnold 
gsach,  daz  der  platz  gewuueti  was,  do  reyt  er  in  pallasfc,  daz 
im  niemman    darvor    was.     Und   die   küngin,    Hermins    frow,  '' 
kam  im  engegen  und  sprach  zuo  im  (wann  sj  meint,  es  were 
Fieramunt) :   »Min  bruoder,  waz  läbens  ist  düz,  so  ich  inn  der 
stat  hör?  Ea  ist  ein   vast  grosser  uffruor.     Ich  bit  dich,    daz 
du  Ordnung  setzest,  als  dir  min  gmachel  in  befelch  gehen  hat.« 
Do  Rengnold  vernani,  daz  sy  die  kungin  was,    des  frow,  der  ^" 
im  sin  schloß  und  sine  brüedern  belehret  hat,  do  hüw  er  iren 
den  köpf  ab.     Demnach  gieng  er  nnd  zerbrach  die  gfäncknus 
und  nam  Clarions  Schwester  darnä  und  die  andren  all,  so  der 
wüettrich  darin  geleyt  hat.     Clarion   redt  mit  allem  volck  und 
ertzeigt  innen,  wie  der  tod  were,   der  innen  sovil  lidens  an-  i6 
thän  het,  also  daz  sy  all  willig  wären  Rengnoldeu  zuo  kutiig 
uf  zenemmen.     Do  Rengnold  gsach,    daz   er    rüewiger    künig 
des  landes  was,  do  prettigetten  er  und  sine  gsellen  innen  den 
krysten  liehen  glouben,  also  daz  yederman  willig  was  sich  lassen 
touffeu.     Und  Clarion  was  der  erst,  der  das  heillig  sacratuent  ao 
des  touffs  annani.     Demnach    als    sy  Krysten  wären ,  do  redt 
EengDold    mit  sinen  gsellen  und    mit  Clarion  von  dem  läger, 
BO  Tor  sinem  scUofi  Muntabant  lag,    und    er   wett  on  länger 
vertzüg  sine  brfleder  und  sin  vetter  Magis  entschütten.     Cla- 
rion sprach  ,    er    wett  mit  im  und  wett  ein  grosse  gselschaft  sb 
kriegern  mit  im  füeren ;  des  im  Rengnold  gröfilichen  daucket 
und  was  vast  fro.     Do  RuoUand  veratuond ,  daz  Kenguold  in 
t'raiickrich  M'ott,   do  sprach  er:    »Ich  bin  ser  bekumert ,   daz 
der  starck  Morganfc  nüt  by  uns  ist;  dann  wenn  er  by  mir  ist 
mit  sinem  kallen,  so  bin  ich  vyt  dester  sicherer.«     Do  sprach  ^o 
Doon:  »Ich  bin  bereyt  in  zereiehen  und  verheissen  üch,  daz 
^ir  bi©  sin  wend,  ee  daz  üwer  züg  gerust  wirt.«     Die  heren 
wären  siner  red  vast  fro,  und  ward  gerätgschlaget,  er  raüeßte 
l^ayurt  rytten ,    daz    er    deater    schneller    rytte.     Doon  beleih 
öiit  länger,   sunders    saß    uff  Bayart   und  macht  sich  uff  die  "s 
^^äs  und  reyt  so  vast,  daz  er  an  des  künig  Coradors  häf  kam. 
^er  [bl.  49]  empfieng  in  mit  grossen  frönden  und  fraget  inn 
^on  sinen  gsellen.     Doon  sprach :   »Sy  siiul  all  vast  gsund  und 


grßetzen  iich  vaat.  Und  bU.tea  ticli,  daz  ir  innen  üwers  volcks 
sehickeii  und  Morgaat ;  wann  sy  wepd  deo  keysser  Karly  ent- 
scliütten ,  den  der  mechtig  kütiig  Hermin  belegret  hat  mit 
einem  grossen    aög.«     Der   künig   Corador  sprach    zuo  Doon, 

ß  tiaz  er  und  all  sin  volck  nüt  gesparb  werden  raiitüten  den 
frommen  keysser  Karly  zentschütten.  Do  Morgant  verstuond, 
das  in  der  gräf  Ruolland  vorsehet,  da  ward  er  vast  fro.  Meri- 
dianna  was  in  ir  kainmer,  die  was  nüwlingen  uß  der  kindbet 
gangen.     Und  do  sy  vernam,  daz  Doon  kommen  was,  do  lüfl' 

jo  sy  zum  achnelltsten,  so  sy  raocht,  etwaz  zevernemmen  von 
Oiliffier,  irem  fründ,  und  ummfieng  Doon  und  fragt  inn,  wie 
es  umni  sine  gsellen  atiiend,  iusunderheit  umm  Oiliffier.  Doon 
sprach,  es  stüend  wol  umm  sy,  und  Oliffier  gröetzte  sy  mer 
dann  zetussend  malleu  und  hett  iren  nach  nüfc  vergessen.     Und 

15  sagt  iren,  er  were  kommen  hilf  reichen  by  innen  in  Franckrich 
zefUereu ;  wann  der  künig  Herniin  het  daz  schlos  Muutabant 
belegret.  »Aber  er  hat  nüt  vyl  daran  gewunnea,  wann  wir 
band  im  all  sin  land  ingenommen  nnd  sin  bruoder  und  sin 
frow  ertödt.«     Do  Meridianna  Doon   verstuond,    do    sagt  sy: 

20  »Min  her  und  vatter,  vorsehend  all  Gwer  kriegslüt  und  geben 
mir  die  uff!  Wann  ich  wy!  den  frantzösisehen  heren  hilflich 
ein.«  Der  künig  Corador  was  willig  und  nam  uß  in  allem 
sinem  küngkrieh ,  also  daz  ir  in  kurtzer  zit  mer  dann  zwölf 
tuasend  wärend  zeroß  und  zefuoß  ,    die   all  vast  fro  wären  in 

as  der  frantzößischen  heren  gselachaft  zefaren.  Do  nxm  der  iüg 
versamlet  was,  nam  Meridianna  urlob  von  irem  vatter;  deß- 
glichen  thetten  och  Doon  und  Morgant.  Und  Doon  dancket 
dem  künig  Corador  umm  die  hilf,  so  er  dem  gräf  Rengnolden 
schickt.     Der  künig  Corador    sprach   zuo   im:    »Grüetzen  mir 

M  den  gräf  Rengnolden  und  sine  gsellen  und  sagend  innen, 
dörffend  sy  minen,  daz  sy  mirs  enbietten !  Wann  ich  wett  in 
eigner  person  kommen;  wann  ich  will  nüt  undienstbar  sin 
umm  die  guothefc,  so  ir  mir  bewissen  band.  Wann  ich  erkenn 
wol,  daz  ich  an    sy  uß  rainem   küngrich   von  minen  fyenden 

36  verjagt  worden  were.  Darumm  ich  uch  schuldig  bin  zedien- 
uen.*     Do  innen  der  künig  Corador  ein   halbe  niil  daz  gleyt 

* 
23  ir]  er  ha. 


geben  hat,  do  natu  er  urlob  von  innen  und  reyt  wider  in  sin 
stat.     Und   sin    tochter   fuor    mit  irem    züg   die   sträü.     Und 
kämmen  in  kurtzen  tagen  in  küiiig  Herroins  laud  und  uachet- 
ten  sich  der  stat,    in  deren  die    heren  wäreu.     Eins  morgens 
gieng  Ruolland  uS  ein  thurn  und  luogt  xiff  duz  feld  und  gsach   » 
Meridianna  zog  kommen  ;    darab    er   gar    estunnet  und  ruofft 
siuen  gsellen,  dennen  zeigt  er  den  züg.     Darab  sy  sfir  erschrä- 
cken;  wann  sy  wuiäten  not,    waz  lütteo    es    wären.     Aber  ay 
hatten  unlang  geluogt,  sy  ersächen  Morgaut  mit  sinem  kallen. 
R-uolland  sagt:   »Sehend  hie  Morgant,  der  kumpt  vor  anbenlio 
Der  küuig  Corador  ertzeigt  sich  wol,  daz  er  uns  lieb  hat,  daz 
er  uns  zehilf  ein    so   erlichen    züg  schickt.«     Die   dry    heren 
giengen  ab  dem  thurn  und  sassen  utf  ire  pferfc,  des  künig  Co- 
radors  volck    engegeu    zeritten ,    Clarion    und   vyl  ritterii  mit 
innen.     Do  sy  usserthalb  der  stat  wären,  do  eraach  sy  Doon,  is 
der  sprach  zuo  Meridianna:  »Frow,  sachend  hie  üwern  fründ 
Olliffier!    Der    kumpt   üch    engegen    in    schönner  gselschaft.« 
Do  die  frow  ireu  fr  und  gdaeh  ,    do    reyt  ay  vordannen.     Und 
80  bald  Olliffier  ay  ersiach ,   do  not   er  sin  pferfc.     Und  do  sy 
in  ersach,    saß  sy  ab  irem  pterfc,  daz  thet  Olliffier  öch  ,  und»« 
umnifiengend   ein   andren.     In  dem    kämmend  Rengnold    und 
Ruolland  zuo  innen,  die  unmifiengend  die  frow  und  daiickfcen 
iren  der  hilf,    so  sy  brächt  hat.     Aber  ey    hat  «ff  sy  wenig 
acht,  sunders  nun  uff  Olliffier,  zuo  dem    staond  ir  all  ir  ge- 
luüet.     Kiuolland  ummfieng  Morgant,  der  sprach  zuo  im  :  »Mich  äs 
belanget,  daz  ich  den  keysser  Karly  gsäch,  und  in  Franckrich 
sigend  die  beiden  zebekriegen;    wann   ich    wytl  iren  sovil  er- 
töden  mit  minem  kalleti ,   daz   ir  all  irig  sin  werden,  die  ze- 
tzellen.«     Rengnold  sprach  zuo  Doon:  »Min  gsell,  du  hast  din 
arbeyt  nüt  verloren,  daz  du  ein  so  erliche  gselschaft  bringst,  so 
Der  künig  Corador  hat  der  guofchetten  nüt  vergessen,  die  wir 
im  bewissen  haud.«      »0,«   sprach   Clarion,    »mau  spricht  inn 
einem  gemeinnen  sprüchwort,  es  werd  niemmer  kein  guothet 
verloren,  und  darumm  aoi  man  nüt  ansechen,  wemm  man  dienue.« 
Yederman  saß  wider  uff  die  pfert,  und  ritten  in  die  stat.    Da  sa 
ruowetten  sy  etlich  tag.     Die  wyl  ward  daz  landvolck  ger  üät, 
deren  ward  wol  acht  lassend  Kristen,  deren  füerer  was  Clarion. 
Do  der  gantz  zug  versanilet  [hl.  50]  was,  do  wären d  iren  wol 

HoTgant  der  ricg«  1 


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zwentzig  tussend  zeroß  und  zefuoß,  Krysten  und  beiden;  die 
machten  sich  mff  die  sträiit  und  fuoren  so  redlich,  daz  sy  in 
tVanckrich  kämmen,  den  rechsten  weg  gen  Paris  zno.  Nun 
wend  wir  von  dem  keysser  Karly  Siigen ,  der  zno  Paris  was 
G  in  sioeni  palkst  vast  erschrocken. 

Wie  Gannellon  Mimtabant    wot    veratten   han ,   uud 

wio  in  Lyonfent  wot  tödt  haben,  ui^d  wie  der  ki^ni^' 

Hermiü  veruam,  wie  sin  laud  verloren  wer  und  sin 

bnioder  und  sin  frow  und  kind  tod  werind. 

10  Als  wir  vorgemeldet  hünd,  was  der  fromm  keysser  Karly 

ZUG  Pai-is  gantz  erschrocken  darumni,  daz  der  m ererteil  siner 
heren  inn  gfangnnli  waren,  und  klagt  sich  und  sprach:  »0 
glück,  du  ertzeigst  diu  enttruug  wol  gegen  mir,  daz  du  niicb 
zehüchst  uff  din   rad   gesetzt  hast,    und   yetz   wilfcu  micb  ze- 

u-  underst  setzen.  0  rain  vetter  Buolland  und  ir,  Rengnold  odiI 
OUiffier,  werind  ir  hie,  so  wer  ich  nüt  in  so  grossen  nötten, 
als  ich  bin,  nud  furchte  mine  fyend  nüt  so  übel,  als  ich  thuon.« 
Gannellon  was  by  im,  der  thet  der  glichen,  als  trurrette  er, 
und  sprach  zuo  Karly  :  »Her   keysser,  es  ist  üch  nüt  ein  ?er- 

so  nunfft,  daz  ir  üch  also  klagend:  es  sind  in  dysser  stafc  Paris 
mer  dann  tryssig  tusaend  man  üch  zeschirmmen  und  die  «tat 
och.  Kommend  un.sere  fyend  und  griffend  uns  an,  so  weail 
wir  uns  weren  zum  basteu,  so  wir  mögen,  und  diewyl  wirt 
uns  got  etwaz  guotter  meren  senden,    die  uns  erfröwen  wer- 

26  den.«  Der  keysaer  Karly  wüßt  nüt,  waz  er  thuon  sot ,  tlann 
sich  allein  got  befelhen  und  alle  Krystenheit,  die  inn  sorgew 
was  zerstört  werden.  Eine.s  tagß  besint  sich  Gannellon  einer 
andren  verettery.  Und  reyt  von  Paris  in  daz  läger  für  Mun- 
tabant  und  kam  in  Lyonfan tz  zell  und  gruotzt  in   und  spracli» 

so  er  wefct  mit  im   reden  in    ratz    wyii.     Lyonfant    hieß    all   sit» 
voick  Liß  der  zeil  gän  und  sprach  zuo  Gannellon,  daz  er  seittc"» 
waz  er  wstt.     Und  der  verretter  sprach  zuo  im:    »Wüii,  dw*' 
ich   des  keysser  Karlis  fürsten    einer  bin  und  sins  heimbcbei* 
ratz!    Aber  darum ni ,   daz    mir  die,    so   zuo  Muntabant    sind^ ' 

sf'  etwaz  zeleid    iliän     band ,    wyll    ich    mich  rächen.     Darumnir 
wiltu  mir  glouben ,    so  wyll  ich  innen  ein  sölliche  verrettery , 


rao  rösten ,  durch  die    ich    dir  daz  sclilofi   nnd  die  stat  fiber- 

nntwurtten  wyl  und  alle  die,  so  darin  sind,  mit  innen  zebund- 

len  nach  dineni  guotten  bedtnicKen.    Dar  durch  wirstu  geroeben 

nmni  den  tod  des    edlf^n  kunig  Mambrin ,    dines  fruntz.«     Do 

Lyonfjint  Gannellous  grosse  verefctery  verstuond,  do  erschrack   r> 

er  ser  darab  ;  wann  er  was  ein  vast  frommer  man,  wann  utnm 

den  tod  het  er  keiner   verrettery   gestattet.     Und  sprach  zuo 

Gannellon  :  »0  du  faltscher  Crist,  du  ertzeiggt  die  verrettery 

wol,  die  iun   dir  ist,  daz  du  diireli   diu  faltsehe  verrettery  ver- 

ratteii  wilt  die,  so  dines  gloubens  sind.     Du  tarfst  nüt  fcäncken.  lo 

daz  ich  dir  tnlwe ,  diewyl  ich  nut  dines  gionbeus  uaeh  dines 

landes  bin;  darnmra  könd  ich  dir  vaat  wenig  vertrüwen.     leli 

schweren  dir  hy  mineni  got  Machmet,  daz  du  gestraft  werden 

cuuoßt  unim  die  groiäen  verrettery ,    so   du  din  tag  begangen 

hast;    ■wann   da-/   ertrich  mag  dich  nrtt  mer   tragen.«     Damit  ir. 

lielä  in  Lyonfant  fachen  und  vast  wol   binden  und  in  gefeuckiius 

Ipgen.     Demnaeh    schickt   Lyonfant   dem    hertzog    Astolf   eiu 

botten,  by  dem  enbot  er  im  die  groß  verrettery,  so  Gannellon 

hat  wellen   wider  sy  begäii ;   darumm  het  er  inn  gfangen  ge- 

leyt  in  töden  lassen,    als  er  wol  verdiennet  hat.     Nöfc  desfcer  ao 

tiiinder  söt  er  im  sin  willen  enbiltten ,    wann    er  wett  an  sin 

Vertilgung  nüt  in  dysser  sacb   handien.     Do  Astolf  versfcuond 

daz,  so  im  Lyoufant  enbot,   do   beruofft   er  Alard  ,    öuschart 

tind  Richart  und  ir  vetter  Magis,  dennen  ertzalt  er  die  groß 

verrettery,  so  Gannellon  wider  sy  Jiat  wellen  begän,  und  wie  2b 

ion  Lyonfaut  iu    gefencknua   hett   in    töden  lassen,    wenn    sy 

i^arinn  verwilgen  wetten.     Also    wären  die  dry  bruodern  und 

Ma^is  einhelligklich    der    meinnung,    Lyonfant    sott    [hl.   51] 

tiaiiTiellon  töden.     Aber  do  sy  die    sacli    wol  erraässend ,    en- 

'>utten  sy  Lyonfant,  er  söt  im  urlob   geben,   wie   wol   sy  in  so 

gwn  heitten  hei-sen  töden;    aber   er   were   dem  keyser  zelieb, 

^M  ließ  sich  gantz  mit  siiiem  ratt  regieren,  dardurch  sy  sin 

ingnad    überkorameti    möchten.     Darzuo    were  GanelJon  eines 

grossen  etoltzen  geschlächtz,  die  sy  bekuuiern  möchten  ;  wann 

''ie  wyl  so    groß   krieg    inu   Frauckrich    werind  ,    törfftend  sy  36 

nut  nach   mer    fyenden.     Und    die   zit    wurd    ein    ander   mal 

Kommen,  daz  er  siner  verrettery en  gestraft  wurd.     Astolf  gab 

^Lyonfantia  botten  ein  guot  pfert  und  ander  kostlich  schänck- 

1* 


innen,  dea  er  vaat  fro  ward,  und  fuor  von  Muntabant  uiiJ 
kam  in  aias  heren  zel,  dem  sagt  er  sin  botschaft,  als  ir  ge- 
hört hanci.  Do  Lyonfaut  verstuond,  daz  nüt  Astolfs  wyl  was, 
diaz  er  Gannellon  töden  sott,    do  lieli  er  in  wider  gän.     Und 

6  ölo  Gaimcllon  nß  der  gfiincknus  was,  do  reyt  er  gen  Paris 
zuo  Karly,  Der  was  in  grossen  sorgen  uiura  sine  fursten,  die 
gt'angen  waren.  Und  Gannellon  sprach  zuo  im:  »Her,  ich 
was  in  das  läger  für  Muntabant  geritten  und  wott  dem  künig 
Hermin  ein  besL^bis   zuo    gefüegt  baben;    aber   ich  hab  gefeit 

10  in  rainem  furnemmen  und  bin  dea  amirol  Lyonfantz  gfangiier 
gsin.  Aber  ich  bin  mit  der  hilf  gottes  wider  enttrunnen.i 
Mit  djäser  gatalt  bedackt  er  sin  verrettery,  und  Karly  gloupt 
im  alles  daz,  so  er  sagt.  Astolf  enbot  Karly  die  verrettery, 
so  Gannellon  gegen  innen  hat  wellen  begau;  aber  Karly  mockt 

16  nüt  glouben,  das  Gannellon  ein  verretter  were,  also  hat  er  in 
verzoubert.  Der  niecbtig  kürn'g  Herniin  fuor  vor  Paris  hin- 
weg für  Muntabant,  wann  er  erkant  wol,  das  er  wenig  vor 
Paris  schuof.  Und  uff  ein  ostertag  kam  ein  rifcter  uß  sinew 
land,   der   gruotzt  in.     Und   do   iiin  Hermin    ersach ,    do  er- 

20  kant  er  in  nud  sprach  zuo  im:  »Kitter,  waz  meren  bringsttl 
mir  von  minem  land  and  von  miner  frowen  und  bruoder?* 
»0  her,«  sprach  der  ritter,  >die  mere,  die  ich  üch  bring,  sind 
üch  vast  bötä;  ir  müeßtentz  wol  nüt  wüssen,  aber  es  ist  als 
guot,  ir  verueraraentz  fröe  als  spät.     Es  ist  war,  daz  Itengaold 

ab  in  üwer  land  kommen  ist  nud  hat  mit  üwerm  bruoder  Fiera- 
muut  gestochen  und  hat  in  ertödt.  Demnach  ist  er  in  die 
stafc  kommen  mit  Klarions  ratt,  und  band  der  mertteil  volck 
ertödt,  die  ay  funden  band,  und  Rengnold  hat  üwere  frow  w^ 
kind  ertödt.     Und   ist   in    allem    ilwerem  küagricb  kein  insu 

sonach  frow  beliben,  die  nüb  ertödt  sigen  ,  dann  allein  die,  so 
Kristen  worden  sind.  Und  das  nach  böaaer  ist:  Clarion  kurapl 
mit  Rengnold  wol  mit  XXX  tussend  strittern  üch  uß  Franck- 
rich  zejagen,  und  Clarion  ist  deren  boptman  uß  üwerm  land.« 
Do  Hermin  den  rytter  verstuond ,   do   fiel   er  uff  das  ertrich 

3E  nider,  als  wer  er  unsinig,  und  reyis  im  selbs  das  bar  uß  und 
den  hart  und  zereyß  sine  kleider  und  schalt  sin  got  Machmet 
und  sprach :  »0  faltscher  got ,  nun  erkenn  ich  wol ,  das  du 
kein  macht  mer  hast.     Ich  hab  dir   vertrüwet.    und    du  hast 


min  bi'uoder,  den  ich  so  lieb  "li'tit/;_un,d  min  frow  und  kinder 
also  tÖden  lassen  als  ein  verrette rsclj^'fi  jjfot,  der  du  bist.     Und 
hast  also  nachgelassen,  daz  ich  also  air«r3ji}iy;  und  land  ver- 
loren hab.     Ich  verlougnen  din ,    du  muost'  -^ü^  mer  min  got 
sin,   deläglichen  Appollony   uud  Talwigant ,   dine.'gseil&n ,  die  o 
als  falksch  sind,  als  du  bist.     Ich  will  zuo  got  nemm'eii'Ä'ethan 
oder  Astarot  oder  Manvon;  wann  ich  erkenn  wol,  das  sy-pjer   -. 
macht  hand  dann  du.     Acli ,    wie  soi  ich  thnon  ,    so  ich  min/' 
frow,  kinder  und  min  bruoder  verloren  hab,  dem  ich  all  min 
land  zeverhüetten  geben  hatl    Das  hab  ich  verloren,  und  das  lo 
nach  bösser  ist:  die,   so   mir  sötten  undertenig   sin    und   mir 
gehorsam  wären  und  bereit  mich  zeschinnmen  wider  all  mine 
fyeud,  8ind  Kristen  worden  und  kommend  mich  bekriegen.     0 
glück,  du  ertzeigst  mir  yetz  din  ungestalte  gsicht  und  ertzeigat 
mir  wol,    daz  du  wanckelmüettig    bist.     Nun  mag  ich  sagen,  is 
daz  ich  der  aller  unglückhaftigeat  künig  in  der  weit  bin  ;  wann 
ayt  das  Rengnold  und  Raoiland  kumniend,  die  sind  mine  töd- 
lich fyend ,    so  mag  ich    wol   sagen,   daz   ich   zeniltte  worden 
bin.     Verfiüecht  sig  der  tag,  da  ich  dem  ratt  miner  Schwester 
Clemantza   volget !    Dann   ich    wer   nach    rilewiger   küng   inn  ao 
allem  minem  küngkrich,  und  nun  hab  ich  nüt.     Daruram  mag 
ich  mit  guottem   recht  künig   an    land   genempt    werden  und 
der  aller  unglückhatftigest  in  aller  weit.«    Do  der  amirol  Salin- 
corny  gsach  sin  bruoder,    den   künig  Hermio,  so  grosse  klag 
fiieren,  do  sprach  er  zuo  im:   »Min  bruoder,    daz  ist  ein  un- aa 
gschaffen  ding,  daz  ein  künig  so  groia  leid  füert,  als  ir  thuond, 
der  sei    vernünftig  sin.     Hand  ir  die  vernunflFt  verloren?  Ir 
Tviissen,  daz  sich  der  wyß  man  erkäut  in  sin  er  trüebsal,  so  er 
sy  gedultigklichen  [bl.   ö2]   treyt.      Wann   syfcmäl    und   üwer 
ond  min  bruoder  und  üwer  wib  und  kind  tod  sind  und  üwer  ao 
land  verloren  ist,  so  raüessen  ir  muottig  sin  ;    wann   ir  band 
volcks  gnuog  in  üwer  gselschaft  ein  vyl  grösser  küngkrich  ze- 
g^Tinnen,  dann  daz  üwer  gsin  ist,  und  mögend  üch  an  üweru 
fyeuden   rächen.      Darzuo    hand   ir   inn    üwer   gfancknuß    die 
mecbkigesten  bereu  in  Franckrich ,   an    dennen  mögen  ir  üch  36 
nmtn  den  schaden,   so  üch  zuo  gefüegt  worden  ist,    rächen.« 
Do  Hermin  sin  bruoder  Salincorny  verstuond,  do  nam  er  ein 
Wold,  den  schickt  erzuoKarlyi  bj  dem  enbot  er  im:  wenn 


antwurt  _ 

8  er  söt.^ifli  rpr  im  diimieu  niacheo,  und  wer  er  imt  ein  lierolt!, 
so  ■wp'i'.vi'  iun  schnntliclien  tödeii  Jassen.  Do  der  herold  Karlj 
|'o,zbi'Dig  ersnch,  do  macht  er  äich  vor  im  dannen   und  tnaclit 

\aicb,  80  bald  er  nioeht,  uü  Paris  und  katu  wider  in  sins  liereii 
Zell.     Dem  sagt  er,  diiz  im  Kitrly  uiit  ein  wort  znutwurt  gebea 

lu  het ;  »dimu  do  ich  in  so  Äornig  gstich,  do  emptieng  ich  so  grossen 
seh  rücken ,  daz  ich  uümuiei:  frölich  was,  untz  ich  uß  Paris 
kam.«  Also  bieü  Hermin  die  gfauf^nen  für  iu  bringen  und 
seyt  innen,  daz  er  Karly  etwaz  enhotteti  het,  der  bet  im  kein 
antwurt  geben.     »Darumin,  wend  ir  üweni  gloubeu  und  Karljs 

lä  dienst  verlaÄseu  mir  ze  dienuen,  ao  wend  wir  das  Franckrich 
Ijchtlicb  ei'obereu  und  wyll  ücb  all  zuo  vil  mecbtiger  heren 
uiacben,  dann  ir  yetz  sind ;  oder  uit,  so  schweren  ich  by  allen 
niinen  götteni,  daz  ich  üch  all  vor  ziveyeo  tagen  eines  schant- 
licben  todtz  toden    lassen    wyll.«     Der  hertzog  Anses  gab  im 

20  antwurt  und  sprach:  »Heid,  du  retst  umni  sust ;  wann  wir 
wettend  uns  vorhin  alle  glyder  zeryasen  lassen,  ejs  nach  d«ra 
andren  ,  dann  unsern  gloubeo  Terlouguen  und  so  grosse  rer- 
rettery  an  Karly  begiengend,  der  unser  her  ist,  und  dem  wir 
diennen    aond    gegen    mencklichem    und   wider   mengkliehen. 

gfi  Darumm,  kütiig  Hermiu,  ist  es  ein  grosse  torheit,  das  du  uns 
von  semlicbem  sagst,«  Der  kunig  llerntin  schwuor  by  aileu 
sinen  göttern ,  sy  müeJätend  vor  zwey  tagen  all  erhänckt 
werden. 

Wie  der  grtif  Rengiiold  und  sin  gselschaft  gen  Paris 
30  kammüud  und  wie  sy  den  kunig  Hermin  angriflfeatl. 
und  wie  die  rytter  erlößt  wurdend  von  KengnoUl 

Eines  tagß  gieug  der  keyser  Karly  uff  den  hocheu  thurn 

im  paUast  und  lag  an  ein  venster  das  feld  besechen  und  siner 

schwermüettigkeyt  zevergessen ,    deren  er  gar  voll  was.    ünti 

36  im  luogen   ersach   er  ein  rütter  da  bar    kommen    vast  schnei 

gegen  der  stat.     Also  gieng  er   hinab   zevemeramen ,   waz  er 


sagen  wet.  Do  er  iu  sal  kam,  do  kam  der  tot  bald  darnach, 
der  gruotafc  in  und  sprach  :  »Her  keysser,  ich  bring  Uch  guotte 
liier,  wann  da  nachen  kommend  üwer  votter  Ruolland,  Reng- 
nold,  Olliffiei'  und  Doon  wol  mit  trissig  tussend  strifctern  üch 
eutacliütten.«  Do  Karly  den  bot  erhört,  do  sprach  er  zuo 
im:  »Min  früml,  mag  daz  war  sin,  so  du  sagst?  Dann  wenn 
im  also  were,  so  wer  ich  iis  all  minem  wee.«  »Her,«  sprach 
der  bot,  »ich  schweren  üch  by  allen  heiigen,  daz  es  also  ist, 
als  ich  üch  sag.  Ir  werden  sy  bald  g&ächen  kommen.«  Karly 
hieß  dem  bot  tussent  pfund  geben  umra  die  guotten  mer,  so  lo 
er  brächt  hat.  Demoach  gebot  er,  daz  yederman  uff  seß, 
wann  er  wett  innen  engegen  rytten.  Also  rytten  sy  uß  Paris 
unnwyi,  sy  ersäclien  daz  her  in  scbönner  Ordnung  kommen, 
wann  sy  hatten  guot  füerer.  OUyffier  was  der  erst,  der  die 
Frantzossen  nß  Paris  kommen  sach ,  vmd  sprach  zuo  shien  15 
gsellen :  »Ir,  mine  heren,  ich  gsich  hie  ein  schöne  gselschaf t, 
die  uns  engegen  kumptj  ich  mein,  es  sig  der  keyser.  Land 
uns  gegen  im  rytten!«  Also  rittend  Rengnold,  Ruolland,  Olli- 
Her,  Doon  und  Morgant  vor  anhen.  Und  do  sy  den  keysser 
gsächend  kommen,  do  sassend  sy  ab  und  knüwtend  nider.  Der  so 
keysser  saß  och  ab  und  umrafieng  sy  mit  vasfc  grosser  liebe 
und  hieß  sy  wylkoram  sin.  Ruolland  gab  dem  keyser  Mor- 
gant und  spracb  zuo  im:  »Her,  säcbeu  hie  [bl.  53]  der 
sterckesfcen  und  manlichesten  mannen  einer  in  der  weit!  Der 
ist  ein  guotter  Krist  und  hat  mengen  heid  ertödt,  syt  er  ge-  a» 
touiFt  worden  ist.«  Do  in  Karly  so  gros  gsaeh,  do  was  er 
sieh  gantz  verwundern  und  nam  in  by  der  hand  und  verhieß 
im  vil  guotz,  des  im  Morgant  danck  seyt.  In  dem  kam  Meri- 
diaona  mit  irem  her,  und  Renguold  sprach  zuo  Karly :  »Her, 
hie  mögend  ir  ein  fröwly  sechen ,  die  ist  eins  küiiigs  tochter  30 
und  ist  80  mechtig,  das  kein  ritter  an  üwerem  häf  ist,  dem 
nüt  zescbaffen  geben  wurd  mit  iren  zeatritten,  Sy  hat  iren 
vatter  und  land  verläa  und  ist  ücb  zehilf  kommen  mit  grossem 
züg.«  Do  sy  zenechst  by  dem  keysser  was,  do  sprang  sy  ab 
irem  pfert  und  gruotzt  den  keysser.  Und  er  nam  sy  an  sine  ss 
arm  und  iirafieng  sy  mit  küssen  und  daticket  iren  der  hilf, 
so  sy  dem  knnigrich  Franckrieh  bewyßte.  Demnach  kam  Kla- 
rion, und  do  der  keysser  vernam,  wer  er  was,  do  enbot  er  im 


104 


1^ 
I 


groase  eer.  Sy  sassend  all  ufF  die  pfert  und  rytten  gen  Paris, 
da  ließ  der  keysser  yetlichem  herberg  ordnen  nach  siiiem  statt. 
Morueudes  do  die  hereii  all  iui  pallast  wärend  by  Karly,  do 
sprach  Rengnold  zuo  im:    »Her,    wo   siud    üwer   fürsten  all? 

6  Ich  hab  iren  nueh  keiner  gsächen. «  Also  erfczalt  iunen  Karly, 
wie  sy  all  von  einem  beiden  gfangen  worden  werind,  und 
werend  des  künig  Herniins  gfangen,  dertröwt  innen  sy  all  zer- 
bäucken.  »Und  hat  Muiitahant  belegret  mer  dann  mit  fiertzig 
tussend  beiden    and  hat  by  sin  ein    got  Macbmct    geschworen, 

w  er  weiß  inn  für  zuo  himel  schicken  und  damit  den  tod  sins 
Schwagers  Mauibrius  zerächen,  den  du,  Rengnold,  ertödt  hast.c 
Do  Rengnold  den  keysser  verstuond,  do  schwuor  er  by  got: 
ee  daz  zwen  tag  verscbinind,  wett  er  die  beren  erlössen,  die 
iun  gfäncknua  werind,  und  daz  leger  vor  Munfcabant  tbannra 

1»  scblachen.  Die  andren  schwuoren  all  wie  Rengnold;  Meri- 
dianna  sprach ,  sy  wett  niit  der  letsten  sin  ;  Morgant  sprach 
5ch  also.  Die  sacb  ward  beschlossen,  das  der  ziig  des  andren 
taga  von  Paria  f'aren  söfc  den  nechsten  gen  Muntabant  zno- 
Ich  muos  ein  wenig  von  dem  verretter  Gannellon  sagen.    Do 

8«  er  gsach ,  daz  Rengnold  und  Ruolland  gen  Paris  kommen 
wärend,  do  schied  er  heimlich  hinweg  in  sin  land.  Wann  «r 
entzaß  Reugnolden  und  Ruoilanden  grimigkeyt,  dann  er  dacht 
wol,  sy  werind  siner  verrettery  bericht.  Ruolland  lieü  auo 
Paris  aß  rüefFea,  das  alles  volck ,    so   hämisch  tragen  möcht, 

!6  gerüst  wurden  in  zweyen  tagen  wider  die  beiden  zuo  züebeD, 
die  Muntabant  belegret  hatten.  Do  die  Frantzossen  daz  ui- 
rüeffen  verstuonden,  do  rttat  sich  yederman  zuo  zum  basten, 
so  er  mocht.  Und  des  andren  ta^ü  schied  der  Küg  von  Paris, 
und  fuorend  so  vast,  daz  s.y  uö  zwo  mil  gen  Muntabant  kam- 

so  men,  da  der  küuig  Hermin  sin  läger  gschlagen  hat.  Und  <ifl 
sy  zenechst  by  innen  wären,  do  sprach  Meridianna  zuo  Ruol- 
land :  »Ich  bit  ücb,  edler  rytter,  daz  ir  mir  die  gnad  thuegend 
und  mich  ein  scharmutz  thnon  lässend  inn  Hermias  läger  vor 
üch;    so   werdend    ir   sächen  von  einem  fröwly  sachen  bejjaü- 

sft  darab  ir  erschräcken  werden.«  Morgant  sprach :  »Ich  bit  liclj' 
Meridianna,  daz  ir  mich  mit  üch  lassen  gän.c  Sy  was  si" 
wol  zefrideu.  Ruolland  und  Rengnold  gaben  innen  urlob.  Also 
stach  Meridianna  ir  pfert  mit  den  sporen  ,    daz   sper  inn  der 


hand,    und  rantt    ion  Hermins  läger   und   stach   ir   sper  des 
ersteo  sticlia  iun  eines  beiden  büfctrich  ,  daz  er  tod  ziio  erden 
nider  fiel.     Demnach  uani    sy  ir  spar  wyder,  mit  dem  erfcodt 
sj  nach  ein  heid.     Do  brach  es  ir.     Darnach  zog  sy  ir  schwert 
uß  uod  scUrey:   »Hie  Karly,  hie  Franckrich!«    Und    fieng  aas 
uff  die  heideu  ■zesclilacheo  und  schluog  ay  nider  wie  die  tbierer, 
also  daz  die  mere  dem  amiroll  Salincorny  für  kaoimen,  wie  ein 
rytter  inu  ir  lager  kommen  wer,    der  todte  alles  daz,   so    er 
vor  im  fund ,   und  het  schon  mer  dann  zechen  ira  voicks  er- 
tödt,  und  fluchend  all  vor  im  ,  wie  die  schäf  vor  den  wölffen  if 
thnond.     Do  Salincorny  die  mer  erhört,  do  ließ  er  sich  yllentz 
wapuen  und  salä   uff   sin  pfert  und  reyt    da   hin,   da   er    das 
gachrey  erhört.     Und  gSRch    vyl  beiden  fluchen ,   zuo   dennen 
sagt  er:  »Hand  ir  kein  scbain,  daz  ir  also  fluchend  ab  einem 
man?  Kerend  wider  unim !  Ich  wyll  üch  bald  gerochen  haben.t  is 
Do  Salincorny  Meridianna  gsach ,    do    hat    er   daz   sper  nider 
und  traf  sy  in  schilt,  daz  das  sper  zno  stucken  sprang;  aber 
daz  fröwly  rott  sich  nie  darab  und  sprach:  »0  du  nütsöHen- 
der  rytter,  du  hast  ertzeigt  die  boßbeyt,  so  in  dir  ist,  daz  du 
ein  rytter  stiebst,  der  kein  sper  hat.     Aber  ich  wyll  dir  er- so 
tzeigen,  waz  ich  kan  mit  dem  achwert.«      Damit  kämmend  sy 
an  ein  andren  nnd  gäbend  ein  andren  mengen  streich  mit  den 
schwerttern.  ütid  wüßt  [hl.  54]  man  nüt,  weliicher  den  böasern 
teyl  hat,    nutz   zejüngat    thet  Salincorny    ein  streich,   das  er 
Meridianna  pfert  den  köpf  ab  hüw,  darumm  sy  zuo  erden  fiel,  as 
Aber  sy  stuond  schnell  wyJer  uf  und  sprach  zuo  Salincorny : 
HpS^un  hastu  übler  gehandlet  dann  vor;    wann   du  weist,    das 
«er  künig,  der  ein  pfert  tödt,   nüt  teilhaftig  im  erb  sin  sol, 
sunders  sol  das  verloren    haben.«     Salincorny   sprach  zuo  ir : 
»Ich  weyß,  das  du  war  sagst,  aber  ich  schweren  dir  by  minem  so 
got  Appollony,    das    ichß    nüt    mit   flyß  thän  hab.     Und  bin 
vast  bekümnierefc,  daz  icbs  thän  hab.«     Do  Morgant  die  frow 
am  herd  gsach ,  ward  er  vast  leidig   und  huob  sin  knllen  uf, 
Salincorny  zetöden.     Aber  daz  fröwly  schrey  im,  er  sott  sich 
Hdeu ;  wann  sy  wett  ir  pfert  selbs  rächen.     In  dem  kämmen  sb 
ein  grosse  zai  beiden,   deren    wurend    nier  dann  tussent,    die 


13  gsaeh]  gschacb  bs.        29  aundera  .  .  haheii]  am  rando  hs. 


106 

staltend  sich  all  umin  die  jimekfrow  und  umni  Morganfc,  schüs- 
seud  und  stächen  gegen  hmen  mit  sper  und  pfillen.  Morgant 
schluogs  uider  mit  siiieiu  kallen  wie  süwen ,  einen  nif  den 
andren,  wano  er  schluog  eines  yetlichen  streiche  eiu  niJer, 
6  etliche  mal  zwen,  Rengtiotd  sprach  zuo  aiuen  gaeUen  :  »Miae 
faeren,  es  ist  zjt  dran  zegau  ;  wann  ich  gaich  Meridianna  ze- 
fuot^,  und  ist  mit  beiden  umnageben,  und  Morgaut  mit  iren.« 
Damit  sässeud  sy  uff  ire  pfert.  Olivier  rejt  vor  aiihen  sin 
früwly  entachütteu  ;    aber   es    was   so  eng  umm  sy  und  utnoi 

loMorj^ant,  daz  er  nüt  gennachen  mocht.  Ruolland  kam  öch, 
der  todt  die  lieiden  wie  tliierer.  In  dem  kam  Rengnold  öch, 
und  do  er  sovil  lieiden  uniro  sy  ersach,  daz  es  unmüglich  was 
sy  zertrennen,  er  stach  sin  guot  pfert  Bayard  mit  den  sporen, 
das  sprang  über  die  beiden   und   kam  wyder  iren  wylien  zno 

lÄ  Meridianna,  Zuo  deren  sprach  er ,  sy  sott  hinder  inn  sitzen 
uff  sin  pfert.  Daz  thet  sj.  Und  er  zertrant  die  beiden  und 
brächt  aovil  zewegen  mit  sioer  gaellen  hilf,  das  sich  die 
beiden  in  die  flucht  karfcten  gegen  dem  läger  und  zällen.  Do 
Saiincorny  die  groß  Zerstörung  gsach,  so  Rengnold  an  sinem 

20  volck  begieng,  sprach  er ,  er  wett  sterben,  oder  er  wefct  sieh 
rächen.  Und  reyt  damit  ulf  Rengnold  und  gab  im  ein  hertten 
selijjig  mit  sinem  scbwerfc.  Darab  Rengnold  gantz  zornig  ward 
und  schluog  den  heid  mit  sölUcher  stercke,  das  er  in  zerspielt 
untz  uff  die  zeu,  und  fiel  tod  nider.     Darab  die  beiden  vester 

2s  erschrecken  den  vor.  Rengnold  nam  Saiincorny  pfert  by  dem 
zügel  und  sprach  zuo  Meridianna,  sy  sott  daruf  sytzen.  Daz 
thet  sy.  Wer  die  heren  bet  gsächen  uö"  die  beiden  achlaehen, 
er  hefc  sich  verwundert  \  wann  sy  schluogentz  nider  im  jagen 
wie  die  süwen.     Ruolland  fand  Mattafol  und  ertodt  iun.     Do 

30  der  künig  Hermin  sin  volck  also  gsach  fluchen,  do  was  er  gar 
erschrocken  und  sagt  zuo  innen:  »Ir  sind  gar  zaghaft,  daz 
ir  also  fiücheud  vor  dyssen  nütaöllenden  Frantzosaen,  Könnend 
ir  ilch  nüt  weren?«  Ein  heid  sagt  zuo  im,  der  was  übel  wund; 
»Verwunderat  üch  nüt,   daz  wir  fluchen;    wann    ea    sind   fier 

3s  rytter  und  ein  grosser  ryß,  die  sind  gnuogsam  starck  all  üwern 
züg  zeüberwinden.  Under  dennen  ist  einer,  der  hat  ein  rytter 
darvon  brächt,  den  hatten  wyr  ummfangen,  und  was  zefuolj. 
Demnach  fand  er  üwern  bruoder  Saiincorny,  den  hat  er  erfcödt 


107 


und  gab  sin  pferb  dem  ,  iler  hinder  im  saß.     Und  ein  andren 
ryfcter  hat  Matafol  tüdt."     Do   der    kilnig  Flermin   verstuoiid, 
das  siii  bruoder  tod  was,  do  sagt  er  :   »0  Mac  hm  et,  verflüechfc 
Big  din  gotheit,  daz  dn  gelitten  hast,  das  Ren^nold  min  bruo- 
der ertödt  hat,  und  Matafol  och  tod  ist ,  der  so  gar   mechtig  h 
ist  gsin.     Mag  ich  iu  bebrütten,    ich    wyll  sterben,    oder  ich 
will  mines  bruodera  tod  rächen,  den  er  so  faltschlichen  ertödt 
hat.«     Damit  saß  er  uff  sin  pfert ,    das   waa    allerdiiigen  mit 
yssen  bedeckt,  und  reytt  an  das  eud  ,    da  er  vermeint  Ueng- 
noldeii    zum   aller  beltisben    zefioden.     IJad    do    er    in    gsach,  m 
sprach  er  zuo  im  :  »Bistu  der  her  von  Mimtabant,  so  verflüeche 
dich  got ;    wann    da    iiust  durch  din    faltsche    verrettery  min 
bruoder  und  min  volck  ertödt.     Darumm,  sytmäl  und  ich  dich 
funden  hab ,  wyl  ich  die  räch  thuon,  oder  ich  wyll  sterben.« 
Do  Rengiiold  den  gruotz   verstuoud,   so  im  Herniin  wünscht,  t6 
do  sprach  er  zuo  im;  »Kiinig  Hermin,  du  hast  es  in  hals  jn- 
har  erioj^en  ,    wann  ich  hab  nie  kein  man  mit  verrettery  er- 
tödt.«    Hermin  sprach:  »Du  hast  den  kilnig  Mambrin,  darumm 
ich  über  mer  kommen  bin  die  räch  zetbuon.«     »Es  ist  war,« 
sprach  Kengiiold,   »das  ich  den  künig  Mambrin  ertödb  hab,  der  20 
was  kommen  min  stat  Muntabant  belegren.     Demnach  hab  ich 
diu  bruoder  Fieramunt  ertödt,  der  schalt  mich  ein  verretter. 
Dar  iuo  hab  ich  din  andren   bruoder  Salineorny  och  ertödt  in 
sthirmung  mins  lybs.     Also  wyl  ich  dir  och    thuon,   wie  ich 
innen  thüii  hab;    wann    ich  hab  recht  und  du  unnrecht,    die  as 
wjl  du  kommen  bist  min  laud  [bJ.  55]  angrytfen,  an  einicherley 
recht  darzuo  haben.     Darumm    hüet  dich  vor  mir  !    Dann  ich 
sagen  dir  ab  uff  den  tod.«     Do  der  kunig  Hermio  Rengnolden 
^eratnond  ,    der   in  so  für  not  achtet,  do  vermeint  er  unsiuig 
■iewerden,  und  sprach  zuo  im:  »Kengnold,  du  retst  hochfertig-  so 
blieben   und  achtest  mich  niennerthin.     Aber   damit    und  ich 
"üi"  zeige,  daz  ich  dich  vast  wenig  furcht,  so  wyl  ich  ein  ver- 
I    togwerch  mit  dir  träflen ,    daz    muos  also   sin:    magstu  mich 
I     ab  dem  pfert  stächen,  so  wyl  ich  dir  die  fürsten  wyder  geben, 
'     öie  ich  in   miner  gPancknus  hab,    die  der  ryß  Mattafol  über- at 


Wunden  bat ;  und   mag  ich  dich    abstächen ,    so  soltu  mir  die 


lä  wuscht  hs. 


stat  und  daz  scliloli  Muntabaut  über  geben,  minen  wylleii  da- 
mit zethuon.t  Kenguold  sagt,  es  gefiel  im  wol.  Damit  rytteu 
sy  hindersieb  und  stäcbeud  ire  pfert  mit  den  sporen  und 
kämmend  gegen  ein  andren   mit  söllicher  ungestinnigTteyt,  das 

ö  es  duocbt ,  das  erttricb  zyttrette  under  innen  ;  aber  Bayard, 
zuo  dem  sich  kein  pfert  verglichen  raochfc  mit  stercky,  lüifso 
starck,  daz  das  erttricb  under  im  zittret.  Der  künig  Herrain 
traf  RengnoM  in  schilt,  daz  im  sin  sper  zerbrach  in  vil  atuck, 
und  Rengnold  siieEi  in  so  starck,  das  er  inn  zuu  erden  stach 

10  ab  siuem  pfert.  Do  sich  der  künig  Hermiu  am  herd  gsa«h, 
do  sprach  er  über  lut :  »0  oberster  got,  der  sunn  und  man 
geschaffen  hat,  wie  bin  ich  so  ungfellig ,  daz  mir  das  gluck 
so  wydrig  ist,  daz  ich  dnrch  ein  einigen  streich  also  gfallen 
bin!  Nun  erkenn  ich,  daz  ea  war  ist,    daz,    so  man  in  aller 

ib  weit  sagt,  daz  ist :  Kengnold  sig  der  best  ritter  in  aller  weit. 
Nun  bin  ich  gestraft  all  miner  übelthetten  und  hab  in  einer 
stund  all  min  prylä  verloren.  Ich  hab  min  schand  wellen 
rächen,  aber  ich  hab  sy  erst  gmeret.  Der  ratt  miner  Schwester 
Clemenca  ist  ursach  ,    daz    ich    uoder  allen  minen  geschäiitea 

so  bin ;  wann  durch  Iren  rätt  hab  ich  min  zwen  bruoder  ver- 
loren, und  ich  seiba  bin  überwunden  und  hab  min  wib  und 
kinder  och  verloren.  Darumm  ich  erkenn,  das  die  ding,  so  durch 
frowen  rätt  gefchän  und  gfüert  werdend,  nüt  al wegen  zuo guottera 
end  kommend.«     Rengnold    kam    zuo  im  und    sprach.:    >Hei- 

SB  discher  künig,  du  weyst,  das  ich  dich  abgestochen  hab;  da- 
rumm wirst  mir  halten  das,  so  du  mir  verheysaen  hast.«  Der 
küuig  Hermiu  sprach:  »Edler  her,  hab  kein  sorg,  ich  wils  iicli 
halten  an  feilen. c  Damit  saß  Hermin  wider  uf  sin  pfert,  und 
rytten  in  sin  zell.     Hermin  hieß  sin  volck  öch  abzüchen,  waan 

so  er  wot  nüt  mer  krieg  haben.  Wann  er  erkant  wol,  sytmäl 
und  Rengnold,  Ruolland  und  Olliffier  kommen  wärend,  das  er 
nüt  dann  verlurst  haben  mocht.  Sin  volck  thetten  sin  gebot 
und  zugend  ab.  Do  Hermin  und  Rengnold  in  der  zell  wärend, 
in  deren  die  gräffen  gfangen  wärend ,   do  hieß  er  sy  für  inn 

ankommen  und  sprach  zuo  innen  also:  »Ir,  mine  heren  ,  es  ist 
war,  das  der  gräf  Rengnold ,  der  hie  zuo  gegen  ist ,  mit  mir 
gestochen  hat,  dardurch  er  üch  erlößt  hat.  Darumm  ,  wenn 
üch  geliept ,    mögend  ir  all  fry  hinweg    faren,    und  will  üch— 


issen  üwern  hämisch  gehen  und  üwere  pfert.«    Do  tler  hertzog 
Anaes  und  die  andren  bereu  Rengnolden  gsachend,  durch  den 
sy  erlößt  warend  ,   keiner  raöcht  die  fröud  ermessen ,    die    da 
gfQert  ward ;    wann    sy  kämmend    all  Rengnolden  um m fachen 
mit  weinenden    ougen    von  fröuden.     Und  Gergia   sprach   zuo  ß 
im:   »0  Vetter  Rengnold,  nun  mögend  wir  die  groß  mauheyt 
erkennen,  so  in  dir  ist,  an  die  wir  kumlichen  betten  mögen 
erlößt  werden.     Wann  wir  wärend  all  in  todes  nötten;  wann 
der  künig  Hermin  hat  geschworen ,    er    wett    uns    all  an  ein 
boum   häncken   lassen  vor  zweyen  tagen.«     Der  hertzog  Anses  lo 
sprach:   »Ir,  mine  hereu,  nun  sind  wir  erlößt,  got  sig  danck 
gsagt!    Ich  bit  üch,   daz  wir  zum  beltisteu ,    so  wir  mögend, 
gen  Paris  keriud  Karly  erfröwen  ;  wann  ich  weiß  wol,  das  er 
betriiept  fttt  umrn  unsere  gefäncknuß.«     Sy  näriiend  urlob  von 
Hermin    und    machten    sich    uff  die   sträß    und    karaend   gen  iß 
Paris.     Do  nun  Karly  die  fürsten  ersach,   die  er  so  lieb  hat, 
die  er  vermeint  verloren  haben,  do  ward  er  vast  fro  und  umm- 
fieng  sy  all,  einen  nach  dem  andren,    und  sprach  zuo  innen: 
»Ir,  mine  fründ,  siud  uiir  vast   wilkomraen!    Sagend  mir,  wie 
ir  erlößt  worden  sigen  !<  Also  ertzaltend  sy  im,  wie  sy  durch  so 
Rengnolden    manheJt   erlößt    werind    worden.     Des    im  Karly 
daneket  und  sprach  kuo   im:    »Edler  gräf,    gesegnet    sig   die 
stund,  inn  deren  du  geboren  wurt!  Wann  durch  din  könheit 
ist  daz    keysserthuom    wider   eroberet,    daz   in   sorgen    zever- 
lieren  was.«     Der  gräf  Rengnold  sprach  zuo  ira:  »Her,  raau  25 
sol  got  danck  sagen,  der  ist  ursiicher  und  nut  ich.«     Do  [bl.  56J 
Gannellon,  der  verretter,  (der  was  in  sinem  hmd)  vernam,  daz 
Rengnold    und  sine  gselleu   uß  der    Türcky    kommen   wärend 
Qiid  die  andren  heren  erlößt  wärend  worden  uß  Herrn  ins  hend, 
do  ward  er  sin  also  zornig  und    bekümeret,    das    er  von  leid  ^ 
vermeint  zesterben. 


i- 


110 


Wie  Ilengiiolf],  als  er  gen  Muntabaiit  reyt,  ufF  dem 
weg  Magis  inn  unbekantnen  kleidcrn  fand,  der  nnui 
im  sin  pfert  Bayanl  und  gab  es  RuoUaiideu ,  dar 
durch  Rengnold  und  ßuolland  zuo  grosser  vingkeyt 
6  kämmend. 

Nachdem  wnd  rlie  lieren  erlößt  wären d  ufi  Hermina  gfänck- 
nu3  und  der  grät'  Rengnold  etlich  tag  by  Karly  gsin  was,  do 
sprach  er  zuo  im:  »Her,  Jiept  es  öch,  so  gend  mir  urlob  gen 
Muntahant  »eritten,  min  frow  und  kinder  und    raine  brüederji 

10  besechen  und  etlicli  lag  by  innen  zebbben.«  Karly  gab  im 
urlob.  Er  iiam  och  urlob  von  allen  dennen  am  liäf  und  fuort 
niit  mer  dann  ein  schiitner  mit  iraj  der  was  RuoUwiden,  der 
hieß  Thüring  und  was  ein  guotter  frommer  dien ii er ;  wann  er 
het  vyl  ee  den  tod  uf  genommen  ,   dann    das   er  sinera  keren 

iB  ein  untrüw  ertzeigt  het.  Und  do  sy  sechs  mil  von  Paris 
wären d,  do  fundend  sy  Magis,  der  vpas  nach  der  gstalt  so  alt, 
das  in  Rengnold  mit  erkännen  kond.  Er  was  gantz  erber- 
lichen  bekleit  und  glichet  sich  einem  wyasen  ,  er  truog  ein 
höltzinp  fläachen  in  siner  band.     Do  in    Rengnold  gsach ,  do 

20  gruotzt  er  inn.     Und  der  altman  seyt  irn  danck  und  sprach  zuo 
im  :  »Rytter,  band  ir  turst,  es  ist  guotten  win  in  miner  fläscheii;     , 
wend  ir  trincken,  so  wyl  ich  üch  geben  vast  gern.«     »War-  ■ 
lieh,*  sprach  Rengnold,  »in  zechen  järeu  hab  ich  nie  so  grossen    ' 
türst  gehept.    Darum m,  die   wyl  ir  mir  geben  wend  zefcrincken, 

2B  so  wil  ichs    nemraen   mit   söllichem  geding:   wenn  ir  minnen  ■ 
bedörffund,    so   will    ich  üwern    rytter  sin.«     Also  bot  Maj^is 
Rengnolden  die  fluschen,  der  tranck  ein  grossen  truiick,  wann 
er  fand  inn  guot.     Demnach  gab  er  die  fluschen  sinem  schiitner  1 
Türing,   der   tranck  och.     Und  Rengnold   sprach  zuo  iVbigia: 

:!o  »Edler  pilgry,  ich  dancken  dir,  wann  du  hast  mir  ein  grossen 
dienst  thän,<r  Sy  nämend  nvJob  von  im  und  ryttend  ir  sträß. 
Aber  sy  rittend  unnwyt ,  daz  sy  durch  die  kraft  des  trancka 
so  schlefferig  wurdend  ,  daz  sy  sich  mit  uf  iren  pferden  be- 
heben mochtend  und  muoßtend  abstän.     Und  bundeti  ire  pfert 

36  an  einen  boum  und  leyttend  sich  schlaffen,  ünid  schlieffend 
so  starck,  daz    man   sy   hett   mögen   an   ir  wüssen  abzüchen. 


TTnd  Magis  ylt  innen  nach,    der  wüßt  wol,    das    sy  nut  wyt 
ritten  wurdend.     Er  kam  zuo  Rengnold  und  nara  ira  sin  schwert 
und  »aß  uff  Bayard    und  reyt  den   nechsten   gen  Paris.     Uud 
brächt  sovil  zewegeii,  das  er  Ruollanden  siti  scliwert  Dorandal 
stal,    und  lieiä   ira  Flamberga,  Rengnolden  sclivvert;  demnacli  r. 
nam  er  Galantin,  sin  pfprt,  und  stalt  an  sin  stat  Bajard.     Und 
schied  demnach  von  Paris  und  kam  an  daz  end,  da  er  Reng- 
nolden gelassen  liat.    Der  schlief  nach.     Und  gart  im  Durandat 
umm  und  stalt  Galantin    an  Bayardtz  stat.     Demnach  macht 
er  sich  den  nechsten  gen  Muntabant.     Do  das  tranck  siti  zyfc  i« 
verbrächt,  do  erwachet  Rengnold  und  gsach,  daz  er  sin  pfert 
und  Schwert  nüt  hat,    sunders  daz   er  Ruollanden    pfert   und 
Schwert  hat.     Do  ward  er  also  zornig,  das  er  nüt  wüßt,  waz 
er  thet,  und  kart  sich  gegen  Türing  und  spracli  zuo  im:  »War 
ist  min  pfert  Bayard  und   min  guofc   stinvort  Klamberga  hin-  is 
kommen  ?  Du  hast  es  als  gewäcbßlet  uud  hast  mir  dins  heren 
Ruollanden  seh  wert  und  pfert  geben.     Aber   gibatu  mirs  nüt 
wider,    so  wird  ich  dich  am  Hb    schedigen.«     »Her,«   sprach 
Tfiring,  »ich  schweren  üch,  daz,  ayt  ir  ab  üwerem  pfert  gsässeu 
sind  zeschlafiFen,  daz  ich  nüt  hie  danneo  kommen  bin,  sunders  20 
hab  stetz  geschläft'en  als  wol  als  ir,  und  weylj  nüt,  wie  üch 
öwer  pfert  und  schwert  verwächület  sind  worden,  uud  bin  als 
erschrocken  als  ir.«     Do  sprach  Rengnold  gantz  zornigklich: 
[bl.  57]   »Ruolland   hat  dyü  thän,  das  er  uneinigkeyt  mit  mir 
liab.     Aber,  by  der  sei  mines  vatter  Ämons,  gipt  er  mir  min  s5 
pfert  und  schwert  nüt  wider,  so  wyll  ich  im  ertzeigen,  das  es 
^■pir  miljfalt.     Darumm,  Türing,  wyrstu  wider  an  keysser  Karlis 
■^täfkeren,  und  sag  Ruollanden,  ich  enbütte  im  :  er  säg  schnell, 
das  er    mir,    als    ich  gschlätfen  liab ,   min  pfert  und  schwert 
Terstüllen  hab  mit  verrettery,  und  er  thüege  mir  stetz  söllich  30 
boCicketten,  und  das  er  dencke  und  mir  min  schwert  und  pfert 
wyder  schicke,   oder  ich  weis  im  änderst  thür  zekoufFen  geben.« 
Darlegen  was  Ruolland  och  ser  erschrocken,  daz  im  sin  schwert 
U!ät)  pfert  Galantin  verwächßlet  wärend  ;  des  er  so  zornig  ward, 
^a-i  er  nüt  wüßt,  waz  er  denekeu  sott.     Und  also,   wie  er  ins* 
äülhehem  gedäncken  was,    do    kam    der  sehiltner  Täring  zuo 
'f.  iler  seyt  im  das,  so  ira  Rengnold  enbot.     Darab  Ruolland 
vester  erschraok  dann  vor  nnd  sprach  zuo  Thüring:  »Weistu 


112 


nöfc,    wie  das  zuo   gangen  sig  ?   Weistn  es,    so   bit  ich  (ücli 
saglä  mir!«     Thüring   sprach:    »Ich  wyl  Och  sagen,    waz  ich 
darvon  weiß.«     Damit  ertzalt  er  im,  wie  sj  ufF  irem  weg  ein 
alten  pilgry  funden  hetten  ,  der  hefct  Ionen  zetrincken  geben, 

u  und  wie  sy  entschläffen  wärend  und  im  schlaf  daz  pfert  und 
das  Schwert  verwächfalet  worden  wasj  nüt  änderst  wüiäte  er 
darvon.  Ruolland  sprach :  »Ich  weiß  nüt,  wie  diß  gescheeheo 
ist;  aber  du  wirst  Rengnolden  sagen,  er  sig  zeüberraüettig, 
das  er  mich  ein  verretter  und  dieb  schilt  und  mir  tröwt.    Aber 

10  ich  wyll,  das  er  wüsse,   daz  ich  vast  wenig   uuim  sin  tröwen 

gib,  und  wer  er  nüt  luin  vetter,  so  niQeßt    er  mir  ein  wideruof 

thuon  unim  die  reden,  so  er  gsagt  hat;  wann  ich  bin  nie  kein 

.  verretter  nach  röuber  gsin.     Aber  man  nitioü  dpncken,  er  sig 

truncken  gsin,  da  er  ab  dem  häf  gescheiden  ist,  und  vermeint 

iB  sin  pfert  nemnien,  do  hat  er  daz  min  genommen,  deßglichen 
min  Schwert.  Deßglichen  mag  es  wol  war  sin,  das  er  trunckea 
gsin  sig,  das  er  uff  dem  weg  schläft  wie  ein  thier.  und  do 
er  erwachet  ist,  do  fand  er  min  pfert,  daz  er  selber  genommeu 
hat,  und  jetz  sagt  er,  ich  habe  es  im  verstollen  mit  verrettery, 

20  desenthalb  er  nüt  die  wärheyt  sagt.  Aber  darumm ,  daz  er 
miu  vetter  ist,  wjll  ich  nüt  mit  im  anfachen.  Ich  bin  sin 
willig  im  sin  pfert  und  schwert  zeschicken  ,  und  das  er  mir 
min  pfert  und  das  t<chwe]t  von  stund  an  schicke,  oder  ich  wjll 
im  ertzeigen ,  daz  es  mir  niißfalt.     Dyß   alles  soltu  im  sagen 

25  von  rainetwegeu.«  »Her,«  sprach  der  schiltuer,  »ich  furcht 
Rengnolden  zorn  so  übel ;  darumm,  liept  es  üch,  so  schribend 
es  im  inn  ein  brief,  den  wyll  ich  im  bringen.«  Ruollaud  was 
sin  zefriden  und  schreib  im  ein  brief;  in  den  schreib  er,  als 
obstat.     Und  Türing  brächt  in  Rengnolden,  der  was  zuo  Mun- 

30  tabant  by  sinen  bruodern,  und  gab  im  sin  pfert  und  schwert 
Und  do  Rengnold  den  brief  besäehen  hat,  in  dem  ira  Ruolland 
enbot,  er  wer  truncken  gsin,  da  er  von  Paris  gerytteu  was, 
und  so  gar  wenig  uff  im  hat,  do  ward  er  zornig  als  ein  low 
und  schickt  im  och  ein  brief,  in  dem  enbot  er  im,  daz  er  im 

85  zuo  verdrieß  der  wortten  ,  so  er  geredt  het,  daz  ist:  daz  er 
truncken  were  gsin  ,  da  er  von  Paris  gerytten  was,  sin  pfert 
nach  sin  schwert  nüt  schicken  wett,  wenn  er  nüt  kemme  mit 
im  stritten  in  den  matten  under  Muntabant,  zebewären,  ob  daz 


war  were,  so  er  gsagt  het,  iiml  och,  daz  er  im  sin  pfert  Bayard 
niid  Flaiuberga,^  sin  scbwert,  nüt  gesbollen  het.     Der  bot  kam 
gen  Paris  lind  gab  Ruollandeii    den   brief.     Der  lal^  in  aller- 
dingen uß.     Und  do  Ruolland  verstuond  daz,  so  im  Reüguold 
enbot,  do  ward  er  ser  betrüept  und  erfült  mit  griraigkeyt  und   a 
gieng  und  sagt  es  sioem  vetter  Karly  und  ertzalt  ira  die  sach, 
als    ir    hievor   gehört   band.     Und   do  Karly    verstuond,   das 
Ruolland  das  sin  hat  tbän,   syt  er  im  sin  pfert  und  seh  wert 
geschickt  hat,  do  sprach  er  zao  ßuoUand:  »Ich  wyl  nüt,  daz 
dn  neyßwaz  von  Rengnolden  lydescht,  inn  wellicher  gstait  das  lo 
sig.     Wann  das  ist  not  der  erst  lüi&fal,  den  er  mir  thän  hat. 
Darumm  wyll  ich,  das  du  im  enbüttest  by  sinem  botfcea,  du 
welle-st  in  XV  tagen  in  den  matten  under  Muntabant  sin  mit 
im  zestritten  und  im  sin  hoffart  nider  trucken,  die  er  so  groß 
hat.«     Ruolland  sprach    zuo  Karly,    er    wett   sin    gebot  ver- i6 
bringen.     Und  gab  Rengnolden    bot  ein  brief,    in  dem  enbot 
er  im,  er  wett  an  feilen    sich  in  XV  tagen  an  dem  end,    da 
er  im  enhotten  het,  finden  lassen,  und  ze  aller  nächst  by  der 
beiden  läger;    da  mtießte  er  im  ein   widerruof  thuon,    daz  er 
inn  ein  Terretter  und  röuber  geschalten  hat,  und  inn  leren  im  so 
sin  pfert  und  schwert  wider  geben,   so  er  ira  unrechtlich   in 
hielt.     Der  bot  reyt  so  vast,  daz  er  gen  Muntabant  kam,  und 
gab  Rengnolden  RuoUanden    brief.     und  [bL    58J   do   er  des 
I   intalt  verstuond,    do    beruoft    er   sine  bruodern,    Magis   und 
I    Askolfo,  sine  vettern,  und  sprach  zuo  innen:  »Nun  muofi  ich  as 
mit  Kuoilanden  stritten,    mit    dem  aller    mechtigoaten  rytter 
inn  aller  Kristenheit.     Ich  weis  nüt,  wie  es  mir  ergän  wyrt. 
bit  unsern  hereo,  das  er  mich  beschirme  vor  dem  tod  und 
iifiebsal.«  Sy  sprechend  all ,  es  were  guot,  das  man  frid  machte, 
dann  Ruolland  were  siner  fruotschaft,  und  daz  nüt  daruß  ent-  so 
stau  möcht  dann  alles  übel ,    und  es  were  besser,  er  schickte 
iffl  sin  pfert  und  sin    schwert,    dann    daz   er    mit  im  stritte; 
fen  stritte  er,    so   wurden    sy   all   in   Karlys   Ungnaden  sin, 
1^0  Rengnold  verstuond  daz,  so  im  sine  bruodern  und  vettern 
nedtead,  do  gsach  er  wol.  daz  sj  im  war  seyttend.     Und  be-  Sß 
o^ht  sich  ein  wenig,   darnach  sprach  er:    »Syt  das  die  sach 
W  wyt  kommen  ist,  kumpt  Ruolland  gen  stritten,  so  bin  ich 
3t  so  nütsöllend,  daz  ich  den  strit  versage;    wann    es    wurd 

Mutgiuit  doT  Tieie  g 


■ 


114 

mir  für  ein  za^lieyt  gerechnet,  und  möcht  man  sagen,  icb. 
furchte  KuoUanden.  Darumtn  bin  ich  nüt  inn  wyllen  denn 
strit  zemiden  uram  kein  sach,  die  da  begegnen  mög.«  Zuo 
Paris  was  RHolland,   der    rust  sich  zuo    dem  strit  gen  Mun- 

6  tabant.  Der  keysser  Karly  sagt,  er  wett  den  strit  besSchen; 
Meridianua  und  Morgant  sagten,  sy  wetten  im  gselschaft  halten. 
Und  darumm,  daz  Ruolland  weder  sin  pfert  nach  schwert  bat, 
nam  er  Arondal,  Ollilfiers  pfert,  und  ain  schwert  Uaultaklara. 
Der  hertzog  Änses,  Oiliffier    und  eth"ch   ander  heren  sagtend 

10  zuo  Karly,  er  sott  den  stryt  gesteilen,  dann  er  were  in  sorgen, 
der  besten  ryttern  einer  zeverlieren  an  siuem  häf,  und  der 
frid  were  weger  dann  der  stryt.  Aber  Karly  sagt,  er  wetz 
nüt  thuon.  Bengnold  were  zestoltz*  wann  er  het  in  meng 
mal  ertzürnt  und  hön  gemacht  i    dann  wenn  er  in  siner  hjtz 

16  were,  so  achtette  er  weder  künigen  nach  hertzogen.  Und  die 
zyt  wer  kommen  yetz,  das  er  gestraft  wurd.  Wann  Karly 
hielt  sin  vetter  Ruollanden  für  so  mechtig ,  daz  in  duocht, 
ßengnold  wurd  nüt  lang  wyder  in  bestän.  Der  keysser  Karly 
schied  von  Paria  mit  Ruollanden ,    und    die    andren  heren  all 

30  ykend  im  nach  den  strit  besächen.  CFad  rytten  also,  das  sy 
am  XV  tag  nebend  Muntabant  kämend,  zenechst  an  kunig 
Hermins  läger. 

Wie,  do  die  zwen  rjtter  stritten  wottend,  got  Ruol- 
landen ein  löwen  schickt,  der  bracht  im  ein  brief, 
86  dardurch  sy  nut  stritten,  und  wie  der  künig  Hermin, 
do  er  das  groß  wimderzeiehen  gsächeu  hat,  so  unser 
her  gethän  hat,  do  bekart  er  sich  zuo  dem  kristen- 
liehen  glouben,  er  imd  sin  volck. 

Do  Rengnold  yemam,  das  der  keysser  kommen  was  und 
s«  sin  Zell  hat  lassen  uffschlahen  am  end,  da  der  stryt  beschäclieo 
sot,  do  erkant  er  wol,  daz  er  mit  Ruollanden  stritten  muoßt» 
wann  der  stryt  sot  mornendes  bescbächen ,  wann  es  was  d^^ 
XV  tag.  Darumm  er  sin  züg  zuo  rust  zum  basten ,  so  ei* 
mocht,  und  befalch  sich  got  die  gantz  nacht;  wann  er  woß'- 
SB  wol ,   das    er   mit  der  besten  ryttern    einer   inn    der  weit  zs- 


I 


scliaflFen  hat.  Und  do  t!er  morgen  kam,  das  der  strjrt  besebäctien 

sott,  do  sprach  Reiignold  zuo  siuen  liruodern:   »Ich  wyll  [luol- 

landen  pfert  und  schwert  init  mir  nemmen  ,  damit,    wenn  er 

mich  tiberwint ,   so    hat   erß   dester   ee    wider    überkommen.« 

Do  Ruolland  den  tag  ersacb,  do  ward  er  gewapnet.     Und  der  6 

heren  vyl  am  häf  weinettend,  daz  die  zwen  vettern,  bed  einem 

fürsten  zuo  gehörig  und  eines  gloubens,  mit  ein  andren  strytten 

wottend,  und  umm  ein  sach,  die  so  liederlich  was.     Do  Knol- 

land  gewapnet  was,    do  saß  er  ufF  Ärondäl    und  rejt  an  das 

end,    da  der  strit  beschächen  sot,    und    warttet   Reugnolden,  lo 

Do  der  künig  Hermiii    vernam,    das  Rengnold    und  Ruolland 

mit  ein  andren  strytten  sotten,   do  ward  er  begirig  den  strit 

zebesächen.    Darumm  schickt  er  ein  herolden  zuo  keysser  Karly 

nmm'ein  anstand,   das    er    in  Sicherheit    kommen  möcht  den 

stryt  besuchen.     Karly  hieLi  in  kommen,   im  mfiefäte  nüt   he-  u> 

3chechen.       Also   kam    der    küng    Herniin   mit   Leoniant  und 

etüch  von  irem  volck  |bl.  59]  an  das  end,  da  der  stryt  gschit- 

chen  sot.     Karly  empheng  inii  fruntlichen  und  stalt  rnn  uebend 

inn.     Als  bald  Rengnold  vernam,  das  KuoIIand  uff  dem  plan 

was,  do  reyt  er  von  Muntabant  uff  Galautin,  Ruollanden  pfert,  an 

in  geselschaft  Riebart,  sines  brnoders,  und  Astolfo,  des  bereu 

von  Engelland.     Und  do  Ruolland  Rengnolden  ersach,  do  rnofft 

er  im  überlut :  »Rengnold,  bastu  wyllen  zestritten ,    so  sagi&! 

Wann  ich  bin  gerüat  mich  zeweren.«    Do  Rengnold  Ruollanden 

verstuond,  do  gab  er  im  nüt  ein  wort  zantwurt,  sunders  reyt  n 

hindersich  ^  von    im  und  leyt  die  sper  iun.     Do  daz  Ruolland 

erfifich,  do  thet  er  im  och  also,  und  sporttend  ire  pfert.     Aber 

got^  der  die  niemer  verläßt,  so    er  lieb  hat,   wott   nüt,   daz 

zwen  so  manlich  kämpffer  nach  stürben,   die  so  vil  miie  und 

irbeyt  gehept  hatten  den  kristenlichen  glouben  ufftzenthalten,  3o 

thet  ein  schön   wunderzeiehen.     Dann   do  Rengnold  tialantin 

*poret,   do  wot  er  umm  kein  stich  wider  sin  heren  zelouffen. 

Darab  Rengnold  ser  erschrack  und  sagt:  »Du  talt^ches  thier, 

^yt  nüt  wytter  barfür?«    Und   ye  raer  erß  stach,  ye  mer  es 

oebtid  sich  gieug.     Und  diewyl  Reugnold  mit  dem  pfert  facht,  as 

"^0  katn  ein  grosser  low,  der  gab  allen  dennen  grosse  antzöugung, 

*o  kommen  wären    den  stryt   beaächen.     Der    low   gieng   zuo 

ß'iolland,  und  do  er  nebend  im  was,  do  stalt  er  sich  uff  und 


h 


lawen  einer 
K,uolland  den  löwen  ersacb,  der  im  den  briet'  liot, 
ain  sper  an  herd  und  nam  deu  brief,  den  tbet  er  uf  uud  la£ 
inn  uß.  In  dem  fand  er,  wie  llagis  durch  sin  kunst  die  pfert 
fi  und  Schwerter  verendert  iiat.  Und  so  bald  im  der  low  den 
brief  geben  hat,  do  verschweih  er,  das  niemman  wüßt,  war  er 
hin  kam.  Do  Rengnold  erkant,  daz  das  pfert  nut  umin  in 
thnon  wot,  do  ward  er  vast  zornig  und  sagt,  diewyl  daz  pfert 
nüt  gän  wett,  so  wetfc  er  zuo  fuofs  strytten.  Und  als  er  gegen 
lu  Ruolland  gieng^  do  gsach  er,  wie  der  üJw  im  ein  brief  gab 
und  in  Ruolland  laß ;  darab  er  aer  erscbruck.  RnolUmd  sfigt 
zuo  im:  »Min  vetter,  wyr  band  bed  uunrecht ;  wann  unser 
Vetter  Magis  hat  die  pfert  und  Schwerter  verwächlalet,  als  du 
by  dissem  brieff  sächen  magst,  der  mir  durch  den  willen  goltes 

16  ein  grosser  low  brächt  hat,  und  weyß  nüt,  war  er  kommen 
ist.«  Rengnold  nam  den  brief,  und  do  er  den  Inhalt  besäclien 
hat,  do  sagt  er  zuo  Ruolland:  jO  min  vetter,  wyr  sind  got, 
unserem  schöpffer,  vyl  guotz  schuldig  ;  wann  wo  sin  götliche 
gnad  nüt  were,  so  were  einer  under  uns  zweyen,  oder  mocht 

ao  fiin ,  das  wyr  all  bed  inn  todes  nötten  werind.  Nun  bekean 
ich,  daz  icli  utiurecht  hab  gegen  dir.  Darumm  bit  ich  dich, 
das  du  mirß  vertzicbest.  Ich  gib  dir  din  pfert  und  schwert 
wider,  die  ich  inhaben  wot  an  einicherley  recht.«  Do  Ruol- 
land Rengnolden  verstuond ,    do    saß    er    ab    sinem   pfert  und 

26  ummfieng  inn  mit  weiunen  von  fröuden,  das  sy  got  durch  sin 
gnad  gefrydet  hat.  Rengnold  gieng  für  Karly  und  kiiüwet 
nider  uff  sine  knuw  und  bat  in,  daz  er  im  alle  die  mißthät 
vertzichen  wet,  so  er  wyder  in  begangen  bet.  Do  Karly  in 
uff  den  knuwen  vor  im  gsach,  do  huob  er  inn  uf  und  vergab 

30  im  mit  guottem  hertzen  und  sprach ,  die  wyl  got  den  friden 
gmacht  bet  «wuschen  im  und  Ruollauden,  so  wett  er  inn  oth. 
gern  machen.  ALso  bekant  Rengnold  wol,  daz  der  alt  pilgry, 
den  er  uff  dem  weg  fand,  do  er  von  Paris  schied,  Magis  gsiu 
was,    der   sy    mit   sinem    tranek  entschlöft  hat  und  die  pfert 

3fi  und  schwertter  verwächßlet  bet.  Do  Karly  gsach ,  das  sio 
Vetter  Ruolland  und  Rengnold  eyß  wärend  ,  do  ward  er  vasb 
fro,  deßglichen  all  heren  am  häf.  Uo  der  mechtig  kdnig 
Hermin  das    groß  wunderzeichen   gsäclien  hat ,   so   unser  her 


ertzeigt  hat  von  wepfen  der  zwey  guotten  rittern,  do  fieng  er 
an    sin    got    Maclimet    vernutten    und    all    ander   sine  faltsch 
gotter  und  fieng  an  gedencken,   daz   sy   kein   macht  hettend, 
nnd  das  der  Krjsten  got  der  almechtig  oberat  got  were,  ein 
schöpffer  aller  dingen,  die  da  sind,  und  gantx  gUettig  ist  und  6 
erberniklich,  das  in  geliept  bat  den  friden  zemaeheii  zwöscbend 
den  zwey  besten  ritterti   in   aller  Kristenheyt,     Er  sprach  zuo 
Karly :  »Her  keysser,  nun  erkenn  ich,  das  die  faltachen  götter, 
die  ich  byßhar  geeredt  hab,  nüt  anders  sind  dann  betrugnufi 
und  torheit,  und  das  der  beiden  gloub  nüt  ist  dann  verdarap-  lo 
nus.     Und  bekenn,  das  der  Kristen  gloub  gerecht  und  heillig 
ist,   und  das  Jhesns  wärer  almechfciger  got  ist,  der  da  lieb  hat 
und   begäbet  die,  so  in  lieb  band  und  im  diennend.     Darumm 
bin  ich  inn  wyllen  laich  touiien  lassen   nnd  nun  für  hin  ein 
gnotter  Krist  sin,«     Do  der  keysser  Karly  den  künig  Herrain  is 
verstuond ,    do    ward    er    erfült  mit   wunderbarlicher  [bl.  60] 
grosser  frönd  und  ummfieng  inn   nnd  sprach:    »Edler    küuig, 
unser  schöptfer  Jhesu  Krist  aig    gelopt  des    guotten    wyllens, 
mit  dem  er  üch  durch  sin  gütliche  gnad  und  barmhertzigkeyt 
erlücbt  hat !  Land  uns  gen  Paris  rytten  ;  da  uiliessend  ir  touft  ao 
werden  mit  grossen    eren    und  alle  die ,    die  Krysten   werden 
|Vellend.«     Der  küoig  Hermin    ließ    gebietteu   in    sinem    her, 
rros  alle  die  heim  zngend,  die  sich  nüt  wettend  touffen  lassen. 
Karly  und  alle    herschaft    fuorend    wider   gen  Paria   vast  fro 
unim  den  friden  der  zwey  rittern,  und  öch  ,   das  der  mechtig  25 
Höig  Herniin  zuo  dem  kristenlichen  glouben  bekert  was,  dar 
•^oreh  die  Kristenheyt  inn  friden  stän  wnrd.     Und  die  selbig 
gantz  nacht  macht  man  gros  vesfc   zuo  Paria,    und    machtend 
KTOsse  fröudfürer.     Die  hystoria  sagt,    daz  die  künig  und  all 
hcren  mornendes  in  das  grofe  müiister  gieiigend ,    da  was  der  so 
"iacliof  Türpin,  der  touift  den  künig  Hermin,  und  wärend  ain 
(?<>tte  der  keysser  Karly    und    der  fromm    her  sfon  Engelland. 
Ind  verkarttend  im  sin  nammen  nüt.     Darnach    wurden    ge- 
•^ufft  der  fromm  amiroll  Lyonfant  mit  vil  beiden.     Do  Klarion 
S^ach,  das  der  kflnig  Hermin  ,    sin  ber,  was  Kristen  worden,  3b 
(lO  Ward  er  vast  fro  und  kam    und   knüwet   ffir   in  nider  und 
*Pratb  zuo  im:  »Min   ber,  ich  bit  iich  fruntlichen,  das  ir  mir 
'eiteichen,    hab  ich  neyßwas  wider  (Ich  gesiindet;    wann   ich 


I 


118 

schweren  xicb ,    das  ich   zuo   üwers   braodera  Fieratnuntz   tod 
niemer  mer  verwilget  het,  wo  die  gros  wüettrig  nüt  gsin  were, 
80  inn  im  was.     Wann   er  nam    unser   frowen   und    töchtern  _ 
mit  gwalt,  und  wenn  ay  nüt  zuo  sinem  verflüechten  willen  ver-  ■ 

5  wilgeu  wottend,  so  ließ  er  sy  in  gfänckaus  legen.  Der  gräf 
Rengnold  und  sine  geellen  band  iren  vyl  uß  der  gefancknus 
gelassen,  und  wenn  im  etlicli  ilwer  fursteii  das  wartteud ,  so 
ließ  er  sy  töden.  Ich  weiß  wol,  das  ir  im  semlich-s  nut  be- 
foUen  hafcben.     Und  sorgend  nüt,    got  hab   sin    sünd  nüt  mer 

10  wellen  liden;  darumra  hat  er  die  Kristen  beschickt  ion  siner 
übelthetten  zesträffen.«     Do   der  künig  Hermin    Clarion  ver-  I 
standen  hat,  do  sagt  er  zuo  im:  »Wie  wol  mir  mines  bruodera 
und  miner  frowen  und  kinder  tod  vast  wee  thuond,  nüt  dester- 
minder  bin  ich  des  fro,   das  du  und  die  minen  den  faltschen 

15  glouben  verlassen  band,  in  dem  wir  so  lange  zit  sind  betrogen 
worden ,  und  den  kristenlichen  glouben  band  angenomen. 
Und  umm  Jhesus  willen,  der  für  die  bat,  die  inn  krützgettend, 
vergib  ich  dir  mit  guottem  bertzen.«  Also  ward  der  frid  ge- 
macht zwäschend  Hermin  und  einem   volck,  die  komen  wärend 

ao  in  bekriegen;  des  Rengnold  und  Ruolland,  die  sy  mit  inueii 
brächt  hatten ,  vast  fro  wurdend.  Und  die  fröud  wert  vast 
lang  zuo  Paris,  des  sich  yederman  fleis.  Aber  der  faltsch 
Gannellon,  der  allem  guotten  wydrig  was,  brächt  aovil  zewägea 
mit  ainen  lysten,  das  er  der  Frautzossen  fröud  betrüept,  als  ir 

25  verstän  werden. 

Wie  Gannellon  dem  kunig  Korador  schreib,  wie  sin 
tochter  Meridianna  wie  ein  huor  gehalten  ward,  dar- 
durch  der  kiinig  Corador  ein  stoltzen  ryasen  »uo 
Karly  schickt,  und  wie  der  gemelt  ryß  erfcödt  ward 
so  von  Morgaut. 

Der  verretter  Gannellon  gsach ,  das  er  aicb  nut  torfii  ^a 
Karlys  bäf  finden  lassen,  daz  Rengnold  und  Ruolland  widi^r 
inn  länd  kommen  wärend,  und  im  von  der  grossen  fröud  gsag* 
ward,  so  man  zuo  Paris  fuort  ula  ursach  des  sigs  wyder  die 
35  beiden ,  deren  er  ursach  was,  das  sy  in  Franckrich  koiiiiu'^" 
wären,  darumm  er  nut  zuo  end  kommen  mocbt  sin  valtsche'^ 


wyllen  zevolfSeren,  des  er  ser  betrüept  und  zornig  ward ;  da- 
rumin  er  anfieng  gedencken ,    wie  er  gstalt  Hnden  luöcht  deo 
häf  zetrüeben.     Und  do  er  vast  lang  gesinet  hat,    do  schickt 
er  dem  küuig  Corador  ein  brief  by   einem   hotten ,  des  inhalt 
was  also :  »Künig  Corador,  ich  verwundern   mich  ser,  wie  dir   & 
so  übel  gerätten  ward,  daa  du  din  tochter  Meridianna  hast  in 
Franckrich  läsaen  kommen ,   die  so  schöo  ist  and  so  wol  ge- 
pryßt  ward,  und  yetz  wirt  ay  [bi.  6IJ    von    mencklichera  für 
ein  huor  gehalten.    Wann  ülliffier  halt  ay  für  sin  huor.   Uminit 
welche  sach  alle  edle  hertzen  beküniert  sollend  sin,  daz  eines  lo 
künigs  tochter  so  schantlichen  gehalten   werd.     Und  darumm 
das  es  mir  miläfalt ,   hab   ich    es   dir   wellen   zewüssen  thuon, 
damit  uüd  du  es  verkommest  zum  basten,  so  du  magst.«     Do 
r  bot  den  brief  hat,   do   macht    er   sich   uff  die  aträß  und 
.m  an  künig  Coradors  häf,  dem  gab  er  den  brief.     Do  der  i» 
küuig  Corador  den  inhalt  des  briefs  besuchen  hat,  do  ward  er 
ser  bekümert  und  fuort  ein  gros  leyd.     Und  sin  frow,  Meri- 
diana  rauottcr ,    do   sy    des   briefs  inhalt  veniam ,   do  sagt  sy 
überlut:  »Ach,  arbeut;äelligc ,  die  ich  bin!   Bin  ich  nüt  einer 
bössen  stund  geboren,  daa  ich  ein  tochter  tragen  bah,  die  inn  ao 
irem  anfang  so  schön  was  und  erfudt  mit  allen  tugeudeu   und 
die  baß  verüeraptlst  in  allem  Orient,  uud  nun  wirt  sy  gehalten 
wie  ein  ofue  liuor  under   den  fröumbden  V  0    kuuig   Korador, 
ich  mocht  nüt  verwilgen,   das  sy  mit  den  Frantzosseu  fiiere; 
wann  meucklieher  weyJät  wol,  das  sy  lystig  und  boßliaft  lüt  sind,  a* 
Ir  werden  üwer  tochter  niemer  nier  gsächen,  uud  wenn  schon 
sach  were,  das  sy  wider  kemme,    so  wurd  sy  doch  von  allen 
tursten  und  andren  lütten  in  dyssen  landen  für  ein  offne  huor 
gehalten.     Daruurm  mag  ich  wol  sagen,  ich  werd  nun  für  hin 
mia  laben  in  leyd  und  schmertzeu    vertzeren ,    wie    die   aller  30 
tfoatloße  kungin,  die  ye  kronnen  truog.«     Der   k anginen  red 
durcbtrungend  dem  betrüepten  künig  durch  das  herbz,  daa  er 
nüt  ein  wort  reden  mocht  und  die  gatalt    nüt    wüßt,    wie  er 
sia  tochter  wyder  überkommen  möcht  und  sin  eer  wyder  be- 
flecken.    Dardurch  er  und  sin  troatlosse  frow  vyl  sünftzettend.  sa 
Nach  vyl  klagen  wurden d  sy  eya,  ay  wetten  ein  grossen  ryssen 
»ti  häf  sclnckeu,  der  hies  Ferragus,  der  was  starck  und  mechtig, 
loltz  und  hoffertig,  und  duocht  inn,   es   were   kein    mentsch 


in  der  weit,  der  in  gescliedigeu  niöcht.  Also  hieü  inn  Kora- 
dor  eines  taga  für  inn  kommen  und  sprach  zuo  imm:  »Du 
miiost  von  stund  an  inu  grosser  yll  inn  Franckrich  inn  die 
stat  Paria  und  Karly   saRRa ,    daz   ich  vast    übel  zefriden  sig, 

5  daruram  daz  er  lydt,  daz  min  tochter  Meridianoa  also  schaut- 
liehen  gehalten  wirt,  ange3t?cheu  daz  sy  von  küngkliehem  ge- 
blüet  ist,  und  ich  im  sy  geschickt  bab,  das  ich  im  vertruwet 
hab,  er  wurde  sy  halten,  wie  einea  künigs  tochter  sol  ge- 
halten werden,  und  daz  er  sy  mir  schicke  äu  einicherley  ent- 

10  scbuldigung.«  Do  der  rylä  des  küniga  gebot  verstoond,  do 
nam  er  ein  schlingen,  mit  deren  kond  er  im  wol  hälffen,  und 
ander  hämisch  und  namm  urlob  von  Korador  und  macht  sich 
uff  den  weg  und  kam  inn  kurtzer  zyt  gen  Paria.  Und  do  er 
inn  Paris  kam,  do  lüf  in  raeneklicher  besächen,   so  gar  groiä 

15  und  urigemeß  was-  er;    wann  Morgant   glichet    sich    nun   sia 
buob  zesin,    wenn    er  nebend   im   stuond.     Feragus   gieng  ao 
lang  utf  den  gasseu  zuo  Paria,  das  er  an  daz  thär  des  paUaÄb 
kam,  und  fieng  an  zeklopffen  an  dem  thär  und  sagt ,  er  wer     | 
ein  bot  des  mechtigeu  künig  Koradors.     Do  der  portner  ve^ 

aostuond,  das  er  ein  bot  was,  do  thet  er  im  uf,  und  er  kam 
für  Karly.  Das  was  an  einem  mentag ,  nach  dem  als  der 
uiechtig  künig  Karly  und  sine  heren  zymbiö  g essen  ^  hatteo 
und  ira  grossen  sal  des  pallastz  wären.  Do  der  groß  ryfi 
Ferragus  für  Karly  kam ,   do  Dachet  sieh  yedernian,  zehören, 

35  waz  er  sagen  wett.  Und  er  sprach  vast  stoltzklichen  inu 
semlicher  gstalt  mit  grosser  Verachtung:  »Der  groia  got  Mach- 
met, au  den  meneklicber  glouben  sol,  schände  und  töde  eines 
Übeln  tod  dich,  verretterscher  keysser,  und  welle  bewaren  min 
heren,  den  mechtigen  künig  Korador!  Der  enbüb  dir  by  mir, 

3(3  das  du  im  von  stund  an  und  an  einichen  verfczug  sin  tochter 
schickest  und  all  sin  volck,  so  er  dir  gschickt  hat  zehilf  wider 
dine  fyend,  und  du  wie  ein  iiütsöJlender  künig  lytst,  das  sy 
Olliffier  für  sin  huor  halte,  wie  ein  huor,  die  kommen  sig  von 
niderem  stammen.     Du  sottest  ermmessen,   das  sy  von  eiilem 

35  geblüet  kommen  ist  und  einea  künigs  und  kvinginen  tochter 
ist,  darumm  du  ir  ir  er  bewart  haben  soltest.  0  Karly,  das 
ist  nüt  die  er,  so  man  sagt,  die  inn  dir  sig;  das  ist  nüt  die 
erlykeyt,  so  man  sagt,  die  inn  Franckrich  sig  ;  das  ist  nüt  wol 


erkeiit  die  hilf,  so  dir  der  künig  Korador  pethän  hat;  das  ist 
nüt  er  einem   küuig,    das  er  ein  aeniliche    sclimarh  an  sinem 
häf  Ijdt:   daz    ist    nüt  recht    nach  t^erechtigkeyt  nach  frÖnt- 
schaft  zeichen ;  das  ist  not  das,  so  der  gräf  Kengnold  und  din 
Vetter  Ruolland  rninera  heren   verhiessend  ,    do  er  innen  sovil  s 
yertruwet,  das  er  innen  sin  einige  tochter  gab  und  den  inerern 
teyl  sins  [b!.  62]  volcks,   die  Krieteuheit   zentsch litten.     Nun 
erkenn  ich ,    das  in  Franckrieh    nüt  dann  alle  verrettery  und 
faltscheit  ist.     Daruram,   mag  mir  der  verrettersch  dieb  Oltif- 
fier  werden,  so  wirt  kein  mentsch   sin  inn  der  weit,  der  mir  lu 
?erhQette,  dag  ich  inn  nüt  ertöd,    ala  er   wot  verdiennet  hat, 
und  wyll  den  künig  Corador  rächen  der  schand,  so  er  im  be- 
wißt.«    Do  der  keysser  Karly    den    ryß    verstuond    so   stoltz- 
klichen  reden,  do  sprach  er  zuo  im :   »Bot,  ich  weyü  nüt,  waz 
diu   heren  darzuo  zwingt,  das  er  mir  so  schmechlich  und  fräö'en  iü 
reden  enbüt,  angesächen  daz  ich  in  halt  für  miner  besten  fründen 
einer ,  dem  ich  früntschaft    und    dienst  bewissen  wetfc.     Siner 
tochter  halb  hab  ich  nie  verstanden,  daa  sy  änderst  gehalten 
"worden  aig  den    inn   allen    eeren ,    wie    eines    künigß  tochter 
'V'erden  sol,  und  wett  lieber  miu    krön    verloren  haben ,  dann  20 
«das  iehs  änderst  lytte.     Darumin  sag  dinera  küoiw,  er  sig  der 
manwarheit  bericht ,    und    man  habe  im  faltschlicben  zeverstän 
lieben.«     Do  Meridiauna.    die  nebend  dem  keysser  was,   ver- 
^tuond,  das  mau  sy  also  schalt   und  sehmecht,    do    sprach  sy 
ä:uo  dem  ryssen  aer  betrüept:    »Min  fründ  ,    geeredt  werd  die« 
gnad  minea  heren  und  vatters !  Wann  er  ist  übel  bericht,  das 
er  mich  also  sehmecht;  wann  syt  ich  an  dyssem  häf  gsin  bin, 
1oin  ich  geeredt  und   vvol  gehalten   worden,    bafä,    dann   miner 
person  aimpt.     Und  wyll,  daz  min  vatter  und  niuotter  wüssind, 
daa  mir  der  gräl"  Oliiffier  nach    kein    andren  rytter  nüt  dann  so 
aiJes  guotz  zuo  gemuottet  hat  und  alle  eer ;  darumm  ich  mich 
gant?.  verwundern,  wannen   har  dysae  fantassig  minem  vatter 
lind  miner  muotter  kommen   sig.«     Do  der   gräf^OUiffier  des 
J'yssen  red  verstuond,  do  sprach  er  überliit:    »Her  keysser,  ir 
'ydend  zevyl  von  dyaaem  faltschen  hudler,  der  so  schiiutlichen  as 
•^dt  vor  üwer  mayestafc  und   in    gegeuwyrttigkeyt    aller  üwer 
•'ürsten.     Dariiinm  aol  er  todt  werden,  inn  und  all  ander  leren, 
le  sy  vor  einem  keysser  reden    soiid.«     Und    wot    damit  an 


clen  ryssen.  Aber  der  hertzog  Anses  behat  inn  und  sagt  aao 
im  :  »Her  Olltffier,  ir  wrisaend,  das  er  ein  bot  ist  und  das  all 
botten  ir  botschaft  thuon  mögend  an  bindermifi  haben.«  Do 
Ferragus  Olliffiern  erkant  by  des  hertzog  Anses  red,  do  sprach 
er  zuo  im:  »Syt  das  ich  dich  erkeau,  du,  der  mins  heren 
lochter  entherodt  hast,  so  byü  ain  sicher,  ee  das  ich  us  dissera 
land  achfiid,  so  wyl  ich  die  räch  an  dir  thuon,  als  man  an 
einem  faltschen  verretter  thuon  solle  Do  ward  Olli ffier  zornig 
wie  ein    low   und   zog  sin  schwert   ufi  uad    wot   den    ryssen 

10  scblachen.  Aber  der  keysser  stuood  uff  von  sinem  aitz  und 
sprach  zuo  im:  ><>llifier,  ich  verbüt  dir,  das  du  inn  nüt  an- 
rüerest;  wann  er  ist  ein  bot.«  In  dem  kam  Morgan  t,  der 
uramfieng  Ferragus,  der  wott  uff  Ollifier  scblachen.  Also  thet 
öch  Ferragus,  und  rungend   vast    lang   mit  eiu  andren.     Dar 

•&  zwey  ryssen  ringen  was  hüpsch  zesäehen »  wann  yedwedern 
propiert  sin  stercke;  dardurch  der  heren  vil  grossen  lust  näni- 
mend  sy  säcben  ringen.  Und  do  ay  ein  andren  vast  lang 
gehept  hatten,  do  warf  Morgant  den  andren  ryssen  an  herd; 
der  thet  ein  so  grossen  val  uff  die  baetze ,  das  es  duocht ,  es 

20  were  ein  thurn  gfallen.  Darumra  vyl  anfieageud  lachen  j  wara 
im  fallen  stiea  er  Gergis  von  Thannemarck,  das  er  uff  die 
ander  sytten  fiel.  Do  sich  Ferragus  am  herd  gsach,  do  ward 
er  vast  zornig  und  stuond  wider  uf  und  sprach,  er  seyte  allen 
dennen  ab,  die  mit  im  stritten  wettend.     Do  der  gräf  Ollifier 

26  den  ryssen  verstuoud,  do  sprach  er  zuo  im:  »0  du  ungemesser 
ryß  vollen  hotfart  und  grimigkeyt,  du  retst  hochmüetigklich. 
Darum m  bit  ich  den  keysser,  daz  er  mir  urlob  gebe  mit  dir 
zeatritten;  wann  ich  allein  bab  wyllen  dir  din  grossen  über- 
muot  zenemmen  und  die  hotfart,  deren  du  voll  bist,  die  schmach 

so  rächen ,  so  du  faltschlichen  uff  frow  Meridianna  geleyt  hast 
und  uff  mich.«  Damit  schied  er  uß  dem  sal  und  gieog  und 
wapnet  sich.  Aber  diewyl  kam  Morgant  an  Feragus  mit  sinem 
kallen.  Der  nara  ein  grosse  mordtax,  so  er  by  im  truog;  wann 
er  was  nüt  an  den  enden,  da  er  im  mit  siner  schlingen  hälffen 

35  kond.  In  dem  sal  des  pallastz  fieng  ein  hertter  stryt  aii 
zwtlschend  den  zwey  rissen,  so  utnibillich,  das  keiner,  der  innen 
zuo  luogt,  willen  zelachen  hat;  dann  wenn  Morgant  sin  Wider- 
sacher  mit   sinem    kallen   erreicht,   so   macht  er   in  zittren; 


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I 


123 

Ferragnfl  macht  Morgant  Scli  vil  wunden  mit  siner  roordax, 
wann  er  was  vil  grosser  uram  ein  guotz  dann  Morgant.  Ala 
die  zuven  rysseu  strittend,  do  kam  OUifier  inn  sal  gewapnet, 
mit  dem  rjJa  Feragus  zestritten.  Aber  do  er  gsach,  das  inn 
Morgant  so  iibel  fuort  mit  sioem  kallen,  do  stuond  er  nebend  s 
sieb,  das  end  des  strjtz  zesächen.  Der  keyaser,  der  künig 
Hermin ,  Lyonfant  und  all  ander  heren  und  rytter ,  die  dem 
stryt  ziio  luogtend,  verwundrettend  sich  all,  wie  diezwen  ryssen 
so  lang  wären  möchten,  angsäehen  [bl.  G3]  die  grossen  streich, 
so  sy  ein  andren  gäben.  Der  gräf  RuoUand  gaach  ,  das  der  lo 
strit  wol  zwo  stund  geweret  hat;  do  sprach  er  zuo  Morgant: 
»0  edler  Morgant,  muofi  es  sin,  daz  ein  söllicher  unüät  so 
lang  gegen  dir  bestand  hab  ?  Ich  bit  dich ,  daz  du  vor  sovil 
edlen  fürsten  und  heren  die  groß  konheit  ertzeigestj  ao  in  dir 
ist.«  Do  Morgant  RuoUanden  verstanden  hat,  do  ward  er  ein  is 
wenig  achamhaftig  und  huob  sin  kallen  uf  mit  grosser  man- 
heyt,  mit  dem  gab  er  so  ein  grossen  streich  uflf  Feragus  hopt, 
daz  er  im  den  gantzen  köpf  zermuosset,  darumna  er  tod  nider 
ufi  die  psetze  des  sals  fiel.  Und  thet  ein  so  hertfcen  fal,  das 
der  gantz  sal  ertzittret.  Do  Olliffier  den  rissen  tod  gsach,  so 
do  ward  er  vaat  fro,  desgHchen  och  etlich  wer;  aber  der  keysser 
was  sin  bekümert,  dariimm  das  er  des  künig  Coradors  bot- 
schaft  was,  dem  er  guotz  schuldig  was  von  wegen  der  hilf, 
so  er  von  im  gehept  hat.  Inn  dysser  sach  ertzeigt  er  sich 
untniwlicb  gegen  im  und  gab  im  böß  umm  guotz.  Meridianna  as 
ward  sin  och  ser  bekümmert ;  wann  umm  des  ryßen  tod  mocht 
ey  irs  vatfeers  ungnad  dester  ee  überkommen.  Aber  sy  kond 
im. nütz  mer  thuon. 

Wie  Gaunellou  Karly  ein  brief  sant,  sin  huld  wyder 
zerwerben ,   und  wie   ßengnold  ab  dem   hat'  erkänt  m 
|Ward  und  er  und  sine  bruoder  straßröuber  wurden. 

Do  nun  Gannellon  gsach ,    das    er  mit  keiner  verrefctery, 
80  er  verbrächt,  zend  komen  mocht  und  ab  dem  häf  vertribea 
was,  do  schiebt  er  Karly  ein  brief  by  einem  botten,  inn  dem 
thet  er  im  kutit,  er  were  unnrecbtlich  ab  sinem  häf  vertrjben  s5 
und  an  einichertein   schuld.     Dar  uram    bette   er   inn  im    ver- 


J 


124 


liängen,  das  er  wider  Icenmie;  so  wett  er  sieh  verautwurtten 
der  dingen  halb,  so  man  uff  inri  leyfcte.  Darauo  vermeine  er 
üüt,  das  er  im  nach  andren  semlicbs  thän  hab,  dardurch  er 
also   vertrihen   sin   solle.     Do   der   keysser   des   briefs    Inhalt 

6  verstanden  hat,  do  sünftzet  er;  wann  Gannellon  was  im  lieb, 
wann  er  was  ein  hupscher  reder  und  ein  grosser  zentzler. 
0  ist  es  ein  grosser  schad ,  wenn  ein  fürst  den  zentzlern 
gloupt!  Wann  durch  sy  sind  grosse  übel  beschächen  und  btü- 
echächend  stetz  an  der  forsten  hoffen  und  andern,  die  da  bäf 

it>  haltend,  Oeh  beschieht  es  mit  den  orentragern.  Aber  sy  sind 
uff  den  hüttigen  tag  die,  so  man  am  liepsten  hat  inn  der 
riehen  hüssern,  dardiirch  vil  unschuldig  gelytten  band.  Und 
es  kumpt  als  von  lichtlicb  glouben,  daz  ist  das  gröst  übel, 
das  an  einem  fürsten  ist,   der  vyl  voleks  under  im  hat.     Der 

16  keysser  Karly  enbot  Gannellon,  daz  er  inanlichen  wider  zebäf 
kenime;  wann  inn  hett  nieniuian  vertrihen  dann  er  sich  selbs. 
Darumm,  wenn  er  kommen  wett,  so  raliefete  er  wider  als  wol 
sin  fründ  sin  ,  als  er  ye  gsin  wer.  Do  (Tannellon  den  brief 
hesach,  so  im  Karly  schickt,  do  kam  er  gen  Paris  an  vertzug 

80  und  gruolzt  den  keysser.  Do  inn  Karly  ersach,  do  stuond  er 
uf  und  umfieng  inn  und  sprach  zuo  im :  »Graf  Gannellon,  sind 
mir  wilkommen!  Ir  sind  lang  ab  minem  haf  gsin,  ir  band 
nüt  ursach  gehept  semlichs  zetbuon.  Wann  ich  gloub  not, 
das  da  ein  mentsch  sig  ,  der  so  frisch  were  üch  etwaz  zeleyd 

aä  zethnon  an  min  gebot.«  »Her,*  sprach  Gannellon,  »ich  sagen 
üch ,  geh  waz  man  üch  von  mir  gesagt  hab ,  [ich  hab]  nie 
kein  ding  thän  nach  wellen  thuon  nach  zuo  füegen,  das  üch 
nach  üwerm  keyserfchuoui  schaden  brechtp.«  Do  der  gräf 
Rengnold  gsach,  wie  der  keyser  Gannellon  empfangen  hat,  do 

30  sprach  er  zuo  Ollifier  inn  bysin  Ruoüanden:  »Min  vetter,  ich 
verwundern  mich,  wie  der  keysser  dissen  verretterso  lieb  haben 
inög,  der  uns  sovil  verdrieß  an  thän  bat  und  der  gantzen 
Ckrystenheyt.  Wann  het  unser  her  nüt  darin  gesechen,  so 
was  er  ursächer,  das  die  gaotz  Krystenheit  inn  sorgen  zever-  * 

w  lieren  was.  Wenn  dem  keysser  wol  geratten  wurd,  so  ließ  e 
inn  töden,  oder  er  leytte  inn  inn  ewige  gfäncknus;  wann  läp 

7  0  an  ha.;  b.  aiun. 


er  lang,  so  wyrt  er  die  j^antz  Kristenheit  inn  groß  jämmer 
und  not  [bl.  (i4]  bringen,«  Ollilier  sprach  zuo  Rengnold : 
»Vetter,  ich  bekenn,  das  du  die  warheit  saget;  aber  der  raentseh 
mag  zum  dickern  mal  das  übel  nüt  verkomraen,  so  im  be- 
gegnen sol.«  Der  kflnig  Hermin  naui  urlob  von  Karly,  defi-  a 
glichen  LeoutViüt  und  all  ir  volek.  Ruolland,  Rengnold  und 
Oliifier  gäbend  innen  daz  gieyt  vast  wyt  und  nammen  urlob 
von  innen  und  ritten  wider  inn  die  atat.  Und  der  künig  Her- 
min fuor  inn  sin  land.  Aber  unglüek,  das  sich  dem  man 
verglichet,  der  da  wachßfc  und  sehwint  inn  kurtzen  stunden  lo 
und  inn  einer  gstalt  nüt  belipt ,  und  denuen  fyend  ist ,  die 
l'röud  haben  inn  disser  weit,  wott  sin  willwänkykeit  ertzöugen 
und  befcrüebeu  die ,  so  inn  frid  und  fröuden  wären.  Wann 
eines  taga,  als  die  füraten  inn  fröuden  wäreud,  begab  ea  sieh, 
das  Rengnold  und  Otlifier  inn  unneinigkeyt  mit  ein  andren  10 
kämmend,  als  sy  den  bsil  schJuogen,  so  groü,  das  Olliffier  nach 
vyl  wortten  zuo  Rengnold  sagt  inn  verwissung:  »Rengnold, 
es  was  nie,  das  du  nüt  bofferfcig  und  stoltz  werest ,  also  das 
du  durch  din  übermuot  zum  dickern  mal  sagtest,  da  du  unn- 
recht  hattest,  du  bettest  recht.  Darumra  bin  ich  nut  mer  inn  ao 
willen  es  von  dir  zelyden ,  dann  waz  recht  ist.«  Rengnold 
sprach  zuo  im:  »Dich  dunckt,  darumm  das  Meridianna  hie 
zuo  gegen  sig,  so  törtfe  dich  nieraan  ansechen.  Ich  wyll,  das 
du  wüssest,  das  ich  als  hüpsch  und  als  gnot  angsächen  hab, 
als  du  bist  nach  werdest  din  läbeH  lang.«  Zuo  letst  wärend  25 
Reognolden  und  Oltifieren  red  so  hochmUetig,  das  Oliifier  die 
band  uff  hat,  Rengnolden  damit  in  das  antlyt  zesfblachen; 
aber  Meridianua  behuob  in.  Dar  durch  Rengnold  vast  zornig 
ward  und  wott  an  Oliifier  geweßt  sin ;  aber  gräf  Ruolland 
huob  inn.  OUiöer  gieng  und  leyt  sin  barnisch  an  und  kam  so 
an  Rengnold  mit  ußgetzucktera  schwerfc.  Rengnold  hat  kein 
wer;  daz  nun  Ollifieren  ein  grosse  naehred  was,  das  er  ein 
mau  angreif,  der  kein  wer  hat.  Aber  doch  der  herfczog  Anses 
und  Ruolland  behuobend  Oliitieren,  das  er  Rengnolden  nüt 
thefc.  Der  keyser  hört  daz  «sschrey  ,  der  fragt,  waz  es  were.  ss 
Gannellon,  der  by  im  was,  saf^t  zuo  im:  »Her,  es  ist  Rengnold, 
Amens  aun,  der  ist  so  übermiiettig,  das  er  alle  die  an  üwerem 
häf  straffen  wyll,  und  hat  durch  sin  übermuot  mit  gräf  Oliifier 


ä 


ein  hader  angfangen.«  Der  keyaser  kam  da  hin,  da  das 
gschrey  was,  und  sprach  zuo  Rengnold  :  »Eis  was  nie,  das  du 
nüt  stoltz  und  hoffertig  werest,  und  hast  durch  din  überm uot 
zum  dickern  mal  min  häf  nnd  volck  bt^trliept,    das    dich    ein 

6  mal  wol  gerüwen  darf.«  Do  Rengnold,  der  da  nach  ganU 
zornig  was,  verstnond,  das  inn  der  keysser  beschalekt,  do  mocht 
er  nüt  gedult  habeu,  sunders  sprach  zornigklich  zuo  iin  :  »& 
ist  nüt  war  das,  so  ir  sagend;  wann  Ollifier  bat  es  zersteii 
angfangen.      Aber    durch    uramhartragen    etlicher    zentzlern 

10  und  verrettern,  die  umm  (ich  sind,  yertribend  ir  die,  so  besser 
sind  dauu  sy,  daz  üch  nun  nüt  ein  gros^^e  TernÜnft  ist,  und 
ertzeigend  wol ,  das  ir  die  nütsöllenden  lieber  band  dann  die 
frommen,  und  das  dennen  baß  vergulten  wirt,  die  üch  unner 
zuo  fliegen  dann  denneo,  die  üch  eer  und  dienst  bewyssend.« 

16  Do  der  keyser  verstuond,  das  in  Rengnold  also  straft,  do  ward 
er  ser  betrttept  und  scbrey  überlut :  » Wolluf,  ir  heren,  fachend 
mir  dyaaen  Inren ,  der  mich  also  kumpt  schänden  in  minem 
pallast  inn  gegen wirttigkeyt  aller  miner  forsten!  Ich  schweren 
fich  by  allen  beigen ,    würt  er  nüt  gfangen ,   daz    ich  üch  all 

ao  trurig  machen  wyjl;  wann  ich  will,  das  er  gestraft  werd,  den 
andren  damit  ein  byspil  ertzöugen.*  Do  Rengoold  verstuond, 
das  der  keyser  gebot,  das  er  gfangen  wurd ,  do  ward  er  vast 
übel  zefriden  und  zog  sin  schwert  uß,  daz  im  worden  was, 
und  sprach  überlut:    »Das  nun  kein  mentsch  so  manlich  sig, 

26  der  die  band  an  mich  legge !  Wann  ich  schweren  by  dem, 
der  mich  geschaffen  hat,  das  ich  den  ersten,  der  sich  zuo  mir 
naehet,  inn  söllicher  gstalt  xuo  rüsten  wyll,  das  er  kein  mentscb 
mer  fachen  muoß.«  Do  Ruollaud  Renguolden  also  gar  er- 
wärmet gsach,  do  sprach  er  zuo  im  :  »Min  vefcter,  ich  bit  dich, 

so  das  du  dich  ein  wenig  zitz  ab  dem  häf  thüegest ,  untz  das 
miuem  vetter  der  zorn  vergangen  sig.«  Rengnold  wüst  wo), 
daz  im  Ruolland  ein  guotter  ratt  gab ;  darumm  er  ylleutz  uff 
Bayart  saß  und  reyt  gen  Muntabant.  Der  keyser  was  ser 
betrüept  umm  daz,  so  Rengnold  auo  im  gsagt  hat ,  und  Ver- 
as saml  et  sin  rät,  zeerkunneu,  wie  er  sich  an  dem  sun  Äraon 
rächen  aött,  der  inn  also  hat  heyssen  lieggen  för  sinen  fürstnii, 
•Rnolknd  was  der  erst,  der  da  redt,  und  sprach:  »Her,  gefiel 
es  üch,  so  land  Rengnolden  den  zorn  ein  wenig  vergän !  Dar- 


nach   thuon  ich  mich    «ß,    das   ich   verschaffen    will,   das    er 

kommen  muoß  für  üch  nid  er  kiiuvveu  und  vou   üch  giiad  he- 

gereii  uram  die  wort,  so  er  gaagt  hat.     önd  mit   dysser  wyß 

werden  ir  frid  mit  im   habeu.     Und    wenn  ir  wol  ermessend, 

waz  mans  er  ist,  und  die  grossen  guothet  und  hilf,  so  er  der  s 

gantzen   Kristenheyt  be wissen  hat,   so  werdend  ir  finden,  daz 

[bl.  65]  er  ein  man  ist,   Ton   dem  man  billich  etwaz  kleiner 

mißtbät  liden  sol  und  des  bywäuung  laau   gern  begeren  boI; 

wann    er   ist  ufi'   den  hüttigen    tag    der    aller  mechtigest  und 

nianlichest  ritter  inn  aller  Kriatenheifc.    Und  dis  alles  ermessen,  lo 

so  dunckfc  mich,  ir  sollend  minem  rätt  volgen.«     »FiuoUand,« 

sprach  Karly,  »ich  erkenn  wol  durch  din  red,  das  du  Keng- 

xolden  vast  gatäst  und  bist  ursächer,  daz  er  hinweg  ist;  nnd 

werestu  nüt  gsin,  so  wer  er  gfangen  worden,  so  het  ich  mich 

gerochen  der  fräfflen,  so  er  an  mir  und  an  minem  volck  zum  i5 

Kickern  mal  begangen  bat  durch  sin  hofiart.     Und  ich  sagen 

dir,    das  du  nüt  sovil  ze wegen  bringen  magst,   daz  ich  mich 

Tiüt  an  im  räche.     Ich  gedenck  nach  wol ,    daz    er   durch  sin 

hoffart  min  vetter  Berchtold  ertödt,  den  ich  so  lieb  hat.     Des 

selbigen  tod  hab   ich  im  vergeben  von   dinet  wegen  und  von  m 

den  andren  fürsteu    wegen,    aber    nun   will    ich    mich  an  im 

rächen,  oder  er  muoß  niemmer  mer  an  minen  häf  kommen.« 

Do  hertzog  Anses  gsach,  das  der  keyser  so  gar  ertzürnt  was 

über  Rengnolden,  damit  und  grösser  übel  vermitten  wurd,  rielt 

er  Karly ,  Rengnold  söt  ab  dem  häf  verrüeft  werden,  so  lang  25 

es  im  gfielle.     Do    Kariy    des  hertzog  Anses   rätt    verstuond, 

do  sprach  er  zuo  im:  »Hertzog  Axisea,    üwem   rät    ist   guot, 

und  das  ist  nüt  das  erst  mal,  daz  ir  mir  wol  geratten  hand. 

Darumm  will  ich,  das  von  stund  an  mit  einer  trummetten  uß 

gerüeft  werde  inn  der  gantzen  stat  Paris,  Rengnold  von  Mun-  30 

tabant  sig  nß  dem  küngkricli  Franckrich  erkent.«     Do  AstoJf, 

der  Engellander,  verstuond,  das  Karly  wott,  das  Rengnold  uß 

dem  küugrich  erkent  wuJrde,  do  ward  er  vast  trürig  und  sprach 

2U0  Karly:  »Her,  mich  dunckt,  üch  sig  übel  geratten,  das  ir 

deu    gräf  Rengnolden    uß  Franckrich    erkennen  wend;    wann  36 

ich  wyll,  daz  raengklicher  wüß,    das    kein  ritter  inn  üwerem 

küngkrich  ist,  der  baß  uff  zenthalten  sig  dann  der  sun  Amon. 

Dud  icli  sag  üeh  zuo ,    das   es   üch  gerüwen    wirt  in  kurtzen 


m 

Sitten,  und  wetfceud,  das  irß  nüt  thän  bettend.«  Olli fier  sprach, 
geb  waz  er  sagte,  Renguold  aöt  ab  dem  !iäf  vertriben  werden 
und  er  het  es  wol  verdiennet.  Do  redt  der  faltech  Gannellcm, 
der  sprach:  >Her,  mich  diinckt,  syt  üch  Reugiiold  hat  heissen 
6  lieggen  vor  sovil  hocher  forsten,  das  er  den  tod  wol  verschulten 
hab-«  Do  Karly  Ganaelloii  verstuond,  do  gebot  er  von  stund 
an,  da»  sin  gebot  verbrächt  wurd ;  dar  durch  der  gräf  Reng- 
nold  uß  dem  künigrich  erkent  ward.  Von  deren  erkantnuß 
vil  lütten  vil  Übels   darntä    entsprang ,    als   ir    hienach    höre« 

10  werdend.  Do  der  künig  uli  Engelland  gaach,  das  kein  wändung 
was,  das  Rengnold  nut  nfi  Franckrich  erkent  wurd,  do  schied 
er  von  Paris  und  reitt  gen  Muntnbaiit  und  ertzalt  Hengnolden, 
wie  er  uiä  Franckrich  verbant  were  worden.  Do  Rengnold 
verstuond,  das  er  durch  Gaiiellons  rMt  uß  Franckrich  verbant 

ifi  worden  was,  do  achwuor  er  zetuasend  m allen,  er  wett  sich  an 
im  rächen  und  an  allen  deunen,  so  an  sinem  verbannen  ur.-i?acli 
wärend.  Demnach  sprach  er:  »Mio  vetter,  ich  erkenn,  daz 
du  mich  und  mine  brüeder  iieb  hast.  Darunim  wjll  ich  dir 
ein  sach  sagen,  so  ich  erdächt  hab,  das  wir  thuon  wend  Karly 

20  zeleyd,  daz  ist:  wir  wend  rouben  und  nider  werffen  all  unser 
uachpuren,  so  uram  uns  sind,  und  och  alle  die,  so  durch  difi 
laud  faren  werdend,  geb  waz  stätz  und  wessens  sy  aigend,  sy 
aigeod  guot  oder  böß,  und  daz  keiner  für  fare,  er  werd  untz 
uff  das  henibd  abgetzogeii,  und  widert  er  sich  ,  daz  er  getödt 

2B  werde.«  Astolfo  sprach,  er  were  sin  wol  zefriden  und  wett 
ein  guotter  röuber  sin,  und  inn  belangette ,  das  er  im  holtz 
wer  die  berouben,  so  für  füerend,  und  wettend  mit  dem  gwun 
guot  gschir  machen.  Magis  und  Rengnoldeu  brüeder  wärend 
all  willig  in  der  gselschaft  zesin.     Darum m  sy  in  kurtzer  zit 

so  all  ir  nachpuren  beroupten  ;  wann  sy  Messend  weder  edel  nach 
unnedel,  kilchen  nach  klöster,  die  sy  nüt  all  berouptend;  keiner 
fuor  für  Muntabant,  der  nüt  von  stund  an  alles  das  verlur, 
ao  er  hat,  und  wenn  sich  etwar  widert,  so  ward  er  von  stund 
an  ertödt.     Die  sön  Amon  verbrilchten  sovil,  dus  alle  die  des 

35  landtz  genöttiget  wurdend  ire  hüsser  zeverlässen  und  inn  ander 
gegninnen  zefaren,  also  daz  die  mere  Kstrly  für  kannuen;  wann 
die  lüt  kämend  all  tag  sich  vor  im  klagen  umm  den  uberinuot 
und  roubery,    so   die  sün  Amon    an    innen   begiengend.     Des 


129 


annellou  vast  fro  was,  darait  Karly  deat  grossere  ursach  hett 
sich  an  im  zerächeti  und  an  sineu  bruoderi].  Dtirumtn  er  eines 
tags  zuo  KarJy  sprach:  »Her,  gesechetad  ir  iiüt  die  grosacti 
Iclegfc,  die  tüglichen  an  üwern  häf  komiueti  von  den  suu  Äniou 
der  grossen  roubery  und  diebstsil,  so  sy  utt"  üwern  underthäunen  s 
begänd?  leb  verwundern  mich,  das  ii  sy  nüt  änderst  straffend  ; 
mich  dunckt,  ir  tbilegen  im  nät  recht,  daz  irs  so  lang  lyden. 
Ir  gsächeud  nun  wol,    das    üwer   häf  ganta  styl  ist  und  kein 

tkurtzwyl  da  nüt  tribeu  werden  uü  ursach,  das  etlich  des  be- 
ttbnert  sind,  [bl.  6Ü]  das  der  dieb  Rengnold  ab  üwerm  häf  lo 
verbaut  ist,  und  ander  sind  sin  fro.  Und  also  ist  einer  dem 
andern  zeüeb  äu  früud  und  kurtzwil.  Darumin,  her,  ritten 
J  ich  üch,  das  ir  ein  stächen  zuo  rüsten  lassend  zuo  Paris,  das 
ir  öwern  bäf  wyder  erfröwind.  Und  länd  es  in  allem  üwerm 
kiinigkrich  uß  rüeffen  f«  " 

Wie  keysser  Karly  ein  stächen  zuo  Paris  uß  rüeffen 
ließ,  und  wie  Rengnokl  dahin  reytt,  und  wie  Astoll' 
gfangen  und  Karly  uberantwurt  ward  von  Gannellon, 

Der  keyser  Karly  nani  ein  woUust  ab  Gannellons  red  und 
Wnioft  ein  herold,  dem  gebot  er,  das  er  ein  stächen  «ß  ruoffte  ao 
uff  den  ersten  tag  Ougsten  inn   unser    frowen   inseln    nebend 
Paris,     Der  herold  thet  des  keysers  gebot;  dardurch    die  stat 
Paris  inn  kurtzer   zit    vol  fürsten    und    ryttern  ward,    die  da 
kümmen  wären  zesfcächen,  deßgliehen  och  vyl  frowen  und  junck- 
f«>wen,  die  kommen  wäreud  das  stächen  besächen.     Gaunellon  25 
tat  ein  vetter,  der  was  ein  hüpscher  junger  rytter,  der  hieß 
GryflFon  von  Haultefueille.     Zuo  dem  sprach  Gannellon  :  Ȁtiin 
fetter,  ich  will ,    das  du  stächest  uif  dissem  stächen ;  so  wyll 
ich  dich  vast  kostlich  zuo  rüsten,    damit    das  die    lüt,    so  da 
Wjueiid ,   erkennend,   das   du    von    hochem    und  mecbtigem  30 
*Umuien  sigest.     Aber  du   muoat  öch    ertzeigen,    das    du   ein 
"tonlicher  rytter  sigest  und  den  pryß   des  stächens  überkora- 
■ßtst,   das    du   lychtlieh    thuou  magst;    wann    der   verbannen 
^ngnold  vvyrt  nut  tbä  sin,  und  liuoüand  ist  och  ab  dem  häf. 
Dariuam,  ist  neyüwas  manheyt  in  dir,  so  kumstu  wol  mit  den  sb 
"Ddren  nachar.«     »Vetter,«  sprach  Gryffon,  »ich  hof  mich  so 

Uocjj«ut  der  rleso  ^ 


130 


redlich  zehalten ,  daa  du  und  alle  die  von  unseretü  stammeu 
ursach  liabend  aich  minen  z.erüemmeii,«  Magis,  Rengnolden 
vetter,  wüßt  die  mere  desstächena;  daruram  er  eines  tags  zuo 
Rengnold  sprach:  »Min  vetter,  der  keiaerKarly  hat  ein  stächen 

6  lassen  ufi  rüeffen  zuo  Paris  utf  den  eraten  tag  Ougsten.  Es 
werdend  vjl  guotter  rittern  da  sin.  Wyltu  dahin  rytten,  so 
wyll  ich  dich  und  din  gselschaft,  och  üwere  pfert  verkeren, 
das  üch  niemand  bekennen  umoü.c  »Vetter,«  sprach  Rengnold, 
iwüJä,   das   daa  stächen  an  mich  nüt  beschechen  luuolä !    Und 

Kl  wyll  mit  mir  nemmen  Astolfo,  den  edlen  heren  iiiä  EngeUatid, 
und  min  bruoder  Eichart;  Ällard  und  Guchart  müesseud  Mun- 
tahant  verhüetten.«  Kengnold  und  sin  gselschaft  rüstend  äich 
und  fuorend  uff  die  strafe  zum  alier  schnellisten  gegen  Paris 
zuo.     Und  do  sy  zenechst  by  der  stat  wärend,  do  herbergetlen 

16  sy  sich  inn  der  vorstat  inn  ein  viist  arme  herberg ;  wann  sy 
wottend  nüt  by  den  andren  sin  ulä  forcbt,  sy  wurdend  kent. 
Do  der  tag  dea  stächeui^  koiunien  was,  do  gieng  der  kejser 
und  die  alten  rytter,  die  nüt  stächen  wottend  ,  uflF  die  brügi", 
und  och  die  frowen  und  junckfrowen ,   daa   stächen  besecben- 

äo  Do  kämmend  die  rytter,  so  stächen  wottend,  ufiF  den  pläu, 
y etlicher  nach  ainem  vermögen.  Eä  beachächeud  am  anfang 
vast  schöne  stächen.  Rengnold  schickt  sin  bruoder  Rich»rL 
bekleyt  in  schiitners  wyß,  sächen,  wie  daz  stächen  were.  Er 
hat  ein  taifatte  binden  vor  sinem  angsichfc  ufi  forchfc,  er  wurde 

^'>  käut.  Als  er  da  hin  kam,  gsach  er  Gryffon  von  jHaultefueilla, 
der  kam  uff  den  plan  vaat  kostlich  gewapnet  und  berytten. 
Und  des  ersten  rytz  stach  er  fier  rytter  ab,  dar  durch  er  vast 
gelopt  ward  von  den  fürsten ,  frowen  und  jatickfrowen,  t>o 
Richart  gsach  ,   das  das  stächen  angfangen  was ,    do    kart  er 

30  wider  zuo  Rengnold,  sinem  bruoder,  und  sprach  zuo  im:  »Min 
bruoder,  daa  stächen  ist  angfangen.  Und  aind  vyl  rittern,  und 
under  denuen  allen  ist  einer,  der  tript  wunder:  er  schlecht 
rytter  und  pfert  nider.«  Do  sprach  Rengnold  zuo  Ästolf-' 
»Min  Vetter,  wyr  mögend  wol  zelang^beliben.«     Sy    wurderfd 

sa  bald  gewapnet  und  sässend  uff  ire  pfert  und  rytten  durch 
Senua  und  kämmen  dahin ,    da  das  stächen  was.     Ir  harniscii 


4  Karly]  keyaer  ha. 


wärend  so  fröumbd,  das  sy  nieman  kant.     Do  sy  da  hin  kom- 
men wärend,  do  kam  OUifier  gewapnet  uud  berytten  vaat  kost- 
licheD  inu  unbekantten  kleidern,    also   das  inii  Reagnold  nüt 
kant.     Er  reyt  J?egen   Rengnolden,  und  Rengnold,  der  in   nüt 
bekant,  kam  gegen  im.     Und    des    ersten    stichs   zerbrächend  6 
sy  ire  sper  ,  des  andern  stichs  fiel  OlHfiers  pfert  uff  die  knö, 
and   RengnoLd    traf  Ollifier   den   heim,    also   daz   er   im    den 
[bl.  67J  vom  köpf  reyla ;  darumm  er  von  mengklichem  erkent 
ward.     Do  Renguold  gsach  ,    daz    es   Ollificr  was,    do    hat  er 
willen  sich  an  im  zerächeu  und  in   töilen  ,  darnach  gen   Mun-  'u 
tabant    fluchen;   doch   sagt  er  zuo  im  selbs ,    es    were  im  ein 
grosse  seband,  angesechen  das  im  duz  hopfc  entwupnet  vras,  und 
das  er  sin  fründ  was   und  ocb ,    daz    sy    so  lange  zyt  gsellen 
wider  die  beiden  gsin    wärend.     Darumm    er    ein    ander   aper 
uam  und  stach  mit    einem    rytter    von    Ganellons    geschlächt,  ifi 
den  stach  er  zuo  erden.     Darnach    begegnet   im  Gryffon   von 
HauJtafueilla,  der  stach  es  als  nider;  dem  gab  er  ein  semlichen 
stich  mit  dem  sper,  dan  er  roß  und  man  nider  uff  ein  hutfen 
stach.     Darumm   Gryffons  hoclifart  ein  end  hat  und  alle  hoff- 
nung,  die  er  hat,  den  pryß  des  stächens  zeüberkommen.    Astolf,  jo 
der  her  von  Engelland,  stach  mengen  rytter  ab.     Als  Rengnold 
zentummbar  reyt,  da  fand  er  CJannellon  uff  sinem  pfert,  ge- 
aenipt  Matteseüon,    und    was   kostlich   gewapnet.      Rengnold 
kant  inn  wol  und  kam  gegen  im  mit  louffendem  pfert  und 
»lach  iiiQ  mit  sinem  sper  mit    söllicher   stercky ,    das   er   rofi  ac 
and  man  nider  stach.      Dem  nach  wott  er  uff  inn  yllen,  aber 
kämmend  iren  sovil  von  Ganoellons    geschlächt    im   zehilf, 
■B  Rengnold  genöttiget  ward   in    zeverlässen.     Darnach  reyt 
zeut  umhar  und    stach    alle  die  ab,    so   im    begegnettend. 
Was  sol  ich  lang  darvon  sagen  ?    Der   pryü   ward    im  geben :  so 
die  frowen  achicktend  im  yetliche   ein    kostliche  kleinott  und 
sagtend ,  er  were  der   manlichest  rytter.     Nach    dem    stächen 
fyttead  Rengnold,    Astolf   und  Richart  wyder   in  ir  herberg. 
^0  Gannellon  gsach,  das  ein  ritter  ursach  was,  daa  er  nach 
lifiner  sines  geschlächtz  (deren    wol  fünfhundert  wärend,    alias 
'ast  mechtig,  aber  sy  wärend  all  verretter    und    faltsch)  den 
Piyfi  des  stächens  nüt  gehept  hattend,  do  ward  er  ser  leydig. 
Und  nam  wol  XX XX  sines  voicke  und  gieng  inn  die  herberg^ 


n 


Id2 

da  KeugDoId  uad  sine  gsellea  vräreuil.  Die  warend  nach  im 
harniscb,  und  es  kam  innen  wol;  wano  Ganuellon  und  sine 
gsftUen  gr_yffend  sj  au.  Und  ay  staltend  sicli  zuo  wer,  aber 
sy  wärend  not  die  sterekern;    wann    der    her    von  Engelland 

6  ward  gfangen,  und  Rengnold  und  Ricliürt,  sin  bruodtjr,  flucheud 
hinweg  zum  sehnellisteu,  ao  sy  mocliten-  So  bald  Gaiuielion 
Astolf  gfangen  hat,  ließ  er  im  den  helra  ab  tluiori,  dardurch 
er  inn  erkant,  und  sprach  zuo  im  :  »Nun  erkenn  ich,  daz  du 
der  faitsch  dieb  bist,    der    mit  Rengnold  und  sinen   briiedern 

10  ein  mörder  und  sträiärouber  worden  ist ,  und  hast  in  dysseni 
kängkrich  sovil  Übels  begangen  und  vyl  den  keysser  und  ulleo 
häf  betrüept.  Aber  nun  ist  die  xyt  kommen  ,  daz  din  mifi- 
handel  gestraft  wyrt;  wann  icli  weyß  wol ,  so  bald  dick  der 
keyser  hat,  wyrt  er  dich  häncken    lassen,  als  du  wol  verdieaet 

16  hast.«  Do  der  kiinig  Astolf  Ganellon  also  hört  reden,  do  gab 
er  im  kein  antwurt.  Er  ward  gen  Paris  gfüert,  Karly  über- 
antwnrt;  zuo  dem  sagt  Gainnellon:  »Her  keyaer,  ir,  der  da 
ist  ein  oberer  des  rächten,  ich  bring  üch  hie  ein  man,  das  ist 
der  her  von  Eingellaad,  den  bekeauend  ir  gDuogsamklicli.    Ir 

üo  wÜBsend,  wie  er  zum  dickern  mal  tiwern  häf  betrüept  hat  ud 
wie  er  sich  sydhar,  nach  dem  und  Rengnold  ufi  üwerm  küngk- 
rich  banlt  ward ,  inn  sin  und  siner  bruodern  gselschaft  tiän 
hat,  die  sind  all  mörder  und  sträsröuber  worden  und  läud  weder 
edel  nach  koufflüfc,  die  sy  uut  beroubend,    und  uemmend  du, 

85  so  sy  band ,  und  wenn  sich  neyßwar  gegen  innen  wert,  der 
wyrt  von  innen  ertödt.  Daruram,  her,  ist  keiner  under  inneUi 
der  da  niit  habe  den  tod  verachnlten  nach  recht  und  urUüi 
insunderheyt  disser  hie ,  der  an  üwer  erlouptnus  üwern  häf 
verlassen  hat  und  sich  vereinbart  hat  auo  üwerm  fyend.     üa* 

3!)  ramm  sond  ir  inn  töden  lassen ;  wann  er  hat  es  wol  verdieut, 
nüt  nun  ein  mal,  sunders  zum  dickern  mal.«  Do  Karly  Gan- 
nelloD  verstuoud ,  do  ward  er  vast  zornig  gegen  Astolf  uad 
gebot  von  stund  an,  daz  er  inn  ein  atarcke  gfenckuus  gekyt 
wurd ;  so  wott  er  vast  bald  so  grussarae  straf  begän,  das  diu 

sa  andren  bispil  darby  uemmen  müestend.  Demnach  als  Rengnold 
von  Paris  gescheiden  was,  er  und  sin  bruoder  Riebart  rytteod 
sovast,  das  sy  gen  Muntabant  kämmend,  ser  betrüept  ab  AstoaO 
fäehung.     Rengnold  sprach  :  »Ach,  min  vetter,  böß  istdert»^ 


gsin,  da  ich  dich  gen  Paryß  gfüert  hal>,  das  du  gfangen  wor- 
den hisfc.     Ich  yrejSi  wol,  das  dich  Karly  wirt  hüncken  Icissen 
durch  des  faltscheii  verretter  Ganellons  ratt.     Aber  ist  es  also, 
das  er  dich  töden  laßt,  so  wird  ich  niemer  tner  fröud  in  minem 
hertzen    haben.«     Als    sich  Rengnold    klagt    umm   sin    vetter   5 
Astolf,  do  kam  Huollaiid  geo  Muutabatit;    des  Renguold  und 
sine  bruodern  vast  fro  wärend.     Do  Rengnold  sin  vetter  Ruol- 
land  ersach,  do  sprach  er  zuo  im:  »Min  vetter,  biß  mir  wyl- 
kommen!  Ich  bit  dich,  das  du  mir  niere  sagest  von  häf.«     »Min 
Tetter,«  sjfrach  Ruolland,  »ich  wüßte  dir  nüt  für  war  darvon  lo 
zesageii;  dann  do  ich  gsach,  das  dich  der  keyser  ab  sinem  häf 
[bl.  68]   verbant  hat,   wnd  daz  durch  rätt   des  verretter  Gan- 
nellons  ,  do  bin  ich  den  tag  darnach    ab  dem  häf  geacheiden, 
als  einer,    der   des  bekümert  waa,   das  er  durch  veretter  und 
rentzler  geregiert  wyrt,  und  bin  sidhar  inn  Brettannia  gewessen  i» 
die  zyt  vertriben.     Demnach  bin  ich  kommen  dich   besecben, 
4ber  mich   dunckt,  du  und  mine  vettern,  dine  brüieder,  sigend 
all  betrilept.     Darunim  bit  ich  tich ,    daz    ir   mir   die    ursach 
üwers   zorns    sagen.«      »0,t    sprach    Rengnold,    »min    vetter, 
weyßtu  es  nüt?  Das  gröst  ungiüek  inn  aller  weit  ist  uns  be- 20 
gegnet.«     Damit  ertzalt  er  im,    wie   sy    uflF  dem  stächen  zuo 
Paris  gsin  werend,  und  wie  Gannellon  nach  dem  stächen  und 
wo!  viertzig  sities  geschlächtz  sy  angriffen- hett,    und  wie  sy 
sich  gwert  betten.     Aber    wie    wol  sy  sich  gwert    hetten,   so 
were  ir   vetter    Astolf  dennecht   gfangen   worden   und    Karly  so 
,    uberantwiirt,  und  er  furchte,  er  wurd  in  töden  lassen.     Und 
das  were  die  ursach  irs  leydtz.     Do  RiioUand  verstuond ,  daz 
•ler  künig  von  Engelland  gfangen  was,  do  sorget  er  wol,  der 
keyser  wurd  inn  töden  lassen  durch  der   verrettern  rätt.     Er 
sprach  zuo  Rengnold;    »Min  vetter,    byß   nüt   trurig!   Wann  so 
wyll  Karly  unsern  vetter  toden  lassen,  so  verheyssen  ich  dir, 
das  ich  im  soiüche  bylf  geben  wyll  mit  miner  person,  das  ich 
inn  vor  dem  tod  behalten  wyll,    oder    ich    will  och  sterben.« 
*Min  vetter,«  sprach  Rengnold,   »ich  dancken  dir  dins  guotten 
willens  und  ich  verheissen  dir  by  der  trüw,  die  ich  dir  schuldig  as 
"iö,  daz  ich  dir  nüt  feilen  will;  wann  ich  bin  inn  willen  mit 
•l''"  zesterben ,    oder   unser  vetter  Astolf  muoß    erlößt  werden 
'o^Ti  tod.     Wyr  wend  min  bruoder  Richart  mit  uns  nemmen.j 


184 


der  ist  wol  eins  maofi  werfet.«  »Du  retst  recbt,«  sprach  Ruol- 
]and.  Die  dry  ritter  wapnetten  sich  und  machten  sich  ufF  die 
sträß  und  ryttend  so  vast,  das  sy  gen  Saut  Denisseus  kamnieud; 
da  hertergettend  sy  sich,  untz  daz  sy  raere  vernemmend  von 

6  häf.  Sy  gäbend  sich  nietnmaud  zerkeunea,  sunders  hieltend 
sich  zum  aller  atyllesten,  so  sj  koudend.  Sj  schiektend  Türiuj?, 
RuoUanden  schiitner,  zum  dickem  mal  uff  die  lautsträß,  ze- 
sächen ,  ob  er  uiemman  von  Paris  gseche,  ob  er  etwaz  ver- 
nemme  ab  deuj  häf.     Eines    tags   stuond  Gaauellon  vast  früe 

;o  uf  und  gieng  iim  paltast;  da  fand  er  den  keyseF  und  sine 
fürsten,  2uo  dem  sprucli  er :  »Gerechter  her  keyser,  ir  wüssend, 
daz  ir  schuldig  sind  gericbt  und  recht  zehalfcen  und  sprächen, 
das  ist:  die  guofcten  zevergälten  und  die  hijssen  zeaträffen.  Es 
ist  war ,    das  Aatolf  inn  uwer  gfancknuß    lyt  durch  sine  vcr- 

iB  dienst  wie  ein  sträßröuber,  und  der  sich  gsellet  hat  zuo  öwerm 
fjend,  daz  ist  Rengnold ,  der  sun  Anion  ,  der  üch  sovil  tDäl 
erfczürnt  und  liwern  häf  betrüept  hat.  Darum m  dunckt  raicl, 
ir  sollend  recht  über  inn  lassen  gän  und  inn  urteillen  zehäncken 
an  galgen  zuo  Muntfalckon  zuo  den  andren  mörderu  und  rou- 

80  bern,  sinen  gsellen.«  »Ganuellon,«  sprach  Karly,  »ich  erkeaD 
gnuogsamklich,  das  du  war  sägst.  Darumm  JäEi  inn  für  mich 
kommen  ;  wann  ich  will  in  urteillen,  daa  er  erhänckt  werde,« 
Also  gieng  Gannellon  ser  erfröwt  und  reicht  den  frommeD 
heren  von  Engelland  und  fuort  inn  für  Karly.     und  do  error 

26  im  waa,  knüwet  er  für  inn  nider,  und  Karly  sprach  zuo  im: 
»Kumm  har,  du  arbentsolliger !  Wie  bistu  ao  frysch  gsin,  dai 
du  an  min  häf  kommen  bist  mit  dem  faltschen  Rengnold,  Ur- 
sachen halb,  daz  ir  mir  min  laud  und  volek  also  beroubet 
band?  Darumm  hastu  den  tod  wol  verschulteu.  Der  muoß  dir 
nach  sin ;  wann  ich  urteyllen  dich ,  das  du  erhänckt  werdest 
aS  den  hüttigen  tag  an  längern  vertzug  an  den  galgen  zuo 
Muntfalkon.«  Darnach  sprach  er  zuo  Gannellon :  »Ich  gib  dir 
die  befelchnuß ,  das  du  von  stund  an  dyssen  buchen  richten 
lassest.«     Do  Gannellon  des  keysers  red  verstuond,    do   ffard 

s&  er  vast  fro  und  sprach:  »Her,  ich  bin  üvver  lehenraan:  darumm 
bin  ich  schuldig  Uwer  gebot  und  wyll  zevolbringeu.«  Do  Astülf 
des  keysers  urteil  verstuond,  do  ward  er  ser  betrüept,  unduä* 
an  ursach,    darumm  sprach  er:    >Her,    ich  kan  uüt  lougne". 


daz^ich  mich  nüt  ziio  Rengnolden  verbunden  bab,  der  ist  min 
nacber  fründ.  Darumm  bit  ich  lieh,  daz  ir  nüt  uff  dyaae  myß- 
thät  secheo  wellen,  sundera  sächend  an  die  dienst,  so  üch  min 
vetter  Rengnold  und  ich  üch  gefehän  band  inn  vyl  kriegen 
wyder  die  unglöubigen,  innaunderheyt  zwey  mal  inn  Hyspauia  5 
und  inn  der  mächtigen  Schlacht  zuo  Aspremunt,  inn  deren 
wir  sovil  arbeyt  battend.  Darumra,  her,  bit  ich  üch  ino  der 
eer  gottes,  der,  do  er  am  kratz  wus,  für  die  bat,  die  inn  krüfcz-  1 

gettend  und  todtend ,   daz  üch   geliebe  mich  uff  dyß  mal  nüt 
töden  lassen,  und  hab  ich  neyüwaz  wyder  üch  thän,  daz  üch  10 
geliebe  mir    daz  zevertzichen.«     Inn  Karlys   gselschaffc  wären 
vyl  fursten  ,    die  inn  all  bätfcend,   daz  er  inn  nüt  töden  ließ, 
innsunderheit  der  hertzog  Anses,  Gergis,  Guy  von  Burgundia, 
Richart    von   Normandia   und   och    die  schön    Meridiana  und 
etlich  ander.     Aber  er  sagt,  er  wett  es  nüt  thucn;  wann  Gan-  is 
nellon  nott  in  alwegen,  [bl.  69]    daz   er  inn  todte,     Inn  dem 
ließ  Gannellon  Ästolfo  nemmen  ab  Karlys  ougen ,  und  damit 
und  er  im  dester  nier  schmäch  an  thette,  gab  er  inn  inn  des 
hänckers  band ;  der  leyt  im  ein  strick  an  hals,  und  ward  uff 
ein  kärly  gsetzt  und  durch    die   stat  Paria    gfüert,   den   weg  so 
gegen  Muntfaickon.     Der  mererteyi  volck  zuo  Paria  beweintend 
inn  und  wärend  trürig  umm  sin  tod;  etlich  sagtend:  »Er  hat 
die  grossen  dienst  übel   augleyt  ^    so  er  dem  keyser  thän  hat 
inn    vyl   kriegen.     Der    keyaer    ertzeigt    wol ,    das    er    durch 
zentzler  geregierfc  wirt  und  durch  lüt ,   die  sin  eer  wenig   be-  as 
^chtend.« 

Wie  Astolf  vom  häncken  erlößt  ward  durch  Huollaad, 
Rengnold  und  Richarden. 

Als  ir  hie  vor  verstanden  band,  was  Ruollanden  schiitner 
für  Sant  Denissius  uJä  geritten,  zeaächen,  ob  er  etwar  uß  Paris  30 
kommen  sech  nüwe  raere  zevernemraen.  Er  warttet  so  lang, 
untz  das  er  lüt  vand,  die  von  Parys  kämmend.  Die  fragt  er, 
waz  nüws  inn  der  stat  für  gieng  oder  verbanden  were.  Einer 
sprach  zuo  im:  »Es  ist  nüt  anders,  dann  allein,  das  man  uff 
den  hüttigen  tag  Ästolf,  den  bereu  von  Engelland,  häncken  sa 
will  zuo  Muntfaickon.     Warttend  ir  ein  wenig  da,  so  werdend 


^ 


136 

ir  die  richter  uß  Paria  gsächen  kommen  mit  grossem  gsctrey.« 
Do  Thüring  djsse  wort  verstuotid,  do  reyt  pr  vnn  stund  an 
zuo  Buolland  und  Rengnolden ,  dennen  ertzalt  er  das  ,  so  er 
hat  ghört  von  dennen,  so  nß  Paria  kärnend.     Sy  wärend  yllenti 

5  gerüst,  ein  y etlicher  uff  sin  pfert ,  und  ryttend  uß  Sant  De- 
njsaius  und  verhieltend  sich  nüt  wyt  von  Muutfalcon.  Und 
sagtend  zuo  Thüring,  daz  er  wol  wachette,  damit  und  sy  iren 
Vetter  Astolf  entschüUen  möchtend,  Sy  warend  unlang  ver- 
halten, sy  erhorttend  groß  gschrey  von   dem  volck  und  trum- 

10  metten  und  ersächen  ein  karen,  uff  dem  was  Äsfcolf,  ein  strick 
am  halß,  under  den  galgen  kommen.  Ganuellon  was  da,  der 
was  vast  geschiiftig ;  deßglicheu  wärendöeh  etlich  sins  gsclilächta, 
die  all  fro  wareud  umm  Astolfa  tod  ;  wann  sy  vpottend  im  öbfl 
und  allen  deunen  von  Rengnolden  gschlächt  uß  ursach,  das  er 

16  Felcker  von  Morilloo  getödt  bat,  ir  vetter,  inn  dem  forinnec 
holtz,  als  geineldet  wirt  inn  einer  hystorieu,  die  da  sagt  von 
den  fier  suu  Amon.  Do  sy  under  dem  gatgen  wärend,  sprneli 
Gannellon  zuo  dem  hSncker :  »llüst  dich  des  keysers  gebot 
zevolfüeren  !  So  wyl  ich  dir  wol  lonnen.«      Astolf  sprach  MO  ' 

20  dem  häncker:  »Min  früud,  ich  bit  dich,  das  du  nüt  mit  fflif 
yllest,  sundera  mich  lassest  etliche  bätt  bäfcten,  die  ich  in 
niiuer  jugent  geler  riet  hab,  damit,  wenn  ich  daz  laben  verlür, 
das  ich  die  sei  och  nüt  verlier.*  »Wollau  schnell!«  sprach' 
der  häncker,  »wann  ir  gsächeud  wol,  das  ich  genötiget  wirii 

2s  üch  zetöden.«  Astolf  gsaeh  über  die  leyttern  uß,  ob  er  etwar 
gsech  kommen  inn  entschütten ;  wann  inn  duocht  nüt,  daz  inn 
Rengnold  und  siue  brüeder  also  schantlichen  töden  liessend, 
das  sy  im  kein  hilf  thetfcend.  Die  dry  heren  wachtend  stete, 
also  daz  RuoUand  Astolf  uff  der  leyttern  gsach  ;  do  sprach  e^ 

8»  zuo  Rengnold :  »Min  vettcr,  es  ist  zit  zeroden  ;  wir  möchtenci 
wol  zelang  beliben.«     »Du  sagst  war,«  sprach  Richart,  >vak^ 
belanget ,    daz    ich    under   dyß    faltsch    gschlächt  von  Mante* 
komme,  die  uns  so  übel  wend ;   wann  ich  hab  inn  wyllenTii, 
hin  zeriehten    mit    der    schulden    minca   schwertz.«      »Ich  bi»» 

3ä  üch,«  sprach  Rengnold,  »der  den  verretfcer  Gannellon  finde** 
mog,  daz  er  getödt  werd  ;  wann  er  hat  es  wol  verdient.«  P*" 
mit  sporttend  sy  die  pfert  und  trungeud  inn  den  huffen  ^^^ 
die  Wulf  under  die  schäf.    Und  die  ersten,  so  innen  begegnettendi 


wurdend  ertödt.     Do  sy  Gacnellon  ersacli ,   do  macht  er  sich 
inn  die  flacht   gegen   Paris  ziio.     Die    dry   ritter  hattend  nüt 
acht  uff  inn,   wann  ir  sinn  stnond  innen  irn  vetter  zerlössen, 
Rengnold  natu  den  bäncker  und  hiiw  im  den  kopff  ah;    dar- 
nach  entband  er  Astolf  und  nani   eines  rytters  hämisch,   den   s 
Ruolland  tödt  hat,  und  wapuet  irm  ,    nnr]    saß   uff  des  totten 
rytters  pfert.     Und   do  er  eich  zevoß  und  gewapnet  gsach,  do 
sagt  er  überlut  r  »GedHiicket  sig  got  und    minen    vettern:  ich 
hin   üch  enttrunnen.     Aber  ich  wyll  mich  rächen.     Wo  ist  der 
faltseh  verretter  Gannellon  ,    der   mir   so  gar  wydrig  gsiu  ist  i» 
und  mines  todtz  so  gar  begert  hat?<   Er  fieng  sich  an  rächen, 
[bb   70]  also  daz  sy  fier  vyl  ertodten.     Und  yttend  innen  nach 
inn  die  stat  Paris  ,  die  schwertter  inn  den  bänden.     Und  vyl 
von   irem  gschlächt,  die  vor  hin   nüt  ein  wort  torffcend  sagen, 
wapnetten  sieh  und  kämend  innen  zehilf:  Gergis  von  Tanne-  is 
marck  und  Baldowin  Ton   Brettania    und    etlich  ander  fromm 
rytter  wärend  der  zal,  also  daz  inn  kurtzer  zyt  iren  mer  dann 
V  iiundert  warend,  deren  der  raynst  wol  eins  raans  wert  was. 
Und   der  raererteyl  des  gnieinen    voleks    warend  uff  ir  sytfcen 
(wann  Rengnolden  was  yederman  hold),  also  das  sy  her  inn  der  so 
stat  wurdend.     Do  Karly  vernara  ,  das  Uengnold  inn  die  stat 
kommen  was  und  sovil  voleks  uff  siner  sytten  hat,  und  im  die 
der  mertteyl  fibel  wottend  ufi  ursacb,  daz  er  Gannellon  sovil 
vertruwet,  und  das  er  durch  sin  ratt  den  frommen  heren  von 
Engelland  hat  wellen  häneken  lassen,  der  so  ein  wysser  ritter  aa 
was  und  so  guotter  rättscb legen,  des  er  im  entsaß,  Uengnold 
wurd  etwnz  gwaltz  mit  im  brachen ;  dann  wenn  Rengnold  in 
aitier  hitz  was,  ra  schonnet  er  niemmand,    geh   wer   er  were. 
Üarumm  er  uß  dem  pallast  gieng  zum  aller  heimliehesten,  so 
l      er  kond,  inn  Ruollanden  büß;  wann  er  wüßt  wol,  daz  er  umm  30 
I     den  tod  nüt  lyden  wurd,  das  im  etwaz  besclieche.     Er  sprach 
L    !uo  Dyogenna ,  Ruollanden  gmachel ,    das  sy  niemman  seytte, 
^P ivo  er  %ere ,    untz   das   innen   der  zorn  hin  were,     Dyogenna 
sprach:  »Min  her,  band  kein  sorg,    daz  ir  von  mir  vertzeigt 
werdind !  Ich  wylß  minem  eegmachel    riüfe  sagen,    ir  beyssind  35 


"•lieh  88  dann.«     Rengnold    und    sin    gselschaft    rytten    durch 


18  V  hundert] 


c 
V  ha. 


t 


Paris  hin  nnd  har  und  Bchniwend:    »Wo  ist   der  alt  liindscli 
Karly,  der  durch  rät  eines  hülfen  mit  verretter,  die  uram  inn   ( 
sind,  wjll  töden  alle  die,    so  von  unserm  gschläehfc  sind,  die 
im  sovil  dienst  bewiaaen  band?  Er  ertzeigt  yetz  die  groiä  un- 

B  tugend ,  so  inn  im   ist.     Mögend  wyr  inn  beträtten,  so  muoli 
im  der    Ion    werden. c     Do  Ruolland   Rengnolden  hytz  erkanti 
und  gsach  ,  das  im  der  nierteyl  volcks    by  stuond ,    do  forcht 
er,  wenn  er  den  keyser  fund,  er  wurd  im  etwaz  zeleyd  tliuon^ 
dann  wenn  Rengnold  zornig  ward,  so  was  er  wunderbarlicheni 

10  zornig,  aber  wenn  er  gstilet  was,  ao  was  er  milt  als  ein  schöföj- J 
Darumm  reyt  er  inn  pallast    und    wot   ain  vettern  verberge) 
vor  Rengnolden  zorn.     Aber  do  er  inn  pallast  kam,  do  fan 
er  inn  nüt ;  des  er  ser  erschrack.     Und  reyt  wider  dabin,  d. 
Rengnold  und  die  andren  wärend ,    die  ryttend  und  suochteti 

16  Gannellon.     Vyl  siner  bälffern,  die  da  fundeu  werdend,  wur- 
dend  getödt;  aber  der  verretter  Gannellon,  do  er  gsach,  daz 
Rengnold,  Ruolland  und  Ästolf  inn  Paria  wärend  und  mit  dem 
gmeinnen  man  eyß  wärend,    do  reyt  er  zuo  eim  andren  thär 
uG  Paria  und  Hoch  iun  sin  land.     Und  gedächt,  er  wett  sich 

2G  ein  ander  raäl  an  Rengnold  und  an  Raolland  rächen  und  an 
allem  irem  gschlächt,  als  er  thet,  do  er  die  verrettery  ver- 
brächt der  tödlichen  scblacbt,  so  am  Rontzefal  gschacb,  als  ir 
hören  werdend  am  end  dyß  buochß.  Do  Rengnold  gsach,  daz 
er  Gannellon  nüt  finden  raocht,    do    reyt  er  iou  pallast  uod 

an  wot  Karly  suochen,  sich  an  im  zerächen.  Und  do  er  inn  nÜ 
fand,  do  beleih  er  im  palJaat  als  [her] ;  wann  uff  den  tag  w»a 

Ikein  Frantzos,  der  im  darwyder  were,  so  Ruolland  uff"  einer 
syten  was,  und  der  mererteyl  forsten  wärend  sine  fründ.  Ruol- 
land aß  zenacbt  im  paliast  mit  Rengnold.  Und  nacli  ii^ 
so  esse u  gieng  er  inn  sin  huß  zuo  siner  frowen  Dyogenna,  die 
empfieng  inn  mit  grossen  eren.  Und  sy  vertruwet  im  and 
seyt  im,  das  Karly  inn  einer  kamer  im  huß  were  inn  grossen 
sorgen  gegen  Rengnold.  Do  Ruolland  vernam,  daz  sin  vette' 
inn  sim  hufi  was,  do  ward  er  vast  fro  und  gieng  zuo  im  on'^ 
35  enbot  im  eer,  ala  er  schuldig  was.  Und  Karly  spracli  üuo 
im :  »0  Ruolland,  ich  vertruwt  dir  mer  dann  keinem  mentschen, 
der  inn  laben  sig,  und  vermeint,  du  aöltesfc  mich  beschirmmfi 
gegen  und  wyder  meugklichen.      Nun  gaich  ich  wol ,  daz  iiu 


139 

wyder  mich  bist  und  Rengnold  zno  klnig  machen  wylt  und 
mir  den  tod  xuo  füegst.  Darunim  erkenn  ich  ,  das  ich  die 
guothet  übel  angeleyt  hab,  so  ich  dir  gethÜn  hab,  Ich  mag 
wol  sagen,  daz  ich  der  aller  unglückhaftigest  künig  bin,  der 
inn  der  weit  aig,  syt  daz  die,  dennen  ich  am  meysten  ver-  s 
truwt  und  min  gerechtigkeyt  beschirmen  sottend  an  allen  enden, 
nüt  begerend  dann  min  entterpnuß.«  >MiD  her  und  vetter,c 
sprach  Ruoltand,  »ir  wüssen  "woJ,  das  ir  schuldig  sind  an  den 
trüebsaln,  so  (ich  begegnend.  Wann  yederman  weyßt  wol,  daz 
min  Vetter  Rengnold  und  Astolf,  der  her  von  Engelland,  und  lo 
ir  gschlächt  üch  fromm klichen  dient  faaud  an  vyl  enden  und 
mang  mal  ire  lyb  und  laben  inn  sorgen  gaetzt  band  wyder 
die  heyden  und  ander,  liwer  gerechtigkeyt  und  küugkrich  uff 
zenthalten  und  fich  inn  frid  zehalten.  Und  uram  alle  guothet 
mit  willen  etlicher  zentzlern  und  verettern,  die  nie  nüt  anders  la 
Uran  band,  dann  üch  schaden  zuo  füegeu,  vertribend  ir  sy  ab 
üwerm  haf,  und  das  nach  büsser  ist:  ir  wend  sy  häuckeu 
lassen,  als  werind  sy  dieben,  Darumm  verwundern  ich  mich 
nät»  [hl.  71]  daz  sich  Rengnold  und  sine  fründ  rächen  wend, 
die  wyl  sy  starck  und  mächtig  sind  ;  wann  ich  weyfi  keiner  20 
so  klein  nnder  innen  nüt}  der  nüt  räch  auochte  an  dennen, 
die  im  böH  umui  guotz  ttiettend.  Darumm,  min  her  und  vetter, 
mQessend  ir,  wend  ir  ächtert  inn  friden  laben,  mit  Rengnold 
und  sinen  fründen  fryd  machen  und  innen  alle  übel  vertzichend, 
und  daz  ir  nun  für  hin  nüt  glouben  gebend  etlichen  zentz-  as 
leren,  die  nüt  begereud  dann  üweru  schaden  und  unner.  Wann 
ich  sichern  üch,  wenn  ir  innen  vertruwend,  das  es  üch  einest 
gerüwen  wyrt ;  aber  ich  furcht,  es  werde  zespät  sin.«  Do 
Karly  sin^vettern  verstuond,  do  sprach  er  zuo  im:  *Sytmäl 
du  mir  rätst,  das  ich  frid  mit  Rengnold  mach,  so  will  30 
icbs  thuon.  Aber  es  beschiebt  niit  mit  wyDen;  waon  er 
bat  durch  sin  hoffart  mich  und  min  häf  sovil  malten  be- 
trüept,  das  ich  im  kumerlich  weyß  zevertzichen.«  »Ir  müea- 
send  es  thuon,*  sprach  Ruolland,  »oder  ir  wurden  änderest 
nüt  inn  Franckrich  kflnig  beliben  mit  fryden;  wann  der  mer- so 
teyl  Frantzossen  sind  uff  Rengnolden  syten.«  Damit  endet- 
tend  sich  die  reden ,  und  giengend  nider.  So  bald  es  tag 
ward,  gieng  Ruolland  inn  pallaat,  da  fand  er  die  heren,     Sy 


I 


wunscbtend  ein  andren  guot  tag;  darnach  benioft  RnoUand 
Rengnolden  an  ein  ort,  desglichen  den  bischof  Türpin,  hertsoj 
Anses,  Gergia  und  den  hertzog  Rengnier  von  Gennow.  Zno 
dennen  sagt  er  also;  »Ir,  mine  heren,  ir  wüssend,  das   wir  all 

ö   des  keyser  Karlys,  kiinif]f  inn  Franckrichs,  lächenlüfc  sind  und 
underthännen,  und  daz  er  unser  her  und   kunig  ist,  und  octi^ 
daz  wyr  ira  all  verheyasen  band   tnlw  und  glouben  ,  und  wiL    ■ 
sond  sin  gereebtigkeyt  bescbirmmen  gegen  und  wider  mengk — - 
liehen.     Nun  dunckt  mich,  wir  gangen    wjder  unsere    gelöp^ri 

10  und  feltschind  unser  eyd  ,  das  wir  inn  verjagend  und  im  sitr:». 
küngrich  abzucben  wend,  ixnd  daz  nach  hösser  ist:  wyr  went^. 
in  tödeu,  daz  nnn  ein  grosse  tlryranny  und  nntrüw  were,  ait  — 
gesechen  daz  er  so  lange  zit  geregtert  hat  mit  so  grossen  ere^n 
und  so  grossen]  lob,  gefurcht  und  entzesseu  von  allen  natzionuexn 

15  in  der  weit,  und  daz  er  so  eio  manlicber  rytter  gewefit  ist, 
daz  er  mit  siner  manheyt  daz  merteil  Hispannia  errobert  h^t 
und  das  gantz  Barbaria  untz  inn  Suria  und  ist  ursächer  gain, 
daz  sovil  laiidtz,  die  heidiach  wären d  und  unglöubig,  zuo  unser m 
heiigen  glouben  kommen  sind.     Waiin  nye  kein  naentscb  hat 

so  die  Krystenheit  sovast  gemert  als  er,  und  alles  mit  Ower  hilf. 
Und  ob  er  joeh  durch  etlich  zeutzler  efcwaz  »lißbrüchen  hat 
wellen  bruchen,  so  dunckt  mich  doch,  es  solle  vertragen  wer- 
den, und  daz  wir  im  diennend  mit  eren  und  reverentz;  so 
band  wir  die  liebe  gottes   und    werdend  gepryßt  und  geeredt 

25  von  allen  mentschen.«  »Inn  guotfcer  trüw,  her  Ruolland,«  sprach 
Anses,  »ir  band  wol  geredt  und  wyßlich  ;  wann  wurde  Karlj 
etwaz  scbmäcb  von  uns  zuo  gefüegt,  so  wurde  es  uns  für  ver- 
rettery  uff  gehept  und  och  allen  dennen  unsere  gescblächtz 
von  allen  dennen,  die  darvon  hören  sagen.     Darunim,  Reng^' 

30  uold,  dunckt  mich,  du  sollest  den  bössen  wyllen  hin  thaoHi 
so  du  gegen  dem  keyser  hast ,  der  din  rechter  her  ist»  dh'i 
seit  mit  im  frid  machen  und  im  diennen  wie  vor.«  Der  biscbot 
Türpin  sprach  :  »Min  vetter  Rengnold,  Ruolland  und  der  hertzog 
Anses  gänd  dir  guot  rett;  tbuostu  es,  so  wirt  es  dir  zuo  grossen 

8*  eren  geachtet  und  frumkeyt.«     »Ir,  mine  heren,«  sprach  Rfug" 


i 


nold ,  dem 


was  am  zorn  vergangen, 

* 
1  wuachtend  hs.;  s.  anm.       14  und  lob  ao  gr.  1 


»ich  hab  wol  verstände« 


Ue 


Gifer  red  und  erkenu ,   daz  ir  war  sageud.     Darunim  wyl  icji 
iiw^erm  räb  volgen.     Und  heysseaJ  deu  keyser  koiumen  ;  waun 
ich    wyll  mich  gegen  im  demüetigen  und  mit  im  fryd  machen, 
doch  daz  er  uns  vertzicbe.«     Nun  ward  Kuoliand  vast  fro  und 
gebot  einem  Herold,  er  söt  uß  rüeifeii  in  allen  trassüii  zuo  Paris,   a 
das    der ,  der  da  wüßte ,    wo  der  keyser  were  ,  das  erß  sagte ; . 
wann  er  müefite  widerumm  ingsetzt  werdtn  iiin  semUcher  wyrde 
als  vor.     Der  berold  tbet  Kuoüatideu  yebot.     Und  do  daz  volck 
Kuo    Paris  hortend,  daz  der  frid  gem^acht  was,  do  wnrdend  sy 
vast  fro  und  lopteiid  unsern  bereu.     Ruollaud  enbot  Dyogenna,  lu 
siner  frowen,  daz  sy  iuu  pallast  kemrae  saj^en,  daz  der  keyser 
iun    ireni  huß  were.     Die  tbet  irs  eegmacbels  gebot  uuJ  kam 
iöu   pallast  inu  geselschaft  irer  junckfrowen.     Da  fand  ey  all 
heren  versamlet,  die  warend  inn  grossen  engsten,  wo  sy   den 
keyser  finden  raöchtend,  dann  altein  Ruolland,  der  wüßt  wol,  i& 
wo    er  was;  aber  er  wot   es  nüt  sagen,    damit    er  nut  Reng- 
noldeu  und  der  sinen  ungnad  über  kemme.     Do  Dyogenna  im 
pallast  waa,  do  gruotzt   sy    die  heren  und  sprach  zuo  inaen: 
•Ir  ,  niiue  heren  ,   ir  band  lassen  ußrüetfen ,   das  der ,  der  da 
i^üfi ,    an    wellichem  end  der  keyaer  sig ,    daz  er  ea  offne.     Ir  20 
soütl  wftssen,  daz  er  inn  unserni   büß  ist.     Da    hin  ist  er  ge- 
rieben des  tagß,   als  ir  in  dysse  stat  kommen  sind;   da    hab 
J^ih   inu  sydhär  geeredt  nach  minem  vermögen.«     »Min  bässy,« 
sprach  Reugnold,    »ir   band  tbäii  wie  ein  wyse  frow.«     Also 
fiengend  die  bereu  inn  Ruüllauden   büß    deu   keyser    reichen  ss 
Wid  inn  iun  den  pallast  füeren  mit   grossen  eren ,  als  billich 
^aa.     und  do  daz  der  keyaer  vernam,    ward  er  [bl.  72]  vast 
'•■O.     So  bald  sy  vor  im  wärend,    machtend    sy    ir   reverentz, 
'"'Je    sy   die    gwonbeit    battend.     Der   gräf   Rengnold    knüwet 
•^ider  und  begert   gnad    von  im ;    der    keyser    vergab   im  mit  3a 
SUottem  hertzen.     Darnach  kam  Astolf,  der  begert  ocli  gnäd  ; 
der  vertzecb  im  und  entschuldiget    sich  dea ,    daz    er  inn  hat 
bellen  bäucken  lassen;    wann  Gannellon    het  es  ini  geratten. 
**  az  sol  ich  mer  sagenV  Alle  übeltbet  wurdend  vergeben,  und 
^Urdend  all  guot  fründ.     Der    keyser   kart  wider  inn  pallasfc  35 
'lö  geselschaft  aller  ainer  beren  mit  grossen  eeren  und  triumptf. 
'^Ues  volck  zuo  Paris  fuort  fröud   und  vest  umm  den  iViden, 
t  zwüscbend  dem    keysser    und    sinen    heren   was   gemacht. 


> 


142 

j^lso  ward  der  fryd  gemacht;  darumm  sy  in  frid  und  fröiid 
wärend,  atäcbend  uad  thuraierttead. 

Wie  Riiolland  ab  dem  haf  schied  iun  die  Turcky  und 
wie  er  mit  dem  ryß  Marckuß  streyt  und  inn  ertodt 

&  Do  Ganellon  vernam,  das  Karly  fryd  mit  sinen  heren  ge- 

macht hat,  do  ward  er  ser  bekümert;  wann  er  was  niemer 
frölich,  dann  wenn"  er  unneiiiigkeyfc  kond  machen  zwüscheßd 
Karly  und  sinen  forsten.  Er  was  ser  trurig,  daz  er  nüt  torft 
Kehäf  kommen  mit  sinenj  zentzlen  uaim  gäii ,    als    er  brüchig 

lü  was.  Er  schickt  eines  tags  Karly  eiu  brief,  inn  dem  enbot  er 
im,  er  erkantte  übel  die  dienst,  so  er  im  thän  het  vor  zyttett; 
wann  dechte  er  daran,  so  lytte  er  es  nüt,  daa  er  also  vertribeii 
werde,  und  er  uffenthielte  die,  so  vast  wenig  uft'  im  bettend 
und  die  inn  bettend  wellen  von  ainem  küngkrich  stosaen.    Gao- 

16  nellon  brächt  sovil  zewägen  mit  siuer  zentzlery,  daz  er  wyder 
berüeft  ward.  Und  wiird  dem  keyaer  lieber  dann  ye,  und  imm 
ward  das  regement  über  als  geben:  der  keyser  tbet  nüt  dann 
durch  sin  rätt.  Und  durch,  sin  dargeben  hat  der  keyser  nüt 
ufl'  den  andren  heren  sines  häfs  ;  des  RuoUand  so  ser  bekümert 

so  ward,  also  durch  zentzler  gesechen  so  manlich  rytter  vernütteu, 
als  die  XII  fürsten  wärend ,  die  des  krysfcenlichens  gloubens 
stüd  wärend  und  inn  sovil  genieret  hattend,  daz  er  eines  t£^s 
ab  dem  häf  schied  äu  wüssen,  und  nam  nun  mit  im  sin  achiltue'* 
Töring  und  reyt  durch  Hispannia.     Do  Rengnold  gsacb,  da^ 

ä6  der  häf  also  geregiert  ward  ,  und  daz  Cluolland  hinweg  was 
und  niemman  wuüt  wo  hin,  do  schied  er  .öch  ab  häf,  ua* 
Astolf  und  Richart,  sin  bruoder,  und  ryttend  gen  Muntabant? 
da  beleih  er,  untz  daz  er  mere  von  RuoUandeti  veniaoiiD* 
RuoUand  reyt  mit  Thüring,  hielt  den  weg  gegen  der  Türcky- 

80  Und  dächt  dick,  der  faltsch  Gannellon  wurde  ein  mal  ursäche"^ 
sin  der  Zerstörung  der  gantzen  Krystenheyt ;  es  ward  öch  war» 
als  ir  hören  werdend  am  end  dyß  buochs.  Er  was  wo!  ein 
manot  gerytteu,  do  er  inn  daz  küngkrich  Persia  kam.  In  dein 
was  ein  grosser  krieg ;  wann  der  soldan  hat  den  künig  LanJO- 


12  es]  er  ha. 


M  hat  hat  hn. 


stant,  künjg  inn  Persia,  belegret  inn  sintsr  stetten  eine»  Und 
das  was  uJi  der  ursuch  ,  das  Lamostant  ein  tochter  hat,  die 
hieß  Roßmunda,  die  was  wunderbarlichen  schön  uad  im  alter 
bj  XYllI  jären,  die  hat  der  soldun  zum  diukern  mal  lassen 
böuschen  im  zur  froweii,  aber  er  wolt  ay  im  nüt  geben  ;  da-  5 
rumm  inn  3er  groß  soldan  belegret  hat.  Der  bat  mit  im 
brächt  ein  grosser  starcker  rjß,  der  waa  so  stoltz,  daz  er 
niemman  entsaß.  Eined  tags  reyt  Euolland  uff  ein  berg  und 
gsacb  des  soldans  läger ,  daz  was  alJeutbalben  umra  die  etat. 
Also  kam  Ruolland  und  sin  'schiitner  für  des  ryssen  zell,  der  lo 
hie§  Marckus,  der  was  ussenthalb  siuer  zell  und  spilt  im  schäch. 
Und  do  er  Ruollanden  gsach  und  sin  schiitner,  do  sprach  er 
zuo  siner  dienern  einem:  »Wer  ist  dyser  pur,  der  uns  kumpt 
zuo  luogen  on  reden?  Er  aött  wol  ein  groaser  nar  sin.  Da- 
rumm  jag  inn  yllentz  hin  danuen  und  nim  ira  sin  pfert !  Wann  i5 
es  dunckt  mich  guot.«  Der  knecht  wott  eins  heren  gebot 
thuon  und  thet  die  band  an  Galantin  zoum.  Do  daz  Thüring 
gaach,  do  zog  er  sin  schwert  uß  und  gab  dem  heid  ein  söllichen 
streich,  daz  er  im  den  köpf  zerspielt  untz  uif  die  zen,  daz  er 
tod  zuo  erden  fiel.  Do  Huolland  den  streich  gsacb,  do  sprach  au 
er  zuo  Thürjng  :  >Du  hast  im  rächt  thän ,  daz  du  den  naren 
gsträfb  häst.«  Do  Märckuß  sin  knecht  tod  gsach ,  do  fieng 
er  an  und  ruoft  einem  andren:  »Ytl  und  [bl.  73]  fach  mir 
dyssen  bouben,  der  vor  mir  ein  söllichen  myßhandel  begangen 
hat.  1*  Damit  käraend  vyl  beiden  an  Thüring  ;  aber  Ruolland  as 
zocb  Durandel  uß  und  fieng  an  sin  schiitner  entschütfcen  ;  der 
wart  sich  öch,  also  daz  sy  bed  vyl  beiden  ertofctend.  Do  der 
ryß  sins  volcka  tod  gsach,  do  ward  er  ser  betrüept  nnd  ruoft, 
man  sott  im  sin  hämisch  bringen.  »Wann  ich  wyl  mich 
rächen  an  dyssen  laren ,  die  mir  min  volck  also  tödt  band,  s» 
inn  sunderheit  an  dem  grossen  puren  ,  der  so  ungenieß  ist.« 
Inn  dem  brächt  man  im  sin  hämisch.  Diewyl  gsacb  Türing 
ein  buchen,  der  buob  ein  aper;  daz  nam  er  im  und  gabß 
Ftuollanden.  Do  der  ryß  gewapnet  was ,  do  saß  er  uff  der 
mechtigesfcen  pferden  eines,  daz  inn  des  soldans  land  was.  Und  35 
do  er  zeroß  was,  do  sprach  er  zuo  Ruolland;  »Rytter,  gedenck 
dich  zewereu  U  Damit  reyt  Ruolland  bindersieh,  den  louff  ze- 
nemmen ;  darnach  bat  er  sin  sper  nider  und  kam  gegen  dem 


rysaen,  and  der  ryß  gegen  im.  Ruolland  traf  den  ryfi  under 
den  «chilt,  darumm  daz  er  zelang  was,  durchstach  er  im  sin 
harniach,  also  daz  er  im  eitj  grosse  wunden  macht.  Des  der 
ry&  zornig  ward  und  fieug  an  Machmet  schälten  und  all  and« 
sinegötter.  Sin  pl'ert  was  jung  und  starck  und  was  erschrocken 
ab  dem  stich  und  naiu  daz  pyli  inn  die  zen  und  üeng  an  ze- 
louifen  mit  söliicher  stercky,  das  es  der  ryfs  nüt  beheben  mockt: 
es  truog  inn  nier  dann  ein  halb  myl  wyt  iintz  an  ein  hochcD 
berg.     RuoUaud  und  sin  schiitner  yltend    im    nach    mit    ver- 

lu  hängtem  zouui ,  und  Ruolland  schrey  im  nach:  »0  du  nat- 
söllender  heyd ,  waruram  flüchstuV  Du  gewinst  nufc  daran; 
wann  du  magst  mir  nüt  enttrunnen,  das  ich  dich  nüt  ertöile 
als  mengtin,  der  mechtiger  waa  ,  dann  du  bist.  Darum  in  ge- 
denck  dicb  zuo  weren !«     Der   lieid   ward   gantz   schamhaftig 

iD  des,  das  er  im  ufif  hiit,  er  fluche  vor  im.  Er  brächt  sovil  ze- 
wägen,  daz  er  sin  pfert  bebnob,  und  karfc  es  gegtn  Ruolland, 
sin  Schwert  inn  der  band,  und  sprach:  »Du  hast  mir  uf,  ich 
fluche  vor  dir.  Ich  schweren  dir  by  minem  got  Machraet,  daz 
es  mir  nie  ufi"  gehept  ist  worden,  daz  ich  vor  neyfilichem  ge- 

2a  flochen  aig.  Wann  do  min  pfert  daz  pyß  inn  die  zenn  ge- 
nommen hat,  ist  es  nät  inn  niiner  raacbt  gsin  es  Kehaben. 
Aber  gedenck  dicb  zuo  weren  i  Wann  ich  wyl  dir  ertzeigeu, 
ob  ich  uß  foreht  geflochen  sig.«  Damit  hiuob  er  sin  Schwert 
uiF  und  sehlnog  Ruollanden  uff  den  schilt  mit  söliicher  stercke, 

sö  daz 7 er  im  den  inn  zwey  stuck  zerspielt,  das  der  halbteyl  an 
herd  fiel.  Do  Ruolland  den  streich  empfand ,  ward  er  vaat 
zornig  und  huob  Durandal  uf  und  gab  dem  ryü  ein  so  hertten 
streich  nff  den  rechten  arm,  also  daz  er  im  den  abhüw  ,  daz 
das  Schwert    und    der  arm   zuo    erden    fiellend.     Und  der  ryö 

30  entpfand  so  grossen  scbmertzeu,  das  er  ab  dem  pfert  fiel; 
wann  er  verlor  all  sin  bluot.  Er  sprach  zuo  Ruolland :  »Ich 
bit  dich,  rytter,  daz  du  mir  sagest,  ob  du  ein  Kryst  sigeat 
und  der  nianlicheu  rittern  ab  des  keyser  Karlis  bäf.  Waun 
ich  mein  nüt,  daz  in  dyssen  landen  beiden  sigend ,  die  gwalt 

35  über  mich  betten  gehept.«  »Eygentlich ,«  sprach  Ruolland, 
»syt  du  wüssen  wylt,  wer  ich  sig,  so  wyil  ich  dir  die  war- 
heyt  sagen.  Wu&,  daz  ich  ein  Kryst  bin  und  heyü  Ruolland, 
des  grossen  Karlia  vetter!    Darumm    ermannen   ich  dich,   das 


du  dich  lassest  touffeii  und  au  Jhescs  Kryatus  gloubeat ,  ein 
sun  der  magt  Maria,  der  tod  und  marfcter  gelytten  hat  am 
krütz,  zeerkouEFen  liaz  lueiitschlich  geschlackt  ufi  der  dienst- 
barkeyt  des  tüffela,  und  darnach  am  trytten  tag  ufferstuond 
uad  uf  steig  zuo  himel  und  wyrt  kommen  richten  die  guotten  ■■> 
und  bÖBsen,  Und  wenn  du  es  gloubst  also,  so  wjrt  diu  sei 
heil  überkommen ,  die  ist  iun  sorgen  verdampt  zewerden  zuo 
den  tüöen  ino  die  hell.«  Do  der  heid  Ruollanden  verstuond, 
do  ward  er  erfült  mit  der  gnad  unsers  heren  und  sprach  zuo 
Ruolland :  »Ich  verlougnen  Machmet  und  alle  faltsche  götter,  ir» 
an  die  ich  glouben  gehept  hab  hievor,  und  wyll  nun  für  hin 
an  din  got  Jhesua  glouben,  Darnmm  bit  ich  dich ,  daz  du 
mich  toufFest,  und  zum  beltisten ,  so  du  magst;  wann  ich 
weyß  wol,  das  ich  nüt  lang  leben  mag ;  wanu  stirb  ich  hei- 
dtsch,  so  wyll  ich  mich  din  vor  got  klagen.«  Nun  was  liuol-  w 
land  vast  fro  und  gieng  zuo  einem  wasser  und  nara  sin  heim 
vol  Wasser  und  touft  den  ryssen  im  naramen  der  beigen  dry- 
faltigkeyt.  Und  do  er  toufft  was,  sprach  er:  »Ich  loben  minen 
got,  daz  er  mir  die  gnad  than  hat,  daz  ich  vor  rainem  fcod 
ein  heiigen  glouben  empfangen  hab ;  wann  änderst  wer  ich  20 
verdampt  gstorben.  Och  dancken  ich  im  des,  daz  ich  stirb 
von  den  henden  eines  so  manlichen  rytters.«  Darnach  macht 
er  dus  zeichen  des  krütz  und  gab  got  den  geyst  uff.  Ruol- 
laud  was  aer  fro,  daz  der  ryß  Krysten  gstorben  was,  und  ver- 
gruobend  inn  mit  iren  schwerttern.  Darnach  sprach  Ruollaud,  a 
er  wett  inn  die  stat  den  arairoll  besuchen  und  sin  tochter,  die 
so  schön  sin  sott.  Aber  hett  er  gwüßt,  waz  im  begegnet 
were ,  er  were  nüt  dahin  gerytten;  aber  der  raentsch  mag 
etwanu  sin  uiigiück  nüt  fluchen.  Demnach  als  Kuolland  den 
rysaen  vergraben  hat,  do  saß  er  und  sin  schiltner  uff  ire  pfert  30 
und  ryttend  inn  die  stat  ün  hindernus.  [bl.  74]  Also  wurdend 
sy  für  den  amiroll  gfüert,  der  schwatzt  mit  siner  tochter  RoS- 
raunda  an  einem  venster.  Do  sy  Ruollanden  gsaeh,  sprach  sy 
zuo  irein  vatter:  »Gsächend  den  hüpschen  ritter,  der  die  stägen 
uff  kumpt!  Sin  gstalt  zesächen,  so  söt  er  ein  manlicher  ritter  sf. 
sin.«  Ruolland  gruotz  den  amiroll  und  och  sin  tochter.  Der 
aniiroll  dancket  im  und  sprach:  »Rytter,  sind  mir  wylkom- 
men  !   Wend  ir  mir  in  dyssem  krieg  diennen,  so  will  ich   üch 


^ 


60  guotten  sold  geben ,  das  fr  uraach  haben  werdend  fleh  ze- 
benOegen.«  »Her,«  sprach  Raollaiid,  »ich^suoch  nüt  anders: 
ich  wjlJ  üch  dienuen  mit  aller  miner  macht,  wie  ein  erlicher 
rytter  sol,  mit  hylf  nvines  got  Machmetz.«     »Rytter,«  sprach 

6  der  amiroll,  »ich  hab  grossen  mangell  an  guotteu  rjtfceru; 
wann  der  soldan  von  Babiioniai  ist  mich  kommen  belegren  inu 
djsser  stat,  darumm  daz  ich  im  loin  tochter  nüt  zuo  der  ee 
geben  wyl.  Und  er  hat  mit  iu]  bracht  ein  grosser  ryß,  der 
hat  mir  und  nainem  volck  vyl  übertrangß  au  thän.«      Ruolland 

10  sprach:  »Des  ryssen  halb  ir  dörffend  inn  nüt  zefürchten,  daz 
er  üch  nach  üwerem  volck  efcwaz  mer  zeleyd  thüeg;  wann  er 
ist  tod,  und  ich  hab  inn  ertödt  mit  rainem  schwert.«  »Rytter,€ 
sprach  der  amiroll,  »wenn  es  also  wert?,  daz  der  ryß  fcod  were, 
80  wurd  ich  ikh  vyl  guotz  schuldig  sin.«     »Ich  schweren  tich 

16  by  uusern  göttern,«  seyt  RuoUand,  »daz  es  also  isl,  als  ich 
üch  gsagt  hab.«  Do  umfieng  er  Ruollanden  von  fröuden  und 
sprach:  »Syt  das  der  faltsch  ryß  tod  ist,  so  fürchten  ici  nüt 
vast  übel  des  soldans  übrigß  volck.«  Do  Roßmunda  Raol- 
landen  so  büpsch  gsach  und  so  wol  geformmiert,    do  leyt  5j 

20  ir  liebe  an  inn  und  sprach  zuo  ir  aelbs :  »Dysser  rytter  ist 
wuuderbarlichen  hüpsch.  Er  muoß  mechtig  und  manlich  siu, 
so  er  den  rysaen  ertödt  hat.«  Sy  nmmfieng  Ruollanden  uad 
sprach  zuo  im:  »Edler  rytter,  ich  weyl  nüt,  wannen  ir  sind; 
aber  die  stund  was  guot,    do   ir  inn  dyß   land  kommen  sind, 

25  daz  ir  uns  erlöfit  band  von  dem  grimmen  ryssen,  der  uns  so- 
vil  lydens  an  thun  hat.< 

Wie   ßuolland    und   Thuring    inn    gfäaeknus    geleyt 
wurden,  und  wie  Thuring  uß  der  gfäuckiius  gelasaeu 
ward  uud  reyt  inn  Frauckriuh  hilf  reichen,  iiuollanden 
HO  zerlössen. 

Die  mere  kämend  dem  soldan  für,  daz  sin  ryß  Markou 
tod  was;  des  er  ser  bekümert  ward  und  fuort  ein  groß  ley^i 
wann  er  was  all  sin  hoffanng  gsin  sina  kriegs  halb.  Er  fragt, 
wer  der  were,  der  so  frisch  wer  gsin,  der  ein  ryß  ertödt  het. 
^^  Sin  Volck  seyt  im,  es  were  ein  frembder  rytter  gsin,  der  da 
für    gerytteo    was.     Der    soldan    hieß    ein    wärsager   für  iiin 


147 

bomraen,  der  vast  wol  mit  der  scbwartzen  kunst  kond,  und 
sprach  zuo  im,  daz  er  atudiertte,  daz  er  im  sagen  könde,  wer 
der  were,  der  den  ryssen  tödt  het.  Der  wärsage  r,  do  er  ge- 
atudiert  hat,  seyt  er  zuo  im:  »Her,  der  üwern  ryssen  tödt  hat, 
ist  ein  Xryst  und  ist  inn  der  stat  by  üwerm  fyend,  dem  ami-  6 
roll.«  Do  der  soldan  veratuond,  daz  der  ryß  von  einem  Kriat 
ertödt  was,  do  ward  er  eer  betrüept.  Und  schickt  dem  amiroll 
ein  brief,  inn  dem  eubot  er  im,  daz  der,  der  den  ryß  tödt  hefc, 
ein  Kryst  were,  und  er  were  niennerumm  in  dyß  land  kommen, 
dann  etwaz  verrefctery  «etriben.  Darumra  onbutte  er  im,  daz  lo 
er  sich  inn  huot  hielte.  Und  wett  er  räch  begän,  so  wefct  er 
frjd  mit  im  machen,  wie  er  wett.  Do  der  amiroU  des  aoldans 
brief  gsach,  do  erschrack  er  gar  ser  ab  dem  rytter,  der  ein 
Kryst  was  und  aich  für  ein  heid  nsgeben  hat.  Darumra  enbüt 
er  dem  soldun  ,  daz  er  sin  her  beim  schickte  und  sicher  inn  le 
die  stat  kemme ;  wann  er  wett  sölliehe  räch  an  im  begän, 
wie  er  ordnen  wett.  Do  des  soldans  bot  ufi  der  stat  was,  do 
naui  der  amiroll  Ruollanden  by  der  band  und  sprach  zuo  im: 
»Rytter,  ich  bin  vast  fro,  daz  ich  mit  dem  soldan  fryd  haben 
wyrd,  und  bin  üch  vyl  guotz  schuldig ;  dann  darumua,  das  ir  ao 
im  den  ryß  tüdt  band,  inn  dem  all  sin  hoffnung  was  ,  ist  er 
deater  williger  zum  fryden.  Aber  nüt  dester  minder,  so  lang 
üch  geliept  by  mir  zesin,  wyll  ich  üch  ertzeigen,  daz  ich  üch 
guotz  schuldig  bin.«  Ruollund  dancket  im,  der  entsaß  im  nut. 
Do  der  soldan  des  amiroUs  brief  gsechen  hat,  do  sehluog  er  as 
sin  läger  uf  und  schickt  sin  volck  wider  heim  und  behnob 
nmi  die  aines  häfs  imd  kam  inn  die  stat.  Der  amiroll  em- 
pfieng  inn  mit  grossen  fröuden,  und  der  fryd  ward  gemacht. 
Und  rättachluogend,  duz  Ruolland  und  sin  [bl.  75]  achiltner 
inn  gfänckuua  geleyt  sottend  werden  und  gestraft  umm  ire  »o 
myßhändel.  Der  soldan  und  der  amiroll  ertzeigtend  sich  frünt- 
lich  gegen  Ruolland,  daz  sy  ire  verrettery  dester  bas  decken 
möchteud.  Do  es  nacht  ward  und  zyt  zeschläffen,  do  gieng 
Ruolland  inn  sin  kamer  (der  forcht  im  nüt)  und  leyt  sich  an 
ein  bei  und  sin  schiltuer  an  ein  anders.  Und  do  sy  ent-  as 
schiäffen  wärend,  do  kam  ein  grosse  gselscbaft  gewapnetter 
beiden  nach  inn  sin  kamer,  und  ee  er  iren  innen  ward,  ward 
er  gfangen   und    Thuring  och.     Ruolland   fragt  sy,    warumni 

IQ' 


y  im  ein  semliclie  schmäch  an  tbettind;  aber  sy  gäbend  im 
ein  antwurt ,  sunJers  lejttend  sy  inn  ein  tüf  loch.  Do  es 
morgen  ward,  daz  der  soldan  vernam,  daz  der  rytter  gfaugen 
was,  do  nara  er  urlob  von  dem  amiroll  und  faor  heiui.     Und 

6  die  juuckfrow  Roßmunda  sprach  zuo  irera  vatter:  »Ich  bin 
7ast  t'ro,  dax  der  faltsch  Kryst  gfangen  ist;  wann  er  ist  nie- 
nerumm  iu  dyü  land  kommen,  dann  daz  er  etwaz  verrettery  tribe. 
Darumm  bit  ich  üch,  das  er  wol  verbiiet  werd,  und  daz  man 
im  nun  ein  wenig  brot  und  wasaer  zessen  und  zetrincken  geh, 

10  Wann  ich  sichern  üch,  das  ich  den  faltscben  Krysten  übe! 
wyl;  wann  stüend  es  inn  miner  macht,  so  wett  ich  sy  all 
gmssamklich  tödeu  lassen.  Darumm  bit  ich  üch,  daz  ir  mir 
die  schliiüse]  zuo  der  gfäucknus  geben,  so  wyl  ich  innen  er- 
tzeigen  min  liebe.«     Der  arairoll  ward  vast  fro  ab  siner  tochter 

IS  red,  vermeint,  sy  seytte  war,  und  thet  wie  ein  nar;  wann  ei" 
ließ  iren  die  schlussel  geben  zuo  der  gtlincknus.  Do  Roß — 
niunda  ir  zyt  gsacb,  do  gieng  sy  inn  die  gfänckaufi  und  spract»- 
zuo  Ruolland:  »Rytter,  ich  verheyssen  üch  by  minem  go^ 
Macbmet,  da/,  ich  üwer  gfänckuus  ser  bekümert  bin.«  »Mirp- 
an juncld"row,€  sprach  Ruolland,  »ich  bit  üch,  daz  ir  mir  di^ 
uraach  sagen  wellend,  warum  mich  üwer  vatter  inn  dysser» 
thurn  geleyfc  hab;  wann  ich  hab  im  miu  laben  lang  nie  nüt> 
zeleyd  thän ,  aber  er  gipt  mir  bolä  umm  guotz.«  » llytter,c 
sprach  die  magt,  »die  ursach,  darumm  Üch  min  vatter  gfangeiL 

25  geleyt  hat ,  ist ,  daz  im  der  soblan  gaagt  hat ,  ir  sigend  eitL 
Krjst  und  sigend  nun  inn  dyß  land  kommen,  daz  ir  etwaz- 
verrettery  fcriben  wellend,  die  wyl  ir  üch  für  ein  heid  utä  gend. 
Er  ist  iun  wyllen  sich  zerächen  umm  sin  ryaen ,  den  ir  im 
ertöJt  band.     Und  unser  gloub  ist  also  :    wellicher  Kryst  ein 

iio  heid  ertödt,  der  sol  och  erfcödt  werden.  Aber  darumm  daz  ir 
ein  hüpseher  rytter  sind,  hab  ich  min  liebe  öch  begeben,  also 
daz  ich  sovyt  zewägen  brächt  hab  gegen  mincMn  vatter,  daz 
ich  die  Schlüssel  disser  gfäucknua  hab-  Duruiiim  sichern  ich 
üch  des  läbens,    oder   ich   wyll    als  wol  sterben  aU  ir.     und 

8fi  band  kein  truren!  Wann  ir  müesaend  keina  dings  raangel 
haben.  Und  darumm  daz  der  soldan  gesagt  hat,  ir  sigend 
uß  Franckrieh,  bit  ich  üch,  daz  ir  mir  sagend,  ob  ir  die  fiir- 
sten  kennind,  als  Rengnold,  Ruolland,  Ollifier,  Gergis  und  die 


andren,  die  ich  sovast  hab  gehört  loben  und  botü  guotz  von 
innen  sagen,  insunderheyt  Rnollanden,  des  ruom  so  groß  ist 
inn  allen  türckyachen  landen.«  »Junckfrow,«  sprach  RuoUand, 
»sytmäl  ir  sagend,  ir  habend  mich  lieb,  so  wyll  ich  üch  sagen, 
wer  ich  bin.  Wüssend,  daz  ich  Ruolland  bin,  dem  daz  glück  6 
so  wydrig  gsin  ist  und  nach  ist,  also  daz  ich  inn  einer  starcken 
tüffen  gfancknuß  sin  miioß,  Uwer  vatter  hat  mir  die  guothet 
übel  vergulten,  die  ich  im  gethän  hab  (wann  ich  bin  ein  ur- 
sach  1  daz  er  erlößt  ist  siner  fyenden ,  darumm  daz  ich  den 
ryseu  ertödt  hab,  der  des  eoldans  aller  trost  was),  daz  er  mich  lo 
mit  verettery  inn  dysse  gfäncknus  hat  lassen  legen.  Sorgend 
nüt :  het  ich  gwüßt,  daz  er  ein  verretter  were  gsin,  ich  wett 
mich  wol  vor  im  ghüet  haben.  Ich  bit  min  got,  daz  ich  hinuß 
kommen  mög;  darzuo  och,  min  junckf'row,  ich  befilch  mich 
inn  üwere  gnad.  Und  byt  üch,  daz  mim  pfert  wol  gewartten  is 
werd  j  \Yann  es  ist  sin  wol  wert.  Ich  loben  und  verheyssen 
üch  ,  daz  ich  bin  und  wyll  sin  ,  so  lang  ich  daz  laben  hab, 
üwern  rytter,  uad  verheyssen  üch  zethuon  mit  lib  und  von 
bertzen  all  üwern  .wyllen.«  »Und  ich  verheyssen  üch  5ch,« 
sprach  die  magt,  »mins  teyls  als  eines  künigs  tochter,  daz  ich  20 
öch  allen  trost,  hilf  und  bystand  thuon  wyll,  so  ich  vermag 
und  kan.«  Also  ward  Ruollandeu  und  der  schönneo  Rofimunda 
liebe  beschlossen,  daz  er  keinerlein  mangel  nüt  hatt,  diewyl 
er  inn  der  gfducknuiä  was.  Eines  tags,  als  Roßmunda  was 
kommen  Ruollauden  besuchen  inn  der  gfäncknufi»  do  sprach  ^s 
er  zuo  ir:  »Mio  junckfrow,  die  wyl  üch  geliept,  durch  üwere 
frummkoyt  mir  sovil  guotz  zethuon,  so  byt  ich  üch,  obß  müg- 
lich  ist,  das  ir  die  gstalt  findend,  wie  min  dienner  hinuß 
kommen  mog,  daz  er  inn  Franckrich  rytte  umm  hilf  by  keyser 
Karly,  miuem  vetter.«  Die  junckfrow  sprach:  »Damit  und  ir  3« 
sächend,  daz  ich  üch  lieb  hab,  so  verheyssen  ich  üch  sovil 
zewegen  zebringen,  daz  er  vor  fier  tagen  uß  dysser  gfancknua 
sin  muofi.«  Sy  schied  hinweg  und  fand  iren  vatter,  zuo  dem 
sprach  sy ;  »Min  her,  ich  kum  uß  der  gfancknuß  und  hab  die 
gfangnen  gaächen.  Aber  mich  dunckt ,  es  sig  ein  schlecht  ae 
ding,  daz  man  des  ryttera  knecht  behalt;  wann  [bl.  76]  ist  er 
üd  länger  gfangen,  so  stirpt  er  vast  bald.  Kr  ist  ein  uar: 
nreon  ich  mit  im  red,  so  gipt  er  mir  daz  wyderspil  zantwurt 


und  weyfit  nüt,  waa  er  seit,  so  gar  hat  er  daz  hirny  verschüt 
aß  111  angell  esaens.  Es  ist  vil  weger,  man  läü  inn  uJa,  dann 
daz  er  idd  der  gfänclniuß  sterb.  Dar/uo  wüssend  ir  wol,  das 
die  dienner  thuon  müeesend,  waz  innen  ir  heren  gebietten.f 
6  »Min  tocLter,c  sprach  der  amiroll,  »thuo  im,  wie  recht  ist! 
Dunckt  dich,  daz  es  notturft'tig  sig,  daz  man  inn  uß.  läßj  so 
■wyll  icbß  gern;  wann  ich  wett  DÜt,  daz  er  inn  der  gfanclcnua 
stürbe.  Aber  ob  allen  dingen  behalt  den  andren  wol!  Wann 
kemme  er  hinweg,  so  wurd  ich  nieojnier  mer  fröud  im  hertzen 

10  haben. €  »Min  her,«  sprach  die  junckfrow,  »htind  kein  sorg, 
er  muofi  wol  verhüet  werden. i  Djsser  amiroll  was  wol  be- 
trogen, daz  er  siuer  tochter  gloupt ;  wann  sy  stifft  uff  sin 
Zerstörung.  0,  wie  ist  der  mentsch  so  gar  torechtig,  der  den 
frowen  vertruwet,    die   die   gmüetter    so    lychtferig  hand  als 

16  dysse,  deren  glich  galt,  ob  schon  ir  vatter  tod  were  und  daz 
gaotz  land  zerstört,  daz,  sy  nun  iren  woUust  verbringen  möcbt 
mit  Ruollandeu!  0  frowengmüet,  wie  bistu  so  vyl  üblen  urencii 
gsin  durch  din  lychtfertigkejt !  Wann  die  frow  hat  nüt  acht 
uff  daz  end,  sy  hat  nieuuert  uf  acht  danniiren  wyllen  zever- 

20  bringen,  dardoreh  vyl  betrogen  worden  sind.  Wyderumm  uf 
unser  fürnemmen  zekommen,  de  Rofimimda  urlob  von  irem 
vatter  hat,  do  gieng  sy  wyder  inn  die  gfängnufi  und  spracli 
zuo  Thüring,  er  möcht  hinweg  rytten,  wenn  er  wett.  Do 
sprach  ßuoUand  zuo  im :    »Du    wyrst    Galan tin    nemmen  und 

at  wirst  gen  Paris  rytten  zum  schnellisten,  so  du  magst,  rainem 
Vetter,  dem  keyser,  sagen  und  Reugnolden,  OUifieren  und  den 
andren,  wie  ich  inn  des  amirolls  von  Persia  gfäncknus  lyg; 
darumm  hätte  ich  sy,  daz  sy  mich  kommend  entschütten,« 
Thuring  sprach,  er  wett  die  botschaffc  enden.     Er  nam  urlob 

50  von  innen,  Roßmunda  ließ  im  Galantin  geben,  er  saß  daruf 
und  macht  sich  gegen  Paris  zuo  zum  schneilisten,  so  er  mocbt. 
Und  Ruolland  beleyb  inn  der  gfäncknus,  der  ward  altag  he- 
seehen  von  Roßmunda,  die  was  im  wol  darvor,  daz  im  nütz 
gebraat.     Sy  fuortend    guot  laben   mit   ein    andren   als   zwej 

36  lieb  habende. 


X€3  Reiignold  uud  sine  gsellen  von  Paris  schiedend, 

uud    wie  HengDold  mit  dem  künig  Marssillia  streyt, 
der  wott  sin  pfert  Bayavd  haben. 

Türing  verbrächt  soril  wegs,  daz  er  gen  Paris  kam.     Da 
fand  er  Karly  i-fimpt  sinen  forsten,  nämlich  Rengnold,  Astolf  & 
land  Richart,  sin  bruoder;  räie  seyttend  all,  daz  väsfc  were  guot 
gsin,   wenn  Ruollaud   da   gsin    were.     Mengklicher   was   vast 
trarig,    daz   sj    nut    wußtend ,    wo    er  was  binkomnien.     Der 
keyser  und  sine  fürsten  wäreud  im  grossen  sal,  als  der  schiltner 
Thuring  kam;  der  gruotzt  den  keyser  und  all  heren  mit  wein-  lo 
enden  ougen  und  kond  nüt  ein  wort  reden.     Do  iun  Rengnold 
gsach  weinnen,    do  aprach  er:  »O  Thuring,    du    bringst  uns 
etTvaz  bösser  nieren  von  dinera  beren.     Darnmm  bit  ich  dich, 
daz  du  uns  es  sagest;  wann  ich  hab  groß  begird  von  im  hören 
zeaagen.«     »Her  keyser,«  sprach  Tböring,  »und  ir,  raine  heren,  u 
'Din  her  Rnolland  schickt  mich  zuo  üch,  der  gröetzt  üch  und 
oytüch,  daz  ir  inn  entschüttend ;  wann  er  ist  inn  des  amirols 
von  Persia  gfencknus.«     Damit  ertzalt  er  innen,  wie  und  wa- 
rumtn  er  von  häf  gacheiden  was,  und  die  ursach,  warumm  er 
inn  gfencknus  geleyt  wer  worden,  and  er  och  darinn  gelägen  ao 
^ere,  darnach  uß  gelassen  von  des  amirölJs  tochter',   die  wer 
RuoUanden  hold.     Do  Rengnold  hört,    daz   sin    vetter   uuder 
'len  beiden  g Fangen  was,  do  sprach  er:    »Ich  verheysaen  got, 
daz  ich  niorn  von  hinnen  scheiden  wyl ,   daz  ich  min  vettern 
erloße  uö  des  amirola  gfäncknus ,    und    wjU    niemer  mar  inn  as 
*^fanckrich  kommen,  icli  hab  inn  dann  erlößt.«    Ollifier  sprach, 
^^  wetfc  mit  im ;    des  Rengnold    vast    fro   ward.     Do  Richart, 
^Pögnolden  bruoder ,  gsach ,    daz  sin  bruoder  iun  die  Törcky 
^ott,  do  sprach  er:  »Ich  byt  dich,  min  bruoder,  daz  du  mich 
^^^t  üch  lassest  ryfcten.«      »Es  gfalt  mir  wol,<    aprach  Reng- so 
•^old.     Also  nammend  sy  urlob  von  Karly  und  machtend  sich 
"^ff  die  sträß.     Thuring    fuort  ay   den   aller   nechsten ,    so   er 
*ond.     Sy  wärend  bekleyt  nach  heydischem  sytten.    Sy  ryttend 
^^  vast,  daz  sy  iun  Arragon  kämmend.     Da  [bl.  77]  was  ein 
.     ^8 ,   der  hieß  Marssillia ,  den  f  undend  sy  einfi  tagß  ussert  ss 
^^'ler  stat  Sarragossa  beytzen  mit  sinem  volck.     Do  er  Reng- 


152 


noiden  gsach  tiiul  sine  gsellen ,  df>  rejt  er  zuo  innen  UBtl 
gruotzt  sy  und  sprach  zuo  Rengnold  :  »Ilytter,  ich  weiß  uüt, 
wer  ir  sind.  Ea  ist  war,  daz  mir  dysse  nacht  troinpt  bat, 
ich  hett  ein  guot  pfert  gwannea  -,  dnrunim,  wenn  ir  mir  üwerß 

6  geben  wend,  so  werdend  ir  ursächer  sin,  daz  mir  min  troumii] 
war  wyrt.«  »Heyd,t  sprach  Rengnold,  »ir  sagend  von  einer 
grossen  torheyt ,  das  ir  vermeinend,  ich  soll  üch  min  pfert 
geben  durch  einen  troum.  Der  dyssen  kouff  thette,  wer  wol 
narreehtig.«     Marssillia  sprach  zuo  im:  »Es  iat  eben  als  guot, 

10  ir  gebenden  mir  von  eines  trouniß  wegen,  dann  umm  nüt;  wann 
ich  wyll    inn    han ,    ir   wellend   oder   wellend    nüt.«     »Ist  es 
war?«  sprach  Rengnold;   »ich  sag  üch,  daz  vyl  mecbtiger  gfelt 
hand,  daz  er  innen  wurd,  dann  ir  sigend.«     Marssillia  sprach  : 
»Wyltn  verfczöcheii,    untz  daz  ich  min  hämisch  hab,   so  wilV 

1»  ich  dir  zeigen,  daz  dyfi  pi'ert  min  wyrfc  sin,  geh  wie  übel  e 
dir  gfalle.«  »Ich  schweren  dir,«  sprach  Rengnold,  »daz  icll 
keinem  daz  stächen  nie  veraeyt  hab ;  d^iz  muoß  es  dir  öe"kl 
nüt.«  Marssillia  schickt  nach  sini  hämisch.  Ira  was,  Bayar«^ 
were   schön   sin,    aber    es    was  im  nach  wyt;    wann    er  kau*» 

»0  den  nüt,  mit  dem  er  zeschafiFen  hat;  wann  hct  er  inn  kSat^ 
er  het  nüt  mit  im  gstochen.  Er  ward  gewapnefc  und  saß  lx^ 
und  reyt  von  Rengnold,  und  Rengnold  von  im.  Aber  ßeugf- 
nold  falt  inn  des  ersten  stychs  ab.  Marssillia  sttiond  wyde* 
uf  imd  sprach  zuo  Rengnold:    »Ich  hyt  dich,  rytter,  das  1*1 

25  mir  sagest,  wer  du  sigest,    ein  Kryst  oder    heid.«     Rengnol« 
sprach  zuo  im:  »Wie  wol  ich  inn  der  heydenschaft  bin,  den- 
necht  furcht  ich  mir    nüt,    daz  ich    nüt   min    uamraen 
Wüß,  daz  ich  ein  Kryst  hin  und  heiß  Rengnold   von  MuntB.-* 
baut,  ujid  der  OUifier,  und  der  ander  ist  min  bruoder.     ür»«-^ 

so  damit  und  du  erkennest,  daz  ich  dich  vast  wenig  furcht,  wyM 
ich  min  heim  nf  haben.«  Marssillia  sprach  zuo  ira:  »Ict* 
erkenn  wol  an  dem  stich,  den  du  mir  geben  hast,  daz  du  i^^ 
bist.  Darumm  bit  ich  dich,  daz  du  und  dine  gsellen  mit  mi« 
kommen  wellend  inn  min  atat  Sarragossa,    so    wyll    ich    ilet* 

35  guot  gschir  machen;  wann  ich  bin  Marssillia,  der  künig  dy-ß 
landes.«     Rengnold   sprach    zuo    im:    »Diewyi    irß    wend, 
wend  wyr  öwern  willen  thuon.«     Damit  nam  Marssillia  Renj 
nolden  by  der  hand,  und  rytfceud  mit  ein  andren  inn  die  st».^ 


153 


illast,     Da  ward 


rrofi 


und  die  andren  innen  nach,  inn  pallast,     i'fi,  ward  innen  gr 
cer  enbotten  Ton  dem  küiii*f  und  von  siner  fcochter,    die  liiefi. 
Lrttziauna,   die  was  vaat  schön  und   züchtig.     Sy  nam  grosse 
tuüeg  sy   zuo   eren ,    wann    sy   kond   es    wol.     Die   heren    uß 
Franckrich  wärend  etlich  tag  by  kunig  Marssillia  und  by  siner  a 
lochter  Lutzianna  inn  guottem  täben. 


Wie  Reuguold  ein   wjld  pfert  fieng,  und  wie  er  und 

sine  gsellen  von  Marssillia    und   siner  tochter    urlob 

nämtnend. 

Als  Rengnold  und  sine  gsellen  zuo  Sarragossa  wärend,  do  lo 
tarn  ein  bot  zuo  Marssillia,    der   sprach    zuo  im:    »Her,    ich 
^n'ng  üch  die  aller  frönibtesten  mere,  die  ir  ye  gehortten  sagen. 
£s  ist  war ,  daz  unser  wol  fünftzig  wärwnd    all    gewapn^^t  uff 
Piner  wytte  nebend  einem  velsen ,   da    kam    an  uns  ein  pfert, 
daz   gröst,  so  ich  ye  gsiicheu  hab ,  da?,  hat  weder  sattel  nacli  u 
i^üuin.     Wyr  stallend    uns    zering   umm    ins   und    wettend   es 
ßchen ;    aber   es  fieug    an    byssen    und  schlachen  binden  und 
fornnen  uf  und  wart  sich,  also  daz  es  funff  oder  sechs  erfeodt, 
CG  daz  ich  von  danuen  schied.     Und  wellicb  fluchend,  dennen 
lüfF   es  nach;  wann  es  loufft  vester  dann  die  sträl  von  hirael,  20 
und    wenn  es  zuo  den  fluchenden  kam,  so  stuond  er  aller  dingen 
^"    Und  schluog   sy    mit    den    fordern  boiacu    uff   die  köpf  ze- 
uiCDpf,     Und   inn  söUicher  gstalt  hat  es    üwern  vetter  Mabon 
^rtödt.     Und  thnot  er  grossen  schaden  mit  den  beiunen,  nach 
tnuot  er  vyl  mer  mit  den  zenufin;    wann    er  hat  als  wol  ho- m 
^^nd  als  ein  sägeB  ;  wann  es  ist  kein  hämisch  so  starck,  den 
^^   tiüt  zerstosse  mit   den  zennen.     Do    ich  gsäehen  hah ,    daz 
^^   So  unbillicb  was ,   bin    ich    geflocben    miu    laben  zefristen. 
Uarumm,  her,  warnnen  ich  lieh,  wenn  ir  nüt  darzuo  thuond, 
"^   es  inn  knrtzen  tagen  [bl.  78]  grossen  schaden  tliuon  wyrt  so 
'"U  dyssem  land.«     Do  Marssillia  sin  dienner  bort  sagen  von 
deTu  unbillichen  roß ,   do    ward   er   gar    betrüept   und  sprach 
und  gehuob  sich  übel:  »0  Macbmet,  min  got,  inn  den  ich  all 
^*ii  zuoversicht  hat,    wie    magst    verwilgen,    daz   ein   söllich 
^yld  thier  min  land  also  verwüeste   und    min   volck   also  er-  36 
'^JTDklichen  erfcöde ,   die   all    dine    dienner    wärend   und  dich 


154 


anbättettend  wie  iren  got?  Ich  weyß  nut,  ob  da  dich  mit  den 
Krysten  verreinbäret  hast»  daz  du  die  beiden  also  last  sterben. 
Weon  ea  also  were,  so  wurdest  gebalten  für  ein  got  on  tugend.« 
Am  andern  teyl  was  Lutziana,  die  beweint  den  iod  irS  veiter 

^  Mabon  innenklichen  und  umm  der  andreu,  die  von  dem  wyldea 
roß  ertöjdt  wärend.  Do  sy  Rengnold  gsach  iilso  weinnen ,  d» 
hat  er  erbermd  und  sprach  zuo  Marssillia;  »Ileyssend  mich, 
üwer  diener  an  daz  end  ffiereo,  da  dax  unbillicli  roß  ist!  Und 
ich  eichern  ücb,  daz  ich  das  land  rummen    wyll  mit  der  hilf 

]Q  gottes.«  Der  künig  sprach  :  »Rengnold,  wenn  es  also  beschech, 
so  wer  ich  und  die  minen  all  dir  guotz  schuldig  alle  die  tag 
unsers  läbens.«  Der  kutiig  gab  im  sin  diener  zuo  und  hieJä 
inn  nach  mer  nenimen,  aber  Rengnold  wot  nüt  mer.  OUifier 
und  Richart  wobtend  mit    im.     Rengnold    und   sin    gselscbaß 

iB  schiedend  von  Sarragossa  und  ryttend  sovast ,  das  sy  inn  die 
wUeste  kaminend,  darin  daz  wild  roß  was.  Der  Spaimier  sprach 
zuo  innen:  »Da  ist  das  end,  da  das  wyld  thier  ist.  Ich  wyll 
nüt  wytter,  sunders  will  uff  dyssen  boum  stigen ,  da  will  ich 
dem  strit  zuo  sächeu ,    daz   ich    dem    küog   sagen  könne,  auo 

2a  wellichem  end  die  sacb  kommen  sig.«  »Gaell,«  sprach  OUi- 
fier, sich  erkenn  wol  an  dinen  reden,  das  du  ein  friaclier 
kärapffer  inn  der  kuchy  bist.«  Do  sy  an  dem  end  wäreo,  da 
sy  vermeinten d,  da  das  roß  were ,  do  saß  er  ab  Bayard  uod 
knüpft  inn  au  ein  boum.     Vast  bald    darnach   kam  daz  vfyld 

85  rofä  springend  und  mit  uf  geheptem  hopt.  Aber  do  das 
Bayard  hört,  do  bettend  inn  alle  die  kettennen  einer  stat  nüt 
behept,  daz  er  nüt  an  das  roß  gerätten  wer.  Damit  fieng 
der  atrit  der  zwey  rossen  an,  der  was  wunderbarlich  zesecheo; 
wann  sy  stuondend  ufrecht  gegen  ein  andren  uf  und  byssi'ßd 

30  ein  andren  untz  uff  das  bluot.  Der  stryt  weret  mer  dann  em 
stund.  Do  das  Rengnold  gsach,  do  forcht  er,  daz  wild  zW' 
gangte  im  daz  sin,  und  nach  et  sich  zuo  innen.  Und  als  Bayard 
daz  wild  mit  den  zeunen  hielt,  do  huob  Rengnold  die  fust  o» 
mit  dem  heutschen   und  gab  dem    wyldeu    roß   ein   sölliche" 

SB  streich  uff  daz  or,  das  es  zuo  erden  fiel,  als  wer  es  tod.  ""d 
beleyb  ein  lange  wyl  ligend;  die  wyl  band  es  Rengnold  ton 
seyllen.  Und  nach  langem  stuoud  ea  wyder  uf  und  ww  w' 
milt  wie  ein  schäf ;  Rengnold  zoumpt  es  so  lycbtlich  wie  e"i 


"155 

um  roß.     Rengaold  saß  uff  Rayard    niid  fnort  das  ander  am 

iügell  gen  Sarragossa.     Die  mere  kämmend  dem  könig  Mars- 

sillia,  Rengnold   faett    das  wjld    roß   g fangen,     Do    Rengiiold 

im  b&f  des  pallastz  was,   do  kam  der   küufg   und  sin  tochter 

iu  roß  besechen.     Rengnold  ließ  ein  sattel  bringen  und  amler  f> 

ritstuDg ,    so  einem  roß  gehört ,    und   satlet  es  und  saß  dariif 

nnd  rejt  es  vor  dem  künig   und    ließ   es  louffen,   und   es  lüf 

wie  ein  hirtz,  er  kart  ca  «mm  nach  sinera  ■wyllen.     Lutziauna 

sprach  zuo  Rengnold:   »Edler  her,  ich  bit  üch,  daz  ir  minem 

vatter  dyß  pfert  gebend. «:     »Edle  junckfrow,  es  muoß  (ich  mit  lo 

verseyt  werden.«     Der  küuig  dancket  ira    unam    daz   roß  und 

nmai  sin  arbeyt,   so    er    gehept  hat  da/,  zefachen.     Rengnold 

Und  sine  gsellen  thetteud   iren    hämisch    ab.     Sy   ruo wettend 

etlich  tag  zuo  Sarragossa,  da  innen  der  künig  und  sin  tochter 

groß  eer  eubiittend.     Do  die  heren  ein  wenig  geruowet  hattend,  lö 

i3o  sprach  Rengnold  zuo  dem  künig:    »Her,    wir    sind  gnuog 

an  Owerem  häf  gsiu;  darumni  wend  wir  urlob  von  [Ich  nem- 

en.    Wann  wir  müessend  iu  Persia ;    wann    der  amiroll  hat 

den  manlichen  rytter  Knollaiul  gfangen    uinm   Unschuld,    und 

wir  sind    von    Paris   gerytteu    inn    zerlösaen.«       »Rengnold,«  ao 

sprach  der  künig,   >wend  ir  minß  volcks  üch  zehälffen,  so  wyll 

ich  üch  zwentKig  tassend  geben,  utf  sechs  manot  za!t. «     »Her,« 

sprach  Rengnold,  »ich  dancken  üch.     Ich  versagen  fleh  es  nütj 

Wann  iörffend  wyr  iren,  so  wend  wir  es  üch  wüssen  lassen.* 

Deiiinacb  nani  Rengnold  urlol)    von   der   seliönnen  Lutzianna,  25 

die  tieng  vast  an   zeweinnen;    wann  sy  hat  ir  liebe   uf  Reng- 

nolden  ge.setzt.     Die  heren  niaehtend  sich  uff  die  sträß  durch 

Hischspania  und  kämmend    inn  Barbaria.     Und    do   sy   eines 

^^s  zenechst  zuo  einer  stat  käraend,  do  fundend  .sy  ein  grosse 

gselschaft  lütten  in  einem  holtz,  und  fuortend  groß  leyd.     Die  so 

"Cren  ryttend  zuo  innen;  Rengnold  fragt  sy  umni  die  ursaeh 

Jfs  leydtz.     Under  innen  was  ein  alter  man  inn  einem  langen 

•^t  und  hat  ein    schöne  niansgstalt,  der  sprach :  »Edler  rytter, 

ich  wyR  üch  sagen  die   ursaeh  unsers  leidtz.     Ir  sond  wüssen, 

^^t  wir  uß  einer  stat  sind,  die  ist  nach  von  hinnen  ein  halbe  a& 

''^il,  und  sind  uß  unsern  hüssern  vertriben  von  unserem  künig, 

^^f  ist  der  grast  thyrann ,  der  inn  aller  weit  ist.     Wann  er 

QiTiipt  uns  unsere  wyber  und  ttjehtern  und  verbringt  sin  wyllen 


156 

mit  innen,  [bl,  79]  und  wenn  sy  im  nut  verwilgen  wend,  s< 
Jäßt  er  sj  inn  gePäucknus  legen  durch  sine  dieiier ,  die  sin 
faltsch  als  er.  Er  läßt  sy  scillachen  und  kestigen.  Und  wen 
wir  sagend,  es  sig  nüt  recht  thän,  "so  iiimpt  er  una  das  unsei 
B  als  und  tröwt  uns  zetödcu.  Er  hat  durch  sin  thiratiny  sy. 
lassen  schlacheu.  Und  sin  grnssamkejt  zeäüeheu ,  sind  vri 
in  dyla  holtz  geflochen.  Und  das  ist  die  ursach  unsers  leydtz.« 
Also  schied  Rengnold  von  innen  und  sprach  zuo  innen :  »Unser 
got  Wirt  (ich  hälflfeu.« 

i^Wie  ReDgnold  den  thyranischen   kunig  ertodt,   md 
wie  die  inn  der  stat  Krysteu   wurdend. 

Rengnold  und  sine  gsellen  kaiumeud  tnu  die  stat,  als  die 
Bunn  nider  ivas,  und  herbergettend  sich  by  einen»  frotuniea 
wyssen  wirt.     Do  sy  ob  den)  nachtessen  wärend,  frügt  Ollifier 

iB  den  wyrt,  wer  ir  künig  were.  >Her,«  sprach  der  wyrt,  »wir 
liand  ein  künig,  der  gloupt  weder  an  Jbesus  nach  an  Mach- 
niet, er  halt  kein  glouben,  er  ist  der  aller  grussammest  tyraac, 
der  inn  aller  weit  ist.  Ich  hab  ein  Slllljerige  tochter,  die 
ließ  er  fachen,  ist  nut  mer  dann  zwen  tag  sider,  und  hat  sy 

20  inn  einer  gfencknus  und  lät  sy  alfcag  schlacben  und  kestigef) 
darumm  daz  sy  nut  inn  sin  falfcschen  wyllen  verwilgen  will. 
Und  hat  susfc  öch  vyl  richer  töchtern  und  vyl  junger  ver- 
raächletten  froweti  gfangen.  Er  hat  kein  uuderscheid,  mit  lifr 
niuotter  und  tochter  zeschaifen  zehaben  und  mit  zweyen  schwe- 

26  stern ,  es  iet  ira  als  einß ,  er  ist  zuo  allem  bossem  geneygt.« 
»Min  wyrtj«  sprach  Rengnold,  »tröstend  üch  !  Wann  ich  hoffi 
er  wenl  in  kurtzem  gestraft  unim  sine  verdienst ,  und  äcli 
werde  üwer  tochter  wyder.«  Do  der  wyrt  Rengnoldeu  ver- 
stuond,  do  ward  er  ser  erfrihvt  und  fleiß  sich  innen  güethlicli 

so  zethuon.  Do  sy  gessen  hatten,  gieugend  sy  nider.  Moriien- 
des  ließ  sich  Rengnold  wapnen ,  und  sine  gaellen  öch,  unfl 
giengend  inn  pallaat,  da  der  künig  was.  Der  was  im  sal  by 
sinen  dienern,  die  aotteud  wol  ais  wenig,  als  er.  Und  als  sj 
inn  pallast  karaniend,  giengend  sy  für  die  gfäncknuß,  darin 

3i  die  frowen  und  töchtern  wärend,  die  nufc  zuo  sinera  wyllen 
verwylgen  wottend;   die  fuortend  grosse  klag.     >leli  verflii"' 


157 


dem  mich ,«  sprach  Ollifier ,  »wie  got  ein  so  nütsöUenden 
meitschen  so  lang  uff  ertrich  lähen  lasse.«  Do  sy  im  sali 
wärend,  giengeiid  sy  für  den  künig  on  griietzeu.  Und  do  er 
sy  gsaeh  so  stoltz  da  har  trätten,  daz  ay  im  kein  eer  an  thet- 
tendj  do  hat  er  grossen  verdrieß  darab  und  sprach:  »Were 
sind  dyfi  ,  die  al.'o  inn  min  pallast  kommen  sind  on  min  cr- 
louptnus  und  mir  keitierleyu  er  enbiettend?«  Do  sprach  (teng- 
nold  auo  im:  »Du  wirst  sin  innen  mit  der  zyt,  wer  wyr  sf- 
geud,  du  faltsciier  «ngemesser  tbyrann.  Icli  verwundern  mich, 
wie  daz  ertrieh  ufi'enthaiteu  mög  ein  mentsch  aller  lästern  lo 
und  üblen  voll,  wie  du  bist;  der  lufft  ist  aller  diugen  un- 
saber  ab  den  grossen  thyranuyen,  mit  dennen  du  umgäst  täg- 
liclieu:  du  bist  ein  lesterer  und  kätxer  und  geschänder  der 
jungckfrovven ,  ein  Zerstörer  der  armen.  Wufa,  daz  die  klag 
diner  grossen  grussammeu  siindeu  nutz  inn  bimel  kommen  ir, 
JstI  Darumm  wüß,  das  ich  von  den  göttern  gschickt  bin,  dich 
Uffiin  dine  verdienst  zesträffeu  und  daz  arm  völckly  zerächen 
am  die  kestigung  und  thyraany,  so  du  täglichen  an  innen 
gast!«  Alle  die,  so  gegenwyrttig  wärend ,  loiätend  R.eug- 
)lilen  zuo,  daz  keiner  nüt  ein  wort  sprach  ;  wann  der  mert-  20 
teyl  het  wol  mögen  lyden ,  daz  der  künig  tod  gewefit  were. 
Rengiiold  sprach  zuo  im,  was  stet  uff  ainer  red:  »Du  treyst 
<!in  kronn  uff  dinem  kopff,  deren  du  nut  wyrdig  bist;  wann 
*Q  bist  wyrdig  des  aller  grussamisten  todtz ,  so  müglich  zuo 
crdpncken  ist.  Vermeinst  du,  es  sig  kein  gericht  im  himel  sa 
uich  zesträtfen  ,  dich,  du,  der  da  wyll  on  glouben  und  Ver- 
nunft laben  ?  Sunders  vermeinst  dich  allwegen  dins  eignen 
^'illeua  zebruchen,  wie  ein  unvernunftigs  thier?  Daz  nun  den 
yöttern  unmöglich  ist  länger  zelydeo;  durumm  luuotä  die  straf 
'Du  dysser  stund  beschächen.«  Do  der  tyranisch  künig  Iteng- 30 
'holden  verstuond,  [hl.  80]  der  so  maulich  redt  on  foreht,  und 
Raach,  daz  all  sin  volck  erschrocken  was,  do  was  er  so  gar 
^i"sehi-ocken,  das  er  nut  wüst,  waa  er  autwurtten  sot.  Damit 
^wa  Reugnold  an  inn  uud  thefc  im  die  kronnen  ab  dem  hopt 
Und  zog  im  sine  küngkliclie  kleyder  ab,  darnach  ummfieng  ss 
^'^  in  und  truog  inn  on  einleben  wyderstund  zuo  einem  venster 
^ud  warf  inn  hinab,  Dardurch  er  sin  erbermkiich  laben  endet, 
"äs  etlichen  zelang  gewärt  hat     Do  des  känigs  bereu  g^äciiend, 


r 


daz  er  tod  was,  do  wärend  all  erstunnet  und  sagten:  »Dysser^ 
rytter  isb  gaiitz  gvvüfi  von  dem  got  Machmet  geschickt  wor- 
den, unseru  heren  zesträffen.«  Daruram  sy  all  die  atägen 
gwunend  und  fluchend  uß  der  atat.  Rengnold  fleug  einen, 
5  den  fragt  er,  wo  die  Schlüssel  zuo  der  gfäncküulä  werind. 
Der  zeigt  im  die,  wo  sy  wärend.  Kengnold  namü  und  gieng 
und  thet  die  gfäncknuia  uf  und  sprach:  »Ir,  miue  frundinen, 
ir  raügeod  inii  Uwere  hüsser  gäri ,  wenn  ir  weud ;  wann  der 
thjran,  dt-r  ücb  hie  gehepb  hat,    ist  tod.«     Do  sy  gsächeiid, 

10  daz  sy  erlößt  wärend  und  der  tbyrann  tod  was,  do  knuwterid 
sy  all  für  Rengnold  und  dancketten  im  des,  daz  er  sy  erlößt 
hat  von  dem,  der  sy  mit  gwalt  schweehen  wott.  Iren  waa 
ein  grosse  zal,  die  karttend  wider  etlich  inn  irer  vättern  hufi, 
die  andren  zao   iren    mannen.     Dardurch    die   mere    bald  inn 

iB  aller  stat  gesagt  wurdend,  da/,  ein  rytter  iren  künig  getödt 
het,  und  het  die  frowen  und  töchtern  uli  der  gfäiiL-kinis  er- 
löst. Dardurch  sy  all  fröud  fuortend  und  sagteod :  » Der  rytter 
ist  inn  einer  guotten  stund  iu  dysse  stat  kommen,  daa  er  uns 
von  dem  grussammeu  thymmieo  erlößt  hat,  der  uns  so  lange 

so  zyt  inn  so  grosser  dienstbarkeyt  und  uuderthenigkeyfc  gehalten 
hat.«    Sy  versamlettend  sich  all  uff  einem  platz,  mit  ein  andren  J 
zerätten,  inn  wellicher  gstalt  sy  dorn  rytter    vergälten  möch-  ■ 
tend ,    der  sy  erlößt    hat    von    der  thyranny    irs    kuniga.      Do 
Rengnold  vernam ,    das  die  burger  utf  einem  platz  versamlot 

SB  wärend,  do  schied  er  mit  sinen  güellen  ulä  dem  pallast ,  und 
giengend  an  daz  end ,  da  die  veraamlung  was.  Do  sy  inn 
gsächend  kommen  ,  do  enbottend  sy  im  groß  eer ,  als  einem 
mentschen,  von  göttern  geschickt.  Rengnold  gieng  an  mitten 
uuder  sy  und  sprach  zuo  innen  also:   »Ir  heren,  üch  dunckt,    _ 

90  ich  sig  bar  geschickt  durch  üwern    got  Machmet ,    üch   zeDt-    ■ 
ledigen  ui  der  dienstbarkeyt,  inn   deren    ir  so  lange  üyt  ge- 
weßt  sind-     Ich  wyll,  daz  ir  wüssend,  daz  weder  Machmet  nach 
die  andren  göttern,  an  die  ir  gloubend,  den  gwalt  nüt  haltend 
üch  zentledigen,    wann  sy    könnend  innen    seibs    nüt    hälfen; 

36  aber  ir  sönd  wüsaen  ,  das  unser  got  Jhesus,  schöpffer  himel 
und  des  ertricha  und  aller  creaturen,  die  da  sind,  der  ist  all- 
meehtig  und  ist  got  der  göttern  und  künig  der  küngen ,  der 
durch  sin  güettigkeyt  sin  paradis  verließ  und  inn  dysse  arbeiit- 


sellige    weit   Kam  una    mentsctijicne    natur  an   sicti  natu  mn 
der  juuckfrow  Maria,  darnaeh  tod  und  martter  an  dem  stam- 
men  des  erütz  leyd,   das  meutschlich  gschlächt  zeerlönsen  uß 
der  dienstbarkeyfc  des  tüifeta  ,  iun  deren  sy  so  lange  zyt  gsin 
wärend  ufj  ursach  uusers  ersten  vatter  Adams,  und  er,  dur  da   s 
gantz  güettig  ist,  wot  mit,  das  ir  verdampt  wurdeud,  bat  üch 
dyssen  thyranisehen  künig  geben  üch  zesträlfen,  darumm  daz 
ir  die  abgötter  anbätten  band,  die  da  ursacli  sind  alle  die  ze- 
7erdanjpnen,  die  an  sy  gioubend  ;    uad    dass    er    üch   ulä  dyser 
Mrryscben  yrthum  thett ,    inn    deren  ir  so  lange  zyt  gewel&t  lo 
sind,  und  üob   zefryen  der  nnderthenigkeyt,  darin  ir  gsin  sind, 
bat  aiich  min  got  Jhesus  liar  gschickt  durch  sin  grosse  barm- 
herfzigkeyt,  daz  ich  in  straf  unim  sin  mißtliat.     Darumm  ratt 
ich  üch,    daz  ir  dyssen  faltscben  glouben  verlässead  und  des 
güettigen  Jhesus  anuemend.     Und  danckend  im  umm  daz,  das  iq 
er  üch  uß  des  ibyrunnen  hend  eriößt  hat,    und  öch ,    daz  er 
üch  hat  wellen  berüeffen  zuo  sinem  heiigen  glouben,  durch  den 
w  üch  sin  paradis  geben  wyll !  Und  also  ujögend  ir  den   hel- 
häclieu  pinnen  entgäii ,    die   ir  nüt  verkommen    mögend,    be- 
iibend  ir  also.     Darumm  rätt  ich  üch,  das  ir  üch  moni  lassend  ao 
touffen.«      Nach    Rengnolden    red    durch    die   ingiessnng    des 
heiligen  geystz  fieng  alles  volck  inn  einer  sfcim  an  zeschryen: 
»tielopt  sig  der  got,  der  uns  eriößt    hat  von  dem  faltschisten 
tl^yrannen ,  der  uff  ertrieh  was !    Darumm    wend  wyr  glouben 
*"*   den  ailmechtigen  got,   der  durch   sin  güettigkeyt  an  dem  a» 
^rö-tz  gestorben  ist,   daz   er   die   aellig    machte,    die  inn  inn 
glouptend.     Darumm  bitten  wir  üch,    daz  wyr  von  stund  an 
getonfft  werdind.«     Do  die  lieren  daz  volck  verstuondend,  do 
"Urdend  sy  vast  fro.     Und  liesaend    kilchen  machen  und  be- 
scQickteud  die  wäldbruodern  inn  den  wüeatinnen,  die  touften  "o 
älie    die  inn  der  sfcikt.     Do  die ,    eo    fluchtig  wärend ,  veruam- 
'"^Hd ,  daz  ir  künig  tod  was ,    do    kämend  sy    wyder  inn  die 
8^3.t   inn  ire  hüsser  und  wurdeod  Krysten,  wie  die  andren,  des- 
ß^cheu  alle    die    im  küngrich.     Unser   beren  hattend    grosse 
•^^^g,  darumm  daz  sy  sich  so  lang  sumptend  Ruollauden  zent-  »» 
ledigeu;  aber  sy  hetrachtetteud,  sy  thettend  ein  vast  [hl.  81] 
*^*<ihtbar  werch,    daz    sy  sovil  heyden  zuo  dem  krystenlicheu 
gloviben  bekarttend.     Do  daz  gantz   land  krysten  was,  do  be- 


160 


loft  Reiignold  die  mechtigoäteii  heren  und  fragt  sy,  wenn  erl 
riegßlütten  berlörffte,  wie  vyl  sy  wol  geliaben  möchtend. 
Ein  fürst,  der  hietä  ßallant,  der  sprach  auo  im,  daz  sy  inD 
einer  nott    wol  XL   oder  L  tussend    fundenJ,     Des   Rengnold 

6   vast  fro  was  und  sprach  zuo    innen,    daz    sy    so  vyl  zewegen 
brechtend,  daz  er  inn  XV  tagen  XXX  tuaaend  hetfc ;  wann  er 
wett  den  ainirol  von   Persia  bekriegen.     Do  die  tnere  u£  ge- 
spreyttet  wurdend,    daz    sy  Rengnold    inn  krieg  füeren  wett, 
do  wnrdeiid  sy  vast  fro,  daz  sy  mit  im  sotteud.     Sy    wurden 

10  inn  kurtzer  zit  versamlet,  öch  mer,  dann  er  bedorft.  Diewj'l 
die  versuuilung  beschach,  schickt  Etengnold  ein  hotten  im 
künig  Marsillia  und  siiier  tochter  Lut/.iannn  inn  hätten,  ilax 
er  im  siues  kriegiävolcks  schickte.  Do  der  künig  Marsiliia 
den  hotten    verstuond,   do   sprach    er,   er   wett    itu    zweutzig 

16  tussend  niaa  schicken,  Lutzianna  sprach,  sy  wetz  iin  bringen; 
wann  sy  hat  grofä  begird,  liengnoiden  und  siner  gseilen  groß 
könheytteu  zeaechen.  Der  künig  Marsiliia  was  sin  zefryden, 
daz  siu  tocliiter  Lutzianna  mit  den  Fnmtzossen  iun  krieg  zuge; 
des  sy  vasfc    fro   ward ,   wann   sy   was    dem    gräf    Rengnolden 

20  vast  hold.  Der  künig  ließ  von  stund  an  XX  tussend  niaii 
samlen,  die  nara  Lutziaua  übersieh.  Und  nam  urlob  von  irem 
vatter  und  macht  sich  uff  die  aträß  mit  irem  volck  mit  Reug- 
noldeti  hotten  und  fuor  so  vast,  dax  sy  iun  kurtzer  zyt  auo 
Rengnold  kam.     Do   er   sy  gsach,    do    ward    er  vast  fro  und 

ä6  sprach  zuo  ir:  »Min  junckfrow,  wyr  sind  üwerem  vatter  vyl 
guotz  scliuldig  umm  die  hilf,  so  er  uns  schickt,  und  üch  öcli 
der  niüe,  so  üch  geliept  hat  zenemmen,  daz  ir  inn  eignW 
parson  bar  kommen  sind;  wann  es  were  gnuog  an  einem  luin- 
dern  hoptman  gsiu,  daz  ir  sind.«  >Miu  fründ,«  sprach  Lutzi- 
so anna,  »ich  wyl,  daz  ir  wüsseiul,  daz  ich  üch  so  lieb  hab,  das 
kein  ding  so  groß  nüt,  das  ich  üch  nüt  zewyllen  wurd.« 
»Frow,«  sprach  Rengnold,  »ich  danck  üch  mit  guottem  hertzen, 
Bovast  mir  müglich  ist-K  Sy  gab  Rengnolden  ein  zeig,  die 
»Her  schönst,  die  er  ye  gsach  •,    wann  sy  was  allerdrngeB  mit 

8ö  gutdineni  und  sydineui  tuoch  gemacht,  gemäUet  mit  schößDeu 
hystorien,  und  was  oben  daruf  eiu  guldinen  öptfel ,  getziert 
mit  edlen  steinen  ,  die  gäbend  grossen  eeliin.  Di*»  zeig  wura 
uff  geschlagen.     Yedermnn  verwundert  sicli  ab  der  schöne  und 


kostligkeyt  Jer  zeig.  Rengnold  sprach  zuo  Lutzianna:  »Min 
juuckfrow,  daz  ist  ein  scliiineke,  die  wer  gnuogsamkJich  einem 
künig  zeschäncken  oder  mechtigen  fiirsten.  Ich  wyrd  üch  all 
min  tag  guotz  verjechen,  ich  dancken  üch  zuo  tussend  uaällen 
und  verheyasen  üch,  daz  ich  inn  behalten  wjU,  diewil  ich  lä-  e 
ben.«  Als  man  von  der  zeig  seyt,  do  kämeod  zwen  gros 
ryssen,  die  wäreud  des  landtz  und  wäreud  üch  touft,  der  eiu 
liieß  Cuonrat  und  der  arider  Tragant.  Dyser  Tragant  hat  den 
künig  vast  lieb  gehept.  Do  der  ryß  im  sal  was  und  Reug- 
noldeo  gaach ,  do  wüettefc  im  all  ain  geblüet  und  mocht  sich  '« 
nüt  enthan,  daz  er  nüt  seytte ,  man  hette  sin  künig  unnred- 
lich  getüdt;  »aber  von  wegen  des  nüwcu  gloubens,  so  ich  ati- 
genomraen  hab,  wyll  ichß  lyden  zuo  dyser  zyt.«  Do  sprach 
Rf^ngnold  zuo  im:  »Hastu  etwaz  im  hertzen,  so  sags!  Wann 
ich  acht,  du  gloubest  an  Jhesus  und  an  Machmet  glych;  wann  '& 
es  ist  inn  dir  weder  gloub  nach  trüw.  Darum ni  magstu  wol 
wyder  heim  keren ;  wann  du  kumpst  nüt  mit  mir.«  Do  der 
ryß  Rengnolden  verstuond,  do  ward  er  zornig  und  apracb  zuo 
im :  »Geell,  du  refcst  stoltzenklicb.  Leg  ich  die  band  au  dich, 
so  wyrd  ich  dir  zuo  erkenaea  geben,  mit  wemm  du  retst,  und  so 
mines  künig  tod  rächen,  den  du  mit  verrettery  ertödt  hast.« 
»O«,  sprach  Rengnold,  »ich  wyll  dir  zeigen,  ob  ich  ein  ver^ 
retfcer  sig.«  Damit  zog  er  ain  schwert  uß  und  stach  es  durch 
den  rysen,  der  fiel  tod  nider.  Darnach  beruofift  Rengnold  den 
fürst  Ballantj  der  was  vast  wyß  und  guotter  retten,  zuo  dem  2b 
sagt  er:  »Ich  wyll,  daz  ir  mit  uns  kommend.«  Ballant  sprach, 
er  wer  gantz  bereitt  sin  gebot  zethuon.  Man  ließ  inu  der 
stat  ußrüeflfen,  daz  all  kriegfivolck  moroendes  gerüst  wer  hin- 
weg zetzüchen,  damit  sich  yederman  rüste. 

Wie  der  amiroll  von  Persia  belegret  ward  von  Reiig-  so 
uold  und  siuen  gsellen,  und  wie  Riiolland  mit  Reng- 
nolden  streyt. 

Die  Krysten  hattend  die  vorhuot,  so  Ballant,  Ollifier  und 
Richart  fuortend.  Nach  innen  kam  Lutzianna  mit  irem  volek; 
Hengnold  hielt  iren  gselscbaft,    wann    ay  hattend  ein  andren  a6 

Morgaut  dar  tletm  W 


162 


lieb.  Do  aj  uff  dem  feld  wäreud ,  do  fandend  sj ,  daz  ir 
sechzig  tusseod  wären d ,  xeroli.  und  zefuos.  Sj  zugeud  sovast, 
daz  8y  in  kurtzer  zyt  den  amiroll  belegrettend  ina  der  sUi, 
da  er  was.     Dardurch  der  amiroll  ser   erschrack,    deßglichen 

5  Roßmunda  und  ir  bruoder.  Do  liengoold  sin  leger  für  die 
stat  gesclilagen  hat,  do  schickt  er  dem  amiroll  ein  herold, 
bj  dem  enbot  er  im,  daz  er  sich  rüste  im  einen  [bl.  82]  rjE- 
ter  zescbicken  mit  im  zestritten;  wo  diix  nut,  so  sott  er  sicher 
sin  des  sturms,  er  kemme  dann  sich  im  uff  gnad  ergeben.     Der 

10  herold  kam  in  die  stat  und  ward  für  den  amiroll  gfüerfe,  zuo 
dem  sagt  er  an  grüetzen:  »Ämiroll,  der  her  dyß  grossen  kere, 
80  da  gsichst  vor  diner  stat,  enbüt  dir  by  mir,  das  du  dich 
kommest  ergeben  an  ain  gnad  umm  etlich  fräffell,  die  du  im 
thän  hast,  oder  daz  du  kommest  mit  im  atrytten,  lyb  an  Ijb, 

16  dich  umm  diu  verrettery  zfcfsträffen.  Und  byatu  nüt  manlifih 
gnuog  zekommen  ,  so  schick  diner  ryttern  einer,  so  muoß  er 
empfangen  werden;  wo  daz  nüt,  so  byfi  gantz  sieber,  dai  du 
den  aller  wunderbarlichesten  stürm  haben  wirst,  von  dem  ye 
geredt  ward!«     Do  der  amiroll  den   herolden    irerstuond,  do 

»«sprach  er  zuo  im:  »Ich  weyli  nüt,  wer  din  her  ist;  aber  er 
redt  vast  stoltzenklich.  Und  weyß  nüt,  wie  du  so  übermiiettig 
bist  gsin,  daz  du  also  mit  mir  redtst.  Ich  schweren  dir  by 
minem  got  Machmet;  werest  du  nüt  ein  bot,  ich  wett  dict 
lassen  töden  dem  zeleyd,  der  dich  har  geschickt  hat.    Daranim 

16  mach  dich  bald  vor  mir  dannen!«  aO  amiroll,«  sagt  der 
herold,  »wenn  es  also  were,  daz  du  betrüept  werest,  da»  du 
von  minem  heren  hörst  sagen,  der  ist  der  aller  raechti}|eät 
rytter  inn  der  wält ,  du  wurdest  dich  wol  hüetten ,  wenn  do 
inn  vor  dir  gewapnet  gsechest,  dich  umm  dine  mißhändel  ze- 

so  straffen. c  Do  inn  der  amiroll  verstuond ,  gebot  er  inn  ze- 
fachen  ;  aber  sin  tochter  Roßmunda  wott  es  im  nüt  gestatten, 
ea  wurde  im  für  ein  grosse  nätsölligkeyt  gerechnet.  Also 
schied  der  herold  hinweg  und  kart  zuo  Rengnolden,  dem  w- 
tzalt  er,  wie  er  sin  botseh aft  geendet  hat.     Der  amiroU  was 

36  ser  erschrocken,  wie  er  ein  rytter  funde,  der  mit  Rengnolden 
strytten  wett;  wann  sina  volcka  begab  sich  keiner  den  stryt 
zethuon.  Do  Rosraunda,  des  arairols  tochter,  gsach ,  das  ir 
vatter  inn  unmuofc   was   ein   rytter    zefindeu ,    d^r    mit  siuem 


vyend  strytte,  do  sprach  sy  zuo  im:  »Min  vatter,  siud  nüt 
erschrocken!  Wann  ich  weyß  wol  ein  rytter,  der  den  stryt 
thuon  wyrd.  Ir  sünd  wüssen ,  daz  der  Kryst,  so  inn  üwer 
gfäncknua  ist,  RuoUand,  des  Iceyser  Karlis  vetfcer,  ist,  des  ruom 
80  groß  ist  inn  aller  wält.  Ich  gloub,  er  werde  den  strifc  nüt  & 
versagen,  wenn  ich  inn  bit ;  wann  er  hat  mir  verheiseii ,  er 
welle  mir  thuon  allea  daz,  so  ich  an  inn  beger.  Wann  ich 
hab  erbermbd  über  in  ghept  mit  essen  und  trincken  ;  wann 
er  ist  niit  ein  rytter,  den  man  also  hungere  sterben  solle 
lassen.«  Do  der  amiroll  sin  tochter  verstnoud ,  do  ward  er  lo 
vast  fro  und  sprach  zuo  ir :  >Gang,  frag  inn,  ob  er  den  stryt 
thuon  well!  Aber  er  nrnoß  mir  verheyssen,  daz  er  nach  dem 
stryt  wyder  inn  die  gfiiucknuß  well ;  wann  erlößte  ich  inn, 
so  furcht  ich,  der  eoldan  vernemme  es  und  bekriegette  mich ; 
diirumm  ich  bösser  hett  dann  vor.«  Also  gieng  Roßuiunda  i& 
inn  die  gfeEcknus  und  sprach  zuo  Ruolland:  »Min  fründ,  ich 
bit  üch ,  daz  ir  mir  umm  all  guothet,  so  ich  üch  thän  und 
nach  inn  wylleo  hab  zethnon,  ein  dienst  thtiegend,  daz  ist: 
es  ist  ein  rytter  im  läger  vor  der  stat ,  der  begert  stryt  mit 
einem  rjtter.  Ich  wyll  üch  umm  ein  guot  wol  gerügt  pferfc  20 
lind,  umm  guotten  hämisch  luogen.«  Iluolland  sprach  zuo  ir: 
»Ich  weyß  wol,  daz  ir  mir  vyl  guotz  thän  band;  darutiim  ich 
wol  unnerkant  wer,  wenn  ich  es  üch  verseytte.  Ich  bin  gantz 
gerast  den  strit  zethiion,  wenn  üch  geliept;  wann  ich  wyll 
vil  lieber  im  strit  sterben,  dann  inn  gfäncknus  lygen.«  »Ir  a» 
werdend  mir  verheyssen,  edler  her,  daz  ir  nach  dem  atryt 
wider  har  wellend.«  »Ich  verheyssen  es  üch,«  sprach  Ruol- 
land. Die  junckfrow  ließ  daz  best  pfert  zuo  rüsten ,  ao  inn 
irs  vatters  stal  was.  Ruolland  ward  uß  der  gföncknus  ge- 
lassen. Der  arairoll  entschuldiget  sich  gegen  im,  daz  er  inn  ao 
inn  gfäncknuß  geleyt  hat;  wann  er  were  vom  soldan  dartzuo 
genöttiget  worden,  »der  sust  mich  und  all  min  land  zestört 
bet.«  Ruolland  sprach  zuo  im:  »Waz  geschlichen  ist,  mag  nüt 
gewent  werden.  Aber  «werer  tochter  zelieb ,  die  mir  sovil 
guotz  thän  hatt  (wann  wer  sy,  ich  wer  tod) ,  wyll  ich  den  ai 
stryt  thuon,  und  werend  irenzwen.  <  Ruollaud  kant  den  nüt, 
mit  dem  er  atrytten  sofct ;  wann  het  er  inn  erkäut,  er  het  nüt 
mit  im  gatritteu,   diewyl   er   sovil   arbeyt  uff  sich  genommen 


* 


164 

hat  inn  ^entledigen.  Und  wer  fragte,  warumm  sich  Rengnold 
nüt  zeerkännen  gnb ,  daz  bcschach  darumm ,  das  er  wott,  das 
der  amiroll  rermeiotte,  sy  werind  all  beiden ;  wann  er  forcbt, 
wenn  er  ^sagt  bett,    daz   sy  Ckrysten  werind,    und  Ruolland 

6  gfordert  hett,  der  amiroll  bett  inn  töden  läaseo.  Die  scbön 
Koßmunda  ließ  ein  vast  giiotten  harniscb  bringen  und  half 
Riiollanden  mit  iren  eygnen  benden  wapnen,  Darnacb  saij 
er  uffa  pfert.  Roßraunda  ward  öch  gewapnet  und  saß  utf  ir 
pfert,  im  gselschaft  zehalten  mit  drühuudert  ryttern.    Sy  uäoi- 

m  mend  urlob  von  dem  aniiroll  und  fuorend  uß  der  stat  gegen 
der  Krysteu  läger,  Do  Rengnold  sovil  voleks  gsach  kommen, 
do  forscbet  er  sin  barnisch.  Lutzianna  half  in  [bl.  83J  wap- 
nen und  gab  im  daz  pfert,  so  er  iren  geben  hat,  daz  er  zuo 
Sarragossa  gfangen  hat.     Rengnold  saß  daruf,  Lutziauua  rejt 

lö  mit  im  und  yyl  ander  heren  den  sfcrjt  besechen.  Do  Reng- 
nold zuo  Ruolland  kam,  sprach  er  zuo  im:  »Rytter,  bista 
kommen  den  stryt  zetbuon?«  »Ich  bin  sust  umm  kein  andere 
sach  kommen  ,4  sprach  Ruülland.  Und  dar  umm  daz  sy  er- 
hytzget  wärend,  kauttend  sy  ein  andren  nüt  au  der  red,  snn- 

20  ders  atuchend  ire  pfert  mit  den  aporen,  also  daz  das  erttricb- 
uuder  innen  zyttret,  und  stächeud  die  sper  zeätucken  uff  ein 
andren  ;  aber  sy  belibend  bed  inn  sätlen,  des  sich  mengklielier 
verwundert.  Demnaeh  zugeud  sy  ire  schwertter  uß  und 
fiengend   ein    hertten   stryt   an.     Der   ryß  Cuonrat,    der  mit 

ü6  Rengnolden  kommen  was,  was  so  gar  ersfcunnet  den  hertteo 
stryt  zesäcben,  daz  er  sich  nüt  rodet  wie  ein  stein.  Die  j  unck- 
frow  Lutzianua  seytt ,  sy  hett  niemer  mer  gmeint ,  das  iaO 
der  heydenschaft  ein  so  manlicher  ritter  gsin  were ,  als  der, 
80   mit  ßengnolden    streyt.     Also    seyt    öch    Roßmunda   von 

3ü  Renguolden.  Do  die  zwen  bereu  gsäcbend ,  daz  keiner  kein 
forteyl  an  dem  andren  hat,  do  wurdend  sy  zornig,  so  gar,  das 
Rengnold  RuoUauden  ein  streych  uff  sin  beim  gab,  das  er 
dem  pfert  uff  den  hals  fiel ;  des  Ruolland  rast  zornig  ward 
uud  sprach  zuo  im  selbs,   er    wett   sich   rächen  oder  sterbeu. 

«6  Er  buoh  Durandel  uf  und  gab  Rengnoldeu  ein  streich  uff  sio 
btipt.  Uud  der  streich  schlipft  ab  uff  des  pfertz  hals ,  und 
hüw  im  den  ab ;  damit  fiel  Rengnold  und  daz  pfert  zuo  hüSea. 
Da  sich  Rengnold  am  herd  gsacb,  do  ward  er  gantz  unsinnig 


k. 


165 

und  Bprach:  *Du  bist  gai'  uütsöllend,  daz  mir  luin  pfert  a]so 
verretterscht  getödt  hast.«  »Ich  schweren  dir,«  sprach  Ruol- 
laud,  idaz  ich  es  nüt  mit  flyß  getödt  hab.  Aber  ee  die  sunn 
hin  der  gang,  muostu  mir  das  wort  wyder  ruoffen,  daz  du  mich 
ein  verretter  geschulten  hast;  wann  ich  hab  nie  kein  verret- ^ 
terj  prattytziert.  Darumra  wer  dich !  Aber  ich  wyl  nüt  ze- 
roß  stritten,  und  daz  du  zefuoß  sigesfc.«  Damit  saß  er  ab 
und  gieng  an  Bengnold  und  huob  sin  seh  wert  uf.  Rengnold 
gsach  den  streich  kommen,  thefc  sin  schwert  harfür  ;  wann  ir 
schilt  wäreud  zerhowen.  Der  streich  was  so  mechtig,  das  i» 
Rengnolden  sin  schwert  entpfiel.  Do  Ruolland  das  schwert 
am  herd  gsach,  do  wott  er  inn  nüt  scblachen,  sunders  sprach 
ZUG  im:  »Wer  ich  ein  verretter,  als  du  sagst,  so  schlüeg  ich 
dich  ietz,  so  du  kein  wer  hast.  Aber  nim  din  schwert !  Wann 
ich  wyll  dich  nüb  anrüeren,  die  wyl  du  on  wer  bist.«  Reng-  15 
nold  er  kaut,  daz  der  rytfcer,  mit  dem  er  streyt,  früntlieh  was. 
Der  stryt  wert,  biß  daz  die  sunn  under  gieug.  Do  hat  Roß- 
munda  erbermbd  über  sy  und  reyt  zuo  innen  und  sprach: 
»Ich  bit  üch,  daz  ir  uÖhörind;  wann  ir  gsächend  wol ,  daz 
die  sunn  schon  vast  under  ist  und  die  nacht  vast  nach  ist.  ao 
Ir  kommend  wol  ein  ander  mal  zuo  stritten.«  Die  zwen  ryt- 
ter  warend  müed,  verwylgettend  der  junckfrowen  begeren  und 
liessend  von  dem  stryt.  Rengnold  reyt  wyder  mit  Lutzianna 
inn  sin  zell  und  ließ  sich  entwapnen.  Und  sprach  zuo  Bal- 
lant:  »Ich  weyß  nüt,  wer  der  rytter  ist,  mit  dem  ich  ge- 35 
stritten  hab.  Aber  ich  gloub,  er  sig  der  best  rytter  inn  aller 
Türcky;  wann  ich  hab  vor  zytten  mit  Ruollanden  gstrytten, 
aber  er  gab  mir  nüt  sovil  zeschaffen ,  als  dysser  rytter  thän 
hat.«  Ruolland  reyt  wyder  inn  die  etat  mit  Roßmunda,  die 
sprach  zuo  irem  vatter:  »Tcli  meint  nüt,  daz  ich  söt  zwen  so  so 
manlich  rytter  gsächen ,  als  ich  hut  gsäehen  hab ;  wann  sy 
gsäcben  stritten,  dunckt  es  nüt  mentschlich.«  So  bald  Ruol- 
land entwapnet  was,  gieng  er  wyder  inn  die  gfdncknus-  und 
Roßmunda  gieng  inn  beseehen  und  sprach  zuo  im:  »Min  lie- 
ber fründ,  nun  erkenn  ich  wol,  das  ir  Ruolland  sind  ;  wann  35 
ich  hab  von  iich  gesechen,  daz  niemraand  thuon  möcht,  dann 
ir.«  Demnach  als  Roßmunda  mit  Ruollanden  geredt  hat,  ließ 
sy  im  vyl  sicherer  zesaen  bringen,  dann  vor,    Moniendes  ließ 


J 


166 


sich  Renguolden  ryß   wapnen,   genant  Cuonrat,    und    sprai„^  . 
er  wett  mit  dem  rytter  strytten,  der  mit  ßenguoldeo  gestrit- 
ten het.     und  ließ  wol  fänff  hundert  man  wapnen,  die  fuort  ' 
er  mit  im.    Und  do  er  vor  der  stat  miireu  was,  do  schrey  er  j 

5  mit  lutter  atim:  »Amirol,  ich  thuon  dir  zewüssen,  daz  ici 
kein  verpüntnus  nach  früntschaft  aiit  dir  hab.  Darumm  kum 
mit  mir  stritten,  oder  schick  dina  volck !  Wann  ireu  könnend 
uüt  sovil  kommen,  daz  ich  sy  nüt  all  erLüd.c  Do  die  inn  der 
stat  den  rysseu  also  horttend  schryen,  do  luffend  ir  by  sechs 

10  oder  syben  hundertten  uß  der  stat.  Aber  so  bald  die  Krysten 
nnder  sy  kämmend,  wurdend  sy  vaat  all  zerhowen  ;  wann  der 
ryß  thet  glich,  als  ein  wolf  in  einem  schäfsfcal  thuofc.  Was 
der  amirol  ab  Rengnolden  zuokunft  erschrocken  gain,  so  w* 
er  ea  yetzmäl  vester  ab  dea  ryssen,    Roßmunda  gieng  inn  die 

i&  gfäncknus  zuo  RuoUand,  zuo  dem  sprach  sy:  »Kuolland,  min 
frönd,  ich  kum  wyder  [bl.  84]  zuo  üch  als  zuo  raiaer  zno- 
flucht  j  wann  wir  bedörffend  üwer  baß  daun  ye ;  wantt  da 
ussen  ist  ein  ryß ,  der  ertödt  all  unser  volck.  Darumm  bit 
ich  üch ,   daz  ir  uns    entledigend.«     Ruolland   sprach :     »Wie 

20  wol  ich  üwerm  vatter  nüt  guotz  schuldig  bin,  so  bin  ich  ucli 
doch  Bovil  gnotz  pflichtig ,  daz  ich  es  thuon  sol.  Darumia 
verschaffend,  daz  mir  min  hämisch  werd  und  ein  pfert !«  Die 
junckfrow  Heß  im  sin  roß  zuo  rüsten  und  half  iun  wapnea. 
Und  ließ  wol  tussend  man   zuo  rüsten,  daz  die  mit  im  füereiid, 

26  und  Roßmunda  bruoder,  der  hieß  Copard,  ein  guotter  rytter. 
Ruolland  saß  uflE"  sin  pfert,  und  sin  gselschaft  och ,  und  ryt- 
tend  uß  der  stat.  Und  fuudend  den  ryasen ,  der  warttet  des 
strytz.  Copartt,  Roßmunda  bruoder,  sprach  zuo  RnoUaud: 
»Ich  bit  üch,  her  rytter,  daz  ir  mir  den  stryt  wyder  dysseu 

30  rissen  lassen.«  »Es  ist  mir  lieb,«  sprach  Ruolland.  Also 
stach  Copart  mit  dem  rysen.  Aber  er  was  im  zestarck;  wanü 
Copart  fiel  ab  und  ward  des  ryssen  gfwngeu,  der  fuort  inu 
inn  ein  zel.  Und  kam  darnach  wyder  und  sprach  zuo  Ruol- 
land:    »Ich  weiß   nüt,    wer    du  bist;    wiltu  aber  din  gselleo 

35  rächen,  so  bin  ich  geröst;  wann  ich  hab  willen  dir  och  also 
zethuon.«     Also  kämmend    sy   gegen    ein   andren.     Aber  der 

« 
14  jetmäl  hs. 


rjß  fand  nüt  Copard  ;  wann  Ruolland  stach  im  daz  sper  durch 
den  lib,  das  er  tod  uideräel ;  des  ßeugnold  ser  bekümert  ward. 

Wie  die  stat  gevvunuen  ward  von  ßengnold  und  der 
amiroU  getödt,  und  wie  RengnoJd  und  Euolland  ein 
andren  erkanttend.  » 

Ir  hand  wol  verstanden,  wie  Copard  gfangen  was  worden. 
Do  nun  Rengnold  vernam ,  daz  er  des  amirals  sun  was  ,  do 
ließ  er  inn  uff  sin  trüw  ledig  gan,  wo  hin  er  wott  im  läger. 
Dardurch  Copart  bald  vernam,  das  der,  der  des  hers  oberster 
was,  Rengnold  von  Muntabant  was ;  darumm  er  redtig  ward  lo 
Krysten  zewerden.  Und  beruoft  daruf  Rengnolden  an  ein  ort 
und  sprach  zuo  im:  »Her  rytter,  ich  wyll  [ich  sagen,  daz  lieh 
wol  gfallen  wyrt.  ich  weyß,  daz  ir  der  gräf  Rengnold  von 
Muntabant  aind,  und  weyß,  daz  ir  komnien  sind  iiwern  vetter 
Ruollanden  zerlössen,  den  min  vatter  inn  siner  gfäncknna  hat.  lo 
Man  hat  lange  zyt  nttt  gewil&t,  wer  er  gsin  iat,  dann  daz 
er  ein  Kryat  were ,  nnd  ließ  inn  gfangen  leggen  uß  des  sol- 
dans  geheiß.  Ich  sag  üch:  wer  min  Schwester  nüt  gsin,  die 
hat  all  ir  liebe  an  in  geleyt,  so  were  er  hungers  gatorben  inn 
der  gfäncknna;  sy  ist  uraächerin  gsin,  daz  Thüring  erlößt  ao 
ward ,  daz  er  üch  reycbte.  Aber  do  ir  dysse  stat  belegrefc 
band  und  atryt  begertten,  do  erschrack  min  vatter  vast  übel; 
wann  er  vvusfc  nub,  waz  rytter  er  schicken  wett  mit  üch  strit- 
ten; wann  es  gab  sich  siner  ryttern  keiner  dar.  Aber  min 
Schwester  dächt  an  Ruollanden  und  seyt  mineni  vatter,  er  a 
wer  Ruolland,  und  sy  hofthe,  wenn  sy  inn  bette,  er  wurd  den 
stryt  gern  thuon ;  wann  sy  het  im  vyl  guotz  thän.  Do  min 
vatter  dysse  mere  verstuond,  ward  er  vaat  fro  und  sprach,  er 
wett  wol ,  daz  er  den  stryt  thette ,  aber  daz  er  im  verhieß, 
tlaz  er  nach  dem  stryt  wider  inu  die  gfäncknus  wett.  Also  30 
gieng  min  schwester  mit  Rnollanden  reden,  der  was  den  stryt 
suethuon  wyllig.  Ir  aond  wüssen ,  daz  ir  mit  gräf  Ruolland 
gestritten  band.«  Do  Rengnold  Copart  verstuond,  ward  er 
"vast  fro  und  sprach:  »Ich  gloub  wol,  daz  es  Ruolland  aig,  ee 
dann  kein  andren ;  wann  ich  gioub  nut,  da«  inn  aller  beiden-  jö 
echaft  ein  rytter  sig,  der  mir  sovil  het  mögen  zeschafiFen  »e- 


168 


ben,  Darumm  bit  ich  min  gofc  Jhesus,  daz  er  mir  die  gnad 
geb  inn  zeerlössen.<  aWeud  ir  mir  glouben,«  sagt  Copart, 
»so  wyll  ich  üch  die  antzeigung  geben,  wie  er  erlößt  wyrt, 
und  der  stat  her  werdend.     Es    ist   nun   ein    lange   zyt,   daz 

ö  min  Schwester  und  ich  inn  willen  wärend  Kristen  zewerdeu. 
Ich  wili  üch  einer  nacht  ein  thär  uff  thuon  ,  daz  ir  hin  ixm 
kommend  und  der  etat  her  werden.  Also  mag  üwer  vetter 
Ruolland  erlöfit  werden.«  Do  Rengnold  Copart  also  hört  re- 
den, do  w«rd  er  vast  fro  und  unimfieng  inu  und  sprach:    »Miü 

10  fründ,  wenn  ir  im  also  thettind,  wie  ir  sagend,  so  verheyssea 
ich  (ich,  daz  ir  und  üwere  Schwester  nüt  desterniioder  her  und 
raeiater  der  stat  und  des  lantz  sin  raüessend.  Wann  ich  bin 
nüt  inn  dysse  gegne  kommun  küngkricher  zeherschen  ,  danu 
allein    den    gräf   Knolland    entledigen.      Darumm    so    kerend 

HB  [bl.  85]  itm  die  stat  und  sagend  RuoUanden  und  üwer  Schwe- 
ster unser  fürnemraen ! «  Also  schied  er  ulä  dem  her  und  kam 
inn  die  stat.-  Und  do  inn  der  amiroU  gsach,  do  fragt  er  imu 
wie  er  enttrunnen  wer.  »Ich  wyll  es  (ich  sagen,«  spnicli  Co- 
part ;  »so  bald  ich  gfangen  ward,  tröwt  mir  der  hoptman  des 

so  hera  mich  zehäncken,  aber  ich  hab  sovyl  ze wägen  brächt,  das 
ich  enttiunneu  biu.c  »Es  ist  recht,*  sagt  der  amiroll,  der 
wüst  ir  prattick  nüt  wyder  inn  durch  siu  eignen  sun.  Der 
thet  wyder  die  nattur,  daz  er  verrettery  wider  sin  vatter  et' 
tzougt;  aber  es  ist  nüt  zesorgen,  duz  es  nüt  bescheche  darch 

an  gütliche  zuoschickung,  der  wott,  daz  es  also  beachech.  Wacn 
got  wüst  wol,  daz  der  amirol  so  tüf  inn  siuera  glouben  was, 
daz  er  niemmer  mer  Krysten  wurd ;  aber  Copart  und  «" 
Schwester  sottentz  werden  und  daz  gantz  land.  DemDaeh  bIö 
Copart    mit   sira   vatter   geredt   hat,    do   gieng    er  zuo  sifler 

»0  Schwester  und  ertzait  iren  allen  anschlag ,  den  er  mit  ßeog- 
nolden  gemacht  hat.  Den  sagtend  sie  ßuoliandeu ,  der  er* 
sehrack,  das  er  mit  Rengnolden  gatritten  hat  und  inn  DÜ' 
erkent  hat,  und  sprach:  »0  min  vetter,  ich  bin  wol  von  iiii- 
nen  sinnen  gwest,  das  ich  dich  nüt  erkänt  hab  an  den  gross^i^ 

3s  streichen,    so  du  mir  geben  hast.     Ich    bin  wol    arbentseüigi 
daz  ich  mit  dir  gstritten  hab,  und  du  hast  din  land  verlässei» 
und  all  dine  fründ ,   daz    du  mich  entschutten  möchtest :   ic 
hab  dir  kleiiiy  belonung  geben.    Aber  so  bald  ich  dich  gsic 


wyll  ict  es  dir  btlessen.«    Do  im  Copart  und  Roßmuuda  Reng- 
noIdeD  anschlag  ertzelt  hattetKl,  do  ward  er  vasfc  fro  und  sprach  r 
»Min  miltte  junckfrow,  ir  band  uium  miDetwegen  getbäti  alles 
daz,  so  einem  mentschen  müglich  zethuon  ist.    Darunim  mach 
ich  üch  frow  und  mejaterin  über  mich  und  über  all  min  ver-  a 
mögen.«     ßoßraunda  sprach:    »Ir  sond  Rengnolden  ein  brief 
schriben,  in  dem  enbüttend  im,  daz  er  sich  nach  mytternacht 
und  all  siü  volck  gewapnet  finden  lalä  by  dem  thär,  daz  werd 
er  ofFea  ünduD,  und  daz  er  den  botteu  gfangen  legg,  so  bald 
er  den  brief  gelesseu  hab.«     Ruolland  schreib   den  brief  und  lo 
gab  den  Kolimunda,  die  schickt  den  Rengnolden.    Und  so  bald 
er  den  gelassen  hat,  zalt  er  den  botten,  als  man  im  en  hotten 
hat.     Demnach  ließ  er  sin  volck  zuo  rüsten,    daz   sy  all  ge- 
wapnet werind  die  stat   anzegrilfen.     So   bald   ea   nacht    was, 
thet  Roßmunda  RuoUanden   uß    der   gfäncknus   und  ließ    inn  a 
wapnen.    Und  inn  der  gemelten  stund  gieng  Copart  und  thet 
daz  tbär  uf  an  der  stat.     Und  Renguold  und  sin  Tolck  käm- 
mend hin  inn  schryend:    »Töden,  tödend!«     Des  die  inn  der 
»tat  ser   erschräckend.     Do   der   amiroll   daz   gschrey    erhört, 
do  fragt  er,  waz  daz  were.     Und  siner  dieuuer  einer  sagt  zuo  so 
im,  es  werjnd  ire  fyend,  die  werend  inn  die  stat  kommen,  die 
ertodtend  yedermau.     Do   der    amiroll    dyase  raere  veratuond, 
do  ward  er  gantz  hetrüept  und  ließ  sich  wapnen  zum  schnel- 
liaten,  so  er  mocht ,    und  reyt  dahin,  du  er  daz  gröst  gschrey 
erhört.    Und  ersach  den  gräf  OUifieren,  der  todt  im  sin  volck,  35 
als  ob  sy  thierer  werind.     Do  zuckt  er   sin   schwert  uß   und 
gab  im  ein  söllicheu  streich  uff  sin  heim,  daz  er  sich  uff  den 
Sattel  bog,  und  sprach  zuo  im:   »Gang  hin,  du  filtz !    Daz  du 
von  Machmet  verllüechfc  w^erdest,    daz  du  mir  min  volck  also 
ertödtst!«     Durch    dysse    red  verstuoud  üllifier,   daz    es    der  so 
amiroll  was,  darumm  er  im  ein  söUichen  streich  gab  ufi  den 
köpf,   daz   er  im  den  zerspielt  untz  uflf  die  zenn ,    daz  er  tod 
zuo  erden  fiel.     Das  gschrey  und   die    ertödung  was  gros  inn 
der  stat  die  selbig  nacht.     Das  weret  untz  zuo  tag,  daz  Roß- 
munda zuo  Rengnold  sprach;     »Ich  bit    lieh,  her,    das  dyser  ss 
krieg  ein  eud  hab ,    daz   man   daz  volck  nüt  mer   töd ;    wann 
ich  hof,  es  werde  sich  yederman    touffen   lassen.«     Also  ließ 
Rengnold  uß  rüeffen,  daz  yederman  vom  töden  uf  hörtte  und  sich 


170 

herbergetteud  1  und  dax  die,  so  nüb  hin  der  stat  beherbergen 
nibcLteDd,  wjder  inn  daz  läger  füereiid»  Demnach  natu  Reng- 
nold  Copart  by  der  band  und  Riiolland  Roßmunda ,  und 
giengend  inn  pallast.  Da  hieß  Reugnold  die  lantzheren  kom- 
B  tuen  und  sprach  zuo  innen,  daz  er  allen  dennen,  die  sich  wet- 
tend touffen  lassen,  ir  guot  lassen  wett,  und  daa  Copart  und 
sin  Schwester  könig  und  her  müeßtend  beliben  des  landb, 
Also  toufft  sieh  der  merteyl.  Unser  volek  ruowtend  ein  kleiny 
zyt  in  Persia  inn  fröuden,  als  ir  hören  werdend. 


10  Wie  der   soldan   von  ßabilonnia   sin   lier   inu  Persia 
fuort  wyder  die  Chrysten. 

Do  der  soldan  von  Babilonnia  vernani ,  daz  der  amiroll 
von  Persia  tod  was,  und  da?,  frembd  löt  die  herachaffc  iun 
haltend,   do  samlet  er  ein  grosser  ziig  und  nam  sin  weg  iim 

16  Persia  und  sagt ,  die  wyl  der  amiroll  tod  were ,  so  gehörte 
im  die  herschafft  als  oberster.  Und  do  er  inn  Persia  waa,  do 
beruoft  er  siner  ryttern  einer,  vast  alt  und  wol  redend;  zm 
dem  sagt  er,  er  sott  inn  die  etat  rytten  und  den  Krysten  sa- 
gen, daz  sy  sich  entschlussend  im  die  stat  uf  zegeben  und  das 

120  land  als  dem  obersten  künig:  diewyl  der  amiroll  tod  were, 
so  gehortte  im  die  herachaft.  Der  rytter  reyt  inn  die  stat 
und  ward  von  den  portnern  [bl.  86]  inn  pallast  gfüert,  da 
fand  er  die  heren.  Der  thet  sin  botschaft  also:  »Der  hoch 
got  Macbmet   und    sin  gsell  Tahvygant  behalte  inn  mechtig- 

26  keyt  und  eren  min  heren,  den  grossen  soldan  von  Babilonnia, 
und  sin  edle  tochter  Anthea  und  alle  die,  so  sy  lieb  habend 
und  innen  diennend ,  und  verflüeebend  inn  abgrund  der  hel^ 
alle  die,  die  an  Jhesua  Kryst  glouben,  der  kein  macht  hat, 
und  insunderbeyt  den  alten  Karly,  sin  vetter  Ruolland,  Reng- 

30  nold,  Ollifier  und  alle  die ,  so  unserem  glouben  wydrig  siod ! 
Der  soldan  enbüt  üch  by  mir,  daz  ir  im  von  stund  an  djfS 
land  übergebend,  so  ir  inn  band  äu  einicherley  gerech tigkejt. 
oder  er  wyll  üch  sust  all  bäncken  lassen  wie  dieben.  Und 
dyase  huor  Roßmunda,   die   durch  ir  uukütnscheit  Ruollanden 

36  erlößt  bat  und  ursächerin  ist  ires  vatters ,  des  amirols,  to'li 
wyll  er  sy  inn  einem  für  verbrennen  raitsarapt  dem  verretter 


>part,  ir  bruoder.  ünii  alle  die,  so  sin  gebot  iiüt  thuoii 
werdend,  wjli  er  schautüchen  ertödeii.«  Do  Riebart  den  heyd 
verstuond  so  schaiitlich  reden,  do  bat  er  grossen  verdroß  darab 
und  nam  inn  und  ummfieng  inn  und  warf  den  zao  einem 
fenster  uß  inn  den  schloßgraben  und  sprach  zuo  im :  »Gang,  & 
gib  dim  soldan  die  antwurti«  »By  minom  got,«  sagt  Ruol- 
land,  *du  hast  inn  ein  mechti^en  sprung  gelert.«  Die  mere 
wurdend  den]  soldan  kunfebän,  daz  sin  bot  tod  was;  des  er  aer 
bekümmert  ward.  Nun  ist  war,  dax  der  soldan  mit  im  gfüert 
hat  siner  töchfeern  eine,  die  hieß  Anthea,  die  was  gantz  schön  m 
und  tagendlich  und  was  mechtig  im  hämisch.  Die  hat  ge- 
hört sagen  von  Rengnolden ,  Ruolland  und  Ollyßeren  man- 
heytteii,  darumm  sy  groß  begird  liatt  sy  zesächen.  Nun  wüs- 
send  ir  wol,  wenn  ein  frow  etwaz  inn  wylleii  hat  zethuon,  so 
luoget  sy  dem  end  nüt.  Do  nun  Anthea  gsach,  das  der  sol-  10 
dan,  ir  vatter,  betrüept  was  umtu  sius  hotten  tod  ,  do  sprach 
ey  zuo  im:  »Min  her,  man  muo&  deiicken,  iiwer  bot  bab  ze- 
stoltz  mit  innen  geredt,  darumm  band  sy  inn  tödt ;  wann  sy 
bettend  es  sust  mit  tbän.  Darumm  bit  ich  üch,  daz  ir  mich 
dysse  botscbaft  lassend  thuon,  und  ich.  sichern  üch,  daz  ich  zo 
öch  vast  bald  irn  wyllen  wyll  erkounen.«  Der  soldan  was 
willig  sin  tochter  die  botscbaft  lassen  thuon.  Und  er  scbluog 
sin  lägger  zenechst  zuo  der  ötat.  Anthea  ließ  sich  wapnen 
mit  einem  hämisch,  der  kostüebest,  den  ye  kein  mentscb 
gsach;  wann  er  was  göltyscb,  also  daz  inn  kein  yssen  nacb  25 
Stachel  zerscbniden  mocbt.  Demnach  saß  uff  ein  metbtii;  und 
groß  pfert,  daz  baß  louffend  inn  aller  Türcky;  sy  reyt  inu 
baß  dann  kein  rytter  inn  ires  vatters  her.  Vyl  kiinig,  forsten 
und  amiroll  uß  Arrabia,  Egypten  und  üß  vyl  andern  landen 
hatten  sy  zuo  der  ee  begert,  aber  ay  wott  keinen  nemnien,  30 
er  steche  sy  dann  ab.  Sy  hat  mit  raengem  gstocben ,  aber 
keiner  mocht  sy  ab  stächen,  geb  wie  mechtig  sy  warend,  so 
wol  stach  sy.  Darumm  sy  nacb  nüt  vermechlet  was.  Sy 
schied  oß  dem  her  und  reyt  inn  die  stat  und  kam  uflf  eiu 
wytten  platz  vor  dem  pallaat.  Do  sy  uff  dem  platz  was,  nam  b6 
sy  ir  sper  und  erscbut  die;  darnacb  zerrant  sy  die  im  ert- 
rich,  also  daz  die  stuck  inn  lufft  sprutztend,  so  hocb^  daz  man 
die  gsicht  darab   verlor.     Mengklicber   mocht   erkennen ,   daz 


es  ein  tochter  was ;  wann  ir  här  was  über  den  liarniach  abbar 
gelassen  uff  des  pferU  ars,  glytzeud  wie  daz  lutter  gold.  Do 
die  heren,  so  an  venstern  luggend  sampt  Hofimunda  und  Lq- 
tztanaa,  der  junckfrowen  stych  gsächend,  und  daz  pfert  äo  wol 
sreyt,  daz  so  gros  und  mechtig  was,  do  verwunderettend  sy 
sieb  all,  Ollifier  sprach  :  »Ich  gsach  nie  kein  rytter,  der  bafi 
könde  ein  pfert  wenden,  dann  dyaae  junckfrow  kan.  Ich  wejß 
uötj  wer  ay  ist;  aber  sy  ist  lobes  wyrdig.c  »Ich  furcht,  es 
sig  Anthea,«  sprach  Roßmunda ,    ^»des  soldans  tochter;   wann 

10  sy  hat  den  ruom  baß  mit  dem  sper  können  stächen ,  dans 
kein  ritter,  der  inn  ire  vatters  land  aig.«  Diewyl  saß.  sy  ab 
und  gieng  inn  pallast.  Die  heren  und  juuckfroweu  giengeud 
ir  engegen,  Sy  gruotzt  gantz  züchtigklich,  sy  dancktet  ir  all 
und  fuortend  sy  inn  den  grossen  sal    und    satztend    sy  nider. 

15  Darnach  redt  sy  also :  »Der  got,  der  almechtig  ist,  der  himel 
und  erbrich  geschaffen  hat  und  alles  daz,  so  daruf  ist,  wellicher 
durch  sin  unnentliche  güettigkeyt  alle  ding  regiert  und  an 
den  kein  ding  recht  geleyttet  wyrt,  welle  beschützen  und  bc- 
Bchirmen  [bl.  87]  den  soldan ,    min  vatter,    und    öch   all  edel 

20  heren  und  junckfrowen,  die  hie  gegen wyrttig  sind  !  Min  vatter, 
der  soldan,  schickt  mich  har,  nüt  daz  er  krieg  oder  uneinnig- 
keyt  beger,  sundera  sin  gerechtigkeyt  zebehalten.  Ir  wüssend, 
daz  das  gantz  babillonisch  land,  Suria,  Persia  und  alle  kängk- 
richer  und  atet ,  die  gegen  uffgang  der  sunnen  sind ,   zuo  des 

2fi  soldane,  mines  vattera,  herschafft  gehörend.  Daruram,  die  wyl 
der  amiroll  tod  ist ,  so  sollend  alle  die  land ,  so  im  zuo  ge- 
horttend,  von  rechtz  wegen  minem  vatter  wyder  heim  fallen 
als  oberster  her.  Daramm  kura  ich  üch  die  stat  abfordern 
von  wegen  mines  vatters,  des  soldana,  und  öch  all  ander  zuo- 

30  gehörrung  dyß  küngkrichs.  Und  *enn  ir  im  also  thuond,  so 
mögen  ir  wyder  inn  üwer  land  teren,  daz  Üch  weder  von  im 
nach  von  den  sinen  kein  hindernus  geschechen  sol.  Und  wo 
ir  daz  nüt  ibuon  wend ,  so  sind  des  gantz  sicher ,  daz  ir  den 
krieg  ruch  und  starck  haben  werdend.    Darumm  werdend  ze- 

s&  rätt  mir  ein  autwurt  zegeben!    Wytfcer  verwundern  ich  micb, 


Ib 


13  dancktet]  wol  »dancktent«  zu  lesen,   da  ausfall  des    nasals  in 
der  pluralendung  sonst  kaum  vorkommt. 


173 


me  ir  haben  mögen  mins  heren  und  vatters  bot  töclen,  diewjl 
ir  wol  wüsseud,  das  den  bofcten  nüfc  gescliechen  sol.«  *lr  sa- 
gend wär,c  spracb  Reugnold,  »sy  ööllerid  aber  nüb  mer  sagen, 
äaüD  waz  innen  befolben  ist.  Ich  wejß  wol,  daa  er  niit  inn 
befeleb  hat,  unsern  got  zeschälten  nacli  uns  Beb;  er  mochte 
sin  botschaft  wol  tbuoii  an  senilitli  scbantlieh  reden.  Darunini 
ist  es  nüt  rast  scbad,  daz  im  sin  Ion  worden  iat.«  »Ich  weyiä 
nütjC  spracli  Anthea,  »wer  recht  oder  unnrecht  bat.  Aber 
ich  wjll ,  daz  ir  nur  sagend  ,  ob  ir  der  gräi"  Rengnold  von 
MuHtabant  sigeud ,  voa  dem  man  eovil  sagt  inn  aller  weit.«  lu 
»Junckfrow«,  sagt  Rengnold,  »icli  bin  Rengnold;  darunam  so 
'  sagend,  waz  üch  geJiept  !*  Die  junckfrow  sprach:  *Üiewyl  ir 
so  starck  sind,  so  wyll  ich  mit  üch  ein  verdingwerch  machen, 
t  das  ir,  als  mich  dunckt,  nüt  versagen  sond,  daz  ist,  daz  wyr 
mit  ein  andren  strytten  inn  söllicher  gstalt:  wenn  ir  mich  i» 
überwinden  mögend,  so  muoß  min  vatter  sin  lägger  uff  heben 
Dilti  wyder  inn  sin  laud  keren  ;  deßglicbeu  mag  ich  üch  über- 
winden, so  sond  ir  wjder  inn  Franekrich  faren  und  mim  vat- 
ter dyß  laud  lassen.  Durch  dysse  meinung  nüt  vyl  bluot- 
vergiessung  beschicht.«  Als  Anthea  dysse  wort  redt,  do  gsach  so 
Rengnold  sy  so  schön,  daz  im  ir  schöne  durch  sin  hertz  trang, 
alao  daz  er  ser  hoJd  ward»  und  sprach  zuo  ir:  »Junckfrow, 
Qwer  begeren  ist  zimlich  und  muoö  üch  nüt  verseit  werden. 
•Aber  ich  bitt  üch,  daz  üch  geliebe  by  uns  hie  zebeliben  dysse 
Dachte  und  morn  werdend  ir  mich  bereyt  finden  den  strit  ze-  a» 
thuon.«  Anthea  was  willig  zebeliben ;  wann  ay  was  Reng- 
nolden  öcb  schon  hold,  also  daz  sy  sich  not  bentiegen  moeht 
inn  zesächen.  Rengnold  spracb  zuo  Ollifier:  »Min  vetter,  ich 
lit  dich,  daz  du  dich  der  arbeyt  annemest  und  das  essen  zuo 
iHsteät  zum  kostlichesten ,  als  müglicb  ist,  und  nüt  gespart  so 
■'ferde.  Und  ein  ander  mal  wyll  ich  dir  och  sovyl  zedienst 
tliuon.t  »Ich  sichern  dich,«  sprach  OUyfier,  »daz  ich  allen 
%i  an  keren  wyll ,  also  daz  yederman  ureach  haben  muoß 
sich  zehenüegeu.«  Der  ymbiß  ward  gerüst  mit  so  grosser 
«ostligkeyt,  das  sy  all  verwundert,  wo  man  sovyl  sältzner  spys  ai 
.ftndeo  het.     ßy  dyasem   ymbiß  wäreud   all    frowen    inn  der 


174 


stat.  Nach  dem  ymbiß  wärend  all«rJe;n  äpjUüt  da,  die  luan 
erdencken  mochi;.  Der  tantz  was  groß.  Der  tag  vergieng 
mit  fräuden  und  wuou.  Rengnold  und  Aiithea  spyßtend  ire 
ougeu  eiu  andren  antzeaächen.     Mornendes  sprach  Anthea,  sy 

t>  wett  wyder  zuo  dem  soidan ,  irem  vatter,  im  die  botachaft 
sagen.  »Ich  wyll  och  not  feilen,*  sprach  sy  zuo  Reiignold, 
»mich  morn  frlle  nff  dem  feld  finden  zelääsen  den  stryt  ze- 
thuon,  als  er  eutachlosseu  worden  ist.«  Sy  nam  arlob  und 
9a(j  uü'  ir  pfert,     RengnoM  gab  ir   daz    gleyt  vast    nach  zuo 

lö  des  soldana  lilger;  wann  er  was  so  hold,  das  er  nut  voa  iren 
scheiden  mocht.  Do  er  doch  gsach,  das  er  von  ireu  niuoßl, 
do  nam  er  urlob  von  ir  mit  grossem  truren  und  kart  wyder 
ian  die  stat.  Antbea  kam  für  den  soidan,  irn  vatter,  der 
was  vast  fro,  do  er  ay  gsach  ;    wann  er  hat  grosse  sorg ,  die 

15  Frantzossen  bettend  im  etwaz  thän,  darumm  daz  f?y  so  lang 
hinweg  was  gsiu.  Er  fragt  sy,  wie  sy  ir  botschafft  gestiiaffen 
het.  Sy  ertzalt  im,  wie  ay  mit  dem  gräf  Rerignolden  mor- 
nendea  stritten  sott  und  uff  waz  zuosaguiigen.  Es  gfiel  dm 
aoldan  wol ,    wann  er    truwet    siner  tochter  könbeyt  gar  wol. 

20  Demnach  als  Rengnold  arlob  von  Anthea  genommen  hat,  rejl 
er  wyder  in  die  stat,  so  gantz  entzünt  inn  ir  liebe,  das  er  all 
sin  wandel  verlor,  so  bald  er  die  gsiebt  verloren  hat,  uüd  och 
all  sin  stercky.  So  bald  er  ira  pallast  was,  gieng  er  inn  ain 
kammer  und  leyt  sich  an  ein  bett,  das  er  sin  wee  dester  ba£ 

2»  decken  mücht.  Und  do  er  am  bet  lag,  fieng  er  an  sinnen  an 
sin  holdscbaft  uud  sprach  also:  »0  liebe,  du  hast  mich  wol 
verrätten,  daz  ich  min  hertz  zuo  deren  gsetzt  hab,  mit  deren 
ich  nut  wäuuen  diirf ;  wann  wir  sind  uüt  einß  gloubens.  Dar- 
umm  ich  wol  erkenn ,    daz    ich   nüt   lang   laben    mag.     üaim 

so  wenn  ich  die  groß  schöne  betracht,  die  an  ir  ist,  so  verwun- 
dern ich  mich  deren  gar;  waun  sy  sieht  [bl.  88]  hyinelscbeni 
ding  glicher  dann  mentscblichem.  Wann  ich  gloub ,  Venui, 
die  gÖtfcia  der  liebe,  sig  nüt  so  schön  geweßt,  mich  Hellenua, 
Menelaus  wyb,    die  Parys  verstal,    dar   durch  Troya  zerstört 

äBward;  Paufcasillia,  die  den  Troyennern  zehilf  kam,  ist  nüt  so 
mechtig  im  hämisch  gsiu ;  ouoh  was  Medussia  nüt  so  schon. 
die  durch  ir  schöne  die  mannen  zuo  stein  verkart.  Ach,  An- 
thea, waruuim  hastu  mich  verlassen,  warumm  bist  nüt  by  juir 


175 

beliben  ?  Wie  ist  es  müglich ,  daz  ich  mit  dir  strit,  diewyl 
du  mich  schon  iuu  diuea  stricken  gfaugen  hast?  Deack  uua 
uüt ,  das  ich  min  üb  stelle  den  stryt  zethuon  t  Wann  ich 
möcht  niit  lyden,  daa  dir  neyiäwas  beschecb  ;  wann  ich  ward 
von  leyd  sterben.  Dann  wenn  da  mit  mim  bruoder  atryttest  0 
oder  mit  minem  vetter  RuoUanden,  ich  wurd  dir  ee  hilflich 
sin,  dann  innen;  wann  miu  anuß  hertz  möcht  nüt  erlydeu, 
daz  dir  etwaz  beschech.  Nun  bin  ich  ein  mentsch ,  der  nüt 
weyßt,  waz  er  thuot.  Ich  mag  wol  sagen,  ich  sig  der  arbent- 
seiligest  inn  aller  weit,  daz  ich  deren  hold  bin,  da  nüt  müg-  m 
lieh  ist,  das  ich  ir  liebe  gehaben  mög.  leb  gloub,  ich  müeü 
sin  sterben.«  ßuolland  was  an  der  kamnvertbür,  der  ver- 
atnond  Rengnolden  klag,  dea  er  sich  ser  verwundert.  Er 
gieng  hin  inn  nncJ  fand  ßengnolden  am  bet  liggen ,  die  färb 
gantz  verkert,  und  sprach  zno  im :  »Vetter,  ich  vermein,  du  u> 
habest  die  Vernunft  verloren ,  daz  du  semlich  reden  bruchst.« 
»Min  vetter,«  sprach  Rengnold,  »wüß,  daz  ich  inn  einem  wun- 
derbarlichen  troum  geweiät  bin;  wann  mich  duocht,  ein  grosser 
utigestüramer  low  griff  mich  an,  und  ich  wartte  mich  zum 
basten,  so  ich  mocht.  Aber  du  hast  mich  erweckt,  des  du  20 
mir  ein  grosser  dienst  thän  hast.  Und  mag  sin  ,  das  ich  im 
trouni  geredt  hab.«  Also  wott  sich  Rengnold  entschuldigen 
der  wortten,  die  er  geredt  bat,  damit  sich  RnoUand  ainer 
boldscbaft  nüt  verseche.  Aber  es  sind  drü  ding,  die  sich  kum- 
merlich verschwigen  mögend,  daz  sind  *  *  *.  Darumin  Reng-  25 
nolden  nüt  müglich  was,  daz  er  sin  holdschaft  heimlich  haben 
möcht;  wann  er  hat  schon  sovyl  geredt,  daz  Ruoiland  all  sin 
heimlickeyt  wüßt.  Und  sprach  zuo  im :  »Min  vetter,  es  darf 
sin  nüt,  daz  du  dich  mit  troummen  entschuldigen  wyt;  wann 
ich  hab  wol  verstanden,  das  du  dich  der  holdschaft  klagt  hast,  a» 
die  dich  also  kestiget  von  wegen  Anthea,  des  soldans  tochter ; 
wann  ich  hab  dich  daran  ergryffeu.  Waz  gedenckstu?  Biatu 
in  Persia  kommen ,  daz  du  einer  heydiunen  hold  werden 
wellest?  Gedenckstu  nut,  daz  du  wider  got  und  die  kirchen 
thüegest,  furchst  du  die  straf  gott es  nüt?  Wo  ist  diu  hoche  sji 
könheyt ,    wo  sind  dine  guotbet  ?     Wiltu  also  thuon ,    so  hat 

25  an  stelle  der  Sternchen  in  der  lis.  leerer  räum;  vergl,  anm. 


fl 


Änthea  \)üta    ÜDerwunden 


rSenadaz 


jerwunüen  ;  wir  wer 
Persia  bnlil  verloren  haben  ,  daz  wir  so  luit  grosser  arbeyt 
gewunnen  band,  Waz  wyrt  Lutzianna  sagen,  die  dir  so  mit 
vyl  voick  zebilf  kommen  ist?     Min  vetter  ,  ich  bit  dich,  daz 

B  du  von  dtssem  gedancken  lassest,  der  ist  voll  grosser  torbejt, 
imd  viryrd  wider  gebertzt  und  rüst  din  hartiiscb  zuo,  morn  mit 
Äntbea  zestritten !  Wann  bastu  din  aig ,  so  werdend  wyr 
dia  land  rüewigklichen  beheben.«  »Mio  vettpr,<  sprach  Reng- 
nold,    »ich  erkenn,    daz  dine  wort  war  sind,    und  daz  durc!» 

10  fantasigen,  darin  ich  bin,  uusern  beren  gröiilichen  ertzürnnen, 
und  werden  inn  sorgen  stän,  diß  land  zeverlieren.  Aber  die 
lieby  ist  ein  so  starck  ding  ,  daz  sich  die  aller  mechtigesten 
nüt  darvor  hüetten  mögeud.  Von  dinet  wegen  bin  ich  willig 
mich  morn  zewapnen  und  uif  daz  pfert  zesitzen,  min  sper  und 

16  Schwert  zetrageu  den  strit  zethuon.    Ach,  wie  möclit  ich  aber 
mit  deren  stritten,  die  mich  schon  überwunden  bat!    Ich  sag 
dir  för  war,  min  vetter,  daz  ich  der  nÜt  mer  bin,  so  ich  sin 
8ot;  wann  ich  hab  denn  sinn  gantz  verkert  und  weyß  nüt,  wo 
ich  bin,  so  gar  bin  ich  von  miner  verstentnus  kommen.    Wani) 

20  wüßtestu,  inu  wel liebem  atät  ich  bin,  ich  sorg  nüt ,  du  wur- 
dest erbermd  über  mich  haben.  Darumm  bit  ich  unsern  beren, 
daz  du  ein  mal  versuoehest ,  waz  die  liebe  tbfleg ,  damit  UEd 
du  mich  deater  ee  entschuldigen  könnest.«  Do  Riiolland  er- 
kant,  das  Rengnold  so  gar  inn  ainer  torheyt  erstockt  was,  do 

as  ließ  er  inn  ligen  und  gieng  und  auochfc  Oilifier  und  Riehart 
und  sprach  zuo  innen:  »Rengnold  ist  schon  gewapnet,  der 
warttet  Anthea  den  stryt  zethuon  im  bet.c  Damit  ertaalt  er 
innen  Rengnold  wessen,  des  sy  ser  bekümmeret  wären d.  »Min« 
vettern,«  sagt  Ruolland,  »wir  müeesend  au  unser  Sachen  tenckeUr 

80  wann  wir  raüessend  morn  all  mit  Anthea  strytten.  Ich  wyl^ 
der  erst  sin ,  und  mag  ich  sy  überwinden  ,  so  wyrt  sy  unser 
gfangne  sin,  also  wirt  sy  unser  vetter  dann  inn  sinem  wyllßß 
haben.  Aber  so  das  glück  wyder  uns  were,  daz  sy  mich  über- 
wund, 80  wer  die  schantz  uoimkert.    Aber  ich  hoff,  got  weri* 

s6  uns  hälffen,  dem  müessend  wir  unser  sach  befelhen.«  Ollyfi^'" 
und  Rychart  giengend  und  rüstend  irn  hämisch.  Sy  tin?*' 
tend  die  selbig  gantz  nacht  nüt  dann  got  bytten,  daz  er  innen 
beholffen  were. 


177 


Wie  Ollyfier  mit  Anthea  stach  und  des  soldans  gfang- 

ner  ward,  und  wie  liuolland  [bl.  89]  ouch  mit  jimck- 

frow   Änthea  streyt. 

Do  der  tag  bie  was,    do   wapnetten   sicli  die  liereo,  und 
Rengnold  öch,  und  rytteud  uß  der    stat.     Ruolland    nam    sin   6 
hörn  und  bliefi  so  starck,  das  Änthea  das  hört.     Do   ließ  ay 
iren  im  hämisch   bringen  und  sprach:    »Die  Frantzossen  mö- 
gend wol  sagen ,    ich  sig  hochraüettig ,  das  sy  minen  beytten 
müessend.«     Do  sy  gewapnet  was,  do  saß  sy  ulf  ir  pfert  und 
reyt  uff  den  strytplafcz.     und  do  sy  die  heren  gsach,  do  gruotzt  n 
syfi  gar  früntlich  und  sprach  zuo  Rengnold:    »Ich  weyß  wol, 
daz  ir  har  kommen  sind  mit  mir  zeatrytten;  darumm  bin  ich 
gantz  gerüat   mich   zeweren.     Und   etächend    ir   mich  ab,   so 
schweren  ich  (ich  ,   das  ich  üch  das  halten  wyll ,    so   ich  iich 
verheyssen    hab.«      Also    rytten    sy    hindersich    und    ranttend  i5 
gegen    ein    andren.     Aber   do  Rengnold    zenechst  by  Änthea 
was,  ließ  er  sin  sper  fallen  und  kart  sin  schilt  uff  den  ruggen, 
und  Änthea,  die  nüt  pürscb  was ,  thet  wie  er,     Do  Ruolland 
und  Ollyfier  die  thät  ersächend,  do  wottend  sy  wüettend  werden 
von  zorn.     Ollyfier  sagt  zuo  im;    »Ich    mein,   Rengnold,    du  ao 
habest  die  Vernunft  verloren  ;    wann    du    hast  uns  ein  grosse 
unner  ingleyt.     Ich  weyß  nüt,  was  du  im  sinn  haat.«     Änthea 
sprach  zuo  im:  »Min  frund,  ich  erkenn  wol,  daz  du  nüt  weißt, 
waz  liebe  ist.     Und   darumm  daz  du  Rengnolden  strafft,  will 
ich   ein  stächen  mit  dir  thuon.«      »Eü  gfalt  mir,«   sagt  Oilyöer.  aa 
Also  ryttend  sy  von  ein  andren.     Und    das  stächen  was  also, 
daz  er  Änthea  gfangner  ward  ;  die  sprach  zuo  im  :  »(Jänd  und 
ergebend  üch  minem  vatter  gfangen  von   rainetwegen  !«   Oily- 
öer saß  uff  sin  pfert  und  wott  gehorsam  sin.     Unud  Kychart 
sprach  zuo  ira  :   »Vetter,  du  wyrst  nüt  also  allein  rytten,  wann  so 
ich  wyll  dir  gselschafft  halten.     Ich    wyll    vyl    lieber   by  dir 
gfangen  sin,  dann  das  ich  by  mineni  bruoder  sig,  der  also  sin 
sinn  und  vernünft  verloren  hat.«     Do  Rengnold  sin    bruoder 
gsach  hinwegl  rytten,  do  fieng  er  an  lachen  ;  des  Ruolland  so 
zornig  ward,  das  er  zuo  im  sprach:   *Du  tuober  nar,  mau  muoß  üb 
wol  sagen,  du  sigest  von  der  vernünft,  das  du   gsichst  hinweg 

Atorgant  der  tIvsb  V& 


J 


178 

rytten  gfan<ifen  die  zwen  rytter  inn  aller  weit,  die  du  am 
liebsten  haben  söttest,  und  am  aller  leydigesten  sin  söttest, 
under  ire  fyend ,  darum  ra  du  weinnen  und  truren  söttest,  und 
du  lachest  wie  ein  nar.     Dyß  alles  kurnpt  uns  von  dinen  sun- 

6  den.  Und  wüßt  ich,  das  dich  got  nüt  vast  bald  straffte,  so 
wett  ich  uüuimen  an  inn  glouben.«  Rengnold  was  also  inn 
siner  torheyt  verstopfft,  das  er  Ruollanden  nüt  rechte  antwurt 
gab;  darab  RuoUand  unsinnig  werden  wot.  Recht  zermessen, 
so  ist  es  ein  groß  ding  umb  die  liebe ,  das  sy  also  dennen  ir 

10  sinn  und  Vernunft  nimpt,  an  die  sy  sich  leyt,  als  ir  hie  hörend 
mit  Rengnolden,  der  so  gar  von  sinnen  kommen  was,  das  er 
den  verlurst  nüt  erkant,  das  er  nüt  mit  Änthea  streyt,  und  im 
so  glich  galt  amra  sin  bruoder  Richart  und  umb  Ollyfieren, 
sin  Vetter,  die  inn  die  gfäncknus  ryttend,  und  nun  lachet  wie 

15  ein  nar.  Er  ist  nüt  der  erst,  dem  die  liebe  die  Vernunft  ge- 
nommen hat,  daz  sy  die  uuuer  nüt  erkennen  könnend,  darin 
sy  thäu  werdend,  und  innen  nüt  müglich  ist  von  der  liebe 
zelässen,  geh  wie  man  sy  darumm  schälte.  Do  Anthea  gsach, 
daz  RuoUand  inn  sovast  straft,  do  sprach  sy  zuo  im :  »Ir,  der 

äo  dyssen  rytter  schaltend  umiu  sin  frummkeyt,  tSrfftend  ir  mit 
mir  stryttea?«  UuoUuud  sprach:  »Ich  hab  daz  stritten  nie 
keinem  versagt ;  daz  sol  es  üch  öch  nüt.«  Damit  ryttend  sy 
von  ein  andren  und  staobend  ire  pfert  mit  den  sporen,  also 
das  ireii  keiner  abfiel ;    des  sy  bede  ser  erschrackend ,    das  sy 

i5  ein  andren  nüt  gleit  hatteud.  Die  tochter  was  zornig,  das  sy 
Ruollanden  nüt  gtelt  hat;  wann  sy  hat  mit  nie  keinem  rytter 
gestochen,  den  sy  nüt  ab  gestochen  hat.  Ruoiland  schampt 
sich  übel,  daz  Authea  nüi  gfallen  was.  Sy  zugend  ire  schwerter 
uß  und  gäbend  ein  andren  iiert  streich.     Aber  RuoUand  hat 

so  böß  zesohlachen,  wann  er  het  iren  inn  zwey  jären  nüt  mögen 
thuou;  wann  ir  hämisch  was  vertzouberet  inn  söllicher  gstalt, 
daz  kein  staoiu4  sv>  \yol  hüw,  der  inn  geschedigen  möcht.  Dar 
durob  sich  RiioILuui  sor  verwuuäfrt.  d;iz  er  iuu  uüt  entgünnen 
UHH-iu   mul   ireii  liooh    ['A.  i>'.'"    so  hert    streich   gab.     Änthea 

o  lält   im  ChI»  uüt ;  di»*  sagt  zuo  ir  seU^  es  were  wol  war  daz, 
so  man  [\ou]   Kuoilaiuien  seyiie.  daz  er  ein  manlicher  rytter 

i  s.  amiu         U'  *tr;ul\  triüi  as. 


weire.  Reiignold  gsaeh  dem  skryt  zuo;  der  was  so  ser  be- 
trogen, das  er  gern  het  gwellen,  Anthea  het  Ruollanden  über- 
wundeü,  und  er  was  deaaechfc  sin  vetter  und  ein  Kryst ,  und 
sy  was  ein  heidiii.  Darumm  mag  ich  sagen,  daz  die  liebe  ein 
ungemesse  wüettig  ist.  Der  strit  weret  lang,  daz  man  nüt  fi 
wußt ,  wer  Oberhand  hiafc.  Wenn  Kuolland  iren  etwanu  ein 
hertten  streich  gab ,  so  was  Rengnolden  glich ,  er  treffe  inn 
uff  das  hertu.  Er  was  kommen  Ruoi landen  entledigen,  und 
ietz:  was  er  dar  zuo  bracht,  das  er  wett ,  Ruolland  were  inn 
irer  gfäncknus,  forcht  halb,  daz  iren  nät  beschech.  Es  mö-  lo 
gend  wol  vyl  hie  by  exempell  nemmen,  wie  man  sich  inn  die 
yffrung  der  liebe  leyt.  Der  stryt  weret ,  untz  das  die  sunn 
sich  verbergen  wott,  und  hat  geweret  untz  von  dem  morgen  ; 
daruram  sy  raüed  wärend.  Ruolland  sprach  zuo  Änthea:  »Mich 
dunckt,  wir  haben  gnuog  thän  uff  dyssen  tag.  Darumm  i6 
müesseud  wyr  den  stryt  uff  ein  andren  tag  setzen;  wann  es 
könd  uiemmen  urteyllen,  wer  den  sig  under  uns  beden  het.« 
Anthea  was  müed,  die  sprach,  es  gfiel  iren  wol.  Damit  stack- 
tend  sy  die  schwertter  inn  und  verhiessen  ein  andren,  das  sy 
nach  dryen  tagen  wyder  kommen  wettend  den  strit  vollenden,  ao 
Anthea  reyt  inn  irs  vatters,  des  soldans,  zell,  und  Ruolland 
[und]  Rengnold  inn  die  stat.  Nun  wend  wyr  von  dem  ver- 
retter  Gaunellon  sagen. 

Wie  GannelloQ  zuo  dem  soldan  kam,  und  wie  Reug-  n 
iiold    und    Ruolland   uß    Persia    schiedend    und    dry 
ryssen  inn  einer  wüeste  funduud,  die  ertottL^nd  sy, 

Ir  band  wol  verstanden  hievor,  wie  Gannellon  nüt  fchet 
dann  verrettery  erdencken.  Do  er  ab  dem  bäf  vertriben  was, 
do  reyt  er  sovast,  das  er  inn  des  soldana  l^er  kam;  den 
gruotzt  er  und  gab  sich  im  zuo  erkennen,  und  er  wer  ab  so 
Karlys  häf  vi^rtriben,  Reiiguold  von  Muiitalnuit  were  des  ein 
ursach,  an  dem  wett  er  sich  gern  rächen.  Do  inn  der  soldan 
verstuond,  do  wüßt  er  wol,  wer  er  was;  wann  er  hat  vyl  vou 
im  gehört  sagen,  und  der  schnellisteo  buoben  einer  was  inn 
aller  weit  und  vollen  verrettery  stecket.  Darumm  er  durch  an 
sin   boßheyt  vermeint  sinem   krieg  zeend  zekommen.     F>r  fleyß 


n 


Ä 


sich,  (Jas  er  im  eer  und  früntachaft;  bewysse,  und  erfczalt  im, 
wie  Ruolland  gfangen  were  gsia,  und  wie  Rengnold  die  stat 
gwuuneii  iietj  und  wie  sin  tochter  mit  Ollyfier  gestochen  het, 
der  wer  ir  gfauger  und  Riehart,  Rengnolden  bruoder,  und  wie 

B  sin  tochter  und  Ruolland  wjder  stritten  sottend  inn  drj  tagen. 
Do  Gannellon  verstuond,  das  Ollyfier  und  Richart  gfangeE 
wärend,  do  was  er  vast  fro  and  erdächt  ein  grosser  lyst.  Er 
sprach  zuo  dem  soldan:  »Ich  rätt  nüt,  daz  üwer  tochter  wyder 
mit  Ruolland  stryt,  wann  sy  möcht  im  nüt  fuoß  gelmlten  ze- 

10  letst,  wann  hat  er  deu  sig,  so  müessend  ir  die  gfangen  wyder 
geben.  Ich  wyli  üch  ein  andren  rätt  geben,  daz  ist:  ir  sond 
üwer  läger  wyder  uf  haben  und  wyder  gen  Babillonia  zuchen 
sampt  den  gfangueu.  und  ich  wejß  wol ,  dax  ReiigooM  sin 
bruoder  so  lieb  hat,  und  Ruolland  sin  vetter  Ollyfier,  daz  sy 

u  innen  yllentz  nach  kommen  werdend  sy  zentledigen.  Nnn 
mögend  ay  kein  züg  mit  innen  gfüeren  von  t'erry  des  wegs, 
sundera  werdend  allein  kommen;  darumm  ir  sy  lychtl  ich  fachen 
mögend  und  dyß  land  an  arbeyt  wyder  errobern.«  GannelloD 
brächt  sovil  zewägen,  daz  der  soldan  wyllig  was,  sin  läger  nf 

ao  zelieben  und  wyder  inn  sin  land  Babillonnia  Kefaren,  Und 
ließ  von  stund  an  uß  rüeffen  ,  das  yederman  am  morgeu  ge- 
rüst  were  wyder  heim  zuo  ziecben.  Sin  gebot  ward  verbrächt, 
wann  mornendes  zog  der  züg  wyder  inn  Babillonnia.  Des 
tag£  was  RengDold    früe   uff  gestanden,    wann  die  liebe  lieü 

44  inn  nüt  schiäffen.  Er  gieng  an  ein  veuster  inn  siner  Icammer, 
daz  gsach  gegen  des  soldans  ber.  Do  er  die  hint'art  gsacb, 
do  wott  er  von  sinneu  kommen ;  wann  er  hat  kein  hoffnung 
mer  die  zesächen  ,  an  die  er  all  sin  sinn  und  denck  gesetzt 
hat.      önd  thet  im  wyrß  dann   umm    sin    bruoder    nach  uniin 

80  sin  yetter  Ollyfier.  Er  gieng  zuo  Rnolland  und  sprach:  »Min 
Vetter,  du  weyst  nüt  nuwe  mer :  der  soldan  fart  wyder  hinweg 
mit  aim  züg.«  Do  Ruolland  Rengnolden  bort,  [bl.  91]  do 
ward  er  ser  betrüept  und  sprach:  >Nun  gät  es  wyrß  dann 
vor;   wann  ich  furcht,    wir   mögen    sy  nüt  mer  überkommen, 

SS  der  soldan  lasse  sy  todeu.  Das  band  wyr  al.s  von  diner  tor- 
heyt,  du  armer  arbentselliger ;  wann  werdend  sy  ertiidt,  so 
wyrt  es  dir  din  laben  lang  ufghept.  Wyr  müessend  uns  be- 
rätten    und    nüt    mer   hold  sin.     Sy    wyrt    uns    thiir    werden. 


Wett  got,  das  allen  iiufal  über  dich  gieng,  diewyl  du  dyi 
unfals  ursäcber  bist.«  Reiignold  erkant  wol,  das  er  war  sagt, 
und  sprach  zuo  im,  er  wetfc  alles  das  thiion,  so  er  weti  Sy 
wurden  zeräfct,  das  Koßtniinda  den  fürst  Ballant  nemmen  müeßte 
uud  daz  land  mit  Copnrt  regieren,  und  Lutzianna  müeßte  mit  b 
irem  züg  wyder  gen  Sarragossa.  Deren  danckettend  sy  irer 
hylf.  Also  fuor  sy  wyder  gen  Sarragoasa  nach  urlob.  Sy 
machtend  die  ee  zwüschend  Roßmuiida  und  Ballant  und  gabend 
innen  daz  land  inn  huot.  Demnacb  scbiedend  sy  hinweg  sampt 
dem  frommen  achiltner  Thüring  und  ryttend  des  soldans  züg  lo 
nach.  Sy  kämmend  zuo  allem  ungliick  ab  dem  rechten  weg 
und  kämmend  inn  ein  zerstört  land.  Do  sy  zuo  end  des  sel- 
bigen landes  kämead ,  do  kämmend  sy  inn  ein  grossen  wald , 
der  was  mer  dann  zachen  rayl  lang  und  fier  breyt.  Inn  dem 
wonettend  fünff  ryssen,  die  hattend  das  land  zerstört,  inn  einem  n 
grossen  hell  an  mytten  im  wald,  Sy  hattend  ein  junge  toch- 
ter,  die  wa.s  des  künig  Constantz  zuo  Bella  Marinna  toehter, 
die  hattend  sy  im  verstoUen  usserthalb  der  atat ,  inn  deren 
er  wonuet.  Die  hattend  sy  für  ir  junckfrow.  Do  die  heren 
im  wald  wärend,  do  fundend  sy  der  ryßen  einer,  der  sprach  ao 
zuo  Rengnold:  »tisell,  ich  wyll  din  pfert  haben,  wann  er  ist 
gros  giiuog  mich  zetragen,  und  du  muost  min  buob  sin  und 
mir  hälSien  das  land  rouben  und  zerstören,  wann  ich  lab  auat 
nützet  anders.«  »Du  hast  ein  schanttichs  antwerch  angfangent, 
sprach  Eengnoid,  »darumm  wyll  ich  nüt  din  dienner  sin,  und  as 
min  roß  ist  dir  zekostlich.«  Und  stach  im  damit  daz  schwert 
durch  den  lib,  daz  er  tod  iiider  fiel.  Ein  andren  ryß  kam 
an  Kuolland  und  gab  im  ein  sem  liehen  streich  mit  einer  s  tan  gen, 
daz  er  gautz  darab  erstunnet  nyder  fiel.  Der  ryß  nam  inn 
uud  wott  inn  inn  daa  hol  tragen ',  aber  do  er  etwann  wyt  kam,  so 
kam  Ruolland  wyder  zuo  im  selba  und  zog  sin  seh  wert  uß 
und  stach  es  durch  den  ryasen.  Thüring,  do  er  gsaeh  sin 
heren  hinweg  tragen,  do  ylt  er  im  nach  und  fand  inn,  als  er 
den  ryssen  ertodt,  Iluolland  sali  nider,  wann  er  was  nach 
gantz  muglofi  von  des  ryssen  streich.  Er  fragt  Thüring,  waz  S6 
Rengnold  fchett.  Thüring  aeyt  im,  er  strytte  mit  dry  ryssen, 
»Ich  gienge  im  hälffen,«  sprach  Ruolland,  »aber  ich  bin  nach 
gantz  mugloß  al:i  des  rysen  streich  und  hab  min  rolä  nüt.     Nüt 


i 


182 

desfcer  minder  wyll  ich  im  gen  hälffen.«  Rengnold  streyt  rail 
den  dry  rysaen  ,  die  griffend  inn  mechtig  an.  Aber  Bayard 
half  im  mit  den  zänneu  und  faeaaen,  also  das  es  der  tjku 
einer  ertodt.     Do  dyß  zweu   daa  ersuchend,  do  sprach  derein: 

6  »Ich  wyll  nüt  nier  mit  dyssem  rytter  strytten :  er  ist  ein 
kontier  rytter,  dar  zuo  so  hilft  im  sin  pfert;  darumm  wir  niit 
an  im  gewünnen  mögend,«  »Es  gfalt  mir  wol,«  seyt  der 
ander,  Also  verlieasend  die  ryssen  Kengnolden  ,  der  reyt  im 
wald  ummhar  und  suocht   liUoUanden ;    aber    er  fand  inu  nüt 

10  80  bald  ,  als  er  meint.  Als  Kuolland  Rengnolden  auocbt,  do 
fand  er  sin  pfert  Gallantin,  des  er  vast  fro  ward^  und  saß 
daruf  und  reyt  so  lang  im  wald  ummliar,  daz  er  die  junck- 
frow  fand,  so  die  ryasen  gfangen  hattend;  die  was  geflocheo, 
die  wyl  der  stryt  gewert  hat.     Die  fragt  er,  ob  sy  uut  Hütäte 

15  von  einem  rytter,  der  mit  den  ryssen  gstrytten  het.  Sy  sprach, 
sy  wüljte  wol,  daz  er  nut  tod  were,  aber  nät,  wellen  weg  er 
geritten  were.  Kuolland  was  vast  leydig,  das  er  Rengnolden 
nüt  finden  kond.  Er  satzfc  die  tochter  binder  sin  schiltner, 
und  rytteiid  die  gantz  nacht  und  mornendes  den  gantzen  tag, 

20  untz  das  es  dru  was,  das  sy  nut  uIj  dem  wald  mochtea  kom- 
men. Des  er  ser  erschrack,  und  ücb  des,  daa  er  nüt  toq 
Rengnold  vernemmen  mocht.  Er  bat  got,  das  er  im  be- 
holffen  were. 


Wie  Rengnold  sin  pfert.  Bayard  verlor,  und  wie  ßeng- 
26  nold  gieug  stryfcten  mit  dem  Alten  vom    berg,  und 
wie  diewyl  Anthea  inn  Franckrich   zoch  Muntabant 

belegren. 

[bl.  92]  Do  Rengnold  Ton  den  ryssen  kam,  do  reyt  er 
den  gantz.eu  tag  im  wald  ummbar  und  suocht  sin  vetter  Raol' 

so  land,  aber  er  kond  nüt  von  im  vernemmen.  Er  lag  die  nacht 
im  wald  on  essen  und  trincken,  dann  Bayard  der  aü  gnis- 
Do  es  tag  was,  do  macht  er  sich  uff  die  sträs  und  reyt  sovaät, 
das  er  umm  die  drü  uß  dem  wald  kam.  Da  fand  er  erbuweß 
land  und  gsach  ein  hyrt,   der  huob  der  rindern  und  wott  bj 

3&  einem  brunnen  zynibifi  essen,  und  Rengnold ,  der  gros3«i 
bunger  hat,  saß  ab  und  aß  mit  dem  byrt.     Und  do  er  gessen 


hat,  do  facht  imi  an  zeschläffpu,    und   schlief.     Do  der  byrt, 
der  was  lystig,  gsach,  daz  er  öcblief,  do  leyt  er  Bayarden  den 
zoiim  an  uod  saß  uff  inn  und  reyt   inn   inn  ein  etat  nach  da 
dannen  und  gab  es  dem  vogt  der   etat  zekouflen.     Do  es  der 
hyrt  berytten  wott  vor   im  ,    do   fiel    er   ab  und  zerfiel  zwey  6 
rypp.     Und  der  vogt  sprach  zuo  im:  »Daz  ist  nmm  din  sünd; 
wann  ich  erkenn ,    daa  du  das  pfert  gatollen  hast.     Aber  ich 
wyll  dir  inn  uiit  dester  minder  zalleu.«     Und   gab   im  damit 
hundert  tiiggätteii.     Do  Rengnold  gnuog  geschläffen  hat  und 
erwachet  was  iind  Bayard  niennen  nier   gsach ,   do   erlcant  er  m 
wol,  das  inn  der  hyrt  gstollen  hat,  des  er  ser  erschrack.     Und 
macht  sich  uJff  die  sträs  und  wüßt  not  wo  hin.     Ein  yetlicher 
mag  wol  gedencken,  waz    schmertzens    er  am  hertzpn  haben 
mocht.     Er  thet  ein  klag  also:   »Nun  find  ich  wol  daz,  so  mir 
Ruollaud  inn  Persia  sagt,  do  er  sprach,  es  wurd  sich  nüt  lang  " 
vertzüchen,  gott  wnrd  mich  straffen  darumni,  das  ich  Ollyfier 
und  min  bruoder  gfangen  hinweg  füeren  ließ.     Ach ,  ich  bin 
übel  zuo  gerüat  sy  zeerlössen,    und    ich  bin  von  des  selbigen 
wegen  har  kommen.     Nun   mag  ich  wol   reden ,   ich   sig  der 
aller  arbentselligeat  rytter  inn  aller  weit,    daz    ich  min  guot  ao 
pfert  ßayard  verloren  hab,  das  best  inn  aller  weit;    darumm 
ich  zefuoß  gän  wie   ein   bätler.     Darzuo  hab   ich   min    vetter 
RuoUanden  verloren,  der  mir  geholfFen  wott  haben  die  gfang- 
nen  entledigen.     Ich  weyß  nüt,   ob  er  tod  oder  läbendig  ist. 
0  gluck,  du  bist  mir  gar  wydrig.     Es   ist  nüt  möglich  mich  as 
vester  zesträffen,  dann  ich  bin,  das  ich  zefuoß  rauoß  gan  und 
Oü  gselschafft  und  inn  frörabden  landen  und  enmytten  under 
ininen  fyenden,  und  weyß  darzuo  nüt,  inn  wellichem  land  ich 
bin.     Ach,  Anthea,  du  wyrst  ser  erschräcken,  wenn  du  mich 
also  arm  gsächen  wyrst.     Ich  hof,  du  sigest  von  so  edler  natur,  so 
das  du  erbermd  über  mich  haben  werdest.     Ach,   min  vetter 
Magis  und  mine    bruoder  Allard    und   Guchart  und   du,   min 
trüwer  vetter  Astolfo,    ich  weyß  wol,  das  ir   vast  leydig  sin 
Wurden,  wenn  ir  wüßtend,   wieß  mir  gieng.     Ir  mögend  üch 
Muutabant  wol  behalten,    wann   ich  sinnen    nüt  mer  dar  ze- ss 
korumen.     0  faltseher  Gannellon ,  der  da  ursach  ist,  das  ich 
Ossert    des   frommen    keyser  Karlys   hof   bin,    du    magst  wol 
aageo,  du  sigest  gerochen  an  mir.     Ich  mag  wol  tusaeud  mäilen 


i 


184 

»ach,  achc  sagen;  wann  ich  bin  jetz  der  aller  ünglückhaff- 
tigest  under  allen  unglückhafftigen,  die  ye  uff  erden  wärend.« 
Also  gieng  der  guot  rytter  Rengnold  sich  klagen.  Er  ver- 
brächt sovyl  wegs,  das  er  zenechst  zuo  der  grossen  stat  Babil- 
6  lonia  kam.  Im  bekam  ein  rütter,  der  kam  uß  der  stat;  zuo 
dem  sagt  er:  »Ich  bit  dich,  fründ,  sag  mir,  waz  stat  das  sig, 
so  ich  gsich!«  Der  heid,  der  da  stoltz  was  und  hoffertig, 
sprach:  »Du  treyscht  sporen  und  hast  kein  pfert;  du  muostz 
gstollen  haben,  oder  du  hast  din  pfert  verspilt  uff  dem  weg.c 

10  Rengnold  sprach :  »Ich  hab  weeß  gnuog,  das  du  mir  nüt  mer 
darfst  sagen.  Du  bist  wol  ein  pur,  daz  du  mirß  nüt  sagen 
magst;  aber  ich  wyll  dir  den  Ion  geben.c  Und  gab  im  da- 
mit ein  sollichen  streich  mit  Flamberga,  sinem  seh  wert,  da« 
er  tod  nider  fiel.     Rengnold  nam  daz  pfert  und  fuort  es  mit 

16  im  hinweg.  Er  gieng  unfer,  er  fand  ein  andren  man  zefuoi, 
der  was  mylter  dann  der  erst;  zuo  dem  sprach  er:  »Ich  byt 
dich:  sag  mir,  wie  dyse  stat  heyß!«  Er  sprach:  »Es  ist  die 
groß  stat  Babillonnia,  da  der  soldan  wannet  und  sin  tochter 
Anthea.«     Do  Rengnold  hört  von  Anthea  sagen,    do  verkart 

so  sich  im  alles  bluot  im  lib ,  und  was  ein  lange  zyt  on  reden. 
Der  heyd  sprach:  >Ir  dunckend  mich  ein  rytter  kön,  darumm 
üch  wol  zimpt  eines  dieners.  Darumm,  wend  ir,  so  wyll  ich 
üwer  sin,  wann  ich  hab  kein  meyster.  Ich  wyll  üch  trüwlich 
diennen.«     Rengnold  sagt:  »Es  gfalt  mir  wol.     Wie  heystu?« 

26  »Ich  heyß  Galter,«  sprach  er.  »Nun  loß,  waz  du  thuon  muost! 
Sytz  uff  dyß  roß  und  ryt  in  die  stat  und  sag  zuo  Anthea, 
Rengnold  von  Muntabant  sig  vor  der  stat,  »der  warttet  üwer 
den  stryt  zethuon,«  als  sy  wol  wüß,  und  sich  rüste  mir  den 
gräf  Ollifier  und  min  bruoder  Richart  wyder  zegeben.  c     Galter 

so  saß  uff  daz  pfert  und  reyt  inn  die  stat  und  kam  zuo  Anthea, 
deren  seyt  er  Rengnolden  befelch.  Do  sy  Galter  verstuond, 
do  ward  sy  vast  fro  und  fragt  inn,  ob  Rengnold  allein  were. 
>Jä,  frow,«  sprach  Galter,  »und  ist  zefuoß.«  Sy  was  sich  ser 
verwundern,    wo   hin  er  mit  Bayard  kommen    were  und  mit 

36  sinem  vetter  Ruolland.  Sy  gieng  schnell  inn  die  gfäncknus, 
inn  deren  Ollyfier  und  Richart  wärend,  und  sprach  zuo  innen: 
»Ir  heren,  sind  guotter  dingen !  Wann  Rengnold  ist  kommen 
üch  zeerlössen.     Und  gehand  üch  nüt  übel !  Wann  ich  [bl.  9!^] 


185 


fU  von  siiiet  wegen  als  vyl  verschaffen ,  das  iich  nfit  ge- 
bäcLeii  muoö.«  Anthea  gieng  zuo  irem  vatter,  dem  soldan, 
o  dein  sagt  sy  :  »Her,  ir  wüsaend  nük,  Rengnold  ist  vor  der 
at,  der  begert  den  atrit  wyder  mich  die  gfangnen  zerlöasen.« 

0  der  soldan  sin  tochter  verstuoud,  do  erschrack  er  ser  und  6 
sruoft  Gannelion,  zuo  dem  sprach  er:  »Darumra  daz  ich  weyla, 
iz  du  gar    lystig    bist,   rauostu  mir   inn    einer  sach    ratten. 

ä  ist  war,  Kengnold  ist  vor  der  stat,  der  begert  stryt  wyder 
in  tochter,  Ollifier  und  sin   bruoder  zerlössen,  und  ist  allein 

1  gsellsehaft.«     Do  Gannelion  den  soldan  verstuond,  do  be-  i» 
nnet    er  sich  ein  wenig  daruf,   darnach   sagt  er:   »Wend  ir 
ih  mines  rätz  gebruclien,  so  sol  üwer  tochter  uut  mit  Reog- 
>l(ien    strytten ,   wann  ay  wurd    nüt   gesigen ,   wann  es  mag 
ch  im  niemmen  verglichen  inn   raanheyt.     Aber  ich  will  üch 

n  andren  rätt  geben.     Ir   wüaseud ,    das   üch   der  Alt   vom  le 
>rg  vyl  zeleyd  thuot.     Darum m  enbüttend  Rengnolden  :  well 

mit  im  strytten   und  inn  überwind,   ao   wellend    ir  im  die 
'angnen  geben  an  alles  feilen  hin  uIb.     Ich  weyß    wol ,    das 

Rengnolden  so  lieb  sind,  das  er  von  stund  an  dahin  rytten 
frt.     Durch  dysser  gatalt  mögend  ir  nüt  feilen,   daz  ir  des  ao 
Doen  nüt  abkommend  under    innen   beden,   die    da  sind  die 
'öäteu  fyend,  so  ir  band.«     Do  der  soldan  Ganellon  verstnond, 
►  sprach  er    zuo    im  selbs:    »Nun    erkenn  ich,    daz    du  voll 
srrettery  bist,  daz  du  dyssem  rytter  also  den  tod  zuofüegen 
ilt,   und  bed  eines  gloubens  sind.     Aber    darumm    daz   mir  25 
-r  rätt  guot  ist,  wyll  ich  mich  sinn  behälfien.«      Und  sprach 
10  siuer  tochter,  sy  sott  gen  Rengnolden  sagen :  wett  er  gen 
schprenhäf  den  Alten  vom  berg  bestritten,  und  wenn  er  inn 
berwnnd,   so  wett  er  im   die  gfangnen   geben  an    wyderred. 
nthea  sprach,  sy  were  bereyt.     Sy  gieng  und  leyt  die  aller  so 
oatlichesten  kfeider  an,    so  sy  hat,    und    saß  ufF  ir  pfert  an 
Hrnisch  und  reyt  zuo  Kengnold  sampt  zweyen  schiitnern  und 
Veyen  junckfrowen    kostlich    bekleyt.      Do    Rengnold   gsach 
öthea  kommen  so    wol    gerüst,    do    entpfand    er    inn    ainera 
Brtzen  ein  stich  der  liebe,  der  vcrrendert  im  all  ain  geblüet  bb 
Q  lib.     Er  saiä  nebend  einem   tattelboum;    do    er  ey  gsach, 
^  atuond  er  uf.     Sy  gruotzt  inn  va.<it   früntlichen    und  fragt 
'D,  wie  im  were,  das  er  also  zefuoß  were  und  an  gselschafft. 


4 

1 


186 

Ttengnold  dancTcpf,  freu  irs  grnotzes  und  ertzalt  ir,  wie  er 
RuoUaiiden  verloren  het  und  Bayard ,  den  ira  ein  hyrt  ver- 
st ollen  hat,  als  ir  liievor  gehört  hand.  Darnach  sprach  er; 
» Junckfrow ,    waruram    hand  ir   nüt   üwern  hämisch  brächt? 

5  Wann  ich  bin  sust  nieiinerumin  kommen,  dann  den  stryt  xe- 
thnon  ,  als  er  von  uns  inn  Peraia  geordnet  ward.«  Anthea 
sprach:  »Ich  hab  min  hämisch  nüt,  wann  ich  wyll  nüfc  mit 
(ich  strytteu,  sunders  werdend  ein  ding  thnon,  so  üch  der«ol- 
dan,  min  vatter,  enbüt,  das  ist :  Ir  sond  wiissen,    das  inn  dem 

10  berg,  generapfe  Asperhäf,  ein  grosser  held  ist ,  der  heyit  der 
Alt  vom  berg,  der  ist  mins  vatters  jjirosser  fyend.  Mit  dem 
werdend  ir  stritten,  und  mögend  ir  den  überwinden,  so  aond 
ir  gantz  aicher  [sin] ,  min  vatter  mnofi  nch  Ollyfiereii  und 
Richart  geben  und  lieh  das  land  Persia    rüewkiichen  besitzen 

14  lassen    imd  des  niemmer  mer  ansprechig    sin.     Und   darumm 
das  ir  öwor  pfert  verloren  hand,  so  wyll  ich  üch  dyb  geka 
das  ist  das  best,  das  da  inn  mines  vatters  land  ist.«     Reng 
nold  sprach  :   »Ich  danck  (ich   umm  ilwer  pfert,   ich  wyls  ndfc  i 
wann  ich  hab  inn  willen  uff  kein  pfert  xesitzen,  ich  find  daiiii 

ao  Bayard.     Doch  so  gend  mir  ein  man,  der  mich,  füeren  könt»* 
ufl'  den  gemeltnen  berg!     Und  het  er  den  kopfFyssy,  dennecV» 
wyll    ich  im    den  zerspalten    mit  minem    achwert    von   üwer 
wegen ;  wann  ir  sind  die  uff  erden,  deren  ich  diennen  wetb- 
Anthea  sprach:    »Ich  will    üch  ein  gleitznian  geben,  der  üc^' 

25  gen  Asperhäf  ffiere.  Ich  byfc  üch,  ertzeigend  üwere  manhey*^ 
also  das  ir  üwere  fründ  entledigen  mögend;  dennen  wyll  iot 
diewyl  güetlich  thuon  von  üwert  wegen.  Damit  nim  ic5 
urlob  von  üch,  untz  das  ir  wyder  kommend.«  Rengnold  na« 
von  ir  och  urlob  und  nuiehfc  sich  uff  die  sträß  mit  dem  gleyti 

30  man  gegen  Asprehäf  zuo.     Demnach  kart  Anthea  wyder  i 
die  stiit  und  ertzalt  irera  vatter,  wie  Rengnold  schön  uff  d 
fart  were    gegen  Aapreuhäf.     Des    der   äoldan   vast  fro  w 
aber  Gannellou   was   wol   zefciiasend  mallen  frower,  wann 
vermeint  durcli  dysse  gstalt  an  Rengnolden  gerochen  werd 

35  und  an  den  andren  siuen  fruiiden.     Und  damit  er  sin  faltscl3 
eyt  nach  bais  ertzeigeu  möcht,    besiufc   er   sich   einer   andr 
verrettery.     Wann  er  sprach  zuo  dem  aoldan  :  » Uer,  weud 
mir  glouben,   so    wyll  ich  üch  wysen,    wie    ir  die  roläen  a 


i 


i 


Tinen    mögen ,  das   ir  nch  mit  atächenci.     ir   sond  wüssen, 

e  zuo  Muntabant  wennig  volcks  ist.     Darumu]  mit  miui 

rät  sond  ir  üwer  tochter  mit  einem  grossen  züg  schicken  daz 

schloß  Muntabant  helepren ;    sj    wyrt    es    liehtlich    gwünnen, 

darzuo  vjl  ander  stet.     Man  darf  nüt  sorgen,  das  innen  Ktirly  6 

zehilf  komme;  wann  er  ist  nh  allein  zuo  Paris,   die  wyrt  er 

understän  zeverhüetten.     Wann    ir    wüssend ,    das    die    besten 

sine  rytter  hie  sind,  als  Rengnold,   Ruolland,  Ollyfier  [bL  94J 

and  Ricliart,    daruoim   üwer   tochter  nüt  grossen  wyderatand 

finden  wyrt.     Daruinra,  hat  sy  ein  tnanlich.  gemüet,   so  mag  i« 

sy  inn  kurtzer  zyt  alles    land    gewunnen.t      Dyaser    ritt  gfiel 

dem  soldaii.     Er  bernoffc  sin  tochter  und  sprach  zuo  ir :  »Min 

tochter,  du  muost  fünfftzig  tussend  krieger  sanalen  der  besten 

und  muoat  sy  inn  Franckrich  füeren  Muntabant  belegren.     Und 

luog,  das  du  darin  kommest ,   daz  du  lychtlich  thuon  magst ;  i' 

waon  die  niaulicbesten  rytter  utä  Franckrich  sind  inn  dyssem 

land,  darumm  du  nüt  grossen  wyderstand  finden  wirst.«     Do 

die  tochter  iren  Tatter   verstuond ,    do    ward  sy    ser  betrüept 

und  sprach  zuo  im:   »Wie  möcht  daz  gescheehen  wyder  Reng- 

nolden  ?  Uer  ist  gen  sin  laben  wägen  [ich  zerächen  an  üwerem  ao 

lyeiid,  und  ich  hab  im  verbeysseu ,    wenn  er   überwioder  sig, 

80  Wellend   ir    im  üllyfier  und    Richart    wider  geben.     Mich 

(iünckt,  ich  were  wird  ig  zeachalten  ,  wenn  ich.  also  min  träw 

Qnd  zuosagen  breche.«     »Daz  laß   dir  nüt  zeschaflFen  geben  U 

LBprach  der  soldan,  »wann  ich  gloub  nüt,   das  Rengnold    dem  25 

^BBÜten  vom  berg  angesigen  möge.     Darumm  wyrt  er  nüt  wider 

Komoien.     Und  ob  saeh  were,  das  er  wider  keinra  gesiget,  so 

Terheyssen  ich  dir,    daz   ich  im  halten  wyl,   waz  du  iui  ver- 

heyssen  hiist,  und  wylL  in  lassen  beleytten  untz  inn   Persia.« 

Die  junckfrow    gloupt    irem    vatter   und    thet   siu   gebot  und  sa 

versamlet  inn    kurtzer  zyt   ein    grosser   züg   inn    iiJabillonnia. 

Lud  do  all  ir  ding  bereyt  was,  do  macht  sy  sieli  uff  die  straö 

^UMpt  irem  züg  gegen  Muntabant.     8y  sprach  zuo  iren  hopt- 

«tten  einer:   sMöcht  ich  sovil  zewägen  bringen,  daz  ich  .\Iun- 

wbant  gewuune,  so  wurd  der  ruoram    groü   sin   von  mir  inn  36 

aller  Türcky.     Ich  sorg  uüt,  das  Rengnold  und  Ruolland  ein 

*°dren  nüt  findend,  und  wenn  sy  wüssend,  das  ich  Muntabant 

ftnommen  oder  miu  läger  darfür  geaehlageu  hab,  so  weyß 


188 

ich  wol,  das  sy  innen  zehilf  werden  kommen.  Den  so  wyll 
ich  uiicli  an  innen  versnochen ,  dardurch  nkin  ruoaira  dest 
gröaaer  sin  wirt.  Und  wenn  sy  mir  schon  angesigend,  so  wyrt 
es  mir  kein  iinner  sin ;  wann  sy  sind  die  verriieoipsten  rytter 

6  inn  aller  wält..€  Also  reyt  die  junckiVow  Änthea  redend,  die 
sinnet  nun  lobj  er  und  pryß  inn  der  wält  zerwerben.  Mit  ir 
reyt  Garinellon ,  den  hat  sy  gar  wenig  lieb  ;  wann  sy  wüßt 
wol,  daz  er  ursäelier  was  des  alles.  Eines  tags  sprach  Gan- 
nellon  z.uo  Anthea :  »Ich  bin  vast  ho^  das  dem  verretter  Reng- 

10  nold  Muntabant.  entzogen  wyrt.  Und  wend  ir  üwerem  vatter 
diennen,  90  läud  sine  brüeder  Allard,  Guchart  und  sin  vetter 
Magis,  der  so  ein  grosser  zouberer  ist,  all  erböden !«  Do  An- 
thea Gannellon  verstuond,  der  da  seyt,  Rengnold  wer  ein  ver- 
retter, und  siner  brüedern  tod  begert,   do  sprach  sy  zuo  im: 

ifi  »Gannellon,  es  kumpt  dir  uß  eitiem  faltschen  unuerlichen  ge- 
inüet,  das  Rengnolden  also  ein  verretter  schyltst,  der  ist  der 
frümraat  rytter  inn  aller  Krystenbeyt.  Er  lytte  ee  den  tod, 
ee  er  verrettery  erdechte ;  er  ist  nüt  wie  du,  der  sust  nie  anders 
gethän  hat  dann  verrettery  bnichen.     Darumm  thuostu  wyß- 

20  lieh,  wenn  du  schwigst  von  bessern  unner  zesagen ,  dann  du 
bist.«  Nun  wend  wir  wyder  von  Rengnolden  sagen.  Reng- 
nold und  der  gleytzman  giengend  sovast,  das  sy  inn  ein  grossen 
wald  kämmend,  der  hieß  Asperbäf.  Und  undeu  im  wald  an 
einem  vast  wilden  end  was  ein  schloß,  in  dem  wonnet  der  Alt 

86  vom  berg.  Der  lag  an  einem  venster.  Do  er  Rengnolden  nroi 
den  gleytzman  gsach,  do  schrey  er  Oberlut:  >Waz  suochend 
ir  in  di-ssem  tand,  den  tod?  Was  lütten  sind  ir?<  Demnath 
kam  er  uß  dem  schloß,  und  Rengnold  sprach  zuo  im :  »Bjsta 
des  soldans  fyend,  so  bin  ich  har  kommen  inn  zerächen  uiun- 

ao  die  freffel,  so  du  im  dine  tag  bewysaen  hast.«  Der  Alt  sagt^ 
»Ich  bin  sin  fyend ,  aber  er  ist  sinn  ein  ursächer.  Und  da^ 
rumm  daz  du  mich  ein  gerechter  man  dunckst ,  wyll  ich  dir 
unser  vyntschaft  sagen.  All  min  laben  lang  bin  ich  sin  frflni 
gsin.     Aber  es  begab  sich,  das  im  ein  nacht  troumpt,  es  Seil- 

sft  ein  grosser  berg  ufi"  inn,  der  schlüeg  inn  zetod.  Und  daramn'*- 
das  ich  der  Alt  vom  berg  genempt  wird,  so  ist  im,  ich  sig&« 
von  dem  im  troumpt  bat ;  darumm  er  sydhar  nie  uff  gliört 
hat  mich  zeschedigeu.     Eines  tags  schickt  er  sin  tochter  h*^ 


189 

mit  mir  strytten,   aber  ay  fuor  wyder    hinweg   mit  verlurst. 
Aber  bistu  bar  kommen  mit  mir  zestrytten    von    des  soldans 
wägen,  so  beyt,  byß  daz  ich  mich  gewapne!«    Keuguold  sprach: 
*Ich   [bin]  umm  kein  andere  »ach  auat  bar  kommen;   därumiii 
yll,    das  du  din  barnisch  reychest!:«     Also  gieng  der  AU  und  0 
wapnet  sich  mit  eines  wurms  balg,   der  was  so  hert,  daz  es 
kein   yssen  gschedigen  mocht.     Er   Ityt  ein  stächlin  huoL  uff 
sin    hupt ,    vast  hertt ,    und  natu  ein  grosse  staiigen ,  oben  an 
deren  wäreud    dry   kettennen    und    an    yetwedern    eiu    grosse 
yasinne   kuglen  vast  gros.      Und  also  geriist  kam  er  «uo  Reng-  'o 
nold  und  sprach:    »Ich  bit  dich:    sag  mir,    ob   du  ein  l\ryst 
oder  heyd   sigestle     RengnoJd  sprach:  »Wuiä,  daz  ich  ein  Kryst 
biu  und  heiß  Rengnold  von  Muntabaut,  der  kommen  ist  den 
Boldan  rächen.     Du,   der    da  sagst,   du    habest  Anthea  über- 
wunden ,    ich  we3'ß ,    das  du  lügst.     Ich    bin   iren   zelieb  har  '& 
kommen,     und  als  ich  von  iren  schied,  gab  sy  mir  dyß  arm- 
schiunenj  so  ich  trag,  und  zuo  einer  widergältung  bab  [bl.  95] 
ich   ir  verheyssen  din  köpf  «ebringen.     Darumm  gedenck  dich 
aeweren!'»   Do  der  Alt  verstuond,  das  er  Rengnold  was,  do  liet 
er  wol  wellen  an  andren  endeu  sin  ,   und    het  er  nüt  unneer  ^0 
gfüreht,  so  het  er  sich  wyder  inn  sin  schloß   gemacht.     Und 
sprach  zuo  Rengnold:   »Du  retst  von  grosser  torheyt,  das  du 
sagst,  du  wellest  min  köpf  Anthea  bringen ;    aber   ee  und  es 
nacht  wyrt,    will   ich  dir  dineo  ab  gehowen  haben. c     Damit 
zog   Rengnold  sin  schwert  uü  und  gab  dem  Alten  ein   hertten  üo 
streich  uff  sin  wurmmbut;  aber  er  schuof  uüfc,    so    berfc    was 
sy.     Und  der  Alt  wart  sich  mit  der  atangen  und  thet  Reng- 
nolden  vyl  lidens  mit  an;  dann  wenn  er  inn  traf,    so  muoßt 
er  sich  neigen.     Ir  stryt  weret  wol   ein  stund,     l>er  Alt  traf 
Rengnolden  u£F  sinen  heim,  das  er  iilf  die  knuw  fallen  muoßt,  30 
des  Rengnold  ser  zornig  ward,     und  uß  grossem  «oru  gab  er 
dem   heyd  ein  streich   uff  den  kopff,  das  im  der  yssp  haot  em- 
pfiel,  uiid  er  fiel  zuo  erden  also  gar  ertoubet,  das  er  ein  lange 
wyl  lag  und  nüt  umm  sich  selbs  wüßt.     Und  Rengnold  atuond 
im   uGF  den  buch.     Und  do  sich  der  Alt    also    verkert    gsach,  sb 
do   hat  er  forcht  zesterben  und  sprach :   »Edler  her,  ich  ergib 
mich  dir,  ertöd  mich  nütl  Ich  wyH  alles  thuon,  so  ir  mir  ge- 
biettend,  und  wiitu,  so  wyll   ich  din  dienner  sin.«      Rengnold 


ließ  inn  ufstän  und  sprach  zuo  im :  »Ich  will  nüt,  daz  da  min 
dienner  sigest,  sunders  min  gsell.  Ich  bit  dich  ,  hast  etwas 
zessen,  daz  du  uns  gebest.«  »Dir  muoß  gQuog  werden,«  sprach 
der  heyd,  »und  magst  es  wol  nemmen ;  wann  daz  schloß  und 
6  alles  das^  so  dariun  ist,  ist  din.«  Damit  gebot  er  sinem  volck, 
daz  sj  das  essen  rüstend.  Daz  essen  ward  bald  gerast ;  Reng- 
nold  und  sin  gleytzman  ässend,  wann  sy  hungert  übel.  Rang; 
nold  ruowet  etlich  tag  inn  dem  schloß  Asperhäf  by  dem  Altea 
vom  berg,  der  thet  im  groß  er  an. 

10  Wie  Muntabant  belegret  ward  von  Anthea,  und  wie 
sy  mit  Allard  und  Guchart  stach  und  bed  ir  gfangen 

wurdend. 

Anthea  verbracht  sovil,  das  sy  ir  läger  schluog  zenechst 
für  Muntabant.     Demnach   schickt    sy    von    stund    an   durch 

15  Gannellons  rätt  ein  herold  zuo  Allard  und  Guchart,  der  sprach 
zuo  innen  also:  »Zuo  tich  schickt  mich  Anthea,  des  grossen 
soldans  von  Babillonia  tochter,  die  enbüt  üch,  das  sy  kommen 
sig  sich  rächen  an  üwerem  bruoder  Rengnold,  der  hat  dem 
soldan  und  sinem  volck  vyl  lydens  an  thän.     Darumm  enbüt 

20  sy  üch ,  das  ir  iren  die  Schlüssel  zuo  der  stat  und  zuo  dem 
schloß  bringend,  oder  daz  ir  üch  gedenckend  zeweren.  Und 
sag  üch  damit  ab  von  irentwegen.«  Do  Allard  den  hotten 
verstuond,  do  sprach  er  zuo  im:  »Ich  weyß  nüt,  was  rechte 
din  frow  hat,  daz  sy  uns  kumpt  angriffen.     Aber  ich  bin  nüt 

25  des  wyllens  iren  die  sehlüssel  zebringen ,  dann  zeforderst  an 
dem  sper.«  Der  herold  kart  wyder  zuo  siner  frowen ,  deren 
sagt  er  Allarden  meinung.  Hörnendes  wurdend  die  inn  der 
Stadt  gerüst  und  fuorend  uß  der  stat  und  fundend  Anthea, 
die  was  schon  gerüst  uff  ireni  pfert.     Do  syß  gsach,  do  sprach 

30  sy:  »Hie  sind  hüpsch  edel  rytter,  sy  glichend  irem  bruoder 
Rengnolden  wol.«  Sy  reyt  zuo  innen  und  gruotzt  und  sprach: 
»Wo  sind  die  sehlüssel,  die  ir  bringen  sottend  oben  an  der 
sper?«  Guchart  sprach:  »Junckfrow,  ich  wett  gern  wüssen, 
waz  ansprach  ir  an  unser  schloß  bettend,  daz  ir  die  sehlüssel 

35  hau  wend.  Ich  mein  nüt,  das  üch  der  unsern  keiner  getbän 
hab,  daz  ir  uns  darumm  bekriegen  sollend.«     »Rytter,«  sprach 


Autliea ,  »es  beschiclifc  nüt  umm  Sachen,  die  mir  der  üwern 
keiner  i^ethän  hah  ;  suuders  rJn.rnmm  riaz  ich  gewußt  hab,  daz 
ir  guüt  rytter  sind ,  bin  ich  iun  dyß  laiid  kommen  ,  dnz  ich 
mich  mit  (ich  versuoch  im  hämisch.«  »Junckfrow,«  sprach 
Guchart,  »diewyl  ir  so  grosse  begird  band  zestrytten,  so  niiioß  s 
es  iich  nüt  verseyt  werden,  aber  mit  söilichem  gedin<r:  wenn 
ich  üch  ab  stich,  so  sond  ir  mit  üwereui  her  wyder  gen  Babil- 
lonnia  keren,  und  wenn  ir  mich  ab  stächend,  so  wyl  ich  üch 
Muntabant  übergeben.«  >Ks  gfalt  mir  wol,«  sprach  Anthea. 
Also  ryttend  sy  hinder  sich;  darnach  kämmend  sy  gegen  ein  lu 
udren  niit  söllicher  stercky,  das  önchart  sin  sper  zerbrach 
öff  Anthea  schilt,  und  sy  stach  inn  uii  dem  sattel  zuo  erden, 
und  sy  sprach;  »Jr  sind  min  gfangner.«  »Ich  bekenns,«  sprach 
unchart.  Anthea  sprach:  »Ich  wyil  mit  üwerera  bruoder  och 
stächen.«  Aber  sy  thet  im  [bl.  9G]  wie  Gücharden.  Und  i'uort  i& 
sy  gfangen  inn  ir  zell.  JJarnach  hieß  sy  üanuellon  kommen 
BDi]  sprach  ziio  im :  »Hie  sind  Reugnolden  zwen  bruoder,  die 
sind  miue  gfangen.  Was  rätatu  mir,  daz  ich  mit  innen  thuon 
soll?«  »Ich  rätt  üch,«  sagt  der  verretter,  >das  ir  sy  von  stund 
än^aii  einem  boum  häncken  lassend.«  »0  du  f'aitscher  böß-  20 
wictit,«  sprach  Anthea,  »du  hast  es  ball  verdiennet  dann  sy. 
Uaruinm  muostu  ina  dysser  stund  gestraft  werden.«  Sy  ge- 
M  fier  puren,  das  sy  inn  ab  zugend  und  inn  mit  motten 
schlüegend  nutz  uff  daz  bluot,  und  darnach  gfangen  geleyt 
Wurde  inn  sterckesten  thuni  zuo  Muntabant  untz  utf  Rengnol- 20 
<isn  zuokunft ;  »der  muoß  inn  .straften,  als  inn  guot  duncken 
*jrt.<  Also  ward  Ganuellon  gestraft  von  Anthea.  Demnach 
Sprach  sy  zuo  den  zwey  bruodern  :  »Hand  kein  sorg,  üch  uiuois 
^«der  von  mir  nach  von  minem  voick  kein  leyd  bescbechen 
Von  üvvers  bruoder  Kengnulden  wegen  ,  der  was  so  früntlich,  ao 
Oaz  er  nüt  mit  mir  stächen  wott  uü  l'orcht,  er  ertziirntte  mich. 
Jcli  stach  mit  Ollyfier  und  mit  Ricliart,  üwerena  bruoder,  die 
stach  ich  bed  ab,  und  sind  zuo  ßabillouia  inn  mine«  vatters 
gfäücknus.«  Do  die  zwen  bruoder  verstuondeml,  das  Ollyfier 
•"ßd  ir  bruoder  gfangen  wärend,  do  fuorttend  sy  grossy  klag,  S5 
Anthea  sprach  zuo  innen,  sy  wurdend  nüt  lang  gfangen  sin; 
*Wajiii  min  vatter  hat  verheysaen,  so  bald  Ftengnold  den  Alten 
^Oiu  U-rg  ülicrwumleii   hat,  so  well   er  im  die  wider  ledig  län. 


Ich  wejß  wol,  so  bald  sy  Rengnold  erlößt  hat,  das  e 
kommen  wyrt.«  Und  Guchart  sprach  zno  Anthea:  »Ich  bit 
[ich,  juuckfrow,  das  der  krieg  end  hab  zwüschend  uns,  und  das 
ir  mit  üch  nemraend  die,  ao  üch  geüept,  und  kommend  ruo- 
wen  zuo  Muntabant  unfcz  uff  unsera  bmoders  zuokunft.t  Die 
junckfrow,  die  da  gantz  hurtfcig  was,  sprach,  es  gfielle  ir  wol, 
und  reyt  mit  innen  gen  Muntabant.     Und  ließ  Gannellon  öeh 

(  dahin  füeren   und  inn  gfäncktius    legen    untz    uff  Rengnolden 

zuokunfit.     Nun  wend  wir  uff'  hören    von   Anthea   sagen,  die 

Iowas  Kuo  Muntabant  inn  fröuden  und  wolluat,    und  wend  vod 

I  RuoUand  sagen. 


I 


Wie  ßuolland  inn  des  kuuig  Falckons  stat  kam  und 
des  künigs   vetter   erstach ,    und    wie    er   mit   zwe}' 
ryssen  streyt,    die  begertten  trybut  van  dem  kuuig 
15  Falkon. 

Ir  hand  liievor  wol  verstanden,  wie  Ruolland  in  dem  wald 
was  mit  siuera  schiitner  und  der  tochter,  so  den  ryssen  eiit- 
trunneu  was,  und  suocbt  Rengnolden.  Do  sy  ein  tag  und  ein 
nacht  gerytten   wärend  ,  do  Wiird  Ruolland  ser  betrtiept,   das 

30  er  inn  nüt  finden  kond ,  und  thet  sin  klag  also:  »Ach,  min 
vetter,  wo  bist?  Wie  hab  ich  dich  also  verloren?  Ich  weyfi 
wol ,  das  du  mich  suochst  an  eim  ort  uad  ich  dich  an  eim 
andren  ort.  Ach,  Ollyffier  und  du,  llichart,  ich  Furcht,  ir 
raüessend  lang  gfangen  sin.    Daz  die  lyebe  verflüecht  werd,  das 

26  sy  ye  an  Rengnolden  geryet ;  wann  wir  hand  dyß  lydea  ab 
von  ir.  Verflüecht  werd  das  land  Persia,  daz  ichs  ye  gsach, 
verflüecht  sig  Anthea,  die  ist  Rengnolden  holdschafft  ursächerin, 
verflüecht  werd  der  aoldan,  daz  er  ao  bald  daz  läger  uff  gehept 
hatt,  verflüecht  werd  der  verretter  Gannellon  ,  der  da  ursacb 

30  ist,  daz  wir  ussert  unaern  landen  sind!  Nun  mag  ich  sagen, 
das  ich  der  aller  unglückhaff'tigest  rytter  sig  inn  aller  weit; 
ich  mag  die  stund  wol  verflüechen,  daz  ich  ye  geboren  ward.* 
Do  die  junckfrow  Ruollanden  verstuond,  der  sich  also  klafft, 
sprach  sy  zuo  im:   »Es  zimpt  eim  seralichen  rytter  nüt,   diu 

as  er  sich  also  übel  geheb,  sonders  sind  gehertzt.'c  »Ich  bit  fleh, 
junckfrow,«  sprach   Ruollaud,  »das  ir  und  Thüriug  ein  wenig 


vor  dannen  rjttend.«  Die  janckfrow  und  Thüring  rjttend 
vor  dannen.  Und  so  bald  sy  ein  wenig  für  käraend,  saß  Rnol- 
land  ab  von  sinem  pfert  und  knüwet  nider  und  hat  die  hend 
gegen  hiuiel  und  thot  sin  gebet  also  zwo  got:  »0  ewiger  got, 
der  da  allmecbtig  und  inn  dem  alle  unnentlicU  tagenden  sind  ^ 
und  alles  weyßt  und  erkent,  ich  byt  dich  durch  din  martter: 
hab  ich  ye  thän,  daz  dir  gfellig  geweßt  sig ,  das  dir  geliebe 
durch  din  heyige  barmbertzigkeyt  tnir  die  gnad  zethuon,  daz 
ich  uß  diasena  holtz  raög  kommen,  und  mich  uiff  den  weg 
wyfien  ,  da  ich  min  vetter  Rengaolden  finden  mög ,  und  dir  lo 
gelieb  mir  zeoffnen,  ob  ich  inn  yenimer  uier  finden  werd,  und 
ob  wir  OUyfier  und  Richarden  wyder  erlösaen  werdend,  und 
wies  umm  sy  stand,  und  och,  ob  ich  min  vetter  Karly  niemer 
mer  gsächen  werd.  Min  got,  du  [hl.  97]  weyst,  daa  ich  mich 
all  min  tag  gefliasen  hab  din  heiigen  glouben  zemeren  ,  und  n 
das  wir  sust  nienerumm  inn  diß  land  kommen  sind.  Ach, 
min  got,  ich  byt  dich,  das  du  mich  miner  byt  gewerest;  wann 
ich  verheyssen  dyr,  das  icli  nüt  ab  minea  knüwen  wyll,  nntz 
daz  ich  die  warheit  weyß  mines  begeren.«  So  bald  er  sin 
byt  verbrächt  hat,  doverstuond  er  ein  stim,  die  seyt  zwo  im:  20 
»Ruolland,  got  hat  din  byt  erhört  und  enbüt  dyr  by  mir  (wann 
ich  bin  sin  engel),  das  du  Rengnolden  bald  finden  wyrst  und 
die  gfangnen  erlössen ,  und  wyrst  inn  kurtzer  zyt  by  dineni 
vetter  Karly  sin.«  Damit  schweyg  die  stim,  und  lluolland 
dancket  unserem  heren.  Und  saß  darnacli  uff  sin  pfert  und  26 
reyt  der  junckfrow  und  Thüring  nach,  die  hat  er  bald  erylt. 
Also  kämend  sy  vast  bald  uß  dem  wald  und  gsächeu  ein 
grosse  stat,  des  sy  vast  fro  wärend.  Deren  atat  was  her  ein 
kiinig,  der  hieß  Falckon.  Ruoliand  und  sin  gselschafift  käm- 
mend inn  die  stat  inn  ein  wyrtzhuß.  Und  diewyl  der  wyrt  au 
Ruollanden  entwapnet  und  Thüring  die  roß  stalt ,  gieng  die 
tochter  für  die  hußtbüren  die  lüt  gsächen  für  gän ,  als  die 
jungen  lüt  thuond.  Inn  dem  gieng  ein  edel  man  für  in  gesel- 
schafFt  etlicher  andren,  der  was  des  künigs  vetter.  Der  gsach 
die  tochter  schön  und  jung;  do  wott  er  sy  mit  gwalt  mit  im  sü 
füeren  und  sprach  ,  er  wett  sy  och  han.  Die  tochter  achrey 
umm  hylf.  Und  Döring  kam,  der  sprach  zuo  im,  er  thet  nüt 
recht;    wann  sy  were  nüt  die,    so  er  nieintte,      Thürings  red 

Murgnitt  dpT  rIoAo  13 


iU 


k 


verdroß  iun,  und  sprach  zao  im:  »Pur,  inuostu  redcu?;;  Und 
schluog  inn  mit  dyssen  wortten  zuo  erden.  Do  Ruolland  da« 
gsehrey  erhört ,  do  katu  er  Imrfür.  Und  do  er  sin  schiitner 
am  herd  gsach',  oud    der  heyd  die  tocliter  hinweg  fuort ,   do 

■*  gieng  er  zuo  iin  und  zerspielt  im  den  köpf  untz  uff  die  zenn 
mit  aiiiem  seh  wert.  Das  gsehrey  was  glych  groß  umm  des 
kunigs  Vetters  tod,  also  das  die  mere  dem  küuig  für  käinmeatl. 
Der  kam  in  das  wirtzhus  die  warheyt  der  thät  zeverneminen. 
Kr  beniot't  den  wyrt  und  fragt  inn,    wer  der  were,    der  sin 

10  vettern  getödt  het.  Der  wyrt  sprach:  >Ein  rytfcer,  der  iät 
by  mir  zeherberg.  Aber  üwer  vetter  hat  uunrecht.«  Die 
wyl  kam  RuolJand  harfür  und  gruotzt  den  kunig  und  spracb: 
»Her,  ir  fragend,  wer  üwer  vetter  ertödfc  hab.  So  wttasend, 
das  icha  thän   hab;    aber  wenn  ir  die  ursach    hören  werdend, 

16  vvieiä  ergangen  ist,  so  werdend  ir  im  unrecht  geben.  Es  ist 
war,  das  ich  dysse  tochter  irem  vatter  bring,  die  ist  ron 
küngklicheni  geblüot ;  die  stuond  vor  der  thür,  und  uwer  vetter 
nam  sy  und  wott  sy  hinweg  ffieren  und  sprach  ,  er  wett  sin 
wyllen  mit  ir  verbriugeu.     Und  darumm    das    sy  nüt  mit  itu 

20  wott,  zog  er  sy  bim  bär  und  sprach,  sy  müeßte  mit  im.  Ir 
wüssend,  her,  das  man  mit  einer  tochter,  von  kilngkUcheni 
stammen  geboren,  nüt  also  ummgän  sol.  Und  do  im  min 
dienner  aeyt,  sy  wer  nüt  ein  sölliclie,  als  er  meint,  do  hat  er 
inn  vast  übel  geschlagen.  Her,  ich  gloub  nut,  daz  ir  Ver- 
as standend,  das  semlich  saehen  inn  Qwerem  iand  geschäolien 
sollend.«  üo  der  kuuig  RuoUanden  verstuoud,  do  sprach  er 
zuo  im:  »Ir  band  im  recht  thän,  er  hat  es  %vol  verdient.  Aber 
ich  byt  üch,  das  ir  kommend  ruowen  inn  minem  pallast.« 
Ruolland  sprach:   »Her,    mich   dunckt,    ir   sigend  ein  frouim 

80  man ,  daa  man  es  üch  nüt  versagen  sol.«  Der  künig  gebot 
sinem  häfmeyster,  das  er  den  wyrt  zefryden  stalte.  Daz  be- 
schach.  Darnach  giengend  sy  inn  pallast;  da  thet  der  künig 
Rnoüanden  und  der  tochter  grofa  er  an.  Euolland  ruowet 
etlich  tag  by  dem    künig    Falkon.     Der    hat   ein    tochter  by 

86  lünfzecheu  jären  alt,  die  nam  grosse  müe  innen  zedienneOi 
und  kurtzwillet  mit  der  andren  tochter.  Eines  tags  ,  als  iJef 
künig  mit  Ruolland  schwatzt,  kam  ein  grosser  heyd  inn  den 
sal,   der  sprach:    »Der  gros   got  Jupiter    und    Maclimet  ni"^ 


rppollonius  wellend  begchützon  und  beschirmen  den  kunig 
SaJinkorny,  min  natürlicher  her!  Der  enbiit  dir  hy  mir,  das 
die  zyt  kommen  sig,  das  sin  tribut  haben  wylL  Daromm  yl, 
das  du  im  die  schickeat,  wiltu  acht  sin  ungnad  nüt  ttberkom- 
men  !«  Do  der  kunig  Falekoo  den  heyden  versfcuond,  do  ward  f» 
er  aer  betrüept  und  sprach  zuo  einer  tochter:  »Min  tochter, 
ich  wett  vyl  lieher,  du  werest  in  diner  niuotfcer  Hb  gestorben, 
dann  das  ich  dich  so  schaiitlicUen  verlieren  rauoß.«  Und 
weinet  damit  ganfcz  inneiiklichen,  deßglichea  die  küngin  ,  ir 
nmotter,  deßglichen  all  sin  häfgsind  fuorteud  groß  leyd.  Do  m 
Ruolland  das  gros  leyd  gsach,  do  sprach  er  zuo  dem  künig: 
»Her,  ich  hit  üch,  das  ir  mir  die  ursach  üwerJ&  leydes  sagend.« 
»Es  ist  war,«  sprach  der  kilnig,  »das  ein  ynsellen  ist  in  dem 
mer  Sabulon,  nüt  wyt  von  hinnen ;  darinn  wannend  VII[  rysen- 
gebrtiedeni  groß  und  raechtig,  und  dysser  ist  iren  einer.  Es  i& 
ist  unlang,  do  kämmend  sy  uß  irer  iusellen  inn  dyß  land,  inn 
dem  hegiengend  sy  vyl  öbels;  wann  sy  verwüestend  vyl  stet 
und  Schlösser,  das  wyr  nüt  die  macht  hattend  innen  wyder 
zestän.  Und  damit  und  wyr  sy  uß  dem  land  hrechtind,  band 
wyr  ein  verreinbarung  mit  innen  gemacht ,  das  wyr  innen  aa 
jerlichen  zuo  einer  trybnt  geben  sollend  ein  junge  tochter, 
deren  sy  schon  etiich  band.  Nun  ist  ira  also,  das  das  loiä  uÖ" 
min  [bl.  98]  thochter  kommen  iati  darumm  mtu  hertz  ser 
betrüept  ist,  das  ich  min  tochter  also  verlieren  muoiä.«  Do 
Ruolland  die  ursach  des  künigs  leyd  verstuond,  do  sprach  er  as 
zno  dem  ryß:  »Du  und  dine  hruoder  sind  wol  ungemeß,  das 
ir  also  die  jungen  töchtern  nemmend  und  sy  verfellend  ;  da- 
rumm ir  wyrdig  sind  zesterben  eines  schantlichen  todes  als 
faltsch,  untrüw  und  nütsöllend  lüt.«  Do  der  ryfi  fiuollanden 
verstuond,  sprach  er  zuo  ira:  »Was  nimpst  du  dich  unser  an?  30 
Du  bist  übermüettig  und  toreehtig.  Wenn  es  mir  gfiell  ,  so 
wurf  ich  dich  zuo  dyssem  venster  u&.«  Ruolland  sprach  zuo 
im,  der  was  erhytzget  (der  ryß  hieß  Dobrun):  »Bystu  so  fryseh, 
das  du  mit  mir  stritten  darfst,  das  du  die  tribut  unn rechtlich 
inn  nimpst,  darumm  wyll  ich  mit  dir  strytten  mit  söUichem  as 
geding:  wenn  du  überwunden  wyrst,  das  du  nach  die  diunen 

♦ 

g  kungin]  undeutlich  ba. 

13* 


I 


196 

kein  tribut  niemmpr  mer  begereii  sollend  von  ilem  künig  nacb 
von  den  sinnen.«  »Ks  gfalfc  mir  wol,«  sagt  der  ryß.  Damit 
ließ  sich  Ruoüand  wapnen  und  saß  uff  sin  pfei't.  Das  thet 
der  rjß  och.     Und  rjttend  uff  ein    platz.     Und    do    sy  daraf 

6  wäreud,  do  ryttend  ay  uff  ein  andren,  also  das  sy  ire  aper  zer- 
brächend;  aber  keiner  fiel  ab.  Der  heyd  zog  ein  säbell  uß, 
der  schneid  vasfc  wol,  und  Ruolland  sin  guofc  schwerb  Durandel, 
und  kämeud  an  ein  andren.  Der  heyd  traf  Ruollanden  uff  sin 
schylt  so  ein  hertten  streich,  das  er  in  Kestacken  spyelt,  und 

10  Ruolland  im  öch  ein,  daz  er  im  dry  zen  uß  schluog,  darvon, 
der  heyd  grossen  schuiertzen  empfand  ;  das  bluot  lüf  im  Ober 
die  brusfc  ab.     Darumni  er  zuo  Ruolland  sprach :  »Ich  sag  dir 
für  war,  das  ich  ein  grosser  schmertz  empfind.     Darumm  kll 
ich  mich  für  über  wunden  und  wyll    dir  halten,    waz    ich  Jir 

i&  verlieyssen  hab,  ich  und  min  bruoder.«  »Also  soltu  im  thuou,< 
sprach  Ruolland;  tich  gloub,  du  werdest  an  mich  gedencken 
all  mal,  wenn  du  yssest.«  Also  hat  der  stryt  ein  end.  Do- 
brun  beleih  etlich  tag  inn  der  stat  und  ließ  sine  zeun  hejllen. 
Do  er  achier  genessen  was,,  schied  er  hinweg  inn  sin  land  iiiiQ 

20  ertzalt  sinem  bruoder,  wie  er  gearbeyttet  hat;  des  Salincorny 
ser  zornig  ward  und  sprach  ulä  grossem  zorn:  »ünimeinzan- 
ußruoffer  hastu  den  trybut  nachgelassen?  Ich  bat  dir  nütdysse 
befillch  gebeu,  das  du  verheysaen  sottest,  das  wyr  die  trybut 
niemmer  mer  höuachen  wettend ,  die  man  uns  syt  langer  xyt 

ES  har  schuldig  ist;  du  hattest  allein  inn  befelch  die  tribut  ue- 
hOeachen  und  nüt  nachzelässen.  Darumm,  geb  waz  geliipt  do 
than  hast,  bin  icL  tiüt  des  wyllens  sy  uachzelässen  ;  ich  wyll 
(unff  hundert  man  sanilen,  die  mechtigesten,  so  ich  find,  und 
wyll  min  tribut  reyehen.     Und  find  ich  den,  der  so  ein  guolter 

»0  zenußruoffer  ist,  ich  wyll  im  die  zen  nüfc  uü  ziehen,  sonders 
den  köpf  ab  den  achßlen.*  Dobrun  sprach  zuo  im:  »Ich  sorg, 
es  werd  besser  werden;  wann  ich  bin  des  sicher,  es  werd  dich 
gerüwen.  Wann  du  thuost  übel ,  das  du  mir  min  znosagen 
feltschen  wyt,  und  weyß,  das  unsere  götter  zornig  über  dich 

85  werdend. €  Sallincorny  sprach:  »Sy  miießtend  nach  zorniger 
werden,  es  gylt  mir  glich ;  wauu  innen  zeleyd  wyll  ich  da  bin 
füren.  Und  but  dir,  das  du  mit  mir  kommest.«  Do  die  funff 
hundert  man  gerfist  wärend,  do  schiedend  Salincorny  nnd  De- 


L 


It7 


bruQ  Q&  irer  insellen   und   kämend  zenechst  zuo  des   künig 
Falkons  etat.     Dem  enbot  er,   das   er  im   sin  tribufc  schickte 
und  kemme  die  straf  empfachen  umiii  den  überniuot,    den  er 
an  sinem  bruoder  Dobriin  begangen   het,   oder  er  weit  sust 
all  sin  land  zerstören.     Do   Riiollaiid    den    botten  verstuond,  » 
do  spracb  er  zuo  Thüring:  »Bring  mir  min  harniaeh!   Wann 
Bjt  daz  dyß  beiden    kein    trüw  baltend,    hab   ich    ein  gnotte 
Hoffnung,  ich  werd  den  sig  vast  bald  haben.     Wann  hab  ich 
Dobrun  die  zeu  uß   geschlagen,    so    wyll   ich  Sallincornj  die 
kinbaggen  uß  rysaeu.«     Do  er  zuo  Sallyucoruy  kam,  do  hielt  lo 
er  styl.     Und  der  ryß  sprach  zuo  im:    »Bistu   der,   der   min 
bmoder  also  verkert  bat?«  RuoUand  hat  sin  junckfrow  AUyson 
mit  im  guan,     »Dysse  tochter  ist  sy  diu  huor?  Ich  mein,  du 
sigest  ir  hüerrig.«     »0  du   faltscber  pur,«    sprach  Ruolland, 
>ba3t  du   dysse  tochter  für   ein    huor ,   die   ist   eines   küoigs  10 
tochter?  Ir  vatter  hat  hundert  dienner,  die  nüt  eim  söUicben 
DütsöUeuden  mentschen  dienttend,  als  du  bist.    Darzuo  schütatu 
mich  ein  höerig  j  aber  ich  loben  dir,  ee  das  die  suun  under- 
gang,  müeß  dich  das  wort  kosten.«     Der  heyd  spracb:   »Ich 
fürclit  dich    nut   vast  übeh     Du  solt  wüsseti,   das  unser  acht  20 
ryssengebrüeder  sind,  deren  unser  dry  da  sind,  die  andren  fünff 
«md  im  wald  Malpron.«     »0,«  spracb  Ruolland,    »wärend  sy 
öine  brüeder?  Wüß,   das  sy  nüt  all  inn  laben  sind;  wann  es 
ist  Dach  nüt  fünffzechen  tag,  das  ich  ein  ertödt  hab,  und  miner 
vettern  einer  ertödt  zwen.     Und    hab   erlößt    des  künig  Con-  26 
stanta  tochter,  die  sy  gfangen  hafctend;  die  ist  hie,   ich    hab 
ir  verlieyssen  sy  ireni  vatter  zebriogen.     Und   wie   ich    diner 
bruodern  einem  gethän  hab,    also  wyll  ich  dir  ouch  thuon.« 
öo  der  heyd  Ruollanden  yerstuond,  do  ward  er  toub  und  spracb 
!Do  im:  >Gedenck  dich  zeweren!  Wann  ich  wyll  miner  brüe-  30 
dem  tod  rächen.«     Damit  ryttend  sy  gegen  ein  andren.     Ruol- 
'äüden  sper  was  starck,  also  das  der  ryß  zuo  erden  fyel.     Der 
'■yß  sprach,  do  er  sich  am  berd  gaach :  »Wetten  tüffel!  Waz 
*'litiot  Machmet,    das  er  mich  läßt  ab  minem  pfert  fallen?  0 
^ö  lotter,  ich  wyll  mich  an  [bl.  99]  [dir]  rächen, <     Der  ryß  86 
'lat  ein  grossen  issennen  kolben,  mit  dem  wotfc  er  Ruollanden 
Ablachen ;  der  kart  sich  uß    dem  streich  uß  forcht,  er  todte 
'''1  sin  pfert  Galantiu,     Er  stuond  ab  und  kam  an  den  heyd.^ 


198 


der  gab  im  mit  sinem  kolbeu  ein  streich  uff  den  schilt,  das 
er  ilarab  erstuiinet;  dar  durch  er  erkaut,  wenn  er  söllicber 
atreichen  vyl  crwarttete,  das  sy  iün  schedigen  wurdend.  Er 
luochb  den  heyd  uut  erreichen  ufi  ursacb,  das  er  z.elaug  was. 

IS  Der  heyd  bat  sin  kolbeu  uf,  aber  Ruollaud  tratt  nebeud  sieb, 
also  das  der  streich  aii  herd  fiel.  Und  der  heyd  duckt  sich 
80  gar,  das  er  die  hend  au  herd  sties.  üud  liuolland  der  wott 
inn  nüt  schlachen,  suuders  sprach  zuo  im:  »Stand  uff,  hejd! 
Wann  das  wer  mir  kein  uaanheyt,  weun  ich  dich  ertodte,  und 

10  du  gfallen  werest.«  Der  ryß  stuond  wyder  uf.  und  der  er- 
kant  RuoUaudeu  güettigkeyt,  sprach  zuo  im:  »Rytter,  es  ist 
uüt  aiüglich,  das  du  nut  von  edlem  gschlacht  harkorameti  siyest 
vou  wegen  der  tugend,  so  du  mir  yt-tz  ertzöugt  hast;  wann 
du  hettest  mich  wol  ertödt.     Darumm  byt  ich    dich ,   das  da 

1»  mir  sagest,  wer  du  si gest. <  Ruollaud  sprach  :  »Min  u am  ward 
nie  verscbwigeu  ,  das  muoß  er  dir  och  nüt.  Wüß. ,  das  icli 
Ruolland  bin,  des  edlen  keyser  Karlya  vetterU  Do  der  rj6 
Teratuoud,  daz  er  Ruolland  was,  do  fieng  er  an  zyttrea  und 
sprach:  »Ich  weyfi  wol,  das  ich  diner  macht  nüt  wyder  stän 

20  mag.  Darumm  thuo  im,  wie  du  wylt;  wauii  ich  wyll  nüt  met 
mit  dir  stry tten ,  ich  wyll  dem  künig  Falkon  vyl  lieber  die 
trybut  nach  lassen  dann  sterben.  Aber  ich  wett  din  vetter 
Rengnoldeu  gern  finden,  der  hat  deren  vou  minem  gebliiet  vyl 
ertödt.    Find  ich  inn  neyßwann,  so  wyll  ich  mich  an  im  rächeo, 

25  oder  ich  will  sterben,«  Ruolland  sprach:  »Ich  weyß  nüt,  *« 
er  ist ;  aber  so  bald  ich  inn  find ,  so  wyll  ich  dir  ein  botien 
schicken,  der  dir  sagen  kern,  wo  er  ist.  Aber  wyltu,  dasicli 
dich  des  stry tz  erlasse,  so  muostu  mir  schweren ,  das  du  dcu 
küüig  Falkon  ewigklich  für  quitt  lassen  wellest  und  die  sin- 

ao  uen  des  tryhutz  halb.«  »Ich  wils  gern  thuon,«  sprach  SaÜJi* 
corny,  »und  verheyssen  dir  hy  allen  mineu  göttern ,  das  ich 
im  niemmer  mer  nüt  houschen  wyl.«  Daaiit  fuor  er  wydür 
inn  sin  land,  und  Kuolland  uud  die  niagt  wider  inn  die  stat. 
Cnd  ertzalt  dem  käuig,  wie  er  gehaudlet  hat  mit  dem  heyd» 

36  des  der  künig  ser  erfröwt  ward  und  fleyß  sich  im  er  an  le* 
thuou ,  wann  er  was  von  im  fry  worden  ufi  einer  groäseD 
dienstbarkeyt.     Und  nach    etlichen   tagen  aam   er   urlob  wo 


dem  küuig  Falkon  und  macht  sich  uif  die  sfcräß  mit  der  junck- 
frowen,  die  der  rysaeü  gfangne  gsin  waa. 

Wie  Knolland  dem  kunig  Constanfcz  sin  tochter  brächt, 
und  wie  der  soldau  dem  kunig  Constant  enbot,  das 
er  gen  Babillounia  kemme  die  zwen  krysten  rytter 
gsächea  rjfhten ,  und  wie  Rengnold  sin  guot  pfert 
Bayard  wyder  fand. 

Ruoiland  und  die  junckfrow  und  Tbürijag  ryttend  sovast, 
das  sy  iou  das  küngkricli  Bella  Marinna  kämend,  das  der 
tocliter  vatter  was.  Die  niere  wurdend  bald  uß  gesprejfc,  des  lo 
künigs  tochter,  die  so  lange  zyt  verloren  was  gsin,  kemme 
inn  geselschaft  eines  rytters  und  eines  schiitners.  Der  künig 
saß  uff  ein  pfert,  und  efclich  siner  heren  mit  im,  und  reyt 
siner  tochter  engegen.  Do  er  sy  gsach,  ward  er  vast  fro, 
wann  er  meint,  sy  wer  tod,  nnd  umrafieng  sy  mit  weinenden  'b 
ougen.  Und  die  junckfrow,  so  Allyson  hieß,  sprach  zuo  dem 
kunig,  irem  vatter:  »Min  her,  tribend  nüt  mit  mir  vest,  sun- 
ders mit  dyssem  rytter,  der  ist  R,uolland,  des  künigs  inn  Franck- 
richs  Vetter  !  Wann  er  ist  der,  so  mich  erloßt  hat  uß  der  ryssen 
hendeu.«  Do  der  kunig  sin  tochter  verstuond,  do  thet  er  ao 
Ruollanden  alle  eer  an,  so  er  mocht,  und  sprach  zuo  im,  er 
wer  im  vyl  guotz  pflichtig,  das  er  im  sin  tochter  erlößt  hat 
^lß  der  dieustbarkeyt,  inn  deren  sy  so  lange  zyt  gsin  was. 
Er  hat  ßuollanden  by  der  band,  und  ryttend  inn  pallast.  Die 
küugin  kam  innen  engegen.  Ein  yetlicher  mag  wol  gedencken,  20 
waz  frouden  inn  der  muotter  was:  sy  ummfieng  ir  tochter. 
Der  künig  sprach  zuo  [ir] :  »Thuo  dyssem  rytter  eer  an !  Wann 
er  ist  der  best  rytter,  der  da  lapt:  er  ist  Ruoiland,  des  keysser 
Karlys  vetter  ;  er  hat  unser  tochter  erlbßfc.c  Die  kungin  thet 
im  alle  eer  an,  ao  ir  müglich  was ;  das  thettend  och  alle  die  so 
zebäf.  Wir  weud  ein  wenig  ufF  hören  von  RuoUandea  sagen 
und  wend  von  einer  verrettery  sagen,  die  der  soldan  von  ßa- 
billonnia  triben  wot.  Nach  dem  als  Rengnold  von  Babillon- 
nia  gescheiden  was  den  Alten  vom  berg  bestritten,  und  An- 
thea  [bl.  lOOj  daz  läger  für  Muntabant  gscblagen  hat,  do  be-  as 
dächt  sich  der  soldan  einer  verrettery.     Er   ward   »erat,   wie 


200 

wol  er  Rengnolden  verlieyssen  hat,  eo  bald  er  den  Alten  vom 
berg  überwunden  het,  so  wett  er  im  die  gfangnen  geben,  sy 
zetöden.  Und  das  er  den  beydiscben  küngen ,  sinen  nach- 
purcD,  wyllfarrette ,    beruoft  er  iren  vyl,    dau   sy    sieb  fiudra 

5  liessend  zuo  Babillounia  uff  den  jerlieben  tag  siner  bekrönung 
die  zwen  kryaten  ritter  gsäcbeii  richten,  Under  andren  kfin- 
gen  beruofft  er  den  künig  Oonstant  mit  einem  brief.  Do  der 
kfinig  Consfeaut  dea  brief  verstuoud,  do  erachrack  er;  wami 
er  wuüt  das  verheyesen  wol ,    8o   er  Kengnolden    getbäu  hat, 

11)  Dysser  kunig  was  der  riebest  künig  inu  der  reftier  und  tat 
ein  mecLtig  land  inn.  Und  was  vast  wyß  und  fromm  mi 
urum  sterben  bet  er  kein  verrettery  vervvylget.  Darumm  et 
Kuollanden  beruotft  und  zeygt  im  den  brief,  so  im  der  soldap 
schickt.     Do  Ruolland  den  innbalt  veratuond,  do  ward  er  ser 

16  betrüept  und  sprach;  »Ich  verstän  hie  ein  grosse  erbermd, 
wenn  die  zwen  rytter  sterben  uiüessend.  Ich  weyß  nüt,  wie 
ich  darvor  mag  sin  an  üwer  hilf.  Diirumm  bit  ich  üch,  her 
künig,  das  ir  mir  üwers  volcks  gebend  raine  vetter  zerlössen.« 
Der  künig  sprach:  »Ruoüand,  ir  sind  ein  sollicher  rytter,  das 

20  ücb  keiner  inn  uötteu  verlassen  sol.  Darumm  verbeyG  ich 
üch,  das  ich  üch  volcka  gnuog  geben  wyll.  Und  ich  eellM 
wyll  mit  üch;  wann  ich  wyll  wider  den  soldan  ein,  wie  wol 
wir  eines  gloubens  sind,  aber  darumm  das  ich  weyß,  daz  er 
verettery  trypt  gegen  dem  gräf  Rengnolden.     Dem  verhieß  er, 

sr,  wenn  er  den  Alten  vom  berg  überwunde ,  so  wetb  er  im  die 
awen  gfangnen  wyder  geben;  deuuecbt  wyll  er  sy  töden  lassen 
und  wyll  Rengnolden  zuokunft  nüt  erwartten.  Ich  bin  ein 
söllicher  man,  das  ich  kein  verretterschen  mentschen  liebha- 
ben mag;  darumm  offnen  ich  mich  des  soldans  fyend  und  aller 

30  siner  mithalf ern.  Darumm  sind  sicher,  das  ich  ucb  nüb  feilen 
wyll!«  Ruolland  was  vast  fro  ab  dea  kuuigs  antwurt  wi 
sprach  zuo  im:  »Her  künig,  ich  dancken  ücb  üwers  guotteii 
vvylleus.  Got  geb  mir  die  guad,  das  icbs  uuim  üch  verdien- 
neu  mög!«     Der   künig  Constanfc  schickt  dem  aoldan  ein  ant- 

35  wurt,  das  was :  er  wer  vast  fro,  und  das  er  die  gfangnen  wol 
verbuotte  untz  uff  sin  zuokunfft ;  wann  er  wurd  vast  fro  sin 
sy  gsächen  vyl  jamer  und  martter  Ijden.  Er-  wett  och  för- 
JerJich  gen  liabiUonnia  kommen.     Do   des    soldans  botjschafft; 


hinweg  was,  do  Bchickt  der  künig  Constant  sine  heroldeu  Keiit 
sinem  land  liiu  UDira  volck  ,  also  daz  er  inn  kurtzer  zyt  mer 
dann  sechtzig  tussend  etrytfcer  samlet,  des  Ruolland  vast  fro 
ward.  Demnach  macht  er  sich  uff  die  sfcraß  mit  sinem  volck, 
also  das  sy  in  kurtzer  zyt  nebend  Babilionuia  känimerid.  Und  b 
danait  das  im  der  soldau  nüt  entsesse,  und  sy  im  früutschaö't 
ertzoigtind ,  giengend  sy,  der  küoig  Constant,  Huolland  und 
die  obersten  sines  bers,  gen  Babiilonia  und  thettend  dem  sol- 
dan  reverentz  an  und  erfczoigtend  im  fnltitscbafft.  Der  soldan 
erfczöugt  innen  groß  er.  Und  du  er  vernani,  das  sy  sovyl  volcks  lo 
haltend,  do  entzaß  er  ira;  dardurch  er  dem  ryß  Salincoruy 
ein  hotten  schickt,  der  mit  Ruollanden  gstritten  hat,  hy  dem 
enbot  er  ira,  das  er  zuo  im  kemme  mit  sovil  volcks,  als  er  ge- 
haben möcht.  Sallincorny  samlet  inn  schneller  yll  wol  fier 
tussend  man  und  brächt  die  dem  soldau,  des  er  vast  fro  ward.  i6 
Bald  darnach  kam  ein  lieid,  ein  grosser  her,  der  was  ufi  der 
gegne  India,  der  brächt  mer  dann  zecben  tussend  mau.  Und 
thet  dem  heyd,  der  hies  Mariot,  gros  er  an.  Sy  wurdend  all 
iu  der  stat  beherberget  an  allein  der  küaig  Constant  und  sin 
volck.  Nuu  wend  wyr  wyder  von  Rengnold  sagen,  Ir  band  ao 
hievor  woi  verstanden ,  wie  Renguold ,  nach  dem  und  er  den 
Alten  vom  berg  überwunden  hat,  das  er  etlich  tag  inn  sinem 
schloß  ruowet  by  im.  Darnach  schied end  sy  hinweg  zuo  tuoß 
gegen  Babiilonia  zuo;  wann  der  Alt  wott  nüt  rytten,  diewyl 
Rengnold  och  nut  rytten  wot.  Und  giengend  sovast ,  das  sy  as 
uff  sechs  mil  nach  gen  Babillonnia  kämmend.  Da  fundend  sy 
ein  gsellschaft  heyden  uff  der  sträß;  under  deunen  was  der 
vogt,  so  Bayarden  koufft  hat  vom  hirtten.  Der  sali  daruf.  Do 
Rengnold  sin  pfert  gsacb,  er  wer  nüt  so  frölich  gsiii,  wenn 
er  des  soldans  scliatz  fuuden  het.  Er  erwuscht  inn  by  dem  ao 
zoum  uß  forcht,  er  enttruune  im,  und  sagt  zuo  dem  vogt: 
»Wer  bat  dir  das  plert  gebeu?  Stand  ab!  Wann  er  ist  min.« 
Do  der  vogt  Rengnoldeu  verstuond,  sprach  er  zuo  im:  »Bätler, 
wer  bat  dich  so  frysch  gemacht,  das  du  an  min  pfert  band 
lejst?  Last  du  nüt  gän,  es  wyrt  dich  sust  gerüwen.«  Reng- ai 
nold  zoch  sin  seh  wert  uß  und  stach  es  durch  den  heid  und 
zog  in  überab  und  sprang  uff  Bayard,  der  thet  ein  Sprung 
mer  dann  tryssig  schuo  wyt.     Er  rant  uff  die,  ao  iren  hereu 


rächen  wottend^  und  schluog  sy  inn  die  flucht  mit  äea  Alteu 
am  bergs  hylf.  Rengnold  sprach  zuo  im:  »Wyr  weud  geu 
Babillonia  mioe  fründ  erlössen.c  Der  Alt  sprach  zuü  im: 
»Ir  wüasend,  das  ich  üwer  dieuner  bin  und  inn  [will]  eiii,  die 
6  wyl  ich  lab,  und  üch  nüt  verlassen,  aunders  üch  nach  volgen, 
wo  bin  ir  ryttend.«  Der  Alt  natu  der  todten  heiden  rossen 
eins  und  saß  daruf,  und  macbtend  sich  uff  die  straß  gegen 
Babillonniu. 

Wie  RuoUand  dem  soldan  die  fust  ino  das  aiigsicht 
10         schhiog  inn  gegenwyrttigkeyt  siner  fiirsten, 

[bl.  101]  Eines  tags  sprach  Roolland  zuo  einem  hertzogen 
inn  des  künig  Constantz  gselschaft  vast  fromm :  >Ich  bit  üct, 
daz  wir  inn  die  stat  kerend  den  soldan  bytten,.  das  er  uns  die 
gfaognen  Sachen  läö.«     Der  lierfczog,    der  da  [hieß]  Spiiiolla, 

iB  sprach:  »Ich  bin  aller  dingen  hereyt;  aber  man  muoa  lossen, 
ob  der  künig  mit  uns  weli.«  Sy  frägtend  inn,  und  er  sprach, 
er  wett  och  kommen,  wann  inn  luste  zwen  so  maulich  rytter 
zeaäcben.  Also  ryttend  sy  dry  inn  die  stat  inn  pallast.  Der 
künig  Conatant  bat  den  soldan,  das  er  inn  die  gfangneu  gsächen 

so  ließ.  Der  soldan  was  sinn  willig  und  hies  innen  die  Schlüssel 
geben.  Sy  dry  gieugend  inn  die  gfdneknus.  Und  do  Ollyfier 
und  Richart  sy  gsächend  kommen,  insonderheyt  Ruollandeo, 
der  sin  heim  uff  hat,  do  forchtend  sy,  sy  müeßtend  sterben. 
Do  sy  Ruoltand  gsach,  do  ward  im  da/  herfcz  so  groß,  das  er 

35  nüt  reden  mocht.  Der  künig  Constant  sprach  zuo  innen: 
»Ir  heren ,  ir  wussend ,  das  ir  ein  lange  zyt  inn  gfäncknuiä 
gelägen  sind.  Der  soldan  enbut  üch  by  uns;  wenn  ir  unsem 
got  Machmet  anhätten  wellend,  so  well  er  üch  uJä  der  gfänck- 
nus  läa  und  üch    gros  stet   und  laud  ingeben ,    und    wenn  ir 

so  Üwern  glouben  nüt  verlassen  wend,  so  sind  gantz  sicher,  das 
ir  sterben  müessend  !«  Rychart  sprach:  »Heyd,  du  sagst  grosse 
torheyt,  das  wyr  unsem  glouben  verlassen  söttend  und  den 
üwern  annemmen ,  der  nüt  ist  dann  verlierung  der  sei.  Du 
solt  sicher  sin,  das  wyr  e  sterben  wend.     Du  soU  dim  soldan 

ib  sagen,  laß  er  uns  töden,  das  er  nie  kein  ding  thän  hab,  das 
inn  mer  kosten  werd ;  wann  man  wyrt  uns  wol  rächen  ;  wann 


Dut,  das  min  bruoder  lieugnolcl,  Kuollaud  deu  soldan 
liessend ,  das  unser  tod  But  thür  gerochen  wurd. 
^röst  clag^  die  ich  hab,  i^t,  das  ich  vor  niinem  tod 
ler  Reugnold  und  min  vetter  Ruolianden  sächeu 
sind  inn.  dyssera  land.«  Do  Ruolland  Rychard  ver- 
wott  er  uüt  lauter  unnerkant  sin,  sunder  sprach : 
ir,  da  sagst  war,  das  ich  nüt  wyt  sig.«  Do  OUy- 
ideu  ersach,  do  uiumfiengend  ay  iiin.  Sy  redten 
jn  dingen;  aber  Constant  sprach:  »Wyr  müesaend 
^ir  den  soldan  vor  argwän  habend.«  Sy  beschlussend 
)ua  und  brächtend  dem.  soldan  die  Schlüssel  wyder 
bend  im  der  frün tschaft.  Aber  do  der  soldan  gsach, 
id  stetz  [daz  ryssier]  an  sinem  tielm  nider  gelassen  hat, 
ler  ZUG  im:  >Her  rytter,  ich  loben  niit  vast,  daz  ir 
[stetz  uff  band.  Sagend  mir  die  ursueh,  waruram  ir 
^d!«  Ruolland  sprach  zuo  im  :  »Ich  trag  inn,  darumm 
personoen  an  disseni  häf  sind,  von  dennen  ich  nüt 
sin ;  wann  wurd  i<;h  erkenfc,  so  wurd  üwer  häf  uu- 
Der  soldan  sprach:  »Dennecht  wyll  ich  wüssen,  wer 
Und  erwuscbt  im  damit  daz  [vyssier]  und  wott  es 
Und  Ruoliand  buob  die  band  uf  mit  dem  yssinen 
und  schluog  den  soldan  damit  uf  die  nassen,  das  er 
der  soldan  sin  hluofc  gsacb,  do  thet  er,  als  wer  er 
lechrey  sLnen  dienoern;  »WoUuf,  ir  heren,  fachend 
bouben,  der  mich  also  verwundt  hat !«  Do  InflFend 
dienner  all  uif  Ruolianden  in  fachen;  aber  er  wart 
grossen  streichen,  der  er  iren  vyl  zuo  tod  schluog. 
mudSpinnoUa  sovil  volck  ob  Ruolianden  gsächend, 
ire  schwortter  uß  und  schluogend  nff  die  heyden. 
das  gros  schlachen  gaach,  do  floch  er  inn  sin 
loUand  gwau  die  thür  im  pallast,  desglicben  sine 
und  ryttend  uß  der  stat  iun  ir  läger.  Des  sol- 
rwunderttend  sich  ser,  wer  der  were,  der  den 
jen  hat.  Do  der  soldan,  der  grosse  forcht  ge- 
kmm,  das  das  wessen  gestyllet  was,  do  kam  er  wyder 
>eruoft  sine  forsten  und  sprach  zuo  innen;  »Ir, 


36 


falle  der  ergSnznngen  inder  hg.  leerer  rKum;  vergL  anin 


mine  lieren  und  fründ,  was  dunckt  ttcli  mit  dem  kiliiig  Con- 
statit,  den  ich  vermeint,  er  wer  uiin  frflntl,  und  vertruwet  itn 
mex  dann  keinem  kiiiiig  in  aller  Türckj?  Und  ir  hand  gsächen. 
das  er  gelytteu  hat,  äüz  man  micli  schlache ,    und  das  bikser 

6  ist:  do  ich  den  ban  wellen  fachen  lassen,  der  mich  gscblagen 
hat,  do  hat  er  hm  beachirmpt  aanipt  Spynoll,  uud  hand  mines 
volcks  vyl  verwund t  und  getödt.  Darumm  bifc  ich  ücb ,  das 
ir  mir  rätteud ,  wie  ich  mich  rächen  soll.«  »Her,«  sprach 
der  fürst  Mariott ,    »es    ist   letz  nüt  kumlich ,    daz  ir  Och  an 

30  innen  rächend;  wann  ir  gsächend ,  das  er  ein  groß  volck  hat 
hie  und  all  manlieh  löt  [bl.  102]  sind.  Darumm,  wenu  ir  im 
yetz  fyendschatft  ertzöigtind,  mücht  ücb  gerüwen,  dardurch  das 
recht  mit  den  Krysteu  verhinderet  niöcht  werdeu.  Dornram 
rät  ich  üch,  daz  ir  die  räch  uiF  dylä  mal  styll  stellend.«     Sal— J 

T6  lincorny  sprach:  »Mich  dunckt,  es  sig  ein  torhejt  zebeytten 
sich  an  sinen  fyenden  zeräclien,  so  er  inn  nach  fyndt.  Wea<3 
ir  mir  volgen,  so  muo&  das  rächt  morn  ein  ußleyttung  iienn.- 
men,  und  ob  der  künig  Constant  der  glycheu  thuot  wyder  ücVi 
zeain,  so  verheyssen  ich  üch  by  unsern  göttern,    das    ich  die 

ao  räch  also  begän  wyll,  das  ir  sinn  erfröwt  werdend.«  Alle  die, 
so  gegenwyrttig  wärend,  sagtend,  Sallyncomis  meynung  wer 
guot,  darumm  beschlossen  ward  die  zwen  heren  morneudes  ze- 
häncken.  Darumm  der  soldan  inn  aller  etat  uß  rtteffen  ließ, 
das  alle  die,  so  hämisch  tragen  möchtend,  gerast  werind  die 

26  zwen  Krysten  gen  Imnckeu  heleytten.  An  des  soldans  h»f 
was  ein  spächer,  der  gieng  und  seyt  dem  künig  Constant,  wie 
der  beßchluß  beschechen  was  der  gfanguen  halb.  Darumm  der 
künig  Constant  inn  sinem  her  ufi  rüeffen  ließ,  das  yedermaJi 
gerüst  were  zuo  strytten  raornondes. 


I 


50  Wie  die  zwen  littet  erlößt  wurdend  von  ReuguoKlj 
imd  wie  der  Alt  den  soldan  ertodt. 

Do  der  tag  hie  was,  do  hieß  der  soldan  den  rychter  z^'^ 

im  kommen,   der    hiefä  Agrippart;    zuo  dem   sprach  er:  »f '^ 

rauost  die  zwen  krysten  buoben  häncken,  die  inn  miner  gfäuc^' 

35  uus  sind,  und  dir  muofi  diner  müe  wol  gelonnet  werden.     O*' 

rumm  reych  sy  und  leg  innen  die  strick  an  hals!«     Ägrippf*^*' 


205 

spracli,  er  wer  gerüst/ain  gebot  zethuon.  Diewyl  ordnet  der 
soldaD  sine  huffen.  Und  Mariott  mit  zwentzlg  ryttern,  gewaptiet 
rait  gesottnem  läder,  ryttend  dea  ersten  uß  der  stat,  darnach 
der  rjti  Sallincorny  mit  sinem  volck,  darnach  der  soldau  inu 
geselscliaffc  fier  kütigea  und  ließ  vor  im  füeren  die  zwen  rytter,  & 
die  stryck  am  hals  als  dieben;  die  ruoiFtend  got  an  uram  hylf, 
Rychart  sprach:  »Wo  bystn,  min  bruoder  Rengnold,  und  du, 
min  Vetter  Ruolland,  und  ir  wol  wüssend,  inn  was  nötten  wir 
sind?  Wend  ir  uns  also  sterben  lassen,  werdend  wir  nüt  von 
üeh  entachüt  ?  0  ir,  mine  bruodern  Ällard  und  Guchart,  und  lo 
du,  min  Vetter  Magis ,  wie  werdend  ir  so  groÄ  leyd  haben, 
wenn  ir  vernemmen  werden  unsern  schantlichen  tod !«  Der 
soldan  sagt  zuo  Ol ly fier  und  [iycharfc :  »Nun  ist  die  zyt  kom- 
men, das  ir  zalt  werdend  üwer  faltscbeytten  und  verretfceryen, 
so  ir  üwer  laben  lang  verbracht  band.«  »Du  hast  ea  erlogen,«  w 
sagt  Rychart,  »wir  sind  nut  verretter,  sundera  du  bist  ein 
verretter;  wann  du  hattest  rainem  bruoder  verheyssen ,  wenn 
er  den  Alten  vom  berg  überwunden  het,  so  mtießtend  wyr 
erlößt  sin,  und  als  ein  verretter  gast  du  über  diu  trüw.  Aber 
ich  bin  der  hoffnucig,  du  werdest  die  straf  vast  bald  darumm  20 
empfachen ;  wann  min  bruoder  wyrt  kommen,  der  wirt  dir 
dissen  kopfl*  ab  den  aclißlen  howen,  als  du  es  wol  verdiennet 
hast.«  Der  soldan  sprach  zdo  im:  >Zuo  Verdruß  der  wortten, 
so  du  geredb  hast,  wyll  ich  dir  die  zungen  ußzuchen  lassen.« 
Der  künig  Coustant  und  Ruolland  wurdend  innen ,  das  der  25 
soldan  uß  der  stat  was  mit  den  Kryaten.  Do  saß  yedernian 
zeroß  gegen  den  fyenden.  Spinoll  was  der  erst,  der  fand 
Mariott,  zuo  dem  sagt  er:  »Bisfcu  uff  des  soldans  sytten?*  »Ja,« 
sprach  Mariotfc.  »Ich  sag  dir  ab,«  sprach  Spinoll.  Damit  ryt- 
tend sy  u£F  ein  andren ,  also  das  Spynols  sper  durch  Mariotz  so 
Hb  gieng,  und  tod  zuo  erden  fiel.  Ruolland  tratfc  oeh  inn 
stryt,  und  den  ersten  heyd,  den  er  fand ,  den  schickt  er  inn 
die  hell  zuo  sinen  frunden.  Und  ee  sin  sper  zerbrach,  ertodt 
er  dry.  Darnach  zog  er  sin  schwert  uß  und  reyt  inn  der 
heyden  grösfc  hußfen ;  wann  er  hat  grossen  wolluat  sy  zetöden.  sß 
Der  künig  Constant  kam  inn  stryt,  der  treib  wunder  mit  den 
heyden.  Do  der  soldan  dag  gschrey  erhört,  do  sagt  er:  »Aß 
ist  das,    so  ich  dächt,    der  kuriig  Constant  wurd  mir  wydrig 


206 

8tn ;  ftljcr  mag  er  mir  werden,  so  wyll  ich  ion  hiincken  lassen 
mit  de«  kryaten  hüerlingeii.«  Er  hat  das  achwert  iiin  der 
htwid  und  reyt  im  afcryt  ummhar  und  gab  sinem  volck  urlob 
Bestrytteii.  Do  Aj^ryppartt ,  der  liäncker,  den  atryt  ersach, 
do  fuürt  er  die  xwen  gfan^aien  under  ein  bouin  und  sprach 
zuo  innen:  »Mag  ich,  so  wyll  ich  üch  darvon  hällfen  ;  wann 
ich  weyls  wol,  das  üch  der  soldau  unnrechtlich  töden  wjll 
lifliid  uns  hie  heliben,  unt/  wir  gsächend,  wie  sich  der  strjt 
♦Tt/uchrri  well,*     Nun   wend    wir    von    Reogüold    sagen.     Do 

1»  Itengiiüld  sin  pfert  wyder  funden  hat ,  do  ryttend  er  und 
|ld.  103]  der  Alt  sovast,  das  sy  nehend  die  stat  BabiltoDi» 
käuicnd  des  tags,  als  der  stryt  beschach,  Do  ßenguold  sofjI 
kriegsvolck  gsuch  und  fenlin  und  das  gschrey  des  strytz  ver- 
stnond,  do  verwundert  er  sich,  waz  sin  möcht.     Er  sprach  mo 

"^  dem  Alton:  »LtiU  uns  yllenl  Wann  ich  sorg,  der  soldan  liß 
utiu  bruoder  und  OUytieren  tödeu.«  Rengnüld  erwuscht  ein 
hey<i,  den  frilgt  er,  waz  lütten  das  werind.  Der  heyd  sprack 
es  w<>r  der  soldau,  der  wett  die  -iwen  Kristen  töden  lassen, 
4'w  er  so  lang  gfaugeu  gehept  bet.     »Aber  der  künig  Constant 

«0  wyls  nüt  lydeu,  darumni  ein  so  grosser  krieg  zwüschend  innea 
beden  ist. «  Do  Rengnold  den  heyd  verstuond ,  sprach  er : 
»0  soldan,  du  bist  ein  grosser  verretter.  Aber  ich  wyll  dicli 
straffen  umm  din  verrettery.«  Dainit  reyt  er  inn  stryt.  D* 
gsach  er  Spinoll,  den  der  ryli  Sallincomy  zuo  erden  gschk— 

«  geu  hnU  Kr  fragt  ion ,  ob  er  u6f  des  soldans  sytien  were- 
Spiuoll  spnicti  «uo  im:  »Wüli,  rytter,  das  ich  dem  kiinig  Coa- 
«teni  «uo  gehör,  der  ist  uff  des  edlen  RaoUaoden  pitt,  der  itio 
djBMu  stiit  ist,  iK-jUig  gsin  den  soldan  bekriegen,  das  er 
■Aehi  die  «wenn  krjsteo  rjtter  erlössen ,  die  er  wyil  lässtf» 
I5(I«B.«  Rengnold  sp»eh:  »Edler  rjtter,  sytzead  uff  äwer 
(tfert!  Wann  Ich  bin  Rengnold  roD  Mnntatnot.  ich  byt  Qch, 
dM  ir  wich  d«ihin  fner«ud,  da  min  reitet  RnoUaad  isl.«  >Icli 
wiU  ihuott.«  »pnick  SpiooU«  der  ras  rast  ho  Reogoolden  zuo' 
k«w(l,    $T  tw«a  hriektMkd  tovA  iwigta  mit  d«s  Alten  rom 

M  büf»  ktlf,  da»  »T  xuo  Ruollaaiea  kiaend;  der  was  ganfcz  rott 
t«R  d«r  ktCpAM  blnot^  so  tr  8«tidt  hat  Do  izm  BengDoM 
gaiMikt  «i^raek  «r  b«o  iin :  >0  «dier  veUw,  spar  £e  heydiscliea 
V««d  «41!  I«k  kw  gMite  rabki  Idmmbm.« 


Do  BMiUand  Reng' 


nolclcn  liort,  ward  er  vast  fio  und  sprach  zuo  im:  »Min  vetter, 
hjiä  got  wylkomraen!  Got  sig  gelopt,  das  du  kommen  bist  diu 
bruoder  und  Ollyfier  hälffen  erlöseen,  die  der  soldftii  daroli  sin 
verettery  wyll  töden  lä.5sen.«      »Min  vetter,«  sprach  ReiigDold, 
»eä  ist  ietz  nüt  y.yt,  das  wir  lang  redend,   sunders   land  uns» 
die  gfangnen  suochen  !«   Also  ryttend  sy  fier  zämmen,  narolich 
Heugnold,  li'uolland,  der  Alt  und  SpinoU.     Got  weyßt,  wie  sy 
die  heyden  zerhackhend;    wann    kein    erhungertten  low  trang 
nie  so  fräirenlicli  nach  siner  apyß ,    als    sj  den    hünden  nach 
trungecid,     Sy   schuofiFend   sovyl ,   das   die   heyden    vor    innen  lo 
fluchend,  und  kämmend  untz  zuo  des  soldans  panner ;  der  saß 
uff  einem  pfert,    das   best   inn    sinem  land-     Do  inn  der  Alt 
vom  herg  ersach,  do  sprach  er  :  »Ich  versuochen,  ob  des  sol- 
datis  wyi5saguDg  war  well  werden,  die  seyt,  ich  wer  ein  grosser 
berg  und  fiel  uflr  inn  und  ertotte  inn.«     Er  leyfc  aiii  sper  inn  i6 
und  rantt  gegen  im.     Der  verseyt   ea  ira  nüt ,    sunders   kam 
gegen  im  mit  söUicher  stercky,    daz    er   sin  sper  uff  im  zer- 
brach.    Der  Alt  stieß  ira  daz  sin  durch  den  lyb,  das  er  und 
das  pfert  tod  nider  fielfend.     Do  das  Rengnold  ersach,  do  sagt 
er:  »Nun  ist  des  soldans   wyss^ung   war;    wann    es   ist  wol  «« 
ein   berg  uff  inn  gfallen ,  so  er  und  sin  pfert  tod  sind.     Von 
got  werd  der  gesegnet,    der  den  stich  thän    hat!«    Rengnold 
fand  Agryppart,  den  schluog  er  ab  sinem  pfert;   der   sprach 
zuo  im;  »Da  hast  unrecht  tbän ;  wann  ich  Hab  die  gfangnen 
gespart,  so  vast  mir  müglich  gewelät  ist.«     Rengnold  [sprach]:  »* 
»Füer  mich  zuo   den    gfangnen!«    »Ich    wils   thuon,«    sprach 
Agryppart  und  fuort  inn  dahin,    da  sy  wärend.     Sy  haitend 
sovast  gweinet,  das  sy  Rengnold  kum  erkant.     Do  er  zuo  innen 
kam,  sagt  er  zuo  innen:  »Ir  gsellen,    waz   wend  ir  mir  gen, 
so   wyll  ich  üch  erlössen.«     Sy  haftend  die  ougen  so  geschwul-  so 
len,  das  sy  Rengnolden  niit   kanttend.     Doch    sprach  Ollyfier 
zuo  im:  »Min  frilnd,  wir  hand  kein  galt  nach  ander  hab  dir 
zegeben  ;  aber  erlöfit  du  uns,  so  muofi  es  mit  der  zyt  vergulteu 
werden.«.     Rengnold  wott  sich  nöfc  länger  verbergen,   sunders 
huob  sin  [vyssier]  uf  und  sprach:  »Ich  bin  üwer  früud  Rengnold,  s» 
den  got  äben  recht  bar  gsant  hat  ücb  zerlössen.«     Er  entband 

35  an  stelle  der  ergänzung  in  der  hs.  leerer  räum;  vergl.  anm. 
zu  203,  13.  20. 


208 

sy  und  tbet  innen  die  strick  ab,  so  sy  am  hals  truogend.     Dem- 
nach gebot  er  Ägrrppavt,  das  er  des  soldans  iyb  an  der  gfang 
nen  stat  hauckte.     Ägrippart   tbet  daz ,    so  im   Rengnold  ge- 
l>ot.     Er  fuort  demnach  ttychart  und  Olljfieren  inn  Konstant 

6  Zell  ruowen.     Diewyl  Rengnold  die    gfangnen    erloßt ,    ertodfc 
Sallyncorny  den  kuiiigConataut  und  den  frommen  ritter  Spinoll 
den  fand  Ruolland,  das  er  nach  nüb  tod  was,    und    fuort  iiin 
uß  dem  stryt.     Aber  er  was  so  übel  wund,    das  er  nüt  lang 
läbeu  mocht.     Er  sprach  zuo  Ruolland:  »Ich    hab    gros  leyrf, 

10  rnnoß  ich  ein  heyd  ersterben.  Darum m  byt  ich  dich ,  ist  eä 
müglicb,  das  du  mich  touifest ,  ee  ich  sterb.«  Ruolland  was 
fro  und  toufft  inn,  und  bald  darnach  gab  er  got  sin  geyst  af. 
Dem  nach  reyt  Ruolland  wyder  inn  stryt.  Da  fand  er  Sallin- 
corny,  der  treyb  wunder  mit  lilt  und  roß   nyder  schlahen  üad 

ifi  reyt  schryend:  »Wo  iüt  der  falfcsch  Rengnold?  Ist  er  bie,  so 
lasse  sich  Sachen ;  wann  ich  wyll  mine  fründ  an  im  rächen, 
die  er  durch  sin  yerretfcery  ertödt  hat.«  Ruolland  ersach 
Rengnolden,  darumra  er  zuo  dem  heyd  sprach:  >Ker  dichuminl 
Wanu   Rengnold    ist    hie.«      Er   sprach    zuo   Rengnold:    »Min 

so  Vetter,  gsich  ein  ryß  hie ,  der  suocht  dich.  Darumm  red  mit 
im!«  Rengnold  sprach:  »Heyd,  waz  wiltu?«  Der  heyd  sprach: 
»Bistu  Rengnold?  Ich  suoch  dich,  mich  an  dir  zeräehen  utmn 
mine  fründ,  die  du  durch  diu  verrettery  ertödt  [bl.  104]  hast.« 
Rengnold  sprach  zuo  im  :    »Ich    bin    hie   gerust   dir  zethuon, 

25  wie  ich  dinen  fründen  und  brüedern  gethäu  liab.«  Damit  natu 
yetlicher  ein  sper,  die  zerbräehend  sy  uff  ein  andren.  Sy  näin- 
raend  andere  und  kämend  wyder  gegen  ein  andren.  Sallin- 
corny  zerbrach  sin  sper  uff  Rengnolden,  aber  Rengnold  stacli 
den  heyd,  das  er  dem  pfert  ufi'  dem  ars  glag ;  des  er  so  mX' 

30  nig  ward,  daz  er  Machmet  schalt  und  sprach:  »Ich  gloub, 
Machmet,  du  habest  kein  kratft  mer,  oder  du  habest  dich  mit 
den  hündischen  Krysten  verreinbart.«  Rengnold  zog  sin  scliwert 
Flamberga  uß,  und  als  sich  der  ryß  wyder  uf  hat,  gab  er  m 
mit  aller  ainer  stercky  ein  streich,   also  das  er  tod  zuo  erde« 

36  fiel.  Des  Ruolland  und  die  andren  vast  fro  wärend,  darumra 
daz  er  den  künig  Constant    getödt   hat  und  den  edlen  rytter 

« 
3<j  könig]  k  hs. 


k 


209 

pytioll.  Do  Sallncorny  tod  was,  do  verlor  sin  voldi  das  hertz 
iid  fluchend,  einer  da  hin,  der  ander  therthin,  sich  verbergen, 
ie  andren  in  die  stat.  Die  wärend  glückhafftig ,  so  darin 
ommen  mochtend  ;  wann  die  unsern  ylteiid  innen  so  schnell 
ach,  das  einer  den  andren  sumpt  under  dem  thär.  Es  be-  b 
;hach  des  tags  ein  gros  bluotvergiessen.  Do  die  inn  der  stat 
nser  volck  gsächend  nachen,  do  beschlussend  sj  die  thar,  und 
lle  die  heyden ,  so  not  hin  inn  kamraend,  wurdend  getödt. 
)emnach  zoch  unser  volck  wyder  inn  ir  iäger,  ser  betrüept 
b  des  künig  Coustantz  und  Spinola  tod  und  der  gfangnen  n» 
ast  fro,  die  erlüßt  wärend.-  unser  volck  hattend  das  Iäger 
änge  zyt  vor  Babillonnia ,  aber  die  inn  der  stat  wärend  nie 
3  frysch,  daz  sy  hin  ufi  kemniend.  Nun  wend  wyr  von  des 
eysaer  Karlys  bäf  sagen,  von  Morgaut,  dem  rjssen. 


Vie  Morgant  Meridiauua  heim  leytted  und  darnach 
lü  das  läger  für  Babillonnia  kura,  und  wie  die  stat 
■      Babillounia  durch  inn  gewunneu  ward. 

Der  keysser  Karly  waa  zuo  Parys  aer  bekümert  umm  sine 
irsten,  von  dennen  er  nüt  wüßt,  Und  iVleridianna  was  by  im, 
ie  warttet  OUyfieren,  Do  sy  nun  gsacb,  das  er  uiit  kommen 
Ott,  do  seyt  sy,  sy  wett  wyder  zuo  irem  vatter,  dem  künig 
orador,  sy  wefct  iren  fryden  vfoI  mit  im  machen.  Der  keyser 
arly  was  sinn  wol  zefriden  und  gab  iren  Morgant  zuo.  Sy 
lachtend  sich  uff  die  sträß  und  ryttend  sovast,  das  sy  zuo 
orador,  irem  vatter,  kam.  Der  was  vast  fro,  do  er  ay  gaach, 
eßglichen  was  och  die  küagin ,  ir  muotter.  Und  thettend 
lorgant  gros  er  an,  der  beleyb  etlich  tag  by  innen.  Darnach 
atü  er  urlob  und  sagt ,  er  wett  gen  Babillonnia  zuo  sinen 
ereu.  Meridianna  sprach  zuo  im,  daz  er  ir  Oliyfier  gruotzte 
nd  im  .seytte,  sy  bette  inn,  das  er  für  sy  heim  füere.  Mor- 
ant  sprach,  er  wett  es  thuon.  Er  maciit  sich  uff  die  sträß 
fid  verbrächt  sovil  wegs,  das  er  der  Krysten  läger  ersach. 
''id  do  sy  inn  wytnes  ersäcbend,  erschräckend  sy,  daruram 
as  er  so  lang  was.     Er  gieng  als  vast  wie  ein  roß.     Do  inn 


20  gsach]  gschacb  hs. 

Morgant  der  ileKO 


u 


210 

Rolland  ersach,  sagt  er:  »Erschräckend  nüt  ab  dem  ryssen! 
Wann  ich  erkenn  inn  wol  by  dem  kallen,  das  min  gsell  Mor- 
gant  ist.c  Er  reyt  im  engegen  sampt  Ollyfier.  Do  inn  Mor- 
gant  ersach,  ward  er  vast  fro  und  warf  sin    kallen   inn   lufk 

6  mer  dann  XXX  klaffter  hoch  und  entpfieng  inn  wyder  und 
sprang  von  fröuden.  Do  er  zuo  RuoUanden  kam,  knüwet  er 
nyder.  RuoUand  ummfieng  inn  und  seyt:  >Syt  daz  ich  Mor- 
gant  hab,  so  sorg  ich  nüt  Babillonnia  zegwunnen.  Ich  byt 
dich,  das  du  mir  sagest,  wie  es  inn  Franckrich  stände.«    Mit 

10  dyssen  wortten  kämmend  sy  inn  die  zell;  da  fundend'sy  Reng- 
nold,  Richart  und  den  Alten  vom  berg,  die  ummfiengend  all 
Morgant  und  jfuortend  gros  fröud  umm  sin  zuokunfft.  Er 
ertzalt  innen,  wie  Anthea,  des  soldans  tochter,  zuo  Muntabant 
was  by  Allard,   Guchart,  Magis  und  Astolf  und  wie  Antbea 

15  Gannellon  het  gfangen  geleyt;  des  die  heren  vast  fro  wärend. 
Eines  tags  rüstend  sich  die  heren  und  och  ir  volck  die  stat 
zestürraen  und  truogend  leyttern  und  andern  züg  mit  innen. 
Sy  sturmptend  hert  und  vast;  die  inn  der  stat  warttend  sich 
mit  gwalt.     Der  stürm  werret  wol  dry  stund.     Morgant  kam 

30  an  daz  tbär  und  schluog  mit  sinem  kallen  hert  streich  daran, 
aber  er  mocht  sy  nüt  zerbrächen.  Die  inn  der  stat  schluogend 
und  wurffend  gegen  im,  aber  sin  hämisch,  den  er  im  kloster 
genommen  hat,  was  so  guot,  das  sy  im  nüt  thuon  mochtend. 
Do  er  gsach,  das  er  am  thär  nüt  gschaflfen  mocht,  do  kam  er 

25  an  einen  thurn,  in  dem  wärend  vyl  heyden.  An  den  schlu(^ 
er  so  hert  streych,  das  er  gantz  ertzyttret;  des  die  darinnser 
erschräckend,  wenn  sy  die  streich  horttend.  Yederman  stuond 
styll  und  luogtend  sinen  streichen  zuo.  Er  zerspielt  den  thnrn 
an  vyl  enden,  und  do  er  gsach,    das   er  nun  nach  ein  wenig 

so  hat,  do  gieng  er  ein  wenig  hindersich  und  warf  sin  kallen  an 
den  thurn  mit  söllicher  stercky,  das  er  zuo  erden  fiel,  und  alle 
die,  so  darin  wärend,  wurdend  zerknitst  under  den . steinnen. 
Der  thurn  macht  so  Ijit  im  fallen,  das  er  die  inn  der  stat  übel 
erschrackt.     Do  Morgant  den  thurn  zuo  erden  gsach,  sagt  er 

85  zuo  dennen  am  stürm:  »Ir  heren,  yllend  mir  nach  und  länd 
uns  nianlich  hin  inn!  Wann  die  stat  ist  unser.«  Also  trungeii" 
Rengnold ,  Ruolland ,  Ollyfier  und  all  ir  volck  inn  [bl.  lOül 
Babillonnia  und    käniend   uff  den    grossen   platz    mit  grosser 


^ 


Sil 


bluotvergiessung.     Die  obersten    inn   der   stat  ergäbend   sich 
and  battead  inn,  das  sy  ufl"  liortend  töden.     Also  ließ  ßiiolland 
aß   rueffeo,  das  man  niemman  mer  todte  und  sieh  herbergerfc- 
tend  zum  basten ,    so    sy  möchten.     Die   bereu    giengend  inn 
pallast  sich    darin    herbergen.     Also    wurdend    sy    hereii    und   ^ 
meyster  inn  der   stat.     Darnach    mit   verwylgung   der    lantz- 
heren  ward  Ruolland  zuo  künig    bekrönt    und  grosser  soldan 
zuo   Babillonnia.     Nach  der  bekröniuiiig   rjttend  unser  heren 
inn  die  stet  ximmbär  und  näinend  die  inn.     Demnach  liessend 
sy  Spinoll  vergraben  mit  grossen  eren,  desglichen  die  andren  ic 
tobten   och.     Sy  liessend   öeh    dea    künig  Conatant?.  lycbnam 
verbalsanimen  und  inn  sin  land  fiieren  vergraben  kuo  den  an- 
dren kuDgen ,    sinen  vorfäreii.     Nun  wend  wir   ein  wenig  nif 
hören  von  innen  sagen  und  wend  von  dennen  zuo  Muntabant 

K 


hjp>^ 


Wie  üannellou  iiß  der  gfönckniis  gelassen  ward  und 
1  ein  hyrtten  erhanckt  und  darnach  von  etlichen  ryssen 
^K  gfangen   ward.  % 

F        Eines  tags  begert  Ganellon  tyntten    und   pappir   inn  die 
'  gläncknus.     Das  ward  im.     Er  sehreib  Magis   ein  brief ,    inn  20 
dem  bat  er  inn,  das  er  sin  erlössung   verschaöette  gegen  An- 
'hea  und  sinen    vettern,   so   wett   er  inn   die  Türckj    rytten 
Kengnolden  und  RuoUanden  suochen,  und  wett  niemuier  mer 
^'jAer  kommen,  er  brechtc  dann  gwüsse  mere  von  innen.     Do 
«la^ris  Gannellona  brief  verstuond,  do  redt  er  mit  ainen  vettern  26 
^^i  mit  Anthea;    dennen    gfiel  es    wol:    er    ward    usgelässen. 
^f  macht  sich  uif  die  atriiS  gegen  der  Türcky.     Kr  reyt  durch 
^yl  land»  das  er  nut  von  innen  veraemmeu  mocht.     Er  erleyd 
^'1  luingers  und  frost,   ee  er  die  heren  fand.     Er  kam  eines 
'^?,s  inn  ein  grossen  wald,  da  vand  er  vyl  heydischer  liyrtten,  so 
'he  klagtend  ein  andren  ir  unglück.     Do  sy  Gannellon  so  be- 
trfiept  gsach,  do  fragt  er  sy  umra  die  ursach  irs  leydtz.     Sy 
gabend  im  antwurt  also:  Ir  gsellen  einer  \vere  inn  vast  kurtaer 
*jk  rieh  worden  von  wegen  eines  pfertz,  »i3us  er  einem  rytter 
gestollen  hat,  der  heyßt  Rengnold  von  Muntabant,  als  er  schlief;«  s& 
das  het  er  verkouffc    umra    ein    grosse   summ    galt?.;    darumm 

\4* 


212 


jre  er  lueysterlTafftig  und  kestgette  sy.  Uannellon  sprach: 
»Ftierend  midi  un  das  etid,  da  dysser  liyrt  wannet,  so  muoi 
er  erhänckt  werden  ;  wann  er  hat  es  wol  verdient,  daz  er  ein 
sölHch  ptVrt  gestotlen  hat.c     Die  hyrtten  wärend  vast  fro  ab 

6  siner  red  und  fnortend  inn  zuo  dem  hirtten.  Do  inn  Gan- 
nellon  gaach,  sprach  er  zuo  im :  »Du  bist  der,  der  dem  from- 
men rytter  Rengnold  sin  pfert  genommen  hat,  als  er  schlief, 
und  haat  ion  verkoufFt;  darumm  du  verrettery  und  ein  dieb- 
stal  begangen  hast,  das  kanstu  nüt  gelougnen.     Und  das  bösser 

10  ist :  du  glichest  dich  einem  heren  und  bruchst  tyranny  mit 
dinen  gsellen.  Daz  spruchwort  ist  wol  war ,  das  sagt,  das 
niemmand  böaser  ist  dann  ein  pur,  wenn  er  rych  wirt.  Da- 
rumm muoatu  umm  diu  militbät  gestraft  werden.«  Damit 
erwuseht  er  inu  und  ließ  iuii  binden    durch    die   hyrtten  und 

16  im  den  strick  an  hals  legen  und  hanekt  inn  an  ein  bonm. 
Also  endet  der  hyrt  sine  tag,  der  Rengnolden  pfert  gestolien 
hat;  des  sine  gaellen  vast  fro  wärend.  Demnach  als  Gauuelloü 
den  hyrt  gehäuckt  htit,  saß  er  wyder  ufiF  sin  pfert  und  macht 
sich  uff  die  sträß.     Eines  tags  begegnet  im  ein  schar  heyilen, 

so  inn  deren  wärend  zwen  groß  ryssen.  Die  frägtend  inn,  ob  er 
ein  Kryst  oder  heyd  were.  Er  sprach:  »Ich  wyll  durch  üwert- 
wyllen  nüt  län,  daz  ich  nüt  die  warheyt  sag:  wussend,  <iaz 
ich  ein  Kryst  bin  und  heyß  GannelJon  vou  Mantea !«  Der  ryssen 
einer  sprach  zno  im :    »So  bistu  der  gröst  verretter ,    der  ioo 

88  aller  weit  ist.«  Do  sich  Gannelloo  hört  ein  verrefcter  schal- 
ten, do  ward  er  gantz  zornig  und  zog  sin  schwert  uß  und 
stach  es  durch  den  ryssen,  das  er  tod  uyder  fiel.  Do  lüffder 
ander  ryß  und  sin  gselschaft  all  uff  Gannellon  und  faltend 
inn  zuo  erden  und  bundend   uqjI  fuortteud  inu  inn  ein  schloß 

30  nüt  wyt  von  dannen.  Der  ryfä  sprach  zuo  im  :  »Ich  sor^i 
Reognold  hab  dich  har  gsant,  das  du  etwaz  verrettery  tribest- 
Aber  syt  du  inn  mine  hend  gfallen  bist,  muostu  umm  «h^ 
verrettery  gsträft  werden,  so  du  inn  dinem  laben  begangen 
hast,  und  uch  an  des  verretter  Rengnolden  stat,  der  bat  ma&f 

3ö  früuden  vyl  ertödt.«  »0,«  sagt  Gannellon,  [bL  lOü]  der  was 
voll  bösser  ducken,  sich  bin  Rengnolden  fyend  und  iirsacb, 
das  er  ab  keysser  Karlys  häf  vertrihen  ist.  Ich  suoch  inn  '< 
Wann  find  ich  inn,  so  wyll  ich  inn  tijden,  oder  er  uiuoß  mich 


toden.     Ich  sag  dir  l'iir  war,  das  jeh  bekuranvert  bin  umm  daz, 
so  er  dir  thän  liat,  und  umm  din  bruoder,  deu   ich  tödt  hab; 
aber  du  weyst,    daz  ich  mich    hab   niüessen    weren,  darumra 
das  ir  mir  den  weg  band  verhalten.     Dann  wenn  du  die  sach 
rächt  verstiiendest,  so  wurd  ich  von  dir  nül  gehindert.«     Nut« 
wyt  von  dannen  was  ein  schlolA ,   inn  dem  wannet  ein  grosse 
ryssiü,  die  aller  uogschafnest  und  ungehüryst  creatur  uff  ert- 
rich ;    wann  sy  was  wol  XV  schuoch  lang  und,  scliwartz   wie 
ein  kol,  gehär  wie  ein  bär,   die  ougen  tüf  im  kopfF  rott  wie 
für,  und  was  alt  und  grewellich ;  wann  man  könde  den  tüffel  lo 
Büt  so  ungschnffen  machen,  als  sy  was.     8y  was  so  ungschaß'en 
uüt,  sy  was  nach  vyl  feltscher  und  untrüwer   und    die  gröst 
zoubertn  iuu  aller  wält.     Sy  hielä  Creonta.     Sy  hat  acht  aun, 
rjssen,    deren    hattend  Rengnold    und    RuoUand    fier    ertödt; 
(leren    was  Sallincorny    einer,    der  vor  Babillonnia  ummkom-  '"• 
men  was.    Darumra  hat  Creonta  gschworen,  wenn  sy  ein  Kryst 
öberkommen  möcht,  so  wett  sy  irer  sunen  tod  rächen.     Die, 
80  Gaiinellon  gfangnen  hattend,    brächtend  inn  Creonta,  zuo 
dereu  sagtend  sy :  »Hie  ist  ein  Kryst,    der  hat  diner  sünuen 
einer  ertödt.«     Do  Creonta  Gannellon    ersach ,   der    ir   sünen ''*' 
öDer  ertödt  hat,    do   wott  sy  unsinnig  werden    und  schwuor, 
Wett  inn    eines   grüssammen    iodtz   töden    lassen.     Sy  ließ 
gfangen  leggen. 

He  die  heren  von  Babillonnia   schieilend  Gannellon 
flössen  und  wie  sy    ungewytter    hattend ,    und   wie  25 
Morgan t  von  eines  wurinß  pjß  starb. 

Zuo  allem  glück  gsach  der  ein  hyrt,  der  den  hat  geholffen 
fciäncken,  der  Kengnolden  pfert  gestollen  hat,  daz  man  Gan- 
nellon gfangen  hat.  Darnmm  macht  er  sich  uff  die  strüLi  gen 
ßabillonnia  und  ertzalt  den  heren,  wie  Gannellon  inn  Creonta  so 
schloß  gfangen  was.  Er  sprach  zuo  Rengnold  :  »Mich  dunckt, 
ir  K&llend  inn  erlössen  ;  wann  ich  weyü,  daz  er  inn  dyfi  land 
kommen  ist  Och  suochen.  Ond  do  er  den  fand,  der  üeh  üwer 
pfert  gstollen  hat,  do  hanckt  er  inn  an  ein  bonm.  Demnach 
hat  er  der  ryssen  einer  getödt,  der  üwer  tötlicher  fyend  was;  se 
^aramm  er  gfangen  ist,  und  öch  darumm  daz  er  (iwers  gloubens 


214 

und  landtz  ist.«  Die  heren  nämend  ein  wollust  ab  des  hyrten 
red  und  gäbend  im  galt  und  ein  pfert ,  daz  er  wyder  heim 
kommen  möcbt;  des  er  fast  fro  was.  Demnach  wurdend  die 
heren  zerätt,   sy   wettend  Gannellon    entschÄtten.     Und  ord- 

6  nettend  lüt  die  stat  bewaren ;  darnach  machtend  sy  sich  nff 
die  sträs  uff  das  mer.  Sy  fuorttend  inn  irem  zeichen  ein  low 
uff  einem  sylbrinnen  feld ,  und  all  im  hämisch  was  uff  hey- 
dischen  sytten  gemacht.  Sy  kämmend  uff  das  mer;  aber  der- 
wind  ward  innen  so  wydrig,  das  sy  by  einem  raannot  da  be- 

10  liben  muoßtend,  ee  sy  uff  das  mer  kämend.  Do  nun  der  wpd 
gestillet  was,  do  sässend  sy  uff  und  fuorend  darvon.  Es  wärend 
zwen  pattronnen  im  schyf,  der  ein  hieß  Cyrot,  der  ander  Ja- 
son; der  was  ein  wysser  und  gerechter  man,  der  ander  was 
vast  ruch ;   wann  er  wott  nüt  von  land  f'aren ,    er  were  dann 

16  umm  sin  Ion  zalt.  Sy  battend  ein  tag  und  ein  nacht  guotten 
wynd ,  aber  darnach  erhuob  sich  ein  groß  ungestümme,  so 
grymm,  daz  sy  vermeynttend  under  zegän.  Die  pattronnen 
und  fuorlüt  ruofftend  Machmet  an  und  all  ir  götter  und  unser 
volck  Jhesus  Kryst.     Do  der  pattron  Cyrot  von  Jhesus  bort 

20  sagen ,  do  sagt  er  zuo  sinen  gsellen :  »Ich  verwundern  mich 
nüt,  daz  wyr  so  gros  ungewytter  band  ;  wann  dyß  lüt,  so  wyr 
füerend,  sind  Chrysten,  darumm  unser  got  Machmet  zornig 
über  uns  ist. «  Do  Morgant  den  pattronn  verstuond,  ward  er 
vast  zornig  und  sprach  zuo  im :  »Du  faltscher  hund,  wir  band 

26  dyß  angwytter  von  dir,  wann  du  byst  faltscher  natur ;  darunini 
ich  die  warheyt  wyll  wüssen.«  Damit  nam  er  inn  und  warf 
inn  inn  das  mer.  Do  gestyllet  das  ungewytter  von  stund  an, 
des  unser  volck  vast  fro  wurdend.  Rengnold  sprach  zuo  Mor- 
gant :  »Du  hast  ein  guot  werck  thän.«     Der  wynd  ward  guott 

so  und  fuort  das  schif  untz  vast  nach  an  das  port.  Aber  un* 
glück,  das  deren  fyend  ist,  die  inn  fröuden  gedenckend  sifli 
schickt  innen  ein  [bl.  107]  grossen  kummer,  als  ir  hören 
werdend.  Als  unser  volck  zuo  land  fuorend,  kam  innen  ein 
grosser  vysch  under  ir  schyff,  der  das  zum  dickern  mal  ver- 

36  meynt  under  zetrucken.  Des  die  heren  ser  erschräckend ;  wann 
sy  stächend  gegen  im,  aber  sy  möcbtend  im  die  hüt  uüt  ent- 

* 
29  wymd  ha. 


: 


\ 


günnen.  Do  Morgant  gsach,  dae  er  die  tut  so  hert  hat,  3o 
tratt  er  uff  des  schyffs  gransen  und  sprang  uff  den  vjsch  inß 
wasser  untz  an  die  gmächt  und  sctluog  gros  streych  uff  des 
vyschs  kopff  lait  sinem  Italien,  sovyl,  das  er  im  den  inn 
sehluog,  und  starb ;  des  sy  all  fro  wärend.  Morgan fc  sprang  5 
inn  das  mer  uffa  land,  wann  er  was  dem  land  nacli.     und  als 

j  er  uß  dem  mer  gieng,  beyLi  inn  ein  vergyffter  wurm  inn  die 
ferssrnuen,  das  im  das  bluot  ußhar  trang;  des  er  nüt  grölä- 
lich  acht  hat,  sundera  sprach  zuo  RuoUand :  »Ein  kleins  fischly 
hat  den  grossen  vysch  wellen  räelien;  wann  er  hat  mich  inn  10 
die  fersinneu  pyssen.«  Do  sy  ab  gsä-ssend ,  giengend  sy  inn 
ein  stat  nach  am  mer,  die  hieß  Monnassa,  und  herbergettend 
by  einem  frommen  wyrt.  Daz  gyft  inn  Morgant«  wunden  steig 
stetz  uf, .  und  darumm  das  er  ein  man  von  grossem  muofc  was, 
gab  es  im  wenig  zeschaffen.     Ye  doch  steig  im  daz  gyft  zum  16 

'  bertzen ,  also  das  er  starb.  Durch  dyfa  mögend  ir  ermessen» 
das  es  ein  klein  ding  ist  unim  unser  laben,  darunim  das  ein 
so  raeclitiger  man  von    eines    wurmß  pyß    starb.     Also  starb 

Ider  mechtig  Morgant,  der  aller  sterckest  man,  der  zuo  deren 
zyt  was;    des    unser   bereu  gros  leyd    fuortend,    iusunderheyt  20 
Buolland.     Er  ließ  inn  verbalaamraen  und  gen  Babillonia  ver- 
i   graben  schicken. 

I        .  . 

IWie  ßuolland  mit  des  keyssers  von  Mesaa  hoptlatteii 
einem  streyt  und  inn  ertodt. 

Do  die  li ereil  ein  wenig  geruowet  hafctend,  do  fragt  Reug-  as 
nold  den  wyrt,  wer  her  über  die  stat  wer.     Der  wyrt  sprach, 
der  keyser  von  Messa;    der  samlet  ein   grosser   züg  und  wett 
gen  Babillonia  züchen  ains  suns  Mariotz  tod  rachen,  den  ein 
rytter  vor  Babillonia  getodt  het,  der  hieß  Spinoll.     »Er  wyll 
die  räch  an  Rengnolden  und  Ruüllanden  begän,  wann  Spinoll  ao 
ward  och  getödt.«     Der  keyser  und  all  sin  volck  werind  inn 
schwartz  bekleyt,  byß  das  er  sins  suns  Mariotz  tod  gerochen 
het.      »Ich  gloub ,    wellend    ir   mit  im  züchen,    er    werd  üch 
guotten  sold  geben  ;  wann  er  empfäeht  all  rytter,  so  zuo  im 
kommend.*     Diewyl   der   wyrt  mit  den   heren  redt,   do  kam  ss 
ein   hoptmau  des  keysers  inn  sal,    der    hieß  Cormoram  ,    und 


: 


iJ 


216 

fragt  den  wyrt:  »Wer  sind  die  lüt?«  Buolland  ließ  den  wyrt 
nüt  antwurt  gen,  sunders  er  sprach  zuo  Cornioram :  »Wir  sind 
fünff  persisch  rytter,€  und  füerend  ummhar  krieg  suochen, 
das  sy  ir  närrung  überkommen  möchtend.     »Waz  soldtz  wet- 

5  tend  ir  nemmen?«  sagt  Cormoram.  Rengnold  sprach  zuo  im: 
»Als  vyl  als  sust  hundertten  wyr  fünflf,  oder  wyr  diennend 
sust  nüt.«  Cormoram  sprach:  »Du  bist  vast  ungemeß,  das 
du  so  grossen  sold  begerst;  dann  wenn  der  gräf  Rengnold, 
Ruolland,  OUyfier  und  Gergis  von  Tannemarck  da  werind,  die 

10  da  die  besten  rytter  inn  der  Krystenheyt  sind,  so  wurdend  sy 
nüt  so  grossen  sold  haben ,  als  du  forschest.  Ich  mein ,  ir 
werend  all  fünf  besser  inn  die  kuchy  dann  zuo  stryt.«  Reng- 
nold hat  kein  acht  uff  Cormorams  red ,  sunders  er  schwatz 
mit  der  wyrtinen,  die  was  ein  früntliche  frow.     Damit  schied 

iB  Cormoram  hinweg  und  kam  für  den  keyser,  zuo  dem  sagt  er: 
»Her,  inn  Scipions  huß  sind  fünf  hudler  zeherberg,  die  füeren 
inn  irera  fenly  ein  low  inn  einem  sylbrinnen  fäld  und  sind  so 
stoltz,  das  sy  niemantz  achtend,  der  mit  innen  redt.«  »Gang,« 
sagt  der  keyser,  »und  nim  volck  mit  dir  und  brings  mir  har! 

20  Wann  ich  wyll  wüssen,  wer  sy  sigend.«  Cormoram  was  sines 
befelchs  vast  fro,  der  meint,  er  hetz  als  gewunnen ,  ater  er 
fröwt  sich  sines  Unglücks.  So  bald  Cormoram  uß  Cypions 
huß  gscheiden  was ,  ließ  Rengnold  ir  fenly  zum  venster  aß 
strecken,  das  mans  gsech.     Do  Kormorara  des   keysers  gebot 

25  hat,  do  nam  er  zwentzig  man  mit  im  und  kam  inn  der  Krysten 
herberg  und  sprach  zuo  innen:  »Ir  buoben,  woUuf !  Der  keyser 
enbüt  üch  by  mir,  das  eyßwegs  zuo  im  kommend;  wann  er 
wyll  mit  üch  reden  und  wüssen,  waz  lütten  ir  sigend.«  M 
mit  dyssen  wortten   wot   er  Rengnolden    fachen.     Do  er  sieb 

30  gfangen  befand ,    do    huob  er  die  fust  uf  und  gab  Cormoraro- 
ein  söllichen  streich,  das  er  todt  nider  fiel  zuo  sinen  füessen- 
Ein  andren  wott  Ruolland  fachen,  aber  er  ward  von  stund  »■'"^ 
von  im  ertödt.    OUyfier  zog  sin  seh  wert  uß,  deßglichen  [bl,  103  j 
Rychart  und  der  Alt  vom  berg,  die  hattend  die  zwentzig  he;^' 

36  den  bald  ertödt,  die  mit  Cormoram  kommen  wärend,  untz  ^^ 
ein,  der  gieng  und  seytz  dem  keyser,  wie  die  fünff  rytter  s"*' 

* 
3  füerend]  aus  »farend«  gebessert. 


ertödt  liattend.     Des  sich    der    keyser   8er   verwunde 
wer  sy  werfnd;    darumm    er   persönJicben    gieng   und.wot  &j 
besächen  inn  grosser  gselsehalt.     Do  er  für  das  wyrtzhua  kam, 
do  fand  er  KuoUanden  vor  der  thilr,  der  hat  des  keysers  kein 
acht.     Der  beyd,    so   gflochen  was,   sprach    zho  dem  kfyaer :  s 
»Her,  dysser  lat  deren  einer,    die   iVwer   volck  getödt  band.* 
und  mit  dysseti   wortten    greyf  er  Ruollanden  an.     Der  iiam 
inn  hy  dem  lials  und  warf   inn    so  starck  zuo   erden,    daz  er 
von  stund  an  tod  was.     Do  der  keyser  Ruollanden  stercky  und 
fryscheyt  ersach,  do  dächt  er  wol,  er  wer  ein  raechtiger  rylter.  lo 
Darumm  sprach  er  zuo  im:   »Gsell,  wie  hastii  dörifen  so  frysch 
sin,    du  und  dine  gsellen ,    das   ir  mir  min  volck  also  ertödt 
band,  die  ich  üch  gschickt  bat  üch  sagen,   das   ir    kemraend 
mit  mir  reden  ?  Und  diewyl  ir  niinem  gebot  nüt  band  wellen 
geborsam  sin,  so  gend  ir  jnir  ze  tihicken,  irsigend  bar  kom- u 
men  etwaz  verrettery  zetriben.     Darumm  wyll    ieb  das  rächt 
mit  ücb  bruchen  uß  ursach,  das  ir  mine  dienner  etödt  band.« 
Kuolland  sprach  zuo  dem  keyser :   »Her«,  wyr  sind  bereit  alles 
zethuon ,  so  üch  geliept  uns  zegebietten;  aber  üwere  dienner 
kärameud  nüt  uns  reychen  als  rytter,    sunders    leifctend  band«» 
an  uns,  als  werind  wir  sträaröuber,  mörder  oder  dieben.     Da- 
rumm sag  icli  üch  zuo:  wenn  Machmet  kommen  wer  uns  itin 
aßllieber  gstalt  zefachen  ,  und  wir  macht  gehept  bettend,   so 
bettend   wir  inn  ertödt.     Wann  ich  wyll,  das  ir  wüssend,  das 
wyr  nüt  lüt  sind,   dennen  man  also  thuon    solle;    aber    wenn  ^ 
ir  uns  empfachen  weud  wie   rytter,   so    wend    wir    neb  gern 
diennen.«     Do  der  keyser  Ruollanden  verstuond,  sprach  er  zuo 
im:  »Wenn  es  also  wer,  als  du  sagst,  so  wer  ich  wyllig  ücb 
Ketitpfaeben  in  min  her.     Wann   icb  darf  wol  gnotter  rytteru 
inn  dyssen    krieg;    wann    icb    will  Mariotz,    mius  suns,   tod  so 
rächen,  der  was  dem  sotdan  zehilf   Kogen    und  ist  von  einem 
rj'tter  ertödt  worden,  geucmpt  Spinoll,  der  was  inn  Rengnold 
"fld  Ruollanden  gselschaft.     Der  selbig  RuoUand  hat  sieb  zuo 
solclan  inn  Babillonia  bekrönnen  lassen.    Mag  ich  inn  ergryifen, 
*o     wyll    icb    sölliche    räch    begän,    das   sine    gsellen    zyttren  as 
^üeasend,    wenn  sy  es  gsäcbeii  werdend.     Wann   der  scholm 
'8t    ietz  zuo  ßabillonnia  inn  fröuden,  und  icb  bin  bie  inn  leyd 
bfikleyt  tag  und  nacht,  untz  das  ieb  mines  suns  tod  gerochen 


218 

hab.  Darumtn ,  wenn  du  und  dine  gsellen  mit  mir  gen  Ba- 
billonnia  kommen  wetid  mir  hälfen  die  räch  begän,  so  wyll 
ich  üch  all  rieh  machen.*  Dysaer  keysaer  was  wol  betroi^eD, 
daz  er  mit  Ruollanden  redt  von  der  räch,  sines   suns,    die  er 

6  an  im  begäti  wott ;  aber  es  were  im  weger  gsin,  er  het  sinfis 
suns  tod  vero^essen,  wann  er  kam  sinn  och  umß  laben  ,  als  ir 
hören  werdend.  Rnolland  sagt  zuo  im:  »Her,  ieh  danck  üch 
tiwers  guotten  wyllens.  Ich  will  mit  rainen  gsellen  darvoQ 
reden,  60  wend  wir  zuo  lieh  kommen  inn  üwern  pallast.«     Der 

10  keyser  was  Ruollanden  antwurt  zefryden  und  kart  wyder  inn 
sin  pallast.  und  Rnolland  gieng  zuo  sinen  gsellen  und  ertzalt 
inneii  die  red,  so  er  mit  dem  keyser  gehept  hat ;  des  sy  all 
lacliettend.  Des  keysers  züg  wuochs  täglich.  Wann  des  selben 
tags  kam  der  künig  von  Morycka,  der  brächt  ein  grosse  gsel- 

16  schafft  starck  und  mächtig  lüt,  gewapnet  mit  gesotnem  läder; 
sy  wärend  schwartü  wie  gesotten  hartz.  Des  andren  taga  reyt 
inn  die  stat  ein  mechtiger  amiroll ,  der  brächt  wol  inn  siaer 
gselschaflt  füufzechen  tussend  Tiircken,  mit  hälffinnen  ruggen 
gewapnet.     Er  ließ  sich  füereii  inn  einem  wagen,  bedeckt  mit 

20  guldinnen  tüechern,  den  fier  starcke  pfert  zugend,  und  ryttend 
vyl  trummetfcer  und  andere  seyttenspyl  vor  im,  die  erschallend 
lufc.  Dysser  arairoU  was  vast  atoltz  und  hofferttig  und  fuort 
ein  panner,  inn  dem  was  ein  low  uff  einem  silbriunen  fäld, 
glych  wie  Rengnolden   und   siner   gsellen   was.     Der   amiroll 

n  fuor  für  Cypiona  büß,  inn  dem  die  Krysten  zehi^rberg  wärend. 
ßuoliand  erhört  des  seytteuspils  thon  ,  lüf  zuo  der  thiir  uü 
luogen,  waz  das  wäre,  und  Rychart  mit  im.  Do  der  amiroll 
Rengnolden  panner  ersach,  fragt  er  den  wyrt,  wer  der  were, 
der  sin  zeichen   fuort.     Rnolland,   der  was  zuogegen,    sprach 

30  zuo  im:  »Es  ist  min.  Was  wylt  mir  geben,  ich  wyls  dir 
schäncken.«  Der  amiroll  sprach:  »Du  weyst  wol,  das  keiner 
des  andren  wappen  füeren  sol,  wenn  eriä  nut  errobert  hat 
mit  siuer  könhejt.  Du  hast  es  wol  als  bald  gestollen  aia 
gwunnen.«     RuoUand  sprach  zuo    im:    »Du   lugst    durch  din 

86  Schlund;  wann  ich  bin  kein  dieb,  sunders  hab  sy  inn  Persift 
gwunnen.«  »Und  du  byst  ein  dieb  nud  ein  erlösser,«  sprach 
der  amiroll,  »und  byst  inn  dyfi  land  kommen  rerrettery  ze- 
triben.     Darumm  wyll   ich   nüt  lyden ,    das   du   min  zeychen 


Ftiprest,  du  ffwünnest  es  dann  mit  strytten.«  Do  Ruolknd  den 
heyd  verstuoud,  do  ward  er  vast  fro  und  sprach  zuo  im :  »Ich 
sorg ,  du  sigest  nüt  ao  frysch  zeroia  ak  inn  dyssem  karen ; 
wann  ich  erkenn  wol,  das  du  nüt  dann  reden  kansfc.«  Der 
ainiroJI  sali  ab  dem  waggen  und  forschet  sin  liarnisch.  Rnol-  0 
land  gieng  und  wapnet  sich  öch;  daz  thettend  och  sine  gseilen 
lind  sassend  uff  ire  pfert  im  hyiflich  zesin,  ob  er  ainn  törffty. 
Der  keyser  vernam  die  inere,  der  kam  den  stryt  besächen. 
Do  der  amiroH,  der  hieß  Lyoofant,  [bL  109]  gewapnet  was, 
saß  er  uff  sin  pfert ;  das  tet  Rnolland  und  sine  gsellen  och.  lo 
Do  sy  uff  dem  feld  wärend,  sportend  sy  ire  pfert  und  kamend 
gegen  ein  andren  mit  söllicher  atercky,  das  ire  aper  zestucken 
sprutztend.  Sy  zugend  ire  Schwerter  uß  und  schluogend  uff 
ein  andren  mit  söilicher  stereky  ^  das  für  uü  irem  hämisch 
gieng.  Der  atryfe  weret  hing;  des  Rengnold  verdruß  hat  und  n 
sprach  zuo  Ruolland:  »Rytter,  wo  ist  diu  könheyt?  Ich  gloub, 
du  dänckest  an  din  holdsehaft,  das  dysser  beyd  so  lang  gegen 
dir  wert.«  Do  Rnolland  verstuond,  das  inn  Rengnold  schmutzt, 
do  ward  er  vaat  zornig,  und  im  ward  sin  stercky  zwey facht, 
also  daz  der  beyd  nüt  mer  erlyden  mocht ;  wann  er  entpfand  a» 
inn  sinem  fleisch,  wie  Durandel,  Ruollanden  schwert,  das  so- 
vyl  heydeu  ertödt  hat,  achneyd;  wann  RuoUand  schluog  inn 
sovast,  daK  er  tod  zuo  erden  fiel.  Durch  dtsse  gsfcalt  hat 
Rnolland  rächt  zum  panner  und  Lyonfant  unrecht.  Sin  volck 
fuortend  groß  leyd  uram  iren  heren  ;  deßgliehen  der  keyser,  S5 
wann  Lyonfant  was  der  sterckeaten  mannen  einer  eines  zlgB. 

Wie    ein   junger   rytter   Richarden    und    Ollyfier   im 

stächen  überab  stach  und  den  Alten  vom  berg  ertodt 

und  darnach  Rengnoldeu  och  ab  stach. 

In  des  amiroll  Lyonfantz  gselschaft  was  ein  junger  ritter  so 
in  dem  alter  zwey  und  zwentzig  jär,  der  kam,  do  er  sin  heren 
tod  gsach,  gewapnet  und  berytten  uff  das  fäld  und  sagt  über- 
lut:   »Ich  wyll  mines  Leren  tod  rächen;«   zuo  Ruollaud :  »Ich 
sagen  dir  ab.«     Do  Ruolland  den  rytter  verstuond,  do  sprach 


3  ze  roß  als]  am  rande  !hs. 


J 


220 

er  zuo  im:  >Ich  nini  den  atrjt  uf;  ab»?r  darutum  dtiz  du  so 
jting  bist,  wyll  ich  mit  mit  dir  strytten,  sonders  dysser  ryttnr, 
der  ist  als  jung  als  du,  der  muofi  den  stryt  thuon.«  Das  was 
Rychart.     »Ea  «falt  mir  woll,«    sprach    der   heydiscli  rytter. 

B  Also  stäcliend  die  zvven  jüngling;  aber  ßichart  fiel  des  ersten 
Stichs  ab.  Do  Ollifier  Richarden  zuo  erden  gsach ,  do  sagt 
er,  er  wett  inn  rächen.  Aber  im  geschach  wie  Richarden, 
des  die  heyden  ser  erfröwt  wurdend.  Der  Alt  vom  berg  wol 
och  stächen.     Der    ritter    verseyt    es  im  nüt,    und    kämmend 

10  gegen  ein  andren  mit  söüicher  ßtercky,  daz  der  Alt  sin  sper 
zerbrach,  und  der  heydiach  rytfcer  stieß  im  die  ein  durch  den 
Hb  ,  das  sy  im  mer  dann  ein  kläffter  wyt  dar  durch  gien^;, 
darumm  er  tod  zno  erden  fiel.  Des  die  beren  ser  bekümmert 
wurden,  insunderheyt   Rengnold,  der  hat  iun   vast  lieb;  dann 

ift  do  er  gsach,  daz  er  tod  was,  do  ward  er  aller  dingen  toub 
von  zorn  und  sprach  zuo  dem  jungen  rytter,  er  wett  aines 
fründtz  tod  riichen.  Der  jüngling  was  bereyt.  Also  käm- 
mend sy  gegen  ein  andren,  daz  ire  sper  ze  stucken  zerbräcbend. 
Darnach  zngend  sy  ire  schwertter  uia  mit  grossem  zorn.     Der 

20  jüngling  gab  Renguolden  ein  so  hertten  streich  u£F  sin  bälm, 
das  er  genöttiget  ward^  das  er  ui  dem  sattel  zuo  erden  fifl; 
des  Ruolland  ser  erschrack  und  nüt  wüßt,  was  er  gedenckeii 
sott,  dann  got  byfcen,  daz  er  innen  hylflich  wer.  Do  sich 
Rengnold  zuo  erden  gsach,  ward  er  gantz  scbamrott  und  sagt 

SB  zum  jüngling:  »Du  magst  dich  wol  rüemmen,  des  sich  kein 
heyd  nie  höt  mögen  rüemmen  ;  aber  ich.  hab  die  hoffuung  guot 
mich  zerächen.«  Und  gab  damit  dem  jüngling  ein  so  gru- 
ßammen  streich,  das  er  ab  sinem  pfert  zuo  erden  fiel,  also 
verkerfc,  daz  er  sich  nüt  rottedt ;  dardurch  yederman  gedächi, 

30  er  were  tod.  Do  inn  Rengnold  also  gsach  ,  do  ward  er  ser 
betrüept  und  sagt ,  er  were  wol  arbents^lig ,  das  er  so  ein 
edlen  und  manlichen  jüngling  ertödt  het.  Er  nam  inn  inn 
sine  arm  und  truog  inn  iun  die  herberg  uff  sin  bett,  Do 
der  keyser  gsach,  daz  itm  Reugnold  hinweg  truog,  do  schrey 

31»  er  im  nach:  »Tiauo  im  nüt  mer!  Dich  sol  benüegen  des,  so 
du  thän  hast.«  »By  Machmet,«  sagt  Rengnold,  »es  ist  mir 
leyd,  ist  er  tod;  wann  es  was  der  aller  hüpschest  rytterscli 
aufang,  von  dem  ye  kein  raenfsch  horfc  sagen.*     Do  der  jung- 


ling  äff  dem  bet  was,  do  tliet  im  Riiolland  sin  hälm  ab  dem 
höpt  und  empfand,  daz  er  nach  atmet;  des  sy  vast  fro  wärend. 
Sy  thettend  all  fr  vermögen ,  daz  sy  inii  uß  der  ämmacht 
brechtind-  und  durch  den  wyllen  gofctea,  der  da  nftt  "wott, 
das  er  sturb  (wann  er  sott  ein  guotter  Kryst  werden),  warfs 
er  ein  sünftzen  und  fieng  darnach  an  reden  und  fraget  dem 
rytter  nach,  der  inn  also  zuo  gerust  hat.  Und  Rengnold 
sprach:  »Ich  bin  hie,  Waz  wyltu?«  :»Ich  will  gnad  von  dir 
begeren,  daz  ich  mit  dir  gestritten  hab ;  wann  du  bist  der 
best  rytter  inn  aller  heydenschaft.«  Kengnold  ummfieng  inn,  lo 
und  begerttend  vertzichung  von  [bi.  110]  ein  andren.  Sy 
sötfcend  ein  andren  billich  lieb  haben,  wann  sy  wärend  zweyer 
bruodern  sün  ,  als  ir  hören  werdend.  Als  ßengnold  und  der 
Jüngling  mit  ein  andren  redtend,  do  nam  RuoUand  des  jftng- 
linga  Schwert  und  gsach ,  daz  es  vast  schwer  was,  und  das  ib 
der  ein  meehtiger  rytter  sin  rauoßt,  der  sich  sin  gebruchen 
mocht.  Und  was  uff  frantzössischen  sytten  gemacht,  und  in 
dem  knopff  was  eines  forsten  uß  Franckrichs  wappen.  Do 
Ruolland  daz  schvvert  gtinog  besechen  hat ,  do  sprach  er  zuo 
dem  Jüngling:  »Edler  Jüngling,  wo  ist  dir  dys  schwert  wor- 23 
den?  Wann  es  ist  nüt  inn  dissem  land  gemacht.«  »Edler 
ritter,«  sagt  der  Jüngling,  »ich  wils  tich  sagen.  Wilssend, 
dan  min  niuother  ein  ryche  frow  geweßt  ist,  die  hieß  Rosainna. 
Aber  von  niinem  vatter  hab  ich  nüt  grosse  bekantnusj  wann 
er  was  nüt  dis  lantz,  als  mir  min  muotter  zum  dickern  mal  as 
gsagt  hat ,  sunders  was  ein  meehtiger  fürst  uß  PVanckrich, 
üerold  von  Rossillon  gelieyssen.  Der  was  von  dem  aller  ed- 
lysten  und  bertieraptestea  geschlächt  inn  Fraiickricb,  wann 
es  sind  menger  frommer  rytter  daruß  entsprungen.  Der  selbig 
Gerold  kam  inn  dyß  land  und  ward  miner  muotter  hold,  und  30 
sy  im,  und  fuorttend  ir  holdschaft  al^o  mit  ein  andren,  daz 
mich  der  edel  her  inn  iren  gebar.  Und  lies  iren  dyß  schwert; 
das  gab  sy  mir,  do  ich  anfieng  hämisch  füeren,  und  sprach 
zuo  mir:  wenn  ich  als  ein  guotter  rytter  wer,  als  min  vatter, 
des  dyß  achwert  gsin  was,  so  übertreffe  ich  alle  die  inn  der  88 
heydenschaft  mit  manheyt.  Ich  wer  och  uß  redlichen  lütten 
entsprungen ,  die  hettend  gros  land  und  lüt  inn  Franckrich 
inn.     Und  damit  ich  iich  das  geschlächt  nach  bas  zeerkennen 


222 

itsprangen  bin,  ao  wüasend,  das  der  manlicli 
rytter  Rengnold  daruLi  entsprungen  ist,  wann  sin  und  ruin 
vatter  wärend  bruoder,  und  Gergis  von  Thannemarck,  des 
andren  bnmders  sun,  und  Magis,    der   geschwind  rytter,  was 

6  Beffes  von  Agremuntz  sun,    der    och    ir    bruoder  was;    wann 

iren  wärend  ayben  bruodern,  all  guot  fromm  rytter,  und  haud 

.gros  herschafften    und    land    inn.      Wüst,«    sagt   er   zuo   end 

einer  red,  »das  der  manlich  Kuolland  och  ufi  dyssem  gachlacht 

entsprungen  isti    Und  loben  üch:    wenn  deren  einer,  den  ich 

»0  üch  genempt  hab,  gegen wyrttig  gsin  were,  do  du  mich  über 
dax  pfert  ab  geschlagen  hast,  er  hette  mich  wol  gerochen.« 
Die  heren  hattend  grosse  fröud  ab  dea  jüngiinga  red.  Rual- 
land  mocht  sich  nttt  nier  der  red  behan  und  sprach  zuo  im; 
»Ich  bit  dich,  edler  Jüngling,   das   mir  din  nararaen  sagest.! 

»  » Wüiä,  daz  ich  Alexander  heyß !«  Do  ummfieng  inn  Ruolland 
mit  grosser  liebe;  daa  thettend  die  andren  och.  Des  er  sich 
ser  verwuirdert  und  sprach  zno  innen :  »Mine  heren ,  ich  byt 
üch:  sagend  mir  die  ursach,  waruram  ir  so  gros  vest  mit  mir 
tribend!*  RuoUand  sprach;  »Wir  sond  es  byllich  thuon,  waBü 

ao  du  byst  unser  früod.  Wann  wiiß,  das  ich  ßuolland  bin,  und 
dysaer  ist  der  gräf  Rengnold,  und  disser  der  marggräf  Ollj- 
fier,  der  öch  din  fr  und  ist,  und  der  ander  Rychart ,  llengnal- 
den  bruoder.*  Do  sprach  Alexander:  »Das  ist  ein  wunder- 
barlich  ding,  das  ich  üch  also  funden  hab.     Und   syt  das  icb 

s&  üch  hie  funden  hab,  so  sag  ich  üch  zuo,  das  ich  mit  uch  inQ 
Franckrich  wyll,  und  wyll  Machmet?,  glouben  verlougnen  und 
inn  öwer  gselschafft  sterben  und  genessen  und  inn  dem  dienst 
gottfs  und  inn  des  frommen  keyser  Karlya.  Ir  sond  wQssen, 
das  ich  zäclien    tussend   guotter   strytter    under  mir  hab  und 

sa  har  kommen  was ,  daa  ich  mit  dem  keyser  gen  Babillouuia 
wott  Uch  da  suochen ;  wann  ich  hat  vernoramen ,  ir  werind 
da.  Und  ich  hab  üch  ein  botten  gschickt  üch  zewarnnen  vor 
des  keysers  fürnemmen,  und  so  bald  ich  dar  kommen  wer, 
ao  het  ich  mich  zuo  üch  gaellet  mit  mineio  voick,  wann  ich 

Bö  will  nüt  wyder  uch  sin.  Ir  sind  gnuog  gewarnet,  wie  ücK 
der  keyser  tröwt ;  aber  wend  ir  mir  volgen ,  ao  rauos  es  wol 
änderst  gän.  Wann  mit  üwer  und  mit  minea  volcks  bjlf 
muos  disae  stat  unser  sin,  und  wyrt  dem  keyser  also  sin  be- 


ibnutig  daruram,  das  er  üwern  tod  bcgert.  Ich  wyll  üch 
sagen,  wie  wir  thuon  wend:  Der  keyser  wirt  morn  all  sin 
volck  versamlen  lassen  ninstren.  Und  ich  wyll  l>y  niineni 
volek  sin  und  hj  fiieren.  Inn  dem  sood  ir  gewapnet  kommen 
den  krieg  mit  des  keyaers  volck  anfachen.  Und  nemmend  ß 
uch  mit  üwern  nammen !  Wann  üwer  raom  ist  also  inn  aller 
heydensehaft,  d^s  öch  yederman  fiircht,  und  ao  bald  sy  hörend, 
wer  ir  sind,  so  werdend  ir  sächen,  da3  die  alkr  fryscheaten 
fluchen  werdend;  wann  ich  erkenn  sy  woL« 

Wie  der  keyser  von  Messa  getödt  ward  und  die  stat  ^o 
Monassa  erroberet  durch  Allexanders  ratt. 

Nach  dem  und   Ale:rander  den  rätt  geben  hat,  schied  er 
ufi  der  herberg  und    gieng    zuo   ainem    volck    und  öffnet  den 
fümemeäten  sin  meinung.     Sy    sagteud  all,    ay  wettend  alles 
dthuou,  waz  er   wett;   wann   er  was   innen    allen   lieb.     Des  ib 
selbigen  tags  ließ  der  keyser  uß  rüeflFen,  das  alle  die,  so  har- 
nisch  tragen  raöchtend,  frömbd  oder  heirascli,  raornendes  umm 
die  drü  uff  den  grossen  platz  kemmend,  da  wott  er  mustren. 
Do   63  niornendea    umm  die    geraelfc  stund  ward ,    kämeud  die 
heyden  uff  den  platz,  deren  wärend  mer  dann  sechzig  tussend  so 
uß  sältzneu  landen.     Do   der  keyser  vernam,  das  sin  kriegs- 
volck  versamlet  was,   do    reyt  er  uff  den    platz  gewapnet  uff 
dem   besten  pfert ,    so    inn    sinem    land  was.     Und    inn    siuer 
gselschaffc  was  ein  hoffertiger   heyd ,    [bl.   111]    der    hieia   der 
Cam  von  Cattaya,    der   fuort  mer  dann    zechen  tussend  man,  26 
Rengnold  vernam,  das  die  heyden  versamlet  wärend;  darumtri 
er  und  sine  gsellen  ufi"  ire  pfert  sässeud  und  ryttend  uff'  den 
platz.      Do  der  Kamm  von  Cattaya  sy  gsach  kommen,  do  reytt 
er  gegen  innen   und  sprach  zuo  Rengnold  ,    der  reit  vor  dan- 
nen :   >lch  muos  wüasen,  wer  ir  sigend  mit  dyssem  fenly;   wann  ao 
mich  dunckt,  ir  sigend  besser  zuo  der  ruow,  dann  inn  etryt.« 
Kengnold  sprach  zuo  im  :  »Wiltu  wussen,  wer  wir  aigend,  so 
uim  ein  sper  1  So  wirstu  innen ,    waz    wir    könnend,«      Do  io 
der  Camra  von  Cattaya  verstuond,  do  verdrolä  es  inn  und  nam 
ein  starck    sper   und    reyt   zoniigklicben    gegen    Rengnolden,  as 
Der  begert  uüt  daiui  des  atrytz,  sties  im  duz  sper  des  ersten 


224 


BÜchs  durch  den  lyb ,  das  er  tod  vor  dem  keyser  ab  sinetn 
pfert  fiel.  Der  sprach  zuo  Heiignold:  »Gouch,  du  bist  unge- 
mefe  und  übermtiettig,  das  du  also  min  volck  vor  mir  tödst. 
Ich  wyl  die  räch  begän   zuo  stund.«     Do  inn  Rengnold  ver- 

6  stuond ,  sprach  er  zuo  im:  »Keyser,  du  soltest  mich  billicli 
lieb  haben ;  wann  ich  wyl  dir  vor  grosser  arbeyt  sin.  Wann 
du  tarfst  out  gen  ßabillonia  zezüehen  din  auii  rächen;  wann 
wiiß,  das  ich  Rengnold  von  Muntabant  bin  und  dysser  Ruol- 
land,  des  hertz  du  haben  wilt!  Der  ander  ist  der  mechtig  OJlj- 

10  fier,  und  der  jung  ist  min  bruoder  Rychart.  Und  dysser,  so 
du  meinst,  er  sig  inn  diner  hilf,  ist  Alexander,  min  vetter, 
der  nenipt  sieh  diu  tödlicher  fyend.  Darumm  gedenck  dicb 
zeweren!«  Do  Reugiiold  dyß  wort  geredt  hat,  da  Hellend  der 
mererteyl  heyden  inn  ein  söUiche  forcht,  das  ay  sich  inn  die 

iii  flucht  niachtend;  des  der  keyser  ser  erschrack  und  sprach 
zuo  Rengnold  als  einer,  dem  es  glich  gylL  umm  sin  lübea: 
»Gedenck  dich  zeweren!  Wann  ich  vryll  mich  rächen  iiram 
den  übermuot,  so  du  die  vergangen  zit  an  uuserem  gJouben 
begangen  hast.«     Damit  rytteud  sy  hiudersich  und  käuimeiid 

20  gegen  ein  andren,  aber  der  keyser  fiel  des  ersten  stichs  tod 
zuo  erden.  Des  die  heyden  ser  erachrackend ;  wann  etlich 
machtend  sich  inn  die  flucht ,  etlich  staltend  sich  zuo  wer, 
Alexander  kam  mit  sinem  volck  inn  stryt.  Da  ertzeigt  er  sin 
könheit;    ein  yetlicher   möcht  erkennen,    von    waz    statamens 

ji6  er  was.  Do  die  heren  sin  grosse  manheyt  ersachend,  do  ryt- 
tend  sy  inn  sfcryt.  RuolJand  macht,  das  im  die  heyden  weg 
geben  muoßtend,  als  die  schäf  den  wölffen  ;  deßglichen  thet' 
tend  5ch  Ollyfier  uud  Richart-  Es  beschach  des  tags  ein  grofi 
bluotvergiessen  iun  der  stat  Monassa   der   heyden.     Im   stryl 

80  was  ein  heyd ,  künig  zuo  Morucka ,  der  enthielt  die  heyden 
im  stryt.  Den  ertodt  Ruolland.  Do  wärend  die  heyden  od 
hopt,  darumm  sy  von  stund  an  die  flucht  nämmend.  Die,  so 
enttrünnen  mocbteud,  fluchend  inn  ire  schifl'  ufl"  das  mer,  uad 
die,  80  d«  beliben,    wurdend  all   ertüdt.     Inn   söllicher  gst>'i' 

35  wurden  die  Krysten  her  und  meyster  der  stat.  Nach  detn 
stryt  giengend  sy   inu  pallast.     Reiignoid  beruotft  etlich  naid- 

29  vergl,-  anm. 


225 

brüeder  iim  den  wilestfnnen,  die  toufftend  Alexander  und  ein 
jungen  schiitner  inn  sin  er  gselsclmft,  der  hies  Rengnkr,  Ouch 
ward  getouft  Zipion ,  der  fromm  wyrt ,  sampt  ajner  frowen 
und  tochter,  die  hies  Florenttina.  AUexander  ward  mit  ver- 
wilgung  aller  heren  zuo  keyser  erweit,  wie  wol  erß  nüfc  an-  & 
nemmen  wot.  Reugnold  lioü  des  Alfceu  vom  berg  h'ehnam  gen 
Babillouia  füeren,  das  er  nebend  Morgant  vergraben  wurd. 
Do  der  fromm  pattron  Jason  vernanij  das  unser  volck  der 
stat  her  wäreud,  do  ward  er  vaat  fro  und  kam  zuo  innen  sy 
züchtigklichen  grüetzen.  Sy  wärend  siner  zuokunfft  vast  fro,  lo 
Rengnold  macht  ein  ee  zwüschend  im  und  Florentina ,  des 
wirtz  tocbter.  Der  patron  was  willig  und  ward  getouft.  Reng- 
nold gab  innen  mit  verwilgung  siner  gsellen  sovil  stett  und 
schlössfer,  das  sy  ir  läbtag  rieh  wärend.  Die  heren  ruowiend 
etlich  tag  zuo  Monassa  und  satztend  Ordnung  inn  allem  1& 
land  und  niachtend  iren  wirt  Tzipion  gupernator  über  alles 
land.  Darnach  nammend  sy  urlob,  wann  ay  wotteud  Gau- 
nellon  erlössen  in  Creontta  schloß. 

Wie  Gaunellon    voa  Rengnold   und  sinen  gsellen  er- 
lößt  ward,  und  wie  sy  inn  Creontta  schloß  gfangen  20 

wurdend  all. 

Nach  dem  und  unser  volck  Ordnung  im  land  gsetzt  hat- 
tend,  do  schiedend  sy  hinweg  und  ryttend  sovast,  das  sy  zuo 
dem  schloü  kämmend,  inn  dem  Gannellou  gfaugen  was.     Da 
fundend  sy  zwen  hirtten ;  der  ein  was  der,  so  sy  gereyebt  hat,  25 
zuo  BabiUonnia.     Der   fuort   sy   inn  des  huß,    [bl,    112]    den 
Gannellon  erhiinckt  hat,   der    Rengnolden    sin   pfert   gstollen 
hat.     Der  hyrt  sprach  zuo  Rengnold:  »Dys  hua  ist  des  gaia, 
der  ilch  Uwer  pfert  gestollen  hat,  den  der  gräf  Gannellon  ge- 
hiinckt  hat  an  dyssen  boum,  als  ir  nach  sächend.     Ich  haltfen  30 
im  häncken.t     »Ich  sag  dir  und  Gannellon  danck,«  sagt  Reng- 
nold, »wann  der  dieb  macht,  daa  ich  mengen  tag  aefuoß  gän 
muoßt.«    Sy  ruowtend  etlich  tag  inn  dem  selbigen  huß.    Reng- 
nold fragt  die  hirtten,   wie   sy    inn   Creontta  schloß  kommen 
möchtend.     Der  ein  hyrt  sprach :   »Es  wyrt  kum  besehechen,  S6 
wanu  das  schloß  ist  wol  verhöet.    Wann  die  rysaen  sind  darinn, 

Morgant  dec  rl«>e  >^^ 


ft 


und  by  yetlichem  thär  ist  ein  grussammer  low,  und  die  ryssin 
und  vyl  bösser  geysten  ;  wann  sy  ist  die  gröst  zoubreriE  inn 
aller  weit.  Und  ist  so  grussaium  und  ungeschatfeu  ,  das  sj 
Sathan  und  Astaroth  erschrecken  wnrd;  nach  istsy  vil  veUscher 

6  und  botäbafftiger.«  Do  Rengtiold  den  hirtten  verstuond ,  do 
sagt  er:  >Het  sy  all  tüfl'el  by  iren  ,  so  wend  wir  GaHnellon 
hau.«  Damit  sassend  sy  uff  ire  pfert  und  machtend  sich  ufi 
die  sLrälJ.  Do  sy  by  dem  schloß  wärend,  fassend  sy  ab  ireti 
plerden  und  gäbeud  die  Rengnier  zewartten.     Rengnold  gieng 

10  vor  bin  und  wott  zuo  dem  thär  inn  ;  aber  er  fand  am  ingang 
ein  grosser  low,  der  fraß  ein  scheffly.  Do  der  low  in  ersach, 
do  stalt  er  sich  uffrccht  und  kam  gegen  im  und  stieß  iin  die 
zwen  kläwen  inn  schilt  und  erwuscht  inn  mit  den  zennen  by 
dem  heim.     Und  Rengnold,  der  hat  sin  schwerb  inn  der  band, 

16  hüw  im  ein  schlinckel  ab,  also  das  iun  der  low  wider  muofit 
lassen  gan  und  fiel  zuo  erdeu.  Rengnold  nam  sin  streich 
wyder  und  zerspielt  im  sin  köpf.  Alexander  sprach  :  »Du  hast 
dyssen  lowen  tödt,  ich  wyll  den  andren  töden.«  Damit  griet 
er  an  den  löwen,  der  kam  un  iun  mit  uf  gefcbäuem  mal.     Und 

20  Alexander  stieß  im  sin  schwert  inn  sin  mul  untz  zum  hertzen. 
Also  wärend  zwen  löwen  tod.  Ruolland  kam  an  den  tryttei:; 
aber  do  inn  der  iöw  gsacb  kommen ,  leyfc  er  sich  nyder  itin 
zeichen  der  demHetfcigkeyt.  Do  ertzuekt  Ruolland  sin  sehwert 
wyder  und  wott  inn  nüt  tödea,    simdera    sprach:   »Ich  gloub, 

s5  das  es  durch  deu  wyllen  gotz  beschech ,  das  der  low  so  de- 
müettig  ist.  Ich  hoff,  got  werd  uns  bälffeii.«  Do  die  zwen 
löwen  tod  wärend ,  do  gieng  der  dryt  mit  den  heren ,  und 
gieugend  im  nach.  Und  do  sy  inn  den  ersten  sal  kämmend, 
da  was  der  rysseu  einer.     Do  er  die  heren  gsacb,  so  der  low 

30  faort,  do  sprach  er:  »Waz  tüffela  ist  das?  ich  gloub,  Macb- 
met  sig  unsinnig  worden  und  Imb  kein  macht  raer,  das  ich 
dyß  lurren  hierinn  gsich,  das  die  löwen  sy  nüt  zerryssen  band.« 
Es  ist  hie  zeniereken,  das  die  lÖwen  vertzouberet  wärend  ine 
söUicher  gstalt  von  Creontta,  das  sy  alle  die  erkantteud,  die 

3^  hin  inn  kämmend  Übels  zebegän ;  darumm  man  sy  nufc  ge- 
scbedigen  möcht.     Aber  got  der  allraechtsg,   der   da  mag  all 

♦ 
25  es]  er  hs. 


227 


erryen  hin  thnon,  uani  den  löwen  die  krafft'.,  das  sy  sinni 
guotten  fründen    und    dienern    uüt    tliuon    mochtend ,    die    da 
wäreud  des  kry.st(*nliclien    fjloubeiis    stützen.     Der    ryß  gien<j 
gegeu  Ruollünd,  der  gieng  zefordurst.     Und  ala  er  Ruolkinden 
schlachea  wott,  stieß  im   liuoUand   J^urandel  in  die  brüst  und   s 
zerstach  im  sin  hertz ,    das  er  starb.     Das  ersach  sirier  brüe- 
dern  einer,  der  ward  ser  ertzurnt  und  sagt,  er  wett  sins  bruo- 
ders  tod  rächen.     Er  kam  an  Alexander  und  kuob  ein  grosse 
stang  uf  inn    damit  zerkiiitsehen.     Aber   der  edel   Alexander 
tiaet  ein  aprung,  darumm  inn  der  ryß  nttt  traff ;  dann  het  er  lo 
inn  troffen,  so  het  er  iun  ertödt.     Und  ala  der  streicb  an  herd 
gieng,  huw  im  Alexander  den  arm  vom  üb  mit  dem  scUvvert; 
er  nam  nach  ein   streich    und   hüw  im    den    kopff  ab.     Also 
wärend  zwen  ryssen  tod.     Die  natnr  lag  dem  drytten  ryssen 
im    geblüet ,   das    er   siner   brüedern   tod    rächen   wott.      Der  la 
nmrafieng  Richarden  und  luod  in  uff  sin  rnggen.     Aber  Reng- 
nold  gieng  im  engegen   und  sagt  zuo  im:    »Laß   den    rytter 
gän!«    Der  rilä  sagt,    er    wett   sin    bluot   trincken.      Richart 
schwang  sich  von  im ,  Rengnold  schluog  den  rysen  uffs  höpt 
und  zerspielt  inn  untz  uff  die  zen.     Nach  was  der  ryssen  einer,  20 
der  was   der   aller    sterckest   und    böat.     Do    inn  OUyfier  er- 
sach, sagt  er  zuo  sinen  gsellen:   »Dysser  stryt  wyrt  raiii  sin; 
ich  bit  üch,  das  inn  keiner   anrüere.«     Der  ryß  kam  an  inn 
uitd  schluog  inn  uff  sin  hälm  mit  einem  mortpiell  so  ein  un- 
geraesaen  streich,  das,  wenn  der  hälm  nüt  gnofc  gsin  were,  so  *> 
Wer  er  inn  todes  sorgen  gsin.     Doch  ward  er  ab  dem  streich 
80  schellig,  das  er  vermeint  an  herd  gefallen.     RaoUand  schrey 
Jii  zuo:    »Vetter,   wie  tnckstu   dich    ab    des   ryssen   streich? 
"astu  uüt  din  guot   schwert  Hochenklera ,    duz    sovil  heyden 
ertödt  hat?  Schnit  es  nüt  ah  wol  ala  ye?«  Do  OUyffier  Ruol-  3o 
'Süden  versfcuond,  do  ward  er  gantz  schamrotfc  und  gwann  so- 
^yl    hertz,  das  er  dem  ryssen  das  schwert  durch  den  lib  stach, 
^^^    er  tod  uff  den  esterrich  nider  fiel.     Do  Creonta  wiiat,  das 
ire  sün  tod  wärend,  do  ward  sy  gar  unsinig  und  lüeget  wie 
touber  stier  und  kara  gegen  den  heren  mit  offnem  mund,  ss 


all 
ein 
als 


ein  unsiniga  thier;  sy  was 


wie  em 


S6  an  stelle  der  sternclien  in  der  Iib.  leerer  räum;   vergl. 


Sy  erwuscbfc  Alexander  und  luoil  inn  uff  ir  achsleu  und  wott 
inu  hinweg  tragen.  Aber  Rengnold  kam  an  ay  and  gab  ir 
ein  streich  mit  sinem  schwert  uff  iren  kopfF;  aber  ea  wyder- 
schnalt,  als  ob  er  uff  ein  araboJj  geschlagen  het.     Die  ryssin 

B  lies  nüt  votu  gän  mit  dt^in  jungling,  der  mocht  im  aelbs  iiüt 
gebälffen,  so  starck  bat  sy  inn.  Ruolland  [bl.  113]  kam  öcb 
und  schluog  uff  sy  mit  aller  stercky  mit  sinem  schwert,  aber 
es  was  glycb,  als  ob  er  uff  mariuelJ.'^tein  schlüeg ;  des  sy  all 
ser  ersehräckeiid.     Sy  sagt  zuo   iouea  :    »Ir   scblachend   umiii 

10  suafc  uff  mich;  wann  es  ist  nüt  möglich,  das  mich  yssen  nach 
Stachel  schnideu  raög,  so  wol  schnidet  ist  es  nüt.  Es  ist  üch 
nach  bössers  verbanden;  wann  ir  mögend  nüt  uß  dyssem 
schloß  kommen,  sunders  mnessend  darinn  beliben ,  solang 
mir  liept.     Ich  beger  keiner  andren  räch  umm  miner  süntien 

iB  tod :  ich  bin  willig  Gannellon  zeerlöasen,  aber  ir  werdend  mir 
gselachafft  halten  an  rainer  sünnen  stat.«  Mit  dyssen  wortten 
ließ  sy  Alexander  wyder  gän.  Do  die  heren  die  ryssin  ver- 
stuondend,  erschräckend  sy  all.  Nüt  desterminder  erloßtend 
sy  Gannellon.     Der   zuckt    sin   schwert    uß    und    schluog  uff 

20  Creontta  hert  streich ,  aber  die  keybin  lachet  nun  darab, 
Ruolland,  Ollyfier  und  Alexander  gäbend  ir  hert  streich,  aber 
es  gab  ireu  minder  zeschaffeii ,  dann  bettend  sy  ufi'  eiu  am- 
boß  geschlagen.  Do  sy  gsächend,  das  sy  ir  zyt  verlürend, 
horttend  sy   uf  schlacfaen  und    giengend  an  des   schloß  thir, 

26  Das  was  nüt  verhüet ,  aber  so  bald  sy  hin  uß  wottend ,  thtit 
es  sich  von  im  selbs  zuo.  Und  so  bald  sy  wyder  darvon 
kämmead^  so  thet  ea  sich  wyder  uf  von  im  selbs.  Sy  be- 
libend  vast  lang  inn  Creontta  schloß  inn  grossem  loyd  uno 
schmertzen;    wann    ir    grosse   nianheyt  diendend    innen   BÖt; 

aa  wann  es  gieng  als  durch  die  lüffelsch  artt  zuo.  Sy  hetbeod 
all  ir  laben  laug  darinn  raüessen  beliben,  wenn  sy  der  fronin' 
rytter  Magis  nüt  erlößt  hett. 


Wie  Magis  inn  sin  er  kiinst  erkant,  wie  die  heren  iin^ 
Creontta  schloß  beschlossen  waren ,    darunim  er  uß 
reyt  von  Muutabaut  und  erlößt  .sy. 
Magis,  Rengnolden  vetter,  was  zuo  Muntabant,  der  hesad> 


sine  büeclier  zum  dickern  mal ,  inn  welliclieni  wesseu  sine 
vettern  werind.  Und  laogt  sovyl,  das  er  erkant  inn  siner 
kunst,  wie  sy  inn  Creontta ,  der  ryssinnen,  schloß  gfangen 
wärend,  ufä  dem  innen  nnraüglich  was  zekomen  od  hilf.  Daa 
ertzftlt  er  Allard  und  Gucharten,  Rengnolden  bruodern,  die  a 
wurdend  der  mere  ser  betrüept.  Sy  enhuttend  es  yllentz  ireni 
Vetter  Astolf,  der  was  zuo  Paris.  Und  so  bald  er  die  mere 
yernam ,  schied  er  von  Paris  und  reyt  gen  Muntabant.  Da 
ertzalt  im  Magis,  wie  Renguold  und  sine  gaellen  inn  Creontta,  der 
ryssinneu,  schloß  beschlossen  wärend,  ula  dem  sy  niemraer  mer  lo 
kommen  möchtend,  wenn  innen  nüt  geholfifen  wurd.  Also 
wiirdend  sy  eynhellig  sy  zeentschätten,  nämlich  Magia,  Astolffo, 
AUard  und  Guchart.  Frow  Anthea  sagt,  sy  wett  mit  innen, 
wann  sy  het  groß  begird  Rengnolden  zesächen.  Sy  maclitend 
sich  yllentz  uff  die  sträß  und  ryttend  so  vast,  das  sy  inn  is 
Hyspannia  kämend»  Und  es  begab  sich  eines  tags,  das  vast 
heyß  was,  das  Anthea  inn  blossem  höpt  reyt.  Do  begegnet- 
tend  innen  dry  heydisch  rytter  gewapnet ;  der  ein  was  des 
künig  Marssillia  vetter  (von  dem  wir  hievor  gsagt  haud),  der 
hieß  Lyonbrnn  und  was  vast  stoltz.  Und  do  er  Anthea  gsach,  20 
do  duocht  ay  inn  vast  schön,  und  sagt,  ay  mtteßt  im  werden. 
Und  reyt  zuo  den  hereu  und  sprach  zuo  innen  :  »Ich  weyß 
nüt,  wer  ir  sind;  aber  dyß  ist  niit  ein  rytter,  sundera  ein 
junckfrow.  Die  muoß  mit  mir  kommen ,  wann  ir  haud  sy 
gnuog  ghan.  Und  wenn  ich  sy  als  lang  gban  [han]  als  ir,  as 
iiept  es  mir  dann,  so  wyll  ich  sy  üch  wyder  geben.«  Astolffo 
sagt  zuo  im:  »Du  bist  nüt  wyrdig  ein  semlichs  menfcach  ze- 
haben,  wann  sy  ist  zekostltch.«  »Dennecht  wyll  ich  sy  haben,« 
sagt  der  heyd,  »oder  du  muost  sy  erretten  mit  der  sper.« 
»Es  gfalt  mir  wol,c  sagt  Astolf.  Also  kämmend  ay  gegen  so 
ein  andren ,  also  daz  Astolfo  abfiel ;  darumm  der  heyd  band 
an  die  junckfrow  legen  wott.  Aber  AUard  verseyt  sy  im  und 
sagt,  sy  müeßte  im  nüt  also  vrerden.  Der  heyd  reyt  gegen 
Atlard  und  AUard  gegen  im.  Aber  der  heyd  fand  nüt  Astolfo; 
wann  er  stach  im  das  sper  durch  den  Hb,  also  das  er  tod  zuo  as 
erden  fiel.  »0,«  sprach  Anthea,  »Allard,  du  hast  wol  ertzeigt, 
das  du  von  Rengnolden  gschlächt  bist«  Do  die  zwen  ander 
heyden  iren  gsellen   tod    gsächend,    do  nämmend  sy  inn  und 


leyttend  inn  uff  ein  pfert  und  fuorlend  inn  inn  die  »tat, 
Astolf  schampt  sich  übol ,  darumiu  das  er  gfallen  was ;  er 
entschuldiget  sich  mit  ainem  pfert,  das  het  im  gfelt.  »Es 
durf  keiner   entscbuldigung  ,c    sagt  Änthea,    9wann  man  bat 

&  wol  gsäclient  an  wemnj  es  gelegen  geweßt  ist.«  Sy  ritteail 
sovast,  das  sy  für  Creontta  schloiä  kämmen,  Do  niacbt  Magis 
sin  zouberyen  inn  söllicber  gstalt,  das  innen  Creontta  zonber- 
ryen  uüt  verbiietteu  [bL  114]  niocbt,  das  sy  nüt  hin  inn 
kemniiud.     Do  sy  hin    inn  wärend ,  das  die  einen  die  andreD 

10  ersacben ,  es  ist  gnuog  zeverstän ,  waz  fröudeu  sy  hatteiid, 
Reugnold  fragt  Magis,  war  sy  wettend,  iTnd  wie  er  sy  het 
gwüf^t  befinden.  Magia  ertzalt  im,  wie  er  inn  siner  ktinst 
erkeut  bet,  dsus  sy  inn  dysseui  scbloJä  gfan<j;en  wärend  durch 
die  schwarfcz  kunst,  und  daa  es  innen  unmöglich  were  htnufi 

16  zekoraraen  an  sin  hilf;  darumm  were  er  kommen  sy  erlöss«ü. 
Do  Reugnold  Magis  verstuond,  do  ummfieng  er  inn  uud  sprach 
zuo  im:  »Min  vetter,  daa  ist  nüt  die  erat  gnothet,  so  du  mir 
uud  minen  brüedern  getbän  bast.  Ich  byt  unseru  heren,  das 
er  mir  die  gnad  thüeg,  das  ichs  umm  dich  verdiennen  m5g.< 

20  Magis  fragt,  wer  der  jängliiig  were  (das  was  Alexander), 
Rengnold  ertzalt  im,  wie  sy  inn  funden  hettend,  und  die  rasui- 
heyt,  so  er  begangen  het,  und  wie  er  ir  vetter  were,  Geroldt» 
von  ßuasellons  aun.  Do  Magis  verstuoud,  daa  Alexander  sin 
fr  und  was,  do  ummfieng  er  inn  mit  grossen  fröudeu,     Reug- 

23  nold  hat  Authea  by  der  band,  der  was  so  frolich,  das  er  nüt 
zucht  halten  koud.  Do  die  ryssin  gsacb,  das  ir  kunst  den 
ryttern  nüt  hat  mögen  vor  sin  iun  ir  schioli  zekommen,  Jo 
wott  sy  toub  werden.  Und  wott  nach  grosser  zoub^rj'ei) 
macbeu ,    aber   sy  mocht  nüt,    wann  Magissen    tüttel    vväreiiil 

ao  als  ötarck  als  ire  ;  darzuo  sind  sy  der  natur,  daa  keiner  dem 
andren  schaden  tbuüt.  Des  die  alt  ser  erschrack.  Ruollaad 
sprach  zuo  Magis:  »Wie  mag  es  müglich  sin,  das  man  die 
ryssin  töd,  die  da  weder  schwort  nach  gschütz  furcht?«  »leb 
weyß  die  gstalt,«    sagt  Magis,     »Sy    hat  ein    bild  uJJ  waclt 

Sägemacht  iren  glich,  daz  ist  also  vertzouberet:  so  lang  das 
unverruäsget  blipt,  wirt  die  alt  Geh  bliben.  Das  bild  ist  an 
einem  heimlichen  end  verhüet  durch  ein  grussanimen  tracktu. 
Wenn  wir  die  ryasin  tÖden  wend,  so  müessend  ir  sy  fachen. 


hüetteiid    ob   allen  dingen ,   daz   sy'"(!cTi " SP^enltFuriT 

Wann  aa  were  als  wjder  am  aufang.     Und  geb  wax  zouberryen 

sj  mache,  so  förclitend  üch  nüt !  Aber  ir,  Kuollaud,  Ollyfier, 

Alexander  und  AstolflFo  werdend  sj  haben,  und  Reiignold  rauofi 

rait  mir  gän  den  trackeu  töden.     Ich  will  das  bild  all  gruacheat  5 

vertilgen,  und  so  es  zergän  vvyrt,  werdend  ir  die  ryssin  grua- 

sam  gstalten  gsücheu  füereu.«     Euolland  und  die  andren  gieag- 

end  und  ficngend  die  ryasin,  die  fundend  sy,  das  sy  neyswaa 

caracteren  inn  herd  macht,     Sy  erwaschteud  sy,  aber  sy  hat- 

tend    gnuog    zeschatfen   sy    Kehebeu ;    wann   ay   fleyß   sich  all  lo 

zouberryen  zebruchcn,    die   sy    erdencken    kotid.     Magis   und 

lieiignold  gieugend  iun  ein  kleius  käiiuuerly,  in  dem  das  bild 

was,  und  dar  nebend  was  ein  grosser  track,  der  warf  für  uü 

dem  mul.  Jlagis  sagt  zuo  Rengnold:  »Du  muost  dysseu  tracken 

töden,«      Damit  zog  Rengnold  sin  sehwert    ufi   und   gab  dem  15 

trackeu    so   ein    hertten   streich,    das   er   ina   ein   stuck    vom 

schwantz  hüw.     Do  sich  der  track  wund  empfand,  do  lieB  er 

ein  grossen    fiirflammen   nß   dem    mul,   der    thet  Reuguolden 

vast  wee.     Und  als  der  track  au  iun  springen  wott,  do  stieß 

im  Rengnold  sin  schwert    inu    puttnch  nutz  zum  krüfcz ,   das  ao 

er  starb.     Do  der  track  tod  was ,    do    uam  Magis  das  wüchse 

bild,  das  was  mit  reinem  wachs  gemacht  uuder  etlichen  dingen 

des  himels  mid  hat  das  ei»  bein  uff  dem  andren.     So  bald  es 

Magia  hat,    do   macht    er  durch  sin  kunst,    das   ein  groß  für 

für  iun  kam.     Und  so  bald  daz  wachs  der  hitz  empfand  und  as 

anfieng  zergän,  do  fieng  daz  gautz  schloß  an  zyttren,  sovast, 

daz  sich  Rengnold  nüt  ufrecht  beheben  mocht,  suoders  weych 

DJer  daim  sechs  schryt  hinder  sieh.  Magis  sagt  zuo  im :  »Vetter, 

Furcht  dir  nüt  ab  keinen  dingen,  geb  was  du  sächest !  Wann 

äJso    wie   das   wachse  bild  zergän  wirt,    also  wirfc  die  ryssin  30 

"cb   enden.«     Am  andren  ort    was  Ruollaiid  und  sine  gselleu, 

'"®    haltend  die  alt ;  die  zerwaud  sich,  sy  leyt  sich  allerdingeu 

^^   ein  huJBFeu ,  darnach  strackt  sy  sich  wyder ,  sy  klapfft  ire 

^etin  wyder  ein  andren ,    sy   zerwaud    ire   arm  und  schänckel 

•^itl   verkart  ire  ougeu  im  hupt  als  die,  die  da  empfand,  das  se 

ireti  der  tod  nach  was.     Die   selbig   zyt    tonnert    und   haglet 

^   sovast,  das  alles  schloß  darab  zyfctret,    und  was  glich,   als 

0»     die   gantz    wält    under   gän  wett.     Der   wind    und    hagel 


232 

wärend  so  migestüiimi,  das  die  ziegel  ab  dem  schloß  fiellend, 
und  scliluog  die  thiireii  imd  venafcer  uf  und  zuo.  Das  macht 
so  lott  und  ein  so  gros  gebrächt  sampt  dem  thonner,  das  ny 
meiutteod,  sy  werind  ian  der  hell.     Das  wärend  ay  och,  wann 

»es  wärend  vyl  tüffel  im  schloß,  so  die  ryssiti  durch  ir  kunät 
hat  heyssen  koninieQ;  die  tribend  ein  semlichs  wesseo,  daruinni 
das  sy  uü  dem  schloß  rauoßtend.  Es  wäreud  fier  rylter,  die 
hattend  grosse  arbeyt  die  rysein  zehabeu,  also  zerthet  sy  sich. 
Do    das   wächay   bild   zerschmultzen    was    und   gäntzlich  zer- 

10  gangen,  do  gab  die  alt  Iren  geyst  uf  allen  täfTlen.  Und  ala 
iren  der  geyst  hinschied,  do  kam  ein  semlicher  erachrockea- 
licher  thonnerklapfif,  das  die  heren  vermeinttend,  sy  müeßteiid 
undergän;  wann  sy  fiellend  der  mererteyl  nider.  Nach  dyssenj 
grussammen  thonnern  horfctend    alle    migewytter  uf,  und  da-s 

15  wätter  ward  wyder  schön  und  lutter,  des  die  heren  vast  fro 
wurdend.  Do  die  ryssin  tod  was,  do  gieng  Magis  und  Reng- 
nold  uß  der  kanimer  zuo  den  andren  heren.  Da  danctettend 
sy  all  Magia  siner  hilf,  das  er  sy  so  ufi  grosser  nott  erlößt 
hat.     Sy  verbranttend  die  ryssin    und   ire   sün  und  ruowfcend 

2a  etlich  tag  im  schloß  in  fröuden.  Die  werefc  innen  nüt  lang, 
als  ir  hören  werdend. 

Wie  Astolffo   von   sinen  vettern    schied   zornig  und 

wie  er  dry   briiedera    fand,   die    miioßteu    [bl.  115] 

dry   dieben    hänckea ,    und    wie    Ruolland    och  von 
?6            inueu  schied  und  wott  Aatolilb  suocheii. 

Eines  tags,  ala  die  heren  inn  Creoutta  schloß  wärend 
und  von  iren  händlen  seyttend,  do  moeht  aich  Allard,  Reng- 
nolden  bruoder,  nüt  enthan  zesagen,  wie  Asfcolffo  durch  eiaes 
heydea   stieb    gfallen  were,    und    wie   er  selbs   den    selbigen 

30  heyden  ertödt  hett.  Es  were  Allardon  weger  gsin,  er  hette 
geschwigen ;  wann  sy  lyttend  dfirdurch  vyl  jämers,  als  ir  ver- 
stau werden.  Dann  do  Rengnold  die  sach  verstuond,  sagt  er 
inn  sjiotz  wyfi:  »Min  vetter,  wie  biatu  ao  uütsöUend,  das  du 
umm  eins  heyden  stich   ab  dinem   pfert   fälscht?   Ich   meint, 

8s  es  were  mer  manheyi  inn  dir.«  Do  sich  Asfcolffo  bort  also 
schalten  und  vernütten  ,   do  ward  er  vaet  zornig  und  zog  sin 


scbwert  uß  über  Rengnolden.     Do  das  Kengnold  ersach,  sagt 
er  zuo  im:    »Ich   gloub,    du   habest   die  sinn  verloren.     Was 
gedenckstu  wjder  mich  zethuon?  Gast  nut  dannen,  so  muost 
diu  Schwert  frässen.«     Ruolland  statt    sich  zwGschend  sj  ted 
iiüd  sagt  zuo  Rengnolden  :  jDu  hast  imDrecbt,  das  du  onaern  5 
Vetter  also  schiltst,   der    alwegen  berejt  geweßt   gsin   ist  dir 
und  den  dinen  zedieiiuen   inn    allen    nötten.     Er   ist   Öch  inu 
dyß  land  kommen  uß  der  selbigen  ivrsach,  als  dann  wol  weyst. 
Darumm  rätt    ich    dir,    du    haltest    inu    wie    din    fnlnd    und 
Vetter.«     Olljffier  und  Alexander  näuiuiend  Astolffo  und  fuort-  m 
tend  inn  inn  ein  andre  kainmer,   dardurch    sy    gestillet  wur- 
dend.     Aber  der  selbigen  uacht,  do  sy  all  ujder  wäreud,  uam 
Astolffo  sin  hämisch  und  saß  uff  sin  pfcrt  und  schied  iiß  deui 
schloß  heimlich  on  gnaden;  dardurch  ir  fürnemmen  zerschla- 
gen ward.     Also  thuot  das  ungluck,  das  da  der  wält  geschafft  le 
verkert,  wie  es  wyll.     Wann  durch  Astolffo  hinscheyrlen  hat- 
tend  sj  grosse  müe,  ee  das  sy  wyder  xammen  kämmend,    als 
ii  höreu  werdend.     Do  Astolffo  von  sinen  gsellen  gescheyden 
was,    do  reitt  er,   das   er  nüt  wüßt  wohiu.     Und  reyt  durch 
ein  wtiesty  so  lang,  das  iun  die  nacht  begreyf ;    wann  er  hat  20 
den  gantzen    tag  kein   end  fanden,    da    er    herbergeii   könde. 
Do  er  lang  gereytt,  do  ersach  er  ein  für ;  er  reyt  dahin ,  do 
fand  er,    das  ein  bruoderhiisly  was,    inn   dem  wänettend  dry 
braodern.     Er  klopffet  an  der  thür  der  brüedern ;   einer  thet 
iif  und  fragt,  wer  er  were,     Astolf  sagt  kuo  im,    er  wer  ein  25 
fareuder  rytter,   und  bat  inn,    das   er    inn   die   nacht   beher- 
"^rgette.     Der  bruoder  sagt  ja.     Astolf  saß  ab,  und  die  brüe- 
'lern  gäbend  sinem  pfert  gras  ziissen.     Er  entwapnet  sich  und 
^  der  spis,  so  die  brüedern    hattend.     Er  aß  vast,   wann  er 
"äfc   inn  zwey  tagen  nüt  gessen.     Do  er  gessen  hat,  do  gieng  ao 
^•"  gen  ruowen.     So  bald  er  nyder  was,  kämmend  sechs  mör- 
^^^  1    die   brachen   die  thür  am  bruoderhüsly  uf  und  nämend 
^'*ö   die  spis,   so  ay   fimdend,    desglichen  Öch  Astolffo  pfert; 
^^  er  ser  bekümert  ward.     Und  so  bald  es  tag  was,  wapnet 
^^  sich   und    fragt   die  brüeder,   welchen    die   diehen  werind.  35 
"^i'  brüedern    einer   sagt  zuo  im:    »Land    sy   gäu!    Wann  ir 
''ounend  nüt  an  innen  gewinnen ;  wann  iren  sind  sechs  buoben, 
K^oa  und  starck ,   die  labend   keins  andern  dann  ställens  und 


234 


I 


roubens.  Sy  band  uns  vyl  mal  beroupt,  aber  uuser  got  öa' 
uns  alwegen  wyder  versuchen.  Sind  sin  sicher ,  inneu  wyrt 
umm  ir  sünd  gelonnet ;  wann  got  läßt  nüt  ungestraft.  Ir 
überkommend  mit  der  hilf  gotz  wol  ein  ander  pfert.«  Astolf 
6  sprach  zuo  dem  bruoder:  »Du  sagst  wunder.  Ich  mein,  wenn 
ich  inn  got  vertrüwtte  und  nüt  darzuo  thette,  ich  wurd  lang 
on  rolä  sin.  Darumm  will  ich  luogen,  ob  ich  sy  finden  mög. 
Und  find  ichs,  so  verheyasen  ich  got,  das  sy  nie  kein  diebstal 
verbrächtend,  der  innen  so  thür  vergalten  wurd  als    dysser.« 

10  Damit  macht  sich  Astolffo  uff  die  sträa  den  dieben  nach, 
und  gieng  po  lang,  untz  das  er  sy  inn  einer  matten  fand;  da 
assend  sy  das,  so  sy  im  bruoderhus  gestollen  hattend,  und  sin 
pfert  gieng  im  graß.  Er  schrey  sy  an.  »Ir  mii essend  ge- 
straft werden,«  sagt  er,  »umm  die  übel,  bo  ir  begangen  httnd 

ii  üwer  tag.«  Und  zog  damit  sin  seh  wert  uß  und  hüw  einen 
zetod.  Einer  stach  ein  schäffellin  gegen  im,  aber  do  er  den 
stich  gsach  kommen,  do  weich  er  und  zerhüwä  inn  zwey  stuck; 
darnach  gab  er  dem  dieben  ein  streich,  das  er  tod  nider  fiel. 
Die  andren  fier  kämmend  an  inn,  aber  er  ertod  glich  nach  einen; 

20  die  andren  dry  rust  er  also  zuo ,  das  sy  kein  macht  m 
hattend  sich  zeweren,  und  muoßtend  mit  im  inn  das  bnioder- 
hu£.  Er  sprach  zuo  den  bruodern:  »Lieben  vättern,  gsächeu 
hie  die  dieben ,  die  Uch  sovil  zeleyd  thän  hand  !  Ich  hab  die 
dry  ti3dt  und  dyß   dry    bring    ich  üch ,   damit   und   ir  sy  e^ 

in  bänckend.«  »Ach  her,«  sprach  der  brüedern  einer,  »wir  wend 
sy  nut  erbäncken  ,  wann  ir  wüssend ,  das  ea  nüt  imser  bruch 
ist  die  lüt  ssetöden,  sunders  länd  sy  gän  und  lassen  [bl.  116] 
gott  machen!  Der  wyrt  sy  nüt  ungestraft  lassen.«  >By  mi- 
uem  got,«  sagt  Astolffo,  »ir  müessend  sy  erhäncken ,  oder  ich 

gg  wyll  üch  häncken.  Mich  dunckt,  ir  sigend  teylhafftig  aa  iren 
diebstallen  ,  das  ir  weud ,  das  ich  sy  gän  lau.«  Astolf  nai» 
ein  stücken  und  sprach  zuo  den  brüedern,  er  wett  sy  schlachea, 
wenn  ay  die  mörder  nüt  häncken  wettend.  Kurtzumm,  sj 
wottentz  nut    thuon,    darum    er    anfieng  inn  sy  zescblachen, 

85  also  das  sy  ir  kutten  ab  thuon  muoßteiid  und  die  dieben 
häncken.  Do  sy  erhänckt  wärend,  saß  Astolffo  uff  sin  pfe'^ 
und  schied  von.  den  brüedern  und  reyt,  das  er  nüt  wuüt  *" 
hin-     Nun  wend  wir  von  den  andren  heren  sagen.     Do  Ruol- 


land  gsach,  das  Astolf  hinweg  was,  do  dächt  er,  er  wett  iiin 
suochen  so  lang,  bylä  das  er  inn  fuiidü ;  darumtu  er  einer 
nacbt  ou  urlob  von  siiitn  gsellen  [schied],  Do  da?.  Rengnold 
und  die  andren  vernanimend  ,  niemmand  konde  das  gros  leyd 
ertzellen  ,  so  ay  fuortend.  Gannellon  thet  öch  der  glicben,  t, 
iils  ob  er  leydig  were.  Reugnold  sprach  zuo  Anthea:  »Nun 
ist  unser  furneinmeu  und  gese]schafft  zerbrochen.  Wir  hat- 
tend  inn  wyllen  mit  ein  andren  gen  Paris  [zefarenj,  aber  ich 
merck  wol,  das  es  nüt  gescliächen  wyll.«  Anthea  sprach,  sy 
wett  wyder  gen  Babillonnia  keren.  ßengnold  sprach,  sy  wet-  la 
tend  iren  gselschaft  halten.  Das  gfiel  ireu  wol.  Sy  mach- 
tend  sich  uif  die  sträs  und  ryttend  sovast,  das  sy  gen  Babil- 
lonnia  kämmend,  Anthea  ward  ser  bekümert  umm  iren  vatter, 
den  soldan.  Sy  ward  mit  ?erwjlgung  der  hereu  zuo  küngin 
und  frow  gekrönt  uber  alle  land  und  herschafften,  die  irs  is 
vatters ,  des  soldana,  gsin  wärend.  Demnach  als  die  heren 
etlich  tag  zuo  Babillonnia  gsin  wärend,  närnend  sy  urlob  von 
Anthea;  die  lielä  gros  sünfftzen  ab  liengnoldeu  hinscheyden, 
aber  er  ließ  nach  vyl  grösser,  Sy  schiedeud  hinweg  und  rytten 
durch  nienigs  laud,  ob  sy  etwaz  von  RuoUauden  vernemuien  sj 
ruöchtend.  Und  ryttend  sovast,  das  sy  gen  Monassa  kämmend  ; 
da  fundeud  ay  den  IVoiumeu  patron  Jason  und  Tzypion ,  die 
wärend  irer  zuoknniFt  vast  fro.  ßengnold  schickt  inn  alle 
land  zevernemmen ,  wo  Ruolland  were ;  aber  sy  kündend  nät 
von  im  vernemmen ,  des  Reugnold  ser  bekümert  was.  Nun  m 
wend  wyder  von  Astolifo  aagea.  Der  reytt  sovast,  das  er  inn 
Barbaria  kam  zuo  einer  stat,  Cornnillia  genempt.  .Da  was 
künig  ein  heyd,  Dyomedes  geheysaen,  der  was  so  überniüettig, 
das  er  weder  an  Jhesus  nach  an  ander  götter  gloupt,  suudei's 
er  ließ  sich  anhätten  alü  ein  gott.  Und  hat  ein  bild  lassen  30 
machen  inn  siner  gatalt ;  er  tzwang  sine  underthanneu  das 
antzebätten.  Er  läpt  keiner  dingen  dann  der  thyraouy  und 
macht  vyl  uüwrung  under  sinem  volck.  Er  hat  ein  gniachel, 
die  biet  Fylbertta,  die  was  wenig  besser  dann  er.  Ire  under- 
thanneu hetteud  irer  beder  tod  wol  mögen  erlyden.  Sy  hat-  sa 
tend  dienner  innen  glich.  Der  kütiig  wott ,  das  all  frowen 
\md  junckfrowen,  sy  hetteud  mannen  oder  nüt,  allen  und  ye- 
dem    erlöpt    wurdend ;   dardurch    sine    dienner   vyl  übels   be- 


236 

giengend,  wann  sy  liessend  weder  frowen  nach  junckfrowen 
iingeschänt,  und  wenn  iunen  etwar  darinn  redt,  so  ward  er 
geschlagen  on  erberaid.  Astoltfo  herbergt  sich  inn  der  vor- 
stab  inn  eines  edeluians  huü ,  der  hielt  wjrtschßfft.     Der  bat 

6  ein  schönoe  frow.  Der  wyrt  etnpfieng  inn  zum  basten,  so  er 
raoeht.  Und  im  imchtessen  ertzalfc  im  der  wyrt  das  scbantliol 
laben  irs  künigs.  Aatolffo  gab  im  kein  antwurt  daruf,  ima 
das  er  sagt,  er  wett  etlicb  tag  da  ruowen  mit  sinem  pfert 
Nun  wyü  ich  wyder  von  Ruolland   iagen,     Der    reyt,   do  er 

10  uß  Creontta  schloß  gscheiden  was,  so  lang,  das  er  in  dass  bruo- 
derhua  kam,  da  AstolfFo  die  dieben  hat  lassen  hiincken.  Die 
brtledern  empfiengend  inn  zum  basten,  so  sy  mochtead,  und 
ert/.altend  im  im  naclitessen  von  den  dieben :  wie  ein  ryfctei 
by  innen  gsin  were,    der   liett   dry   dieben   ertödt,    und  dry 

15  bettend  sy  im  müesseu  häncken,  darumm  dag  sy  im  sin  pfert 
geetoUen  hattend;  ey  ghattend  sicli  nach  der  streichen,  so 
innen  der  rytter  gäben  hat,  darumm  das  sj  die  mörder  niit 
hattend  wellen  häncken.  Kuolland  nara  ein  wollust  ab  der 
brüedern  red  j    aber  er  dächt  nüt ,   das  es  Aatolffo  were  gsin. 

20  Do  sy  gnuog  geschwätzt  hatten,  do  giengend  sy  gen  ruotreD. 
Und  do  es  umm  raitnachfc  was,  do  erschein  den  brüedern  einem 
ein  engel,  der  sagt  zuo  im:  »Wüß,  das  ir  beherberget  band 
den  rytter  Ruollandea ,  der  atarck  kämpffer  des  gloubeus, 
Myllons   von    Angliers   sun,    des   keyser   Karlia   vetter!     Der 

2s  ander ,  der  üch  ließ  die  dieben  häncken ,  ist  sin  vetter ,  ein 
andern  beschirraer  des  kryatenlichen  gloubens.  Darum ra  thuoud 
im  eer  an!«  Der  engell  ersibein  ocli  Ruollanden  und  sagt 
zuo  im:  *  Ruolland,  wüß,  das  ich  ein  engel  gottes  bin!  Der 
enbüfc  dir  by  mir,    das   din    vetter  Astolff  inn   dysser  gegDj 

30  gsin  ist.  Und  byß  frölich !  Wann  vor  VII  tagen  wirstu  inu 
finden.  Und  biß  allwegen  gehertzt  den  kristenlichen  glou- 
ben  zemeren ,  so  muoß  dir  wol  gelounet  werden,«  Damit 
schied  der  engel  hinweg.  Ruolland  dancket  unserem  heren 
also:  »0  cAviger  gott,   der  da  gantz  güettig  und  barmhertzig 

35  ist,  und  die  niemmer  trurig  last,  die  dir  diennend  und  dir 
ufi  guottem  hertxen  vertrüwend  und  sich  dir  befälcheud,  wann 

* 
30  wann  du  wyrst  inn  vor  VII  t.  w.  du  inn  hs. 


du  bist  ein  zuoflucht  der  triirrigen  ,  ein  trost  der  fcrostlossen, 
ein  lejttcr  der  verläsnen,  ich  sag  dir  danck,  das  du  durch 
din  unnentliche  tugend  alwegen  min  gebetter  erfüit  hast  und 
mich  nie  on  hilf  und  trost  inn  rainen  nötteu  und  trüebsallen 
gelassen  hast.  Darumm  ich  dich  loben  und  ich  verheissen  b 
dir,  das  ich,  die  wjl  ich  lab,  müeg  und  arbeyt  haben  [bl.  117] 
wyll  din  hei  Igen  glouben  zao  meren.«  Demnach  als  RuoUand 
sin  gebett  verbrächt  hat,  do  gieiig  er  zuo  den  bruodern ,  die 
enbuttenü  im  gros  eer  als  dem  fürnemesten  kärapffer  des  glou- 
bens,  Ruollaad  nara  urlob  von  den  bröedern  und  befalch  sich  lo 
iun  ire  gebätt. 

Wie  Ruollaad  mit  wurmmen  und  löwen  streyt  und 
darnach  Astoffo  vand  zuo  Cornillia. 

Do  RuoUand  uß  dem  bruoderhoß  gescheyden  was,  do  reyt 
untz  ümm  die  drü.     Do  kam  er  in  ein  grossen  wald,  da  fand  la 
er  ein  grossen  gruasammen  wurm,  der  streyt  mit  einem  gryffen. 
Das  ist  ein  thier,  gros  wie  ein  ochfi  und  hatt  den  hals  und  kopif 
und  schänckel  davornnen   wie  ein  adler    und  den  cörpel  und 
die  hindern  füeß  und  sehwäntz  wie  ein  low.     Und  hat  flügel 
und  flügt  vester  dann  kein  vogell.     Und  ist  so  starck,  das  er  20 
ein  pfert  oder  ein  gewapnotten  rytter  tragen  mag.     Do  Ruol- 
land  den  stryt  ersach,  do  hielt  er  styll  das  end  zesächen.   Aber 
do  der  strytt  lang   geweret  hat ,    do    schluog   der   wurm    den 
Bchwantz   umni    des   gryffen    hals,   also   das   er  sich  not  mer 
weren  niocht.     Der  gryflF  duocht  Ruol landen    so  hüpsch  ,   dag  25 
erberrad  über   inn   hat;    darumm   er  an  wurm  kam   und  gab 
im   ein  söllichen    streich  mit  Durandel,   das  er  inn    tod  lygen 
ließ.     Also  ward  der  gryff  erlößt  und  ßog  inn  lufft.     Demnach 
reyt  RuoUand  fiirbas.     Do  fand  er  fier  gros  löweu,  die  gryffend 
inn  an.     RuoUand  zog  sin  schwert  uß  und  schluog  des  ersten  so 
strcychs  einen.     Und  als  er  streyt,   do  flog  der  gryff  uff  der 
löwen  einen  schnell    ala  die  sfcräl  xind  ervvuscht    inn  by    dem 
kopff  und  truckt  inn  so  starck,   das  er    starb.     Do   Ftiiolland 
gsach,  das  er  nun  nach  mit  zwey  löwen  zeschaffen  hat,  ward 
er  gehertzt,  das  er  nach  einen  ertodt.     Der  gryf  flog  uff  den  35 
fierdeu  und  ertodt  inn  mit  dem  sehnabel  und  kläwen ;  demnach 


d 


238 

flog  er  wyder  Linweg.  Dyß  thier  entherefc  vyl  lütten,  die  ää 
nüt  erkennend  die  guothet,  so  mau  inoeu  thuot,  sunders  sind 
uonerkant  wie  die  büw.  Dysaer  gryf  wott  den  dienst  erkennen, 
den  im  Rüoüand  bewjßfc  hatt  wyder  den  wurm.    Kuolland  reylt 

6  fürbas  durch  vyl  land  Astolffo  suochen.  Und  iun  sechs  ta|fen 
kam  er  gen  Cornillia,  dahin  Astolifo  kommen  [was]  den  tag  darvor, 
und  beherberget  sieh  inu  die  stat;  da  wott  er  sin  pfert  GalaEtin 
ruoweu  lassen ,  der  was  so  mager  worden ,  das  er  kum  gän 
mochte     Ich  will  wyder  von  Astolf  sagen.     Der  saeh  eines  tags 

10  sin  wyrt ,  der  was  gantz  eilend  und  bleich  ,  darumm  er  inii 
fragt  umm  die  ursach  sines  leydtz.  Der  wyrt  sagt  zuo  im, 
es  were  uö  der  ursach,  das  sich  irs  künigs  dienern  einer  be- 
rüempt  hett,  »im  mdelite  min  frow  werden  sin  wyllen  mit  ireo 
zeverbringen.     Und   ich   vvartten    nun  der  stund  ,    wenn  sechs 

15  oder  siben  kommend  und  [sy]  nemmen  wellend.  Ich  vteil 
lieber,  ich  und  sy  werind  tod,  dann  das  ich  daz  lyden  muoi« 
Astolf  sprach  zuo  im:  »Ich  byt  üeh  ,  sagend  mirs.,  wenn  sy 
kommend«.  Bald  darnach  kam  ein  achelni ,  der  was  einem 
niörder  glicher  dann  einem  kouffraan,  der  sagt  zuo  dem  wyrt: 

ao  »Min  her,  der  höptman,  enbut  diner  frowen,  das  sy  die  aller 
schönsten  kleyder  anlege,  so  sy  hat,  und  zuo  im  komme,«  Di« 
frow  waa  inn  einer  kamnier,  inn  deren  weynet  sy  innenkliciieii. 
Do  Astolf  den  hotten  hört,  sprach  er  zuo  im :  »Ich  wyll  dir 
antwurt  geben    iun  nanimeu  mines    wyrtz.     Du    wyrst   dinem 

36  heren  sagen;  well  er  die  frow  haben,  so  soll  er  sy  selbs  reichen, 
so  wyll  ich  im  sy  geben.  Inn  allem  barbarryschen  land  sagt 
man  nun  von  den  grossen  thyrannyen,  ao  din  kiinig  und  sine 
dienner  an  dem  armen  volckly  begand.  Was  gerech tigkeyt  ist 
das,  das  ein  künig  verlangt,  das  sine  dienner  also  die  frowen 

30  und  junckff Owen  enthereiid  ?  0  wee,  es  ist  ein  zegrosse  thyranny! 
Aber  ich  hoff,  er  werd  vast  bald  umm  sine  myßthät  gestraft.« 
Do  derkuecht  Astolifo  verstuond,  sagt  er  zuo  ira:  »Du  möchtest 
wol  ein  nar  sin.  Stät  es  dir  zuo  unaern  künig  zesträflFen,  der 
so  mächtig  ist?  Es  luöchfc  dich  wol  gerüwen.«     Astoffo  sprach 

36  zuo  im;  >Gang,  sag  im,  wenn  er  nach  mächtiger  were,  sosig 
die  zyt  der  straf  kommen  umm  sin  gros  thyrannyen,  die  er  Bin 
tag  begangen  hat!  Wann  der  himel  mag  sine  mißthät  Dut 
mer  erlyden,  nach  das  erttricb  uffeuthalten;  sine  sünd  die  simi 


so  grussanim  ,  das  die  suim  ir  bejttery  darab  Tcrlüren  sott.« 
Der  kriecht,  der  da  waa  wie  sin  her,  der  lieber  Übels  begieng 
dann  guotz,  gieng  scbnell  inii  palJasb  dem  künig  siigen  Astolffo 
red,  und  wie  im  der  wyrt  nüfc  sseantwurt  geben  hefct,  sunders 
hett  sieb  mit  dem  frömden  rytter  verreinbaret.  Dyomedes  sagt  ß 
zuo  im:  »Der,  von  dem  du  sagst,  möcht  wol  von  sinnen  sin, 
Ker  wyder  zuo  im  und  heyfä  inn  und  den  wyrt  zuo  mir  kommen! 
So  will  ich  innen  ir  torheyt  ertzeigen.  Aber  ich  besorg,  der 
schalek  sig  geflochen.«  »Nein,«  wagt  der  knecht ,  »wann  er 
redt  gar  sicherlich.«  Astoltt'o  was  gewapnet  und  waa  wie  ein  i" 
man  halb  von  sinnen  ,  der  lieber  krieg  hat  dann  fryd.  Der 
knecht  kam  wider  [bl.  118]  und  sprach  zuo  Aatolff  und  zum 
wyrt:  »Der  künig  enbut  üch,  das  bed  von  stund  an  mit  mir 
kommend,  das  ir  gestrafft  werdind  umm  den  versag,  so  im 
von  üch  geschächen  ist,  und  umm  die  gros  nachred,  so  du  von  i6 
im  geredt  hast.«  A  s  toi  ff  sprach ;  »Du  solt  dinem  künig  sagen, 
das  ich  im  nüt  sovil  zedienat  thuon  well,  daa  ich  inn  sin 
pallast  gän  well;  aber  ist  er  so  frisch,  das  er  sich  törflF  ge- 
wapnet finden  lassen  wie  ein  rytter  sich  des  entschlachen,  so 
ich  von  im  gsagt  hab,  daa  es  nüt  war  sig ,  so  muos  er  mich  s» 
finden  das  kuntlich  zemachen,  das  es  war  ist.  Und  ob  er  dich 
fragt,  wer  ich  sig,  so  sag,  ich  sig  Gallienus  und  sig  har  kommen 
sine  sünd  zesträffen.«  Der  knecht  kart  wider  zuo  Dyomedes 
und  ertisalt  im  das,  so  im  Astolf  befolhen  hat ;  des  Dyomedes 
grossen  verdruß  darab  hat  und  sagt:  »Wer  ist  der  gouch,  der  m 
mich  also  verrachtet,  das  er  mit  mir  strytten  will?  Gang,  sag 
im,  ich  well  im  nüt  feilen,  und  er  werde  mich  finden  uff  dem 
platz.  Da  wyrt  man  sächen,  was  stercky  er  gegen  mir  haben 
wyrt.«  Er  forschet  sin  hämisch  und  sin  pfert.  Der  knecht 
gieng  und  seitt  Astolffo,  das  er  uff  den  platz  ritte,  da  wurd  so 
er  den  künig  finden.  Der  wyrt  erkant ,  das  Astolfo  manlicb 
was,  das  er  Dyomedes  woU  straffen  mocht;  darumm  er  mit  vyl 
siner  fründen  redt  und  mit  denen,  die  er  wüßt,  die  dem  kiinig 
fyend  wärend,  und  seyt  innen,  das  sy  sich  gewapnet  hieltend 
etwann  au  einem  heimliehen  ortt ,  und  ob  sich  begebe ,  das  35 
Dyouiedes  überwunden  wurd ,  das  öy  dann  von  stund  an  die 
fürnemsten  siner  dienuer  ertüdind,  »das  lychtlich  zethuon  sin 
wyrt,  wann  die  gantz  gemeind  wyrt  üch  hilflich  sin.«     Also 


1 


240 

wurdeiid  ireii  bald  wol  seehtÄig,  die  verhieltend  sicli.  Astolffo 
reyt  uft'  ilen  platz  uuil  sin  wyrt  mit  im.  Die  oiere  kämmend 
lluollauden  für,  es  wer  ein  rytter  kommen,  der  wett  mit  dem 
künig  strytten.     Darurum  er  sicli  wapnet  und  saß  uff  sin  pfert, 

6  das  was  so  mager  und  ao  müed,  das  es  sieb  kum  ufl'enthaltea 
inocht.  Und  als  er  durch  die  gasaen  reytt,  spottettend  die 
kind  Galantin,  das  mocht  nufc  gän  dann  fuoß  iur  fuoß.  Etlich 
sagteud,  das  pfert  törfte  der  ruow  baß  dann  des  strytz;  der 
daruf  äitz.t,  aött  wenig  aülleu,     Rnolland  thet,  als  hortte  erfi 

10  nüt.  Eiü  heyd  greyf  Galantin  an  inn  verracbtung  und  thet 
im  den  zoum  ab.  Und  RuoUand  gab  ira  ein  sölliehen  streich 
mit  der  yssinnen  fust  inn  ein  angsicbt ,  das  er  im  die  nafieu 
inachluog  und  zart  im  das  ein  oug  uß  dem  kopff;  des  sich 
alle  die  darab  verwunderttend,  so  den  streich  gsäcbend,  und 

i5sagtend,  der  streich  kemme  nüt  von  einem  schwachen  arm, 
RuoUand  saß  ab  und  leyt  Galantin  den.  zoum  wyder  an.  Diewyl 
zuckt  der  heyd  sin  schwort  uß  gegen  Ruollaud,  aber  er  rey£ 
ims  uß  den  bänden  und  gab  im  mit  dem  knopff  ein  sölliehen 
streich  uflf  die  hirnschal,  daz  er  tod  zuo  erden  fiel,  und  warf 

20  das  Schwert  nfif  ein  huli.  Demnach  saß  er  wj'der  utf  sin  pfert. 
In  dem  was  Dyomedes  uff  den  platz  kommen,  der  sprach  zuo 
Atitolf:  »Bystu  der  nar,  der  da  vermeint  mine  myßhändel  ter 
straffen?  Du  bist  wol  fibermüettig.«  Astolffo  sprach;  »Ick 
bin  hie  dine  thyranny  zesträffen.«     Damit  ryttend  sy  all  bd 

26  hinder  sich  und  kämmend  darnach  gegen  ein  andren  mit  söllichtr 
sfcercky ,  das  Dyomedes  sin  sper  zerbrach  uff  Astolffo  schilt ; 
Astolffo  traf  inn  also,  das  sin  pfert  uö"  den  arß  saß,  und  ver- 
lor siner  stägryü'  einen.  Darumm  Astolfi'o  zuo  im  sagt:  »Du 
bist  min  gfangner,  wann  du  hast  den  einen  atägryff  verloren.* 

30  Dyomedes  sagt  »nein«  und  Astolffo  »ja. t  RuoUand  luogt 
irem  hader  zuo.  Und  do  inn  Dyomedes  ersacb,  sagt  er  iw 
Astolffo:  »leb  wiU  sinn  unaers  zanckß  an  dyssen  rytter  koü- 
men.*  Astolffo  sprach,  es  gfiel  im  wol,  (aber  er  kaut  Riiol- 
landen  nüt,   aber   er  inn   woll)  das   der    u&spruch  durch  d«n 

85  rytter  bescbeche.  Dyomedes  reytt  zuo  Ruollaud  und  sprach 
zuo  im  :  »Rytter,  da  hast  unser  stächen  gsüchen.    Dyaser  rytter 


1  die]  der  La. 


sagt,  ich  sig  sin  gfangner,  darumm  tlas  ich  den  einen  stäg- 
ryfi  verloren  hab,  und  ich  sag  das  wyderspill.  Darnnira  hand 
wir  dich  zuo  richter  genommen  inn  nnserem  stoß.  Darum  in 
sag  die  warheyt!«  »Nun,«  sprach  RuoUand,  »so  ich  die  war- 
bejt  sagen  sol,  so  sag  ich  dir  nach  kriegsnicbt,  das  da  sin  & 
gfangner  sin  solt ,  darumin  das  der  stägryff  einen  verloren 
hast.«  Do  der  heyd  Ruollanden  verstnond  ,  do  wott  er  uu- 
sinig  werden  nnd  sprach:  »Von  einem  närschen  rychter  schnelle 
urtteil.  Ich  gloub,  du  trinckest  mer  win  dann  waaser.  Wann 
man  muoß  sagen,  du  sigest  ein  nar  oder  fcruncken  ;  wann  du  n> 
hettest  änderst  die  Tirteyl  nüt  also  gehörnt  geben.  Darumm 
wyll  ich  dir  nüt  glouben.c  Ruolland  sprach:  »Ich  sag  dir, 
das  ich  recht  geurtteylt  hab.  Und  wenn  du  das  widerspil 
sagen  wettest,  wett  ich  dich  sin  bewysen  mit  strytten.«  »Hs 
gfalt  mir  wol,«  sprach  der  heyd.  Ruolland  sprach  :  »Darnmm  is 
das  min  pfert  so  müed  und  mager  ist,  das  es  sich  nut  enthan 
mag,  als  mengklicher  wol  sächen  mag,  vrett  ich,  das  wyr  ze- 
fuoß  stryttend.«  »Rytter,«  sprach  Astolf,  »ich  will  dir  minß 
liehen.«  »Es  gfalt  mir  wo!,«  sagt  Ruolland.  Er  saß  ab  sinem 
nnd  saß  uff  Astolfs  pfert.  Also  ryttend  sy  von  ein  andren,  äo 
Und  der  heyd  zerbrach  sin  sper  off  Ruolland,  und  Ruoiland 
stieß  im  sine  inn  lyb,  daz  er  übel  wund  zuo  erden  fiel.  Er 
schrey  überlutt:  »Ich  bit  dich,  rytter,  das  du  mir  sagest,  ob 
du  ein  Kryst  oder  heyd  sigest,  and  diu  nammen.  Wann  ich 
erkenn,  das  ich  dysse  straf  mit  gerechter  ursach  empfangen  25 
hah  und  wol  verdiennet  hab;  wann  ich  hab  mit  gwalt 
and  nüt  mit  rächt  diß  küngkrich  inn ;  wann  ich  hab  den 
durch  min  thyranny  verjagt,  der  rächter  künig  was,  der  hieß 
Jason  ,  und  ist  getzwungen  worden  pattron  eines  schiffa  ze- 
sin  sin  narrung  gewunnen.  Und  hab  nie  kein  [bl.  119]  er- so 
berrad  über  in  gehept.«  Ruolland  sagt  zuo  im  heimlich: 
»Wüß,  das  ich  liuolland,  des  keyser  Karlis  vetter,  bin!«  Der 
heid  sprach :  »Nun  wyrd  ich  dester  ringer  sterben  ,  daz  ich 
weyß,  das  ich  von  dem  aller  redlichsten  rytter  gestrafft  bin, 
der  inn  aller  weit  ist.«  NacTi  den  wortten  starb  er.  Und  st, 
alle  die,  so  im  halt  wurend,  wusch tend  harfür  und  ertodtend 
alle  sine  dienner,  so  sy  ergryflFen  mochten.  Sy  kamend  über 
Dyomedea  Hb  und  gäbend  im  iner  dann  hundert  streich  nach 

Morgaut   der  ripso  \Q 


Ä 


242 


k 


ainem  tod;  wann  einer  Iiuav  im  ein  or  ab,  der  ander  die  nassen, 
einer  ein  liand,  etlick  ryssend  im  die  ongen  uü:  er  ward 
mer  dann  in  tussend  stuck  geleyt.  Darnach  nämend  sy  Ruol- 
land  ab  dem  pfert  und  wofcten  inn  zuo  künig  machen.     Aber 

5  er  sagt,  er  wetz  nüt  thuon,  wann  er  könde  nüt  by  inoeti  be- 
liben;  docb  so  söttend  sy  den  rytter  zuo  küoig  machen,  der 
den  Itttnig  tzersten  überwunden  het.  D;r/  gfiell  den  innwon- 
nern  wol.  Und  fuorfctent  sy  inn  pallasL  Do  sy  dariun  wä- 
rend  j   fragt    Ruolland  Astolffo  umm    sin    nammen    und  sinne 

10  land.  Astolffo  sagt,  er  wer  uß  Barbaria  von  edlem  gscbläclit 
und  hie&  Gailienus.  Diewyl  man  das  nachtessen  zuo  riist, 
rettend  sy  awen  von  vyl  dinge«,  also  das  sy  von  red  zuo  red 
ankämend.  zuo  sagen  von  den  herea  inn  Pranckrich  und  und« 
andren    von    Ruolhiuden.      Und   KuülJaud   aelbs ,    der   hat  sin 

u  hälm  nach  nüfc  abthän ,  fieng  an  vyl  bölä  von  im  zuo  sagen ; 
des  Astolffo  ser  bekümert  ward  und  sprach  zuo  im:  »Wilta 
böß  von  dem  gräf  Ruolland  sagen,  so  büt  ich  dir,  das  du  von 
stund  an  ulä  dysscm  pallaat  kerrest ;  wann  er  ist  ein  frouimer 
rytter.«      »Du  känst  in  übel,«  sprach  lluoliand,  »wann  er  ist 

ao  der  stölfczest  und  übermüetigest  rytter  inn  aller  wält  und  ist 
nüt  so  manlieh,  als  er  den  ruom  hat.«  Dysser  red  ward 
Astolf  zorniger  dann  vor  uud  schwuor,  die  reden  raüefätend 
inn  gerüwen.  Inn  dem  huob  Ruolland  sin  hälm  uf.  Do  er- 
kant  inn  Astolffo   und  umfleug   iu  und    was    siner   zuokunfft 

ai  vast  fro,  Sy  ertzaltend  eiu  andren  die  Sachen ,  so  inneu  be- 
gegnet wären ,  syt  sy  uß  Creoutta  schloß  gscbeiden  wärend. 
lluoliand  ertzalt  im ,  wie  er  sine  gselJen  verläu  hett  inn  ste- 
suochen;  des  im  Astolf  grossen  danck  seyt.  Astolffo  ward 
zuo  küuig  bekrönt  über  das  land.     Er    thet    sinem    wyrt  Tjl 

30  guotz  und  Ruolland  sinem  ioch.  Nun  wend  wir  von  Philpertta, 
Dyomedes  fro  wen,  sagen  uud  von  Rengnold  und  sinen  gaelleo. 

Wie  Eeugnold  und  sine  gsellea  die  stat  Cornillia  be- 
legretten,  darinn  Ruolland    und  Astolffo  inn  wären, 
und  wie  sy  ein  andren  erkantten,  und  wie  Doou  vüu 
8B  Nantteveil  gen  Cornnillia  kam. 

Die  bystoryen  sagt :  Do  Philpertta,  Dyomedes  frow,  wuljti 


las  ir  gmachel  tod  was,  do  schied  sy  von  CorniHia  und  reytt 
inii  ein  scbloü,  das  was  irs  vattera;  da  enhielt  sy  sich  etlich 
zy^..     Eines  tags ,    als   sy  under   dem  thär  inn  truren  stiiond, 
do  kämmeud  zwen  brüeder,    die   gruotKten   sy    und    aeyttend 
zuo  ir:  »Frow,  wir  sind  har  kommen  von  üwers  nutaea  wegen;   ß 
daruniixi  verraehtend  unser  red  nüt,  sunders  bringend  die  zuo 
end  !   Wann  sj   wirt    üch    nutzbar  siu.     Ir  wüssend,  wie  öwer 
gmachel  umrakomuien  ist   von  zweyen  ryttern,  und  das  nach 
bösser  ist:   sy  band  üch  entterpt   und   uG  üwerem  küngkrich 
vertriben.     Aber  wenn  ir  das  thuond,  so  wyr  üch  sagen  wend,  "> 
so  werdend   ir  wyder  ingsetzt.     Inn    der    statt  Monassa    sind 
Rengnold  von  Muntabant  und  sine  dry  bruodern  und  Ollyfier, 
Magis,  Alexander  und  Gannellon ,    daz  sind  die  besten  rytter 
inn  der  weit.     Wenn    ir   üch   innen  klagend ,   wend   wir  Och 
sicliem,  daz  sy  üch  wyder  inn  setzen  werdend  inn  Üwer  küug-  ir. 
rieh;    wann   sy   sind  besehirmer  der  wytwen.     Darumm  länd 
es  nüt  under  wägen  U  Damit  schiedend  sy  hinweg  von  ir,  und 
sy   beleyb  sich  bedencken.     Und  do  sy  sich  gnuog  besinet  hat, 
cto  ward  8y  zerätt  gen  Monaaaa  zerytten.     Also  macht  ay  sich 
u£F  die   aträs  und   kam   geu  Monaasa.     Sy   gieng   inu  pallast  au 
nnd  gruotzt  die  heren.     Darnach    ertzalt  sy  ir  unglöck,    wie 
zwen  rytter   uü  Barbaria   iren    heren ,  den   künig  Dyomedes, 
getödt  bettend   und   sy   uß   dem  küngkrich  verjagt;   der   ein 
neoipt  sich  Gallyenus,  der  hett  sich  zuo  künig  krönnen  lassen. 
Darumm  bette  ayJä  als  die    redlichesten  rytter   inn    der  weit,  so 
das  ir  beholffen  und  troatlich  werend,   also   das   ay   das  laud 
wyder  errobern  möcht.     Do  Jasou  PhiJpertta  gsach,  do  sprach 
er  überlut:  »Ach,   ich  erkenn  dich  wol ,    da    bist    Dyomedes, 
des  thy rannen,  wyb  geweLit,  der  hat  mich  mit  gwalt  uß  mi- 
nem    küngkrich   vertriheu    und    hat    das   faltschlieh  und  [an]  so 
einiehes  rächt  lange  zyt  ingehept,    dardurch  ich  getzwungen 
worden   bin   min   narrung  zegwünnen    inn    einem   sehitfly  ufi" 
dem  mer.     Aber  got  sig   gelopt !    Ich    bin   gerochen   von   im 
worden.     Es  was  nüt  müglieh,  daz  er  lange  zyt  regieren  [kondj 
mit  dem  laben,  so  er  fuort;  wann  er  wott,  das  man  inu  an- 35 
bette  wie  got,  daa  im  ein  grosser  übermuot  was.     Es  ist  der 
grost  thy  rann  gsin  über  sin  volck,  der  uflr  erttrich  gweßt  ist. 
Mag  ich  den  finden,  der  die  räch  begangen  hat,  so  wyll  ich 


244 


sin  tlienner  werden.«  Do  Rengnold  Jason  verstnond ,  sprach 
er  zuo  im:  »Jason,  warum ra  iiaatu  din  sach  nüt  langest  gaejt? 
So  iiettead  wir  dir  geholffen.«  »Her,«  sprach  Jason,  »ich 
was  minea  Unglücks    schauihafftig;    aber    das    hert^  seyt  mir, 

Dich    wurd   gerochen.«      Rengnold    .sprach   zuo    sinen    gselleo; 

»Wir  müesseud  daü  küngkrich    inn    nerameu;    darnach    wend 

wir  es  dem  geben  nnder  innen  zweyen,  wellichem  es  am  bil- 

licliest  ziio  ghört.«     Die  heren  warend  ayn  willig  und   raach- 

■  tend  sich  uff  die   sträs   mit  tussend  mannen.     Sy  fuorend  so- 

10  vast,  das  sy  für  Corniliia  kämmend.  Sy  schickteud  ein  botten 
zuo  Astolf  und  Ruollanden,  by  dem  enbott  innen  Rengnold, 
sy  sötteiid  die  stat  ufgeben  und  das  gantz  küngkrieh  der  kiiü- 
gin  Philbertta,  [bl.  120]  oder  das  sy  mit  ufi"  das  feld  kem- 
mend  mit  all  irer   mackt.     Nun    ist  war,    daz    RuoUand  und 

16  Astolffo  vvol  wu&tend,  das  es  Rengnold  was  und  sine  gsellen, 
die  vor  der  stafc  lägond;  aber  Rengnold  wuüt  nüt  umra  sj> 
Do  der  bot  sin  befelch  gsagt  hat,  do  sprach  Astolffo:  »Da 
wirst  dinem  herren  sagen,  ich  hab  disse  stat  mit  guofcter  und 
gerechter  ursacli  inn,  als  der,  so  sy  mit  dem  schwert  erroberet 

aa  hat,  und  ich  förckte  inn  nüt  so  übel ,  das  ich  nüt  morn  u(f 
das  feld  kommen  dörffe  besuchen,  waz  er  könne.«  Der  bot 
kam  wyder  zuo  Rengnold  und  ertzalt  im  Astolffo  antwartt. 
Do  es  moruendes  tag  ward ,  wapnefctend  sich  Rnolland  uud 
Astolffo   und   ryttend    nlä   der   stat.     Sy    hattend    andere  roß 

26  und  hämisch  genommen,  wann  sy  wottend  nüt,  daz  sy  erkent 
wurdend.  Rengnold  und  sine  gsellen  wärend  schon  gewapnet 
uff  dem  fäld.  Do  sy  zuo  ein  andren  kämend ,  sprach  Reng- 
nold zuo  Astolffo,  der  was  costlicher  gewapnet  dann  RuoUand: 
»Bystu  der,  so  Gallyenus  genempt  wyrt,  der  wyder  alle  recht 

30  cind  00  eynicbe  nrsach  den  künig  Dyomedes  getödt  bat  und 
das  küngkrieh  besytzt  und  die  küugin  daraß  verjagt  hat"' 
Und  wenn  du  sagen  wettest,  es  were  nüt  ireu,  so  ist  hie  ein 
rytter,  des  gsin  ist  von  alter  har.  Darumm  magstu  erkeuueii, 
das  du  kein  recht  darzuo  hast.     Und  wenn  du  änderst  sagen 

35  wettest,  so  bin  ich  bereyt  dich  sin  bewyasen  mit  stritten  lyh 
an  lyb.«     Do  Astolffo  ßengnolden  verstuond,    sprach  er  ai'o 

* 
8  ayn]  sy  hs. 


im:  »RengBold,  du  bist  wol  Ijytzig,  daz  du  sagst,  ich  hab 
kein  reclit  zuo  dysseni  küogkrich.  Du  gybst  die  urtlel  ou 
verhörrung  beder  teyl ,  durumra  kanstu  nüt  gerecbtigklichen 
rychtea.  Aber  ich  gloub,  die  lyebe,  so  du  gegen  der  frowen 
hast,  heissend  dich  reden  mit  so  grosser  begird,  oder  man  6 
muolä  sagen,  du  habest  gern  zeschatfen,  das  du  ein  Kryst  bist 
und  dich  unser  heiden  geschafften  iin  n  im  pst.  Aber  du  bist 
nnt  der  erat,  der  durch  frowen  liebe  grtilA  torheyt  begangen 
hat.  und  syt  du  des  strytz  begerst,  so  muofi  er  dir  werden, 
doch  nüt  von  mir,  sunders  von  dissem  rytter,  der  hat  Dyo-  i« 
medes  ertüdt.«  Es  gfiel  UuoUanden  woL  Sy  ryttend  hinder- 
sich ,  darnach  kämmend  sy  gegen  ein  andren,  also  das  das 
erttrich  under  innen  zyttret.  Die  stich  wärend  so  ungestüm, 
das  ire  sper  zerbrächend ,  und  fiellend  bed  ab  ireu  pferden, 
das  keiner  den  forteyl  hat  am  andren.  Des  Rengnold  ser  er-  15 
schrack ;  aber  er  wüßt  nüt,  mit  weram  er  sfcreyt.  Do  er  uf 
kam,  zog  er  sin  schwort  uJä,  und  ßuollaad  das  sin  och  und 
sprach  überlut:  »0  vetter  Rengnold,  ist  im  also,  daz  du  mich 
ertödeu  wyt  von  Philpertta  wegen?«  Rengnold  erkant  Kuol- 
landen  stim  von  stund  an,  daruram  er  inn  umfieng  und  sprach  20 
ZUG  im:  »Min  vetter,  wer  het  gmeindt,  das  du  hie  werest 
gsin  ?<  Sy  ummfiengend  all  ein  andren,  demnach  ryttend  sy 
inn  die  stat  inn  pallast.  Sy  ruo wettend  etlich  tag  inn  wuon 
und  fröuden.  Das  wäret  nüt  lang ,  als  ir  hören  werdend. 
Eines  tags,  als  die  bereu  inu  der  stat  Cornnillia  wärend  inn  25 
fröuden,  do  kam  ein  fürst  ufi  Franckrich,  Doon  von  Nantueil 
geheissen,  der  gruotzt  die  heren.  Do  sy  inn  erkauttend,  umm- 
fiengend  sy  inu  all.  lluolland  sprach  zuo  im:  »Vetter,  was 
meren  bringstu  uns?«  Doon  sprach:  »Ir,  mine  heren,  die  mere 
sind  nüt  vast  guot,  sunders  vasfc  erbermklich.  Wann  ein  hey-  so 
discher  kutiig,  mit  uammtii  der  gros  Calorion  vom  berg,  des 
Alten  vom  bergs  bruoder,  hat  Paris  beiegret  wol  mit  hundert 
tusseud  mannen  und  sagt ,  er  well  sins  bruoders  tod  rächen, 
den  ein  rytter  inn  üwer  gselschafft  unrechtlich  und  on  nrsach 
[ertödt  het].  Er  bat  mit  im  bracht  ein  bruoder,  der  heißt  3s 
Archelaus,  der  ist  wunderbarlicheu  starck.  Des  Karly  ser  er- 
schrocken ist.  Darzuo  so  hat  Gryffon  von  Hochenfueilla  Mun- 
tabaut  belägret  wol  mit  XXX  tuasend  mannen,  und  ist  nieman 


246 


dariu  dann  Vivianus  mit  lützel  voicks.  Karly  mag  ey  nüt 
entechütten ,  wann  er  bat  gnuog  zescL äffen  sich  der  heydeu 
ZOO  Paria  zerweren.e  Do  die  heren  Doon  veratuondend ,  do 
erschräclcend  sy  vasfc  übel,  insunderheyt  Rengnold,  do  er  hört, 

6  das  Muntabant  belegret  was,  und  sprach:  iDu,  GauelloD, 
hast  dyß  alles  prattjtziert.  Aber  by  der  sei  des  alten  Ainons, 
cnines  vatters,  kum  ich  ein  mal  inn  Franckrich,  so  niuoß  es 
dich  gern  wen.«  »Es  ist  nüt  war,«  sprach  Ganuellon,  »waun 
dn  weysfc  wol,  daz  ich  sfcetz  by  dir  geweaaen,  syt  ir  mich  er- 

10  löfät  band,  und  bia  unachuldig.«  »Ea  sol  diner  red  niemati 
vertrüwen,«  sagt  Rengnold,  »wann  all  din  liiben  lang  hast 
nüt  anders  thäa  dann  verrettery  triben.  Und  ich  dörflft  wol 
scliweren,  daz  du  ursach  werest,  das  Calorion  für  Paris  kom- 
men ist.«     Ruolland  sprach    zuo  Renguold:   »Vetter,  du  hast 

15  unnrecht,  das  du  Gannellon  die  schuld  gibst,  so  du  die  war- 
heyt  nüt  weist.  Darunim  bit  ich  üch,  sind  zefryden,  und  das 
wir  uns  verreinind  Franckrich  entschüiten,  das  inn  so  grossen 
sorgen  stät.«  Ästoltfo  sprach,  Ruolland  redte  rächt.  Also 
ordnet tend  sy ,    daÄ  Philberta    ir    laben  lang   küngin    belibe, 

s>o  und  nach  irem  tod  sott  Jason  das  küngkricb  inemmen  im 
und  den  sinen.  Der  ward  sinn  wyllig  von  der  heren  wägen. 
Damit  schied  er  hinweg  und  fuor  wyder  gen  Monasaa  mit 
dem  kriegsvolck,  so  ay  mit  innen  gehept  hattend- 

Wie  Rengnold  und  Allexander  mit  dem  künig  Adyllant 

25  stryttend  und  inn  Alexander  ertodt,  und  wie  Rengnold 

ein  lö  wen  ertodt,  und  wie  Gannellon  ein  gi'osse  verrettery 

an  den  heren  begieng,  und  wie  sy  gen  Parys  fuorend. 

Die  heren  wnrdend  zerätt  gen  Paria  zerytten  Karly  ent- 
schütten.     Darumm  achiedend  ay  von  Cornillia  und  machtend 

30  sich    uff  die   aträs   den    aller  nechsteu,   ao  sy  niochtend.     Sy 
kämmend  inn  ein  etat,  die  hieß  Wylla  Franclm  ;  da  was  einer 
künig,  der  hieü  Adillant,  der  was  des  Alten  vom  bergs  [bl.  121.]    i 
Vetter    und    was  ein   frommer  redlicher   man.     Er    ersaeli  die 
heren  durch  die  gaasen  rytfcen,  und  a  noch  tend  herberg.     Und 

S3  daranim  das  sy  inn  fromm  lüt  duochtend,  enbot  er  innen,  das 
sy  kemmend   iun   sin   pallaat   herbergen.     Die   heren  wärend 


wyiiig  und  kämmend  inn  pal  last  und  gruotzfcend  Adyllant  inn 
hejdisclier  sprach.     Der  htelj  sy  wilkommeii  sin  und  fragt  ay, 
wannen  sj  werind.  RuoUaod  sprach:  »Wyr  sind  uti  des  soldana 
land,  den  die  Frantzossen  ertödt  band.     Sy  band  uns  vertriben, 
und  farend  also  inn  der  wält  ummliar  krieg  suochen;  den  band  t> 
wyr  lieber  danu  frid,  wann  es  unser  täglich  werch.«     Adillant 
sprach:   »Ich  bin  üwer  sächeu  bekümmert.«     Der  ymbiß  ward 
gerüst ,    sy  sässend  zuo  tisch  mit  dem  künig,  der  thet  innen 
güetlich.     Vor  dem  tisch  was  ein  heyd,  der  treib  den  narren; 
der  leyt  band  an  Rengnolden  schüßlen  und  schut  die  brüeyen  >*> 
äff  inn,    darunim  Rengnold    zuo   im  sagt:   »Kum  nüt  wyder! 
Wann  ich  wnrd  dir    ertzeigeu ,    das   es   mir  miüfalleu  vvurd.« 
IDer  heyd  uam  ein  visch  uß  der  blatten  und  warff  inn  gegen 
£,enguolden  angsicbt,  des  Ädillaut  ser  lachet ;  aber  Eengnold 
l:£ond  nilt  geduit  haben,   sunders    huob    die  fust   ufF  und  gab  i& 
cieui  heyd  so  ein  hertten  streich,    das  er  im  dry  zen  im  mul 
^^zierschluog,  und  zerschluog  im  die  nassen  also,   das  das  bluot 
'm^nS  die  erden  traug.     Des  der  künig  übel  zefriden    ward   und 
^^pracb  zuo  Rengnold:   »Du  achtest  mineu  lutzel,  ins  du  min 
■'^olck  also  vor  mir  schkchst.     Ich  sagen  dir  zuo,  das  es  mir  ^o 
"übel  mysfalt.  Und  thuos  nümmen  I  Wann  ich  wurd  dir  ertzeigen, 
«£3az  du  zeüberniüettig  bist.«  »Ichsag  dir,  künig,«  sprach  Rengnold, 
^^das  ich  dir  öcb  also  thän  bet,  wenn  du  mir  also  thä-n  bettest.« 
-adillant  ward  vast  zornig  ab  Rengnolden  red,  der  inn  so  gar 
^^fernüttet,  und  sprach:  ?»Länd  den  ymbiß  fürkommen!  Darnach  25 
^'^vyll  ich  dir  din  übermuot  ertzeigen.«     »Ich  sag  dir  ah,«  sprach 
Zl\engiiold.     So  bald  sy  gessen  hattend,  vorsehet  der  künig  sin 
"Tiarnisch  und  saü  uff  sin  pfert.     Das  thet  üch  Rengnold  und 
«ill  sine  gselleu.     Und  ryttend  an  das  end,   da  der   stryt  ge- 
«chächen  sott.     Sy   kämmend   ou   vertzug  gegen    ein  andren,  so 
»Iso  das  der  heyd   mit  roß    und  mau    zuo  erden    fiel.     Do  er 
~ivyder  uf  was,  sprach  er  zuo  Reuguold:  »Du  magst  dich  wol 
l]erüemmen,  du  habest  mir  den  bertsten  styeb  geben,  den  ich 
je  empfangen    hab,     Darumm    bit  ich  dich,   daz   du  mir  din 
Tiammen  sagest.«     Rengnold  sprach  zuo  im:  »Min  nara  muoß  95 
dir    nüt    verschwigen    werden:    wülj,    das   ich    Rengnold   von 
Muntabant  bin!  Und  dysaer  ist  der  gräf  Ruolland,  der  ander 
Ollifier,  der  dryb  Astolffo,  der  her  von  Eugeliand,   Dooii  von 


248 


Nfintncil,  Ma-^is,  niiu  vetter.     und  dyß  dry  sind  mine  brüedem. 
Und  d*^  juiijjf  rytter  ist  min  vetter  Alexander,  der  ist  Krysten 
worden,  ist  nüt  lang.     Und  der  ander  ist  Gannellon,  der  ver- 
retter,  von  dem  dn  wo)  gliort  hast  etwatin  sagen. €   Do  Ädillant 
Rengnolden  verstuond,  do  Ragt  er:  »Ich  bin  vast  fro,  das  i<"h 
iun  miüi'iH  pallast  habdie  besten  rytter  inn  aller  weit  empfangen. 
Aber  ich  bit  dich,  sag  mir,  ob  du  nut  der  sigesfc,  der  den  Alten 
vom  berg  tödt  hat.«     »Ich  wyll  dir  die  warheyt  sagen,«  sagt 
Rengnold.     »Ks  i.st  war,  das  mir  von  dein  soldan  inu  befelcli 
geben  ward  mit  dem  Alten  zestrytten.     Das  thet  ich  und  iilwr- 
wand  inn,  aber  ich  todt  inn  nut  x\ik  ursach ,    das  er  sich  niir 
ergab  und  ward  ein  Kryst,     Aber  er  ward  darnach  von  eineiu 
grossen  ryasen  ertudt;  aber  ich  räch  inn,  wann  ich  ertödt  den 
ryesen  mit  minen  hendeu.«     sEsist  mir  leyd,«  sprach  Ädillant, 
»dfis  die  aach  mineni  vetter,  dem  grossen  Callorion,    unrecht 
zeverstän  geben  ist;  wann  darumm  das  er  verstanden  hat,  inu 
hette  ein  krysten  rytter  ertödfc,  ist  er  mit  einem  grossen  züg 
für  Paris  zogen,«     Als  Adillant  mit  Rengnoldeu  redt,  do  er- 
huob  sich  ein  groß  gscbrey  inn  der  stat,  wann  yederraan  schrey 
>lärmma!(   Kengnokl  fragt,  was  lebcns  die  inn  der  stat  tribend. 
Der  künig  sagt:  »Es  iat  ein  grosser  low,  der  aller  grussammesl, 
den  ye  kein  nientsch  gsacb.     Ee   ist  by  fünff  järeii,   do  Dam 
ich  im  ein  kl  eins  wysses  löwly;  daruram  er  alltag  kumpt  uniffl 
dia  stat   und   zerrylät  alle  die,   so  er  ankommen  mag.    und 
wenn  er  die  statthär  offen  findt,  so  kumpt  er  bin  ion  und  er- 
tüdt  alles  das,    so  er    tindt.     leb  besorg,    er  sig  inn  die  atst 
kommen  imd  begang  etwaz  Übels.     Und   das  ist  das  gachrej, 
so  das  volck  füert.«     »Ich  byt  ich,«  sagt  Rengnold,  »das  icli 
den  lüwen  gsäch;  dann  mag  ich  den  löwen  ergryffen,  so  inaos 
er  kein  übel  mer  began.«     Adillant  sprach  :  >Magstu  inn  er- 
töden,  so  wirt  dich  altes  volck  anbätten.«     Adillant  fuort  inn 
da  hin,    da  der  low  was  gsin;    der  was  schon    wyder  uli  der 
stat  und  truog  ein  töchterly  hinweg,  [bl.  122J  das  zerreyßer 
inn  einem  gestüd  vor  der  stat,     Do  Rengnold  zuo  dem  geslud 
kam,  do  stuondend  alle  die  styl,  so  by  im  wäreud,  und  sfcygfiK^ 
uff  die  böum.     Und  iren  wärend  sovyl,  das  glich  also  was,  als 
ob  sy  rinderatareu  werind.     Rengnold    vand   den  löwen,  dci^ 
hat  das  tÖchterly  schon  gesaen.     Do  inn  der  low  ersach,  gieng 


249 


t  -m 


er  gegen  im.  ßenguold  Sftß  ab  Bayurd  und  band  tun  au  eiti 
boum,  darnach  zog  er  sin  schwert  uJj  und  schluog  utf  den  löwen. 
Aber  er  bat  die  hut  so  hert,  das  sin  schwfrt  als  lützel  schüof, 
als  es  uff  einem  amboß  gethän  het;  des  er  set  erechrack.  Der 
low  verlies  Rcngnold  und  kam  an  Bayard.  Rengnold  forcbt  f' 
sins  pfertzj  uiumfieng  den  iöwen  by  dem  hals  uiid  wott  inn 
ab  Bayard  züchen.  Aber  der  low  leyt  inn  zuo  erden  und  fieng 
an  sin  hämisch  zerryssen  mit  den  zenncn  und  kläweu.  Itengnold 
wartt  sich  sovast,  das  er  wyder  uf  kam,  und  gab  dem  löwen 
ein  streich  mit  der  yssinnen  fust  uff  den  kopff,  also  das  er  inn  lo 
zuo  erden  falt.  Und  Rengnold  stieß  im  sin  schwert  durch  den 
buch,  das  er  starb;  des  das  volck  vast  fro  ward.  Ilengtiold 
und  sine  gsellen  ryttend  wyder  inn  die  stat,  Do  inn  diis  volck 
ersach,  do  sagtendsy:  »Gesegnet  sigend  die  hend,  die  uns  uß 
der  grossen  *  erlößt  band,  inn  deren  wyr  by  sechs  jären  i6 
gweüt  sind!«  Das  volck  dysser  ätat  hättet  inn  au,  als  die 
7.U0  Jherusalem  Daviden,  do  er  den  grossen  Golias  getödt  hat. 
Der  kilnig  Adillaut  fuort  Flengnolden  inn  pallast  mit  vast 
grossen  fröuden  uud  sprach  zuo  im:  >Edler  her,  ich  weyli 
uät,  wie  ich  üch  belonnen  mög  umm  die  guothet,  so  ir  mir  20 
und  minem  volck  bewissen  hand,  das  ir  uns  vor  dem  grusaummen 
löwen  erlößt  band,  der  uns  sovil  lydens  an  thän  bat.  Darumni, 
weiid  ir,  so  wyll  ich  üch  zwäntzig  tuasend  kriegern  geben,  das 
ir  sy  mit  üch  inn  Franckrich  füerend,  das  ir  die  heyden  daruLi 
jagend.  Deßglicben  wyll  ich  dir  ein  ratt  geben,  dardurcb  ir  as 
voicks  gnnog  überkommend:  schick  ein  hotten  zuo  OUyve,  des 
künig  Constantz  dochter,  der  vor  Babillouia  tmimkam,  und 
ich  weyß,  das  sy  üch  gern  irs  voicks  geben  wyrt,  die  sind 
guüt  kriegßlüt.«  Do  Ruolland  Adyllant  verstuond,  sagt  er: 
»Ich  weiß,  das  sy  es  von  hertzen  gern  thuon  wyrt;  wann  ich  so 
hab  sy  uß  dryer  ryssen  gfancknua  erlößt  uud  bracht  sy  irem 
vatter,  dem  künig,  wyder.  Darumm  er  willig  ward  mit  mir 
gen  Babillonnia  zetzüchen  mit  grossem  volck;  wie  wol  das  glück 
also  was,  das  er  ummkara.  Ich  schickt  sin  liehnam  inn  sin 
iand  verbalnisamet  zum  alter  erlichsten,  so  mir  möglich  was.  86 
Darumm  hoffen  ich,  Ollyve,  sin  tochter,  werde  vast  willig  sin 

* 
15  ao  stelle  des  sternclieiia  in  der  hn.  leerer  räum;  vergl.  anm. 


250 


uns  zehälffeu.  Darumtn  rätt  ich,  das  wir  iren  ein  bott  schickend.« 
Rengnold  sprach :  »Es  inuoß  Itein  andren  bot  dar  dann  ich, 
und  wyll  mit  mir  nemnien  mine  drj  brüedern.  Und  du, 
Kuolland,  und  ir  all  unser  gsellen  werdend  for  dannen  zueben 
6  mit  dem  volclc,  so  ücli  diT  kilnig  Adillant  geben  wyrt,  Karlj 
entscliütten  ;  und  ich  und  mine  brüeder  wend  iick  nach  ylleu 
mit  dem  volck,  so  iiberkoranien  mögend,  zum  beltisten,  so  uns 
müglich  ist.«  Do  dysser  rätt  beschlossen  ward,  ließ  Rengnold 
ein  scbif  zuo  rüsten.     Do    das  schiff  gerüst  was,    do    nam  er 

itt  urlob  und  macht  sieh  uff  die  sträs.  Do  Gannellon  ersach,  das 
Henguold  hinweg  was,  do  erdacht  er  ein  grosse  verrettery. 
Wann  eines  tags  beruofft  er  den  künig  Ädyliaut  an  ein  ort 
und  sprach  zuo  im:  »Ich  kan  nüt  Übels  uinm  gnotz  geben: 
ich  weyß  und  erkenn,  das  du  mir  eren  und  guotz  vyl  thuost, 

iB  darumiu  ich  dir  guotz  schuldig  bin.  Und  wenn  ir  mir  ver- 
heyssen  wend,  das  ir  mich  uüfc  offnen  wend,  so  wyll  ich  üch 
ein  heimlikeyt  sagen,  des  du  dich  ser  verwundern  wirst.«  Do 
der  heyd  Gannellon  verstuond,  do  verhieß  er  im,  er  wett  inn 
nüt  angeben.     Do  sagt  Gannellon :    »Du  weyst,  das  der  groß 

M  Callorion  inn  Franekrich  gfaren  ist  den  tod  dines  vettern,  des 
Alten  vom  bergs,  zerächen.  Aber  er  wyrfc  inn  nüt  an  dem 
rächen,  der  inn  ertödt  hatt,  Rengnold  gab  dir  zeverstän,  ein 
ryß  het  inn  ertödt;  aber  er  seyfc  nüt  war,  wann  der,  der  inn 
ertödt  hat ,    ist  stetz  inn  diner  gselscbafft  und  wie  Judas  ißt 

2>>  er  uß  diner  blatten :  das  ist  Alexander,  der  hat  inn  mit  verrettery 
ertödt.  Wann  darumm  das  sy  die  verrettery  dester  baß  ver- 
tecken  niöchtend,  stach  Alexander  zum  ersten  mit  ÜUyfier  und 
Rychardcii,  die  liessend  sich  mit  flyß  feilen.  Damach  wott 
der  Alt  och   mit  im    stächen  und    wott  der   zweyen  schmach 

30  rächen,  aber  Alexander  stach  inn  des  ersten  stichs  zetod. 
ReugDold  thett,  als  werß  im  leyd,  und  stach  och  mit  Alexander. 
Der  ließ  sich  feilen  und  thet,  als  were  er  tod;  aber  er  ward 
bald  wyder  läbeudig,  Sy  hattend  im  lassen  inn  sin  schwerU 
ich  weyß  nüt  waz  wappens   machen,    durch    das   fuudend  ay^ 

35  das  er  ir  vetter  was;  darumm  er  sich  touffen  ließ.     Darnach 
verriet   er    die  stat  Monnassa  mit  iren   lysten    und  nämmen 
die  inn  und  ertötdend  den  keyser,  der  samlet  volck  sins  suns 
Mariotz  tod  zerachen  ,    den    ay  vor  Babiilonia  getödt  hatteud. 


Und  ich  sichern  (ich,  das  Rengnold  den  Alteu  vom  berg  nüt 
töden  torfft  uS  ursach,  das  er  inn  toufft  batt,  sunders  ließ  inn 
tüden  durch  den  jÜDgling,  der  was  nach  nüt  Krjsten.     Wytter 
sag  ich  üch  nüt;  wann    ir  sind    wytzig  gnuog  lieh   an  üvvern- 
fyenden  zerachen,  so  ir  inn  inn  üwer  gselscbaff't  hand.«   Dem-  6 
nach   als  Gannellon    sin  verrettery    zuo  gerüst  hat ,  do  gieng 
er  von  Adillant ;  der  beleyb  inn  grossen  tancken,  und  nüt  ou 
ursach,  und  sinnet,  wie  er  sich  an  Alexander  rächen  wefct.    Des 
selbigen  tags,   als  sy   ob  tisch  eässend,    do  sagt  Adillant  zuo 
RuoUand :  »leb  bit  üch,  das  ir  mir  sagend,  wie  dysaer  jüugling  lo 
heyß,  zevernemmen,  ob  er  nüt  nach  den  uaramea  bab,  den  er 
hat,  do  er  nach  ein  heyd  was.     Ir  sagend,  er  aig  üwer  vetter, 
und  er  ist  aber  ein  [bl.  123]    heyd  gsin.     Wir    haltend  nüt 
vyl  uflF  eini,  der  sin  glonben  verläüt  und  ein  andren  an  nimpt. 
Ir  Krysten  sind  so  gar  lystig,  das  sich   niemmand  vor  üwern  m 
lysten  hüetten   kan.     Was  Rengnold    nüt  lystig,    da  er  mich 
über  reden  wott,  ein  ryfi  hette    min  vettern  ertödt?   Und  er 
seyt  nüt  war;    wann  ich  weiß  wol,   das  inn  einer  under  üch 
getödt  hat  mit  verrettery.     Und  ich  gloub,  Gaunellon  habe  die 
verrettery  erdacht,   wann  er  ist  im  listig   gnuog.«     Adyllaiit  aa 
seyt  di.«,  das  er  Gannelion  dester  baß  entachuldigette.    RuoUand 
sprach:    »Du  ßagst ,    der  Alt  sig  mit  verrettery  tödt  worden. 
Ich  weyß  nüt,  wers  dir  gseyt  hat;  aber  es  ist  nut  war.«     »Es 
ist,*  sprach  Adillant,   »wann  ich  weiß,  daz  inn  Alexander  tödt 
bat  inn  der  stat  Monassa  verrettersch.«  Do  Alexander  Ädyllant  2b 
veratuond,  sagt  er  zuo  im:   sieh  wyll,  das  du  wüssest,  das  ich 
nie    kein    verrettery    begangen    bab,   nach  nie   keiner    mines 
gschlächtz.     Ich  weyß  nüt,  wera  dir  gseit  hat;    aber  ich  bin 
bereyt   dich   sinn    bewißen   lyb  an   lib,    das    ich  inn  nüt  mit 
verrettery  ertödt  hab,   sunders  uffrechtigklichen  und  vor  vyl  3o 
fürsten  und  heren,  und  muoßt  mich  sinen  ersveren ;   wann  er 
greyf  mich  an,  darumm  daz  ich  den  gräf  Ollifieren  uud  Richard, 
Rengnoklen  bruoder,  gfelt  hat.«     »So  wyll  ich  dich  des  wyder- 
apyls  bewysen,«  sagt  Adillant,  »mit  stritten.«     *Es  gfalt  uns 
wol,<  sprach  RuoUand.     Der  strytt   ward  uff   den  niorneadeu  sb 
tag  gsetzt.     Und  Gannellon  sprach    zuo  Adillant,    damit  und 
er  sin  verrettery  dester  baß  bedecken  möcht:    »Du  sagst,  ich 
sig  eiü  verretter;  aber  ee  ich  von  hinnen  scheyde,  muostu  ea 


252 


wyder  rüeffen.c  »Es  ist  lange  zyt,«  sagt  Adyllant,  »das  ieh 
ghört  hab  sagen,  du  habest  vyl  verrettery  begangen.«  >Liai 
von  dysser  red,«  sßgfc  Ollyfier,  »untz  luorn,  so  der  stryt  gschäcben 
sol.«  »Es  gfalt  mir  wol,«  sagt  AdJllant.  Damit  giengecd  1 
»die  bereu  gen  schiäffen.  RiioUand  sprach  zuo  innen:  »fcli 
rätfc,  wir  schl äffend  all  gewapnet.  Ich  ßorg,  etlicher  uuder 
unser  gselscbafiFt  habe  dem  künig  Adillaut  disse  sach  geoifaet,« 
sDas  ist  kein  andren  gsin  dann  Gannellon,«  sprach  Asfcolffo, 
»wann  er  niijcht  nut  laben,  wenn  er  nüt  stetz  verrettery  tribe.« 

10  »Es  ist  nüt  wär,c  sprach  (lannellon.  »Du  bist  all  din  läbtin 
laug  ein  nar  gsin  und  euochst  nüt  dann  unruow.«  »Land  von 
dyssen  wortteo,«  sprach  Doon  von  Nantueil,  »nnd  gedenckend 
die  sach  uß  zeraachen,  damit  und  wir  gen  Paris  konimeu!' 
8y  schlieffend  all   gewapnet  die    nacht.     Mornendes   ließ  sicli 

lö  Adillant  wapnen  und  saß  uff  sin  pfert  und  reyt  an  das  end, 
da  der  stryt  beachächen  3ott.  Alexander  und  sine  gaelleu 
kämmend  och  dahin,  und  so  bald  die  zwen  kämplFer  ein 
andren  ersuchend,  stuchend  sy  ire  pfert  mit  den  sporeo  und 
kämmend  gegen  ein  andren,  also  das  ire  sper  zuo  stucken  gietagen. 

30  Demnach  zugend  sy  ire  sehwertter  ulk  und  stryttend  so  lang, 
das  ire  schilt  zuo  stucken  giengeu  und  och  ire  haruiscli.  Der 
stryt  weret  wol  zwo  stund,  das  raan  nüt  wüßt,  wellicher  den 
forteyl  hat,  nutz  das  Ruolland  sin  gebet  zuo  got  thet,  inn 
bittend,  das  im  geliepte  Alexander  den  sig  zegeben,  damit  iitiil 

25  sy  iun  Franckrich  faren  köndend,  die  fyend  des  krysteDlicben 
gloubeus  zevertribeu.  So  bald  Ruolland  sin  gebät  thäii  Wi 
huob  Alexander  sin  schwert  uf  und  achluog  Adyllant  zoberst 
utf  sin  hälm ,  also  das  er  im  den  kopff  iun  zwey  stuck  ttx- 
spielt,  und  fiel  tod  zuo  crdei^     Es  wer  im  weger  gsin,  er  hett 

ao  Reugnoldeu  gloupt,  der  im  gseyt  hat,  ein  rjß  bette  sin  vetteru 

ertödt,  dann  das  er  Gannellons  red  glouben  gab.     Es  ist  nui^ 

alwegen  guot  sich  an  ainen  fy enden  zeriichen,  sunders  ist  gross« 

*  der  zyt  und  dem  end  Iconnen  wartten,  als  dissem  heyd  be- 

achach,  der  sin  vetter  rächen  wott  uud  aber  den  tod  darunJtn 

B6  empfieng.  Wann  der  meint  sin  schmäch  zerächen,  der  sy  ei^t 
merret.     Do  die  edlen  und  die  burger  der  stat  gsächend»  das  «r 

* 

33  an  stelle  des*  Bternchens  in  der  ha.  leerer  räum ;  verg).  anm. 


künig  tod  was,  do  wäreud  sy  vast  fro;    wann    er  hat  sj  nilt 
wol   geregiert,  nach  innen  guot  räcbt  gehalten.     Daruram  sy 
zerätt  warclend  den  hereu  knecht  iiin  Fraiickrieh  zegeben,  s}' 
hettend  es  wol  umm  sy  verdient,  angsächen  das  sy  von  innen 
von  dera    etrussammeu    lüwen  erlößt    werind.     Kiirtz   darnacli  & 
roachtend   sich  die   heren    mit    dem   volck   uff  die   aträß  und 
fuorend  und  ryttend  sovast,    daa  sy  inn  kurtzeni  unwjtt  von 
Paris  kämmend.     Do  rejt  Ruolland  uff  ein  berg,  da  gaach  er 
der  heydeu  lüger,  die  hattend  Paris  belägret  utf' der aytten  gegen 
Sant  Denissius.  Do  die,  so  uff  den  thürnnen  zuo  Paria  wachettend,  lo 
Huollanden  züg  ersucheDd,  do  vernieinttend  sy,  es  werind  heyden, 
Die   mere  kätnend  dem  keyser  für,  der  ward  sinn  ser  betrüept 
und  beruoft  den  bertzog  Anaes,    den  bischof  Türpin ,  Gergia, 
Gwedon  von  Peyern  und  ander  aina  rätz ,  zuo  dennen  sprach 
er:    »Ich  denck,   all  heyden  uiä  der  Türcky   werdind  inn  diu  is 
land  kommen.     Nun    bin   ich    inn    grössern    sorgen    dann  ye. 
Wenn  min  vetter  Buolland,  Ollyßer  und  Rengnold  hie  werind, 
no  entzesse  ich  die  heyden    nüt  so  übel,   als   ich  thnon.     Ich 
bit  lieb,  das  ir  mir  rättend,  was  ich  thuon  aölL«     Gergia  von 
Thannemarck  sprach:    »Her  keyaer,    ir  sond  nüt  erschräeken  20 
ab  den  beiden;    wann  ir  wüssend,    das  wir   vyl   atrytten  mit 
innen  gehept  band,  aber  wir  band  allwegen  von  den  gnaden 
gottes   den  aig   gehept.     Got    ist  als   mechtig    una  vor  innen 
zeschirminen  als  ye. «   Als  Gergis  mit  dem  keyser  redt,  kämmend 
die  mere,  ea  w^er  Ruolland,  der  kemrae  mit  grossem  volck.   Do  as 
gebot  der  keyser,  daa  yederman  uff  sin  pfert  sease,    wann  er 
wett  sinem  vetter  engegen  rytten.     Er  saß  uff  sin  pfert  und 
reytt  ufi  Paris  mit  grosser   gsel  1  seil  äfft ;  wann   sy    begerttend 
all  Ruollanden  xesächen  und  sagtend,  syt  das  er  komen  wer, 
[bl.  124]  fürchtend  sy  die  heydeu  nüt  mer.     So  wyt  als  Ruolland  so 
lind  sine  gsellen  den   keyser  ersächend ,   stundend   sy  ab   und 
knüwtend  nider  und  grnotztend  den  keyser.     Der  saß  och  ab 
aineni   pfert    und   nnimfienga   mit    grossen   fröuden.     Darnach 
ryttend  sy  inn  pnllast,   die  andren   herbergetten  sich   inn  der 
stat  umuihar.  Der  keyser  fragt,  wer  Alexander  were.    Ruolland  aa 
sagt,  er  were  Geroltz  von  Rossillons  sun,  und  ertzalt,  wie  sy 
inn  funden  hettend,  und  wie  manlich  er  were;  des  der  keyser 
vast  fro    was.     Er   fragt   darnach    nach  Rengnold.     Ruolland 


254 

seyt  im,  wie  er  inn  des  küuig  Coustautz  laudl  were  kriegßlüt 
reichen.  Er  fragt  och  nach  Gannellon ;  Ruolland  seyt  im,  er 
wer  gen  Muntabaot  das  läger  abwenden,  so  Grjffon  von  Iloclieu- 
fueylla  diirfür  geschlagen    hat.     »Aber    ich  besorg   mir,    geh 

&  was  wyllena  Gaonellou  erfczöuge,  so  sig  das  läger  doch  durch 
ein  rätt  darfür  geschlagen  worden.«  »Ich  gloubs  nüt,<  sprach 
Karly.  Do  Asfcolffb  den  keyser  bort  Gannellon  entschuldigen, 
do  uiocht  er  nüt  echwigen  besagen:  »0  her  keyser,  ir  siod 
zevast  betrogen  von  dem  verretter,  der  on  underläü  nüt  thuot 

10  dann  erdenckeu,  wie  er  etwas  verrettery  an  Üch  und  an  allen 
denoen  inn  üwerm  köngkrich  verbringen  mög.  Ir  sind  so 
blind,  das  ir  inn  nüt  erkennend;  wann  er  ist  ur.sächer,  das 
üwer  vetter  Ruolland,  Rengnold,  Ollyfier  and  ander  ab  üwerern 
haf  vertriben   sind  worden    zum  diekern  mal.     Des  ir  gnuoj 

li /eschaifeu  gehept  band,  wann  ir  sind  zam  dickeru  mal  von 
üwern  fyenden  überfallen  worden,  und  ir  sond  wüssen ,  das 
Calorion  niemnier  inn  Franckrich  kommen  wer,  wenn  er  iiül 
gwüüt  het,  daz  die  besten  diner  ryttern  da  werind  gsin.  Aber 
ir  sind  wie  der  essel,  der  da  ndt  weyßt,  was  sin  sehwantz  nützt, 

20  untz  das  er  iun  verloren  hat,  so  inn  die  fliigen  bissend,  üti'i 
diewyl  iichsovil  Übels  von  dyasera  verretter  begegnetsiud,  sottead 
ir  inn  gäntzlich  ab  üweroi  häf  vertriben.« 


Wie  GauneLlon  Alexander  selbs  trjt  ertodt,  und  wc 

der  fryd  zwuschend  Karly  und  Kallorion  gemacht  ward. 

ÜB  und  darnach  mit  ein  andren  Gannellon  übertzugemi 

Die  «lere  kämmend  inn  der  heyden  läger,  Ruolland  und 
Ollifier  und  ander  werind  zuo  Paria  inn  zogen.  Des  KallorioD 
ser  erschrack  und  schalt  sin  got  Machraet  und  apracii:  »Eä 
beschiut  sich  wol ,   das  Machmet   schon    zealt  ist   und  all  sin 

aa  macht  verloren  hat,  das  er  nüt  hat  mögen  darvor  sin,  das 
Ruolland  und  Ollifier,  die  ich  so  übel  furcht,  nüt  inn  Franck- 
rich kemmend.  Wann  werend  sy  nüt  kommen ,  so  wer  mir 
Paris  und  Karly  inn  kurtzer  zyt  worden  inn  ininen  gwalt. 
Ich  verwundert  mich,  das  die  innwonner  so  lut  gschrey  machtend 

35  inn  der  stat,  aber  ich  erkenn,  das  es  von  fröuden  beschiebt 
von  wegen  der  ryttern  zuokiinfFt.«     Was  Callorion  erschrockeüt 


das  wärend  Geh  all  sin  volck:  sin  vetter  Archelaua  beruompt 
sich n ut  mer  Karly  zefachen ;  die  aller  manlichsten  under  Callorion 
volck  hattend  den  halben  teyl  irer  mauhejt  verloren.  Karly 
was  zuo  Paris,  zuo  dem  sprach  Ruolland :  »Uer,  gsachend  hie 
min  vetter  Alexander!:  Der  hat  groß  begird  sin  vatter  ze- 5 
Sachen,  der  ist  zuo  Muntabant.  Darumm  wyll  er  dahin  rytten 
mit  zechen  tnsjseud  mannen,  die  sind  siu.  Und  Beringer  nnioü 
mit  im  inu  leytten,  wann  er  ist  ein  wysser  inanlicher  ritter.« 
Es  gfiel  dem  keyser  wol.  Also  uiachtend  sich  Alexander 
und  Beringer  uff  die  sträs  und  ryttend  sovast ,  das  untz  uff  10 
zwo  niil  geu  Muntabant  kämmend.  Da  iundend  sy  Gannellon, 
der  fuort  wol  zwäntzig  tusaend  man  das  läger  vor  Muntabant 
zestercken,  damit  und  ea  gewannen  wurd  vor  Rengnold  zuo- 
kunft.  Und  hat  inn  ainer  gselschafft  zwen  ainer  fründen,  der 
ein  hictj  Berchtold  von  Pottiers  und  der  ander  PoJydor,  gräf  15 
zuö  Lassanna.  Do  Alexander  den  züg  ersach,  fragt  er,  wem  in 
sy  zuo  horttend,  Berchtold  sprach,  sy  hortend  Gannellon  zuo. 
Do  das  A  lexander  horfc  und  Gannellon  ersach ,  do  sprach  er 
zno  im:  »Du  verretteracher  dieb,  bist  hie,  Gannellon,  ein  vatter 
aller  verrettery,  der  ain  laben  laug  nie  anders  thet  nach  sin-  20 
net,  dann  alle  die  zeverrätten,  die  dir  vertrüwend.«  »Uii 
liastz  erloggeu,«  sagt  Gannellon,  »ich  bin  kein  verretter,  sun- 
ders du  byst  ein  verretter  und  alle  die  dines  gschlächt.«  Do 
Alexander  versfcuond ,  das  inn  Gannellon  ein  verretter  schalt, 
do  reyt  er  hindersich  und  leyfc  sin  sper  inn.  Aber  Gannellon  2b 
Berchtold  und  Polidor  ryttend  all  dry  mit  ein  andren  utf 
Alesander:  Gannellon  traf  in  vorzuo,  Berchtold  inn  die  sytten, 
das  sper  durch  den  lyb,  der  dryt  ertodt  im  ain  pfert  under 
im ,  also  daa  er  zuo  erden  fiel ,  verwundt  uff  den  tod.  Do 
Beringer  den  stich  ersach  ,  do  kam  er  halb  von  sinnou  und  so 
schrey :  »0  Gannellon,  nun  hastu  die  verrettery  ertKÖugt,  die 
ioü  dir  ist,  das  üwer  dry  ein  einigen  ryfcter  angryßen  band. 
Aber  ich  wyll  sterben ,  oder  ich  wyll  inn  an  dir  rächen.« 
Damit  sporret  er  gegen  Berchtold  und  stach  inn  des  ersten 
ätichs  ab  sinem  pfert.  Und  so  bald  er  am  herd  was,  stieß  35 
iin  Alexander  sin  schwert  durch  den  lyb  und    sprach :    »Nun 


31  verretter  hs.        32  angryffen]  aii-s  *angrjä"end«  corrigiert, 


256 


bin  ich  an  dysseni  gerochen.«  [bl.  125]  Darnach  streyt  Be- 
riuger  mit  Polydor  und  ertodt  inn.  Es  ist  kum  müglich  die 
grossen  manheyten  zeoifnen ,  die  der  edel  Beringer  des  tags 
begieng ;  wann  er  macht  mit  Alexanders  volcka  hylf  Gannel- 

ä  lous  volclc  sigloü,  der  dorft  sich  nüt  ertzöugen  vor  Beringer. 
Als  der  .stryt  beschach,  kämen  Gerold  von  Rossillon  und 
Fiffi.T,nus  mit  drü  tussend  atryttern  da  hin  ,  da  der  stryfc  be- 
schach, und  friigtetid,  was  das  were.  Beringer  seyt  Gerolden 
alle  ding,  wie  ea  gieng.     Also  trang  Gerold  inn  strit  und  üch 

10  Fjffianus,  aLs  die  wölf  uuder  sehäf.  Do  Gannellon  ersaeh,  Aas 
Gerold  von  Rossillon  und  Fiffianus  da  wärend  ,  do  macht  er 
sich  inn  die  flucht  inn  sin  land ,  deaglichen  sin  volck  och, 
die  der  wyl  hattend ;  die  andren  wiirdend  all  ertodt.  Dem- 
nach als  der   stryt    verbrächt    ward ,    gieng   Beringer    an   das 

15  eud,  da  Alexander  lag.  Der  hat  sina  bluotz  sovyl  vertoreo, 
das  er  sich  nüt  uffenthan  mocht.  Beringer  trost  inn  zum 
basten,  so  er  mocht.  Ion  dem  kämmend  Gerold  und  Fiföaniis. 
die  frägtend ,  wer  der  rytter  were,  der  so  übel  wund  was. 
»Ach,  Gerold,«  sprach  Beringer,  »fragend  ir ,    wer    er   sig? 

äo  Er  ist  üwer  sun,  den  ir  gmacht  hand  by  der  schönnen  Rosse- 
pina.«  Und  ertzalt  im,  wie  inn  Rengnold  nnd  Rnolland  fua- 
den  bettend.  Do  das  Gerold  verstuond  ,  do  sa&  er  ab  sinecn 
pfert.  Do  Alexander  verstuond,  das  sin  vatter  was,  do  brätht 
er  sovyl  zewägen,  das  er  utf  sine  knüw  kam,  und  sprach  mit 

26  weinenden  ougen :  »0  min  vatter,  ich  wird  dester  lieber  ster- 
ben, das  ich  dich  vor  niinem  tod  gs'ächen  hab.«  Er  ummfieng 
sin  vatter;  der  vatter  küßt  inn  mit  weinenden  ougen  und  kond 
von  leyd  nüt  reden.  Nach  langem  fragt  er  Alexander ,  wo 
er  sin    muotter  Rossepina    gelassen   hett.     Alexander   sprach, 

iio  er  hett  sy  inn  irem  land  gelassen  ,  inn  dem  sy  küngin  ver. 
Demnach  sprach  er:  »Min  vatter,  ich  byt  dich,  das  min  tod 
gerochen  werd  an  dem  verretter  Gannellon.  Ich  befilch  dich 
got,  wann  ich  mag  mit  mer  reden.«  Damit  fiel  er  tod  hin- 
dersieh nider.     Do  Gerold  sin  sun  tod  gsach  ,   do    fiel  er  inn 

«s  äinmacht  nyder  und  lag  ein  guot  wyl  on  reden.  Und  do  er 
reden  mocht,  sprach  er:  »0  tod,  warumm  hasta  nut  mich  ge- 
nommen, so  ich  alt  bin,  und  hast  min  sun  laben  lassen  ,  der 
nach  jung  was  ?   Ich  mag  wol  reden,  ich  werd  niemnier  uiff 


fröad  haben ,  das  ich  min  sun  so  spät  erkänt  hab ,  und  so 
nnlang  by  mir  gsin  ist.  Die  fröud,  so  ich  an  im  ghept  hab, 
hat  unhing  gwert.  0  arbentael liger  armer  trostlosser  vatter, 
der  sin  sun  verloren  hat  mit  laitschem  Unglück!  Ks  ist  niit 
möglich,  Aas  ich  yemmer  nier  fröud  nach  wuon  haben  niög.«  s 
Und  er  fiel  mit  dysaeu  wortten  inn  änimacht  uff  sin  sun.  ße- 
rjnger  und  Fyffianus  hnlffend  im  wyder  ufi  der  ämmacbt  zum 
basten,  so  sy  mochtend.  Darnach  schicktend  sy  nach  einer 
roßpar  gen  Muntabant,  daruf  leyttend  sy  den  lichnam  und 
fuortten  inn  gen  Paria,  Do  sy  schier  by  der  sfcat  wärend,  lo 
kämmend  all  protzession  dem  liehnani  engegen.  Und  waV-d 
inn  das  groid  niünster  vergraben  mit  grossem  vest.  Es  klag- 
tend  inn  vast  vyl  lütteu  und  verflüechtend  den,  der  inn  er- 
tödt  hat.  Do  der  meehtig  küuig  Callorion  hört  sagen ,  das 
man  eines  rytters  greptnufi  begän  wott,  von  Renguolden  ge-  m 
Schlacht  geboren  ,  do  schickt  er  ein  herold  zuo  Karly  uuim 
gleyt;  wann  er  begertte  die  greptnuß  zesächen.  Es  gfiel 
Early  wol,  und  gab  im  gleyt  sampt  hundert  der  sinnen.  Also 
ryttend  Kailorion  und  Archelaua  mit  etlichen  siner  obersten 
gen  Paria.  Der  keyser  und  die  sinnen  thetfcend  innen  gros  20 
eer  an.  Callorion  klagt  Alexander  vast ,  wann  er  hat  inn 
woll  erkänt,  wann  er  was  vyl  an  siuem  häf  gsin,  Und  ruompt 
inn  des,  wenn  er  sine  tag  erläpt  hett,  so  hette  er  all  rytter 
mit  manheyt  für  troffen.  Der  vatter  fuort  erbermklich  kla- 
gen, das  mengklicher  genöttiget  ward  zetruren.  Die  heyden  ^b 
giengend  nüt  inn  die  kirch.  Do  das  grebtnus  ui  was,  gieng 
der  keyser  wyder  inn  pallast.  Das  essen  was  bereyt.  Karly 
aatzt  Callorion  nebend  inn  zuo  tisch.  Sy  wurdend  gespyßt 
mit  vyl  trachten,  des  sich  die  heyden  ver wunder fctend.  Nach 
dem  ymbiß  stuoud  der  gräf  Ruolland  uf  und  thfet  ein  bredig,  so 
die  was  also,  das  der  t'ryd  zwüscheud  Karly  und  Kalloriou 
gemacht  ward  und  beschlossen  und  der  krieg  geschworen 
wyder  Gannellon,  das  läger  für  Pottiers  zeschlacheu  (da  was 
er}  Alexanders  tod  zerächen.  Der  krieg  ward  uß  gerüeft. 
Die  heren  kämmend  für  Pottier.«.  Gannellon ,  der  hat  stetz  ss 
specher  an  Karlys  häf,  ward  innen,  das  mau  inn  wott  bekrie- 


13  tind|  wiederholt  lia. 

Uorgaat  der  rifso 


n 


258 

gen,  darumm  er  vorhin  ?or  Muntabant  dunnen  zocli  and  kam 
geu  Pottiers,  ee  Karly  dahin  kam  mit  sinem  kriegsvolck.  Und 
lieli  die  stat  verbolwerchen  zum  basten,  so  er  mochfc,  also 
das  er  sine  fyend  wenig  entsaß.  Der  keysser  liarly  kam  inu 
6  sin  Land  und  alles  das,  so  er  errobern  mrjcht  satnpt  sinem 
volck,  erstächen  sy  und  verbranttend  sy.  Doch  thetfceud  sj 
ira  wenig  Schadens  vor  Pottiers,  und  beschachend  doch  mengen 
stürm ,  da  vyl  lütten  uninikämmeud  zuo  beden  sytten.  Nun 
weud  wyr  von  Rengnold  sagen. 

10  Wie  Rengnold   durch   iingewytter  inu  ein  stat  kaoi, 
Achaya  geheyssen ,    da   streyt   er   mit  junekfrowen, 
und   wie   der  fryd   gemacht    ward  zwuschend  Kariy 
und   GannelloQ. 

Do  Rengnold  uö"  dem  mer  was  sanipt  sinen  brucdero,  do 

iB  huob  der  pattron  den  segel  uf,  der  wind  schluog  darinn,  ußii 
hafctend  wind  nach  wyllen  dry  tag.  Aber  am  fierden  tag  er- 
huob  sich  ein  ungewitter,  das  warf  sy  mer  dann  drü  liiuidert 
mil  uß  irem  weg  und  warff  sy  inn  ein  port  des  mers,  an  dem 
was  ein  stat  uff  einem   velssen,   wunderbärlichen  starck.    Du 

20  was  ein  Icünig,  der  hiefi  Arbaliater,  der  läpt  nun  der  röben 
der  schiffen,  die  da  für  fuorend.  Do  der  pattron  das  end  er- 
kant,  do  erschrack  er  vast  übel  und  sprach  zuo  Rengnold: 
>Da8  glück  ist  uns  gar  wydrig ;  wann  da  wir  dea  [bl.  12C] 
mers  nett  liberwunden  band,    sind  wir  erst  nach  inn  grosser 

25  sorgen  gf allen  dann  vor.  Wann  inn  dyssera  schloß  uff  dem 
felssen  ob  der  etat  wannet  der  künig  Arbalyster  dysser  stat, 
der  ist  der  gröst  thyrann  uff  dem  mer.  Er  hat  inn  siner 
gselachaft  by  dry  hundert  junekfrowen,  gerüst  zum  krieg,  nnd 
sind  gewapnet  mit  gesöttnen  lädern  und  sind  tapffer  und  mau- 

30  lieh.  Eine  ist  der  andern  aller  oberstin,  die  heyßt  Ärehylide, 
die  entsitzt  kein  rytter,  so  manlich  ist  er  nüt.  Und  so  bald 
etlich  galleen  oder  schyffer  inn  dis  port  kommend,  so  kom- 
mend sy  hinab  und  beruobend  sy  und  nemtuend  die  lüb  gfangeu, 
so  innen  werden  mögend.     Darumra    gät   es    ans    übler  danu 

85  vor.«  Do  Eengnold  den  pattron  verstuond,  do  sprach  er  «tio 
im:  »Du  verstä-st  es  übel,  das  du  sagst,  wir  sigend  inn  grossem 


sorgen  dann  vor.  Und  ich  wyll  dir  crtzeigen,  das  die  sorg 
des  mers  grösser  ist ,  dann  die  an  dy ssem  port ;  wann  inn 
meres  nötten  hilö't  weder  stercky  nach  macht  niitt,  aber  den 
inentschen  und  tjrannen  mag  man  sich  wol  erweren  mit  gwalt. 
Darumm  bab  küin  sorg!  Wann  ich  sag  dir  zuo,  mag  ich  mich  o 
uuder  dis  junckfrowen  mischlen,  das  Ichs  kuo  rügten  wyll,  das 
sy  ein  ander  mal  die  für  fareuden  nüt  berouben  werdend. 
Darum  tu  gib  mir  etlich  Ton  dinem  volck  zuo ,  die  mit  mir 
kommend  inn  die  stat  epys  reichen!  So  wyrstu  Sachen,  ob 
ich  von  des  thy rannen  und  einer  junckfrowen  forcht  wegen  m 
nüt  spya  bring.«  Der  patron  gab  im  ein  knecht  zuo.  Reng- 
nold  kam  inn  die  stat  und  nani  apyß  und  luod  sich  und  den 
sehifman  und  kart  wyder  zum  schiff;  da  assend  und  trunckend 
sy,  wann  sy  dorfftend  sin  wol.  Nach  dem  essen  sprach  Reng- 
nold  zuo  ßinen  brüedern:  »Wapnet  üch!  So  wend  wir  gen  <;> 
Sachen,  ob  Arbalister  uns  heyssen  werd  das  zallen,  so  ich  inn 
der  stat  genommen  hab.«  lun  dem  kämmend  die  mere  Ar- 
balyster  für,  ein  friJmbder  rytter  hett  die  stat  blundert;  da- 
rumm er  zuo  Arehalyde  sprach ,  sy  und  ir  j  unckfrowen  söt- 
tend  an  das  gstad  den  ry  tter  ertöden  und  alle  die ,  so  sich  co 
niit  ergehen  wettend,  und  das  schiff  entblundern.  Do  die 
junckfrowen  gcwapnet  wärend,  giengend  sy  ab  dem  sehlos. 
Und  do  sy  zuo  der  stat  thär  kämmend,  fuudend  sy  Rengnold 
und  siue  brüedern.  Arehalyde  sprach  zuo  Reugnold:  »Rytter, 
war  wyltu  ?  Wer  hat  dich  so  frisch  graacht,  das  du  inn  disse  sb 
stat  kommen  bist  an  erlouptnus  des  küaig  Arbalyaters  ?«  Reng- 
nold sprach  zuo  ir:  »Ich  bin  kommen  dich  und  inn  zesträffen 
der  thyranyen,  die  täglichen  durch  üch  begangen  werdend.« 
Archalyda  sprach  zuo  im;  »So  wer  dich!  Wann  ich  sag  dir 
ab.«  Damit  zugend  Rengnold  und  sine  brüedern  ire  Schwerter  so 
uß  und  bestrichen  die  mit  der  junckfrowen  bluot ;  wann  sy 
hattend  wenig  wyderstantz ,  sy  achluogentz  nyder  wie  ein 
sägyfi  das  gras  vor  ir.  Wann  sy  wurdend  inn  kurtzer  zyt 
.syglos;  die,  so  enttrünnen  mochtend,  fluchend  inn  die  stat. 
Do  Arbalyster  sine  )unckfrowen  ayglos  gsach,  do  ward  er  un-  as 
sinig.  Und  wapnet  sich  und  nam  ein  sper  und  kam  an  das 
end,  da  Rengnold  was.  Er  was  gewapnet  mit  einem  pantzer- 
rock  von  guldinera  tuoch  voll  edlem  gestein.     Do  inn  Rengr 

\1* 


260 

nold  30  wol  beklejt  gsach,  do  sprach  er:  »Dysaer  l<iiuig  bringt 
mir  hie  ein  kostliche  bekleydung.«  Do  er  zuo  im  kam,  spracii 
er  zuo  im:  >Künig  Arbalyster,  ich  gloub,  disse  bekleidung 
hab  dich  wenig  kostet.     Wüß ,   das  ich  harkoramen  bin  dich 

6  zeaträffen  umm  die  grossen  roubery  und  thyrauay,  die  du  be- 
gast täglicheu  an  deu  frömbderi ,  die  da  für  farend!  Wann 
die  götter  mögend  die  grossen  übel  niit  mer  erlyden,  deren 
du  voll  bist.«  Der  heyd  sprach  »uo  im:  »Faltscher  dieb,  der 
du  byat ,    biätu  hurkommeu  mich    inn    mioer    stat  zesträffen? 

10  Ich  hiih  gnuog  von  dir  erlytten;  du  muoat  erhänckt  werden, 
ee  das  nacht  wirt.«  Also  rytteud  ay  gegen  ein  andren  mit 
söllicher  stercky,  das  sy  bed  zuo  erden  fiellend;  wann  ire  aper 
wärend  so  sfcarck,  das  es  nut  müglich  was,  das  sy  inn  sätlen 
belyben    mochtend.      Darnach   zugend    sy   ire   schwertter  uö 

i&  und  gäbend  ein  andren  herfc  streich ,  also  das  ir  schilt  gar 
zestucken  giengend  und  ire  hämisch  gar  zerhowen.  Der  strjt 
weret  mer  dann  ein  stund,  dea  Rengnold  ser  erschrack.  Er 
huob  sin  schwert  uf  und  wott  den  heyden  uff  den  köpf  schla- 
chen  ;    aber    Arbalyster  huob  den  litigen  arm  uf,  und  Keng- 

ao  nold  schluog  inn  daruf,  also  das  er  im  die  band  ab  huw.  Do 
der  heyd  gsach,  das  er  sin  band  verloren  hat,  do  erschraBk 
er  vast  übel  und  sagt  zuo  Rengnold:  »Ich  ergib  mich  dir  und 
bekenn,  das  ich  din  gfangner  bin ,  imd  wyll  alles  das  tbnon, 
Bo  du  mir  gebütst.     Und  byt  dich,    das  du  mir  din  naaimen 

86  sagest.«  »Wüfi,«  sprach  Kengnold,  »das  dir  min  nam  uüt 
versehwigen  werden  muola  :  ich  bin  Kengnold  von  Muntabant.« 
Do  Arbalyster  verstuond ,  das  er  Rengnold  was,  do  achluog 
er  sich  mit  der  andren  band  au  die  stirnnen  und  [bl.  127] 
sprach:   »0  Machniet,  du  byst  wol  ein  verretter,  das  du  mich 

3Q  da  hin  gfüert  hast ,  das  ich  mit  Rengnold  gestrytten  bab. 
Du  bist  wol  wyrdig  ,  dag  du  geschulten  werdest.  Verflüecbt 
sig  die  stund,  das  ich  ye  an  dich  gelöpt  hab,  vertlüecht  werd 
din  gotheyt,  verflüecht  werde  der,  der  dich  nie  anbätt,  ver- 
flüecbt werd  der  himel,  der  dich  uitenthalt,    verHüecht  werd 

fi«  din  gloub  und  alle  die,  so  au  dich  glonbend  !  Verflüecbt  aig 
die  stund  ,  au  deren  ich  an  die  welfc  kam  f  Verflüecht  werde 
min  unwüssenheyt,  das  ich  Rengnolden  nilt  erkennen  kond 
im   stryt!    Verflüecht   sig    min   gluck,    das    gtivllen    bin  oben 


liarab  /alt  niderst!  Ich  gib  dir  all  uiiu  land,  Retigiiold  ,  und 
mach,  dick  dereu  ber,  Uud  byt  dicb,  das  du  mir  urlob  gebest 
iun  .der  wält  ummbar  zetzuchen  den  tod  suocheii;  wann  ich 
\vyll  nüt  anders  thuon  durin  gän ,  nutz  das  ich  inn  funden 
hab.  Wann  ich  beger  nüt  in  dyssem  iund  zesfeerben;  wann  e. 
ilachuiet  muos  die  eer  nüt  haben  ,  das  ich  inn  der  hejden- 
schaft  sfcerb.«  »Ich  wyll  dich  nüt  han,«  seyt  Rengnold,  »aber 
ich  wyll  dich  gäö  lassen  mit  süllichem  geding,  daz  du  mir 
lobest,  du  wellest  so  lang  gäo,  nutz  das  du  min  vetter  Kuol- 
landeu  finst,  und  dich  im  gf'angeu  geben  von  minetwegen.«  lo 
Arbalyster  sprach,  er  wett  es  thuon,  uud  er  het  langest  be- 
gert  Rengnolden  uud  Kuollanden  zesächen  ;  nun  het  er-Keng- 
uoldeii  gsächen  mit  äinem  grossen  nnglück.  Aber  es  ist  daz 
gericht  gofctea,  der  warttet,  ob  sich  der  mentach  bessern  well ; 
aber  wenn  er  gsicht,  das  er  inn  einem  übel  verharen  ist,  sott 
straft  er  inn,  als  er  Arbalyster  fchet ,  der  sin  land  verlassen 
muoßt  und  fründ  und  vettern  uud  inn  der  wält  ummhar  trüffeu 
mutoßt.  Er  nam  urlob  und  demnach  als  er  sin  arm  hat 
lassen  zuo  rüsten,  macht  er  sich  uff  die  sträs  den  tod  gau 
suochen.  Und  ßeiignold  nam  die  stat  und  das  schlos  inn  zuo  20 
sinen  banden.  Demnach  als  Arbalyster  von  Rengnolden  ge- 
Rcheyden  was,  rey t  er  sovast,  das  er  gen  Paris  kam ;  aber  er 
fand  Karly  nach  Ruollarid  nüt  da.  Do  er  innen  nach  gefragt 
hat,  do  macht  er  sich  uff  die  sträs  und  reyt  sovast,  das  er 
zeuechst  für  Pottiers  kam.  Und  zuo  allem  glück  den  ersten,  as 
den  er  fand,  das  was  (jannellou,  der  hat  die  FrantEOSsen  über- 
fallen. Der  sprach  zuo  im:  sWer  bistu?  Wannen  kumstu?« 
Arbalyster  sagt:  »Ich  bin  ein  arbentselliger  künig  und  ryt 
inn  der  wält  ummhar  und  auoch  den  tod.«  Gannellon  sagt: 
>Ich  furcht  mir,  Karly  oder  Ruolland  habend  dich  här  gsehickt  so 
zespächen.  Und  darumm  das  du  sagst ,  du  sigest  vertzwyflet 
durch  din  arbentselkeyt ,  ich  sag  dir  ,  daa  ichs  och  bin  und 
arbentsäliiger  dann  du.  Und  darumm  wend  wyr  mit  ein 
andren  stritten,  und  ich  gloub,  du  habest  den  tod  funden, 
den  du  suochst.«  Arbalyster  sprach,  es  gfiel  im  woh  Also  3& 
stächend  sy.  Aber  üaunellou  inocht  Arbalisters  stych  nüt 
uffenthan,  wann  er  fiel  zuo  erden  gantz  machtlolä.  Do  inn 
sin  volck  am  herd   gsächen d  ,   do    kämmend  sy  all  uff  Arba- 


262 

liater;  aber  er  wart  sich  wie  ein  guotter  rytter.  Diewyl  Ijam 
Gannellon  wyder  uLi  der  ämmacht  und  sagt  ziio  sineni  volck, 
ay  söttend  dem  rytter  uüt  thuoQ.  Und  gebrucht  sich  mit 
siner   lystigkeyt  gegen    Arbalyster    mit   früntlichen    wortten, 

5  also  das  er  inn  mit  im  inn  die  etat  fuort  durch  ein  heim- 
liches thär,  durch  daa  er  hin  uß  reyttj  wenn  er  wott.  und 
faort  inn  inn  sin  pallast,  da  sagt  er  zuo  im:  »Ich  weyß  nat, 
wer  du  byst;  aber  du  dunckst  mich  ein  wysser  man,  der  vjl 
gsächen  hat.     Darumm  wyll  ich  dir  einer  sach  vertriiwen,  die 

10  ich  dir  sagen  wyll.  Ea  ist  war,  daa  ich  der  gräf  Gannellon 
bin,  der  all  sin  laben  lang  dem  keyser  Karly  wol  und  trüw- 
lich  gediennet  hat.  Aber  als  ein  untrüwer  durch  zuotragunc; 
etlicher  zentzlern  und  Versager ,  die  umni  inn  sind ,  bin  icli 
ab  ainem  haf  verbant  und  verjagt  und    von  mengklichem  ein 

»5  verretter  geschulten ,  und  das  bösser  ist ,  ist  er  kommen  mit 
groasera  zilg  mich  belägren ,  als  du  wol  sächen  magst ,  uod 
sagt,  er  well  mich  und  min  land  zerstören.  Und  ich  schwe- 
ren dir,  daa  ich  im  60  triillich  und  wol  gediennet  hab,  als 
kein  rytter  keinem   künig  niemraer   diennen  wyrt,   und  darf 

20  wol  sagen,  wenn  ich  nüt  wer,  das  er  yetzmäl  nüt  känig  inn 
Franckrich  wer.  Aber  es  ist  war,  es  ist  unlang,  das  ich  siner 
fründen  einer  ertödt  hab  inn  bewarung  mines  libs,  der  tieß 
Alexander ;  wann  er  greyf  mich  an,  und  du  weyst,  das  yeder- 
man   schuldig  ist  sin   laben   zehewaren.     Aber  hett  ich  m 

95  erkent,  so  hett  ich  das  Karly  nüt  zeleyd  thän.  Und  das  ist 
die  fürnemest  ursach,  darumm  ich  belägret  bin.  Darumm  byt 
ich  dich,  das  du  zuo  Karly  rittest  und  im  die  sach  ertzeigwt, 
als  du  wol  verstäst,  und  inn  hättest:  hab  ich  im  ye  etwat 
thän,  das  der  belonung  wjrdig  sig,  das  er  mir  vertziche  und 

30  sin  läger  ab  wende.  Und  ich  gib  mich  dar,  für  inn  zekom- 
men  im  hembd  und  barfuoß,  den  strick  am  hals,  die  knilw 
uff  der  erden,  von  im  gnad  begereu  umm  Alexanders  tod. 
Wann  ich  hab  nie  nüt  anders  thän  nach  gesinnet,  das  im  niys- 
fallen  sott.     Und  magatu  eovil  zewägen  bringen,  das  da  den 

as  f ryd  verschaffest,  so  wyrd  ich  dir  all  min  laben  lang  giiot» 
pflichtig  sin.«     Do  Arbalyster  Gannellon  verstuond,  do  ro^int 


2  ammäciit  hs.        13  zentlem  ha. 


r;  er  seytte  war.  Darumm  er  uff  sin  pfert  saß  und  kam  inn 
Karljs  zel,  dem  tliet  er  die  reverentz  au  und  thet  siti  bot- 
schafft inn  der  gBtalt,  als  im  Gannellon  inn  befelch  gebeu 
hat.  Und  brächt  sovil  zewägen  mit  siner  hupscben  red,  das 
der  kejsser  und  Ruolland  Gannellon  vergäbend  mit  söllicliem  » 
geding,  daa  er  nüt  uff  hortte  ryfcteu,  untz  das  er  Reugnolden 
funden  het  und  gnad  von  im  begertte  umm  Alexander  tod. 
Do  Arbalyster  den  friden  gemacht  hat,  do  reyt  er  wyder  inn 
die  etat  und  erfczalt  Gaunellon,  wie  sin  fryd  gemacht  was  mit 
Karly  und  Ruolland;  dea  er  vaat  [bl.  128]  fro  ward.  Und  lo 
thet  sich  ab  untz  an  daa  hembd  und  barfuoß,  den  strick  am 
halß,  und  gieng  ian  Karly s  zel.  üiid  uff  beden  knüweu  be- 
gert  er  von  im  gnad  umm  Alexanders  tod.  Der  keyser  ver- 
gab im.  Es  were  Karly  weger  gsin,  er  het  inn  lassen  tüden; 
wann  er  thet  im  darnach  übel  und  aller  Kristenheit,  als  ir  " 
yerstän  werdend  am  end  dyö  buocba.  Do  Ganellon  sin  fry- 
den  gemacht  bat,  ließ  er  sich  wapnen;  darnach  aalä  er  uff 
siu  pfert  und  macht  sich  uff  die  aträs  Rengnolden  zeauochen, 
gnad  von  im  begeren  umm  Alexanders  tod.  Und  rcyt  an  alle 
end,  da  er  vernam,  da  krieg  warend.  *> 


Wie  der  kuiiig  Calloriou   und  künig  Arbalyster  mit 

ein  andren  strittend  und  bed  ummkammen,  und  wie 

Rengnold  durch  das  gebot  gottea  fuor  ein  heyd 

überwinden. 

Do  der  mächtig  künig  Callorion    vernam ,    das   der    fryd  ^ 
gmacht  waa   mit  Gannellon   durch  Arbalyster,    do  sprach  er 
zuo  im   inn   gegenwyrttigkeyt   des    keysers    und    aller  bereu: 
»Es  ist  war,    das  ich    vou  Paris   bar  zogen  bin  mit  grossem 
züg  des  aller  hüittigesten  ritters    tod  rächen ,  der   inn  laben 
was.     Und   du    hast  durch    din   sehwätzerry  und  sentft  reden  »o 
gnad  und  verfczichung   verschaffet  dem    aller  feltschisten  ver- 
retter,    der    inu   aller    wält  ist   und  der  durch  sin  verrettery 
zum  dickern  mal  den  tod  verdient  hat.     Darumm  sag  ich  dir 
ab  uff  den  tod  und  wyll  dich  mit  dem  schwert  bewyssen,  das 
du  faltschlich    garbeitted   hast.     Du    bist   ein    heyd    und   ich  »e 
ouch;  darumm  gtoub  ich,   der   keystr   werd   es   uns  nüfc  ver- 


264 


sagen.«  Arbalyster  sprach  zuo  im,  es  gfielt  im  wol.  Alsii 
^v^u•l]ülvd  die  zwen  lieyden  «^ewapiiet  und  sasaeiid  uff  ire  pfert. 
Und  nam  yetlicher  ein  gioü  sper  und  sportteud  gegen  eiu 
andren  mit  grosser    stercky ;   aber   das   glück    was   also,  iitö 

Ä  y  etil  eher  sin  aper  dem  andren  durch  den  üb  stach,  und  fielleuti 
all  bed  tod  zao  erden ;  des  sich  mengkliclier  ser  verwundert. 
Tun  dysser  gstalt  fand  Arbalyster  das  ,  so  er  suücht,  das  waa 
den  tod.  Do  Arcbelaua  gsacb,  das  sin  bruoder  tod  was,  do 
nam  er  urlob  von  Karly  und  von  allen  heren  und  f'uor  wyder 

10  iun  sin  land  mit  dem  züg.  Und  Karly  gab  all  stnem  volek 
urloh  und  reyt  wyder  gen  Paris  mit  sinen  heren.  Nun  wond 
wyr  von  Rengnolden  sagen.  Als  die  hyatoria  hievor  gsagt 
hat,  do  Arbalyster  von  Archada  gerytfcou  was,  do  ward  Keug- 
noM  liünig  über  die  stat.     Und  brediget  dem  volek,  also  diu 

ib  er  sy  zuo  kristenlicbem  gloubeu  bekart.  Es  aol  sich  nieimiien 
verwundern,  das  got  die  fürsten  uß  Franckrich  lieb  hat ,  dit 
leyttend  all  ir  zyt,  all  ir  liab  und  lyb  und  stercky  den  krysU'U- 
lichcjn  glouben  zemeren.  Sy  battend  uch  zum  dickem  mal 
gütlich  luiderwissungeu ,  als  dann  Rengnold  hat;    wann  einer 

30  nacht,  als  er  zuo  Archada  was,  do  kam  im  ein  engel  für,  der 
sprach  zuo  im:  »Rengnold,  du  hast  ein  werch  thän ,  das  ist 
got  vaat  gf'ellig.  Darumm  enbüt  er  dir  by  mir  (wann  ich 
bin  sin  engel),  das  du  morn  uü  dyaser  stat  scheydest  allein 
uud  zefuoJä.     Wann  du  muost  iun  eiu  wüeste  gän,  die  heyßt 

2ö  Ivaprefol;  da  wyrstu  ein  grosser  ryß  önden,  der  ist  so  gms- 
aamtrt,  das  er  die  pilgry  not  läßt  für  faren,  die  zuo  dem  Helgen 
grab  züchend ,  das  er  sy  nüt  beroub  und  der  luerteil  ertöJt. 
Mit  dem  soltu  stryttcu  und  wyrst  inu  überwinden,  damit  nn^ 
die  pylgri  dester  sicherer  für  züchen  mögend.«     Nach  diaäen 

3a  wortfceu  verschied  der  engel.  So  bald  es  tag  ward ,  beruoft 
Rengnold  sine  brüeder  und  die  obersten  inn  der  stat  nmd 
ertzalt  innen,  wie  im  der  engel  gottes  erschinneu  were,  uwi 
daz,  80  er  im  gebotten  het.  »Und  darumm^t  sprach  er,  »das 
ich  ob  allen  dingen  begeren  gottes  gebot  zeverbringeii ,  vyli 

as  ich  von  lieh  echeyden.  Darumm  befilcli  ich  üch  die  statt  iiinJ 
byt  und  gebüt  üch,  das  ir  guot  rächt  baltind  dem  armen  als 

* 
13  Archada]  aus  »Achaja«  gebesaert;  vergl.  258,  11. 


fem  rycbeu,  und  liüettend  ücli,  das  ir  de  tu  voJck  iiüt  abneni- 
mend»  dann  was  billicb  sin  wjrt!  Und  warttend  uiiueu  liiel 
Wann  ich  will  mit  der  hilf  gottes  bald  wyder  komiuen.«  Do 
sine  brüedern  versfcuoridend,  das  er  hinweg  wott,  do  wurdend 
sy  vjist  bekütnerfc ,  nut  darumm  das  er  dem  gebot  gottes  ge- 
horsam was,  Bunders  darutnm  das  er  allein  gieug  und  zefuos. 
»Hand  kein  iioniuofc,  mitie  brüedern!«  sprach  Rengnold,  »wann 
der,  der  mich  da  bin  schickt,  wrrt  mich  nüt  verlassen.  Zuo 
dem  allem  befilch  ich  üch  min  pfert  Bayard.«  Damit  gebot 
ßeuguold  dem  pattron ,  das  er  sin  schif  zuo  rust.  Das  thet 
er.  Do  es  gerüst  was,  naui  er  urloh  von  sinen  brüedern  und 
von  den  innwonnern  der  etat.  Er  saü  uff  das  mer;  der  wind 
was  guot ,  darumm  ay  bald  wy  t  wärend.  Es  wärend  etlich 
pilgry  inn  Kengnoldeu  gselschaft ,  die  wotfcend  zum  beigen 
grab.  KengMold  truog  sin  hämisch  und  schwert  under  sim 
mantel  und  truog  ein  pilgrystab  wie  die  andren  pilgry.  Sy 
haltend  wynd  nach  wyllen,  darumm  sy  vast  bald  an  dem  port 
wärend ,  da  sy  iiti  sitzen  wottend.  Das  was  nach  by  einer 
stat,  die  hieß  Neryko  ;  da  was  [bl.  129]  her  ein  amyroU.  Do 
ay  uff  dem  land  wärend,  sprach  Kengnold  zuo  dem  pattron, 
er  sott  wider  gen  Archada  faren  und  das  er  inn  eines  man- 
notz  frist  wyder  dahin  kerauie,  inn  hoffnung,  er  wett  och  da 
sin.  Der  patron  nam  urlob  von  Rengnold  imd  sagt:  »Ich  byt 
den  got,  inn  des  dienst  ir  gänd,  daz  er  üch  leytte  und  wyder 
J|pnge  mit  fröuden  und  gsuntheyt.« 

Wie    Rengnold    mit  einem  rytter  streyt,   der   streit 
umni  die  schöne  siner  liebe,  und  wie  Clannollou  Reng- 
nolden  fand  und  gnad  von  im  begert  umm  Alexanders 
_^  tod,  der  vergab  im  ungern, 

W  Do  ßengnold  und  sine  gsellen  urlob  von  dem  patron  ge- 
nommen hattend,  giengend  sy  in  die  stat  Nerico,  inn  deren 
geschachend  stächen  und  vyl  kurtzwyl.  Und  damit  und  ir 
die  nrsach  des  festz  wüssend ;  es  ist  war,  das  der  amyroU  zwo 
thochteru  hatj  die  ein  was  vast  schön  wyß  wie  kryatalliu,  die 
hieß  Dannea,  die  ander  was  mit  so  schön ,  wann  sy  was  ein  : 
Trenig  brunn ;    darumm    nampt   man   sy   Brunnetta.     Inn  der 


a£ 


266 


was  ein  junger  rytter,  der  was  Danneaaen  bold,  der 
Ton  iretwegen  rytter  und  roß  nyder.  Reognold  und  die  pilgry 
hieltend  styll  dein  stächen  zuo  zeluogen.  Dannes  sprach  auo 
ir  Schwester:  »Du  byat  so  ungachafl'en,  das  du  nieramen  findea 

5  wyrst,  der  nun  zwen  hanfstängell  von  dinetwegen  zerbräche.« 
Brunnetta  sprach:  »Ich  inuoagedult  haben  inn  miuein  uuglilck. 
Und  ob  ich  schon  nüt  so  wol  gsefczt  bin  als  du  inn  schönne, 
ich  kan  nut  darfür.  Und  aovyl  aU  du  schön uer  bist  dann 
ich,  sovyl  bistn  den  göttern  mer  schuldig  zethuon.«     Als  Brun- 

10  netta  mit  ir  sehwester  redt ,  do  dächt  ay  an  einen  troumra, 
der  iren  die  nacht  trounipt  hat,  das  was:  es  wer  ein  pytgri 
nuwlichen  inn  die  stat  kommen  ,  der  im  stächen  alle  die  ab 
stach,  die  er  vor  im  fand.  Do  syRengnolden  ersach,  do  duocbt 
er  sy  hupsch,  darumm  sy  dächt,  er  möcht  wol  der  sinn,  tob 

16  dem  ir  trompt  hat.  Darumm  sy  im  ein  hotten  schickt,  das 
er  kemme  mit  iren  reden.  Do  Rengnold  verstuond,  das  inn 
die  junckfrow  forderet,  do  gieng  er  zno  ir.  Die  magt  gruotzt 
inn  und  ertzalt  im  den  troumm,  der  ir  die  vordrig  nacht  troumpt 
hat,    und  ob   er  nüt  durch    fröwlinnen  wyllen   strytten  wett. 

20  Rengnold  sprach  zuo  ir:  »Het  ich  ein  pfert,  so  wett  ich  aächen 
lassen,  das  ich  etwas  kan  den  fröwlinnen  zelieb.«  Brunnetta 
ordnet  im  ein  pfert.  Und  diewyl  er  sich  wapnet,  sprach  Dannea 
zuo  irer  sehwester  inn  spotz  wyß :  »Was  meinstu,  das  cijsser 
pilgry  im  stächen  thuon  werd?  Er  wirt  dich  rieh  machen  mit 

25  den  patter  nostren ,  so  er  ufF  dem  weg  hätten  hat ,  oder  mit 
sinem  apläa,  wenn  er  wyder  kumpt.«  Diewyl  kam  Rengnold 
uff  den  plan,  bereyt,  das  sper  iiff  dem  scbänckel.  Dannes  lieb- 
haber  sprach  zuo  Brunnetta:  »Was  wend  ir  mir  geben,  weim 
ich  üwern  pilgry  sparen   und  inn   des    ersten   stichs    nut  juo 

30  erden  feil  ?  Wann  ich  weyfi  wol,  das  er  mir  nüt  oblygea  wirt.« 
Do  inn  Rengnold  verstuond,  do  leyt  er  sin  sper  inn  das      * 
und  sport  gegen  dem  rytter.  Der  brach  sin  sper  uff  Rengnolden 
schilt,  aber  Rengnold   stach  inn  u&  dem  sattel,  die  scbänckel 
enboren,  und  fiel  ein  arm  ab.     Nun  fragend  nüt,  ob  Brunnetta 

35  fro  were!  Die  sprach  zuo  irer  sehwester:  »Din  buol  karti- 
wyllet  undersich.     Gesich,  wie  er  einem  gablatten  boutu  gücli 

* 
81  an  Btelte  des  Bterncfaens  in  der  hs.  leerer  räum;  vergl.  anm- 


tliuotJc     Es   stächeüd  vyl   rittern   mit  Rengnolden,   aber    er 

stach  [all]  zuo  erden.     Do    der  auiroll   gsacb ,   das  Rengnold 

als  nyder  stach,    do   forschet   er  sin  hamiach    und  pfert  und 

stach  mit  Rengnold ;   aber  er   stach  inn  des   ersten  stichs   ab 

sinem  pfert.     Do  er  wyder  uff  gstuond,  sprach  er  zuo  Rengnold  :  6 

»Ich  weyß  nüfc,   wer  du  byst^  aber  du  bist  ein  könner  man- 

licher  rytter.     Darumm  byt  ich  dich,  daz  du- inn  min  pallast 

kommest   sampt    diner   gselschafft.      Darann    wyrstu   mir   ein 

dienst  thuon.«     Rengnold  gieng  mit  siner  gselschafft  mit  dem 

amiroll  iun  sin  pal  last.     Das  essen  ward  bereytt ;  der  amyroll  lo 

satzt  Rengnolden  nebend  inn  zuo  tysch,  darnach  sine  gseüen. 

Innen  ward  groß  eer  gebotten.     Die  zwo  jnnckfrowen  dienttend 

zuo  tisch,  die  wärend  Rengnolden  bed  hold.     Nach  dem  essen 

giengend  Rengnold  und  sine  gselien  gen  ruowen.     Do  der  tag 

här  für  brach,    sfcuondend  sy  uf  und  wottend  urlob  von  dem« 

amiroll  neramen ;    aber   er'  wott    sy  nüt   hinweg   lassen  untz 

nach  dem  ;^mbiß,     So  bald  der  ymbis  bereyt  was,  do  satztend 

sy  sich  zuo  tisch.     Die   zwo  junckfrowen   kyptend    umm    ire 

schöne;    wann  yetwedere  sagt,    sy  wer  die  schonner.     Do  sy 

lang  kybet  hattend,  wurdend  sy  eyß,  das  sy  sinn  zuo  Rengnolden  20 

hinkommen  wettend.     Darumm  sy  für  inn  kämmend;    Danne 

hatt  die  red,  die  sagt  zuo  im  :  »Her,  ir  sond  wüssen,  daz  min 

Schwester  und  ich  inn  grossem  zanck  sind,  welche  die  schonner 

fiig  under  uns  beden.     Zeletst  sind  wir  eyß  worden  an  üwere 

«rtteyl  zekommen.     Darumm,  liept  üch,  so  sagend,  welche  die  s& 

Schönner  sig !«   »Junckfrow,«  sagt  Rengnold,  »ir  wüssend,  das 

mau  spricht  inn  einem  gmcinnen  sprüchwort,  das  kein  schöne 

gfäncknns   sigend,  nach    kein    ungschaffen    holdschafft.     Und 

darumm    das   ich    min  holdschaft  uff  üwere  Schwester  gesetzt 

[bl-    130]  hab,  so  dunckt  sy  mich  die  schönner.«     Do  Dannes  so 

verstuond,  das  ir  schwester  die  schönner  sott  sin,  do  empfieng 

Sy  seualieh  leyd ,    das  sy  inn  ein  kämm  er  gieng  und  nara  ein 

seyl  und  erhanckt  sich  an    ein    venster;   des   der   amiroll  ser 

\>etrüept  ward.     Rengnold  und  sine  gselien  nämend  urlob  von 

dem  amyroll.     Brunnctta  nam    urlob    von  Rengnold   weinend  36 

Vind  fragt  inn  umb  sin  nammen,    denn  seyt  er  ir  und  schied 

liinweg.  Und  machtend  sich  uff  die  stras  und  giengend  sovaat,  er 

"Und  sine  gselien,  das  sy  inn  [die]  wüeste  gen  Caprefol  kämmend, 


da  der  ryß  wannet,  den  Rengnold  bestrytten  sott.  I)o  sy  ein 
wenig  inii  die  wücsty  Icünmiend,  do  bej^eguet  innen  ein  ge- 
wapnetter  rytter  zerolä :  dns  was  Ganoellon,  der  suocht  Reng- 
nolden ,  als  im  ingebuiiden  was  von  keyser  Karly.  So  baW 
»er  Rengnoldeii  ersacli,  saik  er  ab  sinem  pfert  und  thet  sin 
liälui  ab  und  knüwt  nyder  und  apracli  also:  »Edler  gräf,  ich 
kumm  und  beger  gnad  von  dir  umin  dines  vetter  Alexanders 
tod,  den  hab  ich  ertödfc,  wann  er  greyf  mich  an.  Der  fromu] 
keyser  Karly    und  KuoUand  band  es  mir  vertzigen;    darutuuj 

10  byt  ich  dich,  das  du  mirü  öch  vertzichest.«  Do  Ueugnold  ver- 
stuond,  das  Alexander  tod  was,  und  daz  inn  Gantiellon  ertodt 
bat,  do  ward  er  vast  zornig  und  spracb,  er  wett  im  nüt  ver- 
geben, sunders  er  wett  sines  vettern  tod  rächen,  Gannellon 
was  uff  den  kniawen  mit  uff  gehepteu  bänden  und  begert  gnaJ, 

iB  Die  pylgri,  die  by  Rengnoldeii  warend,  sprächend  zuo  im: 
»Wir  byttend  üch  uumi  des  wylleu*  der  tod  und  uiartter  leyil, 
den  wir  heim  suochen  wend,  das  im  vertzichend.«  Rengnold 
wott  es  im  inn  keinnerlein  gstalt  vertzichen,  aber  doch  zeletst 
battend  sy  inn  sovast,  das  er  im  vergab.     Und  so  bald  er  das 

20  Wort  geredt  hat ,  thet  Gannellon  sin  bälm  wider  uf  und  saü 
uff  sin  pfert  und  reyt  wider  den  v?eg,  de»  er  kernen  was. 

Wie  Reugnold  mit  dem  ryß  Geryon  streyt  imd  inn 
überwand    and   zuo   krystenlichera    glouben    braclit- 

Die  bystoria  sagt,  das  Kengnold  und  sine  geellen,  dem- 

ae  nach   als  er  Gannellon    vergeben  hat ,   fürbaß  inn  die  wüeste 

giengend.     Und  giengend  uuwyt,  sy  horfctend  ein  lut  gscbrey 

von  lütten,  die  ecbrüwend  unim  hilf.     Des  die  pilgry  all  er- 

schräckend  danib.     Inn   dem   gsächend   ay   ein   man  komnißö 

uff  einem  guotten  pfert,  der  Hoch  mit  verhängtem  zoum  und 

30  schrey :  » Acb,  niine  fr  und,  be  waren  st  üch  1  Wann  der  tüffel  kuinpt 

unanach;  wir  sind  kum  euttrunoen.«    Rengnold  sprach:  »Min 

fründ,  wer  ist  der,  so  üeh  nach  kumpfc,  ab  dem  ir  so  grosse 

forcht  band?   Sagend  mir,  ob  ir  Kristen  oder  beiden  sigend! 

Wann  nach  üwer   sprach    dunckt    mich,    ir   sigend  Krysten.* 

88  »Her,«  sprach  der  fliehend,    »ich  bin   ein  krysten  rytter  und 

kumm  vom  heiigen  grab  mit  vyl  pilgry.  Aber  inn  dysser  wOestf 


haud  wir  ein  tüftlischen  ryesen  funden,  der  heyfit  Geryon,  der 
ist  der  aller  grussammest  mentsch  inn  aller  walt.  Er  ist  gewapnet 
mit  eines  wurnis  hatfc,  Lertter  dann  yssen ;  er  treytt  an  siner 
syten  ein  schwert,  daraiin  ein  andren  man  gnuog  zeachaffen 
hett  das  vom  herd  zebeben,  und  treytt  ein  stang  inn  der  band,  0 
die  wygt  mer  dann  hundert  pfund.  Mit  deren  hat  er  miner 
gsellen  zwen  ertüdt,  die  andren  fluchend  durch  die  wüesfce, 
und  ich  bin  rerwundfc  uff  den  tod  und  weyß  wol,  das  ich  uüt 
laug  Jäben  wyrd.  Üarumm  warnuen  ich  ücb,  das  ir  üch  bewa- 
rend  ;  wann  mag  üch  der  ryfi  begriifeu,  so  wyrt  er  üch  achedigen.«  10 
Und  mit  dyaaen  wortten  fiel  der  rytter  ab  dem  pfert  tod  uyder 
für  Rengnolden  fuoß,  des  er  ser  erschrack.  Er  iiam  des  rytters 
pfert  und  safi  daruf,  wann  es  duocht  inn  guot.  ßengnold 
sprach  zuo  sinen  gsellen:  »Ich  gsich  da  jhänet  ein  kleius 
stetly ;  ich  rätt,  wyr  gangend  da  hin,  das  wir  ein  wenig  unsere  J6 
oarrung  uemmen,  so  vernemuiend  wir,  wo  der  ryß  wonnet. 
Wann  ee  ich  ulä  dysser  gegne  scheiden  wyl,  will  ich  mit  im 
strytten.«  Sy  wärend  wyllig.  Also  kämmend  ey  an  das  thär, 
das  fiindend  sy  beschlossen.  Die  stat  hies  Sydonnia.  Eengnold 
ruoft,  das  man  innen  ufthette.  Ein  junge  tochter  sprach  zuo  ao 
im  (die  was  ob  dem  thär) ,  darum m  das  sy  inn  zeroß  gsach : 
»Ich  furcht,  du  sigest  der  grussamm  tyraun  Geryon,  der  uns 
sovil  Schadens  thän  hat.  Bistu  Geryon,  so  verlörst  din  zyt 
zewartten;  wann  ich  thuon  dir  nüt  uf.«  Rengnold  sprach: 
»Min  tochfcer,  du  magst  wol  verstau,  das  ich  nüt  Geryon  bin,  26 
diewyl  sovil  pilgry  inn  miner  gselschafft  sind.  Wann  die 
hüenly  gäod  niemmer  mit  den  fuchsen.«  Also  kam  die  tochter 
hinab  und  thet  innen  das  tbär  uf  und  sagt  zuo  innen :  >Ir 
bilgry,  sind  wilkommen !  Und  wellend  üch  hüetten,  das  ir  nüt 
inn  des  faltsehen  Geryons  band  fallend  !  Liept  es  ücb,  so  werdend  »« 
ir  kommen  mit  der  küngin  reden  inn  iren  pallast.«  Es  was 
zegedäncken,  es  weriud  inn  der  selbigen  stat  Krysten.  Als 
sy  durch  die  stat  giengend,  g?ächend  sy  kein  mannen ,  dann 
etwann  vast  alt,  oder  gar  jmige  kinder;  des  sy  sich  ver wunder tteiid. 
ßengnold  fragt  die  magt ,  wo  die  man  werind.  Sy  sagt  zuo  ai 
im  mit  aünfftzen :  »Ach,  her,  es  ist  war,  das  Geryon,  der  tüffel, 
eines  tags  inn  dysse  stat  kam  und  fleug  die  man  all  und  hanckt 
sy  all  utf  der  stat  muren ,   als  ir   sächen  mögend.     Er   begät 


270 


vyll  grosser  [bl.  131]  imiimentselieytten,  dann  uyemer  m&gliel 

ze  ertzelleu  sind.«     Als  sy  iuu  pullasfc  gieugend,  gieugeiiiJ  sy 

Ober  ein  groaaeu  platz,   da  waa  die   gstalt  eines  gewapuetteü 

innns  uö  einem  pfert  sitzend,  ein  schwert  inn  der  hand.     Do 

6  fragt  IlengQold  die  junckfrow,  was  die  byldnuß  bedutte.  Die 
maj^t  sagt :  »Wend  ira  wüsseii,  so  lässend  die  Luochstabeo,  die 
nebend  ira gschribeii stand!«  Reiignold  nachetsich  und  besachdie 
buochstaben,  die  seytteiidalao :  >DyLi  ist  Raollaiiden  fygur, MiÜons 
vou  Anglers  suu,  der  durch  sin  msnheyt  dyssu  stat  erlötät  hat  vor 

»0  dem  mechtigen  Ic  ünig  Cally gan  t,  uud  dysse  fygur  ward  zuo  gedecht- 

iius  har  gsetzt.  c    Do  Rengnold  die  buochstabea  gelassen  hat,  äo 

fieug  er  an  klagen  und  sprach:  »Ach,  Ruolland,  edler  rytter, 

*ye  mer  ich  inu  der  weit  ummhar  far,  ye  aier  ich  von  dimn 

manheytten   sagen   hör.«     Inn   dem  kätnmend   sy  inn  pallast 

16  für  die  köngin,  die  was  vaat  jung  und  bies  Felitzia.  Die  em- 
pfiengs  fnlntüclien.  Sy  fragt  inu,  wer  er  were  und  wobin 
er  wett,  Rengnold  sagt,  er  were  Rengnold  von  Muntabant 
und  were  durch  ein  engel  inn  dyß  land  geschickt  den  atoltzsa 
rylä  Geryon  zesträffen.     Do  die  köngin  hört,  das  er  ßengnolii 

20  was,  do  thet  sy  im  gros  eer  an  und  sprach  zuo  im :  »Ich  bjtt 
üch,  ritter,  das  ir  üch  vor  im  nüt  finden  lässend ;  wann  er  ist 
so  ungenietä,  das  ir  den  sig  nüt  haben  werdend.«  »Hand  kein 
sorg!«  sagt  Rengnold,  «wann  das,  so  von  gott  georduet  i^lt 
1UU08  sin,    und  mag   uieman  dar  wider   thuou.«     Die  kuDgia 

26  gebott,  das  das  essen  geriist  ward.  Sy  sässend  zuo  tisch,  unJ 
innen  ward  güetlich  thän.  Rengnold  ruowet;  ein  tag  und  nüt 
mer;  darnach  sprach  er  zuo  der  küngin:  »Min  frow,  ich  wyll 
fich  mine  gsellen  inn  huot  lassen ,  wann  ich  will  mom  7,iiiii 
aller  früegesten  inn  die  wüesty  den  ryß  Geryon  suochen.    ÜnJ 

30  verheysaen  üch,  das  ich  üch  rächen  wyll.«  Sobald  der  tag 
har  für  brach ,  stuond  Rengnold  uf  und  wapuet  sich.  Di« 
küngin  half  inn  wapnen  und  gab  im  ein  schilt  und  ein  sp^f« 
die  wärend  irs  heren  seiligen  gsin ,  den  Geryon  ertötlt  bat. 
Sy  sprach  mit  weinnen :  »Her  rytter,  ir  müessend  dyssen  sctü* 

36  und  dyß  sper  haben;  wann  syt  miil  das  der,  des  sy  gsin  sinäi 
sy  nüt  tragen  kan,  so  müessend  irs  füeren  als  der  best  rytter 
inn  alter  wält.«  Rengnold  dancket  ir.  Demnach  als  er  sich 
enlnfleehterdt  hat,  saß  er  ufF  airi  pfert  und  macht  sich  iiff'^'* 


siräs  inn  die  wöeste  Gerjon  suochen.  Kr  reytt  den  gantzen 
tag,  das  er  das  ead  nüt  finden  kond,  da  er  wannet.  Die  nacht 
begreyff  inn;  der  man  was  vast  lieytter.  Er  reytt  so  lang, 
das  er  ein  hiißly  fand  iun  der  wüesty,  inn  dem  Geryon  wannet. 
Do  er  an  die  thüreu  kam,  do  ruofft  er.  Geryon  thet  die  thür  » 
uf  und  sprach:  »Werbistu?  Byst  ein  pilgry,  so  wyll  ich  dir 
den  apläd  geben  mit  minem  seh  wert.«  »Geh  wer  ich  sig,« 
sprach  Rengnold,  »so  wyll  ich  nüt  von  hinnen  scheyden,  ich 
liahe  dann  dich  gestraft  der  mißhändlen,  so  du  täglichen  be- 
gaste Do  inn  Geryon  veratuond,  do  leytt  er  die  band  an  lo 
Rengnolden  pferfcz  zoumni  und  huob  siu  tust  uff  und  schluog 
Rengnolden  nff  das  hopt.  Des  er  vast  zornig  ward  und  gab 
dem  heyden  ein  streich  mit  dem  ySneu  häntschen  inn  daz 
angsicht,  das  er  inn  aramacht  zuo  erden  fiel.  Über  ein  wyll 
stuond  er  wyder  uf  und  sprach:  >Ich  weyla  nüt,  wer  du  bist;  is 
aber  ich  hab  nie  kein  herttern  streich  empfangen.  Du  muost 
vertzoubert  sin  oder  du  byst  ein  Sathanaa  uß  abgruud  der 
hell.  Doch  gab  wer  du  sigest,  so  wyll  ich  mich  morn  an  dir 
rächen.  Aber  du  wyrst  disäe  nacbt  inn  minem  huiä  ruowen 
OD  verrettery  minethalb.«  Rengnold  ruowet  die  selbig  nacht  20 
inn  des  rysseu  huß.  Do  die  sunn  iren  schin  ertzeigt  inn 
Orientt,  do  stuondend  sy  nf  und  wapnettend  sich  und  sasaend 
uff  ire  pfert  und  ryttend  uffs  feld.  Und  an  absagen  rytten 
sy  gegen  ein  andren  mit  söllicher  stercky,  das  Rengnolden 
pfert  nüt  atarck  gnuog  was  des  heyden  stich  ntftzenthalten :  as 
wie  wol  er  sich  redlich  im  Sattel  behat,  nüt  desterminder  fiel 
das  pfert  mit  im.  Rengnold  sprach:  *0  min  guot  pfert  Bayard, 
du  werreat  nüt  also  gfallen.«  Er  sprach  zuo  dem  heyden: 
»Stäst  nüt  ab,  so  wyll  ich  dich  uff  dinem  pfert  zetod  stächen.« 
Geryon  stuond  ab,  und  kämmend  an  ein  andren  mit  grossen  30 
schwertschlegen.  Der  stritt  weret  lang,  aber  zeletst  ward 
der  heyd  überwunden  ;  wann  Rengnold  gab  im  ein  so  hertten 
streich ,  das  er  mit  dem  einen  knüw  zuo  erden  muoßt,  des 
er  ser  erachrack.  Und  do  er  Rengnolden  stercke  erkant,  do 
sprach  er  zuo  im:  »Rytter,  ich  erkenn,  daz  unser  einer  inn  sü 
todes  sorgen  ist.  Darumm  bit  ich  dich,  das  du  mir  din  nammen 
sagest.«  Rengnold  sprach  zuo  im:  »Min  nam  muofj  dir  nüt 
verscliwigen  blibeu:    wüß,    das   ich  Rengnold  von  Muntabant 


272 

bin!«  Do  Geryon  verstuonol,  das  er  Rengnold  was,  do  sprach 
er:  >lch  loben  min  gott  Maclimet,  das  er  mir  die  gnad  geben 
hat,  das  ich  mit  dir  geetrytteii  hab.  Ich  weyß  wol,  wenn 
ich  wjtter  mit  dir  stritte,  das  ich  nüt  gsigen  wurd ;  darumm 

h  bin  ich  nüt  inn  wylleu  mer  mit  dir  gestritten ,  sunders  wyll 
alles  tbuoD,  so  dir  lieb  ist.«  Sy  giengend  inn  das  schlos,  da 
thet  Geryon  Rengnolden  gros  eer  an.  Darnach  verreiobarttend 
sy  sich,  sy  wettend  mit  ein  andren  nif  glück  faren.  Do  sy 
uff  die  strai  wotteud ,    ßties  Geryon  das   für  inn  sin  hus  uDii 

10  sprach,  es  raüefiteud  keine  übel  raer  darinn  besehechen. 

Wie  Keugnold  mit  einem  wuuder  sti'eyt,  das  was  ein 
halber  man  und  ein  halbs  pfert,  und  wie  er  und 
Geryon  inn  ein  bruoderhuß  kämmend,  da  iuneu  ein 
enge]  zässen  bracht. 

Als  Rengnold  und  Geryon  durch  die  wüeste  rifctend,  do 
fundcnd  sy  zwen  gros  todt  löwen,  die  hatten  gros  wunden  unä 
lägend  an  niytten  im  weg.  Do  sy  Renguold  ersach,  spracli 
er:  »Wer  mag  dis  löwen  getödt  haben?«  Geryon  sprach;  »Es 
ist  niemraen  inn  dyssem  lund,  der  die  stercke  gehept  hab  sy 

20  zetöden,  dann  allein  Spynard,  der  ist  ein  halber  man  und  halb 
ein  rolä.  Er  treytfc  ein  schlingen,  damit  wyrtft  [bl.  132]  er 
vast  gros  stein,  uud  treyt  dry  starck  böggen,  mit  dennen  er 
wol  kan.  Er  wänuet  uff  dem  Sorgklichen  berg;  wir  söttenil 
nach  darbyn  sin.«     Sy   rittend  unwyt,    sy    gsächend  Spinanl 

a6  kommen,  schryend  wie  ein  stier.  Und  do  er  die  pfert  ersach, 
do  leyt  er  eia  stein  inn  sin  schlingen  und  warf  gegen  innen. 
Do  sprach  Geryon  zuo  Rengnold r  »Ich  hitt  dich,  das  ich  vou 
ersten  mit  Spynard  strytt.  Und  mag  ich  inn  töden,  so  soltu 
an  Machmet  gloulien;  und  mag  ich  inn  nfifc  ertöden ,  und  du 

8.0  inn  ertödtst,  so  wyl  ich  an  Jhesus  glouben.«  »Es  gfalt  niii' 
wol,<  sprach  Rengnold.  Inn  dem  achofd  Spynard  ein  pfyl 
Geryon  durch  den  arnira,  Geryon  empfand  so  grossen  schniertm), 
dos  er  ab  sioem  pferfc  fiel,  als  were  er  tod;  den  RengnoU 
aer  bekiimniert  ward  und  spracli  zuo  Spynard:  »Du  byst  übe^ 

36  müettig.  Ich  wyll  min  gsellen  rächen.«  Inn  dem  schos  SpynuriJ 
don  andren  pfyl   Rengnolden  zwüschend  den  schäncklen  diirob. 


273 


als  sich  Rengnold  zuo  Spjmard  nächst,  do  scbos  er  den 
.rytten  pfyl,  und  do  inn  Renguold  gsach  koiuuien,  do  zerhüw 
ir  inn  an  mitten  ab  ein  andren  mit  sinem  schwert.  Daruach 
fab  er  Spynard  ein  schwertschlag  uff  den  kopff,  das  er  im 
len  zerspielt  untz  uflF  die  brüst,  und  fiel  tod  zuo  erden  nyder.  & 
)eninacb  kam  Rengnold  zuo  ü^eryon  und  zog  im  den  pfyl 
iß  deinarmm  uud  artznet  inn  mit  etlichen  kröttern  zum  basten, 
o  er  mocht,  also  das  er  wyder  uf  stuond,  Rengnold  S|jrach, 
ir  sott  von  gotfc  gnad  begeren,  der  hett  inn  vor  dem  tod  be- 
«rarret.  Er  brediget  im  den  krystenliehen  glouben,  also  das  lo 
Jeryon  getoutft  wott  werden  by  dem  ersten  wasser,  so  sy 
undend.  Rengnold  touffc  inn  imm  nammen  der  beylgen  dry- 
faltigkeyt.  Darnach  ryttend  sy,  von  dem  krystenliehen  glouben 
Jagend,  den  gautzen  tag  uud  nacht  und  rittend  über  ein  grossen 
berg,  und  do  der  tag  harfür  brach,  do  ersachen  sy  ein  grossen  i& 
buffeu  gewapnetter  heyden  uff  einer  wytte.  Do  Spruch  er: 
»Liebet  her  gott,  wer  mögen  dyß  lüt  sin?  Müessend  wyr 
stritten,  so  raüessend  wyr  ein  andren  nüt  verlän,  nach  von  ein 
andren  wichen.«  »Ich  verheyssen  dir,«  sprach  Geryou,  »das 
mich  kein  ding  von  diner  gselsehaft  scheiden  mag  dann  der  20 
tod.«  Diewyl  sy  mit  ein  andren  redtend,  reyt  der  hoptnian 
Jes  selbigen  volcks  zuo  Rengnold  uud  Geryon.  Do  er  by  innen 
*aa,  gruotzt  er  sy.  Rengnold  fragt  inn,  wer  er  were,  uud 
veß  das  volck  wer.  Der  heyd  sprach  zuo  im:  »Ich  heyß 
^ussire  und  bin  dyfj  volcks  füerer,  so  du  siehst.  Und  wend  ss 
Jen  Ärchada  die  räch  begän  des  übermuotz,  so  der  verretter 
Rengnold  von  Muntabant  und  sine  bruoderti  da  begangen  band 
^iJ  den  junckfrowen.«  Do  sich  Rengnold  hört  ein  verretter 
'ehalten,  do  ward  er  vasfc  zornig  und  [sprach]  zuo  im :  >Mich 
^Unckt,  du  habest  uunrecht,  das  du  Rengnolden  ein  verretter  au 
<^hilt8t;  wann  es  itit  nie  gsin,  das  ich  nüt  ghört  hab  sagen, 
r  und  all  sin  geschlächt  sigend  die  aller  manlichesteu  und 
•"ömsten  lüt  inn  Franckrich.«  :frlch  sag  dir,«  sprach  der  heyd, 
das  er  und  sine  bruodern  verretterysch  und  uunerberlichen 
'ehandlet  band.«  »Ich  sag  dir,«  sprach  Rengnold,  *daa  sy  s-» 
^ö  dem  rächt  thän  band.  Wann  sy  und  Arbalyster  lüpteud 
Qyranisch;  darumm  das  rächt  und  die  byUigkeyt  wottend, 
^  die  straf  bescbech  die  fry  zemachen,  so  inn  das  port  gen 

aigaat  dar  tinaa  \^ 


274 

Ärchada  kemiuend.  Und  ob  du  änderst  sagen  wettest,  wyll 
ich  dich  sin  bewyssen  mit  strytten,  das  Rengnold  und  sine 
brüeder  im  rächt  thäu  band.«  Der  hejd  sagt:  »Ich  sag  dir 
nacbmäl  das  wyderspyl.«     Damit  ryttend   sy  von    ein  andren 

f>  und  kämmend  gegen  ein  andren;  aber  Rengnolden  pfert 
raocht  in  nüt  tragen,  wann  es  fiel  mit  im  zuo  erden.  Des  er 
so  zornig  ward,  das  er  im  so  ein  hertten  streich  mit  der  fust 
gab,  das  es  tod  zuo  erden  fiel.  Do  Geryon  Rengnolden  m 
herd  gsach ,    do  rant  er  gegen  dem  heyden  und  stach  im  sin 

10  sper  durch  den  lyb,  das  er  tod  nyder  fiel.  Und  Rengnold 
erwust  des  heyden  pfert  und  saß  daruf.  Bussere  fuort  vol 
fünfhundert  heyden,  die  kämmend  all  au  Geryon ;  der  erschrack 
nüt,  sunders  reytt  under  sy  als  ein  guotter  kampffer  und  hiiw 
innen  arm,   schänckel  und  glyder  ab   und  zerschneyd  schylt, 

16  hälm  und  hämisch.  Rengnold  schlief  nüt ,  wann  er  ertodt 
eines  yetlichen  streichs  ein  heyd,  wann  es  was  all  sin  wollusi 
Sy  verbrächtend  sovyl  mit  der  hylf  gottes,  daz  sy  die  heyden 
inn  die  flucht  bräcbtend.  Demnach  machtend  sy  sich  wyder 
u£F  die  sträß  und  ryttend  den  gantzen  tag  und  nacht,  das  sy 

20  weder  zetrincken  nach  zessen  fundend  dann  ireu  rossen  gras, 
also  das  sy  so  hungerig  warend,  das  sy  nüt  wußtend,  waz  sy 
thettend.  Und  ryttend  also  untz  mornendes  umm  die  drü. 
Und  ein  wenig  nach  den  dryen  horttend  sy  zwo  gloggen  lütten; 
des  Rengnold  vast  fro  ward  und  sprach  zuo  Geryon :  »Ich  hab 

26  ghört  zwo  gloggen  lütten ;  ich  gloub,  es  sig  ein  krysten  kilchen 
nüt  wyt  von  hinnen.  Laß  uns  dahin  rytten!  Wann  es  mag 
sich  hegen ,  das  wir  etwas  lütten  findend ,  die  uns  zeygen 
werdend,  wo  wyr  zessen  findend.«  Also  ryttend  sy  fürbas  und 
fundend  ein  bruoderhus.     [bl.  133]  Rengnold  klopflfet  an  der 

30  thür.  Der  bruoder  kam  und  thet  innen  uf  und  gruotzt  sy. 
Rengnold  dancket  im  und  sprach  zuo  im:  »Lieber  vatter,  band 
ir  etwaz  zessen,  so  gebend  uns !  Wann  es  sind  dry thalben  tag 
verschinnen,  das  wir  nüb  gessen  band;  darumm  uns  zetod 
hungert.«     Der  bruoder  fragt  in,  ob  sy  Krysten  werend.    Er 

35  sprach  ja.  Der  bruoder  sprach :  »Ich  hab  weder  brott, 
fleisch  nach  keß;    aber  es   ist  ein    wasser  unwyt  von  hinnen, 

* 
23  wemig  hs. 


darinn  sind  vyl  fisch.  E  ir  die  roß  ab  zaumeudt  wyll  ich  wyder 
hie  sin  mit  vyt  fiselien.«  Er  nara  sin  angellschnuor  und 
t^ieug  gen  fyschen.  Diewyl  gäbend  Keiiguold  und  Geryon  ireii 
rossen  ein  wenig  hüw,  das  vyl  wertt  was;  durnacli  mficlitend 
sy  daz  für  an.  Inri  dem  kam  der  bruoder  wyder,  geladen  mit  s 
vyschen ,  die  thcttend  sy  über  (äas  für.  Die  wyll  die  fisch 
sutteud,  lietj  der  bruoder  wiu.  Und  do  er  in  dem  käller  was, 
erschein  im  ein  etigel  mit  vyl  spys,  der  sprach  zuo  im:  »Du 
solt  disse  sjiys  den  ryttern  geben.  Wann  der  ein  ist  Keugnold 
von  Muntabaut,  der  müchtig  kümytiL-r  des  krystenlichcn  gluubctis  "> 
und  der  gros  Verfolger  der  fyend  gottes.  Und  sag  im,  got 
schicke  im  die  durch  ratcb!  Wann  ich  bin  siner  englen  einer.« 
Do  der  bruoder  den  engel  verstuond,  do  dancket  er  luiserni 
heren  und  bracht  RengnolJen  die  spya.  Und  der  engel  fuor 
wyder  hinweg.  Der  bruoder  sprach  zuo  den  ryttern  :  »Danckeud  i& 
unserem  güettigeu  got!  Der  schickt  üch  die  spys  by  .sinein 
engel.«  ßengnokl  und  CJeryon  warend  der  spis  vast  fro,  wann 
sy  fundend  die  vast  guot.  Do  sy  ir  narrung  genommen  haftend, 
do  danclcettend  sy  got  urara  die  guothet,  so  er  innen  bewytisen 
hat.  Sy  ruowettend  etlich  tag  by  dem  bruoder.  Darnach  20 
schieden  sy  hinweg  und  rybtend  gen  Jherusalem,  darnach  inn 
das  land  Egypta,  den  kriegen  nach. 

Wie    die    kimgin  Anthea    dem   kuiiig  Marssillia  ziio 
lli-spannia  eubotj  sy  vvett  imi  Franckrich  zucheii  irs 
vatterd   tod   rächen ,   und   wie    die    niere   gen  Paris  as* 
kämmend,  Marssillia  rüste  sich  zekriegen, 

"  Hye  facht  an  die  hystoryen  des  schmertzes ,  der  trurig- 
keyt,  der  trüebaal  und  des  leidtz  umm  den  tod  und  Zerstörung 
der  edlen  krysten  fursten  durch  des  verretter  Gannellons  ver- 
rettery.  Daz  wir  uff  die  matteryen  kommend ,  so  wüssend,  »o 
das  dem  Alten  vom  berg,  den  Alexander  ertödt  bat,  ein  isun 
Lelitjen  was,  der  hies  Polymites,  der  was  ein  maulicber  starcker 
rytter.  Aber  Anthea,  frow  zuo  Babillonnia,  wott  im  tödlich 
öbel,  darumni  das  sin  vatter  den  soldan,  iren  vatter,  ertödt 
hai;  dnrumm,  sy  inn  stetz  bekrieget,  also  das  er  genottiget  »^ 
Ward  sin  land  zevcriasaen.     Und    fuor   inn  schirm  zum  künig 


276 


Maraillia  inn  Hyspania,  der  enipfieng  inn  mit  grossen  fröuden 
und  eiibot  im  gros  er  und  hat  iun  vast  lieb,  dariiimn  das  er 
ein  hurttiger  rytter  was  inu  all  sinen  geschäften.  Nun  ist 
es  also,  das  der  verretter  Gannellon  wyder  ion  des  edleo  key- 

6  ser  Karlya  gnad  kommen  was,  veater  dann  ye,  und  bat  docli 
dem  kunig  Marssillia  eubotten,  das  er  sich  besvartte,  wauu  der 
keyser  Karly  hatte  sich  vereint  das  kütigkricli  Hyspauya  ut- 
robern  sinem  vetter  Ruollanden.  Do  er  dysse  mere  vernani, 
do  erachrack  er  vast   übel ;    wann    er    entsafi  der  Frantzosseu 

w  macht.  Niit  desterminder  gab  er  Gannelions  brieffen  DÜt 
gautzen  glouben;  doch  schickt  er  ein  küuig,  der  was  im  under- 
tlienig,  der  hiea  Blanchardin,  inn  botachafftz  vry&  zuo  Karly, 
zerkunnen ,  ob  er  den  fryden  nüt  halten  wett ,  der  vor  niäls 
zwQschend  innen   zuo   geaagt   worden    was.     Do    Blanchardin 

16  gen  Paris  kam ,  do  fand  er  Karly  guotter  antwurt ;  darumm 
er  wyder  zuo  Maraillia,  sinem  heren  ,  reyt.  In  der  zyt,  als 
Blanchardin  inn  Franckrich  waa,  kam  zuo  Maraillia  ein  bot- 
schafl't  von  Anthea,  frow  zuo  ßabiilonnia,  die  enbot  im,  das 
er  sin  her    versamlette   inn   Franckrich    zezüchen.     Wann  sy 

10  wett  des  soldana,  ira  vatters,  tod  rächen,  den  die  Frantzosseu 
ertödt  bettend  vor  Babillonuia.  Und  er  aött  Franckrich  gegeu 
Hyspanuia  angrytfen,  so  wett  sy  uff  dem  mer  durch  ProvanUia 
darinn  züchen  und  ir  läger  für  Paris  achlachen,  Disse  mere 
güellend  Marssiliia,  also  das  er  ein  grossen  züg  aamlet.  lau 
26  dem  kam  Blanchardin  von  Paria  und'  hat  den  fryden  be- 
schlossen. Und  do  er  die  versamlung  gsach,  so  Marsillia  thet, 
und  sin  meinung  vernam,  do  schalt  er  inn  vaat  übel  und  sprach 
zuo  im:  »Wie  wend  ir  ein  verretter  sin?  Wussend  ir  nüt,  das 
ir  mich  inn  Franckrich  gschickt  band  den  fryden  bestettigeu 

so  zwuschend  üch  und  Karly  ?  Das  ist  beschechen,  wie  ir  begerl 
band,  und  ich  hab  es  inn  üwerenx  nameu  geschworen.  Und 
yetz  wend  ir  wyder  liweru  eyd  thuou.  Gedenckeud  ir  Franck- 
rich also  zegwunnen?  Hottend  den  halben  teyl  mer  volcks, 
dann  ir  band ,   so  möchtend  ir  nüt  zend   kommen.     Wann  ir 

aswüssend,  das  Karly  in  ainer  gselschaft  hat  die  XU  fürsteü, 
die  sind  die  besten  rytter  inn  aller  wält.  Und  ob  Reugnold 
nüt  da  ist,  sind  nüt  da  Riiolland,  Ollyfier,  der  hertzog  AnseSt 
Gerold  von  Roaaillou ,    Gergis   von  Dannemarck ,  der  biscboff 


Türpin,  Astolfo,  Magis,  der  lystig  rytt.er,  Guy  von  Burgnodia, 
Rychnrt  von  Noraiatidia,  [bl.  134J  Thünng  von  Dardatinia, 
Doon  von  Nantiieyl  und  ander  raer,  die  ich  nüt  neninen  kan, 
die  all  raanlrch  rytter  sind?  Darumm  Franckrich  nüt  ala 
lychtlich  zegwünnen  ist,  als  üch  tlurickt.  Ich  sag  üch,  xüchend  s 
ir  darinn,  das  ir  mer  verlieren  mögend  dann  gwünnen.« 
Blanchardin  redt  sovyl,  das  Marsillia  sinen  wortten  glouben 
gab  und  hielt  sin  rätt  für  guot.  Und  schickt  sin  volck,  so 
er  versamlet  hat,  yeth'cher  wyder  heim  inn  sin  lius  und  enbot 
Änthea,  pr  wer  yetzmäl  nüt  inn  Tvyllen  Karly  zebekriegen.  i« 
Darum  Authea  och  thet  wie  er  und  schickt  ir  kriegsvolck 
wyder  iim  ire  hüsser.  Der  selbigen  sach  ward  Gannellon 
innen,  und  er,  der  da  nach  nüt  müed  was  verrettery  zetriben, 
schreyb  Marsillia  ein  brief,  des  inn  halt  was  also:  sKünigMarsillia, 
nach  iillem  gruotz  wüß,  das  ich  mich  ser  ab  dir  verwundern,  das  la 
du  din  fart  ab  gschlagen  hast  durch  znotragung  Rlanthardins, 
und  ursächer  byst,  das  Anthea  och  belyben  ist.  ich  erkenn, 
das  du  vor  dinem  unglück  nüt  sin  kaust.  Wann  du  wirst 
inn  knrtzcr  zyt  der  aller  arraest  und.  aller  arbentsell igest  könig, 
von  dem  du  ye  ghorteat  sagen ;  wann  der  beschlua  iat  gmacht,  ao 
daz  du  iun  dinem  land  haben  wyrst  Ruolland  und  allen  adel 
inn  Franckrich  ,  der  wyrt  sich  M'ider  din  wyllen  zno  kßnig 
krönnen  über  all  din  land.  Diewyl  Anthea  mit  so  grossem 
züg  kam,  bettest  du  guot  gehept  vor  dinem  unglück  zesin  und 
vor  der  verlierrung  dines  laudes.  Din  künig  Blanchardin  was  25 
bald  eines  andren  eins.  Ich  hab  ea  dir  gern  wellen  zewüssen 
thuon  als  minem  fründ.  Und  zuo  beschlus  thuon  ich  dir  ze- 
wüssen, das  dm  tod  geschworen  ist.  Ich  enbüt  dir  nüt  mer; 
bystu  wyß,  so  byü  darvor !  Nüt  mer  dann:  got  bewar  dicb!e 
Do  Marssillia  den  inhalt  des  briefs  verstanden  hat,  do  sprach  30 
er  zuo  dem  botten,  er  möeßfce  inn  gen  Babillonta  tragen  der 
lüngin  Anthea.  »Und  sag  ir,  ich  enhufcte  ireu,  das  ay  ir 
volck  besarale  inn  Franckrich  zetzuclien ,  wann  ich  well  on 
feilen  bald  da  sinn.«  Der  bot  kam  gen  Babillonnia  und  ver- 
weint gnotten  Ion  zentpfachen.  Aber  er  empfieng  inn  nach  sa. 
Verdienst;  watm  so  bald  Anthea  Gannellons  brief  besächen 
^at,  sprach  sy  zuo  dem  botten:  »Du  byst  des  gröaten  ver- 
i'etters  dienner ,    der  inn  der  wält  iat ;   daruram   du  umm  die 


278 


Ijt'hjmmg  »iiiier  mite  erliäiickt  werden  niuost  iiin  clysser  stnnc 
Und  Uuin  ich  inn  Fraiickrich  und  mir  din  her  werden  mag, 
so  wyli  ich  im  ouch  also  thuon;  wnnn  er  hat  es  zum  dickera 
mallen  verdient.«     Sy  ließ  Gannellons  bott  bäncken ;  darnach 

B  bescliiekt  sy  irn  züg'  imd  samlct  inn  kurtzer  zyfc  wol  andert- 
halb Imiiderb  tussend  man  und  sali  uffs  ruer  und  fuor  gegen 
l'Vanckrich.  Maraiüia  besainlet  raer  dann  hundert  tussend  man 
und  macht  innen  ziio  höptman  ein  küaig,  der  hielj  Aigollait. 
Der  keyser  Karly   was  zuo  Paris,  der  was  alt  und   müed  und 

10  cntsiiü  kein  krieg  ;  wann  er  hielt  sich  sicher  des  frydens,  der 
beschlossen  was  worden  zwüschend  ßlanchardin.  Und  der 
verretter  (iannellon,  der  die  handhuig  wol  wufst,  uffenthielt 
den  keyser  und  sine  heren  inn  kurtzwyl  und  fröuden  and  liefi 
stiiclien  uud  thurnieren ,  damit  und  er  sy  uffenthielte,  das  8v 

16  innen  nüt  eut«essend;  wann  er  truog  das  inesser,  das  salb, 
das  truren  und  das  stteü.  Wie  wyr  hievor  gsagt  band,  was 
Karly  und  sine  heren  als  die ,  so  innen  keins  kriegs  entsie- 
send,  zuo  Paris  inn  fröud  und  kurtzwyl.  Aber  ir  fröud  ward 
bald  inn  trOebsal  verkert;  wann  die  niere  kämmend  gen  Paris, 

*)  der  kiinig  Marsiliia  kemme  mit  einem  grossen  züg  über  raer 
und  über  laud,  des  Karly  und  all  heren  ser  ersehräckeßd. 
Daruuim  Karly  sin  rätt  versamlen  ließ.  Und  da  hin  ward 
Gannellou  Öch  berüeft,  der  thet,  als  were  er  erschrocken.  Der 
keyser  sprach:    »Ir,    mine    heren,    ich   verwundern  mich  de» 

»  künig  Mnrsillias ,  der  uns  den  fryden  hat  lassen  bestedigeix 
durch  Blanchardin,  der  vor  langer  zyt  zwüschend  uns  gemachte 
wonleu  was.  Und  uflf  den  selbigen  fryden  hab  ich  im  ver- 
truwet  Und  ir  gsäcbend  aber,  das  er  sin  zaosagung  feltscht 
di\s  er  uns  kumpt  bekriegen.     Darumm  bit  ich   uch ,   dais  i ' 

M  mir  rätteud  uff  dysse  sach.«  >Uer,<  sprach  der  biscbof  TüT"^ 
pin«  »ich  besorgt  es  sigend  lüt  an  äwerm  bäf,  die  sigend  de 
1cri«gs  MH  orsach.«  Do  sprach  Gannellon.  der  sich  schuldig 
«mptod,  aoo  Tarpiu:  »Was  sagend  ir?  Meynnend  ir,  das  s< 
niltsollemi  tut  au  dyssem  häf  sigend,  die  da  nrsach  wetteu« 
sku  eines  suUichoa  jikmers?«  Astolffo  sprach,  der  was  Gannello*^ 
nüt  v»ai  hoU,  sji  dasarittn  hat  wellen  häneken  lassen:  «I^ 
«itt  msQlMli  «ff  «firich  dis  kn«gs  ursicher,  so  bistu  inr» 
wnnn  <hi  bast  im  labeo  njr«  aaders  th&n  d«nn  verrettery  ef 


denckeD.     Es  were  gsin  weger,    du  werest  gatorbeo  ,  so  bald 
du  tonft  wordeii  byst ;    wann    es  werend    nüt  sovjl  Übels  inn 
Franckrich   bcscbecbeii,   aIs   beschechend    siud.«       GaniielloD 
sprach  weynuend,  sin  verrettery  damit  zevertecken:  »Her  keysor, 
ich  bab  all  rain  laben  lang  müe  genommeu  üch  wol  zediennen  f> 
und  hab  nie  keine  ding  zuogestyfft,  die  zuo  üwern  utmeeren 
dieuttend.      Unnd   umm   alle   verdienst   wyrd   ich    gescliulten 
ein    verretter   vor   üch.     Es  ist    weger,    ich    mache   mich  ab 
ÜTverin  häf;   darnach  mag  man  gsächen ,    wie   alle    ding  bau 
stän  werdend  dann  yetz,«      »0  du  faUscher  verretter,«  sprach  lo 
Ollyfier,    »din  truren  und    grüß  zäntzleryen  hand  den  keyser 
verstopfFt   untz    har ,    das    bringt    dem    Franckrich    und  aller 
Krystenheyt  grossen  nachteyi.     Und  sagen  dir,  das  Judaa  nye 
so  verrettersch   gsin  ist,   als  du  byst;   darumm,  läbatu  lang, 
so  wyrst  ursächer  sin  vyl  Übels.    Ich  sichern  dich,  wenn  Ileng-  lo 
nold  hie  were,  er  wurd  dich  wol  han,  das  du  nüt  sovyl     * 
hettest.«     Gannellon  sprach  gantz  zornigklich:  »Du  lügst,  das 
ich  ein  verretter  sig  ;  du  und  Reognold  sind  grösser  verretter 
dann  ich.*     Do   Ollyfier   verstuond,    das   inn   Ganuellon   hies 
lügen  und  ein  verretter  schalt,  do  atuoud  er  uf  und  inn  grossem  ao 
zoru  gab  er  im  so  ein  hertten   streich  ian  sin  augsicht,    das 
man  das  aaräl  gsach.     Gannellon  sprach:  »Her  keyser,  es  be- 
sehint sich  wol,  das  mann  üch  wennig  entsitzfc,  [bl.  135]  das 
ich  inn  üwer  gegenwyrttigkeyt  also  gesehäutt  wyrd.     Darumm 
ich  urlob  von  üch  nim.i     Do  Karly  ghort,  das  GanncUon  sagt,  ga 
er  wett  hinweg,  do  ward  er  vast  trurig  und  sprach:  «Ollytier, 
du  byst  ganfcz  übermüettig,    das  du   mich  so  gar  verrachteat, 
das  du  loitie  fürsten    vor  mir  schlechst   und  inn  minem  rätt. 
Ich  schweren  dir,    das    ich   die   straf  also    begäii    wyll,   das 
mengklicher  byspill  darab  nemmen  muos.«     »Land  von  dysaem  m 
zangk !«    sagt    der    hertzog  Anses,    »es    ist  weger  mit  uusern 
fyenden  gschlageu ,    dann  wyr  mit   ein  andren.«     Damit  nara 
der  rätt  ein  end  des  selbigen  tags. 


^ff   4  verretter  hs, 
ratim;  vergl.  anm. 


16    aa  stelle  dtjs  Sternchens  in  der  hg,  leerer 


280 


Wie  die  mere  gen  Piiris  kämmend,  wie  Autheii  kem- 
rae  wol   mit   zweymal  huiulei't   tussend   lieyden  tur 
Fariä,  und  wie  OUyfier  inn  botscliaftz  vvyß  zuo 
Anthea  reyt. 

5  Inn  der   zyt  kämmend   die  niere  inn  Provanca,   daa  die 

küngiii  Autliea  uff  dem  mer  wer  wol  mit  zweynial  bundeTl 
tussend  heydeii.  Das  enbütteiid  sy  Karly  ,  darzuo  öch ,  wie 
sich  Murssillia  rüste ;  dea  er  ser  erschraok.  üarunjin  er  nacb- 
mäls  sin  rätfc  versamlet.     Inn  dem  ward  geordnet  Gorgis  von 

10  Dannemarek  ,  Astolfo ,  Beringer  und  Samsou  von  BrettaMift 
inn  Hyspannia  üetzüchen  mit  trjssig  tussend  mannen  zuo  wer 
gegen  Marssillia,  und  lluolland  raüeßte  die  stet  und  Schlösser 
mit  spys  veraäcben  und  mit  lut  zuo  wyderatand  den  hejden, 
imd  Karly  mließte  zuo  Paris    beliben    mit  sinem  kriegsvoick. 

15  Also  Bamlet  Karly  inn  kurtz,er  zyt  vyl  volcks  uß  aller  Krysten- 
heyt.  Do  öy  versandet  wärend,  do  ordnet  sy  lluolland  m 
die  stet  und  festinnen  inu  xuosatz.  Und  er  sebluog  sin  lügef 
xwüscUend  Paris  und  Sant  Denysseus  wol  mit  hundert  tusseuil 
man.     Aber  ee  Ruollund  sin  volck  gar  geordnet  bat,  fuorend 

20  die  heyden  an  vyl  enden  zuo  land,  das  innen  die  Krysten  uüt 
erweren  mochtend.  Do  sy  uff  das  ertrich  kämmend,  do  fiengeiid 
sy  an  alle  die  stett  und  scbtösser  zerstören,  die  sy  gwuanend, 
und  Jungs  und  altz  ertöden.  Und  was  nüt  inn  der  Erjsten 
macht  innen  aeweren ,  das  sy  ir  läger  nüt  zenechst  für  Paris 

SA  schltiegend  ;  des  Karly  und  all  innwonner  ser  erschräckend. 
Anthea  hat  gros  begird  Ruollauden  zesäclien;  wann  sy  wu&l 
wol,  das  Rengnold  inn  dem  land  Egypta  beliben  was.  1"" 
den  neu  tagen,  als  die  heyden  das  läger  fiir  Paris  schluogend, 
do  geschächend  grosse  zeychi-n  ;  wann  es  regnet  by  dry  stuii- 

30  den  bluot  inn  aller  stat  Paris,  die  hund  hüwlettend  inn  der 
stat  tag  und  nacht  on  underlala.  Darumra  Raolland  Mag'* 
beschickt ,  der  was  zuo  iJuntabant ,  zerkuiinen ,  was  dysse 
zeichen  beduttind.  So  bald  Magis  die  raere  vernam,  do  kam 
er  gen  Paris  und  treyb  sin  kunst;   durch    die  erkant  er,  (ia^ 

36  Gannellon  ursächer  was  an  der  heyden  zuokunft,  aber  die  sluad 
were  nach  nüt  kommen ,   das    er   gestraft   sott  werden.    D^"* 


verretler  was  hy  K'arly,  zuo  dem  sprach  er:  »Her,  fürclitend 
.  üch  nüt!  Wann  die  heyden  werdend  nüt  atorcky  gegeu  dwi 
Krysten  baben ,  wann  ir  band  inn  üwer  gselsebaft  dio  besten 
rytter  inn  aller  wält.*  Do  Rnolland,  der  hertzog  inn  Karlys 
Zug  was,  gsacb,  das  die  heyden  so  nach  by  Paris  wärend,  do  ^ 
sprach  er  ziio  Ollyfier :  »Min  vetter,  du  muost  zuo  Autbea 
rytten  erkennen,  warumm  sy  inn  Franckrich  kommen  sig  mit 
Fo  grossem  zug.«  Ollyfier  was  wyllig  und  reyt  zuo  Antbea 
für  ir  zel  und  saß  ab  und  gieiig  darin  und  gruotzt  ay.  Und 
so  bald  sy  inn  ersach,  do  erkant  sy  inn  und  umnifieng  inn  i» 
«ad  sprach  zuo  im:  »Edler  gräf,  sind  mir  wilkonien !  Sagend 
mir  von  dem  keyser  und  sinem  vetter  Ruolland  !*  »Frow,« 
sprach  Ollyfier,  »der  gräf  RuoUand,  als  ein  hertzog  über  den 
gantzen  züg ,  hat  mich  zuo  üch  geschickt,  zerkunnen  die  iir- 
sacL  üwer  zuokunft  und  waz  rächt  ir  vermeiueud  an  Franck-  i& 
rieh  zohaben,  das  ir  sovyl  heyden  har  brächt  band,  die  da 
zesfcörend  und  verwüestend  allea  laud  ,  durch  das  sy  züchend. 
Daruinm  byt  ich  üch,  das  ir  mir  üworn  willen  sagend.«  An- 
tliea  sprach:  »Ollyfier,  ir  wüssend  wol ,  das  min  vatter,  der 
soldan,  achantlichen  ertödt  ward  vor  Biibillonnia,  und  das  bösser  20 
ist:  Morgant  hat  die  aller  schönsten  und  besten  thiirti  zer- 
brochen an  der  stat,  und  ir  band  mines  vatters  sc'iütz  all  be- 
roupt,  der  min  sott  sin.  Ir  verstand  wol,  das  mir  ein  grosse 
schand  wer,  wenn  ich  not  eines  aöllichen  mentschen  tod  reche, 
als  der  soldan,  min  vatter,  was ,  der  was  der  mechtigeafc  her  as 
inn  Orrient.  Wann  die  natur  fordert  mich  darzno  semlichs 
zethuon,  och  unaern  glouben  ,  den  bin  ich  schuldig  zemeren. 
Nim  hab  ich  üch  gsagt  die  ursach  miner  zuokunft.  Ich  byt 
ttch ,  das  wir  von  andren  dingen  sagend.  Ich  bin  betrüept, 
das  Rengnold  nüt  iun  lanJ  ist,  wann  ich  wett  mit  im  stritten,  »o 
Aber  er  wirt  kum  nier  uß  Egypta  kommen,  wann  er  ist  alt 
und  rauglofi,  darzuo  hat  er  sin  pfert  Bayard  nüt  mer,  so  hat 
Tnan  mir  gsagt.  Wytter  so  belanget  mich  ,  das  ich  zuo  dem 
gräf  RuoUauden  komme,  das  ich  mit  im  schwätze.«  »Frow,« 
sprach  Ollyfier,  »ir  sagend,  ir  wellend  des  soldans  tod  rächen,  w 
und  er  sig  unrechtlich  ertödt ;  so  sag  ich,  er  sig  nüt  unrecht- 
lich ertödt.  [bl.  136]  Wann  ir  wüsaend  wol,  das  er  erstlich 
Ruollanden  liefe  gfangen  leggen   by  dem  amiroll  von  Persia; 


282 


der  het  inn  ertödt,  liet  inu  Rengnold  iiut  entscliüt.  Und  dem- 
nach, do  wjr  sine  jjfaugnen  wärend,  vorhiesüend  ir  selbs  Reng- 
nolden,  wenn  er  den  Atten  vom  berg  Überwunde,  so  vreti  er 
uns  Ipdig  lassen  ;  und  nüt  desterminder  siner  ziiosagung  halb, 

5  bettend  uns  Ruolland  und  Uengaold  nüt  erlöfit,  so  het  er  uns 
erhänckt.  Und  ir  wüssend,  das  nüt  scbantlicher  nach  schraech- 
I icher  ist  einem  kunig,  dann  wenn  er  wyder  sin  zuosagung 
thnot.  Doch  so  hat  inn  unser  keiner  ertödt,  suiiders  der  Alt 
vom  berg,  als  or  selber  gwyssagefc  hat.     Es  was  eiu  ding,  von 

10  got  geordnet.  Aber  sind  ir  dea  wyllens  üch  zeräehen,  so 
wüssend,  das  wir  all  berejt  sind  uns  zeweren  !  Und  gedenckeml 
nüt,  das  unser  macht  und  sterckinnen  gemindert  sigend  !  Wann 
ich  wyll,  das  ir  wüssend,  das  die  Krjsten  als  köu  uud  als 
gehertziget  sind,  als  sy  ye  sind  gain.«      Anthea  sprach  lachend, 

16  do  ay  Ollyfier  also  hört  reden  :  »Edier  her,  ich  sorg  nüt,  daa 
die  Krjsten  nüt  als  manlich  uud  als  mechtig  sigend  zuo  krieg, 
als  sy  ye  wärend;  aber  syt  daz  ich  so  t'er  kommen  bin,  so 
bin  ich  nüt  inn  wyllen  wyder  heim  zet/.ücheu  on  strytfc.  Doch 
so  bin  ich  nüt  komen,  das  ich  das  küngkrich  Franckrich  inti 

20  haben  well,  dann  ob  ichs  gewunneo  hett,  so  wett  ich  nüt  dester 
minder  Karly  sin  laben  lang  regieren  lassen;  wann  mich  wurde 
der  eren  benüegen,  das  ich  Franckrich  errobert  hett,  inn  dem 
die  besten  rytter  siud  inn  aller  wiilfc;  wann  ich  hab  land 
und  herschafften  gnuog.«     0  edels   froweu  gmüat,   die  lieber 

M  der  wätt  eer  hat  dann  rychtumb!  »Ir  send  mir  Euollanden 
grüetzen,«  sprach  ay,  »und  im  sagen,  ich  well  nüfc  von  hinnen 
scheyden ,  das  ich  nüt  mit  im  gestrytteu  hab  lyb  an  lyb; 
wann  das  wer  mir  ein  grosse  schand,  das  ich  so  wytneü  har- 
Icominen    wer   durch  so  frönibde   land   und  so  ein  gros  volck 

30  mit  mir  gfüert  het  an  stryt.  Darumm  sond  ir  im  sagen,  daz 
er  ein  tag  uß  erwell e  zestrytten  und  mir  inn  zewüssen  thüeg; 
so  wyrt  er  mich  bereyt  finden,«  Damit  schied  Ollyfier  voß 
Anihea  und  kart  wyder  gen  Paria  und  ertzalt  RuoUanden  all 
reden,    so  er  mit  Anfchea  gehept   hat.     Do  Ruolland  Äntbea 

gö  begeren  verstuond,  do  sprach  er,  es  gfiel  im  wol ,  und  enbot 
iren  by  einem  herold ,  das  er  am  andren  tag  darnach  geriist 
wett  sin  mit  iren  zestritten  lyb  an  lyb,  volck  an  volck.  Au- 
thea  enbot  im,  er  inüeßte  sy  bereyt  uff  dem  fald  finden. 


283 


Wie  Ituollaiid  mit  Atithea  streyt  und  von  dem  tödt- 

lichen  atryt,  der  nebend  Paris  besclificb,  und  wie  der 

strit  von   den  Kristen   gewnnnen  ward   mit  grosser 

Qott  und  arbeytt. 

Do  der  abend  kam  vor  dem  sferyt,  ließ  Ruolland  inn  Paris  0 
nß  rUeflFen,  das  all  kriegsvolclf  am  tag  geriist  werind  inn  stritt 
zegän.   Do  der  morgen  kam,  ließ  sich  der  keyser  Karly  wapnen. 
Das  thetfcend  Seh  all  forsten.     Darnach  ließ  er  uß  rüeffen,  das 
yedermann  uff  sesse.     Darnach  zugeu  die  huöen  11  ß  Paris.     Do 
sy  uff  das  fäld  kämmend,  macht  Raolland  zechen  huffeii,  inu  10 
y etlichem  zachen  tussend  man.     Authea   was  uff  dem  andren 
teyl,  die  stalt  ir  volck  inn  Ordnung  sampfc  irem  böptman,  der 
hieß  Bryssebarra.     RuoUand  sprach  zao  sinem  volck,  sy  söttend 
sich  nüt  roden,  untz  das  er  syß  hieß.     Er  macht  sich  harfür, 
tiier  dann  eines  armbrust  schütz  wyt.     Do  inn  Anthea  ersacli,  15 
tlo  reyt  sy  nß  der  Ordnung  im  engegen.     Do  sy  zuo  ein  andren 
kämmend,   stuoudend  sy  ab  und  ummfieugen   und  gruotztend 
ein  andren;   darnach   sassend    sy    wyder    uff   ire    pfert.     Und 
Ruolland  sprach:  »Junckfrow,  Ollyfier  hat  mir  gsagfc,  ir  habend 
begird  mit   mir   zestritten.     Das   wyll    ich  üch   nüt  versagen,  ^a 
doch    mit  söllichem   geding:   wenn   ir   mich  überwindend,    so 
wyll  ich  iich  Franckrich  übergeben,  das  üch  min  vetter  niemmer 
mer  nut  daran  höuscben  muos.«      »Und  ich  schweren  üch  by 
all  unsern  göttern,«  sprach  Anthea,  »wenn  ich  von  üch  über- 
wunden wyrd,  das  ich  von  stund  an  all  min  züg  wider  heim  215 
ferggen  wyll,  und  wyll  üwere  gfangne  sin.e     Das  gfiel  innen 
beden  wol.     Damit  ryttend  sy  hinder  sich  und  kämmend  gegen 
ein  andren  mit  söllicher  stercky ,  das   es  duocht,    das  ertrich 
sott  under  innen  inn  fallen,  und  zerbrächend  ire  sper  uff  Iren 
achilten;    doch    belyben    sy  bede    inn  iren   säfclen  on  fortteyl.  so 
Darnach  äugend  sy  ire  schwer tter  uü  und  gäbend  ein  andren 
iiert  streich.    Der  strytt  wert  mer  dann  ein  stund,  das  att weders 
kein  vorteyl  hat  an  dem  andren.     Diewyl  ay  strytteiid,  mochtend 
sich  ir  volck  nüfc  enthan,    das  sy  ein  andren  nüt  angrytfend; 
daruram  Ruollaud    und  Anthea  genöttiget   wurdend  von  irem  st 
stritt  zelässen.    Ruolland  reytt  und  auocht  die  grösten  anginnen 


284 


und  schluog  alles  das  nyder,  so  er  vor  im  vand.  Anthea  fleyß 
sich  die  Krysteo  zeschedigeu,  Sy  fand  den  gräf  Ollyfier,  der 
gab  iren  ein  semlicheo  scLwertschlag ,  wie  wol  ir  hämisch 
vertzoubert  was,  das  iren  gantz  ättenloß  wwrd ;  damit  kämmend 
6  sy  von  ein  andren.  Und  ala  Anthea  im  strit  [bl.  137J  urani- 
bar reytt,  begegnet  ir  Gannellon  ,  dem  gab  sy  ein  söniliclieii 
streich,  das  er  ab  sinem  pfert  fiel.  Und  sy  het  iiin  ertödt, 
aber  es  käramend  iren  sovyl  sines  geschlächtz  inn  entschötteji, 
das  ay  nüt  geschaffen  mocht.     Die  krysteo  füraten  begiengend 

IC  des  tags  schön  rytterschiifft ,  wann  sy  ertödten  vyl  heyden. 
Aber  der  heyden  wärend  sovyl ,  das  die  Krysten  nut  zend 
kommen  mochten d.  Der  keyser  Karly,  der  den  hart  wyß  liat 
nntn  uff  den  sattelboggen ,  doch  wie  alt  er  was ,  begieug  er 
doch  gros  matiheytten ;  wann  mit  Joyossa,  sinem  scbwert,  traf 

Iß  er  kein  heyd,  dem  er  nut  sin  laben  nemme.  Er  schrey :  »Montjoj» 
Sant  Denysseus!«  und  reyt  inn  die  grösten  hülfen.  Der  hertzo^; 
Anses  ertodt  mängen  heyd ,  desglichen  Otto  von  Burguudia 
und  die  andren  fürsten  all  in  der  schlacht  sovil,  das  das  ertrich 
darvon  bedeckt  was.     Syt  das  Kuollaiid  von  Anfchea  kam,  er- 

20  todt  er  alles,  so  er  an  sinem  weg  fand ;  sin  ach  wert  Dur  im  del 
ward  ötetz.  gsachen.  Sine  fyend  fluchend  vor  im  als  die  scbäf 
vor  den  wölffen.  Er  wollustiget  sich  an  der  heyden  tod:  er 
was  trurrig,  wenn  er  niemand  fand,  mit  dem  er  strytfcen  kond. 
Er  und  sin  pfert  wärend  mit  bluot  bedeckt.     Do  Bryssebarra, 

aa  Anthea  houpfcmami ,  die  gros  mördery  gaach ,  so  die  Krysten 
an  sinem  votck  begiengend,  do  ward  er  ser  betrüept  und  scbrey 
sinem  venlyzuo  sin  volck  wyder  zeversaralen.  Inn  dem  begegne'' 
im  der  keyser ,  und  falt  er  inn  ab  sinem  pfert  und  hat  gros 
müe  inn  zefachen;  aber  er  wartt  sich  wie   ein  giiotter  rjtter 

30  und  scbrey  sinem  fealy  zao.  Und  er  ertodt  mengen  hejd, 
aber  iren  wärend  sovil  umm  inn ,  das  n  ilt  uf  gsitzen  mocht, 
Und  Bryssebarra,  der  ein  man! icher  rytter  was,  brächt  sovyl 
zewägen,  das  er  das  furnemmesfc  feuly  der  Krysten  nyder  schluog; 
des  die  Krysten  ser  erschräckend.     Do  Baldowyn,  Gannellons 

35  aun,  den  keyser  zefuoß  gsach  und  das  fenly  nider  gschlageOi 
do  reyt  er  im  stryt  ummhar  und  saocht  Euollanden  so  langt 

* 
20  Bin]  and  ha.        22  er*]  es  hs. 


unlz  daz  er  [in]  fand  ,  und  seyt  im ,  wie  Kar]y  zefuoa  were 
uuder  den  lieyden,  tlienenunend  großmüeinnzefaehen.  Ruolland 
sprach  zuo  Baldowiii:  »Min  früud,  füer  mich  dahin,  da  min 
Vetter  ist!«  Also  reyt  Bnldowin  for  daunen  und  Ruolland  im 
nach.  Er  fand  utf  äem  weg  Hug  von  Burguudia  nod  Richart  s 
von  Normandia,  zuo  dennen  sagt  er:  »Yllend  mir  nach!  Wann 
die  notturft  ist  gros.«  Das  tettend  sy ,  und  zertranttend  die 
hufTeOf  also  das  sy  an  das  end  kämmend,  da  Bryssebarra  was; 
der  nam  gros  müe  die  Krysten  ummzebringen ,  wann  er  hat 
inn  siner  gselschaft  by  tryssig  rytter ,  die  mechtigesteu  aiaes  lo 
ziiga.  Aber  Kuolland  nud  sine  gaellen  acliluogend  sy  inn  die 
flucht,  Ruolland  begieng  des  tags  sovyl  raanheyt,  das  es  keinem 
menfcschen  möglich  ist  sovyl  zebegäii ,  das  got  sin  gnad  nüt 
dar  tbette.  Ea  ist  wol  zegloubeu ,  gott  machte  Ruollandeu 
stcrcke  imd  der  andren  Krysten  zwyfacht;  wann  änderest  iß 
werind  sy  syglos  worden.  Der  edel  kämpffer  des  gloubens 
Ruolland,  do  er  gsacb,  das  Brissebarra  so  inn  grosser  mlie  was 
die  Krysten  umm  zebringen,  do  reytt  er  uff  inn  und  hüw  im 
des  ersten  Streichs  den  arm  ab,  inn  dem  er  daz  aehwert  hat, 
das  sy  mit  ein  andren  au  herd  fiellend.  Des  die  heyden  aer  20 
erschräckeud,  wann  er  was  all  ir  hoffnnng.  Ruolland  riciit 
das  fenly  mit  hilf  ainer  gsellen  wyder  uff,  so  Bryaebarra  nyder 
gachlagen  hat.  Darnach  rittend  ay  dahin,  da  der  keyser  was. 
Den  fundend  sy  inn  grosser  nott;  wann  die  heyden  hatteod 
inn  ummgeben,  die  uämmend  groß  müe  inn  zefachen.  Aber  aa 
er  was  gros  und  schwer  und  wartt  sich  manlichen ,  darutnm 
inn  die  heyden  nüt  fachen  mochtend.  Do  Ruolland  sin  vetter 
inn  so  grossen  nötten  gsach,  do  ward  er  vast  zornig  und  wie 
ein  touber  wolf  trang  er  inn  die  heyden.  Mit  hylf  siner 
gsellen  ertodt  er  iren  sovyl,  das  ire  pfert  im  bluot  badettend  30 
untz  an  die  knüw.  Do  Karly  sia  vettern  gsaeh  sovil  raan- 
heyt  begän ,  do  enipfieng  er  ein  wunderbarlichen  muot  und 
schrey  mit  lutter  stim  :  »Montjoya  Sant  Denisseus!«  und  er- 
todt fier  heyden.  Inn  Karlya  rettung  kämmend  vyl  heydcii 
umm  und  öeh  Krysteu  ,  doth  kam  Karly  wyder  uff  sin  pfert  s& 
wyder  der  heyden  wytlen  und  brächt  vyl  heyden  uuim.  Ruol- 
land reytt  wytter  und  fand  den  hertzog  Ansea  zefuoß,  deu 
die  heyden  fachen    wottend;  aber  inn  Karlys  und  Ruollanden 


286 


ziioliiinft  kam  er  wyder  nff  sin  pffrt.  Ollyfier  was  an  e\nm 
andren  end  imm  sfcryt  unimgebeii  mit  Amiiialucken,  das  sind 
verlougiiet  Krysten  ;  die  tianimend  grosse  müe  inn  ab  sineni 
pferfc  zesclilHchen.     Ab<?r    er   ivartt   sich    manlich    und  ertodt 

6  iren  vyl.  Do  iim  Hnollumd  inn  söllichon  nötteu  crsach,  do 
schrey  er  im  zun;  »0  edliir  rytter ,  deiick  din  nianheyt  ze^ 
tzöugen !  Wann  die  nott  ist  gros.  Du  niuost  von  mir  ent- 
schüt  werden,«  Do  Ollyfier  den  keyser  und  liuollandeii  iiQil 
die  andren  ersuch,  do  ward  im  sin  stercky  zwytacbt,  darumni 

10  die  Ammalucken  ertödt  wurden.  Die  syglosse  kari  sieh  uff 
der  heyden  sytten.  Und  was  das  ertöden  so  gros,  das  iet 
todfceti  lychnani  im  bluot  badettend.  Anthea  und  ir  volck 
verlurend  das  hert/, ;  sy  was  so  nilled,  das  sy  ire  arm  not  nier 
utf  heben  uiocbt.     Und  wenn  die  nacht  gsin  were,  so  hettenJ 

15  die  heyden  all  end  ^eiiomen ;  wann  die  Kristen  jagtünd  sj, 
wie  die  sperwell  die  wachtlen.  Aber  die  nacht  kam,  darunmi 
der  abzug  kuo  beden  syten  geblässen  ward.  Do  Antheanie 
verhnrat  irs  volcks  erkant,  do  ward  ay  ser  betrüept  und  ge- 
dächt, das  wol  war  were,  Karly  und  sine  füräten   wereiid  die 

80  manlichesteu  lüt  inn  aller  wiilt.  Sy  reyt  inn  ir  zell  mit  dem 
volck,  so  ir  beliben  was.  Karly  fuor  mit  sinem  volck  >;«n 
Paris,  unsern  heren  lobend  umm  den  sig,  den  er  innen  gebe« 
bat.  Do  die  Krysten  all  auo  Paria  wärend,  gebot  Karly,  das 
man  aü  gloggen    zuo  Paria  lutt   und    inn    allen    kilcbea  »Te 

M  deuni  [bl.  138]  laudaraus«  sunge,  gott  daacksagend  u mm  den 
sjg,  so  er  innen  verliehen  hat.  Mornendes  scliickt  Antbea 
ein  herold  zuo  RuoJland  umm  ein  anstand  tryasig  tag,  das 
verwylget  er  iren  vast  gern.  Nun  wend  wir  von  dem  hertzög 
Gergis  und  von  Marsillia  sagen  und  von  Anthea. 


so  Wie  der  kunig  Marssiilia  ein  bott  zuo  Karly  schickt 
umm  fryd,   und    wie   der   frjd   gemacht  ward  zwii- 
schend  Karly  und  Anthea,  die  fiior  wyder  gen 
Babillonia  mit  irein  zug. 

Wie  ir  hievor  verstanden  band ,  das  Gergis    von  Tannf' 
S5  marck,  Aatolfo  und  ander  bereu    mit  dryssig  tussend  maniieJ' 


zogen  Tvärend  üff  die  *  FraDckricli ,  Marssillia  dea  pas 
vorzebalten  ,  ob  er  inn  Franckrich  wett.  Aber  do  Marssillia 
der  Krysten  zuokunft  vernaiii ,  do  ragt  er  sich  nye,  Funders 
wott  styl  sitzen,  untz  das  er  vernemme ,  wie  Anthea  ir  ding 
geschaifen  vor  Paris.  Aber  do  er  veniam,  wieii  Anthea  gangen  & 
was,  do  enipfiell  im  allen  lust  zekriegen  ;  darumiu  er  ein  botten 
zuo  Karly  schickt,  Fatseron  geUeyssen,  den  fryden  wyderuium 
ernüwereu.  Falaeron  kam  gen  Paris  inn  pullast;  da  fand  er 
Karly,  der  schwatzt  mit  sinen  fursten.  Falsseron  kuüwet 
iiyder  und  giuotzt  den  keyaeralso:  »Der  allniechtig  gott,  dorm 
von  raengklichem  sol  aubälteii  werden  und  all  creaturen 
geschaifen  iiat  durch  sin  eyuige  macht,  behüette  und  bevvare 
den  nieclitigen  keyser  Kurly  und  alle  die,  so  iirn  liebhabend, 
und  beware  öeh  min  her,  den  künig  Marsilia !  Der  grüetzt 
üch,  her  keyser,  und  uoh  all  edel  fursten  üwers  häfa  und  en-  ib 
büt  ütjh  by  mir,  ungesechen  die  gros  macht  volcks ,  so  ir 
gschickt  band  zuo  end  Franckrich  und  Hyspannia,  das  ir  im 
uüt  vertrüwet  band  ,  das  er  den  fryden  halten  well ,  der  be- 
schlossen geweßt  ist  durch  Blaucbardin  uulaug,  und  im  ver- 
heyssen  hand  rüewyger  kunig  inn  Hyspannia  zela^sen  uff  et-  w 
lieh  trybut,  die  er  üch  jerlicheu  gebeu  sol,  und  inn  und  die 
sinnen  glouben  lä^en,  waz  sy  wettend.  Der  rüatung  halb 
sag  ich  üch  uti"  min  eer,  das  er  üch  entschüt  wott  haben  gegen 
Anthea.  Aber  do  er  vernam,  das  der  herfczog  Gergis  und 
sineu  gsellen  im  so  nach  kommen  wärend,  behuob  er  sin  züg  u 
by  inim.  Uff  das  hat  er  vernommen,  das  Anthea  uüt  vyl  ge- 
wiuuien  bat  vor  Paris  gegen  üch ,  wann  üwer  macht  ist  ze- 
groii.  Des  ist  min  her,  der  künig  Marssillia,  wol  innen  wor- 
den, darumm  er  nüt  dann  fryd  begert  und  einigkeytt  mit  üch 
zehaben.  Darumm  bytt  ich  üch  umm  guotte  autwurt.«  Als  so 
nun  Falseron  sin  botschafft  gendet  hat,  sprach  der  keyser  zuo 
im:  »Min  fründ,  ich  bin  fro,  das  ich  üch  gehör  von  fryd  reden. 
Wann  es  ist  kein  ding,  das  ich  vester  begere  inn  dya«er  weit 
dann  fryd  ;  wann  krieg  ist  Zerstörung  der  landen.  Und  wyll 
im  der  künig,  üwer  her,  also  thuon,  als  ir  gesagt  hand,  so  ja 
wyrd  ich  vast  fro  sin  und  wyll  iun  für  miner  f runden  einer 
liaben.«  »Her,«  sprach  Fataseron,  »ich  weyß,  das  er  im  also 
ille  des  sterncbeuB  ia  der  he.  leerer  räum; 


288 


tbuon  wyrd,  wie  ich  gsagt  hab.«  Karlj  sprach  zao  im :  »Ir 
müesseud  inn  gräf  Ganaellons  hus  ruoweu,  so  weud  wir  üch 
antwurt  rüsten.«  Uuolland,  OUjfier  und  ander  heren  fnortteud 
iim  inn  Ganiiellons  hus.     Yederman  was  des  frydens  vast  fro; 

6  aber  bettend  sy  gewüüt  dit?  verrettery  ,  die  darniich  bryttlet 
ward,  so  bettend  sy  all  getruret.  Doch  so  was  sinn  Ruollaud 
nüt  wol  zefryden,  wann  Karly  hut  im  vor  langem  verheyssen, 
er  wett  inn  zuo  künig  inn  Hyspannia  krönnea ;  aber  wenn 
Karly  darvon  sagt,    so   weyla  inn  GaDuellon  wyder  ab  durch 

10  Bin  hupach  reden.  Ach,  wie  was  Karly  so  unwyß,  das  er 
Falaeron  inn  Gannellons  liänd  gab!  Wann  dardurcb  erwuochsen 
grosse  übel  und  jämer  inn  aller  Kristenheyt,  das  man  darvon 
sagen  wyrt  by£  zend  der  wült,  als  ir  bienacli  verstän  werden! 
Dem  botten  uß  Hyspannia  eer  an  zethuon,  ließ  Karly  turnieren 

K>  und  alle  fröud  und  kurtzwyl  macheu,  so  man  ertencken  mocht, 
der  nut  gedächt  dann  alles  guotz  und  nüt  betrachtet,  dann 
das  er  sine  land  inn  fryd  behalten  möcht.  Falseron  was  stetz 
inn  Gannellons  gselachafft.  Acha  begieng  Karly  ein  so  gros 
Übel,  das  er  inn  zuo  im  thet !  Wann  sy  awcn  brattytzierttenil 

so  die  gros  verrettery,  dar  durch  aller  Krysfcenheyt  vyl  ze  lyden 
ward.  Do  der  bott  Falseron  etlich  tag  zuo  Paria  beliben  wM, 
do  sprach  er  zuo  Ruolland,  er  hette  wyllen  Anthea  zesächen; 
darunim  bette  er  inu,  das  er  im  gaelschaJOTt  hielte.  lluollaiKl 
was  willig.     Also  ryttend  sy  ulä  Paris;  Ollyfier  und  Gannellon 

2£.  hieltend  innen  gselsehaft.  Do  Anthea  ir  zuokuufft  vernara, 
do  3!iß  sy  uff  ir  pfert  und  reytt  innen  eogegeu  iun  scbonner 
gselschaft.  Do  sy  ein  andren  ersächend,  stuondend  sy  ab  ireD 
pferdeu  und  enbüttend  ein  aadren  gros  eer  als  die,  so  das  wol 
kondend,  innsunderheyt  Falseron ,   wann  er  was  ein  man  von 

so  hoch em  ansächen.  Anthea  fuortz  inn  ir  zell,  die  was  vast 
kostlich.  Do  sy  inn  der  zell  warend,  sprach  Falseron  zuo 
Anthea,  sy  hett  kein  gerechty  ursach  Karly  zebekriegen  und 
sy  [bl.  139]  wurde  zeletat  nüt  gewünnen ,  sunders  wurd  ir 
volek  verlieren,  einen  dem  andren  nach.     Falseron  schuoffso- 

36  vyl,  das  er  Anthea  mit  im  gen  Paris  brächt  zuo  Karly.    Und 
ee  sy  wyder  dannen  schied,  ward  der  fryd  gemacht  zwüscheud 
Karfy  und  iren.     Darumui  sy  urlob  uam  von   Karly  und  loa 
8  innj  imm  ha. 


289 


Jren  heren  zehäf  und  von  Falseroa  und  kart  wyder  in 
ir  läger.  Und  ließ  von  stund  an  uß  rüeffen,  daz  yederraan  sine 
kleinott  uff  bunde  und  wjder  beim  füerend.  Änthea  schied 
vor  Paris  liinweg  und  fuor  wyder  gen  Babillonnia  mit  irem 
züg.  Und  verfluocht  den,  der  ursacb  was,  daz  ay  inn  Franck-  & 
rieh  was  kommen. 

Wie    Gannellon   mit   Falseron  gea  Sarragossa  reytt, 
da  ward  die  gros  verrettery  bratty tziertt ,   imd  wie 

»erstlich  Marsillia  die  ursach   siner  zuoküuft  sagt 
inn  bysin  siner  fursten.  ao 

Demnach  als  Farseronn  etlich  tag  zuo  Paris  gewessen  was, 
do  sprach  Early  zuo  im:  »Falseron,  ir  werdend  wider  zuo 
MarsillJa,  üwerm  künig,  keren  und  mir  inn  grüetzeu  und  im 
sagen ,  das  icli  den  friden  halten  well ,  der  einest  zwüscliend 
im  und  mir  zuo  gesagt  ward,  und  mtieaae'minß  beyls  nut  iß 
brechen  werden.  Und  das  wir  inn  nach  baß  beschliessend, 
so  wyll  ich  miner  forsten  einer  mit  üch  schicken,  nämlichen 
den  gräf  Gannellon ,  der  ist  ein  wysser  wol  redender  man. 
Und  verheysaen  üch,  das  ich  alles  das  für  gerecht  haben  wyll, 
waz  er  thuon  wirt.«  Damit  nam  Falseron  von  Karly  urlob  so 
und  von  den  heren  am  häf.  Darnach  kam  Gannellon  und 
nam  urlob  von  Karly  und  sprach  zuo  im:  »Her,  liept  üch 
anders  zesagen?«  Karly  sprach  zuo  im:  »Gannellon,  ich  ver- 
trüw  dir  diner  frouimkeyt.  Man  spricht  inn  einem  gemeinnen 
Spruchwort :  Läia  den  wyaaen  faren  und  sag  im  nüt !  Ich  be-  20 
filch  dir  min  eer  und  den  nütz  aller  Kryateuheyt ;  wann  es 
stät  als  inn  diner  band.«  0  Karly,  was  thuostu?  War  ist 
din  gaotte  Vernunft  kommen ,  das  du  so  Übel  berätten  byst, 
das  du  leyet  allen  nutz  und  eer  aller  Krystenheit  und  och 
das  leben  oder  den  tod  diner  fürsten,  der  mechtigen  kärapffer  so 
uud  beschirmmer  des  kryafcenlichen  gloubeua,  inn  die  band 
und  gwalt  eines  maus  foll  faltscheyt,  boßheyt  und  verrettery? 
Bj  dem  mag  man  wol  sächen  ,  das  einer  sin  unglück  kumra 
fliechen  mag.  0  Karly ,  du  meinst  ufi  Marssillia  din  fründ 
aemachen,  uud  du  machat  aber  darch  ein  verretter,  dem  du  an 
vertruwest,  din  tödlicher  fyend  ufi  im !    0  Karly ,  hastu  ver- 

Uorgnut  daz  Tioao 


geasen  die  grossen  verrettery,  so  dir  Gannellon  zum  dickern 
mal  bewysaen  hat?  Gedenclcstu  nttfc,  daz  er  sovil  roäl  dm  häf 
ian  unueyDigkejt  brucbt  hatV  Dardurch  zum  dickern  mal  die 
besten  ritter  sich  ab  dinem  häf  geussert  band,    und  nach  ist 

f>  der  best  rytter,  so  ion  der  Avält  ist,  dussen,  das  ist  RengnoW 
von  Muiitabant.  0  Karly,  gedenckstu  nut,  das  durch  fiannel- 
looa  verrettery  die  heyden  zum  dickem  mal  inn  Franckricli 
kommen  sind  den  krysteolichen  gloubeu  uß  zetylgen  ?  0  Karlj, 
wie  bistu  so  gar  veryrt  an  dem   verretter,   daa   du   im   gibst 

10  all  din  gwalt  in  sin  gwalt !  Du  hast  der  andren  forsten  nnd 
heren  sovil  inn  dinem  kungkricb,  die  so  wyß  und  fromm  sind, 
die  umm  sterben  kein  faltacheyt  nach  verrettery  begangen 
bettend ,  und  du  bist  so  übel  beratteu ,  das  du  sy  vernüttest 
unmi  des  grasten  verretters    wyllen  ,    der    inn   alter   weit  ist. 

16  0  Karly,  wie  vyl  süniftzen  wirstu  lassen  und  trehen  uß  den 
ougen,  wenn  du  din  vetter  Ruollanden  tod  aachen  wyrat  uinl 
die  andren  kilmpffer  des  krystenlichen  glouhens,  und  als  durcli 
din  schuld,  darum  in  das  du  einem  mentseheu  vertrüwesfc  voIJeii 
faltscheit  und  verrettery !    Demnach    als  Gannellon  urlob  von 

20  Karly  genommen  hat,  do  nam  er  urlob  von  Ruolland  und  01- 
lyfier  und  von  den  andren  heren.  Er  thet  als  Judas,  der  tußt 
tinsern  heren  und  verryett  inn.  Ruolland ,  der  im  nüt  vast 
vertrawet,  macht  nüt  vyl  mit  im ;  der  hertzog  Änsea,  Gerold 
von  Rossillon,  Beringer  und  die  alten  warend  ser  bekümltfrt, 

a»  das  Karly  kein  andren  da  hin  schickt  dann  Gannellon ;  wann 
sy  besorgtend,  er  wurde  etwaz  nüwer  verrettery  begäu,  als  er 
tbet.  Aber  Karly  was  dahin  gfuert,  das  er  keinem  andren 
fürsteu  nie  glouben  wott;  des  er  sich  darnach  leydig  und  l>e- 
kümert  fand.  Also  schiedend  Gannellon  und  Falseron  hinweg 
und  machtend  sich  uff  die  sträs.  Do  sy  Hispanya  nachcttenJ, 
do  schickt  Falseron  Marsillia  ein  holten  im  zewüssen  tbiio», 
das  ein  raechtiger  fürst  u&  Franckrich  q&  Karlis  gesind  inn 
botschaftz  wiü  zuo  im  kein  nie,  und  iaa  er  sich  raste  inu  er- 
lichen  zeentpfachen.     Do  Marsillia  rernara,  das  Gannellon  kam, 

»  do  erschrack  er  ser ,  wie  im  Karly  vertrüwet ,  diewyl  er  den 
lumbdeu  hat,    das  er  der  gröst  verretter  wer  inn  aller  wäii- 

« 
11  k.  hiui  die  hB. 


[üt  destermincler  was  er  wylleiis  inn  mit  grossen  eeren  zenfc- 
pfachen  und  gebot,  das  sich  all  sin  heren  nistend  zeroß  dem 
botten  engegen  zerytten.  Sy  thettend  all  das  gebot  ira  kilaigs. 
Der  saS  uff  sin  pfert  und  reytt  uß  der  statt  [bl.  140]  Sarra- 
gossa  imi  schönner  gselscbatffc.  Do  er  zuo  GannelloQ  und  t> 
Falseron  kam,  do  stuond  er  von  sioem  pfert  und  och  Bin  volck. 
Das  thet  Gannellon  üch,  der  sprach  zuo  Mjtraillia:  »Her,  ir 
thuond  mir  uuneer  an,  das  ir  ab  stand;  wann  es  ist  uüt  bil- 
lich,  das  ein  künig  einem  armen  rytter  sovyl  eren  bewyü,  als 
ich  bin.t  Sy  urarafiengend  ein  andren;  darnach  snssend  sy  lo 
wyder  uff  ire  pfert  und  m achtend  sich  gegen  der  sbat  zuo. 
Marssillia  redt  mit  Gannellon  und  fragt  inn  ,  was  der  keyser 
Karly  thet  luid  die  andren  fürsten  inn  Franckrich,  Gannellon, 
der  wol  g^sprech  was,  kond  im  wol  antwurt  geben.  Der 
Jjünig  Blancliardiu,  deßgliehen  Aygollant  thettend  im  gros  eer  i5 
Hill.  Do  sy  inn  die  sfcat  Sarrugossa  kämmend,  fundend  sy  die 
kiingin  inn  geselschafft  vyl  ryttern  und  knechten,  och  vyller 
frowen  und  junckfrowen,  die  thettend  Gannellon  gros  eer  an. 
Die  gassen  wärend  all  mit  gewürckten  tüeehern  behänckt  vast 
köstlich,  die  venster  der  hüssern  wärend  all  voll  burger  und  a« 
burgern,  die  wärend  all  vast  fro  ab  Ganuellons  zuokunft, 
hoffetten ,  sy  wurdend  ab  siner  zuokunft  inn  ewigen  friden 
kommen.  Aber  ir  frönd  ward  bald  inn  leyd  nud  trBebsal 
verkert,  als  ir  hienach  hören  werdend.  Groß  froud  was  in 
^dgr  stat  Sarragossa  von  wegen  Gannellons  zuokunft.  Der  as 
^pard  beherbergt  iun  lilanchardius  palkst.  Also  ward  Sathan 
by  Lutziffer  beherbergt.  Marsillia  beleyttet  inn  dariun ,  da 
ward  er  wol  empfangen  zum  nachtessen.  Mornendes  ließ  Mar- 
sillia  ein  sytz  zuo  rüsten  uebend  dem  sinnen  im  grossen  sal 
zum  kostlichesten,  so  im  müglich  was,  das  er  des  keyser  Karlis  so 
bottschaft  setzen  könde.  Do  Gannellon  uf  wös,  do  gieng  er 
iun  pallast  inn  gselschaft  vil  rittern  und  heren,  Yederman 
thet  im  er  an  und  yltend  im  nach  zehören ,  waz  er  sagen 
Avett  vom  friden.  Do  er  inn  sali  tratfc,  atuond  Marsillia  gegen 
im  uf  und  satzt  inn  inn  den  sitz  ,  der  im  gerüst  was ;  nach  ss 
im  Batztend  sich  der  künig  Blanchardin,  Falseron,  Aygollant, 
Galleran  und  ander  filrsten  und  heren  und  sovyl  volcks,  das 
sr  aal  voll  ward.     Do  yederman  gsaß,   hies  mau  yedermanu 


292 


8chwigeii;  daroaeh  kart  Gannellon  sin  angsieht  gegen  Mar- 
sillia  und  fieng  sin  red  also  an:  >Der  gott^  der  uli  nüt  all 
creäliureü  geBchöpft  bat,  die  im  hiniel  sind,  im  lufft,  im  mer 
uud  uff  dem  ertrieh,  behüette  und  beware  die  edel  und  boch- 

5  gelopt  krön  des  edlen  künig  Marsillias ,  der  hie  gegenwyrtig 
ist,  und  och  alle  die,  so  inn  liebhabend  und  hälffend  sin  edlen 
küngkliclien  atät  uffenthalten!  Es  ist  war,  her  künig,  das  mich 
min  aller  mechtigester  und  hocligebot'nest  her,  der  keyser  zuo 
Romra  und  künig  inn  Franckrich,  har  gschickt  hat  den  frydeu 

10  beacbliessen,  der  vor  langer  zyt  zwüscbend  Qch  bedeii  gemacht 
ward,  und  dtis  er  fleh  och  Hyspannia  wyder  zuo  üwern  ban- 
den setzen  sott  yemmer  und  ewigklichen ,  und  nieramer  mer 
dar  wyder  zethuon,  inn  söUicher  foiram,  das  die  Krysten ,  so 
inn  üwerem  land  sind  ,    fry   iäben    sond  inn  irem  gloubea  ou 

16  wyderred-  und  als  min  her,  der  keyser,  sinem  vetter  Ruol- 
land  verheyssen  hat  inn  zuo  künig  inn  Hyspanya  zekrönnen, 
uff  das  übergyt  üch  der  gemelt  Ruoiland  und  iiberantwurt  äct 
wyder  alle  gerechtigkeyt  und  zuogehört,  so  er  hnben  niöcht 
an  dem  gemelten  küngkrich  :   also    hat   er  es   geschworen  by 

20  sinem  glouben.  Und  als  Falseron  dem  keyser  Karly  gsagt 
hat,  do  ir  vernommen  band,  das  Anthea  inn  Franckrich  kam, 
do  habend  ir  ein  grossen  züg  versa mlet  inn  zentschütteu,  aber 
von  wegen  des  zügs ,  so  Gergis  von  Dannemarek  gegen  ücli 
gfiiert  hat,  sind  ir  wyder  hiadersich  zogen  krieg  zevermydeu : 

SB  des  sagt  er  üch  grossen  danck  und  enbüt  sich,  wenn  ir  sinen 
törffeud,  inn  wellcber  gstalt  daz;  sig,  sc  mües  all  sin  macU 
inn  üwerm  vermögen  sin.  Darumm ,  her  künig,  sollend  ir 
üch  und  alle  die  inn  üwerem  küngrich  sich  erfröwen  uff  deu 
hüttigen  tag,  das  sy  ewigen  frydeu  überkommen  oder  erworben 

SU  hand  mit  dem  edlen  keyser  Karly.«  Nach  dem  und  Gaunel- 
Ion  sin  red  geendet  hat,  do  sprach  Marsillia  überlut,  er  were 
vaat  fro ,  das  er  mit  Karly  fryd  haben  sott ,  und  sins  teyls 
müeßte  er  niemmer  mer  gebrochen  werden,  und  er  danckette 
Karly  und  Ruollanden  ira   guotten  willens.     Und    öch  sprach 

8£  er  zuo  Gannellon :  »Ich  daucken  üch  der  müe ,  dos  ir  hnr- 
kommen  sind  den  fryden  beatetten.«  Demnach  als  der  fryd  also 
beschlossen  was,  stuoudend  sy  u£f  von  iren  sitzen,  yederman 
heim ;  Gannellon  gieng  wyder  inn  ein  herberg  inn  geselschafft 


etlicher  fursten.  Morneudes  hielt  Maraillia  eiu  grossen  koat- 
licheu  ymbyß  inn  einem  achönneu  gartten,  der  was  ussert  der 
sfcat,  Maraillia  liat  üannellon  ein  kostliehen  rock  von  gul- 
dinem  tuoch  geschänckt,  den  lejt  er  an  und  kam  durch  die 
stat.  Die ,  so  inn  gsächend  für  gän ,  bättend  für  inn  die  & 
götter.  Er  ertzöugt  sich  höpschlich  ufi  wendig,  aber  inn  wen- 
dig was  er  trurig ;  wann  ein  mentach,  der  etwaz  böß  gedenckt 
inn  sinem  hertzen,  ist  nut  frölich.  Wann  der  verretter  dächt 
die  aller  tödtlichesfc  verrettery  ,  deren  sich  kein  mentsch  be- 
sinnen mocht.  Der  ymbiß  waa  kostlich ,  das  nun  zelang  ze-  lo 
schriben  were.  Nach  dem  yrabiß  ward  ein  grosser  tantz,  wann 
die  küngin  was  da  mit  vyl  frowen  und  jnnckfrowea,  die  all 
vast  kostlich  bekleyt  wärend.  Nach  dem  tantz  wurden  mor- 
ryßgen  täntz  gemacht,  Ea  wärend  da  tmmmetten ,  krunib- 
höruner  und  alle  seyttenspyl,  deren  sich  der  mentsch  bedencken  i« 
mocht:  alle  kurtzwyll,  so  Maraillia  erdeucken  kond,  die  Gunel- 
lon  gfiellend,  ließ  er  macheu.  Das  weret,  untz  das  es  zyt 
was  zenacht  zessen.  Das  ward  bereyt  vyl  kostlicher  dann  der 
ymbiß.  Gannellon  fleyß  eich  guot  gschir  zeraachen,  aber  ze- 
mäl  bestuond  er  sinet  und«  erbleychet  und  truret.  Des  alles  ao 
hat  Maraillia  acht ;  darum m  gedacht  er ,  er  hett  nach  etwas 
inn  sinem  gmüett,  das  er  nüt  gaeyt  hett. 


Wie  die  erbermklich  verrettery  prattyfcziert  ward^ 
dardiirch  sovyl  volcks  umm  kam,  und  von  [bl.  141] 
den  grosseD  zeichen ,  die  an  dem  end  erschinnend,  as 
da  die  verrettery  geschworen  ward,  und  wie  Gan- 
üellou  ein  botschaft  zuo  Karly  scihickt  im  den  fryden 
_^  kunt  thuon,  den  er  mit  Marsillia  gemacht  hat. 

^  Nach  dem  nachtessen  was  es  nach  friie,  nam  Maraillia 
Gannellon  by  der  hund  und  sprach  zuo  im:  sIr  wiisaend,  das  ao 
man  spricht  inn  einem  gemeinnen  spriichwort,  man  soll  am 
morgen  die  berg  besächen  und  ze  äbett  die  brunnen.  Darumm 
byt  ich  üch,  das  wyr  bed  gangend  apatzieren  zuo  einem  brun- 
Oen,  der  da  ist  an  einem  egck  dyß  garttena ;  da  wyll  ich  üch 
etwas  sagen  von  mincr  heimligkeyt,    die    ich  keinem  andren  ss 


294 


sagen   wetL«      Gannellon    sprach ,   es   gfielle    im   -wol.     Also  ' 

gieiigend    sy  zwen  zuo  dem  brunnnen.     Marssillia   ließ  innen 

zweyen  zwen  sässel  bringen.     Marsillia    fieng   an  und  sprach 

zuo  Gannellon :   »Ich    bin  fro ,    das    ich   fryd   mit  Karly  hab, 

5  wie  Tvol  ich  inn  nüt  vast  lieb  haben  sott ;  wann  er  hat  mir 
vyl  lydens  anthän;  wann  er  hat  mich  zum  dicl^ern  mal  be- 
kriegt, das  er  kein  ursach  das  zethnon  nie  gehept  hat.  Ir 
wüssend  öch  das  unrecht,  so  er  mir  mit  Galleranna  bewyssen 
hat;    aber    syt   ichß    nüt  mag   wenden,  so   muos    ich    gedult 

10  haben.  Ir  wüssend,  das  er  mir  zum  drytten  mal  das  mertejl 
Hispannia  genommen  hat;  aber  durch  mine  fründ  hab  icliß 
wider  errobert.  Ich  weyß  och  wol,  wenn  er  zyt  und  mach 
gehept  hett ,  so  hett  er  Ruollanden  zuo  künig  in  Hispanniii 
bekrönt ;    wann   er   hat   es    im    znm  dickern  mal  verheyssen. 

iB  Darumm  bin  ich  Karly  niit  sovil  guotz  pfliclitäg,  als  ir  ver- 
meinend ;  aber  ich  will  min  sach  deraüettigen  iintz  nfF  ein 
ander  mal.«  Do  der  verretter  Gannellon  Marsillia  also  horl 
reden,  ;do  ward  er  vast  fro;  wann  mit  dem  mocht  er  zend 
sines   fiirnemens   kommen.      Und   sprach    zuo   im :    »Hat  üeli 

20  Karly  zeleyd  thän ,  das  hat  er  mir  ticli  than  zum  diclcern 
mal;  wann  er  hat  mich  vyl  mal  uß  sinera  köngkrich  ver- 
triben  wie  ein  verretter.  Und  ir  sond  wüssen,  das  ich  zum 
teyl  ursach  bin ,  das  er  künig  inn  Franckrich  ist ;  dann  wer 
ich  nüt,  so   hett   inn  Rengnold   vertriben.     Blanchardin  nad 

a»  Falserou  wüssend  wol,  wie  ich  beschelckt  ward  vor  im  von 
Ruolland  und  Ollyfier;  des  ich  mer  bekümert  bin  dann  von 
Karlya  wegen,  innsunderheyt  von  Ollyfer.  Darumm  ich  nieiu- 
mer  mer  frölich  sin  wyrt,  ich  habe  mich  dann  gerocliCT, 
Darzuo  weyß  ich  wol,  geh  was  verheyssung  ßiiolland  gethän 

8ü  hab,  wenn  er  sin  zyt  gsäcben  wyrt ,  so  wirt  er  üch  kommen 
belegren  inn  Sarragossa  und  üch  vertriben  ufi  üwerem  land 
und  sich  zuo  künig  krönnen  lassen.«  Marsillia  sprach:  »Icli 
schweren  üch,  das  ich  nun  Ruollanden  furcht;  dann  wer  er 
tod,  ich  het   nach  gold  und  gältz   gnuog  Karly   zebekrieger 

||^  und  mich  an  im  zeriichen  umm  das,  so  er  und  die  sinen  m\t 
bievor  gethän  hand.«  Gannellon  sprach:  »Wenn  ir  mir  volg^u 
wend,  80  hab  ich  erdächt  ein  raeinung,  durch  die  ir  und  icli 
gerochen  werdend  an  Ruollanden  und  an  Ollyfier  und  an  den 


idren  ryttern,  so  uns  wjdrigsind;  das   ist:   ich  wyll  Karly 
enbietten ,    das    er  Ruollanden,   Ollifer  und  die  andren  liereu 
inn  Rontzefal  scticke,   da  wellend  ir  innen  ein  grosse  summ 
geltz  geben,  die  wyr  erdencken  wend,  das  miiesae  ein  anfang 
eines  trybutz  sin,  den  ir  im  jerlichen  gebend  wellend  inn  frünt-  0 
schaff tz  wyß,   und  das  Karly  komme    üwer  wartten  zuo  Saut 
Johans  Port,    da  wellend    ir  zuo  im   kommen  den  friden  be- 
schliessen  und  im  die  füefi  küssen  inn  zeichen  der  gehorsamy. 
Und  ir  werdend  ein  grossen  züg  im  Rontaeful   haben,    durch 
den  mögend  ir  üch  rächen  an  Ruollanden  und  an  den  andren,  10 
so  by  im  sin  werdend.«     Nach  dem  und  der  verretter  uß  ge- 
redt hatj   beruoft  Marsillia   den  künig  Blanchardin  und  Fal- 
seron    und   ertzalt    innen    ir   fürneramen.      und   sy,    die   nüt 
besser  wärend  dann  ir  kilnigj  sagtend,  die  sach  were  wol  an- 
gleyt.     Darurara   die    verrettery   geschworen  ward   uff   beden  16 
siten-     So  bald  der  eyd  gethän  ward,  fieng  der  lufft  an  trüeb   . 
werden ;  es  tonnerret  und  blytzget  sovast,  das  es  duocht,  der 
himel  wett  brächen.     Der  sytz,  in  dem  Marsillia  saß,  zerbrach 
under  im.     Ein  boum,  der  by  dem  brunnen  was,  schwytzt  groü 
bluotztropffen   und    erdorret.     Das    brunnenwasser   ward   rott  ao 
wie  bluot   und   floß  sovaat,   dns    der   gantz   platz  darvon  ge- 
sprängt was.     Äs  schoß  ein  stiälstein  uff  ein  tattelboum,  der 
zaller  nechst  by  innen  was,   inn  söllicher  gstalt,    das  sy  inn 
genfczlich  zerschoß.     Dysse  ding  gabend    den    verrettern  groß 
urschräcken,  also  das  nüt  wußtend,  waz  sy  thuon  sottend.    Mar-  aa 
sillia  erschrack  ser  semliche  zeichen  zesächen.     Do  Blanchar- 
din Marsillia  so  erschrocken  gsach^  do  sprach  er  zuo  im:  »Ich 
weyß  wol,  waz  dysse  zeichen  bediitfcend,  wann  ich  bekenn  mich 
inn  aöliiehen  dingen.     Ich  sichern  tich,  das  sy  bedütteud  die 
groß  Zerstörung   des  krysten  voloks.«     Aber  GanneUon   wüßt  .10 
nüt,  was  er  tencken  sott.     Demnach  als  das  wetter  vergangen 
was,  gieng  yetlicher  iun  sin  herberg.     Do  GanneUon  [bt.  142] 
am  betfc  lag,  do  gedacht  er  an  die   grossen  zeichen ,    die   be- 
schächen  wärend  an  dem  end,   da   die  verrettery   beschlossen 
was,  und  sust  niennert;  des  er  ser  erschrocken  was,     Daruoim  34 
im  die    Vernunft   antzöigt,    das  er  nüt   ein   so    tödliche   ver- 
rettery an  sinem  rächten  heren    begän   sott;    aber   sin   bösse 
natur  zoigt  im  das  wyderspil  an.     Die  gantz  nacht  was  grosse 


29Ö 


unneioigkeyt  zwüschend  der  gerechtigkeyt  und  billigkeyt,  aber 
zend  überwand  siii  büsser  wyll  das  rächt;  darumm  er  sin  an- 
gefangtie  verrettery  voll  strecken  wott.  So  bald  der  tag  er- 
sclieiii,  stuond  Gannellon  uf  und  schreib  Karly  ein  brief,  des 

6  iiinhait  also  luttedt:  »Aller  mechtigester  und  unnüberwindt- 
licher  her  keyst-r,  ich  enböt  üch  heyl.  Es  ist  war,  glich,  also 
wie  ir  mir  inn  befelch  geben  band,  hab  ich  den  fryden  be- 
scbloasen  zwüschend  üch  und  Marsillia,  dem  ist  also:  das  ist, 
das  er  üch  alle  jär  ewigklichen  überautwurtten  sol  fünfftzig  und 

10  hundert  marck  gold  zuo  trybut,  und  sol  es  üch  schuldig  sin 
zegebeu  am  roatzefally sehen  wald,  der  da  an  Frunckrich  stoSt. 
Darumm  müessend  ir  Kuolianden,  Ollyfier  und  ander  rytter 
inn  Rontzefal  schicken  den  gemelten  tribufc  zentpfachen ,  da 
wirt  sich  Marsillia  mit  innen  verreinbaren.     Und  ir  sonci  kom- 

16  men  untz  inn  die  stat  Johans  Port,  da  aond  ir  Marsillias 
wartten,  der  wyll  ttch  kommen  die  reverentz  thuon  und  flcli 
den  schuoch  küssen  als  sinem  heren.  Der  schickt  üch  dia 
aller  kostlichest  achüncky,  die  einem  raentschen  müglicb  ze- 
schetzeii  ist ;  wann  er  schickt  üch  ein  kostliche  guldine  kroiin, 

20  getziert  mit  edlem  gesteio,  und  daruff  ist  ein  karfunckelstein, 
der  ist  so  heytter,  das  er  nachtz  schindt  und  so  heyttern 
schin  gypt  als  ein  brünnender  tortsch ,  und  Galleranna  ein 
kostlich  halsbaod,  getziertt  mit  dyamantten,  rubin  und  schma- 
racktpu  und  kostlichen  perlen.     Wytter  schickt  üch  MarBillia 

2B  vyl  türckisch  bogen  und  die  pfyl  darzuo  bereyt,  hundert  be- 
reytt  haptkea ,  zwey  hundert  loufFender  hunden ,  darzuo  ein 
dromattaria  die  kleynott  zetragen  ;  item  hundert  wysae  pfot 
und  hundert  gennett,  köstlichen  gesatlet  und  getzöumpt,  Ruol' 
landen  ein  hämisch,  den  kostlichest,  den  er  ye  gsach ,  sampt 

so  zachen  pferden ,  Ollyfer  ein  ,  kostlichen  guldinen  rock.  Alle 
dysse  ding  schickt  üch  Marsillia  inn  früntsehaft  zeichen.  Da- 
rumm feilend  uüt,  Ruolland  lasse  sich  finden  inn  dyssem 
manott  meyen  im  Rontzefal  mit  siuer  gselschaft,  und  ir  öcb 
nüt  feilend,  das  ir  üch  finden  lässend  zuo  Sant   Johaus  Port. 

36  Nüt  mer  dann :  got  bewar  üch !«  Do  der  brieff  gschriben  was, 
gab  er  inn  einem  botten,  dem  befalch  er ,  daz  er  den  Karly 
brechte  zum  beltisfceii,  so  er  möcht,  und  yllentz  die  autwurt 
brecht.     Der  bot  verbrächt  so  vyl  wegs,  das  er  für  Karly  gen 


297 


Paris  kam,  dem  presentiert  er  den  brief.  Der  ward  vast  fro, 
do  er  des  brieflEs  innhalt  wüst,  und  forschet  von  stund  an  sine 
rett  und  öffnet  innen  den  innhalt  des  briefa  und  sagt,  GaU' 
nelloQ  wer  ein  wysaer  geschickter  rjtter,  das  er  den  friden 
also  gm  acht  hat  mit  der  Krysten  nutz  und  eer.  Do  der  5 
bertzog  Anses  Karly  verstuond ,  do  duckt  er  den  köpf  und 
mocht  nüt  frölich  sin  ab  dissen  meren;  wann  er  forcbt  im 
des,  so  war  was.  Ruolland  was  inn  Gaatguuoia  gerytten  und 
mit  im  der  hertzog  von  Burgondia.  Karly  schreib  im,  das  er 
an  Rontzefal  rytte  Marsillias  trybut  empfachen ,  und  schickt  10 
im  Gannellons  brief.  Und  enbot  imm ,  damit  and  er  im  ein 
hertz  gehe:  diewyl  der  fryd  guiacht  were  mit  Marsillia,  so 
wett  er,  wenn  er  wyder  von  Sant  Johans  Port  kenime,  mit  der  hylf 
gottes  underittän  das  gelopt  laud  gwunnen  und  das  gantz  Suria 
sampt  des  soldaus  land,  und  wett  inn  über  die  alle  zuo  ktluig  ia 
krünnen,  und  dann  wett  er  willig  sin  inn  dem  helgen  ertrich 
zesterhen.  0  Karly,  du  rächneat  wol  ou  diu  wirtj  wann  der 
verretter  Gaunellon  hat  die  sach  wol  änderest  geordnet;  wann 
er  hat  geordnet  durch  sin  faltache  verrettery ,  das  Ruolland 
und  ander  bekrönt  werdend  im  rieh  der  himlen  mit  der  krön  20 
der  martter.  Und  du,  Karly,  wirst  grosae  müe  und  arbeytt 
haben  und  wyrst  all  din  laben  lang  trurren.  Do  Ruolland 
sines  vettern  brief  vernam,  do  was  er  willig  sin  gebot  zethuou. 
Ollyfier,  der  by  im  was,  hat  nüt  vast  guotteu  wyllen  sterjt- 
ten ;  aber  umm  sterben  hett  er  lluollauden,  sin  vetter,  verlän.  ac 
Sy  schieden d  von  Gastgunnia  an  Rontzefal  zerytten,  als  innen 
Karly  enbotten  hat.  Early  schreib  Gannellon  wyder,  er  hette 
als  geordnet,  als  er  im  enbotten  hat,  und  es  müeßte  nüt  feien, 
er  wette  sich  uff  den  geordnefcten  tag  zuo  Sant  Johans  Port 
finden  l&^ssen ,  und  RaoUand  und  sine  grellen  am  Rontzefal.  a« 
Do  Gannellon  vernam,  das  im  Karly  also  thuon  wott,  wie  er 
im  enbotten  hat,  do  sprach  er  zuo  Marsillia:  »Her  küuig,  es 
ist  zyt,  das  ich  wyder  gen  Paris  rytte;  wann  Karly  enbüt 
mir,  Ruolland  und  sin  gaelschaft  mUesaend  sich  uff  geraeltnen 
tag  am  Rontzefal  finden  Jansen  an  allea  feilen,  mid  er  zuo  3b 
Saut  Johans  Port.  Darumm  verschaffend,  das  üwer  Tolck 
gerüst  sigend ,  und  uffa  megest  habend ,  so  üch  müglich  iat 
zefinden !  Wann  ir  möchtend  sust  üwerra  färnemmen  nüt  zuo 


end  konien.  Wann  ich  erkenn  Ruollandeo  so  raechtig  imi 
so  gehertzt,  das,  wenn  ir  nüt  groß  volclt  und  nmnlich  lüt 
hand,  möchtend  ir  sigloß  werden;  dann  wann  er  gewapnelnl 
sinem  pfert  silzt  und  sin   ach  wert   inn    der   band  hat,  so  ist 

ö  kein  so  grosse  gselschaft  nüt,  die  er  nüt  flüchtig  vor  im  macht. 
Ich  sag  üch,  das  ?yl  lütten  sagend,  Sant  Jörg  hab  inn  mit 
siner  eignen  hand  zuo  rytter  gschlagen  und  hab  im  das  schwerl 
Durandal  geben ,  das  da  ursach  ist  so  vyller  heyden  fcod 
Luogend,   das  ir  dry  huffea  habend,   und    das  zweyniäl  aovil 

jo  lütten  im  andren  hufiFen  sigend  dann  im  ersten,  und  im  drytten 
als  im  andren;  wann  ich  weyß  wol,  das  der  erst  huff  nüt 
lang  weren  wyrt,  nach  weiß  ich  nüt,  wies  dem  andren  [bl.  143] 
butfen  ergän  wyrtt.  Nun  wyll  ich  üch  nüt  wytter  sagen,  ir 
sind  im  wyß  gnuog  all  sacben  zeveraächen.     Wytter  min  sun 

18  Baldowin  wyrt  by  RuoIIand  sin  im  ßontzefal,  wann  er  wyll 
in  nüt  Verlan;  ich  bitt  üch:  länd  inn  üch  befolhen  sin!« 
Marsillia  sprach:  *Zuo  sicherheytt  üwers  snns  gib  ich  tieh 
min  wappenrock,  den  sol  er  tragen.«  Gannellon  dancket  im 
und  nam  urlob  und    reytt    hinweg.     Der   verretter    kam  gen 

20  Paris ;  da  ward  er  wol  empfangen  von  Karly,  wann  er  umm- 
fieng  inn  mit  weinenden  ougen.  Ganellon  presenttiert  im  die  klei- 
nott,  so  im  Marsil  Ha  schickt ;  des  er  vast  fro  ward  und  öch  al! 
heren.  Ganellon  was  teglichen  drann,  daz  man  gen  Sant  Johans 
Port  rytte,  als  geordnet  was,     Karly  seyt  zuo  im,  er  wett  vast 

25  bald  uff  sin  und  er  hette  Ruollanden  enbotten,  das  er  sich  am 
Rontzefal  finden  ließ.  Inn  dem  kämmend  Gergis  und  fline 
gsetlen  uß  der  gegny  Hispannya;  wann  Early  hat  sy  wyder 
ab  gemandt,  die  wyl  der  frid  gmachfc  was.  Wir  wend  wydef 
von  Rengnold  von  Muntabant  und  von  Magis  sagen, 

»0  Wie  Magis    durch   ein    tufl'el   Recgnolden    zewüssen 

ttiett,  daz  er  sich  am  Kontzefal  finden  ließ. 

Do  der  lystig  Magis  ersach,  das  Karly  sim  unglöck  nüt 

entflüchen  mocht  und  sich   durch  Ganellon  regieren   ließ  wie 

ein  kind,  do  ward  er  aer  betrüept;  wann  er  wuüt  wol  durch 

3»  sin  kunst,  wie  die  sach  ergän  wott ,  und  hat  es  zum  dickem 

mal  OUyfieren  und  sinem    vetter  Astolffo   gsagt.     Und  do  er 

gsach  ,  das  Karly  gerüat  was  hin  weg  zery tten ,  do  schied  w 


299 

von  Paris  und  reytt  gen  Muntabant,  Da  catii  er  sine  schwartz- 
kunstbüecher  und  studiertt  inn  fiiner  kunst  zeverneraraen,  wo 
ßiu  Vetter  Rengnold  were.  Und  beruoft  ein  tüffel  für  inn,  der 
hieß  Astarott,  der  was  vaat  lystig.  Den  beschwuor  Magis, 
das  er  im  seytte  das,  so  er  inn  fragen  wefct  »Ich  büfc  dir,«  » 
seyt  Magis,  »das  du  mir  sagest,  inn  wellicbem  land  min  vetter 
Rengnold  sig,  und  alles  das,  so  er  tliän.  und  darnach 
wyll  ich  dir  bütten  das,  so  du  thuon  rnuosfc. «  *Ich  sagen,« 
sprach  Astarott,  »tich,  wenn  ich  Reugnolden  Sachen  all  sagen 
wett,  so  müeßte  ich  lange  zytt  haben,  darurara  es  üch  erley-  '<• 
den  wurd. «  Magis  sprach,  er  sötte  nun  allein  die  fürnemsten 
Sachen  sagen.  »Diewyl  ir  von  Rengnolden  Sachen  wüssen 
wend,«  sprach  Astarott,  »so  hat  er  durch  gebot  gottes  sine 
brüeder  verlassen  und  ist  zefuoß  gangen  mit  einem  ryasen 
strytten,  üeryon  geheyssen,  der  beroubet  all  pylgri,  die  zuo  js 
dem  helgen  grab  giengend  gen  Jherusatem ;  den  überwand 
er  und  macht  inn  zuo  Krysten.  Darnach  hand  ay  bed  gros 
manheytten  begangen  an  den  heyden ;  darnach  sind  sy  gen 
Archada  kommen  zuo  sinen  bruodern.  Und  do  sy  etlich  tag 
da  geruowet  hattend,  do  schiedend  sy  all  von  Archada  und  20 
rittend  gen  Jherusalem  die  heiigen  stett  besächen,  da  üwer 
gott  tod  und  niartter  gelytten  hat.  Und  darch  uuglück  ,  do 
sy  inn  die  statt  Nazareth  kämend,  starb  Geryon ,  des  Reng- 
nold und  sine  bruoderu  aer  bekümmert  wärend.  Do  sieh  die 
fier  brüedern  by  ein  andren  gsächend ,  wurdend  sy  eyü  die  as 
yeneren  land  zebesächeu :  darum m  sy  zuo  Jherusalem  kämell- 
thierer  entlechnetten  uff  den  berg  Sinay  zeritten.  Da  dannen 
rittend  sy  den  thurn  Nembroth  besächen,  generapt  der  thurn 
Babillonnia.  Darnach  rittend  sy  wyderumra  uod  nämmend 
ire  pfert  und  rittend  über  den  berg  Thabor  inn  India,  in  dem  30 
der  briester  Haus  künig  ist.  Inn  dem  selbigen  laud  sind  sy 
all  Krysten  an  allein  ein  kuuig,  der  wott  sich  nüt  bekeren; 
aber  Rengnold  und  sine  brüedern  hand  inn  ertodt  utid  sin 
land  zuo  Krysten  gmacht.  Und  von  India  ryttend  sy  inn 
Hercules  giiette,  Zeletat  kämeud  ay  inn  Egypta,  du  hand  sy  36 
vyl  landea  zum  krystenlichen  glouben  bekert  und  vyl  her- 
schafften gwunnen ;  darurara  ich  nüt  gloub ,  das  sy  willens 
sigend  wyder  inn  Franckrich   zekomraen.     Ich   sag   üch ,  wer 


300 


RnoUand  by  innen  gsin,  ao  hettend  sj  all  wält  errobert.c 
Die  red ,  so  Astarott  thet  von  Reiignolden  geachäft ,  werret 
wol  drj  stund;  dorunmi  Magie  zuo  im  sprach,  es  were  gnuog, 
er  hett  inn  unim  and&r  sacken  geheyssen  kommen.     »Ich  ge- 

5  büt  dir,  das  du  von  stund  an  in  Egypta  farest  und  zum  bel- 
tisten,  so  dir  müglich  sin  wyrt,  Rengnolden  und  Richarden 
an  Rontzefal  tragest  und  im  sagest ,  Euolland  sige  da ,  der 
wartte  sin.«  »Ich  sorg,«  seyt  Astarott,  »Rengnold  vertnwe 
mir  nüt.«     »Ich  wyll  dir  sagen,«  sagt  Magis,  »waz  dn  thuon 

10  solt :  du  Bolt  inn  Bay ard  schlaffen  ,  wann  er  trey tt  sy  bd 
wol.  Und  Allard  und  Guchart  send  gen  Mnntabant  kommen 
den  aller  neclisten,  so  sy  mögend.  Und  luog,  das  du  im  also 
thüegest,  wie  ich  dir  gsagt  hab,  das  sy  inn  zachen  tagen  am 
Rontzefal  aigend,  oder  ich  wurd  sust  nüt  wol  mit  dir  zefry- 

16  den  sin.«  Astarott  sprach:  »Es  muoß  beschächen.«  »Ee  da 
hinweg  scheydest,«  sprach  Magis,  »muost  mir  sagen,  waz  ich 
dich  fragen  wyll.  Es  ist  war,  Karly  ist  von  Paris  gescheideu 
und  rytt  gen  Sant  Johans  Port.  Sag  mir:  waz  wyrt  uß  dys- 
sein  rytt?  und   ob  Ruolland  und  sine  gselleo  nüt  inn  sorgen 

20  sigend,  das  ay  inn  ao  kleinner  gselschafft  an  Rontzefal  ryttend, 
und  och,  ob  [bl.  144]  Gannellon  etwaz  verrettery  prattytziert 
hab.*  Ästaroth  sprach  zuo  Magis:  »Das^  so  ir  begerend,  ist 
hart  zewüssen ;  wann  künftige  ding  mögend  wyr  nüt  wüssen 
on  gütliche  verhäncfenuß.     Darumm  umm  daz  ich  üch  nüt  ze- 

26  sagen  weyß,  dann  allein  das  die  plannetten,  die  yetzmäl 
herechend  imm  himel,  groß  bluotvergiessung  bedüttend  und 
ertzeigend  vyl  grosser  Fürsten  tod.  Wann  Mars  ist  im  zeychen 
Scorpion  ,  das  bedüt  grosse  verrettery ,  und  im  abstigen  ist 
Saturnus  och  herschend,  und  ir  wüssend ,   daz  Mars  und  Sat- 

so  turnis  die  zwen  bösten  plannetten  im  hymel  sind ,  wenn  sy 
herschend.  Und  als  ich  wüssen  mag,  mögend  sy  nüt  feilen, 
und  eichern  Qch ,  das  ir  grosse  verräudrung  der  herschafften 
Sachen  werdend.  Und  zuo  allem  beschluß  sag  ich  üch,  das 
ir  vyl  mechtiger  fürsten  und  heren  tod  gsachen  werdend,  des- 

86  glichen  ander  vyl  volcks,  und  den  grösten  tod,  von  dem  ir  ye 
ghört  band  sagen  üwer  läbon  lang.  Deß  halb  ,  ao  Marsillia 
und  Gannellon  prattiziert  hand,  weyß  ich  nüt  wärlichen;  aber 
ich  weyß  wol,  das  inn  der  hell  ein  sitz  geordnet  ist  Ganneiloo 


SOI 


Ion  zentpfächen  umm  die  verrettery,  die  er  begangen  bat, 
und  Marsilliu  och  einen.«:  »Nun  sag  mir, «:  sprach  Magis  zuo 
Aatarott,  »waz  tliuot  yetz  Marsillia  ?*  Aatarot  sprach:  »Er 
ist  ÄUO  Sarragossa  und  hat  vyl  heydiach  könig  und  fürsten 
beschickt,  die  hand  all  ir  macht  bracht;  aber  er  seyt  sin  e 
heimligkejt  niemtuan.  Und  ich  sagen  üch,  das  zuo  Sarragossa 
und  daruram  mer  dann  drö  raäl  hundert  tussend  heyden  sind.« 
Mugis  sprach:  »Waz  thuond  Blanchardin  und  Falseron?«  *lch 
|sag  üch  aller  rättseUlegen  halb,  das  nejßwaz  grosser  verret- 
Itery  verbanden  sind.c  »Nun  wolluf,c  sagt  Magis,  »Teräcbaff,  lo 
'  das  Rengnold  und  Richart  inn  kurtzer  zyt  am  Rontzefal  si- 
gend!«  »Wie  ßol  ich  im  thuon?c  sagt  Äatarotb.  »Ir  sagend, 
ich  soll  iun  ßayard  schlüjQt'eo,  und  das  sy  bed  daruf  sytzend. 
Und  ir  sond  wusseu,  das  Rychart  ein  so  gnot  pfert  hat,  als 
iun  aller  weit  ist  nach  Bayard,  den  er  einem  beidischen  keysser  ib 
aogwunnen  hat,  und  ich  weyß  wol,  das  er  iun  nüt  da  binden 
-wyrt  lässeu.  Aber  damit  und  ich  fich  dienne ,  hab  ich  ein 
Rieinung  erdächt.  Es  sind  in  deui  laud,  da  Rengnold  und 
sine  bruodern  sind ,  zwen  tüffel ,  die  sind  da  ein  heydischen 
känig  zebetriegen,  der  wyll  »ich  toufPen  lassen.  Ich  wyll  dein  20 
einen  sagen,  der  heyßt  Rubicant,  das  er  inn  Richarden  pfert 
BchlüfF  und  inn  trage.«  »0,*  sprach  Magis,  »ich  weyß  nüt, 
ob  ich  dem  tüffel,  von  dem  du  sagst,  vertröwen  aol.  Wann 
ich  furch tj  er  lasse  inn  inn  daz  mer  fallen.«  »Hand  sin  kein 
sorg!«  sprach  Astaroth,  »wann  keiner  thuot,  daz  im  nach- 86 
teyllig  sfg.  Wann  wir  wüssend  wol,  das  Rengnold  und  Rychart 
sovyi  heyden  ertöden  werdend,  die  kum  muglich  sin  werdend 
zetzellen ,  dar  durch  unsere  hell  gemerefc  wyrt.  Und  wenn 
wir  Richarden  tottind,  möchtend  wyr  nunn  inn  überkommen  ; 
dennocht  wüsseod  wir  nüt,  ob  er  unser  were ,  darumm  wir  so 
•umm  daz  minder  das  merer  verlurend.«  Damit  schied  Asta- 
roth  hinweg,  so  ungestümigklichen  wie  die  strät 

Wie  Astolfo  und  Beringer  und  ander  heren  von  Paris 
I  scbiedend  und  ryttend  an  Rontzefal. 

Bald  darnach,  als  Gergis  und  die  andren  heren  wyder  gen  so 
Paris  kommen  wärend,  do  befalch  innen  Karly  uff  Gaunellons 


302 

ansächen,  an  Rontzefal  zeritt^n  RuoUanden  gselschaft  zehalten. 
Do  sy  gsachen,  das  es  Karly  geliept,  do  nämmend  qrlob  von 
im,  Astolfo,  Beringer,  Gödfryd,  künig  inn  Frießland,  CarfertM 
von  Bourdyas ,  Lamprecht,  künig  zuo  Bourges ,   der  gräf  von 

6  Langres,  Samson  von  Burgundia,  gräf  Hug  von  Nantes  und 
ander  mer.  Ach,  Karly,  du  magst  wol  zuo  den  fromen  ryttem 
sagen:  »Got  behüet  üch!«  Wann  du  wyrsfc  sy  niemmer  mer 
inn  laben  gsachen.  Gergis  was  wyß,  der  wott  nüt  rytten. 
Als  die  heren    hinweg  schiedend ,   beruoft  Gannellon  sin  snn 

10  Baldowinn  und  sprach  zuo  im:  »Ich  will,  das  du  mit  den 
heren  rittest,  RuoUanden  zuo  eren,  und  muost  dissen  wappen- 
rock tragen,  den  hat  mir  Marsillia  im  hinwegscheiden  geben 
von  im ;  daruTnm  luog ,  daz  du  inn  allwegen  tragest  !<  Die 
rytter  schiedend  von  Paris  und  ryttend  sovaat,  das  sy  Ruol- 

16  landen  fundend  und  den  gräf  Anshelm,  der  sovil.  manheyt  aro 
Rontzefal  begieng.  Der  künig  Marsillia  brächt  sovyl  ze^en, 
das  er  drü  mal  hundert  tussend  strittern  versamlet.  und 
reytt  von  Sarragossa  und  ordnet  sine  huffen.  Den  ersten 
huffen  gab  er  Falseron,  deren  wärend  fünfftzig  tussend.    By 

80  Falseron  was  ein  heydischer  künig,  der  hieß  Arlot  von  Suria, 
Turbion  Finadusto ,  der  was  wol  syben  einbogen  lang  und 
schwartz  wie  hartz,  und  der  künig  Malprin.  Im  andren  huffen 
wärend  hundert  tussend  heyden  under  Blanchardin.  Inn  siner 
gselschafft  wärend  der  künig  von  Portingal ,  der  künig  Mar- 

25garyton,  Balsamin,  Feramunt,  Poliraites  und  der  mechtig 
künig  Siryon.  Inn  dem  drytten  huffen  wärend  anderthalb 
hundert  tussent  heyden  under  Aygollant.  Inn  siner  gselschaft 
wärend  vyl  künig  und  fürsten  und  die  aller  mechtigesten 
rytter  inn  allem  züg,   nämlichen  der  gros  kalyf  von  Bandes, 

soder  künig  Grodoyn,  der  da  was  von  [bl.  145]  der  ryssen 
gscblächt,  der  was  schwartz  und  gsach  einem  tüffel  glicher 
dann  einem  mentschen;  er  was  vast  grusamm  starck  und 
milchtig.  Ruolland  und  sine  gsellen  wärend  am  Rontzefal,  da 
haltend  sy  ir  läger  gschlagen.  Und  wärend  iren  nüt  über  zechen 

35  tussend  aller.  Do  Marsillia  vernara,  daz  sy  am  Rontzefal  wärend,  f 
und  darumm  daz  er  sin  züg  nüt  so  bald  fergen  mocht,  schickt  ii 

♦ 
3f 


er  Blaiichardin  an  Rontzefal  mit  etlichen  geluJnen  kämmeln; 
der  sprach  zuo  Ruolland,  der  künig  Marsillia  wurde  vaat  bald 
hy  im  sin,  und  er  bette  inn,  das  alle  my&thet  vergessen  wur- 
deiid.  Darnach  thet  er  der  glichen ,  als  wett  er  zuo  Karly ; 
aber  er  reytt  inn  das  her  und  sprach  zuo  Marsillia,  die  Krysten  & 
wurdend  nüt  lang  hestän,  wann  iren  werend  nüt  vyl.  Dem- 
nach hieß  Marsillia  für  inn  kommen  all  künig,  amiroll  und 
hoptlüt  sines  zügs,  mit  dennen  thet  er  ein  sölliche  red:  »Wir 
all,  die  da  sind  hie  veraamlet,  soud  dem  grossen  gott  Mach- 
mefc  billich  danck  sagen  ;  der  hat  uns  durch  sin  verhäncknuß  i» 
hie  versamlet  inn  so  schönner  geelsehafft,  und  das  ist,  damit 
und  wyr  iinsern  glouben  merind,  das  sind  wyr  all  schuldig. 
Und  das  ir  verunemeud ,  warumm  ich  üch  gemantt  hab :  ich 
gloub,  es  sig  üwer  keiner,  der  nüt  wülä^  daz  ich  lange  Kytt 
den  krieg  wyder  Karly  uffenthalten  hab,  also  das  ich  zum  la 
tryfcteu  mal  uß  Hyspannia  vertriben  worden  bin,  das  mir  das 
ein  mal  nut  mer  dann  die  stat  Sarragossa  beleih,  und  hab 
Karly  nie  mögen  an  gsigen,  wie  grosse  macht  ich  hettj  von 
wegen  sins  vetter  Ruollanden,  dem  er  verheissen  hat  inn  zuo 
kunig  inn  Hispania  siekrönnen»  Nun  ist  war  ,  das  Ruolland  '^o 
am  Ronlzefai  ist  mit  lützell  volcks;  da  warttet  er  trybut  von 
mir  zentpfachen,  das  ein  grosse  unneer  were  allen  denen  unsers 
gloubens ,  das  wir  den  Krysfcen  trybut  gebend.  Aber  wenn 
wir  wend ,  so  wend  wir  Ruollanden  und  sin  gselaehafft  bald 
überwunden  haben  und  getüdt  haben.  Inn  ainer  gselschaift  ib 
sind  die  manlicheaten  rytter  alt,  so  inn  der  Krystenheyt  sind ; 
darumm,  wenn  sy  überwunden  sind,  so  wend  wir  an  Karly, 
der  warttet  unser  zuo  Sant  Johans  Port,  der  wyrt  bald  tiber- 
wunden sin.  Darnach  wend  wir  gwunnen  alle  Krystenheyt. 
Und  darnmm  das  ich  alt  bin  ,  so  wyll  ich  rainß  landeiä  be-  so 
nüegig  ain,  so  ich  inn  hab,  und  ir  werdend  ander  üch  die 
land  teyllen,  die  wir  gwünnend.  Demnach  wyll  ich  den  künig 
Blanchardin  gen  Romm  schicken  dem  babst  bietten,  das  elf 
gen  Sarragossa  kumm  mir  gehorsammy  thuon ,  und  verseyj; 
erß,  so  will  ich  min  züg  gen  Romm  füeren  und  wyll  Sant  »t 
Petters  niünster  zerstören  und  all  ander  kilchen  und  daruß 
tiiiuen  roßcn  stäl  machen  und  den  bapst  töden  und  all  sin  pfaff- 
teyt.     Darumm ,    ir    niine  heren ,    bitten  und  ermannen  üch, 


das  sich  ein  yetliclier  onsera  gotz  Machmetz  dieoner  ertzoi'ge 
und  üwer  sterckiniien  erfczougend  ;  wann  die  stund  ist  kommen, 
das  wir  uns  inanlich  ertaGugend  aond.  Doch  wamnen  ich 
üch,  ob  ir  ein  krjatcn  rytter  gaächend,  der  min  wappenrock 

b  trage,  das  inn  keiner  an  riinue  ;  wann  er  ist  Gannellons  ann, 
der  allwegen  uff  unser  ajtten  gaiu  ist.  Nun  woUuf,  das  sich 
mengklicher  redlich  halt!«  Demnach  als  Marsillia  sin  red 
gendet  hat,  do  wurdend  die  panner  liarfür  gethän.  Falseron 
fuort  im  ersten  huffen  inn   sinem   feuly  den  gott  Appollonis. 

10  Demnach  fuort  Blanch ardin  den  andren  huffen,  der  fuort  inn 
simni  feuly  den  got  Talwygant,  Der  drytt  huff,  den  fuort 
Äygollant ,  inn  dem  was  Mareillia,  und  inn  irem  fenly  was 
der  gros  gott  Machmet  von  gold  gemälkt.  Sy  hattend  ein 
grosse  zaÜ  sumbren,  buesanau  und  trurametten  ;  aber  sy  macli- 

iB  tend  nüt  lutt,  damit  und  die  Krysten  iren  nüt  innen  wurden. 
Do  die  fenly  ui  gestreckt  wärend ,  zügend  die  huffen  harfür 
und  trouwtend  den  Krysten :  der  ein  berompt  sich  Ollyfieren 
den  kopff  ab  zesch lachen ,  und  Blanchardin  beruompt  aich 
ßuollanden  sin  hertz  uß  zeryssen,  darumm  daz  er  im  sin  swi 

20  getödt  hat  im  atryt  zuo  Aspremunt.  Nun  sige  Jheaus  iüMU 
gnedig ! 

Wie  Astaroth  und  Rubicant  Eengnoldeu  und  Rycbar- 
den  au  ßontzefal  truogen  zuo  den  Krysten. 

Do  Astaroth  von  Muntabant  gscheyden  was ,    fuor  er  so 
26  schnellt  das  er  raorneudes  früe  zuo  Rengnoid  und  sinen  bröe- 
dern  kam.     Dem  aeyfet  er  alles  daz,  so  im  Magis  enbott.     Reng- 
noid fraget  inn,  wer  er  wer,  der  mit  im  redte,  und  inn  nüt 
gsäch.     Astaroth  sprach  zuo  im ,   er  were  ein  geyst ,  der  inn 
necher  dann  tun   dry    tagen   an  ßontzefal    tragen  wett,   and 
ao  wett  nach  einen  heysseu  kommen,  der  mlleßte  Richard  tragen. 
Und  Allard  und  Guchart  müeßtend  gen  Muntabant,     Do  be- 
ruofft  Rengnoid  sine  brüeder  und  seyt  innen  die  mere,  so  innen 
Magis  enbott ;  des  sy  aer  erech rückend.     Und    als  sy  mit  ein 
andren  red  tend,  kam  ein  schwartzer  wind  an  sy,  der  erschrackt 
«tsy  übel.     >Pürehtend  üch  nütU    sprach  Astaroth,    »wann  es 
Rubicant,    der  ist  harkommen 


trag.«      »Nu«  sag  mir,«  sprach  Rengnold  zuo  Astaroth,  >wie 
wend  wir  unseni  rossen  Ihuon?«   »Des  haiid  kein  sorg!«  sprach 
Astaroth,  >as  inuoti  als  wol  tragen  [hl.   14ö]  werden.«     Also 
nänieiid  Allard  und  Gnchart  urlob  von  Rengnold  und  Jtychard 
und  rjttond  gen  Muiitabaut;  aber  sy  ryttend  wol  fiititf  uiatiott,  s 
ee    sy    dar    kämmend.      Darnach    rust   aich  Rengnold    uff   die 
sträß.     Astaroth  schlof  inn  Bayard  und    Rubicant  inn  Rych- 
arden  pfert.     Do  Bayard  den  tilftel  empfand  im  lyb,  do  fieng 
er  an  schnarchlen  und  schnuffen ;    duz   thet   das   ander  ouch, 
das  es  ein  wunder  was  sy  zesächea.     Nut  dester   minder  saü  10 
Rengnold  uff  Bayard  und  Richart  uff  daz  sin.     Do  sy  daruff 
gsässend,    do   iieiigend    sy    an    louffeu   wie    die  aträl  mit  ge- 
streckten hälssen  durch  die  lüfft.     Sy  fuorend  über  daz  groiä 
raer  und  über  das  land  Lybia,   darnach   fuorend    sy  über  die 
stat  Cartago-     Do  sy  ein  tag  und  ein  nacht  gerytten  wärend,  is 
do    wärend    sy    hiingerig;    darumm    Rengnold    kuo    yVataroth 
sprach :  »Ich  wett  gern  essen,   wann    mich   hungert.«     »Wir 
ivend  bald   haben,«    sagt    Astaroth.     Sy   sä-sseod   ab   inn    ein 
Ächöiie  matten  ;  da  was  ein  scbünoer  brunn  ,    und  dar  nebend 
was  ein  schönne  zält  uff  geschlagen  von   grüenera  und  brun-  20 
bcni  sattin,  mit  gold  gesprängt.     Darinu  fundend  sy  die  tisch 
bereytt  und  vyl  schiltoer  kostlichen  bekleitt,  die  thetten  innen 
^ros  reverentz  an.     Die  truogend  alterlein  spylä  uff  die  tisch, 
wol  bereytt.     Des  sich  die  zwen  bruodern  ser  verwunderttend. 
Rengnold   fragt   Astoroth ,   ob    die   apia   inn   der   hell  bereyt  20 
werind,      >Nein ,«    sprach    Astaroth,    »wann   man   rüst   kein 
sölüchc  apia  darinn  zuo;  snnders  ist  der  mererteyl  von  Mar- 
sillias  ymbi§  und  andren    küngen ,    die   mit   iin   essen  sond.« 
Die  zwen  bruodern  assend  nach  notturfffc.     Aber  deren  aß  nach 
tranck  keiner,  die  innen  zuo  tysch  dienttend.     Richart  sprach  so 
«uo  Rengnold  :  »Ich  bin  inn  langer  zytt  nie  so  wol  beherbergt 
worden;    ich    weyß  nüt,    wer    den    wyrt  zallen  wyrtt.«      »Es 
tvirtt  sich  als  zallen  zeletst,«  sagt  Rengnold.     Darnach  sprach 
er:    »Es  ist  zyt,    das   wir  uns    uff  die  sträß  machend;    wann 
tnioh  belanget,  das  ich  mine  vettern  gsäch.«     Und  als  er  dysse  aß 
^ortt  sagt,  do  ersshräcken  sy;  wann  die  zeit  und  die  dienner 
Verschwiunend ,    das  sy   nüt  wuatend ,   war   sy  hin  kämiuend, 
land  beleih    nüt  dann    die  übrig  apyß.     Sy  sässend  wyder  uff 

Morgaut  der  rlrae  ^i^ 


.306 

ire  pfert  und  fuorend  fürbas  über  vyl  sältzne  land,.  »tett  und 
Schlösser.  Rengnold  fragt  Astarott  die  nammen  aller  landen, 
stett  und  scblösser,  über  die  sy  fuorend,  nämlichen  über  die 
gebirg  Galbator,  über  das  künigkrich  Grannadia,  Cjbillia  und 
e  Cordublya  und  über  die  mechtig  stat  ToUetta,  da  vor  zjtten 
die  schuol  der  nigromacia,  peromaucia,  ceromacia  und  ander 
zouberyen  und  erfarungen  geweßfc  ist.  Zeletst  verbrächtend 
sy  sovyl  wegs ,  das  sy  dem  ßontzefal  uachettend.  Aber  das 
was  zespätt,  als  ir  hören  werden. 

»0  Wie  Ruolland   gwusse   mere  vernam  von  des  kunig 
Marsillias  zug,  wie  der  gegen  innen  kemme. 

Inn  Ruollanden  gselschafift  was  ein  alter  rytter,  aß  Bur- 
gundia  bürttig,  der  hieß  Gödfryd  und  was  vast  wyß  und  wnßt 
vyl  von  kriegen.     Der  entsaß    im   und   sprach  zuo  Ruolland, 

16  er  sott  mer  volck  beschicken ;  wann  es  were  grosse  thorheyt, 
das  man  Marsillia  sovyl  vertruwette.  »Der  ist  nüt  unsers 
gloubens  und  ist  all  sin  laben  lang  den  Erysten  fyend  gsin. 
Man  spricht  inn  einem  genieinnen  sprüchwortt,  man  solle 
einem  berüefften  fyend  nüt  zevyl  vertruwen.«     Aber  Ruolland 

20  ertzeigt  nüt,  daz  er  im  furchte,  wie  wol  im  OUyfier  gsagt  hat 
den  tag  darvor,  im  were  ein  grussammer  troumm  fürkoramen, 
der  ertzöugte  im  nüt  guotz ;  darumm  er  der  meinung  was, 
er  sott  mer  volck  beschicken.  Aber  Ruolland  achtet  des  alles 
nüt  und  sprach  zuo  OUyfier,  der  win  machte,  das  im  troumbte. 

26  Am  morgen  reytt  OUyfier  und  Gödfryd  uflF  einen  berg  und 
ersäehend  Marsillias  ersten  hufPen.  Do  sprach  OUyfier  zuo 
Gödfryd:  »Nun  erkenn  ich  für  war,  das  dyß  das  letst  inn 
unsern  tagen  sin  wyrt;  nun  werdend  Merlins  und  Magissen 
wyssagungen  erfült.     Ach,  min  vetter  Ruolland,  du  hast  nut 

30  rättz  wellen  volgen.  Wann  hilft  uns  got  nüt ,  so  bistu  und 
wir  am  end  unser  tagen.  0  Karly,  nun  wirt  din  grosse  eer 
vertylget !  0  du  hungerige  stat  Paris ,  du  solt  byllich  wein- 
nen  und  klagen ;  wann  du  wyrst  uff  den  büttigen  tag  ver- 
lieren die,    so   dich  sottend   inn  eeren  und  triumph  halten!* 

35  Damit  ranttend  OUyfier  und  Gödfryd  mit  verhängtem  zoum 
zuo   iren    gsellen.      Do    Ruolland    OUyfier    gsach    so  schnell 


commen,  do  dächt  er  wol,  er  kemme  nüt  on  nrsach  so  schnell, 
und  sehrey  im  zuo  r  >Min  vetter,  waz  ist  lUis,  das  du  so  schnell 
rytst?«   »Ach,  Ruollund,«  sprach  Ollytier,  »es  sind  uns  büss<^ 
tnere;    wann  Marsillia  bringt  den  trybut   und    bringt  mit  im 
sovyl  heydeii,  das  die  niemnian  Zeilen  kan.     Du  hast  nüt  wellen   & 
rätt  volgen,  das  du  nüt  nach  hylf  gsehiekt  hast.«     Mit  dysaen 
wollten  machtend  sich  die  krysten  heren  uiiini  Kuolhind  und 
bättend  inn ,    er   sott  sinn  hörn  blässen,  so  wurde  es  fylliebt 
durch  den  wyllen  got/-  von  Karly    verstanden ,    so    wurde    er 
innen  hjlf  schicken.     RuoUfind  sprach,  er  hette  sin  laben  laug  lu 
sin   hörn  nie  geblässen  ulä  forcht,  darumni  wett  erß  nach  dyli- 
iiiäl  nüt  [bi.  147]  anfachen.     Efclich  löt  möchtend  sagen,  Ruol- 
land  were  woi   überm üettig,  so  er  sich  inn  so  grossen  gfären 
gsacb,  und  nüt  destermiuder  nüt    rätt  volgen,  nach  hylf  be- 
schicken, nach  och  sin  hörn  blässen  wott.     Der  bischof  Turpin  le 
spricht  daruf    (der  was  gegen wyrttig),   er    hett    kein  zwyif'el, 
Ruolland  hett  etwaz  offenbarrungen  gehept,    darurara  er  wol 
•wüßt,  das  er  des  tags  die  kronn  der  niarttor  empfachen  sott, 
"Und  er  wott  nüt  dar  wider  sin  wider  den  wyllen  gottes.     Ruol- 
land sa£  uif  Galautin,   sin  pfert;  das  tbet  och  Satuson ,  iiud  a« 
Tyttend  nff  den  berg.     Und  ersächend    wol ,   das  Marsillia  an 
«tat  des  trybutx  menges  tod    brächt.     Do    fieng   er    an    sines 
'volcks  tod  klagen.     AstoU'o,   Beringer    und  AuNbelm  sagtend 
zuo  im,    er  sott  erberrad  über  sin  voick  haben  und  sin  hörn 
bliesse.    Und  Ruolland  sprach:  »Wenn  x\lexander,  Julius  Cesar,  sb 
IJaniball  von  Cart^igo,  Seipion  Äflrickiinus,  der  künig  Tharius, 
!Nachbugodonaser  und  Zerses  und  all  ir  machtend  hie  werend 
lind  min  tod  geschworen   betten,    so    wett   icha  dennecht  nüt 
Wässcn ;  wann  ich  wyll  nüt,  das  min  vetter  sag,  ich  hab  aß 
forcht  blasen.«     Er  ließ  uß  rüeffen ,  das  sich  yederman  rüste  30 
zcstrytten.     Der  bischof  Turpin   reytt  ummhar  und  trost  die 
.Krysten  und  gab  innen  den  sägen  und  ermauet  sy,  ein  guot 
gemüet  zehaben  den  tod  zeutpfachen  den    kristenlichen  glou- 
ben  damit  zcschirmnien  ,   und  ferhieß  innen  allen  daa  himel- 
rych.   Der  die  Krysten  ?,uo  der  selbigen  stund  sich  hett  gsächen  34 
irüsten  mit  senftzen,  der  hett  ein  hertt  hertz  gehept,  der  nüt 


29  min]  mit  ha. 


•iö' 


308 


erbermd  pfehopt  hett.  Do  Ruolland  all  sin  volck  gewapnct ' 
umm  in  gsach ,  do  sprach  er  also:  »Tr,  mine  brüedern  und  j 
fründ,  band  kein  zwyflFel,  hett  ich  Marsillias  verrettery  gwüßt,  j 
das  ich  not  mit  so  wenig  volck  kommen  wetfc  sin,  als  ich  bin, 

6  Aber  as  kan  sich  niemman  vor  verrettery  hüefcten.  Under 
dem  allem  klagen  ich  denn  keyaer,  min  vetter,  der  inn  so 
grossem  triuraph  gregiert  hat  und  nie  von  sinen  fyenden  uöder 
getriTckt  ward,  und  nun  inn  sinem  alter  muotä  er  sin  kejser- 
tlmoni  und  küngkrich  gsäcben  fallen  inn  die  hend  der  fyenden 

10  unsere  beigen  kristenlichen  gloubens.  Ach,  Karly,  wie  vjl 
trehen  und  sünfftzen  wirstu  von  hertzen  lassen,  und  nut  on 
urvsach,  mid  als  durch  den  verretter  Gannellon,  dem  du  sovyl 
vertruwet  hast!  Der  mag  wol  sagen,  das  er  sovyl  zewägen 
brächt  hab,   das  er   yetz    an  mir  und  an  dennen  von  mtnem 

iB  gschläeht  gerochen  werd.  Ach,  min  vetter  Rengnold,  wiirumni 
bystu  nüt  hie,  das  du  die  verretter  aträrtest,  die  uff  den  hüttigen 
tag  ursach  sin  werdend  der  Krysteuheyt  Zerstörung?  Acli, 
min  vetter,  wie  wirstu  so  bekümmert,  wenn  du  wussen  wirst 
die  groß  Zerstörung,    so   sich    vast  bald  uff  nna  keren  wyrt! 

20  Ach,  mine  gseilen  und  frund,  ich  byt  Och,  das  sich  mengklicber 
bewilge  den  tod  willigklichen  uf  zenemmen;  wann  ich  sichern 
üch ,  daz  alle  die ,  so  uff  den  hüttigen  tag  sterben  werdend 
Jhesus  glouben  uffKentbalten,  das  sy  all  bekrÖntt  werdend  mit 
der  kronn  der  sälligkeyt,    als  üch  der  byschoff  Türpin  gsagt 

as  hat.  Mich  dunckt,  ich  ggäche  die  engel  gerüst  im  luft,  unser 
seilen  inn  himel  zetragen.  Darumm  läud  uns  all  manlicl) 
gegen  unsern  fyenden  rytten!  Wann  ich  hin  des  sicher,  « 
es  nacht  aig,  werde  der  rontzef allisch  täll  voll  heydiseh  bluot 
und    liben   liggen.«      Do   RuoUand    dysse    wortt  geredt  hati 

so  sprangt  er  sin  pfert.  Also  umnifiengend  die  Krysten  eiu 
andren  und  vergabeud  ein  andren  und  stalteud  sich  ioo 
Ordnung, 

Von  dem  erber mklichen  stryt,  der  am  Rontzefal 
beschaeh  von  den  Krysteu  und  heyden. 

36  Die  Krysten  staltend  sich  inn  Ordnung  zum  basten,  sosy 

mochtend,  und  mit  fryem  muot  rytten  sy  gegen  den  fyendeo. 


Die   kämeud   und   tribond    gros   gschrey    und    trouwtend    den 

Krysten.      hisunderheyt    Blanchardin,    der   tröwt    RuoUaudeu 

vast,  sagt,  er  wett  eines  suns  tod  rächen,  den  er  ertödt  hatt, 

sagt,  wenn  er  im  begegnette,  so  wefct  er  ira  ain  hertz  ulä  dem 

Jyb  ryssen.     Die  Heiden  wärend  von  vyll  natzioim,  als  iiß  Bar-  0 

barria,  Arrabia,  Surria  und  uß  Etbiopia,  die  sind  schwartz  als 

gesotten  hartz.     Uuder   dennea   wärend    vyl  Marranner,   die 

haltend  weder  glouben  nach  rächt  und  sind  bösser  dann  tüffel. 

Sy  machtend  ein  sölliche  gschrey  im  zuohen  züchen,  das  man 

nüt  hett  ghört  donnern.     Der  edel  Astolfo  was  der  erat,  der  »0 

sich  rotfc.     Gegen  ira  kam   ein    beydischer  künig,   Arlott  ge- 

heyssen,  dem  stach  Astolf  das  sper  durch  den  lyb,  das  er  tod 

zuo  der  erden  fiel.     Ollyfier  sprach:   »Das  ist  ein  guotter  an- 

fang;   der  wyrt  uns  nüt  nier  zeleyd    thuon.e     Demnach   thet 

sich  harfür  Angewin  von  Bayonna,  der  saß  uff  einem  genett,  iß 

der    lüf   wie   die   sträl.     Gegen  ira  kam    Maduyt,    künig  inn 

Sasaia,  aber  mocht  Angewin  nüt  wyder  atän.     Do  dysser  tod 

Tvaa,  sclirey  Angewinn  überlut :   »Wer  au  mich  kommen  well, 

der  kumm,  so  fintt  er  den  tod.«     Do  kam  gegen  im  ein  hey- 

discher   künig,  [bl.  148]    Marangia  geheyssen ,   der    waa   vast  ao 

stoltz.     Aber  im  gschach  wie  dem  fordrigen.     Ollyfier  mocht 

sich  nüt  überhaben,    das   er    nut   inn  strytt  rytt.     Gegen  im 

kam  der  künig  Malprinn,  der  was  ein  mechtiger  rycher  künig, 

also  das  er  Ollyfier  den  schilt  durch  stach  und  och  den  har- 

nysch,  also  daz  er  ein  wenig  wund  ward,  und  wenig  falt,  er  as 

wer  nß  dem  sattel  gfallen.     Aber  er  was  so  ghertzt,   daz  er 

sich  enthielt,  und  gab  Malprin  ein  söllichen  stich,  daa  er  im 

daa  hertz  durch  stach ,  und  tod  zuo  der  erden  fiel.     Do  Fal- 

'  seron  dia  fier  künig  tod  gsach,  ward  er  vast  zornig,  innsunder- 

heyt  umm   Malprin ,    den   er    für   den   sterckysten   sines  zügs  bo 

hielt,  und  sagt  überlut:    »0  Machmet,    wo    bystu?   Wilt  uff 

den  hüttigen  tag  nüt  mit  uns  sin  gegen  den  Krysten  ?x    Der 

byschof  Türpin    der  gedächt  zuo  der   selbigen   stund   nüt    an 

sin  gebett,  sunders  sporet  gegen  einem  arayroU,  derhies  Tarcon, 

und  traf  inn  mit  söUicher  stercky    mit  sim  sper ,   das    er  im  sb 

das  durch  den  kopff  stach,   und  fiel  tod  zuo  der  erden.     Inn 

HuoUanden  gBcilschafl^fc  wärend  der  edel  Riehart,  hertzog  inn 

Norniandia ,  Ästolffo,  Ollyfier,  der  bischof  Türpin,    Angewin 


310 

von  Bayonna,  Anshelm,  Hug  von  ßurgundia,  Gödfryd,  kunig 
inn  Fryeßland,  Beringer,  Samson  von  Brettanya,  CaflFerus, 
künig  inn  Bourdyas,  Lamprecht,  kilnig  zuo  Burges,  der  gräf 
von  Langres,    gräf  Hug   von  Nantes,    Ainou   von   Bonrdyas, 

5  Godfryd  uß  Burgundia ,  Galtier  von  Meylland ,  Baudoin  und 
ander  guot  rytter  uß  der  Krystenheyt;  die  ryttend  all  mit 
ein  andren  inn  stryt  und  ertodtend  vyl  beiden,  des  Falseron 
ser  erschrack.  Er  hat  sich  den  gantzen  tag  berüempt,  Ruol- 
landen  sin  hertz  uß  dem  lyb  zeryssen,  aber  er  hatt  den  halben 

10  teyl  siner  manheytt  verloren.  Do  er  gsach  Ruollanden  gegen 
imm  kommen ,  do  hett  er  gern  wellen  zuo  Sarragossa  sin, 
aber  er  kond  nüt  fluchen.  Und  sprach :  »Ach,  min  gott  Appollin, 
ich  befilch  mich  dir.  Und  gib  mir  die  gnad ,  das  ich  mines 
suns  tod  rächen" mög!«    Do  Ruolland  zuo  im  kam,  sprach  er 

16  zuo  im :  »0  du  faltscher  verretter,  ist  das  das,  so  du  mir  ver- 
heyssen  hast,  das  was:  du  vertzichest  mir  dines  suns  tod?  Ist 
das  der  trybut,  den  du  Karly  bringen  sottest?  Ich  schweren 
dir,  das  ich  zuo  dysser  stund  die  räch  an  dir  begän  wyll. 
Wett  min   gott,  das  din   künig  Marsillia  oucb   hie  were,  so 

20  wett  ich  im  den  Ion  geben,  den  er  wol  verdienet  hat.c  Da- 
mit rantt  Ruolland  mit  grossem  zorn  gegen  Falseron  und 
stach  im  das  sper  durch  den  lyb,  das  im  der  halbteyl  im  lyb 
beleyb,  und  fiel  tod  zuo  der  erden.  Falserons  tod  erschrackt 
die  heyden  übel;  wann    darumm  das    sy  kein  füerer  hattend, 

26  wärend  sy  glich  sigloß  und  liessend  sich  töden  wie  die  thierer. 
Sy  werend  gern  geflochen,  sy  mochtend  aber  nüt;  wann  Mar- 
sillia hat  das  gantz  fäld  umgeben  mit  sinem  volck,  damit 
und  im  die  Krysten  nüt  enttrunnend.  Do  der  gros  heydisch 
künig,  Fimadusto  geheyssen  (der  was  wol  syben  elbogen  hoch 

30  und  truog  ein  so  schwer  gwer,  das  ein  andren  man  gnuog 
zesehafen  gehept  hett,  das  vom  herd  zeheben),  Falseron  tod 
gsach,  ward  er  vast  grimm  und  kam  an  unser  volck  mit  dem 
grossen  wer.  Gegen  im  kam  der  edel  Beringer  und  stach  im 
sin  sper  durch  den  lyb,   das    er  tod  zuo  der  erden  fiel.    Die 

38  Krysten  hieltend  sich  redlich,  innsunderheyt  Ruolland,  der 
was  gantz  besprängt  mit  heydenbluot,  und  fluchend  all  vor 
im.  Ollyfier  ertodt  och  mengen  heyd;  Galter  von  Meyland, 
desglichen  Angewinn  von  Bayonna  verbrachtend  vyl  schonner 


lanht  jtt,  und  och  der  liertzog  Astolf.  Der  bischoif  Türpiii 
ertzeigt  nüt,  das  er  ein  prieater  wer;  wann  er  hielt  sieb  red- 
lich. AiiiOLi  von  üoiirdyas,  ein  giiotter  rytter,  ward  von  einem 
heydiseben  künig  ertödt;  aber  do  das  der  hertaog  Atishebn 
ersach ,  kam  er  nn  den  hejden  und  hüw  im  den  kopff  von  & 
achslen,  und  was  tod. 


i 


ie    Rengnold    und   Kychart    zno    den   Krysten    um 
^.  strytt  iiti  Koiifc/A'f'al  kämmend. 

^^     As  Rengnold   uif  dem  weg    was  an  Rontzefjil,    fragt   er 
Ästarott,  waz  sin  frommer  vetter  Ruolland  thct  und  die  an-  lo 
dren  rytter,  so  by  im  wercud.     Aatoroth  sprach,  sy  strittend 
mit  den  beyden,  deren  werend   wol  drü  raäl  hundert  tuaaend 
an  die  erschlagnen ,    und  es  were  gros  vest  uiuni  der  beyden 
seilen  iun  der  hell  und  och  uuini  die,  so  nach  inn  dry  tagen 
dariun  kommen  wurdend,     »Hub  kein  sorgU  sprach  Rengnold,  i6 
»kum  ich  ein  mal  inn  stryt,  so  wyll  ich  aovyl  hinab  schicken, 
das  ir  ay  nüt   zellen    mögend,«     Inn    der   red  käraend  sy  ze- 
nechst  zuo  Marasilüa  ziig,  der  was  sinn  well  wie  ein  rad,     Asto- 
ratb  sprach    zuo  Rengnold :    »Nun    wend   ich   und    min  gsell 
arlob  von  ücb  nemmen ;  wann  wir  band  (ich  an  das  end  tragen,  ao 
dahiD    uns  Magis  gebotten   hat.«     Rengnold   sprach    zuo  im: 
»Ich  dancken  dir  sovaät,    als    ich    sol.«     Damit  scbiedend  sy 
hinweg    mit   einem    thounerklapff,      IJenguold   und   [bl.    149] 
Rychart  wottend  zuo  den  Krysten,  aber  sy  wiißtend  nüt  wie; 
wann  es  wärend  sovyl  heyden  umm  sy,  das  sy  nüt  wuiäteud,  ss 
an  wellicbeni   end  ay  zuo  innen   sottend.     Yedoch    Rengnold, 
der  nye  erschraek,  geh  wie  vyl  fyenden  er  vor  im  gsech,  kam 
an  den  huffen,  den  Blancbardin  fuort,  und    ertodt  den  ersten, 
der  im  begegnet.     Niemmand  raocht  vor  im  beatän.    Sin  bruo- 
der  liychart  thet  nüfc  minders ;  wann  an  Karlya  hilf  was  kein  30 
redlicherr  rytter  dann  er,  an  RuollaDd  und  sin  bruoder  Reng- 
nold.     Blanchardin    erschraek    übel    ab   der    zweyen    ryttern 
manbeyt.     Do  Marsillia  gsaeb,  daz  sy  strittend  inn  Blanchar- 

dins  huffen,  do  entsaß  er  verrettery ,  darumm  das  Blanchar- 

* 
9  äbJ  a  liB.,  die  initiale  ist,  wie  auch  sonst,  nicht  ausgeführt,    29 
bruder  hs. 


812 


din  inn  Franckricli  gsin  was,  er  bett  Karly  etwaz  zuosagungeo 
getbän ;  darumm  er  dächt,  Blaiichardiiis  volek  atrittend  mit 
sinem  yolck.  Wann  er  hebt  im  tüemmer  mer  vor  RengDoId 
und  Richarden  besorgt ;  wann  er  vermeint  gwüslich,  sy  werend 

b  inn  Egjpthti.  Mnrsillia  kart  sin  \m&  gegen  Blanchardins  buff. 
Do  inn  Rengnold  gsach  komraen,  do  sagt  er  zuo  Rycliard; 
»Hie  kumpt  Marsillia  und  all  weit  mit  im;  es  wer  ein  grosse 
torkeyt  sinnen  zewartten,  Darunim  rätt  ich ,  das  wir  zno 
nnserm  volck  rjttend.«     Aa  wäreiid  vyl  beyden  umiu  inn,  die 

10  vermeinttend  inn  zebeheben.  Do  er  das  ersach  ,  do  stach  er 
Bayard  mit  den  aporen ,  der  sprang  über  die  heyden  nß  und 
sties  mer  dauo  zechen  zuo  der  erden;  des  sy  ser  erschräckecd 
uond  sagtend :  >  Dysser  glichet  sich  bafi  einem  tüffel  dann 
mentschen,«     Rycbart  fuor  im  nach,    und  kämmend  zuo  den 

IE"  Krysten.  Do  sy  RuoUand  ersacb,  do  ward  er  so  f ro ,  daz  er 
all  aiiies  leydtz  vergala ,  und  fält  wenig,  das  er  uiit  ab  sinem 
pfert  fiel.  Er  ummfieng  sy ;  das  thet  och  Ollyfier,  ßuollaii(i 
fragt  inn,  [wie]  er  kommen  were.  Der  ertzalt  im,  wie  inu 
Magia  beschickt  hett  durch   ein  tüffel.     Die   heyden    versam- 

30  leitend  sich,  do  sy  Falseron  tod  gsächeud ;  das  thet  Kuolland 
och  zum  basten,  so  er  raocht,  und  hat  grosse  boffnung  sy 
darvon  zebringen  durch  Ilenguold  und  Richarden  zuokunft. 
Er  sprach  zuo  Rengnold :  »Ich  bin  so  fro  diner  zuokunft,  das 
mich  dunekt ,   ich  eig   im  paradis.     Daruram  ich  gott  danck- 

as  sagen  umm  din  zuokunft.«  Rengnold  fragt  inn,  wo  Karl? 
were.  RuoUard  sagt,  er  wer  zno  Sant  Johans  Port,  da  warlr 
tette  er  Marsillias  den  fryden  da  beschlie-ssen.  »Und  uuder  dem 
schin  guottes  vertruwes  und  durch  Gannellous  rätt  sind  wyr 
liar  kommen  mit  wenig  volck,  als  du  wol  siehst,  und  sottend 

30  Marsillia  finden  nun  mit  siüem  häfgesiud  mit  neyswaz  tributz. 
Und  du  gesichst,  das  der  tribut  ist  mit  mer  dann  drfl  mal 
hundert  tussend  mannen ,  die  nüt  begerend  dann  unsern  tod. 
Darumm  ich  wol  erkenn,  das  wir  nüt  enttrünnen  mögend  uff 
den  Imttigen  tag,  das  wir  not  all  sterben  werdend;    aber  es 

35  uiüt'ssend  vor  hin  ein  grosse  zal  heyden  ummkoramen.«  >Hab 
kein  sorg!«  sprach  Rengnold,  »ich  hoff,  wir  wellend  rait  der 
hylf  gottes  enttrünnen.«  Als  ir  vor  verstanden  band,  reyt 
Marsillia  zuo  Blanchardin  und  sagt  zuo  im  :  »Küraig  Blanchardio, 


ir  band  mich  genrsacht  ilch  übel  zetnlwen,  do  ich  hab  gsacheti 
üwer  voick  mit  ein  andren  strytten.«  »0  her,«  spriich  ßhin- 
chardin ,  »ir  band  übel  gsSichen;  wann  es  sind  zwen  rvtter 
gsin,  die  sind  kommen,  niit  weyß  ich  von  wannen,  inn  nnsern 
huffen  und  haud  vyl  volcka  ertödt;  darnach  sind  sy  dureh  «■ 
unsern  hufien  gerytten  zuo  den  Kryaten,  dna  uns  nüt  uiuglich 
gsin  ist  innen  darvor  zesin.«  »Ich  sag  üch  für  war,«  sprach 
Marsillif),  »das  es  Magyssen  geyst  sind,  die  er  har  geschickt 
hat  uns  betriiehen.c  Als  Afarsillia  mit  Blanchardin  redt,  kam 
ein  künig,  Pyrrus  geheyssen,  gegen  Marsillia  und  sprach:  »0  i» 
MarsiUia,  kuinend,  häliFund  üwerin  volck!  Wann  Falserons 
huffen  ist  siglos  und  er  tod  und  die  andren  künig  und  filrsten 
all,  die  by  im  sind  gsin ,  an  ich.  Und  thuon  üch  zowüssen, 
das  Rengnold  von  Mnntalmnt  und  fiin  bruoder  Kichart  zuo 
den  Kristen  kommen  sind,  des  Rj  gantz  getrost  sind.«  Do  15 
das  Marsillia  verstuond,  ward  er  eer  betrQept  und  sagt  Uber- 
lut:  >0  du  fnltscher  und  uutrüwer  verretter  Machmet,  ver- 
flUecht  ßigestu  und  alle  die,  so  an  dich  glouhend!  Du  muost 
von  mir  nflt  mer  angebatten  werden,  du  nütsöllender  unglück- 
baflliger  got.  Dystu  nüt  voll  vattscheyt  und  verrettery,  das  ao 
du  hast  Reuguoldeu  lassen  kommen?  Wann  an  inn  bettend 
die  Krysten  nüt  mögen  enttrininen.  Al>er  nun  mag  ich  wol 
sagen,  ich  hab  Byspannia  verloren.  VerflUecht  sig  die  stund, 
inn  deren  Gannellon  gen  Sarragossa  kam  ;  dann  wer  er  nüt, 
so  wer  ich  mit  Karly  eyli,  Er  ließ  mich  imiu  wann,  Reng-  25 
nold  und  Richart  wcrind  inn  Egyptha.  Und  der  gros  tüffel 
bat  sy  ietz  har  troytt.  Ich  besorg,  Gannellon  hab  ey  selber 
bar  beschickt ;  wann  er  ist  nie  anders  gsin  dann  ein  verretter. 
Und  ir,  Blanchardin ,  aagtend,  do  wyr  den  brimnen  triieb 
ge&chend  und  die  andren  zeychen ,  das  were  kein  andere  be-  so 
dfittnnß  dann  der  Kristen  tod;  aber  ich  erkenn  yetz,  das  der 
beyden  tod  sin  wyrt.  Es  ist  schon  ein  grosser  anfang,  so 
Falseron  tod  ist  und  aovy!  ander  künig  und  manlich  rytter, 
und  von  so  einer  kleionen  gselschuPFt,  als  die  Kryaten  sind.« 
Diewyl  Marsillia  mit  Blanchardin  redt,  lirachtend  die  Krysten  3d 
das  volck  ,  so  von  Falserons  huffen  beliben  wärend  ,  inn  die 
flucht.  Do  Marsillia  sin  volck  gsach  fluchen,  do  ward  er  schier 
ansinnig  und  sprach :  »Nun  weyß  ich  wol,  das  ich  inn  dyssera 


314 

stryt  sterben  muoß.  Aber  ich  wyll  min  volck  vorhin  rächen.c 
Er  thet  sine  zwen  buffen  zesammen,  und  ward  vyl  volcks  er- 
tödt  im  angryfif.  Rengnold  ließ  kein  heyd  vor  im,  den  er 
nüt  ertodt,    und  sagt:    »Ir   faltschen  verretterschen   banden, 

6  Rengnolden  von  Muntabantz  zuokunfft  muoß  üch  fchur  werden.« 
Do  die  heyden  hortend  von  Rengnolden  sagen,  do  was  keiner 
so  frysch  nut,  der  nüt  zyttrette.  Aber  iren  warend  soyyl, 
das  den  Erysten  nüt  müglich  was  ze  end  zekommen.  Raolland 
reytt  im  strytt  ummhar  und  sagt :  [bl.  150]  »Wo  bystu,  ver- 

10  retter  Marsillia,  der  zum  dickern  mal  meineyd  worden  ist  als 
ein  faltscher  Maränn?  Mag  ich  dich  betratten,  so  wyll  ich 
din  sei  inn  die  hell  schicken,  als  du  wol  verdienet  hast.«  Wyr 
wend  ein  wenig  von  Baldowinn,  Gannellons  sun,  sagen.  Der 
reyt  im  stryt  ummhär,  [das]  schwert  inn  der  band,  und  gsach 

1»  zum  dickern  mal ,  das  die  heyden  sinen  schonttend ,  wie  wol 
er  iren  vyl  ertodt;  das  inn  nun  gros  wunder  nam,  wann  er 
wüßt  nüt,  das  es  von  wegen  des  wappenrocks  beschach ,  den 
er  an  truog.  Der  gräf  Anshelm  und  och  die  andren  krysten 
fürsten  begiengend  sovyl  manheyt,  das  kum  gloubhafftig  ist| 

80  das  so  wenig  volck  sovyl  arbeyt  erlyden  möchten.  Es  kam 
des  tags  sovyl  volck  am  Rontzefal  umm,  das  die  roß  untz  an 
die  knüw  im  bluot  wuotten.  Als  RuoUand  im  strytt  ummhar 
reytt,  fand  er  Polimites,  des  Alten  vom  bergs  sun,  dem  gab 
er  ein  so  hertten  schwertschlag  ufF  den  heim,  das  er  sich  uff 

25  des  pfertz  hals  bogg.  Ruolland  ergreiff  inn  by  dem  heim 
und  sprach  zuo  im:  »Du  byst  tod,  sagst  mir.  nüt  allen  handel 
von  der  verrettery.«  »0  rytter,€  sprach  Polimites,  »beyttend! 
Ich  wyll  üch  sagen,  wer  ich  bin.  Min  vatter  was  üwer  guotter 
fründ,  wann  ich  bin  Polimites,   des   Alten   vom  bergs  sun.« 

30  Do  inn  Ruolland  verstuond,  sprach  er  zuo  im:  »Du  hast  unn- 
recht,  das  du  wyder  uns  bist ;  dann  wer  din  vatter  inn  laben, 
so  wer  er  uff  unser  sitten.«  »Ir  sagend  wär,c  sagt  Polimites, 
»aber  ich  hab  ein  heren,  das  ist  Marsillia,  dem  muos  ich  ge- 
horsam sin.     Wann  Anthea   hat   mich  uß    minem   land  ver- 

36  triben ;  ich  wüßt  nüt ,  war  ich  sott ,  da  mich  Marsillia  an 
sinen  haf  empfangen  hat,  und  hat  mir  verheyssen  mich  wyder 
inn  min  land  zesetzen.  Ich  schweren  üch,  das  ich  der  üwem 
keinen  ertodt  hab;  dann  darumm   daz   min    vatter  ein  Eiyst 


was,  hab  ich  alwegen  die  Krysten  lieb  gehepfc.  Der  verrettury 
Laib  die  ward  also  zuo  Sarragossü  prattytziert  durch  Mar- 
aillia,  Gaimellou,  Blanchardin  iiud  Falseroun  ;  die  Land  sovyl 
volcks  iiar  gfüert,  üch  Krysten  all  uoini  zebringeu.  Baldowiii, 
Gannollous  suu,  treytt  Marsillias  wappenrock,  damit  mid  in»  * 
unser  volek  erkennend,  das  sy  inn  nüt  ertödind.«  Rnolland 
sprach  zuo  itii :  ȧytt  wyder  hinweg !  Wann  ich  wyll  din 
früiid  sin,  als  ich  dines  vatters  was.  Und  liüett  dich,  daz  du 
Reiignolden  nüt  begegnest  inn  sineni  zoni!  Wann  aller  wolt 
gold  tiiöcht  dich  not  vor  dem  tod  erkouflfen.«  Demnach  als  lo 
Ruolland  von  Polimites  kam,  reytt  er  und  suoeht  Baldowin, 
Gannellons  sun.  Aber  Baldowin  gsach  inn  erstlich  und  kam 
zuo  im  \uid  sprach :  »Ich  verwundern  mich,  daz  sieh  die  hey- 
i|ten  nüt  gegen  mir  wcrend  ,  sunders  fldchend  all  vor  mir.« 
*0  du  buob,«  sprach  Rnolland,  »du  uiagst  die  verrettery  imt  la 
vertecken ,  so  din  vatter  begangen  hat,  die  du  wol  gwüüt 
hast;  es  beschintt  sich  wol  by  des  verretter  MarailHas  wappen- 
rock, damit  und  dich  die  beiden  nut  im  rüerind.«  Do  Batdo- 
winn  Ruollandea  verstuoml,  sprach  er  zno  im:  »Ist  es  war, 
das  min  vatter  die  verrettery  prafctytziert  hat ,  so  verheyssen  20 
ich  dem  alinocbligen  got ,  das  ich  im  dis  sch^vert  durch  den 
lyb  stächen  wyll,  Ir  hand  mich  grüßlieb  geschmecht,  das  ir 
mich  ein  verretter  geschulten  hand,  wann  ich  bin  inn  nye 
gsin.«  Und  gautz  zornigklichen  thet  er  den  wappenrock  ab 
und  warff  inn  ander  der  rossen  fließ  und  sprach  zuo  Rnol-  as 
land :  »Ich  bin  üch  zedienst  harkonuuen,  wnnn  ich  hab  üch 
nie  wellen  verlassen.  Und  unim  alle  gnothet  hand  ir  mich 
ein  verretter  gescbulteu.  Ich  rytt  wyder  inn  strytt  und  gloub 
wol,  ii"  "werdend  mich  nüt  mer  suchen  dann  tod.«  Damit  reytt 
er  gantz  unsinig  inn  atryt.  Und  reytt  unwytt ,  er  fand  den  30 
grnsannnen  ryssen,  den  künig  Margaris,  zuo  dem  sagt  er: 
fBist  Uie ,  du  hnnd  ?  Verlüegnettor  Marann,  ich  wyll  min 
schraaeh  an  dir  rächen.*  Und  gab  im  ein  söllichen  schwerfc- 
schlag,  das  er  inn  tod  zuo  der  erden  achluog.  Inn  dem  ver- 
sanilet  Marsillia  sin  volck,  also  das  die  Krysten  inn  beschlossen  36 
närend  zuo  allen  ortten  und  so  ängg,  das  sy  ein  andren  nüt 
beschirinmen  mocbtond;  darnmm  der  stryfc  grnssanim  was, 
innsunderheyt   nff  der  Krysten  sitten ,   wann    sy   fiengend  an 


316 


viist  verlieren.  Wann  der  beiden  wärend  sovil,  das  einem  so 
kleinnen  volck  iiiimuglicli  was  sy  ab  zetriben  on  grosse  ver- 
lörst. Ein  heydisclier  künig,  Grandon  gehejssen,  fand  Sam- 
son  von  Brettauya,  der  ylt  RuollaDden  stßtz  nach;  den  ertodt 

5  er  eines  einigen  Streichs.  Ruolland  reyt  vor  dannen,  das  erli 
nüt  gsacli ;  aber  Galtier  von  Meyland  gsach  inn  fallen ,  und 
inn  zerächen,  reyfct  er  an  den  beiden.  Aber  der  beyd  durcii 
stacb  inn,  darumm  er  vor  iiacbt  tod  was.  Marsillia  kam  an 
den  heren  von  Bayonna,  der  hat  nüt  dann  sin  schwert,  da- 
to rumm  im  Marsillia  sin  sper  durch  den  lyb  stach  und  falt 
inn  tod  zuo  der  erden.  In  dem  luogt  RuoHaud  ummsich  und 
ersaeb  Ollifier,  der  was  ummgeben  mit  vyl  heyden,  under 
dennen  was  Marsillia  und  aust  zwen  kunig.  Er  wott  im  zao 
hilf  kommen  ;  inn  dem  eraach  er  Samson,  der  lag  tod  vor  im 

iB  uff  der  erden.  Do  er  in  tod  gaach,  den  er  so  lieb  gehept 
hat,  du  ward  er  gantz  iinsinig  und  sprach :  »0  tod,  du  thuost 
mir  vast  übel!«  Ollyfier  sprach  zuo  im:  »0  Ruolland,  djsser 
tbyrann  bat  diu  fründ  Samson  erttidt,«  Do  Grandon  Ollyfien 
red  hortj  do  fieng  er  an  fluchen,  desglicbeu  Marsillia  und  Öcb 

20  alle  die,  so  nmm  Ollyßer  wärend,  Astolfo,  der  künig  Von 
Engelland,  begegnet  dem  künig  Balsainin,  der  ertodt  inn ;  da« 
nun  ein  grosser  scbad  was,  wann  er  was  ein  guotter  wysser 
rytter.  Demnach  fand  Balsarain  Anion  von  Bei  tan  de,  dem  gab 
er  ein  söllichen  streich,   das  er  u§  dem    sattel  zuo  der  erden 

28  fiel ;  doch  so  kam  er  wyder  uff  ain  pfert.  Ruolland  ertodt 
inn  der  selbigen  stund  den  künig  ulä  Portingal  und  den  könig 
Fieramunt.  Darnach  ersach  er  ßalsamin ,  dem  gab  er  ein 
stich  mit  sinem  schwertt  [bl.  ISl]  durch  den  lyb,  das  sin  seil 
inn  die  hell  fuor  mit  sinnen  gsellen.     Rengnold  ertodt  Pöli- 

30  mites  vom  berg,  wann  er  kant  inn  nüt.  Ruolland  kam  zno 
dem  künig  Gradon,  zuo  dem  sagt  er:  »0  du  veretterscher 
schalck,  du  hast  min  fründ  Samson  ertodt.  Aber  du  rauost 
inn  dysser  stund  din  Ion  empfacben.«  Do  der  beyd  Rool- 
landen  verstuond ,    do  wott  er   fluchen ;    aber   er    mocht   nttki 

as  wann  Ruolland  scbluog  inn  uff  den  hälra  mit  söUicher  stercky, 
daz  er  inn  apyelt  untz  utf  den  safctel ,  und  fiel!  tod  zuo  der 
erden.  Samsons  und  AstolfFo  tod  wurdend  wol  gerochen,  0er 
künig  Marsillia   ertodt   vyl  Kristen ;  daz  eraach   Ruolland  zuo 


alleni  glück,  der  nam  einem  heyden  sin  sper  unfl  kam  geg^n 
im.  Aber  ein  heyd  reytt  dar  zwiiscliend,  dem  stielj  Kitnlland 
das  sper  durch  den  lyb.  Er  sagt  zuo  Mfiraillia :  »0  du  faltsclier 
verretter,  die  säjt  ist  kommen,  daz  du  gestraft  werden  ranost 
uiuni  die  grossen  verretterj' ,  die  du  inn  diner  zyt  begangen  f> 
hast.«  Damit  huob  er  sin  schwert  Durandal  uff;  aber  sin 
aun,  Samburg  geheyasen,  hat  sin  schilt  für  Ruollanden  streich, 
der  wott  sin  vatter  beschirramen ,  dardurch  im  RuoUand  den 
arm  mit  dem  schilt  abhüw.  Do  Marsillia  den  streich  ersach, 
do  floch  er  hinweg  als  schnell  wie  ein  windspyl.  Ein  meoh-  " 
tiger  kiin  ig,  Margaritton  geheyssen,  fand  den  frommen  Aniou 
von  Beilande ,  den  crtodt  er  sanipt  einem  andren  frommen 
rytter,  geheyssen  Marckua  von  Sant  Michel,  darzuo  ander 
kristen  rytter.  Rengnold  was  ser  betrüept,  do  er  gaach  also 
mit  den  Krysten  nmmgän,  und  sprach  zuo  Margaritton:  »0  i^ 
du  schaick,  bist  har  kommen,  das  du  die  Krysten  also  ertöden 
wylt?  Du  muost  din  Ion  empfachen  inn  dysser  stund.«  Da- 
mit schlnog  er  inn  nnd  Syrien  zetod  inn  zweyen  streichen. 
Es  kam  ein  grosser  buff  heyden,  nämlich  Blanchardin,  Galleran, 
Fidasso ,  Mattaffer ,  der  Kallyffe  ,  Angollant  und  ander  kunig  ao 
und  aaiiroll  mit  grossem  gschrey,  die  ertodtend  vj'l  Krysten, 
Do  Ruclland  das  gschrey  erhört,  reytt  er  gegen  innen.  Da 
fand  er  Baldowin  ,  Ganellons  san ,  der  hat  zwey  sper  durch 
den  lyb;  der  sagt  kuo  Ftuotland:  »Ir  band  mich  ein  verretter 
geschulten ,  aber  ich  wird  keine  uiemmer  mer  begän ,  wann  ^ 
ich  wird  nüt  lang  nier  laben.«  Und  mit  dyssen  worhten  fiel 
er  tod  vor  RuoUand  nyder,  des  er  ser  betrüept  ward.  Do 
Rengnold  gsacli  das  nn gluck  uff  die  Krysten  kommen,  do  ward 
er  unsiuig.  Er  zerhüw  schänckel,  köpff  und  arm.  Er  beaamlet 
umm  sich  den  hertzog  Egybert,  den  hertzog  Anshelm,  Göd- so 
fryd  uß  Frietiland ,  Beringer ,  Rycbarfc  von  Norraandia ,  den 
hertzog  Otto,  den  bisehof  Tiirpin ,  Kicbart,  sin  bruoder,  die 
rytten  all  uff  den  huffen  heyden  und  ertodtend  iren  vyl.  Das 
gschrey  und  getümmell  was  so  gros,  das  einer  den  andren 
nüt  bort.  Der  lufft  was  voll  tufflen,  die  fuortend  grosse  fröud  so 
und  gschrey  umm  der  heyden  seilen ;  dardurch  der  rontze- 
falisch  wald  sich  baß  einer  hell  glichet  dann  einem  läld. 
Wann  es  was  kein  boum  nach    loub,    die   nüt  mit  bluot  be- 


318 

sprängt  werind.  Wellicher  nach  dem  strytt  kommen  were 
und  die  todten  lichnam  nüt  gsächen  hett,  so  hett  inn  duocht 
daz  Rott  mer  zesächen. 

Wie  Ollyfier  ummkamm  verrettersch,  und  wie 
0  Ruolland  sin  hornn  bließ. 

ßuolland  fand  Maduyt,  ein  beydischer  künig,  der  hat  er- 
tödt  den  edlen  Beringer  und  Otto,  den  manlichen  rytter.  Aber 
iren  tod  ward  imm  t/ethür,  wann  Ruolland  spielt  inn  inn  zwey 
stuck   eins   einigen   Streichs.     Ollifieren    begegnet    der  kfinig 

^oFidasso,  dem  zerspielt  er  den  heim  und  kopff;  aber  hinder- 
wertz  kam  an  inn  der  Kallyffe,  der  sties  im  das  schwert  durch 
den  lyb  verrettersch.  Do  Ollifier  den  stich  empfand,  kart  er 
sich  umm  zesächen ,  wer  inn  gestochen  het.  Und  do  er  den 
Kallyif  ersach,  sagt  er  zuo  im :  »0  du  valtscher  verretter,  du 

16  ertzeigst  wol,  das  du  des  verretter  Marsillias  volck  byst,  das 
du  mich  hinderwertz  gestochen  hast;  darumm  ich  wol  weyß, 
das  ich  bald  sterben  wird ,  aber  ich  wyll  mich  vor  minem 
tod  an  dir  rächen.«  Damit  huob  er  Haultaklerra,  sin  schwert, 
uff  und  gab  im  ein  söllichen  streich  uff  den  heim,  das  er  inn 

20  spielt  untz  uff  die  brüst.  Demnach  verlor  er  sovyl  bluot,  das 
er  vast  schwach  ward,  und  verlor  die  gsicht.  Nüt  dester- 
niinder  reyt  er  imm  stryt  ummhar  und  schluog  stetz  darinn 
mit  sinem  schwert,  das  er  nüt  wüßt,  wen  er  draf.  Ruolland 
begegnet  im,  dem  gab  er  ein  schlag  uff  sin  heim.     Raolland 

26  sprach  zuo  im:  »0  min  vetter,  wiltu  wyder  mich  sin?«  >Acb, 
min  vetter,  nein.  Aber  wüß,  das  ich  sovyl  bluot  verloren 
hab,  das  ich  nüt  gsicb.  Ich  byt  dich,  du  wellest  mirs  ver- 
tzichen.  Und  füer  mich  inn  ein  huffen  heyden,  damit  und 
ich  min  tod  an  innen  räche,  ee  ich  sterb!«  Do  Ruolland  sin 

.10  vetter  Ollyfier  uff  den  tod  verwundt  gsach,  ob  er  leyd  hett, 
ist  nüt  zeverwunderu ,  und  sagt  zuo  [imj:  »Min  vetter,  sag 
mir:  wer  hat  dich  verwundt?  Wann  ich  wyll  dich  rächen, 
odor  ich  will  sterben.«  »Ach,  vetter,«  sagt  Ollyfier,  »der 
Kulylf  batz    thän ;  als  ich   mit    [bl.    152]   einem  heydischen 

:if,  kftnig  streyt,  stieß  er  mir  sin  schwert  hinderwertz  durch  die 
syitcn.     Aber  ich  hab  inn  ertödt.«     »Ach,«  sprach  Ruolland, 


'  »syt  du  sterben  wyrst,  niiu  vetter,  so  beger  ich  ouch  nilt  nier 
zeläben.  Nun  gsich  ich,  das  der  strjt  verloren  ist;  wann 
ich  hab  all  min  macht,  kraft,  manhejt,  könheyt,  all  min  wol- 
thet  und  all  min  hoffnnng  verloren.  Ü  Ktirly,  wie  wirst  thuon, 
das  du  uä  den  hüttigen  tag  ein  so  manlichen  rytter  verlürst,  ^ 
der  so  vyl  müe  genommen  hat  den  krjstenlichen  glouben  ze- 
nieren!«  RnoUand  fuort  inn  siner  klag  Ollyfier  inn  ein  grossen 
huffen  heyden;  da  schluog  er  zuo  beden  sitten  darinn  wie  ein 
raentscli,  der  den  tod  aüt  entsitsst,  also  das  sy  inn  all  flucbend. 
lluoUand  was  by  im»  der  schluog  die  heyden  nyder  wie  süwen.  lo 
OUifier  befand  sieb  scbwacli,  darunim  inn  Ruolland  in  sin  zeit 
fuort  und  sprach  zuo  im:  »Min  vetter,  ruow  ein  wenig  da.! 
So  wyll  ich  uff  den  berg  rain  hörn  blässen,  mag  sich  begenn, 
das  minn  vetter  htJrt.«  Ollyfier  sprach :  »Es  ist  yetz  nüt  im 
zyt  zeblässen,  wann  ich  bin  tod.  Ich  beßlch  min  seil  uiinetn  it. 
achopffer.  Und  bebüet  dich  gott,  miu  vetter!  Ich  beülch  dir 
min  Schwester,  din  eeguiachel.«  Und  mit  dyssen  wortten  gab 
er  den  geyst  uif  got,  sinem  schöpffer.  Do  inn  Euolland  tod 
gsach,  band  kein  zwyffel,  er  hett  grossen  schraerfczen  im  bertzeti. 
Er  reyt  uff  ein  berg  uuwytt  von  dannen  und  jjließ  sin  hälffon-  ao 
beiny  hörn  drii  mal  mit  siillicher  sfcercky,  das  es  Ktirly  vcr- 
stuoud  zuo  Sant  Johans  Port,  das  was  fünf  myl  vom  llontze- 
fal.  Aber  Ruolland  bließ  so  starck,  das  im  all  ädern  am  hals 
zerbrächend,  also  daz  im  das  bluot  zun  ougen,  orren ,  nassen 
und  zuuim  uiund  ulä  gieng,  als  Türpin  sagt.  Das  beschaeh,  «& 
als  er  zum  drytten  mal  bliela.  Do  Marsilliu  und  Aygollant 
Rnollunden  boroa  thon  hortend,  do  erscbräckend  sy  so  ubel^ 
das  .sy  die  Bucht  namraend  mit  den  andren  heyden.  Dann  als 
Türpin  sagt,  was  der  thon  so  erschroekeulich,  das  alle  die,  so 

t  inn  hortend,  erachräclcend,  desglichen  die  vögel  ouch.  Wann  30 
der  thon  duocht  Kurly  also,  do  er  inn  hört,  das  erttrich  thette 
sich  uff.  Rengnold,  Richart,  sin  bruoder,  Türpin  wärend  stetz 
an  heyden,  die  wußtend  nüt  von  Ollyfiers  tod,  vermeinttend, 
er  und  Ruolland  werind  im  stryt.  ßayard,  Rengnolden  pfert, 
ertodt  des  tags  vyl  heyden  mit  schlachen  und  pyssen.  Ruol-  36 
laud  reytt  nach  dem  blässen  wyder  inn  strytt  und  wott  sin 
volck  trösten.  Aber  im  rytt  fand  er  leyd  uft'  leyd  ;  wann  er 
fand   den  frommen  hcrtzog  Egybert ,    Güdfryd    ufs    Frie&land, 


820 

Richart  von  Norraandia,  Galtier  und  ander  guot  rytter  [fcod]; 
des  er  gar  leidig  wiird  und  sjirach  :  »Ach,  min  gott,  nun  er- 
kenn ich  woll,  das  dyß  der  letst  stryt  sin  wyrt,  inn  dem  ich 
sin  wyrd.     Darumm    ich   dich  bitten    mir   die   gnad    zegebep, 

6  das  icli,  ee  ich  steib,  der  guotten  ryttern  tod  rächen  niög,  die 
hüt  iinim  kommen  sind  din  helgen  glouben  zeschirmmen.« 
Damit  7.0g  er  Durandal,  sin  schwert,  nß  (das  was  das  letst 
mal,  das  erü  uß  zog)  und  kam  an  die  heyden  und  sprach  zuo 
dtiin  völckly,  so  er  nach  hat;  »Ach,  ir  mine  gsellen,  sind  ge- 

10  hertzt  und  gederiekend  unaern  tod  zerächen !  Wann  ich  weyÜ 
wol,  das  wir  uüt  enttrünnen  mögend.«  Und  trang  iun  stryt 
als  ein  touber  jnan ,  der  uüt  mer  laben  wott  und  nüt  dann 
den  tod  begert  umm  den  grossen  kumnier,  so  er  hat  uiiira 
siner  gsellen  tod.    Er  ertodt  aovil  heiden,  das  duocbt,  er  keninie 

in  gautz  frisch  inn  atrytt ;  er  glichet  sich  einem  hungerigen 
löwen  nach  siner  aß.  Kr  verbrächt  sovyl ,  daz  kein  xeicheti 
nach  ienly  uffrecht  beleyb,  die  der  beiden  wärend.  Er  tbet 
sich  so  wyt  harfür ,  daz  er  an  vyl  enden  verwundt  ward  an 
siuem  lyb.     Er  achluog  so  ungemeß  darin,  das  Rengnold  styl 

anhielt  und  im  zuo  sach,  desglichen  sin  bruoder  Richart;  der 
gwann  so  grosse  manheyt  darab,  daz  er  uff  ein  heydiscben 
künig  reyt,  der  hieli  Gallerän  ,  der  hielt  die  heyden  nach  by 
ein  andren,  und  ertodt  inn.  Der  kunig  Mattrefer  fand  den 
gräf  Anahelm  und  stach    inn  zuo    der  erden    und  saß  ab  unil 

35  reyia  im  den  hiilm  ab  und  ertodt  inn;  des  Rengnold  ser  be< 
trüept  ward  und  kam  an  den  heyden ,  und  als  er  wyder  uff 
sin  pfert  sitzen  wott,  huw  im  Rengnold  den  aehänckel  vom 
lib,  und  fiel  tod  zuo  der  erden.  Der  strytt  was  so  tödlich, 
das  von  den  zechen    tussend  sechs   hundert    Krysten  nüt  mer 

»0  iun  laben  belibend  dann  Rengnold,  Richart,  der  bischof  Türpin 
lind  Ruolland,  der  von  wegen  der  grossen  niüe,  so  er  gehept 
hat  den  gantzen  tag,  sich  nüt  mer  uff  dem  pfert  enthan  mocbt. 
Und  von  den  mer  dann  drü  mal  hunderttuasend  heyden  beleyb 
nüt  awey  tussend  inn  laben,  die  nätnraend  die  flucht  mit  Blan- 

an  i'hardin  und  Aygollant.  Rengnold,  Rychart  und  Türpin  jltend 
innen  nach  mer   dann  ein  inyl   und    ertodteud   iren    vyl.    8/ 


321 

verbürgend  sich  inn  die  höltzer  und  stnden,  das   sy  Rengnol- 
den  und  Rycliarden  seh  wert  enttrünnen  möchtencl. 

Von  Ruollandea  tod  und  von  dem  tod  sines  guotten 
^K         pfert  Gallantins,  und  wie  ers  beklagt. 

j<  [Bl.   153]  Do  der  gräf  Raolland  erkant ,  dag  er  sich  nüt  r. 

mer  enthtin  mocht  uff  siiieni  pfert,  diiriimm  er  nüt  mit  sinen 
vettern  den  lieytfen  nach  kommen  mocht,  ir  mögend  wol  ver- 
stän ,  das  im  das  hertz  vast  wee  thet.  Er  reytt  zuo  einem 
felssen  und  saß  ab  ainera  pfert.  Und  so  bald  er  ab  im  waa, 
leytt  es  die  zwey  knüw  an  herd,  als  ob  es  hett  wellen  urlob  m 
von  sinera  heren  nemraen,  und  fiel  tod  nyder.  Do  inn  Rnol- 
land  tod  gsaeh ,  do  ward  er  hetrüepter  waim  vor  und  umm- 
fieug  inn  zesächen,  ob  es  nnch  läpte.  Aber  do  er  doch  be- 
fand, das  es  tod  was,  do  sprach  er  inn  klags  wyü:  »Ach,  min 
'  fromm  roß  Galantinj  du  hast  mir  lange  zyt  woll  dient,  des» 
ich  dirdancksagen.  Ach,  Galantin,  du  hast  mir  mine  schmertzen 
abgenommen.  Ach,  Gallantin,  bab  ich  dir  etwaz  xeleyd  thän, 
so  vergib  mirs!  Ach,  Gallantin,  hie  ist  unser  lebster  tag.  Ach, 
Gallantin  ,  die  heyden  werden  uns  nüt  mer  fürchten.  Ach, 
Gallantin,  wir  werdend  nüt  lang  nach  ein  andren  laben.  Ach,  20 
Gallantin,  yetz  nini  ich  urlob  von  dir;  wann  ich  wyll  niemmer 
uff  kein  ander  roß  sitzen. c  Demnach  ala  Gallantin  tod  was 
und  RuoUand  sich  allein  gsach,  sprach  er:  »Ach,  lieber  vetter 
Üllyfier,  du  bist  yetz  wol  glückhaftig,  wann  du  byst  yetz  im 
paradis  inn  ewigen  fröuden.  Ich  bitt  gott,  min  scböpffer,  das  20 
ich  inn  sinem  helgen  glouben  ersterbe.  Ach,  min  vetter  Magis, 
du  wyrst  wol  erschräcken  semliche  mere  zcvernemmen.  Nun 
'•wyrt  das  Franckrich  inn  schwarte  bekleyt,  nun  wirt  die  stat 
[Paris  inn  schmertzen  und  klagen  sin,  nun  wirt  Aldea,  min 
I'  frow,  inn  leyd  und  trurren  sin  ,  nun  wyrt  Karly  von  sinnen  so 
fyenden  venmttet,  nun  ist  die  gantz  Krystenheyt  ino  sorgen 
-sin  zerstört  zewerden,  nun  wyrt  Ganneilon  gerochen  an  mir 
und  au  allen  dennen  minea  geschlächtz.«  Als  RuoUand  sin 
klag  thet ,   kam  Thürig ,   sin   acbiltner ,    des    er  vast   getrost 

* 
32  ainj  vergl.  anm. 

MoTgaul  Uct  rieaa  ^'- 


322 


ward.  Und  fragt  inn,  ol>  rr  nüt  wüßte,  wo  Rengnold,  Richart 
und  Türpin  werind.  Türing  sprach,  sy  werind  den  hevden 
nach,  die  hetteiid  die  Öiiclit  genommen.  Do  Kuollüiid  bekantt, 
daz  sin  tod  raclmet,  do  forchb  er,  aiü  scbwert  wurde  den  hey- 

b  den  inn  ire  händ  ;  darumm  erfi  nam  und  thett  mengen  streich 
damit  uff  ein  liertteii  velsseii  dsis  zebräelien,  Alier  er  mocht 
nüt,  wann  ejs  gieng  inn  velssen  mer  dann  drj  scliiioch.  Und 
do  er  gsacli,  das  ers  nüt  brächen  mocht,  sprach  er:  »0  Dii- 
randal,  min  guot  schwert,  ich  hab  din  stercky  nie  erkent  als 

leyetz;  wann  hett  ich  gewüfat,  das  du  so  guott  gsin  werest,  als 
icli  yetz  weyß  im  tod,  ich  hetfce  nüt  so  übel  besorgt  dich  z«- 
brächen,  ala  ich  zum  dicikern  mal  hab.  fch  byt  got,  toiu  guot 
schwert,  das  du  fallest  inn  die  hend  eines  guotfceu  krystfn 
rytters ,    imd  der  diu  tugend  erkenn  als  wol ,   als   ich  thaou. 

16  Durch  dich  sind  vyl  heyden  ertödt  worden,  durch  dich  ist  der 
heyllig  krystenlich  gloub  beschirmpt  worden,  durch  dich  sind 
die  thyrannen  und  dieben  und  die,  so  den  krystenlichen  glon- 
ben  zenütte  machen  wottend ,  gestraft  worden.«  Rengnold, 
Richart  und  Türpin  verjagtend  die  heyden,  also  das  sy  ktiin- 

so  nen  mer  von  innen  gsächend.  Do  sprach  Türpin :  »Das  were 
ein  t^rheyt  filrbas  zerytten;  land  uns  wyder  uff  des  stritz  hof- 
stat  rytten ,  ob  wyr  lluollanden  finden  könnend  und  ethch 
unsers  voicks  inn  liiben!«  Sy  dry  wärend  ao  müed  und  so  toH 
schweyß,  das  sy  sich  kum  uff  iren  rossen  beheben  mochteml, 

26  und  nüt  on  ursach ;  wann  sy  hattend  mer  dann  fierzechen  stnod 
gestrytten  an  abstäu  und  on  trincken  und  essen.  Sy  karttend 
widernmm  und  ryttend  so  lang,  antü  das  sy  Ruollanden  fundend 
by  dem  velssen.  Do  er  sy  ersach,  ward  er  vast  fro  und  fragt 
sy,  wieii  nmm  den  strytfc  stüende.     Renguold  sagt,  die  heyd«n 

so  wereud  all  gefloehen,  und  hetteud  sy  vast  ziio  ein  myl  gejagt- 
Demnach  knüwet  Runlland  uff  bede  knüw  und  sprach  mit 
grossen  trehen:  »Mine  lieben  vettern,  ich  thuon  üch  Inmtt, 
das  ich  dem  tod  vast  nach  bin;  darumm  ich  von  üch  allen 
gnad  beger.     Erstlieh  von  dir,   Reugnold ;    wann  ich  bekenn, 

36  das  ich  zum  dickern  mal  vyl  schältwortten  über  dich  ulä  gössen 
hab,     Darumm  bitt  ich  dich,  das  du  mir  vertÄichest.«    Do  sj 

* 
1  wo]  wol  hg.        32  trehen]  auK  tiehen  gebessert  bs. 


^az  horttpn,  do  wurdend  sy  so  leidig,  das  sy  all  i'nn  trehern 
zerschniultzeiid.     ttengnold  sprach :  »Min  vetter,  ich  bitten  gott, 
unsern  schöpffer,    das  er  dir  und  mir  vertKich  ;    wann  ich  be- 
darf sinn  baß  dann  du.«     Demnach  thett  Ruolland  siu  t»^ebett 
und  hicht  zno   gott  also:    »0  min    wärer  gott,   schüpffpr    dea   & 
himt'ls  und  der  erden,  der  den   meutscheti  schuoffest  inn  diiier 
gstalt,  deranuch  iun  thettest  inn  das  yrdiach  paradis,  inn  dem 
er  din  gebofet  überthratfe.  und  sin  sünd  nti  zeliVu^chen ,    hastu 
dich  so  gar  wellen  deroüettigen  ,    das  du    unsere  mentHchliche 
inattur  hast  an  dich  genommen  inn  dem  edlen  lichnam  der  er- lo 
wirdigen  jiiDckfrow  Maria,  und  inn  dysaer  tödlichen  wält  by 
drü  und  dryssig  jüren  belipt,   müe  und  arbeytt  lydend,  darnach 
ischmertzlicheu  tod  leydest  an  dem  atararaen  des  krützes,  dem- 
nach din  edler   lichnam  inn  das  grab  geleydt  ward  ,    und  am 
drytteji   tag   wider   uff   eratuoudest    nnd   fiertzig   tag  darnach  'ß 
durch  din  einige  macht  uff  steigest  ziio  himel,   du   du  sitzeftt 
(auo  der  gerechten  gottes,  dines  vatters,  nnd  am  jüngsten  tag 
("kommen   wyrsfc  richten  über  die  giiotten  und  die  hassen  ;  den 
•guotten  wyrstu  ewigs  liiben  geben  und  den  bösseti  ewige  p in : 
(jVIin  gott,  als  wärlichen  ich  dis  alles  gloub,  so  ich  gsagt  hab  m 
(war  ain ,    bitt  ich  dich,    das  dir  geliebe,  min  seil  von  dyssem 

Iarbentselligen  kürpetl  zenemnien   und   sy  sitzen  inn  die  ewig 
froud,  die  da  an  end  weren  wyrt.     Min  gott,    ich  weyß,  das 
ich  zum  dtckern  mal  wyder  dich  gesundet  hab,  inn  sunderheyt 
inn  dryen  urttieklen,    die   mir   min  eoutzientz  vast  beladend.  «6 
i  Der  erst  i&t,  das  ich  zum   dickern   mal  iingehnrsamm  und  wi- 
►  derspennig  bin  gsin    minera    vetter,    dem    keyser  Karly,    und 
zum   dickern  mal  [bl.  ir>4|  ungeschickt  reden  mit  im  gebrncht 
khab  und  im  nüt  so  geborsanini  gsin,  ftls  ich  sott.     Der  ander, 
^az  ich  min  frow ,  Oüyfiers  schwester,  nüt  gehalten  hab,  als  so 
lieh  sott,  und  hab  iren  not  fronmie  trüw  gehalten.     Der  drytt 
artickei  ist,  das  icli  Dochier  uiirecbtlich  und  on  ursach  ertödt 
[hab;   aber   es    was  gebotten  von    minem    vetter    Karly.     Dea- 
glichen  bin  ich  etwann  bochraiiettig   gsin  on  einiche  demüettig- 
keyt,  ich   bin  nüt  Hyssig    gewelat   zuo   der  krystenlichen  ord- 95 
»inig,  ich  bin  den  armen  nüt  barm  hertzig  gsin,  ich  bin  hässig 
;  gsin  on  einiche  gnad,  ich  bin  zornig  gsin  on  gedult,  ich  bin 
niiDem  raund  gehorsam  gsin,  ich    hab   mich    nüt  frommklich 

21* 


324 


inn  der  ee  gelmltpn  ,  und  f^arumm  hin  ich  vyl  geflisner  gsm 
böü  zethuon  dann  guotz;  darumm  ich  dich  umm  gnad  bytten. 
Ich  weyß,  das  ich  ein  grosser  aünder  bin,  aber  du  byst  nach 
vyl  ein  gröseeni  vertzicher ;   so  mich    din    gerechtigkeyt  ver-J 

B  darapnen  wett,    so   rüeff  ich    din    grosse  bamihertzigkeyfc  an.  ^ 
Min  gott,  du  weyat,  das  ich  gestritten  hab  din  beigen  glouben 
uff  zenthalten.    Darumin,  hab  ich  ye  etwaz  than,  das  dir  gfelli? 
sig  gsin,  so  bit  ich  dicli,  das  es  mir  zuo  buoß  getzplt  werde. 
Wytter  befilcb  ich  dir  min  vetter,  den  keyser  Karly,  daz  du 

ift  inn  nüt  uffgebest  yefcz  inn  einem  alter.  Icli  befilcb  dir  kh. 
min  betrüepte  frow ,  dich  bittend,  daz  du  ir  hilfiich  sigest. 
Ich  bit  dich,  min  her  und  min  gott,  das  du  (lin  barmhertzig- 
keyt  mit  der  frommen  Krysten  sellfen  raitteyllen  wellest,  die 
uff  den  hüttigen  tag  ummkommen  sind  inn  dissem    wald,  din 

iJi  helgen  glouben  uff'  xenthalten  wyder  die  nnglöubigen.  Dem- 
nach befileh  ich  dir  min  geyst.«  Do  Ruolland  befand  im  der 
tod  nach  sin,  sprach  er  wytter:  »0  gott,  min  schöptfer,  ich 
bit  dich,  du  wellest  mich  beäcbirmmen  vor  dem  bössen  fyend, 
wenn  min  sei  von  niinem  cörpell  scbeyden  wyrt.«     Demnach 

so  macht  er  daa  zeychen  des  beigen  krützes  an  sin  atirnnen  nnd 
mund  und  uff  sin  brüst.  Darnach  leitt  er  sich  nyder,  bed 
hend  inn  ein  andren,  und  als  er  sagt:  »Ich  gloub  an  ein 
gott,«  do  gab  er  sin  geyst  gott  uff  an  Sant  Michels  erachin- 
nung,  der  ist  uff'  dem  achten  tag  des  nianotz  Meyen  inn  dem 

86  jär  nach  der  gepurt  Krysty  acht  hundert  und  im  fünffzechen- 
den  jÄre,  als  das  der  bischof  Turpin  uff  sehreib,  und  als 
Ruollanden  sei  von  sinem  cörpell  schied,  horttend  ay  ein  wunder- 
barlichen  thonnerklapff  am  bimel;  darnach  horttend  sy  wnon- 
sarame  gsang  und  andere  zeychen  am  liimel.      Ab  dysser  nijlt«ii 

30  stimm  wurdeiid  die  dry  bereu  so  gar  trost,  als  die,  so  vorbin 
grossen  hunger  und  turst    gehept   battend,   wurdend    tdso  er- 1 
settiget,  das  sy  weder  ässena  nach  fcrinekens  kein  willen  bat- 1 
tend,  und  als  die,  so  yorhinn  so  möcd  und  hellig  wärend  gsin, 
das  sy  sich  mit  enthan  mochteud,  wurdend  wyderumm  frisch, 

»r.  als  ob  sy  des  tags  nie  gestryfcten  hetteud,  und  ir  stercky  und 
kraft  wurden  vyl  grosser  dann  vor.  Sy  wurdend  zerätt,  bj 
Ruollanden  lychnam  zebliben  untz  uff  KarJis  zuokanft.  Vni 
hiessend    Töring    uff   sin    pfert    sytKüu    und    Karly   die  tnert 


325 

sagen.  Thüring  was  so  bekömert,  daz  er  nüt  wufjt,  was  er 
anfaeben  sott;  doch  saß  er  uff  sin  pfert  und  macht  sich  uff 
die  sttäs. 


Wie  Karly  Ruollanden   hornn  hört  blässen   und  wie 
er  Gannellou  ließ  gfangen  legen  nnd  darnach  an      « 
Rontzefal  reyt. 

As  wir  hievor  gsagt  band,   was  Karly    zuo  Sant  Johana 
Portt,  das  ist  im  küngrich  Näwärra,  fünff  mil  vom  Rontzefal; 
da  warttet  er  Marsilliaa  uud  des  trybutz,  so  er  im  verheyssen     , 
hat,     Und  als  Karly  und  sine  fiirsten  uff  einer  sunimerlouben  lo 
"wärentl  ob  einem  gartten  (by  imra  wärend  der  hertzog  Auses 
von  Peyern,    der   bertzog  Salamon  von  Urettanya   oder   Bur- 
gnndia,    der   bertzog  Gergis  von  Tbannemarck,    der   hertzog 
Hoal  von  Nantes,  der  hertzog  Thüring  von  Dardan  na,  der  graf 
Arnold  von  Bellanda  und  der  verretter  Gannellon),  do  sprach  15 
Karly:  »Mich  dunckt,  ich  hab  Ruollanden  horu  gehören  blässen.« 
»Das  hab  ich  öch,«  sagt  Ansea.     Do  das  Gannellon  verstuond, 
jdo  zyttret  ira  das  hertz.     Inn  dem  bließ  Ruolland  das  ander 
Ixnäl.     »Ich  sag  üch,«  sagt  Karly,   »daz  Ruollaud  nüt  ou  ur- 
feach  bläßt.«     »Ich  gloub  wol  nein,«  sagt  Gannellon,  »er  rytt  20 
letwann  nach  einem  wylden  thier,  darunim  bläuet  er.   Irwüssend 
'"Wol,  das  er  umm  kleine  ding  blaiät.     Es  sind  er,  OUyfier  und 
Sainson,  die  kurtzwyllend  uff  dem  gt^jegt;  darumm  bläßt  er.« 
|lnn  dem  blieJa  Ruollaml  zum  tritten  mal  so  grussaui,  das  allen 
dennen ,  so  der  thon  inn  die  orren  gieng ,   das   herfcz    im  lyb  as 
jzyfctret.     »Ach,«  sprach  Karly,  >daz  drifct  mal  macht  mir  die 
isel  im  lyb  zyfcterhafftig.     Mich  dunckt,  ich  aig  uß  einem  schlaff 
■kommen.     Ich  sag   üch   für  war,   das    Ruolland  grössere  ge- 
schafft   hat  dann  jagen.     0  Gannellon ,    nun    erkenn  ich  woi, 
das  ich  mich  zevyl  verlassen  hab  au  diue  faltscben  reden;  das  so 
ich  nun  niemmeu  klagen  kan  dann  mir  selbs;   dann  hett  ich 
wellen  rätt  folgen,  so  wer  ich  nüt  inn  den  sorgen,  inn  die  ich 
[bl.  155]  besorg,    das    du    mich   und    die  Krystenheyt  gsefczt 
habest.     Ach,  ir  miue  fürsten,  ich  mag  sagen,  als  Jhesus  zuo 

* 
7  AüJ  s  hs.,  die  initiale  fehlt. 


326 


sinnen  jungern  sprach:  >Ir  sind  rein,  aber  nüt  all.«  Nun 
ist  die  zyt  kommen,  das  du,  Ganellon,  gestrafft  werdest;  aber 
ich  furcht,  daa  sig  zespät.c  Do  (jannellon  den  kejser  also 
hört  reden,  do  sagt  er,  er  were  kein  verretter  und  wüßte  wol, 

&  das  ay  nun  uß  muottwillen  blässen  betten;  doch  ward  imm 
sin  angaicht  so  bleich  ala  schnee,  und  zjttret  wie  daz  loub 
ara  wind.  Do  inn  Karly  inn  BÖUichem  stät  gsach,  sprach  er 
Äuo  im  :  »0  du  ungtückhafftiger,  es  were  weger  gsin,  du  werest 
in  diner  muotter  lyb  gestorben !    0  du    faltscher  verretter,  o 

10  du  arbentaelliger  sünder,  waz  räch  will  ich  an  dir  begäu?« 
Er  gebott,  das  er  inn  ein  starcken  thnrn  geleyt  wurde  und 
wol  verhilet.  Ak  bald  Karly  dysse  wort  geredt  hat,  lejttend 
Gergis  und  ander  Land  au  inn  und  leyttend  inn  gfangen.  üud 
im  fiieren  ryasend  sy  im  den  hart  uß  und  sin  här  und  spötz- 

16  tend  im  inn  sin  antlyt,  sagend:  »Dir  muos  din  Ion  werden.« 
Demuach  macht  .sich  Kiirly  ufiF  die  aträCi  göge»  dem  Rontze- 
fftl;  wann  er  forcht,  Marsillia  were  mit  grosser  macht  an 
die  Krysteu  kommen,  dar  durch  sy  im  nüt  wyder  stän  möch- 
ten; wann  er  wüßt  wol,  das  EuoIIand  sin  hörn  nüt  on  nrsach 

20  blässen  bat.  Darum m  er  yllentz  rytten  wott ,  aber  gsacli, 
das  die  sunn  vaat  nyder  gieng ,  danimm  er  forcht,  im  wurde 
tags  gebrästen.  Aber  als  er  gewouheyt  hat,  kart  er  sich  luo 
gott  und  thet  sin  gebett  also:  »0  min  got  Jhesas,  der  des 
tags  des  schmertzenk liehen    paaaions   die  sunn  vertuncklettfst 

26  wyder  den  louff  der  nattur  inn  aller  weit,  ich  byfct  dich,  das 
dir  geliebe  die  sunn  bestellen,  und  sy  nüt  förbas  underganj;, 
unfcz  daz  ich  an  das  end  kommen  mög,  da  ich  irea  tod  rächen 
mög  und  min  vetter  Ruollaud  funden  hab.«  So  bald  Karly 
sin  gebet  verbrächt  hat,  stalt  sich  die  sunn    styl)  und  beleyb 

30  dry  tag  da,  daz  sy  nüt  fürbaß  gieng.  Durch  dis  myrackel 
beschein  sich  wol,  das  got  Karly  lieb  hat.  0  imnentliche 
güette,  0  oberste  tagend,  wie  verbringstu  wunderbarliche  ding 
durch  deren  wyllen,  die  dich  liebhabend  und  dir  diemiendl 
Du  hast  es  wol  ertzeigt,    das  du  durch  Karlys   pyt   die  suno 

3»  gstelt  hast  wyder  iren  louf.  Karly  gsach  uff  der  sträs  Thü- 
ring,  Ruollanden  schiltuer,  schnell  da  hur  rytten,  darumni  er 
sprach:  »Hie  kumpt  Thüring,  der  bringt  etwaz  bösser  meren, 
ich  erkenus  an  siner   gatalt.«     Thüring   reytt  für  Karly  und 


luond   ab    und    ktiüwefc   für   inn  nyder  und    gruotzt   inn  mit 
weinenden  ougen.     Der  sprach  zno  im:  »0  Türing,  min  fründ, 
wfiz  liieren  bringst  uns?«   »Her.«  äugt  er,  »die  niere  sind  nüt 
guott;  wann  der  kuuig  Marsillia  hat  an  stat  des  tributz  mer 
dann  rlrii  mal  hundert  tnssend  heyden  mit  im  brächt,  und  ist  * 
die    sach    also  ergangen ,    das   ilwer   vetter  Ruolland,  OlJyfier 
und  alle  die,  so  by  innen  sind  gsiu,   tod  sind,   an   allein  der 
bischoff  Tm'pin  und  Rengnold  von  Muntabant  und  sin  bruoder 
Hychart,    die  sind  zno  uns  inn  strytt  kommen,   die  band  die 
heyden  ufi  dem   fäld    gejagt.     Und    als  RuoUand   imm   strytt  i» 
nmmhar  reyttj  fand  er  Polimites,  des  Alten  voram  bergs  sun, 
der  seyt  im,   wie  die  verrettery   prattytziert   ist   worden  von 
Gannelton  mit  Marsillia,  Blanchardin  und  Falseron.     Darumm, 
her,  hat  Gannellon  den  tod  wol  verschulten.«     Darnach  sprach 
er  zuo  Karly:  »Her,   ich  reden  mit  üch ,   aber    mich   dunckt,  is 
ein  sper  durch  stäche  mir   min  liertz  ;    wann    ich    weyß  wol, 
das  ich  nach   mines  frommen  heren  tod  nfit  lang  laben  wyrd. 
Damit  behüet  lieh  got  1«   Und  mit  dyssen  wortten  fiell  er  tod 
für  Karly  nyder.     Do  Karly  die  erbermklichen  mere  verstuond 
und  vor  im  den  frommen  scbiltner  Thüring  tod  gsacli,  do  bat  to 
er  so  gros  leyd,  das  er  ab  sinem  pfert  gfaUen  were,  hett  man 
inn  not    ghept  ,    und  sprach:    »Es   ist   nüt  müglicb ,  das  ich 
yemmer  mer  fröud  haben   mög.     0   gluck,   du  ertzeiget   wol 
din  wanckelraüettigkeit,    das   du    mir   untx   bar    din  lachende 
gsicht  ertzeigt    hast,    und   nun   hastu  niicb    der  aller  arbent-  !s 
seiligest  könig  gemacht,  der  inn  der  wält  ist.     0  strytt,  mir 
grussamm  und  ruch  !  0  künig  Marsillia,  ich  het  niemmer  mer 
gloupt,  das  inn  einem  söllichen  künig,  als  du  byst,   verrettery 
gsin  were!  Ach,  ach  und  nach  ein  mal  ach!  Wie  bin  ich  so 
vollen  leyd  und  tröeptnus ,    und  nüt  on  nrsach ,    das   ich  inn  so 
einem  tag  sovyl  erlJcher  heren  verloren  hab!  Wann  hüt  früe 
raoclit  ich  mich  wol  berüemmen,    das   ich    mer  guotter  man- 
lieher  ryttern  hat,  dann  der    kunig   Artus   nie  hat   inn  siner 
taffplrund ,   inn  minera  dienst ,    und   nun  hab   ich  sy  all  ver- 
loren eyufä  mäls.     Ich  byfc  üch,  hertzog  Anses,  und  üch,  Sala-  3* 
mon,  das  ir  mir  rottend  j  wann  ich  bedarf?  sin  baß  dann  ye.« 
Salamon  sagt:    »Diewyl    uns  die  sunn  still  atät,  so  land  uns 
an  Rontviefal  rytten !  So  wend  wir  zerät  werden    mit  dem  bi- 


328 

schof  Türpin  und  RengnoWen ,  wie  wir  uns  wytter  halten 
wellend.«  »Das  ist  recht  geredt,«  sagteiid  Anses  und  Gergia. 
Also  ryttend  sy  on  vertzug  und  fcrosteod  Karly;  der  fuort 
mit  im  wol  zwentzig  tussend  strytter  inn  ainer  gselschaflffc. 

6  Wie  der  keysser  Karly  au  Rontzefal  zuo  Ruollanden 
kam  und  iria  erklagt  und  die  Krysten  bestatten  ließ, 
und  der  fiirnemesten  fursteu  uud  hereu  uammen,  die 
mit  Ruolland  ummkämen. 

Der  keyser  Karly  und  sin  volck  verbrächtend  sovyl  weg», 
das  sy  inn  das  rontzefallisch  tall  kuniend ,  inn  das  tal  da 
scbmertzena ,  weinnens  und  klagens ;  wann  sy  gsächend  die 
KrysttMi  da  ligen,  einer  uff  dem  andren;  uff  etlichen  läggend 
die  roß ,  etlich  faattcud  sper  inu  lyben  ,  etlichen  wärend  die 
kopff  inn  zwey  etuck  zerhowen ,   ctlicheu   wärend  arm ,  heiid 

1»  und  die  scbätickel  ab  gehowen :  das  ertrich  was  bedeckt  mit 
todfcen  lütten.  Dardurch  das  ertrich  aller  dingen  mit  hluot 
[bl.  156)  besprengt  wius  ;  es  was  kein  boum  uüt,  der  nüt  von 
bluot  rott  were.  Dys  alles  zesächeu,  was  kein  so  hert  hertz, 
das  nut  zyttrette  und  nüt    weiiinette.     Do  Karly   sovil  todter 

ao  iütten  gsach,  sprach  er:  »0  du  uuglückbafftiger  wald,  daruram 
das  ich  uff  den  büttigen  tag  inn  dir  all  min  eer,  lob  und  all 
min  wolfart  verloren  hab,  byt  ich  gott,  das  du  verflüecht 
werdest,  als  der  berg  Geiboa  ward  ,  das  inn  dir  kein  friichl 
wachsend,   und  der    regen    nieramer   raer  uff   dich  fall,«    Sy 

•j5  ryttend  stetz  für,  also  daa  sy  zuo  dem  velssen  kämmend,  da 
Ruolland  tod  lag,  den  verbuotteud  der  bischoff  Türpin,  Rang- 
noid  und  der  klein  Richart.  Und  do  inn  Karly  ersach,  do 
fiel  er  ab  sinem  pfert  zuo  der  erden  inn  ämmacht  uff  Ruol- 
landen lichnam  on   reden    ein   lange   wyl.     Und    do  er  reden 

so  mocht,  sprach  er  mit  erbermklicbeu  wortten:  »0  tod,  hantu 
einyche  macht,  so  bitt  ich  dich,  das  du  mich  netnmest;  wann 
lu-st  du  mich  Hinger  laben,  sio  wurd  ich  sagen,  du  habest  keiß 
macht.  Warumm  inagstu  mich  nüt  als  wol  nemmen,  als  min 
Vetter  Ruollauden  V  Nuu  mag  ich  wol  sagen,  ich  hab  all  tnin 


15  Bcbäckol  bs. 


hofTnxing,  all  min  trost,  all  mni  frönd,  all  min  wuon  verloren. 
Ich  wyrd  nüt  vyl  raer  von  fröutleii   nach  kurtzwy!  sageu,  sun- 
dera  nun  von  leyd  und  truren  ;  wann  «ff  den  hüttigen  tag  ist 
tod  der  gros  kämpffer  der  Kryaten,    der  schilt  des  gloubens; 
tod  iat  der,  der  sovil  arbeytt  gehept   hat,    den    kryabenlichen  * 
glauben  zeraeren  und  den  heydischen  glouben  ab  zetilgen,  und 
sovyl  heyden  ummbrächt    hat  inn  einer  zyt;   tod  ist  die  stud 
der  gerech tigkeyt,    der  yodermann    recht  hielt,   den    armmen 
als  den  rychen;  tod  ist  der,   so  die  frommen   uffenkhielt  und 
die  böasen  straft;    tod   ist  der   beschirmmer   der  wytwen  und  lo 
weyßlinen;   tod    ist   der    uffenthalter  der   frowen    und  junck- 
frowen ;  tod  ist  der,  uß  des  mund  kein  schantlichs  wortt  nie 
gieng ;   nun  ist  tod  der  ernnerrer  der  armmen.     Waz  sol  ich 
mer  sagen?  Tod  ist  und  sigloß  aller  Kryaten  macht.     0  min 
Vetter,    ich  hoff,    din   seil   sig  inn  fröuden;  darumni  byt  ich  i& 
dich,  magstu  es  thuon,  das  du  mir  dinen  tod  vert/.ichesfc.    Wann 
ich  bin  sinn  ursächer ;   wann  ich  hab  dich  har   gschickt,  da- 
ruram  das    ich  Gannellou  zevyl  glouben  geben  hab,    der  hat, 
als  ich  leyder  erkenn,  die  gantz  Krystenheyt  verratten  faltsch- 
lichen.«    Als  Karly  sin  klag  verbrächt  hat,  ließ  er  Ruollaudcji  a^ 
lichnam  verbntsauien ;    den    lieJi    er   geng  Hlaffes   füeren  ver- 
graben   inn   Saut    Kommanus  kilchen.      Er   ließ   die   Krysten 
linder  den   heyden  uü  suochen,  das  mann  innen  grehtnua  gebe. 
Ollylicr  ward  gen  Arlea  gfiiert  vergraben.     Die  füruemuiestea 
f'iirsten,    so    am  Kontzefal    uramkiinuuend    mit    tluolland    und  2b 
Ollyfiereu,    deren    naraen  ataud  harnacb:    erstlicb    der    künig 
Gödfryd  uti  Fricßland,  Cafferus,  künig  zuo  Bourdyas,    Lamp- 
recht, künig  xuo  Bonrges,  der    küuig  von  Dassia ,  Grystianns, 
künig  zu  Hrettanya,  der  küuig  Elargius  von  Ackyttanya,  der 
künig  Astolfo  inn  Engellaud,  der  hertzog  Hug  ulä  Burgündia,  sa 
künig  zuo  Agremuut,  der  hertzog  Otto,  sin  vatter,  der  liertzog 
Egibert,  Sanison,  hertzog  inn  Burgiindia,  der  hertzog  [{icliart 
von  Norintuaudia,    der    hertzog    von   Luttringen,    der  hertzog 
Geriau,  Angewin  von  Bayouna,   der  gräf  Änahelm,   der  gräf 
Beriuger,  der  gräf  von  Langres ,    der   gräf  Hug   von  Nantes,  sß 
Aniou  von   Bourdyas,  Gödfryd,    fryher  uü  Burgündia,  Galter 
von  Meylland,  Baldowin,    Gannellons  sun,  der  gräf  Ainou  von 
Mans,  Marcus  und  Matheus  von  Sant  Mychel,  der  gräf  Gallerus, 


330 


Albrecht,  fryher  iiß  Burgundia ;  die  wnrdend  all  inn  ire  lai 
gfüert.  Constantiiius,  der  probst  zuo  Komm,  ward  uff  dem 
raer  gen  Romm  gfüert.  Die  andren  rytter  und  knecht  wur- 
dend  inn  einem  feld  vergraben,    da   Karly    darnach    ein  styffb 

b  buwen  ließ,  die  armnien  da  uff  zenthalteu  zuo  lob  und  eren 
den  frommen  Krysten,  die  inn  dem  arbeDtaelligen  wald  umm- 
kommen  warend.  Die  ist  nach  hüt  dis  tags  da,  als  die  wol 
suchen  mögend,  so  da  für  wandlend.  Da  hin  gab  er  gros  guot. 
Karly   und   ain  volck  lägend  dry  tag  am    Rontzefal ,    da  ver- 

10  gruobend  sy  die  todten.  und  am  fierden  tag ,  als  die  sunti 
iren  scbinn  sächen  liefe,  gsach  Rengnold  ein  grosse  gselsehaft 
heyden  kommen,  ünder  denneo  was  AygoUant ,  der  hal;  die 
geflochnen  wyder  gsamlet  und  wott  wyder  uff  des  strytz  hoff- 
stat  rytten  luogen,    ob  kein  Krysten  mer    inn   laben  werend, 

iB  das  er  die  och  ertodte ,  und  wott  die  heyden  vergraben.  So 
bald  inn  Rengnold  ersach,  sprach  er  zao  Karly:  »Her  keyser, 
gsächend  hie  den  verretter  Aygollant,  der  knmpt  mit  einem 
buffen  heyden!  Ich  byt  iich  all,  syt  sy  gott  inn  unser  hend 
gfüert  hätt,  das  mengklicher  man  lieh  sig  den  tod  nnser  früc- 

20  den  zerSchen.«  Karly  gebot ,  das  sich  ycdermau  wapnette. 
Do  die  Krysten  Kartys  wyll  verstiiondend,  wapnetten  sy  sich 
von  stund  an.  Und  do  sy  gerust  warend,  rotb  sich  Rengnoid 
des  ersten  gegen  Aygollant,  zuo  dem  sagt  er  :  »0  verflüclit?f 
verretter,    der  Krysten    macht    ist    nach    nüt  alle  fcod.t     Uini 

2B  mit  dyssen  wortten  [bL  157]  stach  er  im  sin  sper  durch  den 
!yb,  das  er  tod  zuo  der  erden  fiel.  Der  keyser  reytt  och  inn 
strytt;  der  hatt  Durandal,  Ruollanden  schwert,  inn  siner  hanäi 
mit  dem  ertodt  er  mengen  heyd  und  sagt :  »0  guotz  schweHti 
wie  wol  du  nüt  ein  so  starcken  heren  hast,  als  dn  gehept  hast, 

so  so  hab  ich  cioch  guotten  wyllen  inn  zerächen.«  Ein  krysten 
rytfcer ,  Arnold  von  Bellanda  geheyssen ,  erfcodt  des  tags  ryl 
heyden  ;  aber  ein  mechtiger  heydischer  amiroll  ertodt  »un  fOt 
dem  bischof  Tiirpin.  Der  ward  vast  leydig  und  sagt  zuo  dem 
heyd:  »Ich  wyll  disseu  manlichen  rytter  an  dir  rächen.«     Pn- 

S8  mit  huob  er  sin  schwert  uf  und  gab  dem  heyd  ein  streich  uff 
sin  hälm  mit  söllicher  stercky,  das  er  inn  tod  zuo  der  erden 
falt.  Die  Kristen  brach teud  eovil  zewägen  mit  iren  manlieytte"' 
das  die  heyden  die  flucht  nämend.     Die  Krysten  yltend  i»"«" 


nach,  untz  das  sy  keinnen  mer  vor  innen  fundend.  Also  wur- 
deiid  die  übrigen  heitlen  ertödt  und  sigloß,  so  iin  RontKefd 
kommen  wären,  an  uUeiii  die,  30  mit  dem  verretter  Marsillia 
geflochen  wärend. 


* 


Wie  der  keyser  Karly  gen  Sarragossa  zog,  die  ward  s 
vonn  im  aller  dingen  zerstört. 


Nach  dem  stritt  mit  dem  künig  Äygollanfc  verreintt  sich 
Karly  gen  Sarragossa  zuo  züchen,  Marsillia  uram  die  verrettery 
Kesträflen.     Nach  dyssem    beeehlns    zog  Karly    mit  sinem  zfig 
über    don    berg   gegen    Sarragossa.      Und    alle   die   stett   nnd  lo 
Schlösser,  so  Karly  uff  dem  weg  fand ,    wurden  verwiiest  und 
verbreiilt;    wann    er   was  so  bekümert  nmtn  der  Krysten  tod, 
das    er    sinem    volck    gehott,    das   sy    weder  Jungs    und    altz 
sparttind;    dardurch  das    land    geutzlich    zerstört  ward.      Die, 
so  entäächen  mochtend  ,  fluchend  gen  Sarragossa ,   die  brach-  »» 
ieiid  irem  kunig  die  mere.     Der  erst,  der  die  mere  vernara  von 
AygoMitntz  tod  uud  von  der  pesteulentz,    so    die  Krysten  inn 
dem  land  begiengend,  daz  was  Blanehardin;  der  aeyt  es  Mar- 
sillia.    Der  crschrack  vast  übel,    waim  es  waa  wenig  kriegs- 
volck  inn  der  stat  Sarragossa,  wann  sy  wärend  all  ummkora-  20 
meu  am   Rontzefal.     Er  lieü  die    statt  Sarragossa   zuo    rüsten 
zum  basten,  so  er  niocht.     Diewyl  kämmend  die  Krysten  für 
di<?  stat  und  schlnogend  ir  läger  zeringß  darumm,     Diunnach 
macht  flengnold  ein   gros   für    under  ein  tliär,    das  verbrann 
bald ,  dardurch  die  Krysten  nach  uud  nach  hin  inn  kämmend  «s 
und  tzunttend    von   stund    an  die   hüsser    au.     Die  nacht  was 
vast  vinster  und  nablachtig,    uud  thonnret  vast;    darzuo  was 
der  wind  so  ungestümm,  das  er  an  vyl  end  für  inn    der  stat 
mnmhar  truog,    dardurch    die  atat    allerdingeu  autzünt  ward. 
Durch  der  füren    giasfc  gsach   man    die  Krysten   wol  alles  er-  so 
töden,  so  sy  fundend,    das    sy    nieramand    spartend ,    geb  waz 
atätz  er  were.     Das  gschrey  uud  klagen  der  innwonnern  was 
so  gros,  das  es  ein  Jammer  was.     Die  mechfcig  stat  Sarragossa 
glichet  sich  einer  hell.     Die  Krysten    vergoumpten   alle  thär, 
damit  und  innen  niemniand  enttrunne.     Die   sehönnen  husser  »* 
und   pal  last  wurdend  all  verbräntt.     Marsillia   was  inn  sinem 


332 


I 
I 


pallast  gantz  erschrocken,  do  er  hört  schryen :  »Mantyoya 
Sant  Denissius!«  Wann  er  einpfieng  so  ein  grossen  schräcken 
im  hertzen,  das  inn  duocht,  ein  sper  fUere  im  dardurch ;  wann 
er  erkant  wol,  das  sin  Zerstörung  und  tod  hie  was.  Itengnold, 
Gergis  und  der  klein  Rychart  ryttend  von  gassen  zuo  gassen 
und  ertodtend  die  verflüechten  heyden.  Der  bischoff  Türpin 
hielt  sich  manlich ,  deßglichea  die  andren  fürsten  och.  Der 
cüysse  grussamnie  Zerstörung  gsächen  hett ,  der  hett  ein  hert 
hertz  gehept,  hett  er  nüt  zyttret.  Mau  hett  gehört  schryen: 
»Tödend,  tödend!«  Der  vatter  gsach  sin  sun  vor  im  töden,  die 
muotter  ir  tochter,  der  man  sin  frovv,  die  frow  iren  man,  der 
bruoder  sin  Schwester  und  die  Schwester  den  braoder;  das 
nun  ein  erberruklich  dii)g  was  zehören.  0  grosse  straf  gottes, 
wie  ist  din  straf  so  wunderbar!! eh!  0  wie  ist  es  ein  so  grus- 
sanira  ding,  inn  die  händ  des  liibendigen  gottes  zefallen !  Der 
keysser  kam  für  den  pallast,  da  fand  er  nüt  vast  grossen 
wyderstand.  Marsitlia  nnd  Blanchardin  hattend  sich  inn  einem 
thurn  vermacht.  By  Karly  wärend  Anses,  Salamon,  Hoel  und 
Thiiring  von  Dardamia;  die  giengeud  solang  unmihar  suochei 
das  sy  die  zwen  verretter  fandend.  Das  was  am  tag.  Thörn 
er  wuscht  Marsillia  und  sagt  zuo  im  :  »0  du  faUscher  verretter, 
yetz  muostu  betzalt  werden  nmm  dine  grossen  verrettery,  so 
du  begangen  hast.«  Hoel  erwuscht  Blanchardin  und  wott  im 
sin  hopt  ab  seh  lachen;  aber  der  koyser  wottz  nüt,  sunder  lieli 
sy  bed  iau  ein  starcky  gfänckuus  leggen.  Die  küngin  Blon- 
dea,  Marsillias  frow,  hat  sich  inn  einem  thurn  imm  pallask 
verborgen,  und  Lutzianua  mit  ir.  Die  Krysten  suochtead  so 
lang  im  pallast,  daz  sy  funden  wurdend.  Do  Rengnold  Lu- 
tzianna  ersach,  do  gedächt  er  au  die  Hebe  der  vergangnen  zjt 
und  an  die  kostlich  zeit,  so  sy  im  geben  hat;  do  hat  er  e^ 
berrad  und  gieng  und  sprach  zuo  Karly:  »Goediger  her  keysser, 
ich  bit  üch,  das  ir  die  küngin  Blondea,  Marsillias  frow,  und 
sin  tochter  [bl.  158]  Lutzianna  laben  weilend  lassen ;  wann 
ich  weili  wol ,  das  sy  nüt  schuldig  sind  an  der  verrettery» 
Der  keyser  sagt,  es  gfiel  im  wol,  und  er  wett  im  nach  inn 
grösserem  zewyllen  werden,  bin  dysser  formm  wurdend  vor 
dem  tod  bewart  die  küngin  Bloudea  und  LuUianna,  ir  tochter, 
und  etlich  irer  junckfrowen.     Und  das  volck  inn  der  stat  ward 


333 

alles  ertödt.  Die  Krysten  wurdend  all  rieh  der  grosspii  schä- 
tzen, so  sy  zuo  Sarragosssi  fundend.  Das  truogend  sy  als  inn 
pal  last,  den  hat  Karly  vor  dem  für  lassen  verhüetten,  das  er 
sich  beherbergen  könd.  All  muren  ,  hüsser  nnd  pallüst  und 
thürn  wurdend  zno  der  erden  gfeU,  und  beleih  kein  stein  uff  & 
dem  andren, 

Wie  der  keyser  Karly   den  kiinig  Marsillia  und  den 
kiinig  Blanchardin  häjicken  ließ. 

Demnach    als  die  mechtig   statt  Sarragossa  zerstört  was, 
ließ  Karly  Marsillia  und  Blanchardin    für   inn  bringen.     Und  'o 
do  sy  vor  im  wurend,  sprach  er  zuo  innen:  »0  Marsillia,  bistu 
nüt  arbentselljg,  das  du  all  din  laben  lang  so  erlicli  geregiert 
hast  on  ein  ich  e  nach  red,  und  erst  yetz  inn  dinen  alten  tagen 
baatn  das  aller  schantlichest  werch  thän,  das  ein  fürst  thuon 
mag,  das  du  verrekteri  begangen  hast,  und  die  grost,  so  kein  '^ 
raentsch    nienimer   nier    begän  mög;    wann   du    bist  der  aller 
manlichcjiten  ryttern  tod  uraächer,  die  inn  aller  wält  wärend. 
Du  meinttest,  du  hetteat?.  als  gwiinnen,  und  du  gsichat ,    das 
du  gestert   kunig    inn  Hispanya  wert,    nnd  ietz  hast   nüh  da- 
rann;    wann    der   niinst   buob   inn    unser   gselschaü't  hat  raer  20 
daran.     Erkenstu,  waz  dich  din  verrettery  nutzt?    Was  brast 
dir?  Ich  hett  gern  fryd  mit   dir    ghept,    und   du    hastz    nut 
wellen,  dn  hast  den  krieg    lieber    ghept;    den  hastu  so  grus- 
saram  ghept  und  so  achuell,    das  du    aeibs  eines  schantlichen 
todtz  ersterben  nuiost,  als  dn  wol  verdiennet   hast.«     Ir  mögend  36 
gedencken,  iun  waz  stät  der  arbentsellig  Marsillia  was,  do  er 
vor  Karly  stnond.     Er  was  so  erschrocken  ,  das  er  nüt  wüßt, 
waz  er  sagen  sott.     Gergis  von  Tanneniarck  sprach  ?!no  Karly: 
»Her  keysser,  übergeliend  mir  die  zwcnn    verretter!    So  wyll 
ich  innen  die  kiJplJ'  abhowcn    von  stund  an.«     »Ea  muoß  nüt  30 
also  ergän,«  sagt  Karly,   »wann  ich  wyll,  das  sy  eines  schant- 
lichern  todtz  sterbend.«     Diewyl  sagt  Marsillia  zuo   Blanchar- 
din :   »Ich   besorgt  mir  wol,    es   wurd    uns  übel  nü  schlachen, 
do  ich  das  brunnenwasser  gsach  rot  werden  und  die  böum  und 
das  gras  ertoren ;  aber  ir  seytten  mir,  das  bedutte  der  Kristen  3& 
tod.«     Do  sy  Karly  verstnond,   sprach    er   7.no   innen:    »Nun 


334 

wol  uff  schnell ,  füerend  uns  an  das  end ,  da  die  verrettery 
prattitziert  ward!  D&  müessend  ir  sterben.«  Sy  fuortend  inn 
inn  den  gartten.  Und  do  Early  umm  den  brunnen  das  gras 
tbür  und  verbrunnen  gsacfa,  desglichen  die  böum  thür  gsach, 

6  innsunderheyt  ein  grossen  mulberyboum,  der  nebend  dem  brun- 
nen stund ,  und  ein  tattelboumm ,  den  die  sträl  zuo  stucken 
zerschossen  hat ,  do  sprach  er :  >0  du  faltscher  Blanchardin, 
kondest  du  nüt  erkennen  by  diesen  zeichen,  das  Owere  verrettery 
wider  got  was?  0  grussamme  antzeigung!  0  du  schantlicher 

10  verretter,  du  seyttest,  es  were  ein  antzoigung  der  Krysten  tod; 
aber  es  was  als  wol  ein  antzoigung,  das  ir  da  schantlichen 
ersterben  wurdend.c  >Ich  besorgt  mir  wol,<  sprach  Marsillis 
zuo  Blanchardin,  »darumm  ich  den  boum  wott  lassen  abhowen; 
aber  ein  astrologianus  sagt  zuo  mir,  ich  sott  inn  nüt  ab  howen 

16  lassen ,  wann  er  wurd  mich  tragen.  Aber  er  seytt  mir  nut 
wie.«  »Du  muost  es  innen  werden,«  sprach  Karly,  »wann 
du  muost  daran  erhänckt  werden:  also  wirt  er  dich  tragen.« 
Karly  sagt  zuo  sinen  fürsten:  »Wellicher  will  die  zwen  ver- 
retter erhäncken  ?«  Gergis  von  Thannemark  sagt,  er  were  be- 

80  reyt.  Do  Marsillia  gsach,  daz  er  sterben  muoßt,  do  besintt 
er  sich  eines  lystz  und  sagt,  er  wett  ein  Krist  werden  und 
sich  toufPen  lassen.  »Du  lügst,«  sprach  der  bischoflf  Turpin, 
»du  hast  sinn  kein  wyllen ,  aber  du  gedenckst  dardurch  zentt- 
rüiien.     Es  sind  dryerlein  verlorny   wasser:   das   erst  ist  das, 

36  80  inn  das  mer  falt,  wenns  regnet;  daz  ander  ist  das,  damit 
man  einem  essel  sin  kopff  wäscht;  das  dryt  ist  das,  damit 
man  ein  Marran  touft,  als  du  bist.  Ich  sag  dir,  das  dich 
alles  wasser  imm  Jordan  nüt  waschen  nach  reinn  machen  möcht, 
sovol  wuostz  und  sündeu  bistu.     Und  byß  des  sicher,  das  du 

so  und  Blanchardin  getouflft  werdend  inn  dem  wasser  Acheron, 
das  ist  inn  der  hell!«  Do  Marsillia  erkant,  das  kein  anders 
sin  mocht ,  dann  das  er  sterben  muoßt ,  do  verjach  er  alle 
verrettery  vor  allem  volck,  wie  die  von  im  und  von  Gannellon 
geordnet   ward.     Das   thet   och    Blanchardin.      Demnach  bat 

S5  Marsillia  Karly,  das  er  der  küngin ,  siner  frowen ,  das  laben 
fristen  ließ  ;  wann  sy  hett  kein  schuld  an  der  verrettery.    Nach 

* 
13  denj  dein  hs.      35  der]  den  hs. 


Tvortten 

und  hanckt  inn  an  ileu  türen  boum  nebend  fieu  brunnen,  des- 
glicfaen  Blanchardtn.     Wann  glich    also     wie    ay    gsellen    inii 
der  verrettery  sind  gsiu ,    also  wärend  syö  im    tod ;    wann  ay 
wurdend  nebend  ein  andren  gehiinckt.     [bl.  159J  Alaosol  man  5 
den    verrettern    thaon.     Demnach    als    die   verretter   erhiinekt 
wärend  ,    kart  Karly  wyder  iiin    die  sfcat  inn  pallflst  nnd  ließ 
die  künpriii   Blondea,  Marsillias  frow,  inn  ir  land  fiieren ;  wann 
sy  was  «ß  dem  küngkrich  Grannadia  bürttig.     Und  Kengnold 
ließ  Lutzianna  gen  Paris  füeren  durch   Riehart,  sin  bruoder;jü 
da  ward  sy  getoufft  und  ward  vermechlet  des  kuuig  Astolftb 
son.     Nach  disaeii  dingen  allen,  als  Sarragoasa  gentzlich  zer- 
stört was  und  Marsiltia,  Blauchardin  tod  wärend  und  die  räch 
begangen  was  uram  die  gros  verrettery,  do  schied  Karly  hin- 
weg und    wott    wjder   inn  Franekricli    zuchen.     Das    gschrey  ik 
der  grossen  verrettery  nud  grossen  bluotvergiessnng  kam  inu 
alle  willt,  des  yedennan  den  künig  Marsillia  schalt,     und  do 
man  die  gruasamm  räch  veruain,  so  Karly  begangen  hat,  do 
•forcht  und  entsali  inn  mengklicher  ;  darumm  vyl  kunig^  amiroll 
und  ander  fürsten  äuo  im  kämmend  umm  fruntschaft  und  en-  ao 
pfiengend  ir  land  von  im  xuo  lechen  nnd  brächtend  im  köst- 
liche present,     Etlich   verhiessend   itn  ire  land  von   im  inntze- 
liaben  und  verhiessend  im  darvon  jerliche  tribut  begeben.    Und 
die,  so  nüt  kommen  kondend,  achicktend  ire  botschafft  zuo  im 
mit    vyl    kostlichen    present,     Darumm    Karly    und  sin  volck  a, 
deren    und   der    sarragoasischen    entblündrung   rieh   wurdend. 
Imm  wyderumni  ryfcten  reytt  Karly  durch  den  Rontzefal,  da- 
rumm er  an  siues  vettern  Ruollauden  und  der  andren  Krysten 
tod  gedächt,    darumm  er  sich  nüt  enthun  niocht,  das  er  not 
■weinette,    und  sprach:    >0  wald  des  schmertzens,  o  wald  des  so 
-Weinens  und  klagens  und  tnirens,  ewigklichcn  wirt  man  mögen 
sagen,  die  gröst  verrettery  sig  inn  dir  verbrächt  worden,  die 
je  verbrächt  ward;    wann    da  sind    iimrakonimen  die  raechti- 
gesten   rytter,   beschirmmer  des  kristeulichen  gloubeus,  die  got 
ye  uff  ertrich    schuof.     Die    wärend    mir    all  gehorsamm,  da-" 
nimm  ich  all   min    laben  lang   nüt    thuon    wird    dann   truren 
und  klagen.«      Karlys  klag  zwang  die,  so  liy  im   wärend,  üch 
zeweinnen;  aber  der  hcrtv-og  Ansps  und  Reugiiold  tröstend  inn 


336 


zum  basten,  so  ay  niocliteiid.     Sy  ryttend  sovast,  das  sy  wyäir 
geil  Saut  Johans  Port  käinend. 

Wie  der  hertzog  Turing  von  Artlannia   mit  Pinubel. 

Gannelloiis  frujKJ,  ein  kampff  hielt   und   inn    ertodt, 

5  dardurch  Gannellou   von  fier  pferden   zerissen    ward. 

Do  Karly  wyder  gen  Sant  Johannes  Port  kommen  was, 
do  kam  für  inn  Rf^ngnold  von  Mtiiitabant  und  sprach  zuü 
im:  »Her,  ich  Lyt  üch,  das  ir  mir  vergunnen  wellend,  das  ieli 
ricliter  übor  den  verretter  sifr,    der  üeli   und  die  üwern  sovyl 

10  mallea  verrätten  hat.«  Do  Karly  Rengnold  verstuond,  sprucb 
er  zuo  im:  »Das  wyll  ich  üeh  genin  vergunnen,  wann  ich 
wefct  üch  nacli  inn  grosaerem  zewillen  werden.«  Also  gieng 
Rengnold  inn  die  gfäncknns,  und  mit  ira  der  hortzog  Gergii»; 
die  fuortend  Gannelbn  für  Karly,   und  Rengnold  sprach:  »Her, 

1»  hie  ist  der  verretter  Ganellon,  der  Hovyl  verrettery  begangen 
hat  und  der  üwers  vetter  Ruollnnden,  Ollyfiers  und  sovyl  aa- 
dren  erlicher  hercn  und  Krysten  tod  ursiicher  ist;  darumui  er 
den  tod  wol  verschulten  hat,  ja,  den  aller  grusaani misten  tod, 
so  man  erdencken  nuig.     Daruuam,  her,  nnioß  mann  erkunnen, 

20  waz  todtz  er  sterben  niuoß.«  UtT  die  redt  redt  der  verretter: 
»Her  keysser,  ich  sag  üch,  das  ich  deren  und  andren  verrettery 
unschuldig  bin.  und  ob  einicher  were,  der  da  sagen  wett, 
ich  were  au  Ruollanden  und  an  der  Krysten  tod  schuldig,  w 
am  UontKefal  umni  kommen  sind,  so  wett  ich  inn  mit  stritten 

26  dar%uo  bringen ,  das  er  mich  iaitsehlichen  an  lügt  und  udd- 
recht  thuot.«  üff  Gaunellons  red  tratt  liarfiir  der  tVonim 
hertzog  Türing  von  Ardannia  und  sagt:  »0  du  fiüt.scher  ver- 
retter, du  wottest  dich  gern  schon  machen.  Aber  es  mag  nut 
gsin;  wann  ich  bin  der,  der  da  sagt,  du  sigest  irs  todtz  u'' 

aosächer,  und  wyll  das  vryder  dich  oder  ander  bewysen  oi''' 
stritten.«  Und  sprach  zuo  Karly:  »Her  keysser,  ich  bit  öcli< 
ir  vfellend  mir  den  stritt  vergunnen.«  Ulf  das  tratt  harför 
ein  rytter  von  Gaunellons  geschlilcht,  der  hieß  Pinabel,  d«"" 
sagt:  »11er  keyser ,    der  hertzog  Türring  thuot  uiinem  vetket 

35  gwalt  und  unrecht.  Das  wyll  ich  wider  inn  bewissen.«  K«rfy 
sagt  zuo  im,   es  were  nut  von  nütten;    wann   es  leg  am  tagt 


scbuldiij;  w<>re.     Uff  die  red   Itämmend 
Ions  fntnden  tryssig  harfür,  die  sagten d  :    »Her  kejsaer,  hal- 
tend una  recht!  Dann  der,    so   sfcrittz  bej^ert  nach  recht,    ist 
hiHich,  das  im  der  nachgelässL^n  werd.     Dariimni   bittend  wir 
üch  ,    das  ir  den  Pinabel    vergunend    wider  Türing.c      Uff  das  & 
ward   Karly  gerätten  von  siuen  füratcn,  er  sott  den  stritt  ver- 
gönnen, damit  und  er  im  Tor  nachred  were.     Das  thett  Karly, 
aber  vast  unfern.     Die  zwenn  käinpffer  giengend  schnell  und 
rüstend  sich  zuo  und  kämmend  uff  den  plan;  deninach  sport- 
tend  sy  iro  pferfc  und  kamraen  gegen  ein  andren,  also  das  sy  lo 
ire    schilt    durch    stächend.      Pinabel    zerbrach    sin    »per   zuo 
stucken,    und   der  hertzog  Türing    traff  Pinabel   ao  kreflftigk- 
lichen  ,    das  er  roß   und  man  zuo   der  erden  stach.     Aber  der 
verretter    stuond    schnei!  wyder    uff   und    zog    sin  scbwert  ufa 
und   höw  des  hertzogen  pferfc  den    kopff  ab,    darumm    er  zuo  15 
der  erden  fiel.     Aber  er  stuond    schnell    wyder    uf  und   kam 
gegen  Pinabel,  das  Schwert  inn  der  band.     Aber  Pinabel  gab 
im  so  ein  hertten  streich  uff  sin  heim,  da»  er  im  den  zerhüw, 
und   hefct  sich  das  schwert  nüt  uiumkert,    so    hetfc    er  im  den 
kopff  zerspalten ,    des    Turring  ser    erschrack.      Und    kam    an  20 
Piniibel  und  gab  im  ein  so  grutfsamnien  streich  uff  sin  heim, 
das  er  im  das  or,    den  baggen  und  lirig  sytten  vom  lib  hüw, 
al?o  das  er  tod  zuo  der  erden  fnel  ,    und    Heß  ein  wunderbar- 
lichen  schrey.     Und  der  liertzog  Tüi'ring    hüw   im    den  kopff 
ab.     Des  Karly  vast  fro  ward.     Demnach  ward  Gannellon  ge-  95 
urteylt.     Etlicli   riettend,  er  sott  [bl.   160J  lübendig  gesclmn- 
deu  werden  und  darnach  gaaltzen  ;  etlich  riettend,  er  sott  mit 
gliiegeuden  zangen   Keryssen  werden;    efclich  riettend,   er  sott 
mit  rossen  zerrissen  werden.     Das  beachach.     Der  keysser  ge- 
bot ,    das  er   »ent  der  stat  hin  gfüert  wurde  uff  einem  karen,  an 
ein  strick  am  hals,  damit  und  er  desfcer  iiier  hchniach  enpfieng. 
CTiid  als  mau  iun  unthar  fuort,  Bchrey  im  das  volck  nach.    Et- 
lich  aagtend:  »Dem  -verretter  zuo,  dem  verretter  zuo!«   Etlich 
•cliultend  inn  ein   dieb,  darzuo  all  die  schniachwort,  so  sy  er- 
lencken   mochtend,    und    wurffend    katt    und    wuost    uff  inu.  sa 
-demnach  ward  er  wyder  inn  palhisthäf  gfüert,  da  der  keyser 
»er  pfert  hat  lassen  zuo  rüsten,  inn  inn  fier  stuck  zerrysaen. 
-'o  Gannellon  gsach,  das  er  sterben  muoßt,  do  verjach  er  vor 

Horjiaut  dor  riuia  9,'^ 


338 

dem  keyser  und  vor  allen  füi-sten  alle  die  verrettery,  so  er  siu 
läbeu  lang  begangen  hat ,  es  were  wyder  den  keysser  oder 
sine  fürsten.  Und  do  die  Karly  und  sine  fürsten  erhorttend, 
do   verwundrettend   und   segnettend   sy   sich ,    wie   inn  einem 

» mentschen  sovyl  boß  sin  mocht ,  und  wie  er  das  gemüet  het 
mögen  haben  die  heyden  sovil  mallen  inn  Franckrich  heissen 
kommen.  Also  ward  der  arbentsellig  Gannellon  an  die  fier 
roß  gebunden,  an  yedes  ein  fuoß  oder  arm ;  darnach  stächend 
die  buoben,  so  uff  den  rossen  sässend,  einer  gegen  Orientt,  der 

10  ander  gegen  Occident,  der  dryt  gegen  Mittag,  der  fiert  gegen 
dem  Nydergang,  also  das  yetlicher  ein  glyd  von  sinem  körpel 
reyß.  Rengnold  ließ  die  fier  teyl  uff  fier  thär  häncken  and 
den  kopff  uff  ein  stud  stecken.  Also  endet  der  arbentsellig 
Gannellon,   der  Vermeint   durch  Marsillias   und    Blanchardins 

16  hilf  künig  inn  Franckrich  zewerden ;  aber  er  und  sy  endtettend 
arbentselligklichen.  Sin  yetter  Pinabel  ward  an  galgen  ge- 
hänckt ,  des  ire  fründ  fibel  zefriden  wärend.  Demnach  be- 
schickt Early  den  hertzog  Türing  für  inn  und  gab  im  alle 
die  land  und   herschafften,   so  Gannellon  inngehept  hat;  des 

30  im  der  hertzog  grossen  danck  seyt.  Gannellons  fründ  ryttend 
ab  dem  häf,  übel  zefriden  mit  Early. 

Wie  Rengnold  von  Karly  urlob  nam,  und  wie  Karly 
gen  Ach  reytt,  und  von  den  zeichen,  so  gsächen 
wurdend  vor  sinem  tod,  und  wie  er  starb,  und  anders. 

25  Demnach  als  Gannellon  gericht  was,   beleyb  der  kejsser 

nach  lang  inn  Nawerra  und  enpfieng  die  künig  und  fürsten, 
die  da  kämmend  mit  im  fryd  machen  und  ire  land  zoo  lachen 
von  im  enpfiengend,  als  vor  gsagt  ist.  Eines  tags  sprach 
Rengnold  zuo  Karly:  >Her  keysser,  syt  min  vetter  Ruolland, 

so  Ollyfier  und  die  andren  mine  fründ  tod  sind  und  die  räch  be- 
schechen  ist ,  so  beger  ich  nüt  mer  hie  zesin ,  sunders  wyll 
inn  das  heillig  land  gen  Jherusalem  den  helgen  krystenlichen 
glouben  raeren.  Wann  ich  bin  schon  alt  und  übelmogend 
und  hab  vyl  Übels  inn  miner  Jugend  begangen,   darumm  ich 

* 
6  heyden]  beyden  hs. 


339 


min  cotit?,ieiitz  beladen  befind ,  darunim  ich  nun  furhin  miner 
ael  gedeocken  wyll  und  got  dem  heren  diennen.  Darumm, 
her,  nini  ich  urlob  von  ücb.«  Do  Karly  liengnolden  verstuond, 
do  ward  er  ser  betrüept,  also  daz  er  eia  lange  wyl  nüt  reden 
kond.  Und  do  er  wyder  reden  mochb,  sprach  er :  »Nun  mag  5 
ich  wol  sagen,  syt  ich  min  vetter  Ruollanden  verloren  hah, 
das  mich  jedermann  verlän  wyrt.  Ich  hat  min  hofi'nung  inn 
dich  gsetzt,  und  nun,  so  ich  inn  minera  alter  bin,  wyltu  mich 
verlassen.  Ich  bit  dich,  ist  es  müglich,  das  du  nach  mer  by 
mir  belibest.«  »Es  ist  nüt  müglich, c  sagt  Rengnold,  »darumm,  lu 
her,  nimm  ich  urlob  von  (ich.«  Damit  schied  er  hinweg,  des 
sich  der  keyser  und  all  fursten  übel  gehuobend  am  häf.  Reng- 
nold kam  gen  Miintabant;  da  fand  er  sine  dry  bruodero,  die 
wärend  siner  zuokiinfft  vast  fro;  wann  ay  wärend  vast  betrüept 
umm  Magis,  der  hat  sy  verlassen,  und  wufjtend  nüt,  wo  hin  ifi 
er  kommen  was.  Do  Rengnold  vernaram,  daz  sin  vetter  Ma- 
gis hinweg  was,  do  ward  er  ser  betrüept  im  berlxen,  also 
das  er  nüt  frölich  sin  niocht.  Er  beleih  ein  zyt  zuo  Munta- 
bant  und  ordnet  sin  guot  under  sine  brüeder  und  kind.  Dem- 
nach schied  er  von  Muntabant  inn  pilgris  wyß  zefuoß  und  20 
gieng  gen  Jherusalem.  Von  sinneni  eud  sagt  dia  buoch  nüt 
wytter,  ir  werdend  das  finden  im  nachfolgenden  buoch,  daz 
da  sagen  wyrt  von  den  fier  sün  Amon.  Von  den  andren 
fürsten  sagt  dia  buoch  Öch  nüt  wytter.  Do  Karly  lange  zyt 
inn  Nawerra  gsin  was ,  do  i^eytt  er  wyder  inn  Franckrich,  aß 
und  mit  imm  der  hertzog  Anses,  der  biscboff  Türpin,  Gergts 
von  Thannemarck,  Salanion,  Hoel,  Richart  von  Monditier,  Tü- 
ring  von  Ardannia,  der  hertzog  von  Aniou.  Und  nach  vyl 
atrytten  ,  gethän  wyder  die  heyden,  und  das  er  zuo  kristen- 
lichem  glouben  gebrächt  hat  das  gantz  Hyapannia  von  einem  ao 
mer  untz  zuo  dem  andren  und  untz  an  die  gebirg  Gilbator 
[bl.  IGl]  und  das  gantz  Tütscbland  untz  inn  Kriechenland, 
und  inn  sin  gehorsammy  gebracht  hat  das  gantz  Yttallien  untz 
inn  Kallabria  ,  nach  dyssen  schönnen  beherachungen  der  edel 
keyaer  Karly,  do  er  sich  befand  übelraögend  und  erkant  das  ss 
end  siner  tagen  nachnen  ,  do  ordnet  er  siner  kinden  halb : 
darumm  der  eltist  sun,  Ludwig  geheyssen,  keyser  und  künig 
inn  Franckrich  ward;   der  ander,    der    hies  Karly,    der  ward 

11" 


340 

künig  inn  Hyspania;  der  drjfct  hieß  Peppinus,  der  ward  künig 
inn  Ytailien.  Aber  die  leisten  zwenn  läptend  nüt  lang,  dar- 
durch  Ludwig  alle  land  errerpt,  so  sin  vatter  inghept  hat. 
Nach  dyssen  dingen  schied  Karly  von  Paris  und  reyfc  gen  Ach 

6  inn  Tütschland ;  wann  er  wott  da  inn  siner  kappeilen  ver- 
graben werden,  die  er  vast  köstlich  hatt  lassen  zuo  rüsten. 
Und  do  er  befand ,  das  sich  sin  tod  nachnet ,  do  teylt  er  u£ 
all  sine  schätz  den  armmen.  Vyl  zeichen  wurdend  vor  Karljs 
tod  gsachen:  erstlich  ward  ein  vinsternus  der  sunnen  und  des 

10  mäns  wyder  den  loufiF  der  nattur ;  ein  schwartze  [mäse]  ward 
inn  der  sunnen  gsächen  by  syben  tagen  ;  das  th&r  an  der 
kilchen  zuo  Ach  zerbrach ;  die  gros  brugg  zuo  [Mentz] ,  die 
da  fünfzyt  schrytt  lang  was  gsin  uff  dem  Rin,  die  er  bat 
lassen  machen,  verbran  inn  dry  stunden  ;  ein  grosse  comniett 

15  erschein  am  bimel.  und  do  sy  der  keyser  gsach ,  sprach  er 
zuo  einem  phillosikus,  Esurard  geheyssen,  dysse  commett  be- 
dutte  verrendrung  der  küngkricher  oder  eines  mechtigen  fürsten 
tod.  Und  Essurard  sprach  zuo  im :  >Wyr  sond  die  pianetten 
nüt  entsitzen  nach  die  zeichen  des  himels,  sunders  sollend  den 

2oent8itzen,  der  die  pianetten  geschaffen  hat,  und  sond  inn 
loben,  das  im  geliept  uns  zeichen  zegeben  vor  unserm  tod, 
damit  und  wyr  rüw  habend  der  s finden,  so  wyr  wyder  inn 
begangen  band.«  Demnach  als  der  keyser  Karly  all  sinn  ding 
geordnet  hat,  gab  er  got,   unserem  heren ,   sin    geyst  uff  im 

25  manott  Mertzen  im  jär  nach  der  gepurt  Krysty  acht  hundert 
und  zwentzig  und  drü  jär,  demnach  und  er  künig  inn  Franck- 
rieh  gsin  was  fier  und  dryssig  jär  und  fier  zechen  jär  keyser, 
im  alter  LXXII  jär. 

Wie  sin  tod  dem  ertzbischof  Turpin  durch   ein  tuffel 
30  geoflFenbaret  ward,  daz  ist  also: 

Ich,  Türpin,  ertzbischoff  zuo  Reins,  was  zuo  Wienn  inn 
der  kilchen,  mine  psalter  bettend,  do  ward  ich  vertzuckt.  Do 
gsach  ich  ein  grosse  gselschaft  schwartzer  lütten,  deren  warend 

untzalbarlichen  vyl,  die  fuorend  gegen  Luttringen.     Und  gsach 

« 

3  errept  ha.        10.  12  an  stelle  der  ergänzungen  in  der  hs.  leerer 
räum;  vergl.  anm.         17  küagklicher  hs. 


341 


ein,  der  fiior  vor  den  andren  allen  ;  den  fragt  icli,  wo  hin  ay 
füerend.     Der  sprach:    »Wir    farcnd    gen     Ach,  da    wend   wir 
hiogen,  ob  uns  Karlys  sei  werden  mög.«     Do  sprach  ich  zuo 
im:    »Ich    l)esichwer   dich    by    der  krofiTt  gottes,   wenn   ir  das 
üwer  gescliaffeii  habend,    daa  du  wyderumm  zuo  mir  kerest.«    5 
Er  sagt;   »Ja.«     Bald  darnach  ,    als  ich  min  psalter  gehetten 
hat,  kämmend  die  tüffel  wyder.     Und  trägt  den,  mit  dem  ich 
vor  geredt  hat:    »Waz  hand    ir  gschaffen?«    Der  töffel    sagt; 
»Sant  Mjchel  ist  uns  gar  wjdrig  gsin;    dann    do  wir  sin  sei 
iiemuien  wottend,  do  wag  er  sin  guothet  und  boüheyt  gegen  10 
ein  andren,  also  daz    das  guot  daz  bötä  überwägen  hat,     Da- 
runim  wir  kein  teyll    an  im    hand    mögen    haben.«     Und  mit 
dyssen  wortten    verschwand   der    tuffel    vor  mir  hinweg.     Das 
was  im  manotfc  Mertzen.     Und  eyt  er  uß  Hyspaunia  kommen 
waa,    hat   er  nüt   anders  thän   dann  truren  und  klagen.     Sin  is 
begreptnus  was  erlich  ,    edel    und  kostlich  und  so  schön,  das 
man  nüt   schönuer   sagen   könd.     Der   babst    Leo    was    daran 
sampt  allen  römischen    fürsten.      Und  machtend    ein    schönne 
presentierung  mit  Karlys  Ijchuam,  keysserlichen  bekleyt  mit 
einer  guldinen  kronnen  uff  sinem  höpt,  und  ward  uff  ein  kost-  20 
liehen  säsael  gsetzt,   dardurch  er  wol  einem  edlen  läbendigeu 
rychfcer  glich  gsach  ;  inn  der  linggen  band  hat  er  ein  keysser- 
lichen und    küngklichen    tzäpter  vast   kostlich.     Und    die  be- 
legung  eines  grab^   wurdend  beleytt  mit  alten  wol  schmecken- 
den dingen  und  edlen  krüttern.     Demnach  ward  er  beschlossen  " 
vast    suptilklichen     und    erlichen    verwartt.      Zeermessen    des 
grossen  Karlys   gefcbätten ,   die  warend    wunderbarlichen.     Er 
was  ein  sua  des  künig  Peppinus  und  der  küngin  ßertha,  ein 
tocliter  des   grossen  Herclin,  Cesara  von   Constan tinopell.     Do 
Peppinus  starb,  was  Karly  XIIII  jär  alt.     Und  hat  vyl  müe  »o 
und   arbeyt ,  ee  er  künig  inn  Francki'ich  ward  ;    wann  er  hat 
zwen  bruoder,    bastard ,  ülFrius  und  Heinrich    geheyssen ,  die 
hangettend  aineni  bruoder  Karlomanus  an.     Doch  ward  er  ze- 
letst,  als  die  billigkeyt  wott,  rttewiger  künig;  wann  kurtzlich 
darnach  starb  sin  bruoder,  darumm  im  das  gautz  küuigkrich  S6 
xeteyl  ward.     Er  hat  inn   sin  er  gselschaflft  den  hertzog  Amon 
Ton  Dordonna,  den  hertzog  Grerold   von  Rossillon ,    Doon  von 
!Nantweyl,  gebrüedern ,    den  hertzog  Änses    von  Peyern ,    den 


342 

hertzog  Regnier  von  Genow  und  Myllon  von  Anglers,  Ruol- 
landen  vatter,  und  ander  redlich  fürsten.  Der  erst  krieg,  den 
er  hat,  demnach  und  er  künig  vrard,  das  was  wydei:  Hugo  von 
Ackjttania  (das  yetz  Gennow  heyßt),  der  was  im  wyderwerttig. 

6  Und  do  der  bekant,  daz  er  im  nüt  mächtig  gnuog  was,  do 
reyt  er  zuo  dem  künig  inn  Gastgunnia  umm  hilf.  Aber  der 
forcht  Karly,  darumm  er  im  den  Hugo  übergab  von  Gennow. 
Den  andren  krieg  hat  er  wyder  den  künig  Didiers  uß  Lom- 
bardia;  der  ward  von  im  überwunden,  dardurch  er  gen  Poffyg 

10  inn  sin  stat  floch.  Dysser  künig  Didiers  was  uß  der  gegne 
Occient  kommen  mit  grossem  volck,  die  wärend  halb  wyld  nnd 
hieltend  weder  glouben  nach  recht  und  namptend  sich  Lam- 
partter.  Und  den  nammen  hand  nach  die  im  land.  Dysser 
künig  Didiers  hat  die  Lampartty    by  fier  zechen  jären  inge- 

16  hept,  das  im  niemman  mocht  wyderstän,  dann  allein  der  kejser 
Early,  der  betzwang  inn.  Ein  end  hat  dis  buoch  (gott 
[bi.  163]  dem  almechtigen  sig  lob  und  danck  gsagt!)  und  ward 
geschriben  im  tussend  fünff  hundert  und  darnach  im  tryssig- 
sten  jär  uff  den  dry  zechenden  tag  November.     Amen. 

* 
17  almechten  hs. 


( 


1,  14  erfült  mit  allen  tilgenden]  plein  de  acience         2,  22 

~nd  sy]  »  cause  (jue  2Ö   univers.]    luniverasithet  ha. ,  aua 

l'universite.     Derartige  zuaanimeiizielioiigeii    von    artikel  oder 

Präposition  mit  dem  folgenden    wort    finden  sich  auch  sonst; 

vergl.  z.  b-  142,  34  Lamostant  aus  rAmostant  {Pulci  12,  HD : 

J'Amoatante);   24,  20    Äckaroo   aua   ä   Charon   (Pulci   2,  39: 

a    quel    Caron) ;    277,   2    Dardannia   aus   d'Ardaine    u.   s.   w. 

3,  1  übet  die  besondere  quelle   dieses  capitels   b.    einiei- 

tang         5,  12  dann  gebrätten  wildpret]  praeter  asaam  (Einhart 

cap.  24)       13  zum  nachtesaen]  gehört  nach   Einhart  cnp.    24 

eigentlich  zum  folgenden  satz :  Inter  caenandum    aut   aliquod 

acroama  aüt  lectorem  audiebat        6,  27  If.  F  nennt  hier  nur 

Olivier  de  Gennea,  Ogier  le  Dannoie,  Regnaut  de  Montauban  und 

Naymes,  duc  de  Bavierea.     über  Ogier-Gergisj  Naymea-Ansea 

s.  einleitung         7,  21   das  da  .  .  .  e.  ist]  qui  n'est  pas  tous- 

joura  une         9,  12  braoderhuß]  abbaye  de  moynea  de   aainct 

Anthoine         13  am  end]  au  pied         15  Der  bruodern  einer] 

l'abbe  17  f.  die  namen  Ämon  von  D,,  Doon  von  N.  und 

Gödfryd  fehlen  in  F         30  der  gräf  Kleramunt]  l'abbe ;  der 

genauen    Übertragung  dieses   Wortes   geht   D   augenscheinlich 

aas  dem  wege     .37  Die  bruodern]  labbe  10,  2  in  eines 

touragärtly]  en  un  ctmetiere;  Pulci  1,  26:  in  cimitero,  wozu 

ein   erklärer  (Sermolli)  bemerkt;  »qui  forae  ö  preso,  come  suol 

:farsi  coraunemente,    per    quel  ripiano,  o  prato  o  checcheasia 

tihe  sta  davanti  ftH'ingresso  delle  ehieae«         23  ist]  et         30 

Xlnd  kam  unwyt  hinuf,  er  fand]    et  ne  fut  gaerea    baut  qu'il 

"trouva         32  knecht  oder  buob]  vergl.  8,  28  scblos  oder  vesty, 

28  toub  oder  scliellig;  51,  17  ein  bruoder  oder  klußner  u.  a.  w.; 

15*  bietet  dafür  immer  nur  efn  wort  11,  34  klepffend} 


344 

bruyant  14,  26  sj]  lies  tsoc  15,  20  im  zelieb  ge- 

macht] intituie  Morgant  pour  Tamour  de  luy  33  vou  den 
bruodern]  ä  l'abb^;  dieser  ist  von  den  monchen  auch  einzig 
anwesend  (vergl.  zu  9,  30)  17,  4  er]  il;   die  beziehung 

auf  »pfert«  ist  außer  acht  gelassen.  Derselbe  fehler  z.  5. 
9.  10,  ebenso  (»in«  statt  »es«)  16,  27;  17,  5  fif.  21  un- 

ruow]  trayail  28  Darum  .  .  •  ]  parquoy  des  biens  et  Ser- 
vices et  de  rhonneur  que  vous  nous  avez  faict,  je  ne  scaj 
comment  vous  le  recompenser  18,  3  untzucht]  ignorance 

17  uns  kriegern,  das  wir  .  .  ]  ä  nous  qui  sommes  pecheurs 
35  in  der  vesty]  en  un  cloistre  19,  27  durch  efn  mei- 

nung]  par  un    moyen  20,  3   versamlungen]    jonstes  ou 

tournoy  16  die  ursach,  darum  .  .  . ,  ist  darum  das  .  . .] 
la  cause  pourquoy  ....  c'est  pource  que  ...  21,  3  ao 

einem  schönen  end]  au  roilieu  du  desert  24  etwaz  schnellig- 
keyt]  quelque  abillete  26  ein  sach,  die  übel  luttet]  une 
chose  mal  consonante  27  war  derglichen]  vray  semblable 
33  um  die  zallung  miues  wyrtz]  pour  le  payement  de  mon 
hoste  22,  1  fär  sechs]  pour  douze  autres;   D   gibt  die 

redensart  in  der  heimischen  form  27  ein  kleines  hütly] 
une  petite  löge ;  selbstverständlich  ist  ein  gemach  im  schlösse 
gemeint  23,  14  über  sin  willen]   maugre  luy         18  on 

min  rätt  haben]  saus  avoir  mon  conseil  38  ziegel]  chevrons, 
ebenso  24,  8.  Hat  D  vielleicht  an  chevre  »ziege«  gedacht? 
24,  12  sach]  adventure  20  Ackaron]  vergl.  zu  2,  26  27 
all  hellische  thierer]  toutes  les  furies  25,  8  glichettend 

sich  .  .  sy  werind]  sembloyent  .  .  qu'ils  estoyent  15  die 

land  der  heydenschaft]  le  pays  de  Turquie,  ebenso  26,  21  u.  5. 
22  f.  Darin  thuot  .  .  .  ]  pour  les  advertir  qu'ils  facent  niou- 
rir  le  comte  R.  Die  Übersetzung  (»das  er  der  gräf  R.  sig«) 
ist  unverständlich  26,  25  da  ir  .  .  .  ]  oü  vous  estes  fort 

desire  de  chacun  27,  21  wyser  geheimer  rytter]  discret 

baron  31  sust]  main  a  main  3&  fleische  und  beine]  de 
chair  et  d'os  (s.  glossar)  29,  33  und  damit  das  er..] 

que  pour  se  venger  print  son  espee  31,  28  schalckhejt] 

furiosite  32,  32  sin]  der  abwesenheit  Rolands  33, 29 

er  müeßte  vor  gen]  qu'il  endurast  34,  13  und  mine  silo] 

fehlt  in  F,    auch  Pulci   3,  31  hat    nichts   dergleichen;  doch 


345 


vergl.  zu  110,  9  22  farw]  \a  livree  35,  14  das  ay  sieli 
uüt  band  mögen  erweren  vor  den  thiereii]  qu'ils  ue  se  sont 
peu  defendre  du  torre.  Dieses  unverständliche  »torre«  findet 
sich  in  allen  drucken,  die  ich  zu  rate  gezogen,  hat  also  avoI 
auch  in  der  vorläge  unsers  Übersetzers  gestanden,  und  wurde 
von  diesem  ,  weil  es  ihm  zu  den  Verhältnissen  am  ehesten  zu 
pftsaen  schien,  durch  »thieren«  widergegeben.  Vielleicht  hat 
sogar  die  lautliche  Verwandtschaft  der  beiden  wörter  dabei 
mitgespielt  (s.  einl.).  >torre«  ist  aber  verdruckt  für  »tort«; 
vergL  Pulci  3,  38: 

Per  la  ragion  com'  Ercol  conibuttiano, 
Abbiamo  avuto  assai  disavveutura: 
(Juesto  ci  avvenne,  percbe  il  torto  avauo, 
E  la  ragion  pur  ebbe  sua  misura: 
Nostri  eonipagni  alcun  n'e  stato  morto 
Che,  nol  sappiendo,  difendeano  il  torto. 
36,  8  er]  vergl.  zu  17,  4         17  zerruort]  devoroit        21  uli 
dem  minen]  de  uion  hostel         23  in  dem  dinen]  en  ta  maisou 
37,  3  ein   pur]  die  regelmälaige  übersetKuag  von  »un  vilain« 
14  hloii  und  blüttig]  toute  sanglante;  es  wird  also  wahrschein- 
lich  »blüettig«   KU   lesen   sein.     Freilich    kommt  diese    umge- 
lautete  form  sonst  gewöhnlich  nur  in  zusammenset/.ungen  vor; 
zudem  fällt    die  Verbindung  mit    »b]oü<  auf,   welche  an    die 
häutige    fonnel  »bloß  und    blutt«    erinnert   (vergl.    Deutsches 
Wörterbuch  II,  144.  194;  bluttig,  blüttig  =  blutt  ist  in  ober- 
deutschen   nmudarten   weit    verbreitet),      üie   hs,    läßt    beide 
le.sungen  zu     lö  recht]  pour  la  raison      20  uff  min  meinung] 
ä  ma  ij^uestion  .    28  uß  ansechung]  a  la  requeate  38,  2  die 

brüedern]  l'abbe;  vergl.  zu  0,  30  11  unser  klag]  mes  raisoiie 
22  ßf.  Aber  durch  die  zuoschickung  .  .  .  .  tbet  darzuo]  raais 
par  ia  providence  ....  permit  32  den  er  bekant  sin  vetter 
sin]  lequel  il  cogneufc  estre  son  parent  30  iiff  luginuen] 
en  villeunie   et   meschancete  39,  16   spangen]    brasses 

21   kappen]  chappes;  s,  zu  234,  35  26  die   wachtlen] 

Tallouette  30  verleich   er  inen  .  .  ein  sollicheu  sägenj   il 

leur  livroit  ,  .  une  teile  portion  40,  2G  von  den  brüedern] 

deiabbe;  darauf  weist  auch  das  folgende  »der  gab«,  wo  D 
dem  original  gedankenlos  folgt,   ohne  das  veränderte  bezieh- 


346 

ungswort  zn  berücksichtigen  35  und  erkant  .  .  niit]  statt 
»do  erkant  er  . .  nütc  41,  14  gnad  ^]  bontä         gnad  *] 

grace  16  geschantte]  affollat  18  sprang  nfiT]  ressailloit 
24  zerscbinden]  Schreibfehler  für  »zerschniden«  ?  38  tugend] 
bont^  42,  27  inn]  vielleicht  »imc  zu  lesen,  im  hinblick 

auf  »il  eut  grand  peurc  30  Er   will   nüt  von  mir]  d.  i. 

von  mir  gehen  34  strytten]  wegen  »voulus  combattrec  ist 
twottestc    zu  ergänzen  43,  3   wann]  oü         19  an  die 

brüst]  en  restomäch  44,  5  f.  Sy  liessend  .  .  .  sy  zng^nd 

.  .  ]  i\  grand  peine  laisserent-ils  cuire  le  cerf  qu'ils  le  tirerent 
17  Sy  ryttend  unwytt,  sy  fandend  .  .  ]   ils   n'eurent  gueres 
clieminu  qu'ils  virent  .  .  ;  vergl.  zu  10,  30      21  wald]  vallee 
gegen  den  dry  heren]  statt  »gegen  inen«         33  adellich  nnd 
barnihertzig]   douce  et  graciease  46,  34   vergl.  zu  10, 

i30;  44,  17  49,  5    nam]   print  par  la  main         6  hier 

und  z.  12  wird  Doon  in  F  nicht  erwähnt  8  zum  aller 
senftni,]  le  plus  doucement         13  sul]  table  24  für  die 

dry  heren]  es  sind  aber  nur  zwei  anwesend,  da  Olivier  nach 
s.  10  auf  dem  krankenbette  liegt  51,  27  iren  f.  v.  gioa- 

ben]  leur  fausse  creance  52,  3  gfürt  =  gfürcht  58,  11 
Tilrcken  und  beiden]  payens  et  Sarrazins  12  durch  din  be- 
rüotfen]  par  tes  monitions  54,  1  beheben]  tenir  en  «a 

propre  nation  3  nun  -—  niuwan  27  was]  wir  erwarten 
>won?«    wie   in    z.    29  55,  14  es  darf  daruf  stän]  si 

pourra  estre  19  tallig]  s.  glossar  22  der  apt]  hier  er- 
schoiJit  das  wort  zum  ersten  mal ;  vei^l.  zu  9,  30  57,  27 

«u\rdt*r  I  brigaut  bekant]  cogueut  a  la  parolle  36  fier] 
trins  59,  12   in  frautzos.   zungen]    en   langage   fran^ois 

quo  nul  no  los  pouroit  entendre  23  und  darum  das  . .  ] 

quo   iK>urco   quo         25  yoti]    ia  60,  37   fier]    deux  ou 

tr\>is  02,  2v^  mit  den  libou]  des  coups;  vergl.  Pulci  6,43. 

0  h«  >oorjvs*  03,  2  wunderbarlichen]  gott  bewirkte  dies 

>vutulor,  um  dio  fort$otir.ng  und  einen  schlimmen  au^ang  des 
k;>u;pf<vs  5u  Torhiudoru  ^^ vergl.  62,  34  ff.'^  64,  5  inhaltung] 

iinjv^rtAtuv  1 4  das  st  ein  andren  wartt^i]  qu'ils  s'entoi- 
.ior.t.  P  las  >»ttor..i<'r.:*  32  OlifiSer]  0.  de  quilareDom- 

uuv  <'*tv"'it  &i  jirar.ao         «Kn:    ier  iren  . .  ]  que  si  <»  hiy  •  • 
Ov.  i>  r,üJ  '•  js«  jr.  srr*ichen.  rervil.  6(5,  31  33  so  edd 


meinuDgen  und  gnnogsamklich  geredt]  un  acte  tres-gentil  et 
que  c'estoit  asaez  hautement  parle  G6,  35  das  hertz  kränckt] 
le  coeur    serre  08,   8    ruofft   siiiem    voick   um    hilf  anj 

crioit  secoura  ä  aea  getis  31  fier]  cinq ;  D  bat  dlie  richtige 
zahl,  da  Morgant  nachher  besonders  erwähnt  wird.  Das  gleiche 
gilt  69,  7  69,  8    ein  tütfei  rysseii]    un  graud  diable  de 

geant  71,  1  die  wachtlen]  Tallouette;    vergl.  zu  39,  26 

73,  1  die  glück]  la  lorfcune  3  railtigkeit  .  .  ,  truren]  le 
doux  .  .  .  rauier  12  eutrunu  .  .  .  haben  wird]  eschapperois 
.  ,  ,  aurois,  was  den  umständen  besser  entspricht,  da  Maffredon 
die  boifnuog  auf  rettung  aufgegeben  hat  (vergl.  k.  10)  32 
anderß]  autre   mal  74,  8   disse    kleinot]   ceste   bague; 

davon  hat  das  deutsche  wort,  das  sonst  durchaus  neutrani  ist, 
sein  weibliches  geschlecht;  vergl.  oben  »die  glück*  10  in] 
le;  wiederum  ist  auf  das  beziehungswort  (kleinot)  keine  rtlck- 
sicht  genommen;  vergl.   zu  17,  4;   3G,  8  15  verstopfFfc] 

serre  20  die  (näml.  kleinot)]  laquelle  (näral.  bague);  vergl. 
zu  z.  8  75,  15  wunsam]  somptueux  78,  1  so  mechtig] 
plus  puissans  que  luy         38  vernünfftig]  diseret  79,  2 

uff  einem  stächlinen  ftild]  sus  un  cbamp  d'azur;  D  las  >d'acier« 
80,  16  förcbt]  conj.  prät.  81,  7  an  mitten]  bien  avant 

32  sinea  bruoders]  de  son  beau  friere,  also  »Schwäger«:  Mam- 
brin  war  der  gemalil  von  Herrains  Schwester ;  vergl.  79,  33 ; 
83,  36  82,  1  und  daz  .  .  ]  et  estoit  si  fort  marry  des 

parolles  du  Sarrazin,  que  .  .  25  rytter]  lies  »rytternc  nach 
F ;  vergl.  z,  27  83,  3  reyt  ,  .  gegen  Muntabant]   P  gibt 

den  grund  dafür  an :  pour  aider  ä  Richard  et  ä  sea  freres 
6  Der]  quand  il ,  also  =  de  er?  Dann  wäre  am  schluS  der 
zeile  ein  komma  zu  setzen  19  kuntlich  machen]  prouver 
84,  31  meinnend]  cuidoyent,  wie  der  sinn  es  verlangt ;  es  ist 
also  wol  »meintend«  zu  lesen  87,  10  begert]  demandes; 

deswegen  aber  einen  Schreibfehler  für  »begerst«  anzunehmen, 
ist  nicht  nötig,  da  ebenso  gut  auslasauug  des  liilfsverbs  (»hast«) 
vorliegen  kann  88,  10  dailig  me]  s.  glossar  unter  »tallig« 

30  erBtunnent=  erstunnet  (part.  prät.)  90, 1  irer]  der  Heiden 
12  und  toufft  wurden]  das  subjekt  ist  dem  vorhergehenden  >land« 
zu  entnehmen :  die  bewohner  von  Herrains  land  23  und  nüt 
recht]  ä  bon  droict;  »nüt«  wirddemnaeli  für  »mit«  verschrieben 


348 


sein  24  gljclien]  conj.  pnit.  91,  18  üLer  diu  geschlecht]  de 
voslre  generation  92, 12  waldj  vallee,  ebenso  z.  14 ;  vergl.  za 
44,  21  13  der  lüw]  von  deiu  63,  15  zuletzt  die  rede  war 
29  er]  vergl.  zu  17,  4  94,  1    wytter]  ruieux  95,  12 

den  köpf  ab]  F  lugt  hinzu:  puis  trouva  ses  enfniia  lesquels 
il  fit  tous  niourir.  Diese  stelle  wird  vorftusgesetzt  100,  29; 
101,  1.  9.  30  96,  19   aia  frow]    sa  feninie  et  tous  se« 

enfans  ;  vergl.  die  vorige  bemerkung  33  bis  35  ir  .  .  sy  . . 
üch]  in  Fdurchv^reg  dritte  person       36  halbe  mil]  demi  journee 

97,  9  vergl.  zu  44,  17  18  Do  die  frow  iren  fr  und  ersach] 
Zusatz  gegenüber  F,  der  den  Übersetzer  nicht  hindert,  z.  19  f. 
im    anscbliüJ    an    das    original   noebninls    dasselbe   zu    sagen 

98,  13  enttrung]  nautabilite  19  ea  ist  üch  nüt  ein  ?er- 
nunfft]  ce  «'est  pas  a  vous  102,  35  rütter]  chevaucheur, 
dagegen  rytter,  ritter  »chevalierc  103,22  gul>  dem  keyser 
M.J  en  luy  p  r  es  e  n  t  a  n  t  M.       35  an  eine  arm]  eiitre  ses  bra» 

104,  5  gfangen  worden  weriiid]  avojent  este  abbatos 
29  uif  zwo  milj  ii  dix  lieues  31  by  innen]  plural,  weil  auf 
ein  collectiv    (läger)    bezogen  105,  1    in  der  band]  eu 

Tarrest;  vergl.  zu  266,  31  23  böesern]  meilleur,  aleo  = 
bessern?  1 10,  9  und  kinder]  auch  F  erwähnt  jetzt  solche; 

vergl.  zu  34,  13  111,  10   sin  zyt   verbrächt]    eut  faict 

fion  Operation  18  so  wird  ich  .  .  ]  je  te  feray  mal  te«  her 
sougnea  112,  16  Deßglichen]  car  113,  13  XV  tagen] 

quinze  jours ;  wir  sagen  svierzehn  tage.«  Dasselbe  160,6 
20  und  in  leren]  Subjekt  (Ituoliatid)  und  prädikat  (wett)  sind 
aus  dem  vorhergehenden  zu  ergänzen  21  inhielt]  kann  = 
»inhielt«  oder  »innehielt«  sein  115,  30  gab  .  .  antzou- 

gung]  donua  .  .  adniiration  116,34  syj  ihn  und  Thürin;; 

118,  32daz  =  darum  daz;  vergl.  Deutsches  Wörterbuch  2, 817 

119,  31  die  allertrostloße  k.]  Ja  plusdesoiee  royne;  wir  er- 
warten »trostloseste«  34  wyder  bedeckeu]  recouvrer,  wü 
D  mit  »recouvrir«  verwechselt  hat  120,  7  das  =  darum 
das;  vergl.  zu  118,  32  37  er]  honte  122,  3G  un- 
billich]  terrible  124,  7  0]  mit  dem  in  der  hs.  folgen- 
den >an<  weiü  ich  nichts  anzufangen  34  was]  dem  »estoik« 
des  original»  nachgebildet;  die  Verwendung  des  ind.  prät.  im 
Jiauptsatze    dea  conditioualen  Satzgefüges  kennt  der  spracbge- 


spiele  aus  der  jungem    dicbterspmche    bekannt:    0    wärst  du 
wahr  gewesen,  nie  kam  efl  dahin  (Schiller)  125,  9  Un- 

glück] forfcune,  was  nach  fieni  folgenden  nur  mit  »gUicb«  wieder- 
zugeben war  18  es  was  nie,  das  du  nüh  .  .  wereat]  il  ne 
fut  oncqnes  que  tu  ne  fusses  .  . ;  dasselbe  12G,  2  24  hiipscli 
.  .  i^uot]  acc.  pl.,  zu  ergänzen  »leute,  ritter«  126,  16 
betrüeptj  hier  wie  überall  sonst  die  Übertragung  von  »trouble« 
23  daz  im  worden  wasj  a.  oben  125,  31  o6  hat  hevsseu 
lieggenj  avoit  dementi ;  ebenso  128,  4  127,  12  das  dti 
.  .  gstästj  que  vous  favorisez  .  .  (vergl.  Lex»»r  1,  926)  10 
min  vetler  Berchtold  ertödt]  occist  rnon  ntjpneu  Fiertlielot; 
vergl.  Keoau«  de  Montnuban  (Bibl.  des  litterar.  Vereins  (i7)  s.  52 
und  die  französische  prosa  von  den  Haimonslcindern  1,  cap.  Hl 
^7  der  bufä  uff  ^enthalten  sig]  qu'il  faille  mieux  entretenir 
^B  129,  32  nnd  .  .  .  überko  in  niest]  et  (il  faut)  que  faciez  tant 
que  voua  aypz  .  .  35  So  komstu  .  .  .  nacharj  vona  viendrex 
au  deasus  des  autres  130,  21  yetlicher  jiach  sinem  ver- 
mögen] tous  armez  et  nionteü  chacun  Selon  «a  puissunce; 
s.  zu  130,  5  131,  31  ein  kostliche  kleinott]  une  riebe 
bague;  vergl.  ?.u  71,  8  132,  15  do  gab  er  im  kein  ant- 
wurt]  fut  si  triste  qu'il  ne  luy  peut  oncqnes  respondre  un 
Beul  rnot  27  urteil]  justice  31  nun  »nur«  34  wott] 
conj.  priit.,  sonst  gewiHinlich  »wett«  134,  28  nrsachen 
halb]  veu  que  136,  5  ein  yetlicher  nff  sin  pfert]  das 
verbum  (»sali«)  ist  ausgelassen  wie  292,  37  12  was  vast 
geschäftig]  faisoit  bieii  du  niaistre  15  vorgL  z,  b.  Renans 
de  Montauban  (ßibl.  des  litterar.  Vereins  07)  s.  185;  franz. 
prosa  von  den  Haimonskindern  I,  cap,  XI;  Reiuold  von 
Monfcelban  (Bibl.  des  litterar.  Vereins  174),  v.  8020;  das 
deutsche  Volksbuch,  herausgegeben  von  F.  Pfaff,  s.  121  f.  in 
dem  forinnen  holtz]  au  bois  de  la  Serpente  140,  1 
wuuschtend]  hs.  wuschtend,  ebenso  107,  15:  wuscht.  Vielleicht 
war  beide  mal  die  Schreibung  der  hs.  zu  belassen,  da  vocali- 
sierung  des  n  vorliegen  kann  (vergl.  Frommaun ,  Deutsche 
mundartea  7,  369  f.).  Doch  liegt  auch  die  annähme  eines  Schreib- 
fehlers sehr  nahe ,  indem  ausiassung  des  n-strichs  über  der 
zeile  nicht  selten  ist;  verg!.  4,  4;    30,  21;    75,  21;  79,  15; 


350 

89,  8;  172,  13;  328,  15  142,  18  Der  franzosische  bear- 

beiter  läßt   hier  einen  ganzen   abschnitt   von   Pulcis  gedieht 
weg,  vermutlich,  weil  derselbe  in  gewissem  sinne  eine  Wieder- 
holung des  eben  erzählten  enthält.     Es  ist  aber  zum  verstand- 
nis  einiger  stellen  unseres  textes  nötig,  den  inhalt  der  weg- 
gelassenen partie  kurz  wiederzugeben :  Unmutig  darüber,  daß 
Gano  (Ganelon)   der  wolverdienten  strafe   wiederum   entgeht, 
verlassen  Rinaldo  und  sein  jüngster    bruder  Ricciardetto  den 
hof  und  kehren  nach  Montalban  zurück   (vergl.    unsern  text 
142,  26  f.).     Sofort   beginnt  Gano  seine   Umtriebe  gegen  sie 
von  neuem.     Ricciardetto  wird   von  ihm  überfallen    und  dem 
kaiser  ausgeliefert,    der   ihn  zum   tod  am   galgen  verurteilt. 
Orlando  verläßt  aus  zorn  darüber  mit  seinem  Schildknappen  Terigi 
(Thüring)  hof  und  land  (vergl.  142,  22  ff.).     Rinaldo  erfährt 
das  über  seinen  bruder  gesprochene    arteil;    es   gelingt  ihm, 
die  ausführung  desselben  noch  im  letzten  äugen  blick  zu  ver- 
hindern.    Karl  wird  nun  mit  hilfe  des  über  ihn  aufgebrachten 
Volkes  enttront   und    muß   zusammen    mit    Gano   und   dessen 
anhängem   aus  Paris  fliehen.     Die   erledigte   kröne  wird  Ri- 
naldo aufs  haupt  gesetzt,   der  eine  zeit  lang  im  ruhigen  be- 
sitze derselben  bleibt  und    ein   glänzendes  fest  nach  dem  an- 
dern gibt;    nur  der  gedanke   an  den  fernen  Orlando  vergällt 
ihm  seine  freude    (Pulci  12,  2  bis  37).     Es   folgt   nun,  was 
unser   text    s.    148    bis    150   erzählt.       Wie   dann    Orlandos 
Schildknappe  die  botschaft  von  dem  ungltick  seines  herrn  nach 
Paris  bringt  (Pulci  13,  16  ff. ,   vergl.  s.  151 ,    4),   ist  Rinal- 
do sogleich  bereit,  zur  befreiung  seines  vetters  nach  Persien 
zu  eilen ;  er  schreibt  an  den  vertriebeneu  Karl,  gibt  ihm  seine 
kröne  zurück,   versöhnt  sich  mit  ihm  und  zieht  von  dannen. 
Das    weitere    s.    151,  22  ff".  23   an  wüssen]  Sans  le  faire 

ascavoir  28  da  beleih  er  .  .  ]   diese    beraerkung  soll  die 

lücke  ausfüllen,  welche  durch  die  erwähnte  auslassung  ent- 
standen 34  Lamostant]  vergl.  zu  2,  26  143,  33  huob] 
tenoit  146,  10  ir  dörffend  in  nüt  zefürchten]  sonst  steht 
bei  »dürfen«  allgemein  der  blosse  infinitiv  148,  19  üwer 
gfäncknus]  gen.  sg.  149,  32  fier]  trois  151,  5 
nämlich]  et  mesraes,  was  hier  deswegen  am  platze  ist,  weil 
man  Rengnold   u.  s.    w.   nach  142,  28   nicht  in  Paris  sucht. 


351 


t  dies  nicM  beachtet  152,  29  Thüriiig  ist,  wol  aus 

versehen,  nicht  erwähnt;  F  nennt  ihn  31  min  heloi]   ma 

vislere  153,  24  ff.  er]  vergl.  zu  17,  4  28.  32  un- 

billick]  terrible;  ebenso  154,  8  154,  5  um  der  andren 

(tod)j  von  einem  aus  »bewreint«  zu  ergänzenden  »weint«  ab- 
hängig 12  sin  dienet]  un  houame  qui  bien  cognoissoit  ie 
pays  157,  13  Icsterer]  adultere         S2  was  stet  uf  siner 

red]  eoatinuant  ses  paroUes  25  zu  erdencken]  de  nieriter; 
D  las  wahrscheinlich  »mediter«  26  dich  du]  eine»  von  beiden 
wird  zu  streichen  sein  159,  5  und  er  ...  ]  anakohithie; 

s.  158,  35  9    uß    dieer   yrthum]    de  celle  erreur;    dalier 

das  falsche  geschlechfc  des  deutschen  Wortes ;  vergl.  zu  74,  8 
20  morn]  plnstoat  aujourd'hay  que  demiiin  37  dächtbar]  eine 
meines  wissens  sonst  nirgends  belegte  znsamtnensetzung  von  däht 
f.  >gedanke,  gedächtnisc,  bezw.  von  gedaht  (Deutsches  Wörter- 
buch 4,  1,  1926) ,  da  das  priifix  ^e-  nach  dem  Verlust  seines 
Vokals  sich  häufig  dem  stammcinlauteuden  consouanten  assimi- 
liert, ohne  daiä  die  in  unsorm  falle  dadurch  entstehende  fortis  in 
der  Schrift  bezeichnet  wird  (vergl.  z.  b.  dächt  part.  prät.  75,  31). 
dächthar  wäre  also  etwa  —  denkwürdig;  da  in  P  >raeritoire€ 
entspricht,  liegt  vielleicht  eine  ähnliche  verwechshmg  vor  wie 
157,  25  160,  29  daz]  nach  einem  comparativ  =  »dann, 

als«  kennen  auch  beutige  sehweizerdeutsche  nmndarten  (vergl. 
7..  b.  Tobler,  Appenzellischer  Sprachschatz  s.  39*).  Da  aber 
andere  belege  dafür  aus  älterer  zeit  durchaus  fehlen,  so  ent- 
steht die  frage,  ob  wir  es  nicht  vielmehr  mit  einer  unglück- 
lichen Übersetzung  des  »que«  der  vorläge  zu  tun  haben  31 
so  groti  nüt]  einer  der  seltenen  fölle,  wo  die  copuia  ausge- 
lassen ist  161,  5  in]  le  (pavillon) ;  ea  sollte  heißen  »sy« 
wegen  der  beziehung  auf  das  fem.  »zeig.«  Vergl.  zu  17,  4 
15  du  gloubeat  an  Jb^sus  und  au  Machmet  gljch]  que  tu 
crois  aufcanfc  en  nostre  Seigneur  Jesus  comme  Mahom  y  croit 
Kk  162,  15  dich  .  .  zesträffen]  pour  toy  purger  ...  Ob  ein  mis- 
■yerstäudnis  oder  eine  beabsichtigte  änderung  des  Übersetzers 
vorliegt,  ist  nicht  auazuoiachen ;  der  Wechsel  des  Subjekts  darf 
nicht  auffallen  26  flf.  wenn  es  .  .  .  ]  si  tant  est  que  tu 
sois  trouble  pour  entendre  parier  de  mon  maistre,  qui  .  .  .  ^ 
nen  le  acauras ,    quand    tu   le   verras   tout   arme    deva.nt  toy 


352 

poar  .  .  .  Wahrscheinlich  hat  D  »bien  le  scaurasc  nicht 
verstanden  und  es  durch  eine  selbständige  wendung  erseitt. 
Oder  sollte  er  >bien  te  sauveras«  gelesen  haben?  31  ze- 

fachen]  pendre,  wofür  D  vermutlich  »prendrec  las  163,36 

zwen]  six  167,  18   lange  zyt]   gehört  nach    P  zu  dem 

vorhergehenden  relativsatz,  was  auch  einzig  richtig  ipt: 
que  nion  pere  tient  en  ses  prisons  il  y  a  longteraps  sans 
scavoir    ....  168,    25   der    wott]   das    beziehunfjfs- 

wort  ist  dem  adj.  »götlich«  zu  entnehmen  169,  7  nacii 

mytternacht]  apres  la  nuict  171,  26  saß  =   saßs\  d.  i. 

saß  sy  27  das  baß  louflfend]  le  mieux  courant:  wir  erwar- 
ten >bast«  (vergl.  37,  23 :  der  bast  berytten  >le  mieux  monte«) 
inn  **]  s.  zu  17,  4  29  P  nennt  daneben  noch  Fenice  37 
daz  man  die  gsicht  darab  verlor]  que  Ton  en  perdit  la  veue; 
s.  174,  22  172,  17  guettigkeyt]  sapience  173,22 

hold]  ohne  objekt  wie  174,  10  24  dysse  nacht]  aujourd'hny 
jusques  au  soir;  vergl.  zu  174,  4  35  sovyl  sältzner  spys] 
tant  de  diversitez  de    viandes  174,  4  .  Mornendes]  ainsi 

que  le  soleil  commen9oit  ä  baisser.  Daß  D  173,  24  und  hier 
mit  unrecht  ändert ,  ergibt  sich  bei  zusammenhaltung  von 
173,  25  mit  174,  7 :  beide  mal  wird  von  dem  auf  morgen 
angesetzten  kämpf  gesprochen  ,  die  rede  Rengnolds  und  die 
abschiedsworte  Antheas  müssen  also  auf  den  selben  tag  fallen 
175,  3  min  lib  stelle]  sonne  mon  cor  25  *  *  *  ]  la  toux 
la  rongne  et  amours.  Den  Übersetzer  hat  hier  offenbar  seine 
kenntuis  des  französischen  im  sticlie  gelassen.  Aehnliches 
begegnet  ihm  auch  später   mehrfach  176,  13  sich  nüt 

darvor  hüetten  mögend]  ne  s'en  penvent  deffaire  177,  8 

hochuiüettig]  paresseuse  20  von  zorn]  de  dueil  24  strafft 
=  straffst  178,  4  nar]  beste     30  hat  büß  zesclilachen] 

avoit  beau  frapper  35  fält  im  och  nüt]  ne  se  feignoit  pas 
de  Tautre  coste  179,  28  .  Do   er   ab   dem   häf  vertriben 

was]  geht  auf  die  in  dem  ausgelassenen  abschnitt  (vergl.  anm. 
zu  142,  18)  erzählte  flucht  Ganelons  aus  Paris  ISO,  38 

Sy]  D  hat  davor  einen  satz  des  Originals  übersprungen ,  der 
das  fehlende  beziehungswort  enthält:  car  c'est  une  folie,la- 
quelle  nous  sera  eher  vendue.  Aehnliches  z.  b.  211,  2;  326,27. 
Möglich  wäre  indessen  auch,  »sy«  auf  ein  aus  dem  vorhergehenden 


lold«  zu  ergänüencles  fem.    >holdschaftft  zu  bezieben;  vergl. 
zu  168,  25  181,  21  er]  s.  zu  17,  4  182,  4  djB 

zwen]  »die  andern  zwei«  ;  »diser«  im  sinne  von  »der  andere« 
ißt  im  heutigen  achweizerdeutschen  weit  verbreitet  183,  3 

inn  inn]  das  eine  >inn«  ist  vielleicht  zu  streichen,  vergl.  F: 
et  s'en  alla  en  une  ville  4  vogt  der  etat]  chastelain  du 
lieu;  Pulci  16,  108;  luastro  giustizier  8  inn]  s,  zu  17,  4 
22  bätler]  belistre  29  wyrst  erschr.]  seriez  esbahie ,  wie 
der  zusamraeobaog  es  verLingl:  Rengnold  weiß  nicht,  ob  ihn 
Anthea  sehen  wird.  Dasselbe  z.  31:  haben  werdest]  auriez 
36  der  da  ursach  ist]  diesmal  doch  nicht,  vergl.  151,  22 
184,  3  Also  gieog  R.  sich  klagen]  vergl.  Grimm,  Gram- 
matik IV,  96  f.;  Kehrein,  Grammatik  der  nhd.  spräche  des 
XV  bis  X\^n  jhs.    III,  20  5  ein  rütter]  un  homme  sus 

uti  cheyal;  vergl.  zu  102,  35  27  der  warttet  üwer]  iu  P 

durchweg  indirekte  rede  185,  18  an  alles  feilen]  sans 

autre  bataiile  33  kostlich]  hurablement  36  tattelboum] 
sicamor  186,  24  gleitzman]   maramelu  (so  immer) 

187,  6  die]  bezieht  sich  auf  ein  zu  »Paris«  hinzugedachtes 
»stat«  27  gesiget]  bemerkenswertes  beispiel  eines  absoluten 
part.  prät.  188,  1  innen]  das  beziehungswort  ist  in  dem 

vorausgehenden  »Muntabant«  enthalten:  die  bewohner  von  M. ; 
vergl,  zu  90,  12  23  unden  im  wald]  au  fonda  d'une  vallee; 
vergl.  zu  44,  21  189,  6    es]  wir  erwarten  iin<         14 

Du]  de  toy,  objekt  zu  dem  vorhergehenden  »venger,«  welches 
also  durch  *an  dir«  wiederzugeben  war.  D  scheint  diesen  zu- 
sammenhaug,  obschon  er  oifen  zu  tage  liegt,  übersehen  zu 
haben  16  dyü  armschinnen]  ceste  masse;  Pulci  17,  42: 
questa  atellfi  d'una  sua  vesta  23  aber]  car  28  so  muo&t 
er  sieh  neigen]  il  Testonnoit  tout  35  verkert]  accoustre, 
also  eigentlich  »zuogerüst«         37  ir  gebiettend]  in  F  durch- 


weg 2.  pers,  sg. 


190,  22  Allard]  Guichard,  ebenso  Pulci 
17,  52.     Dasselbe  z.  27  191,  23  puren]  gros  maramelus 

192,  6  hurtfcig]  gaillarde,  welche  bedeutung  das  wort 
noch  heute  in  schweizerdeutschen  mundarteu  bat;  vergl.  Stalder, 
Versuch  eines  achweiz.  idiotikou  2,  66  193,  5*tugenden] 

honte       33  die  jungen  lüt]  les  jeunes  filles      35  Der]  quand 
il ;    vergl,    zu    83,  6  194,  31  häfmeyster]  despencier; 

Motgaat  der  riaie  2H 


354 

Pulci  17,  90:  spenditore  195,  14  in  dem  mer  SabulonJ 

en  la  mer  de  sablou,  was  D  irrtümlich  für  einen  eigennamen 
ansieht;  Pulci  17,  93:  Un'  isola  e  nel  mar  la  della  rena 
rysen  gebrüedern]  payens ,  dagegen  hat  Palci  17,  93 :  otto 
gtgatiti  SOD  tutti  fratelti.  Diea  kannte  zu  der  annähme  führen, 
daß  die  vorläge  von  D  an  dieser  stelle  von  dem  druck,  den 
wir  der  vergleichung  zu  gründe  legten,  abgewichen  sein  müsse. 
D  kann  aber  einfach  das,  was  ihm  aus  197,  21  bekannt  war, 
hier  schon  verwertet  haben  (vergl.  auch  z.  26).  Aelinliches  findet 
sich  auch  sonst  (s,  einl.)       16  unlang]  longtemps  196, 8 

traf  .  ,  80  ein  bertten  streich]  frappa  .  .  uu  si  grand  coup 
lü  im  och  ein]  das  verbum  (»gabt)  ist  aus  dem  vorhergehen- 
den zu  ergänzen  15  min  bruoderj  nach  F  plural  23 
dyase  befälchj  ceste  conimtssion ;  wenn  nicht,  was  unwahr- 
scheinlich, plur.  anzunehmen  ist,  liegt  hier  ein  ähnlicher  fall 
Tor  wie  74,  8  u.  a.  32  es  werd  besser  werden]  que  voue  ea 
rabbatrez  beaucoup  197,  16  die  not  .  .  dienttenii]  qüi 
ne  se  voudroyent  servir  d'uu  si  meschant  homine  ;  Pulci  17,115: 
che  te  per  servo  non  vorrebbon  21  ryssen  gebrüeder]  geana, 
tous  freres;  s.  zu  195,  14  22  im  wald  M.]  au  val  de  M.; 
vergl.  zu  188,  23  26  hiej  en  ceste  cite;  vergl.  zu  199,  16 
33  Wetten  tüffel!  WazJ  que  diable  .  .  Für  »wetten«  weiß 
ich  keine  sichere  erklärung  (a.  glosaar  unter  «wellen«)  19S,  4 
erreichen]  frapper  sur  le  heaunie  11  güettigkeytj  courtoisie 
199,  16  Allyson]  Helie.  Allyson  heilit  197,  12  die  Jungfrau, 
welche  dem  streit  Rolands  mit  Salincorny  beiwohnt.  D  hält  die- 
selbe,  wie  aus  jener  stelle  hervorgeht  (sin  junckfrow).  für  die  aus 
den  bänden  der  riesen  befreite  tochter  des  königa  Constant,  wäh- 
rend F  in  ihr  die  tochter  Falkons  sieht  (wie  Puici  17,  112, 
wo  mit  »del  rec  nur  Falkon  gemeint  sein  kann).  Daher  diß 
abweicbung  au  unserer  stelle  und  wol  auch  197,26  24  hat,  (i. 
i.  hielt  200,  15  erbermd]  malheur  201,  30  ff.  iu  .  . 
er  .  .  er]  8,  zu  17,  4  33  Bätler]  coquin  202,  12  vast  fromm] 
attribut  zu  »hertzogen«  24  groß]  serre  29  gros  stet  und 
laud]  grand  estat  en  la  cour.  Vielleicht  bat  die  lautliche  rer- 
wandtachaft  von  estat:  stat  zu  der  änderuug  geführt;  vergl. 
zu  212, 12  203,  6  D  unterläßt,  mit  F  zu  erwähnen,  daß 
Roland  sein  visier  öffnet,  was  z.  8  voraussetzt         13  die  er* 


355 


gänzung  nach  35,  31,  wo  das  wort,  das  D  hier  unübersetzt 
läßt,  übersetzt  ist.     Dasselbe  z,  20  24  ir  lieren]  truans; 

Pulci  18,  32:  poltroni.  D  hat  sich  aus  der  Verlegenheit,  die 
ihm  das  trn verständliche  »truans«  bereitete,  schlecht  heraus- 
geholfen, denn  die  anrede  »heren«  paßt  hier  ganz  und  gar 
nicht  204,  16  so  er  ,   .  ]  quand  od  le  trouve  prea  de 

luy  207,  35  wegen  der  ergänz ung  s.  za  203,  13  210,21 

sy  I  la  (porte) ;  richtig  wäre  »es«  (daz  t-här),  Vergl,  zu  17,  4 
30  hat,  d.  i.  hielt  211,  2  wegeu  des  >battend  in«  wird 

nach  »ergäbend  eich«  mit  F  »Ruollanden«  einzusetzen  sein; 
vergl.    zu   180,    38  29  vyl  hungers   und    frost]  plusienrs 

malaises         30  wald]  vallee         33  in  vast  kurtzer  zytj  depnis 
peu  de  tenipa         34f.  in   F  durchweg  indirekte  rede 
212,  12  ein  pur]  un  pauvre ;  wiederum  acheint  lautliche  Ver- 
wandtschaft bei  der  Übersetzung  eine  rolle  gespielt  zu  haben 
(s.  einl.)  26  und  zog  sin  schwert  uli]  et  mit  sa  lauce  en 

l'arrest  (ebenso  Pulci  20,  14)  213,  11  machen]  peindre 

13  acht]  sept ;  die  angäbe  von  D  stimmt  mit  195,  14  ;  197,  20 

213,  18  gfangnen  hattend]  lies  »gfangen  h.< 
214,  6  uff  das  mer]  hier  und  z.  8  in  der  bedeutung  von  »nach, 
zu  dem  m.«     Vergl.  Deutsches  Wörterbuch  I,  610  11  ge- 

stület  was]  fut  propice,  was  den  richtigen  sinn  gibt;  um  eine 
windstille    kann    es   sich   nicht    handeln    (s.    übrigens   z.  15) 
215,  2  gransen]  bord         29  ff.  in  F  durchweg  indirekte 
rede  216,  2  Wir  sind  .  .  ]  in  F  indirekt,   worauf  D 

z.  3  aufmerksam  wird,  weshalb  er  »fareud«  in  »füerendc 
ändert  217,  8  by  dem  hals]  par  le  collet  218,  16 

gsotten  hartz]  peige  bouillie  18  mit  hälffinnen  ruggen]  d'oa 
d'elephans;  Pulci  20,80:  d'osso  d'elefante;  D  las  »dos«!  Vergl. 
zu  2,  26  20  und  ryttend  vyl  trummetter  und  andere  seytten- 
spyl  vor  im]  avoit  devant  luy  plusieurs  trorapettes ,  clairons 
et  autres  instrumens  (s.  glossar  unter  »aeitensptl«)  21  er- 
schallend] prät.  von  erschelleo:  der  vocal  des  sg.  ist  in  den 
plar.  gedrungen  35  sy]  les  (armes),  statt  »es«  (daz  wappen) 
36  erlöaser]  lache ;  ö  =  6  219»  20  daz  =  daz  ea  220,  1 1 
die  sin  .  .  sy]  la  sienne  .  .  eile  (la  lanee) ,  statt  »daz  sin  .  . 
es«  (daz  sper)  12  dardurch  gieng]  passoit  de  l'autre  coste 

26  die  hoffnung  guotj    bonne  Intention  221,  36  Ich  wer 


356 


J22,  6  haüdj  entsprechend 


oet]  car  j'estois  iiaa,  o  naDüj  entsprecnenü  dem  vorai 

gegangenen  »wärend«  ist  »hattend«  zu  erwarten;  F  tenoyent 
30  das   =   darum  das  223,  21  sältznen]  diverses ;    8.  za 

173,   35  224,  7  du  tarfst  nüt  .  .  zezüchen]  vergl.  zu 

146,  10  29  ein  groß  bluotvergiessen  iiin  der  stat  M.  der 

heyden]  grande  occision  de  pajens  en  la  ville  de  M.  226,  1 

die  ryaain  und  vyl  b.  g.]  la  geande  a    plusieurs  esprits,    was 
sieb  besser  iu  den  zasammeuhang   fügt  3  grussaui]  laide 

227,  14  Die  natur  lag  .  .  im  geblüet]  Nature  esmeut 
le  sang  du  tiers  geant  21  böst]  le  plus  fier  24  schlaog 
inn  uif  den  hiilra  ...  so  ein  ungemessen  streich]  vergl,  die 
ähnliche  construction  196,  8  f.  36  sy  was  *  wie  ein  *] 
eile  estoit  aussi  herissee    qu'un    herisson.     Vergl.   zu  175,  25 

228,  11  schnidet  =  schnident;  vergl.  jhänet  269,  14 
äbet  293,  32  und  zu  293,  20  30  durch  die  tüffelscbe  art] 
par  art  de  diable.  Vergl.  zu  212,  12  229,  16  das  = 
das  es  28  sy]  auf  das  natürliche  geschlecht  von  »dai 
mentsch*  bezogen;  vergl.  Grimm,  Grammatik  III  (1889),  321; 
IV,  267  ff.  230,  3  het  im  gfelfcj  luy  avoit  faiüy  7 
das  innen  Creontta  zouberyen  nüt  verhüetten  mocht]  que  lö 
euchantemena  de  la  geande  ne  les  seeut  garder  .  -  .  Der 
fehler  des  originaia  (sceut  statt  sceurent)  ist  gedankenlos  über- 
tragen ;  das  dativobjekt  »innen«  erklärt  sich  vielleicht  dadurch, 
daß  dem  Übersetzer  die  redensart  »einem  vor  etwas  sin«  (vergl. 
z.  27)  vorgeschwebt  hat.  Dieselbe  conatruktion  erscheint  übrigens 
121,  11  33  gschütz]  glaive  231,  22  uuder  etlichen  dingen 
deahiraels]  souba  aucune  conatellatiou  du  eiel  (!)  28  sechs]  dix; 
wahrscheinlich  hat  D  »six«  gelesen  233,  2  Was  gedenckstu .  .J 
que  te  eemble-il  que  tu  feras  coutre  moy  6  bereyt  geweßt 
gsin  ist]  das  eine  der  beiden  participien  ist  zu  streichen  23 
das  =  das  es  31  mörder]  brigaris;  s.  zu  57,  27  35 
welchen]  zu  ergätizen  »weg.«  Über  diese  in  unserm  teste 
häufige  ellipae  vergl.  Grimm,  Grammatik  IV,  263;  Kebrein, 
Grammatik  der  deutschen  spräche  des  XV  bis  XVII  jhs.  Hl,  61 

234,  2  wyder  veraächen]  recompenaez       4  mit  der  hill'J 
au  plaisir  16  stach]  lan^a  schäffelin]  genetaire  (was 

ich  in  keinem  Wörterbuch  gefunden  habe);  Pulci  21,  89:  QU» 
giannetta  »spieß«.  Demnach  steht  »schäffelin«  für  »scheftelln«, 


dem.  von  »schaft«  31  das  =  darum  das  35  kiitten] 

cbappes,    was    39^   21    durch    »kappen«    wiedergegeben    war 

235,  30  ein  bild]  nne  statue       33  nawrungj  exactiona 

236,  16  ghattend  sich]  se  douloyent  17  mörderj 
briffans;  s.  zu  233,  31  25  der  name  »Astolfo«,  den  F  und 
Pulci  21,  lü6  haben,  ist  nach  »vetter«  wol  nur  aus  versehen 
weggelassen  worden  35  ist  .  .  last]  es  .  .  laisaes;  »Jäst« 
kauQ  indessen  auch  2-  pers.  sein  237,  2  verläsnen]  es- 
garez  3  tugend]  bonte  15  wald]  vallee  19  schwäntz] 
la  queue  21  ein  pferfc  oder  ein  gewapnotten  rytter]  un 
grand  cheval  tout  arme  30  schluog]  hier  in  der  bedeutnng 
von  »erschluog«  238,  8  der  .  .  er]  s.  zu  17,  4  13  F 
geht  erst  im  folgenden  satz  zur  direkten  rede  über  16 
lyden]  conaentir         19  mörder]  brigant;  s.  zu  57,  27;  233,  31 

239,  23  straffen]  purger,  wie  162,  15  37  f.  in  F 

bis  zum  schlnlisütz  indirekte  rede  240,  9  thett,  als  hortte 

eria  nüt]  eutendoit  tout  ce  qu'üs  disoyent  de  luy  et  de  son 
cheval;  ebenso  Pulci  21,  132.  Die  von  D  gebrauchte  Wen- 
dung bereichert  die  erzähiung  um  einen  hübsehen  zug  29 
wann  da  hast  .  .  .]  dieses  argument  wird  in  K  (wie  bei  Pulci) 
erst  nachher  von  Roland  gebraucht ;  Aatolf  begründet  dort 
seine  behauptuug  damit,  daß  der  könig  gefallen  sei;  dieser 
widerspricht,  weil  sich  sein  pferd  mit  ihm  wieder  erhoben 
habe  32  unsers  zanckß]  erläuternde  beifügung  zu  »sinn«, 
das  aber  einer  solchen  gar  nicht  bedarf  (vergl.  267,  20) 
241,  33  daz  =  darum  daz  242,  3  tussend]  dix  mille 

243,  8  ryttern]  payens         33  von  im]  wörtlich  nach  »de 
Iny«   statt   »an  imt  244,  4  aber]  et,  wie  der  Zusammen- 

hang es  verlangt;  wir  würden  sagen  »und  zudem«  245,  5 

heissend]  lies  »heiß«  begird]  atfection  6  du  habest  gern 
zeschaflfen  .  .  ]  que  tu  as  b  ien  p  e  u  affaire  toy  qui  es  Chrestien 
de  te  mesler  des  affaires  ,  . ;  vergK  Pulci  22,  8  246,  30 

den  .aller  nechsten]    vergl.   zu  233,  35-  33    frommer  red- 

licher] hardy  et  eourtois  247,  6  wann  es-  unser  täglich 

werch]  car  c'est  noatre  droict  mestier.  Die  copula  ist  ausge- 
lassen wie  160,  31  7  üwer  suchen]  de  vostre  affaire  21 
übel  myafalt]  »übel«  lediglich  verstärkend  =  sehr,  wie  in 
der  häufigen  redensart    »er   erschrack   übel«    (z.    b.  260,  22). 


3S8 


Vergl.  Schweiz,   idintikon  I,  55  ich   wird    dir   ertzeigCT 

der  coüditionalis  wäre  besaer  am  platze  31  der  heyd  mit 
roß  und  man]  >uiid  mun*  der  formel  »roß  und  man«  zuliebe 
(vergl.  131,  25  ;  337,  13)  hinzugefügt  248,  20  was  lebens] 

quelle  noise  249, 15  *]  perplexite       22  Darumtn]  mais 

250,  15  ir]  in  F  durchweg  2.  per«,  sg.  28  mit  flyß]  par 

faincte  36  verriet  er  .  .  mit  iran  Ijsteii]  par  leur  habilite 
ila  trahirent.  Die  änderung  »verriet  erc  steht  im  einklang 
mit  der  frühem  erxählung  222,  36  ff,;  danu  sollte  ea  aber  auch 
heißen  »mit  sinen  lyaten«  251,  7  tancken]  ist  ent- 

weder das  mhd.  swm.  danke,  oder  aus  »gedanke«  durch  Syn- 
kope des  präfixvokals  zu  erklären  9  ob  tisch]  au  soupper; 
daß  das  nachtessen  gemeint  ist,  beweist  252,  5  30  uffrecbt- 
igklichen]  loyallement  252,  32  f.  snnders  ist  grosse  * 

der  zyt  und  dem  end  können  wartten ,  als  dissem  heyd  be- 
Bchacb]  mais  est  graude  discretion  de  scavoir  attendre  le 
tempa  et  lieu,  ainei  qu'il  apperb  de  ce  payen  253,  30 

So  wyt  als]  de  tiint  loing  que  254,  5  geh  was  wyllens 

G.  ertzöuge]  quelque  mine  que  face  G.  18  nach  >rytterD< 
ist  »nute  einzuschalten  255,  28  das  sper  durch  den  Ijb] 

von  einem  ans  dem  vorhergehenden  zu  ergänzenden  »stäche 
abhängig.     Vergl.  indessen  auch  196,  8  f.  256,  26  das 

=  darum  das  257,  19  mit  etlichen  siner  obersten]  et 

aufcres  de  ses  plus  prochains  30  thet   ein   bredig]  fit  un 

sermon  35  Die  heren]  les  deux  osts;  demnach  wäre  »heren« 
als  achwacher  pl.  von  her  'exercitus'  aufzufassen,  was  bei  dem 
Umsichgreifen  der  schwachen  formen  keine  Schwierigkeiten 
macht  25B,  17  dru  hundert]  trois  cens  cinquante     23 

da]  lä,  ou  26  der  künig  A.  dysser  stat]  wegen  der  Stellung 
des  genetivattribnts  vergl.  224,  29  32  etlich]  quelque 

schyffer]  pl.  von  schiff  259,  4   »sich  erweren«  mit  dativ 

seheint  nach  Grimm  (Deutsches  Wörterbuch  HI,  1053)  im 
nhd.  sonst  nicht  mehr  vorzukommen ;  im  rahd.  ist  diese  con- 
struktion  nicht  selten  (Lexer  1,  700)  260,  9  straffen] 

injurier  16  zerhowen]  das  hilfsverh  »wurdend*  ist  ausge- 
lassen, vergl.  F:  leurs  escus  furent  mis  tous  ea  pieces,  leu« 
haubera  tous  desmaillez  32  die  stund,  das  ich  .  .  J  über 

»das«  in  zeitsätzen  vergl.  Deutsches  Wörterbuch  11,  819      35 


din  gloub]  »der  glaube  an  dich«;  vergl  51,  27:  iren  glouben ; 
174,  21 :  ir  liebe  »die  liebe  zu  ilir«  261,  1  oben  harab  zalt 
niderst]  dn  plug  haut  au  plus  bas.  För  »zalt«  weiß  ich  keine 
befriedigende  erklärong.  Sollte  ea  für  »ztftl,  Ketal«  verschrieben 
oder  daraus  entstellt  aeiu  ?  Doch  s.  nachtrüge  7  han]  die  eon- 
trahierte  form  kommt  nicht  selten  in  der  bedeutung  >balten«  vor  ; 
vergl.  zu  210,30  15  verharen  ist]  vergl.  Eehrein,  Gramm,  der 
deutschen  spräche  des  XV  bis  XVII  jlis,  III,  3  17  ummhar 
trüffen]  vagabonder.  Das  verbum  »tröffen«  kommt  noch  beute 
in  einzelnen  Schweiz,  raundarten  vor;  Stalder  (Versuch  eines 
Schweiz,  idiotikon  I,  312)  kennt  es  aua  Schaffhausen  in  der 
bedeutung  »langsam  einhergehen«,  im  kantou  Scbwyz  bedeutet 
es  »kränkeln«.  Au3  der  altern  spräche  weiß  ich  keinen  wei- 
tern beleg  dafür,  wol  aber  für  ein  subst.  trüffi  : 
^^L  Du  fuler  trüfü,  gang  da  dennen, 

^B  Luog,  wie  der  keib  mich  thuot  anzennen! 

^B  Job.  Hallers  glückwüascbuDg  1584> 

25  zuo  allem  glöck]  par  cas  de  fortune  262,  9  wyll  ich 

dir  einer  sach  vertrüwen]  je  me  fieraj  en  toy  d'une  choae. 
»verfcrüwen«  mit  dat.  der  person  und  gen.  der  sache  ist  meines 
Wissens  sonst  nicht  belegt     Vergl.  79,  8;  289,  24  264,  13 

Archada]  258, 11  heißt  dieselbe  stadt  in  Übereinstimmung  mit 
F  »Achaya«;  bo  schrieb  der  Übersetzer  anfänglich  auch  hier 
und  machte  erst  nachher,  der  vorläge  folgend  ,  »Archada« 
daraus  19  un  der  wissungen]  visions         36  byt  und  gebüt] 

vergl.  J.  V.  Zingerle,  Germania  8,  381  ff.  265,  8  Zuo 

dem  allem]  au  surplua  266,  31  do  leyt  er  sin  sper  inn 

das  *]  il  mit  sa  lance  en  l'arrest.  Derselbe  satz  des  Originals 
ist  übersetzt  61,  38;  vergl.  auch  zu  105,  1  35  kurtzwillet 
under  sich]  joue  de  souplesse  269,  14  da  jhänet  »dort 

drüben«  ;  jhänet  ist  das  mhd,  jenent  31  Ea  was  zegedäncken] 
il  faut  noter  273,  31  es  ist  nie  gain,  das  ich  nüt  ghört 

hab]  il  ne  fut  jamais  que  je  n'aye  entendo  274,  45  schlief 

nüt]  ne  se  feignoit  pas  275,  1  abzöumend]  darnach  in 

F  (Pulci  23,  44,  3):  et  allnme  le  feu,  eine  stelle,  die  durch 
z.  4  vorausgesetzt  wird  4  das  vyl  wertt  was]  qui  p  e  u  val- 
loit;  Pulei  23,  44,  7  f.:  e  dettono  a'  cavalli 

Certi  sermenti  dur  piü  che  coralli. 


I 


360 

Es  ist  also  vielleicht  vor  »vyl«  ein  »nüt«  ausgelassen  36 
fuor  inn  schirm]  alla  ä  refuge  276,  11    doch]  besser 

wäre  »sunders«         21  gegen  Hyspannia]  du  coste  d'Espagne 

277,  1  vor  Magis  nennt  P  »les  trois  freres  de  Kegnautc ; 
D  läßt  sie  weg,  weil  sie  ja  nicht  in  Paris  sind,  was  Blanchar- 
din  wissen  muß        16  abgschlagen]  diffi^re  278, 3  zum 

dickern  mallen]  vergleicht  sich  dem  »zum  oftern  malen«  (Deut- 
sches Wörterbuch  VI,  1195) ;  gewöhnlich  heißt  es  »zum  dickern 
mal«  11  zwüschend]  avec;  es  wird  aber  doch  »im  und« 

darnach  einzuschalten  sein  12  handlung]  trainee  14  das 
sy  i.  n.  e.]    qu'ils   ne  se  doutassent  de  rien  15  wann  er 

truog    .  .  ]   vergl.    Pulci   24,   35  16   das  trüren]  l'amer 

279,  7  um  alle  verdienst]  pour  toute  recompense  16 
er  wurd  dich  wol  hau  (vergl.  zu  261,  7),  das  du  nüt  sovjl  * 
bettest]  il  te  garderoit  bien  d'avoir  tant  d'audivy  (?) ;  yergl. 
Pulci  24,  47: 

E'  si  par  ben  che  non  c'ö  piü  Rinaldo, 
Ch'  e'  ti  farebbe  ancor  l'olio  teuere 
19  hies  lügen]  desmentoit  280,  13  mit  lüt]  de  trait 

16  ordnet  sy  .  .  inn  zuosatz]  les  mit  .  .  en  garnison  25 
all  innwonner]  tous  les  barons  34  treyb  sin  kunst]  jetta 

son  sort  281,  2  werdend  nüt  stercky  .  .  haben]  n'auront 

pas  grand  force  sur  .  .  23  der  sott  min  sin]  als  ob  »schätz« 
vorhergienge  27  unsern  glouben]  nomin.     Einer  der  zahl- 

reichen fälle,  wo  die  accusativform  für  den  nom.  steht 
282,  13  die  Krysten]  les  Pairs  de  France  283,  6  am 

tag]  au  point  du  jour  11  inn  yetlichem  .  .  ]  das  verbum 
fehlt  wie  130,  21 ;  136,  5  284, 12  wyß]  fehlt  F        285, 17 

so  in  grosser  müe  was]  estoit  en  si  grand  peine  286,  11 

das  ertöden]  la  mortalite  13  ire  arm]  le  bras  duquel  eile 
tenoit  son  espee  14   wenn   die    nacht  gsiu  were]  die  ne- 

gation  fehlt  wie  163,  35.  Vergl.  Bibl.  des  litter.  Vereins  185, 
s.  43,  5  16  die  wachtlen]  l'alouette  34  das  Gergis  von 
T.  .  .  ]  wir  erwarten  einen  hauptsatz:  »wärend  G.  von  T. 
.  .  .«.  D  hat  übrigens  nur  das  original  nachgeahmt:  Comnie 
vous  avez  entendu  dessus,  que  .  .  .  287,  1  uff  die 

Franckrich]  sur  les  frontieres  de  France;  vergl.  z.  17 
288,  6  bry  ttlet]  brassee.  Das  verbum  »  britteln«  lebt  noch  heute  in 


Schweiz,  mundarten.  Stalder,  Versuch  eines  Schweiz,  idioti- 
kon  I,  228,  gibt  ftn:  brittehi  'etwas  mit  genau  angppaLiten 
bretchen  zusaminenfüjjfeu  und  befestigen,  vorzüglich  anch  ver- 
mittelst schienen',  fiffürl.  'etwas  auf  eine  feine  art  bewerk- 
stelligen, durch  intriguon  vorbereiten  und  ausführen^;  vergl. 
ferner  Seiler,  Die  Basler  mundart  s.  41a;  Uuuziker,  Äargnuer 
Wörterbuch  s.  38.  Weitere  belege  aus  älterer  spräche  s. 
Deutsches  Wörterbuch  IT,  392  17  not  betrachtet  daun]  ne 
taschoit  quo  19  Acha]  aus  »ach<  und  dem  im  mhd.  wol- 

bekannten  sufßx  -ä,  das  zur  bildung,  bezw.  Verstärkung  von 
Interjektionen  diente;  s.  Grimm,  Gramniati'k  Hl  (1889),  281  f. 
21  dardnrcli  aller  Kr,  vyl  zelyden  ward]  vergl.  Grimm,  Gram- 
matik IV,  110  30  Falseron]  dat.,  aus  dem  vorhergehenden 
ist  zu  ergänzen:   eobufctend   ay  grosse  er  289,  24  ich 

vertrüw  dir  diner  frommkeyt]  je  rae  fie  en  ta  .sapience;  die- 
selbe conatruktion  262,  9  290,  24  und  die  alten]  et 
les  autrea  des  plus  anciena  291,  12  was  der  keyser  K.  thtit] 
comment  se  portoit  Ch.  19  vast  kostlich  J  attnbut  zu 
»tüecheru«  21  bürgern]  bourgeoiseg.  Die  form  ist  auf- 
fällig, wir  erwarten  »burgerinueu.«  Liegt  kein  Schreibfehler 
vor,  so  muß  eine  Schwächung  des  8uffixes-in(ne)  zu  -en  an- 
genommen werden,  von  der  in  unserm  texte  sonst  keine  spur 
sich  findet,  die  auch  hauptsächlich  nur  md.  ist.  Aus  »bür- 
geren« ergäbe  sich  dann  unsere  form  ohne  weiteres  292, 15 
als]  pource  que  27  inn  üwerm  vermögen]  en  vostre  pou- 
voir  29  überkommen  oder  erworben]  s.  zu  10,  32  iJ7 
yederman  heim]  das  verbum  (»gieng«)  ist  ausgelassen;  vergl. 
zu  136,  5  293,  14  morry lägen  täntz]  moresquea  et  farces 
15  alleseyttenspyl|  tous  instrumens;  vergl.  zu  218,  20  20  be- 
stuond  er  sinet]  il  demeura  pensif,  wodurch  es  wahrschein- 
lich wird,  daß  »sinet«  part.  präs.  ~  sinnent  (vergl.  zu.  228,  11) 
ist  294,  9  gedult  haben]  endurer  16  demuettigen] 
dissimuler;  Verwechslung  mit  humilier  ?  37  meiuuug]  nioyen 
295,  5  in  früntschafftz  wyß]  en  signe  de  fidelite  22 
sträl stein]  carreau  de  foudre  23  sy]  richtig  wäre  >er«,  da 
doch  »strälatein«  niasc.  ist;  dem  Übersetzer  schwebte  wahr- 
scheinlich beziehung  zum  einfachen  aträlf.  »blitz«  vor  296,  1 
zwnschend  der  gerechtigkeyt  und    billigkeyt]    entre   la  raison 


362 

ei  la  sensualit^ ;  Pnlci  25,  81 :  e  combatte  col  senso  la  ra- 
gione.     Die  fibersetznng  ist  sinnlos  8  Dem  ist  also:  das 

ist,  das  .  .  ]  en  teile  maniere:  c*est  que  .  .  11  am  rontzef. 
wald]  en  la  vallee  de  R.  Die  entsprechnng  yallee :  wald  findet 
mit   wenigen   aasnahmen    durchgehend   statt  22  tortsch] 

torche  »pechfackel«  26   bereytt   haptken]   faulcons  maez 

28  gennett]  genets:  »espece  de  cheral  d'Espagne,  de  petite 
taille,  mais  bien  proportionn^«  Littre  II,  1856  80  rock] 

robbe  297,  25   aber  nmm   sterben    hett  er  R.  verlän] 

wieder  fehlt  die  negation  298,  3  möchtend  ir  .  .  ]  ana- 

koluth,  wie  es  in  ünserm  text  häufig  vorkommt  5  fiäch- 
tig    .  .   macht]   face  fremir  21    was   .  .  daran]  sollicitoit 

23  er  wett  .  .  uff  sin]  qu'il  partiroit  299,  7  thän]  das  hilfs- 
verb  »hat«   ist  ausgelassen;  vergl.  zu   87,  10  9  Sachen] 

faicts,  ebenso  z.  12  26  die  yeneren  land]  les  pays  de  par 
delä;  »yeneren«  ist  eine  coraparativform  zu  »jener«  (vergl. 
Schweiz.  Idiotikon  I,  265)  28  der  thurn  Babillonia]  la  tonr 
de  confusion  31  sind]  estoyent  35  in  Hercules  güette] 
anx  colonnes  d'Hercules.  Was  das  »güette«  hier  soll,  yermag 
ich  nicht  zu  s^en  300,  23  künftige  ding]  des  cboses  a 

venir  et  des  choses  passees  27  ist  im  zeychen  S.j  est  l'anglet 
du  signe  du  Scorpion ;  Pulci  25,  137 :  Marte  angulare  e  in 
Scorpio  28  und  im  absHgen  ist  Satumus  och  herschend] 

et  en   l'ascendant  (Mars)    est  conjoinct  ä  Saturne  en  la 
revolution ;  vergl.  Pulci  25,  138 : 
...  in  ascendente 
Si  trova  cougiunto  con  Saturno 
Nella  revoluzion  tanto  potente, 
Che  non  fu  tanto  alle  guerre  di   Turno 
36  Deü  halb]  touchaut  ä  301,  9  aller  rättschlegen  halb] 

pour  toute  resolution  (!)  15f.  den  .  .  inn]    s.  zu  17,  4 

20  betriegen]  tenter  27  sovyl  heyden  .  . ,    die  kum  .  .  ] 

unakoluth  ;  wir  erwarten  »daz  kum  müglich  sin   wirt  die  ze* 
xellon«         36  ufi'  Gs  ansachen]  ä  la  postuiation  de  G. 
!>02,  21  nach  »Turbion«  soll  ein  komma  stehen         einhegen] 
brassees      22  hartz]  peige  bouillie;  s.  218,  6  303,  29  alle 

Krystenheytj  F"  zahlt  hier  eine  reihe  von  landem  auf  804, 8 
wunlend  .  .  .  harfür  geth&n]  furent  mis  bq  vent        18  Blan- 


363 


chardin]  s,  zu  309,  2  33  ser  erschräekend]    furent  bien 

Joyeux  305,  3  als,  d.  i.  alles         10  ein  wunder]  chose 

terrible  20  bruDiiemJ  verraeil  21  mit  gold  gesprängt] 
breche  d'or        27  sölliche]  fehlt  P  37  das  sy.  .  ]  folge- 

satz;  vorher  ist  etwa  zu  ergänzen   »so  schnell«  306,  1 

vyl  sältzue  laudj  plusieurs  et  divers  pays;  s.  zu  223,  21  4 
die  gebirg  Galbator]  les  deatroicts  de  Gilbatar  7  erfaruugeu] 
devinemeus  19    beruefiften]    reconcilie,    was  hier  einzig 

sinn  hat  22  was]  besser  »were,t  da  auch  dieser  satz  Ton 

»gsagt  hat«  abhängt  27    das    letst    inn  unsern  tagen]  le 

dernier  de  noz  jours  30  Waun]  mais  32  hwngerige] 

fauieuse  (!},  was  D  mit  »faim«  ziiaammengebracht  hat  34 
sottend]  souloyent  307,  3  es  sind  uns  bösse  nierej  il  y 

;  a  de  mauvaisea  nouvellea  pour  noua  19  wider  den  w.  g.] 

hätte  wegbleiben  können,  da  bereits  in  »darwider«  enthalten 
27  machtend]  schwacher  pl.  von  »machte  mit  angetretenem  d 
83  gemüet]  courage  36  senftzen]  wahrscheinlich  in  »sünf- 
tzen«  zu  ändern;  doch  ist  e  für  etamrahaftes  0  (durch  ö  hin- 
durch) nichts  unerhörtes,  vergl.  Weinhold,  Alemannische  gram- 
xnatik  a.  18.  29  308,  5    Under  dem  allem]  au  surplas 

18  nach  »bekümmert«  ist  wol  »sin«  zu  ergänzen  24  der  sällig- 
Iceyt]  de  martyre  28  der  r.  täll]  hier  ist  »vallee«  das  erste 
»nai  richtig  übertragen  31  und  staltend  sich  .  .  ]  im  hin- 
"blick  auf  den  anfang  des  nächsten  capitels  überflüsaiger  zu- 
eatz  309,  2  Blanchardin]  Falseron ,  in  Übereinstimmung 

jiiit  Pulci  26,  43 ;  vergl.  auch  310,  8,  wo  Falseron,  und  nicht 
IBL,  Roland  gegenüberiritt,  um  den  tod  seines  sohnes  zu  rächen. 
S04,  18  hat  auch  F  irrtümlicher  weise  »Blanchardin«  für 
»Falseron«  ,  und  daraus  erklärt  sich  die  abweichung  an 
unserer  stelle,  indem  der  Übersetzer  diese  mit  der  andern  in 
ein  klang  bringen   wollte.     Vergl.  noch  zu  310,  16  9  ein 

sölliche  gschrey]  si  grande  noise ,  daher  das  weibliche  ge~ 
schlecht  des  deutschen  Wortes;  vergl.  zu  74,  8  21   Aber 

jm  gschach  .  ,  ]  stimmt  nicht  zu  F  (s.  auch  Pulci  26,  57): 
Jls  se  donnerent  deux  grands  coups,  tant  que  les  lanees  briserent, 
mais  tous  deux  demeurerent  aux  ar^ons.  Vielleicht  hat  F  die 
Snderung  selbst  veranlaßt,  indem  es  nachher  (s.  z.  29)  von  vier 
toten  kön  igen  spricht        34  Tarcon]  derselbe  wie  der  302,  21 


364 

erwähnte  Tarbion  (Pnlci :  Tnrchione)  38  in  der  auf^hlung 
in  F  fehlen  Olivier,  Turpin,  Angewin  and  die  nach  Samson 
von  B.  genannten  310,  16  du  vertzichest  mir  .  .  ]  dies 

erzählt  Pulci  24,  159,  an  einer  stelle,  die  Ton  F  übersprungen 
wurde        24  wann]  et         30  gwer]  baston  37  F  nennt 

auch  Baudoiu  311,  14  inn  *  ]  devant         31  redlicherr, 

d.  i.  redlicherer  313,  9  betrüeben]  troubler  315,  31 

Margaris]  Marguaris,  derselbe  wie  Marangis  309,  20 ;  bei  Folci 
heißt  er  beidemal  (26,   57 ;    27,   8)  Mazzarigi  316,  1 

verlieren]  perdre  place,  was  die  annähme  nahelegt,  es  sei  in 
D  ein  wort  (platz)  ausgefallen.  Doch  kann  »verlieren«  anch 
absolut  gebraucht  sein  im  sinne  von  »umkommen«  (vergl.  glossar 
und  Bibl.  des  litter.  Vereins  185  im  glossar  unter  »verlieren«) 

317,  1  zuo  allem  glück]  par  fortune,  wie  213,  27  11 
Margaritton  geheyssen]  darnach  in  F:  accompagn^  du  roj 
Sirion,  was  w^en  z.  18  von  D  nicht  weggelassen  werden 
durfte  20  der   Eallyffe]   der    302,  29   erwähnte   £.  von 

Bandes  30  F   nennt   nach   Anshelm  noch  Angewin,  der 

aber  nach  316,  10  nicht  mehr  unter  den  lebenden  weilt 

318,  2  die  todten   lichnam]    vergl.   Deutsches    worterbncb 
VI,  626         15  das  «  =  darum  das  319,  3  all  min  wol 

thet]  tout  mon  bien  faire  13  mag  sich  begenn,  das  .  .  ] 

peut   estre   que  .  .  ;   das  =  das    es  31  Wann   der   thon 

duocht  E.  also,  .  .  .  ,  das  erttrich  thette  sich  uff]  il  sembla 
a  Ch.  .  .  .  que  la  terre  s'ouvrist.  D  hat  irrtümlich  »il«  für 
ein    persönliches,    auf   »le  son«    bezogenes    pron,    genommen 

320,  15  hungerigen]  enrage  16  nach  siner  a£]  apres 
sa  proje ;  wieder  ein  fall ,  wo  das  französische  wort  dem 
deutschen    sein   geschlecht   mitgeteilt   hat  321,  11.  13 

inn]  s.  zu  17,  4  16  du  hast  mir  mine  schmertzen  abge- 

nommen] tu  as  augmente  mes  douleurs ;  Pulci  27,  102 :  tu 
m'hai  cresciuto  ii  pianto  20  wir  werdend  .  .  ]  eines  wird 

das  andere  nicht  lang  überleben  28  inn  schwartz  bekleyt] 

taincte  en  noir  29  Aldea]  Alide ;  sonst  immer  Diogena  (s. 
einl.)  32  sin]  gen.  des  grundes:   deswegen  322,  7 

mer  dann  dry  schuoch]  jusques   en  la  terre  30  vast  zuo 

ein  myl]  plus  dune  graude  Heue ;  vei^I.  320,  36  323, 12 

belipt]  2.  sg.  prät.  ind. ;  vergl.  Weinhold,  Alemannische  gram- 


S65 

matik  s.  554a  20   so  ich  gJäagt  hab  war  sfnj   ce  que  j'ay 

dit  eatre  vray  22  »einen  sitzen«  =  »einen  setzen«  ist  meines 
wissena  sonst  nirgends  belegt  28  ungeschickt  redenj  des 

paroUes  injurieuses  35  ssuo  der  krystetilichen  Ordnung]  an 
Service  de  Dieu  324,  5  rüeffj  köuute  für   »rüeft«  (conj, 

prät.)  stehen  (vergl.  schäffelin  =  scheftellti),  muß  es  aber  nicht, 
da  auch  der  ind.  präs.  angeht;  F  hat:  appellerois  16  be- 
fand im  der  tod  nach  sin]  sachant  la  mort  luy  estre  prochaine 
30  als  die  ...  J  es  sollte  heißen  :  »das  sy  ....  also  ersefctigt 
wurden«;   dasselbe   gilt    von   z.  33  325,  11  ff.  das  Ver- 

zeichnis der  auweaenden  fehlt  in  F  326,  27  iren   tod] 

das  beziehuugawort  zu  »iren«  enthält  ein  in  F  auf  »under- 
gang«  folgender,  von  D  weggelassener  satz:  jusques  ä  ce  que 
j'aye  donne  sepulture  ä  tes  bons  serviteurs.  Vergl.  zu 
180,  38  32  boutej  fügend,  wie  193,  5  ;  237,  3  u.  ö.  Aehnlich 
wird  »bon«  fast  regelmäßig  durch  »fromm«  wiedergegeben 
38  gstalt]  niaintien  327,  23  fröud]  reconforfc       27  ruchj 

terrible  328,  20  wald]  vallee ;  kurz  vorher  (z.  10)  steht 

die  richtige  Übersetzung  24   der    regen]  la  rosee  32 

wurd]  dem  »last«  des  nebensatzes  entsprechend  erwartet  man 
»wird«  329,   21  BlaffeaJ  s.  einl.         27  ff.  a.  eiul. 

331,  24  under  ein  thär,  das  .  .  ]  aux  portes,  lesquelles  .  . 
332,  14  din  straf]  la  vengeance  18  F  nennt  »Ogier 
le  Üannois,  le  duc  Naymea  et  le  petit  Richard« ;  s.  einl. 
20  Das  was  am  tag]  es  war  unterdessen  tag  geworden 

333,  19  wert]  vergl.    belipt  323,    12  24  so  grussauim 

und  so  schnell]    si    terrible    et  vehemente  334,  5  mul- 

berybouni]  suyer  9  grussamme  antzeigung]  monatre  hor- 
rible  12  Ich  besorgt  mirwol]  das  sachobjekt  fehlt  336, 11 
wann  ich  wett  .  .  ]  zusatz,  Wiederholung  von  332,  35  20 
ff.  die  ganze  geschichte  vom.  kämpfe  Türings  mit  Pinabel 
fehlt  in  F  und  bei  Pulci;  s,  einl.  337,  3  ist  billichj 

anakoluth  5  den]  den  kämpf  338,  5  das  gemiiet| 

H^  courage,  wie  307,  33  12  uff  fier  thär]  en  quatre  po- 
Hences  13  uff  ein  stud]    au    piliory    de   la    cite   de   Paris 

16  ff.  vergl.  einl.  339,  22    im    nachfolgenden    buch]  a. 

einl.  23  Von  den  andren  fursten]  F  nennt  nur  Ogier  le 

Dannois,  über  den  man  in  einen»  besonderen  buche  uaelilesen 


366 

könne,  das  wie  die  geschichte  von  den  Haimonskindern  längst 
in  franz.  spräche  gedruckt  sei  26  F  erwähnt  nur  Najines 
und  Turpin  81  die  gebirg  6.]  les  destroicts  de  G.,  wie 

306,  4  34  beherschungen]  conquestes  36  ordnet  er  siner 
kinden  halb]  ordonna  de  ses  enfans  38  Karlj]  der  name 

fehlt  in  F,  ebenso   nachher   Peppinus ;   s.  einl.  .    340,  6 

die  er  .  .  ]  qu'il  avoit  fondee  monlt  authentique  8  den 

armen]  aux  prelats  de  TEglise,  pour  les  distribuer  anx  lieux 
ou  ils  verrojent  qu'il  seroit  de  necessite  et  bien  employe 
10  [mäse]  macnle         12  [Mentz]  Magonce  14  ein  grosse 

commett]  nne  grande  comette  ;  daher  das  weibliche  geschlecfat 
des  im  deutschen  sonst  durchaus  männlichen  Wortes  25  F 
gibt  das  jähr  815  an  ohne  nähere  bezeichnung  des  monats, 
8.  einl.  29  bis  341,  26]  der  ganze  abschnitt  fehlt  in  F; 
s.  einl.  341,  29   der  name   Herclin  fehlt  in  F,  ebenso 

z.  32  die  namen  Offrius  und  Heinrich,  z.  33  Earlonaanus; 
8.  einl,  37  ff.  Doon  von  N.  und  herzog  R^nier  yon  6. 
sind  in  F  nicht  erwähnt,  dagegen  Ogier  le  Dannois,  der  in  D 
fehlt  342,  5  im]  dem  kaiser  Karl        6  umm  hilf]  a  re- 

fuge,  was  275,  36  genauer  durch  >inn  schirm«  wiedergegeben 
war  10  uß  der  gegne  Occient]  des  parties  Oceanes;  Pulci 
28,  75:  di  verso  Oceano         16  über  den  Schluß  in  F  s.  einl. 


Vorbemerkung.  Den  deutschen  namenaformen  sind  wenn  möglieb  die 
entsprecheDden  französischen  und  italienischen  in  klammern  beigefügt 
Wörter  mit  synkopiertem  präfix  sind,  soweit  die  synkope  nicht  allgemein 
nbd.  iet,  im  ^dossar  mit  vollem  präfix  angesetzt.  Der  umtaut  von  a 
ist  immer  unter  e  zu  suchen. 


A  (ä  a.  e). 

Aaron,  'kunig  in  Persia'  5,  37. 

ab  präp. :  a)  er  zerhüw  in  mitten  ab 
ein  andren  273,  3;  Ganelon  ließ 
Aatolfo  ab  Karlya  ougen  nemen 
135,  17  u.  8.  w.  b)  der  luft  ist 
unauber  ab  den  grossen  thyran- 
nien  1&7  ,  12;  daz  ir  flücfaeud 
ab  einem  man  1<)6,  14;  wie 
tackatu  dich  ab  des  rjasen  streich 
227,  28;  die  ließ  gros  sünftzea 
ab  E.  hinschejden  235,  18  (vergl. 
auch  268,  32);  dos  Matfredon 
utit  ab  im  thuon  wott  (»ich  nichts 
aus  ihm  machte)  t>7,  S6 ;  mocht 
nüt  frölicb  lin  ab  dissen  nieren 
297,  7;  By  wurdend  ab  ainer 
zuokiinftin  ewigen  Iriden  kommen 
291,  22;  ab  disaer  muten  stimm 
wurdend  sy  tröat  324,  29  u.  8.  w. 

ab  adv.  trennbar  zuBammengesetzt 
mit  Verben:  -fallen:  traue,  er 
fiel  ein  arm  ab  266,  34;  -ibr- 
dern:  ich  kam  (ich  die  atat  a. 
172,  28 ;  -gewinnen  »püücken« ; 
wie  ir  die  roßen  a.  mögen  Ittö,  S8  ; 
-manen    »[ein  gegen   den    Feind 


aiiageaandtea  beer)  zurSckrufen« : 
wann  Karly  hat  ay  wider  abge- 
mandt  298,  26;  -nemen:  das  ir 
dem  volck  nütabnemend  (steuern 
erbebet)  265,  1;  -aageu:  einem 
>fehdeankLindiget]«(8ehr  (jäuJig); 
-achlagen  »aufschieben« :  das  du 
din  fartabgachlagen  haat277, 10; 
-achlipfea  »abgleiten«:  derstreich 
scblipft  ab  uff  des  pfertz  bala 
164,  36;  -tilgen  »wegtilgen«: 
den  heydischen  gloiiben  a.  329,6; 
-tbuon:  etwas  «ausziehen,  ab- 
legen« 2ä4,  35;  242,  15;  2GS,  6; 
315,  24;  einem  etwas  a.  132,  7; 
240,  10  u.  ö.  reS.  »sich  aus- 
ziehen« 263,  11;  -triben  316,  2; 
-wenden  :  das  läger  a.  >die  be- 
lagerang aufbeben«  262,  30; 
25'!,  3;  -wiaen  stv.:  einen  »des- 
tourner,  von  etwas  abbringen« 
28a,  lö;  -zQumen:  die  roü  275,1; 
-ziichen:  abaol.  108,  29.  32; 
einen  »ausziehen«  HO,  36;  128, 
24  ;  191,  23  ;  das  wir  im  sinkiing- 
richa.  (wegnehmen)  wend  146,  11. 
abet  m.  »abend«  293,  32. 


368 


abhar   adr.  »herab«:    ir  här  was 

über   den  barnisoh  a.   gelassen 

172,  1. 
abstan  o.  822,  26. 
abstigen  n.  800,  28. 
abzog  m. :  den  a.  blassen  (in  der 

Schlacht)  286,  17. 
Ach   (Aix ,    Aquisgrana)  338,  23 ; 

340,  4;  341,  2. 
acha  interj.  288,  19. 
Achaya  (Achaye)  258,   11 ;  s.   Ar- 
chada. 
Acheron,  fluß  in  der  hölle  334,  30. 
achten    swt.:     einen   für    nüt    a. 

»verachten,  sich  nichts  aus  einem 

machen«  107,  29. 
achtung  f. :  lüt  von  hocher  a.  (an- 
sehen) 7,  31. 
Ackaron  (Gharon,  Garon)  24,  20; 

8.  anm.  zu  der  stelle. 
Ackittania,  s.  Elargius,  Hugo. 
Adam,  der  erste  mensch  159,  5. 
Adillant   -d  (Adillant ,   Diliante), 

könig  von  WyllaPrancka  246, 24. 

32  u.  8.  w. 
Adrianus  (I),  papst  1,  12. 
Affricka  6,  6.  14. 
Affrickanus,  s.  Scipion; 
Affricker  m.,  Afrikaner :  in  der  Aff"- 

rickern  schlacht  7,  12. 
Affrickener    m.    dasselbe:    in    der 

hinderschten  schlacht  der  Affri- 

ckenern  7,  36. 
Agremunt(Aigremont,Agrismonte), 

8.  Beffes,  Hug. 
Agrippart,  henker  des  soldans  von 

Babilonia  204,  33.  36. 
Agustus  2,  19. 
Aigollant   (Aigolant,    Balugante), 

Marsilias  vasall  278,  8;  291,  15; 

302,  27 ;  319, 26 ;  3b0,  12;  331,  7  ; 

AngoUant  317,  20. 
Ainou  8.  Aniou. 
Albrecht,    'fryher   uß    Burgundia' 

330,  1. 


Aldea    (Aude,     Alda),     Bolands 

gemahlin  321,  29 ;  s.  Diogena. 
Alexander  (Alexandre,  Aldinghieri), 

sobn  Gerolds  von  Rossillon  and 

der  Bossepina  222,  15;  228,  11; 

226,  17  u.  s.  w. 
Alexander  der  große  307,  25. 
all  pron.  adj.:  in  aller  (der  ganzen) 

stat  280,30;  in  allem  züg  802,29; 

in  aller  weit  326,  25. 
AUabaster  (Alabastre,  Alabastro), 

Morgants   bruder  11,    27;  Alle- 

paster  34,  32. 
Allard  (Alard,  Alardo),  Bengnolds 

bruder   34,  10;   77,  20;   99,23; 

130,115  188,  11;  205,  10;  210,14; 

229,  5;  300,  11;  304,  31. 
allerdingen  adv.  »gänzlich«  107, 8; 

113,  3;  231,  32;  331,  6.  29. 
AUetton  (Alecto,  Aletto),  eine  der 

drei  Furien  24,  26. 
allgemach  adv. :  superl.  allgmachest 

48,  31 ;  231,  5. 
Allyson  (Alison),  tochter  deskSnigs 

Constant  von  Bella  Marina  197,12; 

199,    16  (doch  8.    anm.   zu  der 

letzten  stelle), 
allment    f.    »gemeindeweide<:    er 

fraß  wie  ein  roß  uff  der  a.  37, 4. 
als  adv.  (mhd.    alles)   »ganz  und 

gar«  :  als  allein  187,  6. 
alsbald  conj.»8obald«  115,19;  326,12. 
also  adv. :   wie  er  Maffredon  also 

tod  in  daz  wasser  geworffeo  het 

68,  24.    Vergl.    Schweiz,  idioti- 

kon  I,  201. 
der  Alt  vom  berg  (le  Vieil  de  1* 

Montagne,  11  Veglio  della  Mon- 

tagna)  182,  25;  199,  34;  204,  31  i 

210,  11  u.  8.  w. 
alter  n. :  von  alter  har  244,  33. 
altman   m.  »alter ,  weiser  mann« 

110, 20  (glichet  sich  einem  wyasen 

z.  18). 
amäl  n.  »mal«  279,  22. 


369 


ammacht  f.  »ohnmacbt «  221,  3; 
256,  35 ;  257,  6 ;  271 ,  14  ;  328,  28. 

AiQmalucken(MammeIua,  Mamma- 
luchi) ,  'daa  sind  Teilougnet 
Krjsten'  286,  2. 

Äoion  von  Dordonna  (Ätmon  de 
Dordonne,  Amoae),  herzog,  Reng- 
nolda  Tater  9,  17;  40,4;  77,  20; 
111,25;  125,37;  134,  16;  136,  17; 
246,  6;  339,  23;  341,  36. 

Amoatant,  B.  Lamoatant;. 

an  präp.  a)  mit  dativ:  schmertzen 
aia  hertzen  haben  183,  13;  er 
zittret  wie  daz  loub  am  wind 
32Ö,  7.  b)  mit  acc. :  die  stand, 
an  deren  ich  an  die  weit  kam 
260,  36. 

an  adr.,  trennbar  zasammengeaetzt 
mit  verben;  -fachen:  ich  wi]] 
nüt  (keinen  atreitj  mit  im  anf. 
112,  21;  -fechten:  unpers.  do 
facht  in  an  ze  schlaffen  (il  luy 
print  envie  de  dormir)  183,  1 ; 
•hangen:  die  bangettend  sinem 
bruoder  an  341,  33;  -komen: 
also  das  ay  von  red  zuo  red  an- 
kämend  zuo  sagen  von  den  heren 
in  F.  242,  13;  -legen:  dienst, 
guothet  übel  a..  135,23;  139,3; 
die  sach  were  wol  angleyt  {an- 
gezettettj  295,  14  ;  -lügen  :  einen 
»lügenhaftes  über  einen  aus- 
sagen« 336,  25  ;  -machen  :  daz 
für  275, 4  ;  -sechen  135,  3;  -thuon : 
einem  rät  a.  49,  12. 
^nderstadv.  »aonst«  111,32;  139,  34; 

241,  11. 
-Angeffin  ulJ  Schwaben  (AngeTJn 
d'Allemagne,  Angiolino  di  Guas- 
oogna),  chriailicher  ritter  89,  11; 
nach  Pulci  identisch  mit  Ä.  von 
Bajonna. 
^.ngeaechen  (absot.  part.  präL): 
mit  folgendem  acc.  123,9 ;  287,  16 ; 
mit    folgendem    »daz«    40,    14; 

Hargaat  dar  rleio 


120,6;  121,16;  131,  12;  140,13; 

253,  4. 
angestalt  f.  >  aussehen  <  3,  21. 
An  gewin    von   Bayonna   (Ängevin 

de  Bayonne,  Angiolino  di  Baiona), 

christlicher  ritter  309,  15 ;  329, 34 ; 

der  her  von  ß.  316,  9. 
Anglers   (Anglers,    Anglante) ,   a. 

Milien  ;  Angliera  236,  25. 
Angollant,  b.  AigoUant. 
angryfi"  m.  314,  3. 
anhar    adv.    in    Verbindung    mit 

>gän« :   allenthalben,    da   sy  u. 

giengend  22,  10;  der  gieng  vor 

innen  allen  aohnr  43,  12,  eben- 
so 46,30;  vergl.auch  >voranhar<. 
anheimsch  adj.  »zu  hause«  77,  24. 
anhen(:sanbin)  adv.in  »voranhen«. 
Aniou :  der  hertzog  von  A.  339,  28. 
Aniou  von  Bellande  (Anjou  de  ßel- 

lande ,    Angiolino  di  Bellanda), 

christlicher  ritter  316, 23;  317,  11. 
Aniou    von    Bourdyaa    (Anjou    de 

Bordeaux,  Angiolino  di  Bordea), 

cbriatlicher  ritter  329,  36;  Ainou 

310,  4. 
Aniou  von  Mans  (Anjou  du  Mans), 

christlicher  graf  329, 87  (Ainou). 
anschlag    m.    »plan,     vorhaben« 

168,  30;  169,  2. 
ansächeg  adj.:    (er  was)  einer  an- 

aächegen    gstalt    (atatura  emi- 

neutt)  5,  8. 
ansächen  n.:    (er  hat)   ougen  wie 

ein   low  mit   früSenlickem  ans. 

3,  22 ;  ein   man  von  hochem  a. 

288,  31 ;  uff  Gannellons  a.  (k  la 

postulation  de  6.)  302,  1. 
anaechung  f. :  uß  a.  (k  la  requeate) 

der  brüedern  37,  28. 
Anaes  (Naymes,  Namo),  herzog  von 

Bayern,   paladin    Karls    6,   30; 

26,16;  33,25;  80,6;  102, 19u.ö. 
Anshelm    (Anseaume  ,    Anselmo) , 

christlicher  graf  302, 15 ;  307, 23; 

24 


370 


810, 1 ;  814,18;  317,80  (taertzog); 
320.  24;  329,  34. 

ansprechig  sdj.:  a.  sin  (mit  gen.) 
»ansprechen«  186,  15. 

Antbea  (Anthee,  Antea),  tochter 
des  soldans  von  Babilonia  170, 26; 
177,  1;  182,  26;  190,  10  n.  s.w. 

Anthenis  (Athenes)  2,  26. 

antzeigung  (antzOagang  115,  36; 
antzoigung  333,  10.  11)  f.  »an- 
zeichen«  334, 9.  10.  11 ;  ich  wyll 
üch  die  a.  geben  »anzeigen  c 
168,  3;  der  lOw  gab  allen  grosse 
a.  (admiration)  115,  36. 

AppoUony  (Appolonny  64,  8;  Ap- 
poUonis  304,  9;  -onius  195,  1; 
-ino  81,23;  -in  310,12),  heiden- 
gott  81,  22;  43,  27;  52,  14; 
64,  3  u.  8.  w, 

Arbalister  (rArpaliste,  l'Arpalista), 
kOnigvon  Archada  258,  20;  268, 
21;  273,  36. 

arbentselkeyt  f.  »mühseligkeit« 
261,  32. 

arbentsellig  adj.  »mühselig«  42,9; 
119,  9;  134,26;  158,38;  175,9; 
261,  28.  33;  826,  10. 

arbentselligklichen  ad  v.  »auf  elende 
weise«  338,  16. 

Archada  (Archade ,  Saliscoglia) , 
Stadt  des  königs  Arbalister  264,13 ; 
273,26;  299,19.  An  einer  frühern 
stelle  heißt  sie  Achaya  (s.  d.). 

Archalyda  -e  (Archalide,  Arealida), 
föhrerinder  amazonen  des  königs 
Arbalister  259, 19. 29;  Archylide 
258,  30. 

Archelaus  (Archelaus,  Archilagio), 
bruder  Calorions  und  des  Alten 
vom  berg  245,  36;  255,  1  (Ca- 
lorions .vetter«);  257,  19;  264,8. 

Ardannia,  s.  Thüring.  Vergl.  auch 
Dardannia. 

arffei  m.  »armvoU«  21,  34. 

Arles  (Arles,  Borgogna  P.  27,  223), 


ort,  wo  Olivier   begraben  wird 

329,  34. 
Arlot  (Arlot,  Arlotto),   könig  Ton 

Snria,  im  beere  Marsilias  302, 20; 

309,  11. 
armbrnstschuts  m.  »schaß  mit  äer 

armbrast«  283,  15. 
armschinne  f.  189,  17  (a.  anm.  zn 

der  stelle): 
Arnold  von  Bellanda  (Amaalt  de 

Bellande,  Amaldo  di  Bellanda), 

christlicher  ritter  325, 15 ;  330, 31. 
Arondal  -el  (Arondel ,   Elondelloj, 

Oliviers   pferd   8,   24;   10,  II; 

28,  35;  29,  35;  30,  24;    114,8; 

115,  9  (s.  einl.). 
Arrabia  171,  29;  309,  6. 
Arragon  (Aragon,  Spagna  P.  13,29)^ 

das  kOnigreich  Marrilias  151, 34. 
artikel  m. :  (ich  hab  gesändet)  in- 

sunderheyt  in  dryen  arttiekeln 

(punkten)  323,  25. 
Artus,  der  könig  der   tafelronde 

827,  33. 
as  =  als  conj.  311,  9;  825,  7. 
aß  f.  »fraß,  beute«  820, 16  (vergl. 

die  anm.  zu  der  stelle). 
Asperhäf  (Asprecourt),  ort,  wo  der 

Alte  vom  berg  sich  aufhält  186,10; 

Asprenhäf  186,  32;  Aschprenhaf 

185.  28. 
Aspremant    (Aspremont ,    Aspra- 

monte):  die  grosse  schlacht  von 

A.  wird  erwähnt  135,  6;  304,20. 
Astarot,    teufel  24.    19;   101,7; 

526,4;  299,4;  804,22;  311,10; 

Astorot  31 1, 1 1 ;  Astorath  811, 18- 
Astolf,  Astolfo    (Astolfos   82,  2; 

Astoffo  237,  13;  238,  34),  kSnig 

(hertzog  85, 19;  99, 17)  von  Engel- 
land, aus  Rolands  und  RengaoM^ 

geschlecht  6,  29;  32,  38;  99,n. 

22.  37;  113,  25;  127,  31n.8.w. 
astrologianus     m. 

834,  14. 


371 


ätienloß  adj. :  da«  iren  gants   a. 

ward  284,  4, 
attwederpron.  =  eintweder283,32. 

B,  a.  auch  P. 

Babilonia  146,  6;  170,  10;  180,  12 

n.  a. ;  der  tiiurn  B.  299,  29. 
babilloniach    adj.  :    das    gantz    b. 

]and  172,  23, 
bagge  Bwin.  »wange«  337,  22. 
BaldowiD    (Baudoin  ,    Baldowino), 

Ganelons  söhn  284,34;  298,  15; 

302,  10;  314,  13;  329,  37;  Bau- 
doin 310,  5j   derselbe  ist  wahr- 
scheinlich auob  26,  16   gemeint. 
Baldowin  von  Brettania  137,  18. 
Ballant  (Balant,    Balante) ,    heid- 

niacher  fürst  160,  3  ;  161 ,  25.  83  j 

165,  24;  181,  4. 
Balsamin   (Balsamin  ,    ßalRamino), 

im    heere    Marailias    302,     25; 

316,  21. 
Bandes  (ßendaa,  ßaldacca  P.  27,59) : 

der  gros  Kalyf  von  ß.  302,  29. 
bannen  swr. :    einen    »verbannen* 

132,  22, 
Barbaria  (Barbarie,    Barberia)  34, 

31;    37,   31;    140,  17;    155,  28; 

285,  37;  242,  10;  243,  22;  309,  5, 
harbariacb  adj. :  in  allem  barbar- 

ryschen  land  238,  26. 
Baudoin,  b.  Baldowin. 
Bayart  -d,  RengnoldH  pferd  3Ö,  2 ; 

37,  22 ;  41,  5  n.  s.  w. 
Bayonna,  s.  Ängewin. 
bedecken  bwt.  ;  die  {bloßgeabetlte) 

eer  wyder  b.  119,  34;  a.  dieanin. 
bedenken    swv, :     deren    sich    der 

mensch    b.    mocht    (se    scauroit 

adviser)  293,  15. 
bedanken  stn. :  nach  dinem  guotten 

b,  (gutdiinken)  99,  3. 
liüdütnuü  stf.  >aigni£ance<  313,  30. 
hefelch  itm.  (stf.  19C,  23;  a.  anm.) 

.auftrag«  184,31 ;  216,21  ;244, 17 ; 


einenri  etwas  in  b,  geben  «beauf- 
tragen« 248,  9;  263,  3;  296,  7; 

in    b.   haben   «beauftragt    seine 

173,5;  196,  25;  »sorgen«  91,32. 
befelchniiß  stf.  »bereh!«  134,  33. 
Beffes  von  Agremunt  (Beuvea  d'Ai- 

gremout ,   Buovo   d'Ägrismonte) 

9,  16;  222,  5. 
befinden  atv. :  mit  acc.  »empfinden« 

47,  29. 
begeben  stv. :  einem  etwas  »schen- 
ken« 148, 31 ;  refl.  (mit  abh.  sats) 

»sich  anerbieten«  90,28;  162,  36; 

mag  sich  begen,  das  (peat  estre 

qne)  319,  13, 
begeren  stn.  282,  35. 
begreptnus  f.  oder  n.  ?  »begräbnis« 

341,  16. 
behan  an.  v. :  einen  »zurückhalten« 

122 ,    1 ;     reß.    mit    gen.    »sich 

enthalten.  222,  13. 
bebeben  st V,:  einen  »halten,  fangen« 

54,  1 ;  312,  10. 
bebelfen  stv.:  reü.  mit  gen.  »sich 

bedienen«    185.   26;    einem   be- 

bolfen  sin  »helfen«  243,  26. 
beherbergen  awv. :  abaol.  »herberge 

ünden«    170,    1;    refl.    dasaelbo 

333,  4. 
beherachungstf.  »conqueste«  339,34. 
beinii  adj.  ^  beinin  »von  knochen» 

27,  35. 
bekantnus  stf.  »kenntnis«  221,  24. 
bekennen  awT.:  refl.  »sich  verstehen 

auf« :  ich  bekenn  mich  in aiil liehen 

dingen  295,  28. 
beklagen  bwv.  :  refl.  mit  der  präp. 

um  2,  2. 
bekleidungatf.  »kleidung«  260,2.3. 
bekriegen  swv. :  einen  55, 18 ;  101, 13. 
bekrönen   swv.    »krönen«    80,    14; 

211,  7;  217,  34. 
bekrÖDung  stf.  »krünung«  20O,  5 ; 

211,  8. 
bekümmernuß  atf.  32,  2;  39,  8. 

24» 


372 


belegang  stf.:  die  b.  sines  (Karls) 

grabß  wurden  d  beleytt  mit  allen 

wol  B-chmeckenden    dingen    und 

edlen  kruttern  341,  24. 
belibig  adj.:  eiaen  b.  machen  »zum 

bleiben  veranlaßen«  91,  33. 
Bella  Marina ,  heidniacbea   könig- 

reich  181, 17 ;  199,  9  (b.  ConstantJ. 
Bellande  -a,  a.  Arnold,  Anioa. 
belonung   stf.   168,    38;  223,    1; 

262,  29  j  278,  1. 
Bältzibock     (Bekebub,     Belzebö) 

24,  19.* 
benüegig  adj.  »safriedeur:  das  ir 

von  mir  benüegig   sin  werdend 

(content  de   moy)   27,    16;   ich 

wyll  minß  laadefS  b.  sin  (mich 

begnügen  mit)  303,  30. 
Bercbtold  (Berthelot),  kaiser  Karls 

neife  127,  19. 
Berchtold  von  Pottiers  (Bertrand 

de   Pontiers,    Beltramo   di    Ma- 

ganza),  aus  Ganelons  gascblecht 

255,  15.  26.  34. 
berichten    bwv.  :    bericht   sin  (mit 

gen.)    »unterrichtet    sein    von« 

104,  23. 
Beringer  (Berengier,  Berlinghieri), 

Bohu     des     herzogs    Anses    von 

Bayern  82,  32;  87,  30;    255,  7; 

257,  6  u.  ö. 
beriten  stv. :  ein   pferd    »esaayer« 

183,  5. 
Bernhart  von  Pottiers  (B«rnard  de 

Pontiera,  Bernardo  da  Pontieri), 

aus  Ganelona  geschlecht  33,  17. 
berouben  swv.,  mit  acc.  der  aache ; 

ir  band  mines  vatters  acbätz  all 

beroupt  281,  22. 
Bertha,  kaiaer  Karla  mutter  4,  17 ; 

841,  28. 
berüelfeD    n.:    durch   din   b.   und 

bredigen  (par  tes   monitiona   et. 

predications)  53,  12. 
berüeft  part.  adj.  306,  19  (b.  anm.) 


beaamlen  bwt.  »versammeln«  277^ 

S3;  278,  7;  317,  29. 
beschib  adj.  >klug,  schlau«  :   wyß 

und  b.  93,  29. 
beschinea  stv. :  unpers.  refl.  es  be- 

Bchint  sich    »es    zeigt   sich ,   ist 

offenbar.  254,  29  ;  279,  22;  315, 

17;  326,  31. 
beacbirmung    stf.     »Verteidigung, 

schütz«  11,  23;  83,  20. 
bescbiU  etm.  »betrug,  betrügerisclie 

abaicht«  21,  23;  92,  34;    100,  9. 
beschluß  stm.  »beachkiß«  204,27; 

277,20;    331,9;    »Schluß«:  ssoo 

allem  b.  300,  33. 
besetze  f.  »fußboden«:  bsetze  1^2, 

19;  psetze  123,  19. 
bässy  f.  »base«  141,  23. 
besorgen  swy.    mit   refl.    dat.  xc 

douter«  312,   3  (vor);  333,  38; 

334,  12 ;  vergl.  Deutsches  Wörter- 
buch I,  1636. 
bet  f.  Odern.?:  etliche  bätt  bilttei] 

136,  21. 
betrachten  awv.    »trachten   nach« 

288,  17. 
betriegnuß   f.  »deoeption«  85,  10 1 

betrügnuß  117,  9. 
betrogenlich    adj.    »betrflgeriKh« 

52,  12. 
betraglich  a^.  dasselbe  53,  6. 
bewaren  swv. :   refl.  ohne  weiter» 

Objekt  268,  30;  269,  9(-ä-)- 
bewarung  f.  »Verteidigung«:  in  l». 

mincs  libs  262.  22. 
bewäran  swv. :    refl,    sich   im  hur- 

niach  b,  und  versuochen  (s'esprou- 

ver  anx  armes]  27,  25. 
bewilgen  swv. :  refl.  das  sich  mengt- 

lieber  bewilge  (se  delibere)  den 

tod      willigklichen      ufzenemen 

308,  20. 
by  präp.  vor  zahlen  »an,  naheza, 

ungefähr«     194,    34;    214,  9; 

248, 22 ;  258,28;  280.29;  323, H; 


373 


340,    11;    inBtrumental    *durcb< 

nach   anbieten  80,    1;    81,   27; 

113,  12;  236,  29  i  282,  35;  Bchi- 

cken  63,   30;    64,    34;    119,  4; 

123,  34  j  275,  16;  »an«  nach  er- 

feennen  122,  4;   210,  2;    334,  8; 

Beeben  116,  4;    289,  33;   &b  be- 

fichint  sich  315,  17;  beteuernd;  by 

ritters  trüw  91,  27  ;  by  der  sei  dee 

alten  Amona  246,  6;üwer  Buii,den 

ir  gmacht  band  by  der  acbünen  R. 

256,  20. 
bieten    (bütten)   Btv.    =    gebieten 

94, 17  j  196,  37 ;  242, 17 ;  299,  5.  8 ; 

303,  33. 
bildnuß  f.  »bildwerk«  270,  5. 
bysin  n,  »beiseinc   124,  30. 
byspil  n, :   b.   nemen  by   132,   35 

ab    279,  30 ;    ein    b.    ertzöngen 

126,  21;  zuo   b.  dem  keiser  T. 

4,  5. 
bywänung    f.    >ningang,     gesell- 

Bchaft«  127,  8. 
Ulaffes,  ort,  wo  Boland  begraben 

wird  329,  21. 
Blanchardin    (Blanchardin,   Bian- 

ciardino),  Maraiüas  Vasall  276, 12 ; 

287,  19;  291,  15  u.  a.  w. 
blossen  n.  iblaaenc  319,  36, 
blatte  f.  »flache  achöasel  fiir  spei- 

acn.  36,  18;  247,  13  ;  250,  25. 
blitzg  m.  >Mitz«  23,  37. 
blitzgen  bwv.  »blitzen«  295,  17. 
ßlondea,  (Blonde,   Bla,nda),    Mar- 

silias  gemahlin  332,  25.  32.  37; 

335,  8. 
blüettig  adj.  »blatigc  37,  14  (doch 

a.  anm.  zu  der  steile), 
blündern  awv.  »plündern«  259,  18. 
bluotztropfe  m.  295,  20. 
blnotvergieaaen  n.  209,  6 ;  224,  29. 
bluotvergiesBiang  f.  173,  19;  211,  1 ; 

300,  26;  335,  16, 
bochslen  n.  »lärm«  24,  5. 
Bordellus,  8.  GOdfrid. 


Borgundla,  s.  Burgundia. 
boßcket  f.  ^  *  böBigheiti  er  thüege 

mir  atetz  aöüich.  boßcketten  (de 

cea  fineaaea)  111,  31. 
boßhafitig  adj.  »aubtiU  226,  5. 
botschaft  f.    >bote<  123,  22;    200, 

38;  291,  31;  335,  24. 
boumgärtly  n.    10,  2    (a.   anm.   zu 

der  Btelle). 
Bonrdyaa   (Bordeaux),    b.  Cafferus, 

Äniou. 
Boargeti,    b.    Lamprecht;    Burgea 

310,  3. 
brantschatzen    awT. :     part.    prät. 

brantgBch atzet  93,  37. 
brechen  atv. :   den   schlaf  »unter- 

brechenc  5,  23. 
bredig  f.  »rede«  257,  30. 
Brettania    (Bretagne ,    Brettägna) 

133,  15;  a.  Baldowin,  Salomon, 

Samaon,  Criatianua. 
Briasebarra,    anführer  in  Äntheaa 

beer  288,  13;  284,  24  u.  b.  w. 
brittlen  aw7. :  die  verrettery ,   die 

darnach   bryttlet  ward   288,    G 

(a.  anm.  zu  der  atelle), 
brucheo   awv.:   etwaa    mit   einem 

br.    'gebrauchen ,     anwenden« , 

z,    b.    gwalt   137,  27;    tyrannj 

212,  lOj  reden  175,  16;  323,28; 

das  recht 217,  17;  reü.  mit  gen.: 

sich  des  eigenen  willens  br.  157,28. 
brüchig  adj. :  b.  ain  »zu  tun  pflegen« 

142,  9. 
brüeye  f.  »brühe«  36,  18;  247,  10. 
brüge  f.  »geriist,  auf  welchem  beim 

tumier    die     zuachauer    sitzen« 

130,  18. 
brunnenwasser  n.  333,  34. 
Brunnetta,  tochter  dea  amirola  von 

Nerico  265,  36 ;  236,  Ö.  10  u.  a.  w. 
Brunor  ,  Morganta   brnder   34,  27. 

32.  34;  36,  32. 
—  pseadonym  für  Roland  28,  17; 

31,  17;  60,  28;  62,  9;  67,  22, 


374 


bruoderbusly  n,  »dnsiedelei«  233, 

23.  32. 
Brüasen,  b.  Lamprecht. 
LJurge«,  8.  Bourges. 
Burgundia,  a.  Gödfryd,  Quj,  Hiig, 

Ott,  Salomon,  Albrecht ;  Burgon- 

dia  297,  9;  Borgimdia  89,  16. 
buBiiane  f.    »posaune":    ein    grosse 

zal  Biimbren,  buseanan  und  trum- 

metten  304,  14. 
Buasire,  heidniBcber  füret  273,  25; 

Buaeere  274,  11. 
buwig  ftdj.  »angebaut,  bewohnt«: 

ay  fundeud   b.  fetder   und  land 

44.  17. 

OiM.  EL 

D,  B.  auch  T. 

dachtbar  adj.  »denkwürdig«  159,  37 
(b.  anm.). 

dahar  oäv.,  häufig  vor  verben  der  be- 
wegnng;  z.  b,  dahar  trMen  157,4  ; 
d.  rytten  326,  36  u.  a.  w. 

dähinden  adv.:  d.  lassen  301,  17. 

danken  swv,  »den  grüß  erwidern« 
65,  12;  274,  31;  vergl.  186,  1. 

danksagen  8  wv., Eusammengeachrie- 
ben  und  daher  als  compositum 
aufzufassen  312,  24;  321,  16  u.  ö. 

dann  adv.  »denn«  59,  6;  213,  4; 
227,  10  u.  ä. ;  da  ay  dann  nach 
gegen wirttigklichen  blüeyt  2,28. 

Dannemark  276,  38;  280,  10;  292, 
23;  häufiger  Th-  9,  18;  80,  7; 
85,  33;  122,21;  137,15;  216,9; 
222,  3  Q.  B.  w.;  Thennemarck 
6,  27;  26,  17;  a.  Gergis. 

Dannes  (Dannee,  bei  Fuki  22,224 
fehlt  der  name) ,  tochter  des 
amirola  von  Nerico,  achwester 
der  Brunne tta  265,  35 ;  dat. 
Dannessen  266,  1  ;  Danne  267,  21. 

dar  adv.,  mit  verben  zusammenge- 
setzt: -geben  refl.  262,  30;  167, 


26 ;  -strecken :  and  werß  min 
laben  für  das  üwer  dar  zuo  str. 
13,  21. 

darab  ady.  »daron  ,  deshalb,  da- 
rüber« 239,  1.  25 ;  240.  14  u,  ö. 

daran  adv.:  dran  g.än  »die  arbüit 
(hier:  den  kämpf)  beginnen«  lü6,6. 

Dardannia277,2;  Dardan  na  325,14; 
Dardamia  3S2,  10;  s.  Ardanaia. 

dargeben  n.  :  durch  sin  d.  hat  der 
keyser  nut  uti'  den  andren  beren 
142,  18. 

darin  adv.,  mit  verbeo  Knsaimneo- 
gesetzt:  -reden:  einem  »wido- 
sprechen«  93,38 ;  236,2  ;-8chlacheii 
318,  22;  319,8;  320,  19;  -sechen; 
het  unser   her  nüt  d.  gesecheo 

.    (n'y  eust  pourveu)  124,  33. 

darvon  adv. :  einen  d.  bringeo 
»retten«  106,  37;  312,  22. 

das  (seltener  daz)  conj.  »sq  daß< 
229,  17;  316,  5;  »weil«  18,  17; 
118,32;  120,7;  222,30:234,31; 
241,33;  318,  16;  819,  5;  327.30 
(s.  anmerkungen);  »damit«  303, 
13;  317,  16;  321,  1;  830,  15; 
mit  einer  Verneinung  »ohne  d>B< 
(sehr  häufig)  ;  die  stund,  das  ich 
an  dicli  gelöpt  hab  260, 82;  nkcb 
einem  comparativ  =  als  160, 29. 

Dassia:  der  künig  von  B.  329,28. 

David,  der  beaieger  Goliaths  249,17. 

davornen  adv.  »vorn«  237,  18. 

Deniasiua :  Sant  D.  (Saint-DeniB, 
San  Dionigi)  135,  30 ;  253,  10; 
332, 2  ;  Denisseus  134, 3;  280, 13; 
284,  16;  285,  33. 

denk  m.:  an  die  er  all  sin  aiim 
und  denck  (toute  aa  pensee)  ge- 
setzt hat  180,  28. 

denken  swv.  an. :  mit  acc.  der  sacbe 
»ausdenken«  :  er  dächt  die  aller 
tadlicheat  verrettery  293,  8;  böß 
uff  einen  (von  einem)  d.  57,  34; 
ir  band  mir  sinn  nach  nie  dacht 


375 


(oncqaea  ne  m'en  fiates  aiicune 
requeste)  75,  35. 

denn,  nach  einem  cotnparativ  64,  ^2 ; 
BOnst  gäwöbnlicfa  »daan*. 

dennecbt  adv.  »dennoch«  82,  36; 
88,  6 ;  133,  25 ;  179, 3;  200, 26  u.  ö. 

derglichen:  d.tuoiif>4,  12;  84,  21; 
98,  18;  204, 18 ;  235,  5  j  303,  4  u.  ö. 

deaenthalt:  relat.  d.  er  nüt  die 
wärhejt  eagt  112,  20. 

Didiers  (Didier,  Deaiderio),  könig 
der  Lamparter,  von  Karl  dem 
großen  Iwüiegt  342,  8.  10.  14. 

dienen  swv.:  zao  tiach  d,  »auf- 
warten» 267,  12;  305,  SO;  ir 
grosse  manbeyt  diendeud  (nütz- 
ten) innen  nut  22S,  29. 

dienatbarkeit  f.  »knecbtscbaft« 
145,  3;  198,  37;  199,  23  u.  ö. 

Diogenna  (Diogene,  bei  Pulci  feblt 
der  name) ,  Rolands  gemahlin 
8,26;  137,  32;  141,  10.  17;  nur 
einmal  in  unaerni  text  (321,  29) 
heißt  sie  avicb.  Aldea,  welcher 
name  der  häufigere  in  F  und  der 
einsige  bei  Pulci  ist.    S.  einl. 

Diomedea  (Diomedea,  Cbiaristante 
P.  21,  101),  könig  der  stadt  Cor- 
nillia  in  Barbaria  235,  28;  23»,  5 ; 
241.  38;  242,  31.  36. 

dLser  pron.  >der  andere«  (noch  heute 
all  gemein  schweizerisch):  djG 
zwen  182,  4. 

Dobrun  (Doubrin,Dombruoo),beid- 
niscber  riese  195,  33;  196,  31. 

Docbier  (Doucher,  Doncbiaro),  von 
Boland  auf  befebl  Karls  getötet 
323,  32, 

doma>llen  adv.  «damals«  7,  11. 

Doon  von  Nantueil  ([Jooq,  Dodone), 
christlicher  graf  (herzog  44,  23) 
am  hofe  Karls  des  großen,  aus 
dem  geachlechte  Rengnolda  6,31 ; 
9,   18  u.  8.  w. 

Dordonna,  a.  AmoD. 


dry  num. :  umm  die  drü  (um  drei 

uhr)  182,  33;   223,  18;   237,  15; 

274,  22;    untz   das    es  drü   was 

182,  20;    ein    wenig    nach   den 

dryen  274,  23. 
dozemal  adv.  »damals«  7,  14. 
dromattaria  m.  »dromadaire«  29G, 

27. 
ducken  swv.:  den  köpf  297,  ß. 
dünken  swv.  an. :  unpersänlich  ohne 

Objekt  »scheinen«:  es  duochi,daB 

erttrich    zyttrette    undor   innen 

108,  5;  ebenso  122,  19;  2^3,28; 

295,  17;  320,  14. 
Durandal    -el  (Durandal,   Durlia- 

dana) ,   Rolands  scbwert  8,  17 ; 

63,  17;  111,4;  143,26,  164,35; 

196,  7;  219,21;  227,5;  237,27; 

298,  8;  317,  6;  320,  7;  322,  8; 

330,  27. 
durch  prB,p,  mit  dat.  185,  20, 
durchdringen  atv. :  die  red  durch- 

trungend  dem  kilnig   durch  das 

hertz  119,  32. 
durchzug  m.  »durchmarsch«  79,  32. 
dürfen  V.  an.  »wagen«    9,  24.  28; 

266,  5 ;  darnach  ein  inf.  mit  »ze< 

UQ,  10;  224,  7. 
During,  a.  Th-. 
dussen  adv.  «draußen«  290,  5. 

E  (ä). 

ilchb,  in  bedingungssätzen :   wiltu 

acht  siniingnad  nüt  überkommen 

(wenn  du  nimlich  .  .)  195,  4. 
ilchtert,   dasselbe:   wend   ir  ä.  in 

friden  laben  139,  23. 
ee  f. :    die ,    ein    ee  machen  zwü- 

schend  .  .  181,  8;  225,  IL 
eegmachel  m.    »ehegatte«   78,  26; 

137,  35;    141,  12;    n.   »ehefran« 

319,  17. 
Kgyb  ert  (Bgibar  d ,  Egiba  rdo},  chri  at- 

licher  herzog  317,  30;    319,  38; 

329,  32. 


876 


Egypt(h)a  5,  ßj  275,  22;  280,  27; 
299,  35;  312, 5;  Egypten  171,  29. 

eygentlicli  adv.  »Bans  fante  aucune« 
141,  35. 

einest  adv.  »einmal ■  63,30;  einest 
—  änderst  (das  eine  mal  —  das 
andre  mal)  71,  28;  >dQreinBtc 
139,  27. 

einhellig  adj. :  e.  werden  (mit  abli. 
aatz}  inbereinkommen«  229,  12. 

einlielligklich  adv.  »einstimmig« 
99,  28. 

einicb  pron.  »irgend  einr  120,  SO; 
323,  84.  37;  328,  31;  333,  13; 
336,  22. 

eine,  gewöbnlich  eia:  e.  werden 
119,  36;  267,  20.  24;  ejfl  ain 
116,  36;  313,  25;  es  ist  im  als 
(alles)  einß  156,  25. 

ElargiuB :  der  künig  E,  von  Ackyt- 
tanja  329,  29. 

einböge  m.,  als  maßbezeichnung : 
der  waB  wol  eyben  e.  (braeBees) 
lang  302,  21 ;  elbage  310,  29. 

empfangen  stv.  «auffangen«  210,  5. 

empfinden  stv. :  R.  empfand,  daz 
er  (Alexander)  nacb  atmet  221 ,  2. 

end  n.  »ort«  9,  15  ;  10,  17  ;  13,  35  ; 
24,  G  u.  s.  w. ;  sende« :  zuo  end 
(äs  limites  de)  Frauckricb  uod 
Hyspannia  287, 17  ;  am  end  (fuß) 
eines  grossen  bergQ  9,  13 ;  zend 
»zuletzt«  296,  2;  ze  (zuo)  end 
kommen  123,  33;  284,11;  sinem 
krieg  ze  e.  k.  {seinen  krieg  be- 
endigen) 179,  36 ;  ir  möchtend 
sonat  üwerm  fürnemmen  nät  zuo 
e.  k.  (euer  vorhaben  nicht  aus- 
führen) 298,  1 ;  mit  dem  mocht 
er  zend8inealürneinen3k.294, 18; 
zno  end  bringen  >mettre  en 
efiPect«  243,  7.    S.  auch  zent. 

Engelland  6,  29;  32,  33;  82,  3; 
115,22;  130,10;  135,  35;  316,21 ; 
329,  30. 


Engellander  m.:  Aatolf.  der  E. 
127,  32. 

ängi  f. ;  ßaoltand  suocht  diegrösten 
änginnen  [die  dichtesten  häufen 
der  feinde)  283,  36. 

entblötzen  bwv.  :  die  stat  ist  gar 
entblätzt  der  lütten  44,  35. 

entblündern  swv.  >au8plütidern< 
259,  21. 

entblündrung  f.  »plünderungc  335, 
26. 

entterpnuß  f.  oder  n.?  »desberit«- 
mentc  139,  7. 

entgünnen  stv.  «beschädigen,  ver- 
letzen* 178,  33  ;  215,  1. 

entnliechtern  bwv.:  refl.  »de^eaner« 
270,  37. 

enttrnng  f.  »mutabilitä  98,  13. 

entschließen  stv. :  den  stryt  k- 
thuon  ,  als  er  entschlossen  (b^ 
schlössen)  worden  ist  174,  8. 

entschlöfen  swv.  »einacbläfeni« 
116,  34. 

entschuldigen  swv.:  A.  Bejt  dii, 
das  er  6.  dester  baß  entschal' 
digette  (den  verdacht,  die  gs- 
noBsen  verraten  zu  haben ,  von 
ihm  fernhielte)  251,  21. 

entzünden  swv. :  das  Dood  no 
Bchänckel  diirvon  (von  dem  biß 
des  drachen)  gantz  entzünt  ward 
und  im  bran  47,  8. 

eralten  swv. :    »alt  werden«  4,  19. 

erberlichen  adv.:  »ehrbar«  110, 17. 

erbennklich  adj. :  »barmherzig«  4. 
12. 

erbietten  n. :  er  nam  von  innen 
urlob  mit  vyl  e.  (print  cong« 
et  s'offrit  bien  fort  k  eux)  92,  8, 

erbuwen  parfe,  adj.  »bebaut«:  w 
fand  e.  land  182,  33. 

ererben  swv. :  »erben«  340,  3. 

ergeb  adj.:  »freigebig«  4,  6. 

ergeben  stv. :  reß.  ich  ergib  mich 
gentzlichen  an    üch    (je   m'oSre 


377 


da  tout  hl  Tosire  com  an  dement) 
49,  29;  und  (ir)  lich  zuo  einem 
brtioder  ergeben  band  (euch  da- 
zu hergegeben  habt,  ein  müncb 
zn  werden)  19,  22. 

ergrifen  stv. :  ich  bab  dich  daran 
ergrytfen  (dabei  ertappt)  175,  32. 

erhy taget  part.  adj.:  *erhitz,t,  auf- 
geregt« 164,  18;  105,  33, 

erhungert  part.  adj.  »ausgehung- 
ert« 36,  15;  erhungert  207,  8. 

erkantnuß  f.  »urteil c  128,  8. 

erkennen  svrv. :  wie  R.  ab  dem 
häf  erkannt  (verbannt)  ward 
123,  30;  E.  dg  uü  dem  küngli- 
rich  Franckrich  erkent  127,  31  j 
dasselbe  127,  35;  128,  8.  11. 

erklagen  swt.  :  trans.  «am  einen 
klagen«  328,  6. 

erkonfen  swv. :  aller  weit  gold  mQcbt 

.   dich  mit  vor  dem  tod  e.  315,  10. 

erkunnen  [erkonnen  171,21;  281,  7) 
swv,  »erforschen,  erfahren«  5,34; 
79, 28 ;  126, 35 ;  276,  13 ;  280, 32 ; 
281,  14;  336,  19. 

erleben  awv.r  wenn  er  sine  tag 
erläpt  hett  (alt  geworden  wftre) 
257,  23. 

erlängerung  f. :  die  nüt  zertzellen 
sind  von  wegen  e.  des  achribenj 
3,  7. 

erlykeyt  f.  »nobleaae«   120,  38. 

erloüben  awv.:  der  künig  wott,  das 
all  frowen  undjunckfrowen  allen 
und  jedem  erlöpt  {preisgegeben) 
wurdend  235,  38. 

erlouptnuB  f.  Jierlaubnisc  132,  28 ; 
157,  6|  259,  20. 

ernerer  m. :  der  e.  der  armen  329, 13. 

erroten  awv.  »rot  werden«  82,  1. 

erachlachen  stv, :  refl.  do  hab  ich 
m,ich  mit  im  erschlagen  (je  me 
suis  combattii  contre  Iny)  25,  31. 

erachrockenlich  adj,  »schrecklich« 
232,  U;  319,  29. 


erst :  glich  erst  «eben  jetzt«  12, 30; 

mit  der  bedeutung  >Kuerst<  kom- 
men vor:  tzeraten  126,8;  212,7; 

von  ersten  272,  27;    des    ersten 

205,  3;  330,  22. 
erstlich  adv.  •zuerst«  281,  37;  315, 

12;  322,  34. 
erstockt    part.     adj.     »verstockt« 

176,  24. 
erstunen  swv.;   darab   er   gar  er- 

atiinnet  (fut  tout  eameu)   97,  6; 

part.  prikt.    eratunnet  »betäubt« 

88,  30;  181,  29. 
ertöden  n,  286,  11. 
ertödung  f.  169,  33. 
ertoiibet  part.  adj.  »betäubt*  11,6 

(ertobet);  189,  33. 
erfaruDg  f.;  ander  aouberven  und 

erfarungen  (autres  encbantemena 

et  devinemens)  306,  7. 
erwarmen  8wv.:  do  Ruolland  Reng- 

nolden  also  erwärmet  (esohaiiffi^) 

gsach  126,  28. 
erweren  swt.  :  das  (^  das  es)  innen 

die  Kryeten  mit  e.  mochtend  (sie 

nicht  davon   abhalten  konnten) 

280,  21 ;  re3.  mit  dat.  259,  4. 
erzeigen  sw?.:    refl.   der  künig  C. 

ertzeigt  sich  wol,  daz  er  uns  lieb 

hat  97,  11. 
erzöugen  awv. :  refl.  der  dorft  sich 

nüt  e,  (wagte    sich    nicht  sehen 

zu  laaflea)  vor  Beringer  256,  5. 
erziichenstv.ireä.untz  wir  gaächend, 

wie  sich  der  strjt  ertzüchen  (ver- 
laufen) well  206,  9. 
eaterrich  m.  »Fußboden«  227,  33. 
Esnraril  (Eeurard),  ein  »phillosikusc 

Karls  des  grolJen  340,  16. 
Ethiopia,  heidnisches  land  309,  6. 
etwan    adv.     »zuweilen«    145,  29; 

«ziemlich«  vor  maßbczeichnung- 

en  181,  30. 
etwar   pron.    »jemand«    128,    33; 

135,  30;  236,  2. 


378 


exempel  n. :  e.  nemen  by  179,  11. 
F  8.  V. 


Gablat  adj.  »gabelig«  (mhd.  gäbe- 
lebt)  266,  Sß. 

Galbator,  s.  Gilbator. 

Galantin  (Galan tin,  Vegliantino), 
Rolands  pferd  80,  1;  36,  1 ;  57, 
16;  61,6;  66,23;  70,23;  111,6; 
115,  20;  148,  17;  150,  24;  182, 
11 ;  197,  38;  321,  4. 

Galleran  -an  (Galleran,  Gallerano), 
heidnischer  kOnig  im  beere  Mar- 
Biliaa  291,  37;  317,19;  320,  22. 

Galleranna  (Galleranne,  Gallerana), 
gemahlin  Karls  (vergl.  Puld 
28,  55)  294,  8 ;  296,  22. 

Gallerus,  christlicher  graf  329, 38. 

Gallienus  (Galien,  Galliano),  Pseu- 
donym fär  Astolfo  239,  22; 
242,  11;  243,  24. 

Galter  von  Meylland  (Gautier  de  Mil- 
lan,GualtieridaMalione),  christ- 
licher ritter89, 15;  310,35;  329, 
36,- Galtier  310,  5;  316,  6;  320, 1. 

Galter  (Gautier,  Gualtieri) ,  beide 
184,  25.  29.  31.  33. 

gän  V.  an.:  also  gieng  Rengnold 
sich  klagen  (klagte  B.  im  gehen) 
184,3;  michdunckt,  wir  gangen 
(verstoßen)  wyder  unsere  gelüpt 
140,  9;  gän  lassen  »loslassen« 
201,  35. 

gan,  s.  gen. 

Gannelion  (Ganelon,  ein  paar  mal 
Gannes ;  Gano),  der  Verräter  6, 10 ; 
7,  24;  8,  5  u.  s.  w. 

Garnier  vom  löwen  (Guerrier  du 
lyon ,  il  guerriere  del  lione  P. 
4,  50),  Pseudonym  für  Rengnold 
45,  22;  Gernyer  54,  30. 

Gastgunnia  (Gascongne,Guascogna) 
297,  8;  342,  6. 


geb,  in  Verbindung  mit  folgendem 
fragepronomen :  —  aach,  — .  im- 
mer; a.  b.  geb  wer  137, 28 ;  271, 6. 
17;  geb  waz  124,  26;    128,  22; 

294,  29;  geb  wie  43,  1;  55,  13; 
152,  15;  171.  32;  178,  18;  geb 
wo  76,  11;  geb  in  welchen  lan- 
den 91,  8  U.S.  w.  Vergl.  Schweii. 
idiotikon  II,  67  ff.;  Deutsches 
Wörterbuch  IV,  1,  1,  1708  ff. 

geben  stv.:  das  ich  vast  wenig  omm 
sin  tröwen  gib  112,  11;  dnem 
glouben  g.  (schenken)  139,  25; 
276,  11;  277,  7;  329,  18;  einem 
erschrecken  g.  (einen  ersohreekenj 

295,  24. 

geberen  stv.  »zeugen«  :  daz  mich 
der  edel  her  inn  iren  (in  der 
mutter)  gebar  221,  32. 

gebrnchen  swv.:  refl.  wend  ir  üdi 
minesrätzgebr.(gebrauchmacheo 
von)  185, 12  (vergl.  auch 221, 16); 
gebrucht  sich  (bediente  sich)  mit 
früntlichen  wortten  262,  3. 

gechlingen  adv.  »schnell,  plötzlich« 
17,  17;  58,  9. 

gedechtnuß  n. :  ich  hab  g.  (er- 
innere mich)  an  den  apostel  S. 
Paulus  14,  38. 

gedenken  swv.  an.:  ein  mentsch, 
der  etwaz  böß  gedenckt  inn 
sinem  hertzen  293,  7. 

gedencken  n.:  wie  er  in  söllicbem 
gedäncken  (en  teile  pen«ee)  was 
111,  36. 

gegenwirtig  adj.  »gegenwärtig« 
(häufig). 

gegenwirtigkeit  f.  »gegenwart,  an- 
wesenheit«  8,  16;  121,  36;  126, 
18  u.  ö. 

gegenwirtigklichen  adv.  »gegen- 
wärtig« 2,  28. 

gegni  f.  »gegend«:  acc.  pl.  geg- 
ninnen  128,  36. 

gehaben  stv. :  refl.  (er)  gebuob  sich 


(klagte  über)  einer  andrenkranck- 
heyt  &a,  35. 

gehan  v.  an-:  retl.  ey  ghnttend 
sich  (kl  agten  über)  der  streichen 
236,  16. 

gebär  (gh-)  aüj.  »behaart«  56.35; 
213,  9. 

geheim  adj.:  ein  wyaer,  geheimmer 
(diacret)  rjtter  Ü7,  21. 

gtiherziget  adj.  »beherzt,  mutig« 
282,  14. 

gehörnt  adj.;  du  bettest  änderst 
die  urteyl  nüt  also  g.  (cornu) 
geben  241,  11. 

gebore  am  j  f.  :  einem  g.  tuon  (faire 
obejaaance)  303,  34. 

Gellioa  (Gfllboe,  bei  P.  27,  201  fehlt 
der  name),  das  gebirge  öilboa 
in  Palästina  328,  23. 

geleitzmann  (gl-)  m.  »führer«  186, 
24.  29 :  188,  22.  26. 

gemächt  (gm-)  pl.  oder  f.  Hg.? 
sgenitalia«:  und  sprang  ins  was- 
ser  unt£  an  die  g.  215,  3. 

gemein  adj. :  der  gemeine  man 
»la  commune«  138,  18.  Vergl. 
Deutschea  Wörterbuch  IV,  1,  2, 
3203. 

gemüet  »courage«  3Q7.  33;  338,  S. 

gen  (gan  261,  19),  partikel  vor 
inJinitivea  »(um)  zu«:  a)  nach 
V erben  der  bewegung,  z.  b.  nach 
g  ä  n :  gen  scbläffen  gan  22,  2 ; 
252,  5 ;  gen  ruowen  g.  233,  31  ; 
286,  20,  267,  14  j  gen  Sachen  g. 
275,  3  }  als  er  gieng  gen  waaser 
reichen  15,26;  nach  kommen: 
gen  tri  ticken  kommen  lö,  5;  gen 
atrytten  k.  28,  1  j  113,  37;  do 
ücbied  er  hinweg  die  mere  gen 
einem  heren  sagen  79,  16;  die 
Bwen  Krysten  gen  häncken  be- 
leytfcen  204,  25;  er  macht  sich 
uff  die  aträa  den  tod  gan  auocbon 
261,    19.    b)   nach    verben    der 


modalität ,  die  den  begriff  der 
bewegung  in  aich  schließen:  ich 
will  den  gen  straffen  10,  18;  ich 
wyll  im  gen  hältfen  182,  1;  so 
wend  wir  gan  sä^-hen  259,  15; 
er  sötte  gen  wasser  reichen  16,1 ; 
sy  sott  gen  Rengnolden  sagen 
185,  27.  c}  nach  »sin«  (wobei 
»gegangen«  zu  erganzen):  der 
ist  gen  sin  leben  wagen  187,  20. 
Vergl.  Schweiz.  Idiotikon  IL, 
322  ff. 

generen  bwv.  :  gott  gennert  inn 
all  einer  wunden  1,  22. 

gen{n)et  n.?  »genet»  296,  28;  3ÜÖ, 
15.  Vergl,  »geneter*  Deutsches 
wörtorbuch  IV,  1,2.  3390. 

Gennow  (Gennea),  &.  Hugo,  Olifier, 
Rengnier.  Ackyttania,  das  yetz 
Gennow  heyßt  342,  4. 

genuogsamklich  (gn-)  adr.  »zur 
genüge.  132,  19;  134,  21. 

geraten  »tv. :  all  die  kettennen  einer 
stat  bettend  inn  nüt  heiiept,  daz 
er  not  an  das  roü  gerätten  wer 
(qu'il  n'allaat  aua  l'autre  cheval) 
154,  27. 

gerecht  adj.  »recht« ;  zuo  der  ge- 
rechten gottes  323,  17. 

gerechtigkeit  f.  »recht«  139,6.13; 
HO,  8;  170,  32;  172,  22. 

öergia  von  Thaunemarck  (Ogier 
le  Uannois,  Uggieri  il  Danese), 
am  hofe  Karls  6,  27;  26,  17; 
80,  6;  85,  33  u.  a.  w. 

Gerian ,  christlicher  herzog  329, 
34. 

Geryon  (Gerion,  Fuligatto  F.  23,  2), 
heidnischer  riese,  von  Rengnold 
besiegt  und  bekehrt  263,  22; 
269,  1 ;  272,  12;  299,   ]5. 

Gernyer,  a.  Garnier. 

Gerold  von  RosHillon  (Girard  de 
Roaaillon,  Glierai'do  da  Kosaig- 
lioae),  christlicher   fürst   9,  17^ 


380 


221,  27;  230,  22;  253, 36 ;  2&6,  6; 

270,  38;  290,  23;  341,  37. 
geriimmel  (gr-)  n.  »lärm,  gepolter» 

23,  36. 
gerumpfen  (gr-)   parfc.  adj.  »runz- 

licbtt  56,  35. 
geachänder  m.  »Schänder«   157,  13. 
gescliickligkeit  f.  51,  21. 
gescliir    (gsch-j     n. :     guot    gschir 

macben  »faire  bonne  chere«   16, 

22;  54,4;  77,16;  128,  2Ö;  einem 

g-  g.  m.  59,  18;  152,  35. 
geechrej  (gech-)  n.  »gerücht«  194,  6; 

335,  15. 
geacbwind  adj.  »subtil»  323,  4. 
gesiebt  (ga-)  f.:  die   g.  (ab  etwas) 

verlkreD  *aua  dem  geeichte  ver- 
lieren« 171,  37:  174,  22. 
geaigen  bw7.  :   so   wellend  wir  an 

iren  g.  27,  36. 
geeprecbadj.  »beredt«:  Gannellon, 

der  wol  g.  was  291,  14. 
geatalt  (gst-)  f.:     »art   und  weise, 

weg,  mittel»  2^  19;  17,  3^  26,3; 

118,2;  119,2.33;  230,  34  u.  a.  w. 
geatafcten  bwv.;  mit  gen.  dersache 

99,  7. 
gestellen  (gat-)  swv. ;  den  stryt  g. 

114,  10 ;  einem  die  red  g.  »einen 

zum  schweigen  bringen«  88,  4. 
geatert  adv.  »gestern«  85, 25 ;  87,  34. 
geatiUen  swv. :  absol.  »aufhören«: 

do  gestyllet  daa  ungewytter  von 

stund  an  214,  27. 
gestüd  n. :  coli,  zu  stüde  »geatäade, 

geatrSiucb«  248,  34. 
getümmel  n.  317,  34. 
geÜisaeß  part.    adj. :   ich    bin    vj\ 

gefiianer  gsin  bOÜ  zethnon  dann 

guotz  324,  I. 
gewapnen  swv.:  refl.  189,  3. 
gewar  {gw-}  adj.:   g.   werden  (mit 

acc.)    50,   17;     des     nam     sieb 

RuoUand   gwär  (de  quoj  R.  se 

donna  garde)  29,  35. 


Gilbator  (Gilbatar,Gibil terra):  die 
gebirg  G.  (lea  deatroicts  de  G.) 
339,  31 ;  Galbator  306.  4. 

glen  f.  »lanze«  61,  38. 

glich  adv.  »aofort«  36,  9;  194,  ö; 
310,  25. 

glichen  swv.:  refl.  mit  dat.  120, 15; 
212, 10;  312, 13;  320,  15;  381,34. 

glitzen  swv.  »glünzen«:  hör,  glj 
tzeud  wie  daa  lutter  gold  172,2. 

glitzern  swv.  dasselbe  41,  5. 

gloggenkalleawm.  »glockenschwen- 
gel«  59,  33;  meist  blos  »kalle>. 

glouben  swv. :  in  einen  159,  26. 

gloubbaftigadj.  »glaublich«  314,19. 

glück  n.  (f.  73,  1 ;  a,  anm.  zu 74, 8): 
zuo  allem  glück  »par  caa  de  for- 
tune«  261,25;  uff  gl.  faren  »auf 
abeuteuer  ausziehen«  272,  7. 

gnaden  swv.  »abschied  nehmanc: 
er  schied  uß  dem  schloß  heim- 
lich on  gn.  233,  14* 

Gödfryd,  'tunig  zu  Bordellus' 6, 28. 

Gädfryd  (Gaudebeuf,  Guottibuoffi), 
'uß  Burgundia  bürttig'  306,  13; 
'fryher  uO  B.'  329,  36;  God- 
310,  5. 

Gödfryd  von  Thannemarck,  chri»t- 
licher  herzog  9,  18. 

Gödfryd  (Godeffroy,  dreimal  Gande- 
beuf),  'küoig  inn  Frieül  and' 6,29; 
302,  3;  310,  1;  317,  31;  319,38; 
329,  27. 

Golyaa  ,  der  riese ,  den  David  er- 
schlug 249,  17, 

Gorgonna8(leB  Gorgonoea),  die  Gor- 
gonen  24,  26, 

göttisch  adj,;  der  harniach  was  g. 
(göttlichen  urspi-unga),  also  du 
inn  kein  yssen  nach  etachel  ter- 
achnyden  mocht  171,  25. 

goucb  m.  »gloutonc  1 1,29;  224, 2  0.5. 

Grandon  (Grandoin,  Qrandonio), 
heidnischer  könig  316,  8.  8.  31 
(GradonJ;  s.  Grodoin. 


Grannadia  (Grenade,  Granat»),  kS- 

nigreich  306,  4;  335,  9. 
granaen  m.  »Bchitfeende«  2 15,  2. 
grebtnuß  n.    ibegräbnia«   2&7,  15. 

17.   26;    einem   greptnus  geben 

>b68tatten<  329,  28. 
greweltich  adj.  »grauen  erregend« 

213,  10, 
GryflFon  von  Haultefueille  (Griffon 

d'Hautefueille ,    Grifone   d'Alta- 

foglJa),  vetterGannellona  120,27; 

131,  16;  245,  37;  254,  3. 
Grodoin   (Grodoin}   302,  30;    nach 

Pulci  25, 180  derselbe  wie  Gran- 
don, 
groß  adj. :    da  ward  im  das-  hertz 

80   groß    (gerührt)    202,  24;    dn 

laut  mich  gros  (schwanger)  eines 

kindefl  91,  16. 
grüetzen  awv.,  soimmer ;  z.  b.  2ö,  15 

65,11;  %,  1.  13;  185. 37;  225,  10 
gruotz  m.,  Bo  immer ;  z.  b.  186,  1 
Guchart    (Guicbard ,     Guicciardo) 

bruder  RengDo1ds34, 10  ;  130,  11 

183,32;  190,  11;  205,  10;  210,  14 

229,  5;  300,  11;  304,31;  Gusch 

art  77,  20;  99,  23. 
Gadellon    von   Pejern   (Guidellon 

de  Bavierea;    bei  P.  8,  43   fehlt 

der  name),  am  hofe  Karls  B2,  31. 

S.  Gwedon. 
göette?:    in  Hercules  güette  (aiix 

colonnea  d'Herculea)  299,  35. 
giiettigkeit    f.     »►gute«    158 ,     38 ; 

159,  25;  »courtoiflie*  198,  11. 
Guy  von  Burgundia  (Guydeßour- 

gogne) ,   am  hoFe  Karls  89,  16 ; 

135,  13;  277,  l ;  derselbe  wie  Hug 

Ton  B,  (a.  d.). 
guot:  du  hetteatg.  gehept  vor  dinem 

Unglück    zeain    (tu    avoia    beau 

öviter  ton  malheur)  277,  24. 
gupernator  m.  >gouverneiir«225, 16. 
Gwedon  von  Peyern  253,  14;  nacb 

F  derselbe  wie  Gudellon  von  P. 


Halbteil  m.  »hälfte-  144, 25 ;  310, 22. 

halt  m.  »binterhalt«:  alle  die,  ao 
im  h.  wärend,  wuschtend  harfür 
241,  3ti. 

halten  stv.:  wyrtschafft  h.  236,  4; 
einen  kämpf  mit  einem  h.  336,  4: 
vy],  nüt  uf  einem  h.  (geben  auf) 
85,  5;  89,  23;  251,  13;  refl.  wir 
wend  2er ät  würden,  wie  wir  un» 
wytter  h.  (verhalten)  wend  328,  l. 

hau  V.  an.:  eine  junokfrow  han  (in 
obaciJDem  ainne)  193,  36;  229,  25; 
ietz  hast  nut  daran,  der  minat 
buob  bat  mer  daran  (anteil  da- 
ran) 333,  19.  20;  wenig,  nüt  nf 
einem  han  (geben  auf)  81,  16; 
112, 33;  142, 13.  18;  wirmüeasend 
gän ,  das  wir  den  aoldan  vor 
argwiin  habend  (pour  garder  le 
8.  de  80up9ony  203,  10  ;  er  wurd 
dich  wol  han,  das . .  (il  te  garde- 
roit  bien,  que  .  .)  279,  16;  ich 
wyll  dich  nüt  han  (zurückhalten) 
261,  7;  vergl.  auch  199,24;  210, 
30;  228,  6;  231,  32. 

band  f.:  Bengnold  nam  die  atat 
und  daa  sohlos  tan  zao  sinen 
banden  261,  21. 

handel  m. :  sagst  mir  nüt  allen 
handel  von  der  verrettery  (tout 
le  faict  de  la  trahiaon)  314,  26 ; 
pl.  handel :  ich  will  üch  min  h. 
(mon  affaire)  ertzellen  27,  22; 
ala  die  heren  von  iren  händlen 
(de  leura  adventurea)  seyttend 
232,  27. 

handeln  swv. :  die  unbilligkeyt,  die 
ir  mit  minen  brücdern  gehandelt 
band  38,  9;  wie  er  gehandlet  bat 
(avoit  contracte')  mit  dem  heyd 
198,  34. 

Hannibal  307,  26. 

Hana  (Jean,  Janni  P.  25,  128): 
India,  in  dem  der  briester  B. 
künig  iat  299,  31. 


banfatäagel  m.  26G,  5. 

haptk  m. :  hundert  berejtt  haptken 
(fautcona  miiez)  296,  26. 

bar  adv. ;  als  ünweiter  teil  in  zu- 
samtnenBetzuagen  mit  anders 
adverbien «  b.  ab,  an,  in,  nacb, 
uß;  in  vyl  zytten  bar  (depiiis 
longtempa)  2,  24 ;  mit  verben 
zusammen  gesetzt:  bar  brechen 
»anbrechen»  (vom  tag)  69,  19. 24. 

barniBch  m. ;  sehr  häufig  die  übei- 
setzun^  von  «iea  armes«  ,  z.  b. 
186,  4.  7;  im  h.  sin  »eatre  anndc. 

harfur  adv.,  mit  verben  Buaammeti- 
geaetKl:  harfur  brechen  (vom  an- 
brechenden tage)  44,  14; 267, Ih  ; 
270,  30 ;  273,  IS ;  -kommen  337, 1 ; 
-machen:  refl.  »avvs  der  reih« 
hervortreten«  283,  14;  -stellen: 
refl.  OlHfier  stalt  sieb  barfür  (se 
mit  au  devant)  8,  18;  -thuon: 
die  panner  »mettre  au  vent« 
304,  8;  refl.  »hervorkommen,  her- 
vortreten« 87,3;  309, 15  ;  320,  17  j 
-treten  336,  26 ;  -wischen  241 ,  S6 ; 
-Buchen  304,  16. 

harz  n.:  achwartz  wie  gesotten  h. 
(peige  bouilUe)  218,   16;  309,  7. 

Haultaklara  (Hauteclere,  Altacbi- 
ara) ,  Oliviers  ach  wert  114,  8  ; 
Haultaklerra  318,  18  ;  Hottalker- 
ra  U,  14;  Hochenklara  8,  25; 
Hochenklera  227,  29;  Hochklera 
SO,  7. 

Haultat'ueilla  (Uautefueille ,  Alta- 
foglia)  131,  17;  Haiiltefueilla 
130,  25;  Haultefueille  129,  27; 
HochenfueiUa  245,  87;  254,  3;  a. 
Griffon. 

lieimfallen  etv.:  diewyl  der  ami- 
roll  (der  iehensmann)  tod  iat, 
80  sollend  alle  die  land,  so  im 
ziiogehorttend,  von  recht»  wegen 
OTJnem  vatter  wjder  h.  nla  ober- 
ster her  (ala  lehensberrnj  172,  27. 


Heinrich,  brader  Karle  341,  32. 
heissen  n.:  ich  weit  es  bües^en  na«h 

beissen  (nach  dem  befehl)  disBer 

ryttern  65,  23. 
heitery  f.  »glänz  (der  aonne)«  239, 1. 
hell  adj  :  mit  heller  (lauter)  gtimin 

44,  22. 
Bellen«,  'Meneiaua  wyb'  174,  33. 
helfen  stv. :  einem  darvon  h.  »einen 

retten«  206,  6. 
herberg  f. :  ze  h.  ain  194, 11;  216,16. 
herbergen  swv. :  absol.  170,  1  ;  refl. 

130,  14;    134,  4;    211,  3  (-ern). 

5;  215.  12;  236,  3. 
Herclin  (Eraclio  P.  28,  127 ;    in  F 

fehlt  der  name),  'Cesar  von  Con- 

atantinopel'  ,    vater    von     Karls 

mutter  Bertha  341,  29. 
Hercules  299,  35^ 
hergott  m.  :  unser  h.  1,  21. 
Hermalina  (Hermeline,  Ermellint), 

(jemahlin  Oliviers  8,  24.     Pulci 

1,  17  nennt  sie  'moglie  del  I>.i- 

neae',  d,  i.  Uggieri  (Ogfier-<l«rgis). 

Über  diesen  widersprach  a.  eini, 
Hernnin  (Berrain,  Erminione).  heid- 
nischer könig  77,    22;    86,  17; 

90,  10;  98,  8;  110,  6;   114,22; 

125,  5. 
herrschen   swv  ,  mit   acc. :  ich  bin 

nttt  kommen    küngkricher    «eli 

(pour  acquerir  roy»ume8)168, 13. 
hert  adv.  210,  18. 
herz  n.  -mut«  80,  29;  209, 1;  218. 

25;  227,  32;  286,  13;  297,  12. 
heriog  m.  »anführer«  281,  4.  13. 

üeber  »hertzügc  286, 28  s.  naehtr. 
häasig  adj.   »envieuxc:   ich   bin  b. 

gsin  on  cinicbe  gnad  323,  36. 
hieby  adv. :  es  mögend  wol  vyl  h. 

eKempell  nemnien  179,  11. 
hiedannen  adv.    »von    hier  weg«". 

h.  kommen  111,  20. 
hievor  ad  v.  1 13,  7 ;  135,  29 ;  145.  !1 ; 

179,  27;  192,  16;  201,  21  u.  fl 


I 


383 


k 


W{  f.:  einem  h.  geben  133,  32 1 
einem  h.  thiion  136,  28;  dyaser, 
80  du  meinet,  er  eifr  inn  diner  h. 
(en  ton  aid»)  224,  11. 
Ivilllich  adj.:  einem  h.  sin  »helfen« 
12,  33;  96,  21;    175,  6;   219,  7; 

I  220,  23;  239,  38;  324,  11. 
hin  adv. :  ala  zweiter  teil  in  zu- 
tiainmensetzungen  mit  andern 
advfrbien,  s.  an,  tbert,  vor,  für, 
S6D0 ;  trennbar  zusammengesetzt 
mit  rerben :  -gän  »eii  umrunde 
gehen,  uterbenc  (?)  169,  28; 
-kommen:  sy  wurdend  eyß,  daz 
sy  sinn  (wegen  ihres  streites) 
zuo  Rengnolden  hink,  wettend 
(qa'ellea  s'en  rapporteroyent  k  R.) 
'267, 21 ;  -richten  »töten«  :  ich  hab 
inn  wyllen,  vil  hinaerichten  mit 
der  Bchniden  mines  achwertz  136, 
34 ;  -sin  »verschwunden ,  ver- 
gangen sein« :  natz  das  innen 
der  zorn  hin  were  137,  33; 
-thuoD :  den  büseen  wyllen  b. 
(abiaasen  von)  140,  30;  got,  der 
da  mag  all  zouberryen  h.  (zu 
nichts  machen)  227,  1. 

hindannen  adv. :  einen  li.  jagen 
143,  15. 

hinder  präp.:  bindet  sich  (meist 
zusammengeachrieben)  »zurünk«, 
häufig  bei  Verben  der  bewegnng ; 
z.  b.  stellend  ilch  h.  (retirez  voaa) 
72,27;  adv.;  binder  g;in  »unter- 
gehen* (von  der  sonne)  165,  4. 

hinder  adj. :  inn  der  hinderachten 
(letzten)  schlacht  der  A.  7,  35. 

hinderwertlingen  adv.  »von  hinten 
her«  30,  27. 

hinscheiden  a,  8, 36;  90,  ^ ;  91,  37 ; 
23Ö,  18  a.  ö. 

hlnaß  adv. :  b.  geben  >  herausgeben  < 
185,  18. 

hin  für  adv.  »fortan,  künftigbin« 
15,  6. 


hinwegscheiden  n.  302,  12. 

hirziy  n.,  demin.  zu  hirz  43,  37. 

BiBpan(n)ia  (Kapagne  ,  Spagna) 
79,  24;  135,5;  HO,  16;  142,24 
229, 16;  275,  24  ;  280,  11 ;  287, 17 
290,  30;  303,  16;  313,  23;  333,19 
339,  30  (das  gantz  H.);  341,  14 
Hiachpan(n)ia  79,  24;  155,  28 
Hyspannien  2,  34. 

Hoal  von  Nantes,  chriHtl.  ritter 
325,  14;  Hoel  332,  18;  339,  27. 

Hocbenklara,  -klera,  Hocbklera,  s. 
Haultaklara. 

Hochenfueilla,  s,  Haultafueilla. 

hochgeboren  adj. :  min  aller  meoh- 
^igester  und  hochgeborncat  her 
292,  8. 

hold  adj.:  absol.  «verliebt«  173,22; 
174,  10;  180,  38. 

hön  adj.:  einen  h.  machen  »er- 
zürnen« 114,  14. 

hdptlingen  adv.  »kopfüber«  :  Leon- 
nett fiel  h.  über  sinpfertab  29,  13, 

Uottalkerra,  s.  Haultaklara. 

hönschen  (housthen  198,  32;  hüe- 
Bcben  196,  26)  awv.:  einem  etwas 
h.  »verlangen«  60,  1.20;  143,5; 

196,  24,  26;  198,  32;  283,  23, 
hof  m. :  an  der  filrsten  hoffen  und 

andern,  die  da  häf  haltend  (qui 

tiennent  maison)  124,  9. 
hofatat  f. :  uf  tlea  strytz  h.  322,  21; 

330,  13. 
hudler  m.  »glouton*  121, 35 ;  216, 16. 
hüenly  n, ,  dem.  zu  huon :    die   h. 

gänd    niemer   mit    den    fuchsen 

269,  27. 
hüerling  m.  »ribaud«  206,  2. 
hüerrigm.  »ribaudc43, 22;  »niffien« 

197,  14.  18. 

hüeten  swv. :  hüettend  (gebet  acht) 
ob  allen  dingen,  daz  .  .  231,  1; 
refl,  ohne  weiteres  objekt  162,  28. 

Hug  von  Bargiindia  (Guy  de  Bonr- 
gongne),  heraog  26,  16;  32,  33  j 


* 


384 


285,  5;  310,  l;  'künig  zuo  Ag^re- 

nant'  329,  30.    S.  Guy. 
Hug    von  Nantes    (Hiiyan   de  N.), 

graf  302,  5;  3lU,  4;  329,  35. 
Hugo    (Hugues)    von    AckjrltaDia 

342,  3  ;   H.  von  Gennow  342,  7. 
haiid  m. :  zwei  hundert  louffendcr 

hutidsn  293,  26. 
LilndiBch  adj. :  mit  den  h.  Erjaten 

2U8,  32. 
hungerig  adj.:  h.  nach  etw.  320, 15. 
huot  f.:   dch  in  h.    halten  69,  12. 

15;  79,  22;  147,   11. 
hurtig  adj.  .gaillard«  192, 6; 263,29; 

276,  3. 
huffe    Dl, :    sich    uif  ein   h.    legen 

231,  33;  zuo  h.  faUen  164,  37. 
böwlen  bwv.   »heulen«   (von   hun- 

den)  280,  30. 

J  (y).  ^ 

yet'^mal  adv.  »jetzt,  bh  dieser  zeitc 
24,  34;  26,  27;  166,  14  u.  ö. 

yll  f. :  in  Bchneller  yll  201,  14. 

yllentz  adv.  47,  10;  58,  28  u.  ö. 

im  (dat.  von  »es«):  sehr  häufig 
beim  verhum  »thuon«,  um  die 
be Ziehung  desselben  auf  etwas 
vorher  erwähntes  anzudeuten 
82,  26.  38;  115,  27;  129,  7; 
143,21;  150,5;  168,10;  172,30; 
196, 15  ;  1Ö8,20;  287,  35;  297, 31 ; 
300,  12;  einmal  bei  einem  ad- 
jektiv :  ir  sind  im  wyß  gnoog 
(weise  genug  dazu)  298,  14. 

imbiU  m.:  zimbiß  essen  >disner< 
120,  22;  182,  35  u.  ö. 

in  präp.  mit  dat.  oder  acc:  a) 
räumlich ;  in  (auf}  dem  berg 
186,  9 ;  der  sy tz,  in  dem  M.  saß 
295,  18.  b)  zeitlich  »wahrend, 
bei<:  im  nachtessen  236,6.  13; 
in  Earlys  rettung  285,  34 ;  in 
Karlys  und  Ruollanden  luokunffc 
285,  38;  im  zuohenzüchen  309,  9  ; 


I 


in  der  red  311,  17  ;  in  ainer  klag 
319,  7  ;  im  rytt  319 ,  37  ;  im 
wyderumrytten  325,  27  (vergl. 
auch  »indem«);  in  (seit)  zechen 
jitren  HO,  23;  in  kurzem  (binnen 
kurzer  zeit)  80,  31 ;  90,  5  ;  94,34 ;  _ 
156,  27;  in  kartzen  tag<>n  (vor  ■ 
kurzem)  64,  10;  in  vaat  kurtzer 
zyt  {depuia  peu  de  tempa)  211,33; 
esi  ist  jetz  nüt  im  zyt  (an  der 
zeit)  ze  blässen  319,  14.  c)  zweck, 
absieht  bezeichnend  :  (der  !öw) 
leyt  sich  nyder  in  zeichen  der 
demüettigkeyt  226,  22;  dysse 
ding  schickt  üch  M.  in  frünt- 
schaft  zeichen  296,  31;  ich  wyll 
üch  mine  gsellen  in  huot  lassen 
270,27;  (er  wüst  nüt),  ob  sy  in 
gaottem  oder  in  bOaaem  (in  g.  oder 
in  b.  absieht)  kämmen  79,27.  d) 
instrumental ;  in  dysaer  fonn(par 
ce  moyen)  332,  36.  e)  wann  ea 
mag  sich  im  niemmen  verglichen 
in  manheyt  185, 14 ;  er  Übertrift 
inn  manheit  und  redligkeyt  alle 
84,  33. 
in  adv.,  trennbar  zusammengesctit 
mit  verhen;  -beschließen  »ein- 
BchHeOen«  315,  35;  -binden:  al^ 
im  ingebunden  (aufgetragen,  be- 
fohlen) was  vom  keyser  K.  268,4; 
-geben  »übergeben»:  (so  well  «r 
üch)  gros  stet  und  land  i.  202, 29; 
-haben  linne  haben«  243,  31; 
282,  19;  335,  22;  340,  3  u.  &| 
»retenir«  116,23;  -hatten  »zurück- 
behalten«: (pfert  und  schwert), 
ao  er  im  unrechtlich  inhielt  113,22; 
-legen:  die  glen  61,  38;  die  spar 
115,  26;  du  hast  uns  ein  groaw 
unner  ingleyt  177,  22;  -nemen: 
tribut  195,  35 ;  R.  nam  die  slat 
und  das  schloa  in  zuo  sinen  ban- 
den 261,  20;  -Bchlachen:  das  er 
im  den  (köpf)  in  schluog  215,  4; 


( 


i 


-stecken :  die  acbwertter  1 79, 18 ; 

-suchen:  ftbaol.  2&4,  27. 
indem  (häufig  getrennt  geschrieben) 

adv,  »während    dessen«    97,  21 ; 

223,  4;    272,   30.   34;    276,  24; 

325,  18  u.  ö. 
India  201,  17;  299,  30. 
ingang  m.  »eingang*  226,  10. 
ingiesaung  f.  »eingebung«  :    durch 

götliche  i.  52,  31 ;    durch    die  i. 

dea  hejlgen  geystz  159,  21. 
inhalt  m.  277,  14.  30. 
inbaltung  f.  >inha]t«  64,  5. 
inhar  adr. :    du   ha«t  es  in  hals  i. 

erlogen  107,  16. 
inwendig  adv. ;    er   ertzöugt    sich 

hüpacblich    ußwendig,     aber   i 

was  er  trurig  293,  6. 
inwoner    m.    >einwohner<    45,  9 

94,  15;  242,  7;  254,34;  265,12 

280,  25  ;  331,  32;  iawaner  44, 29, 
irig  adj, :  daz  ir  all  irig  sin  wer 

den  (serez  tout  empeaübi!) ,  die 

zetzellen  97,  28. 
isig  adj.  »eieern« :  und  het  er  den 

kopff  jBsig  186,  21. 
isin  adj.  dasselbe:  ein  grosse  ysainne 

kuglea  189,  lö;  mit  der  yaainnen 

fuat  249, 10 ;  ein  groBeen  issennen 

kolben  197,86;  d.  yeae  huot  189,32. 
Ytallia  2,35  ;  6,  6;  Yttallien339,33. 
iferung  f. :   wie   man  aich  inn  die 

ytfrung  der  liebe   leyt   (comme 

ile   se  mettront  en   freneaie  de 

TamourJ  197,  12. 

Jason  (Jason,  Greco  P.  20,  27) 
Bchiffspatron,  vertriebener  könig 
von  Cornillia,  von  den  franzu- 
Biachen  baronen  getauft  und 
wieder  in  seine  rechte  eingesetzt 
214,  12;  225,  8;  235,  22;  241,  29  j 
243,  27;  246,  20;  299,  16. 

jenent  adv.:  da  jbänett  «dort 
drüben«  269,  14. 

Moiguit  der  riet» 


jener:    die  yeneren    tand   299,  26 

(a.  anm.  zu  der  stelle), 
jerlich  adj.:  uff  den  jerlichen  tag 

(Jahrestag)  siner  bekrönung  200,5. 
Jerusalem  (Jb-)  2,  30;  5,  6;  6,  12; 

249,  17;  275,  21;  338,  32. 
Jesua  (Jh-),  der  gott  der  Christen 

12,  22;  13,  22;  86,  25;  93,  15; 
117, 12;  272,  29 ;  304, 20  ;  308,  23 ; 
325,  34 ;  der  nam  Jbesum  13, 26 ; 
Jhesus  Krystua  145,  1 ;  Jh.  Kryat 
214,  19;  Jh.  Christ  29,  16;  Jbeaa 
Krist  76,  14;  Jhesuchrist  11,  11. 

Saut  Johans  Port  (S.  Jean  pied  de 
port]  San  Gianni  pi^  di  Porto 
P.  25,  94;  San  Gianni  di  Porto 
25,  170;  Pi^  di  Porto  27,  161). 
Stadt  in  der  nähe  von  Ronce- 
valles  295,  7;    296,  15.  34;  297, 

13.  29.  36;  298,  22;  303,  28; 
312,  26;  319,  22;  325,  7;  336, 
2.  6. 

Joyosaa  (JoyeuHe,  Gioiosa),  Earla 
dea  großen  achwert  284,  14. 

Jordan,  fluß  334,  23. 

Sant  Jörg,  der  hl.  Georg  298,  6. 

Judas,  der  Verräter  250,  24;  279, 
13  ;  290,  21. 

Julius  Cesar  307,  25. 

junckfrow  f.:  die  (rysaen)  hattend 
die  für  ir  j.  (chambriere)  181, 19. 

Jupiter,  beidengott  81,  23;  194,  38. 

K  (C,  Q). 

Kalyf :  der  gros  K.    von   Bande« 

(a.  d.);  der  Kallyffe  317,  20. 
Kallabria  (C-)  6,  15 ;  339.  34. 
kalle  m.  »glockenachwengeU,  Mor- 

gants  waffe  19,  36;  95.  30 ;  97, 28; 

122,  33;   123,  16;   210.  2.  4.  20. 

30;  215,  4. 
Callygant    (Galigant ,    Galigante 

P.   22,  254),    heidnischer  könig 

270,  9. 
Cailorion  (Calorion,    Calavrione), 
25 


386 


heidnischer  könig,  brader  des 
Alten  vom  berg  245,  81 ;  246, 13; 
248, 15 ;  254, 17;  257, 14;  263,  21 ; 
K-  254,  24. 

Garn  von  Cattaja  (Cam  de  Gattaye, 
Can  di  Gattaia  P.  21,  6),  heid- 
nischer farst  223,  25.  34;  Kamm 
223,  28. 

kammertbür  f.  175,  12. 

Kaprefol  (Caprefol,  CaprafoUe  P. 
22,  217),  eine  wüste,  in  welcher 
der  riese  Geryon  sich  aofh&lt 
264,  25;  C-  267,  38. 

caracter  m.  »zauberbachstabc :  die 
(ryssin)  fandend  sy,  das  sy  neys- 
wa.8  caracteren  (characteres)  inn 
herd  macht  231,  9. 

Earador,  s.  Eorador. 

Early,  kaiser  Karl  der  große  1,  2 
u.  8.  w.;  Karolus  2,25.  29;  6,  2. 

Earlomanus,  sein  bruder  341,  33. 

Cartago  305,  15 ;  307,  26. 

Gattaya,  s.  Garn. 

Gafferus  von  Bourdyas  (Cafferus, 
Caffiers  de  Bordeaux),  christ- 
licher könig  310,  2;  329,  27; 
Carferus  302,  3. 

keybin  f.,  Schimpfwort,  von  der 
riesin  Creonta  gebraucht  228,  20. 

kämelthier  n^  »kamelc  299,  26. 

Genonnia:  Buolland,  gräf  zuo  G. 
7,9. 

Oerberus,  der  höUenhund  24,  22. 

keren  swv. :  refl.  (Ruolland)  kart 
sich  uß  dem  streich  (wich  dem 
st.  aus)  197,  37;  die  Zerstörung, 
so  sich  vast  bald  uff  uns  keren 
wyrt  308,  19. 

kärly,  dem.  zu  »karren«  135,  20. 

ceromancia  (so  ist  wahrscheinlich 
statt  »ceromacia«  zu  lesen)  »chiro- 
mancie«  306,  6. 

Gesar :  des  grossen  Herclin,  Cesars 
von  Constantinopel  341,  29. 

kybeu     swv.    «sich    zanken«:    die 


zwo  jnnckfrowen  kyptend  nmm 
Ire  schöne  267,  18;-  do  sy  lang 
kybet  hattend  267,  20. 

Gybillia  (Gibile),  stadt  in  Spanien 
306,  4. 

kinbagge  m.  197,  10. 

kindbet  f.:  die  was  nuwlingen  uß 
der  k.  gangen  96,  8. 

Gypion,  s.  Scipion. 

Cyrot  (Girot,  Scirocco  P.  20,  27), 
patron  eines  schiffes  214,  12.  19. 

klagen  swv. :  sich  einem  kl.  (s.  bei 
einem  beklagen)  243,  14. 

Klaramunt,  s.  Kleramunt. 

Klarion,  Ol-  (Clarion ,  Fabarro  P. 
9,  33),  Vasall  Hermins  94,  11. 13. 
29;  100,  27;  103,  37;  117,  34. 

Glementz  (Glement,  Chimento  P. 
2,  53),  böte,  von  Rengnold  aus- 
geschickt Roland  zu  suchen  32,84; 
83,  7  (acc.  Giemen tzan);  vergL 
auch  25,  14. 

Elementza  (Clemence ,  Clemenna 
F.  8,  15),  Schwester  des  kOnigs 
Hermin  78,  16.  37;  79,  11;  Cle- 
mantza  101,20;  Clemencal08,19. 

klepfen  swv. :  absol.  der  stein  fuor 
für,  klepffend  als  ein  tbonner- 
klapff  11,  34;  trans.  (Creontta) 
klapfft  ire  zenn  wyder  ein  an- 
dren 231,  33. 

Kleramunt ,  Gl-  (Clermond  ,  Chia- 
ramonte),  graf ,  klosterabt,  aus 
dem  geschlechte  Rolands  und 
Rengnolds  9,  15.  30;  13,  32; 
14,20.  33;  15,17.  21.28;  16,23; 
17,34;  18,18.  28;  19,4.  24.29; 
20,  2;  35,  3;  36,  30  u.  s.  w.; 
Klaramunt  10,  6. 

knüpfen  swv.:  Rengnold  knüpft 
(band)  Bayard  an  ein  boum  154, 
24. 

koller  m.  »köhler«:  schwartz  wie 
ein  k.  23,  1. 

kommen  stv.:  (Karly  ist  ursächer 


gsin),  daa  sovil  laodtz  zuo  un- 
serm  beiigen  glonben  kommen 
sind  140,  19;  sy  was  Bich  ver- 
wundern, wohin  er  mit  Bayard 
kommeiif  were  (qu'il  avoit  faict 
de  B.)  184,  34;  ich  will  sinn 
unsers  zanckO  an  dyasen  rytter 
kommen  (je  m'en  rapporte  ,  .) 
240,82  (vergL  hinkommen);  mich 
danckt,  ich  sig  aß  einem  schlÜff 
kommen  325,  23  j  die  mere  käm- 
mend (gelangten  zu)  dem  küaig 
M.  155,  2;  es  kam  innen  wol 
(daQ  sie  noch  gerüstet  waren) 
132,  2. 

commett  f.  >kometc  340,  14  (s.  die 
anm.). 

CünHtant  (Constant,  Gostanzo),  kö- 
nig  Ton  Bella  Marint^  131,  17; 
199,  4;  202,  12;  205,  25;  211,  11; 
249,  27;  Conatantz  (dat.)  199,3. 

Constantinopel  341,  29. 

Conatantinus,  'der  probst  auo  Rom' 
830,  2. 

contzientz  f.  »conacience*  323,  25  j 
339^  1. 

Gepard  -t  (Copartj  Copardo),  sehn 
dea  amirola  von  Peraia,  brnder 
der  Roßmunda  166,  25.  28.  31. 32 ; 
167,  1.  8,  11.  3S;  171,  1;  181,5. 

Korador,  C-  (Corador,  Caradoro), 
heidnischer  könig,  vater  Leon- 
neta  und  der  Meridianna  20,  7. 
22;  28,  4.  24;  40,  28;  58.  21; 
63,  22;  77,  26;  90,  6j  118,  26; 
209,  22;  Karador  64,  6, 

Corbant,  K-{Corbant,  Corbante), 
heidnischer  könig,  von  den  fran- 
zösischen herrcnzumchriritentiim 
bekehrt,  vater  der  Forisaenna 
44,  32;  46,  19;  49,  2;  51,  3; 
54,  0;  56,  30;  58,  27;  Corbana, 
K-  (gen.)  44,  32;  54,  29. 

Cordublya  (Courdoube ,  Corduba 
P.  25,  254),  Cordova  306,  5. 


Cormoram  (Cormoran,  Can  di  Gat- 
taia  P.  20,  60),  haaptmann  dea 
kaiaera  von  Me8aa215,  36;  216,2. 
5.  7.  13.  15.  20.  22.  24  (K-).  30. 

Cornillia  (Cornille,  Corniglia),  s. 
Dyomedea. 

kosten  awv.,  ohne  Preisangabe :  ich 
loben  dir,  ee  daa  die  buqd  under- 
gang,  müeß  dich  daa  wort  kosten 
(que  le  mort  te  cousstera  eher) 
197,  19. 

kostligkeyt  f.  »pracht,  aufwand« 
161,  1;  173,  25. 

kränken  awv.:  so  gar  het  er  daz 
hertz  kräackt  (tant  il  avoit  le 
coeur  serrö}  uß  ursach  der  schnel- 
len verrendrimg  dea  leidtz  in 
fröud  66,  85. 

CreontafCreante,  Creonta  P.  21,25), 
zanberkundige  rieain,  mutter  von 
acht  rieaen  213,  13.  30;  225,  18. 
20;  228,  34;  232,  26;  242,  26. 

Krieche  m.  »Grieche  (Oströmer)« 
2,  20.  23. 

Eriechenland  339,  32. 

kriegiach  adj.  »zum  krieg  gehö- 
rend«: daa  ich  nun  die  krie- 
giachen  sachen  gaächen  und  er- 
lernnen  mög  27,  19. 

kriegalouf  m. :  pl.  wann  das  sind 
die  krjegaiSuif,  eineet  glückhaff- 
tig,  änderst  ungliickhaStig  eesia 
71,  28. 

kriegslüt  pl.  94,  38 ;  96,  20;  160,  2; 
249,  29;  254,  l  u.  ö. 

kriegsrächt  n. :  nach  k.  241,  5. 

kriegsvolkn.  83,  7;  160, 13  ;  161,  28; 
206,   13;  258,  2;  331,  19  u.   ö. 

Kriat  m.  (sehr  häufig).  S.  auch 
Jbeaas. 

Crjatianua,  'könig  zao  Brefctanya' 
320,  28. 

krumbhorn  n.,  ein  muaik Instrument 
(in  P  entspricht  »clairon«)  293, 
14. 

25* 


^88 


krutz  n.  »kreas  (ende  des  rück- 
grates)«  11,  86;  231,  20. 

kacbjgschir  a.  »küchengeschirrc 
21,  12. 

quitt  adj.:  das  da  den  kanig  F. 
ewigklich  für  quitt  lassen  wellest 
des  trybotz  halb  198,  29. 

kumlich  adj.:  die  k.  (geeignete) 
zyt  17,  34;  es  ist  ietz  nüt  k. 
(il  n'est  pas  maintenant  temps), 
daz  ir  üch  an  innen  rächend 
204,  9. 

kamlichen  adv.  »kaum*  109,  7. 

kummerlich  adv.  »kaum«  31,  8; 
44,  6;  139,  33;  175,  24. 

kunnen  an.  v. :  (ein  wärsager),  der 
vast  wol  mit  der  scbwartzen 
kunst  kond  (sich  sehr  gut  da* 
rauf  verstand)  147,  1;  er  treyt 
dry  böggen,  mit  dennen  er  wol 
kan  (gut  umzugehen  weiß)  272,22 ; 
ich  kan  nüt  darfür  (daß  ich  nicht 
so  schön  bin)  266,  8. 

kuntlich  adj.:  so  muos  er  mich 
finden  das  k.  zemachen  (prouver), 
das  es  war  ist  239,  21. 

kunthuon  an.  T;  =  kund  thuon 
84,  17;  171,  8  u.  ö. 

Cuonrat  (Courant,  CoranteP.  14,30), 
riese  161,  8;  164,  24. 

Kurthän  (Courtain ,  Cortana) ,  das 
Schwert  des  Gergis  ron  Danne- 
marck  86,  7  (s.  ein!.). 

kurzlich  adv.  »kurze  zeit« :  k.  dar- 
nach starb  sin  bruoder  341,  34. 

kurzum  adv.  »um  es  kurz  zu  sa- 
gen« :  k.  sy  wottentz  nüt  thuon 
234,  33. 

kurzwilen  swv. :  din  buol  kurtz- 
willet  undersich  (joue  de  Sou- 
plesse) 266,  85. 

Laden  stv.:  mit  acc.  der  sache 
»aufladen«  16,  16.  17;  mit  acc. 
der  person  »beladen«  259,  12. 


Lamostant  (l'Amostant ,  TAmo- 
stante  P.  12,  39),  'künig  in  Per- 
sia'  142,  34. 

Lamparten,  Lombardei  6,21;  Lam- 
party  342,  14;  Lombardia  342,8. 

Lamparter  m.,  Langobarde  342, 12. 

Lamparty,  s.  Lamparten. 

Lamprecbt  (Lambert),  'künig  zuo 
Bourges'  302,  4;   310,  8 ;  329, 27. 

Lamprecht,  'fürst  in  Brüssen'  6, 28 
(s.  einl.). 

landvolk  n.  »les  gens  du  paysc 
97,  36. 

lang  adj.:  nach  langem  »nach 
langer  zeit«  154,  87;  256,  2a 

langest  adv.  »längst«  244, 2;  261, 
11. 

Langres:  dergräf  von  L.  (lecomte 
de  L.)  802,  5:  310,  4;  329,35. 

Lassanna  (Lausanne,  Lusanns)  255, 
16;  s.  Polydor. 

lassen  stv. :  im  fallen  ließ  er  m 
grossen  schrey  11,  18;  do  ließ 
sy  ein  grossen  sQnfftzer  65,  20; 
die  ließ  gros  silnfftzen  ab  ß.  hin- 
scheyden,  aber  er  ließ  nach  tjI 
grösser  235, 18. 19;  wie  vil(trehen 
und)  sünfftzen  wirst  du  (von 
hertzen)  lassen  290,  15;  308,11; 
do  ließ  er  ein  grossen  fürflammen 
uß  dem  mul  231,  17;  die  wyl 
die  fisch  suttend,  ließ  der  bruo- 
der win  275,  7;  lassen = zurück- 
lassen: der  künig  Hermin  hat 
inn  zuo  einem  regent  des  landes 
gelassen  93,  86. 

Lateran  (Lateran) :  a£F  dem  platt, 
der  da  heyßt  L.  2,  12. 

latte  f.  »dachlatte«  24,  1. 

leben  n.  »lautes  treiben,  lärm«: 
waz  läbens  ist  daz,  so  ich  in  der 
stat  hör?  95,  7;  waz  lebens  die 
in  der  stat  tribend  248,  20. 

läbtag  m. :  das  sy  ir  1.  rieh  warend 
225,  14. 


389 


läclienlilt  pl.  »lebenslente«   J4Ö,  5. 

läder  n- :  gewapnet  mit  gesottnem 
].  (de  cuür  bouilly)  205,  3;  218,  15; 
mit  gee.<]ttiien  lädern  258,  29. 

legen  awv.  a)  mit  acc.  der  person : 
By  leyttend  inn  an  ein  vaat  schöne 
bett  4f;t,  9;  er  ward  mer  dann 
in  tiassend  etuck  geleyt  242,  3. 
b)  mit  acc.  der  Bache:  h&nd 
legen  an  einen,  etwas  126,  'i^; 
161,19  ;  201,34;  217,20;  229,32; 
247,  10  ;  326,  12;  do  lejt  sy  ir 
liebe  an  inn  146,  19;  die  hat  all 
ir  liebe  an  in  geleyt  167,  19; 
die  achmach,  so  da  faltachlichen 
uff  frow  M,  geleyt  hast  und  iiEF 
mich  122,  30;  der  dingen  halb, 
so  man  uff  inn  ieytte  (ihm  zur 
last  legte)  124,  2;  die  (fürsten 
uß  Franckrich)  leyttend  all  ir 
zyt,  all  ir  hab  und  lyb  und 
stercky  den  kryatenlichen  glon- 
ben  zemeren  264,  17.  c)  refl. 
und  ley t  aich  an  ein  bett  174,  24 ; 
dennen,  an  die  sy  (die  liebe)  sich 
leyfc  178,  10;  wie  man  sich  in 
die  yffrung  der  liebe  leyt  1 79,  12, 

-lei  (-lein),  als  zweiter  teil  von  zu- 
sarnmenBetzungen;  allerleyn  174, 
1;  drycrlein  334,  24;  einicherley 
107,20;  11G,23;  120,9;  170,32; 
-lein  123,  36;  keinerlein  U^),  23; 
iri7,  7  ;  268,  18  ;  vyllerlein  21,  38. 

leid  n. :  ich  bin  hie  inn  leyd  be- 
kleyt  (trage  trauerkleider)  tag 
und  nacht  217,  37. 

Leon  (lll),  papst  1,  12.  16;  Leo 
341,  17. 

Leonnet  (Lionnet,  Lionetto),  eohn 
dea  königs  Corador,  brnder  der 
Meridiannä  28,24;  54,  23;  65,  25; 
71,  13;  Lyonnet  28,  4. 

Leonfant,  b.  Lionfant, 

lärmma :  yederman  Bchrey  1.  (cri- 
pit  allarme]  248,  20. 


leser  m.  »Torleser«  :  er  (Karl)  hatt 
alwegen  läaser,  die  im  die  biblen 
und  kronicken  läaaend  und  an- 
dere gcHchichten  5,  14. 

lesterer  m.  :  du  bist  ein  1.  (adultere) 
und  kätzer  und  geschänder  der 
jungckfrowen  157,  13. 

Lybia  (Lybie,  Libia  P.  25,  213), 
Lybien  305,  14. 

lichnam  m.  «körper«  323,  10;  die 
todten  lichnam  318,  2. 

lychtferig  adv.  »veränderlich,  nn- 
beatändigt:  (die  frowen),  die  die 
gmüetter  so  L  band  150,  14. 

liden  stv. :  trans.  »zulaflsen,  za- 
geben* 65,  17;  107,  4;  238,  16; 
ich  möcht  liden  (ich  hätte  gern), 
das  dis  pfert  im  holtz  were  17,2; 
refl.  das  fröwly  schrey  im,  er 
aött  aich  liden  (sich  rnhig  yer- 
b alten}  105,  35. 

lieb  adj.,  prädtcativ  gebraucht  ohne 
Objekt:  do  Gannellon  gaach,  das 
RuoUand  bo  gar  lieb  was  (eatoit 
tant  airaö)  7,  26;  da  die  ver- 
retter  lieber  sind  (sont  mieux 
aouatenus)  als  die  frommen  34,  8. 

liebe  f.  »geliebte»  91,  26;  265,  27  ; 
liebe  zu 0,  mit  einem  h an  64, 18.  20. 

lieben  (gelieben  ?}  bwv,  :  das  in 
(gott)  geliept  hat  den  friden  ze- 
raachen  117,  6. 

liebhaben  swv.:  ay  fuorterd  guot 
laben  mit  einandren  als  zwey 
liebhabende  150,  35. 

liegen  (lügen)  stv. :  du  Mgat  durch 
din  achtuBd2l8,  34;  einen  heiaaen 
1.  »desmentir«  126,  36;  128,  5; 
279,  20, 

ligen  stv. :  am  bett  1.  174,  25; 
175,  14;  295,  33;  am  fenater  1. 
172,  3;  188,  25;  man  hat  wol 
gsächen ,  an  wemm  es  gelegen 
geweGt  ist  (wer  schuld  daran 
war)  230,  5. 


390 


Lyonbrun    (Lionbrun,    Liombruno 

Vi  21,61),  Vetter  Marrilias  229,20. 
Lyonnet,  b.  Leonnet. 
Lionfant  (Lionfant,  Lionfante  P.8, 

87),  anfObrer  in  Bermins  beer  81,8; 

84,  8;  98,  7;  117,  84;  Leonfant 

79,  1;  83,  4;  115,  16;  125,  6. 
Lionfant  (Lionfant ,    Leopante  P. 

20,  80),  heidnischer  amirol  219,9. 

24.  26.  80. 
loben  8WV.  =   geloben   197,   18; 

222,  9 ;  261,  9. 
Lombardia,  s.  Lamparten, 
lotter  m.  »glouton«  197,  85. 
louf  m.:  Baolland  reyt  hindersieb 

den  louf  zenemmen  148,  87. 
loufen  stv. :  der  pris,  der  von  üwer 

manheit  in  aller  weit  loafit  71,3. 
löwly,  dem.  zu  »low«:   ein  kleine 

wysses  1.  248,  23. 
Ludwig  (Loya,  Lodovico  P.  28, 114), 

Bohn  und  nachfolger   Karls  des 

großen  339,  37. 
Ifiegen  swr.:  (die  ryssin)  lüeget  wie 

ein  touber  stier  227,  84. 
lümbd  m. :  diewyl  er  den  lümbden 

hat,   das  er  der  gröst  verretter 

wer  in  aller  wält  290,  86. 
luogen  Bwv. :  so  luoget  sy  dem  end 

nut  (eile  ne  regarde  pas  k  la  fin) 

171,  15;  ich  wyll  üch  umm  ein 

guot  wol  gerust  pfert  und  umm 

guotten  hämisch  1.  (sorgen  für) 

163,  21. 
lust  m. :  dardurch  der  heren  vil 

grossen  Inst  nammend  (prenoyent 

grand  plaisir)  sy  sächen  ringen 

122,  16. 
lut  adj. :  1.  machen    »einen   lärm 

machenc  210,  83;    232,  3;   304, 

15. 
Inten  swv. :  das  ist  ein  sach ,   die 

übel  luttet  21,  26. 
luter  adj.:  das  wätter  ward  wyder 

schön  und  lutter  282,  15. 


Luttringen  340, 34 ;  der  bertzog  von 

L.  329,  33. 
Lutzianna  (Ludenne,    Luciana  P. 

18,  70),  tochter  Marsilias  158,  3; 

154,  8;  160,  12;  161,34;  172,3; 

181,  5;  332,  27;  885,  10. 
LntzifFer  (Lndfer)  24,  17;  291,27. 

Mabon  (Mabon;  bei  P.  4,  50  fehlt 
der  name),  pseudonym  für  Doon 
45.  23. 

Mabon  (Mabon ;  bei  P.  kommt  der 
name  wiederum  nicht  vor),  vetter 
Marsilias  153,  23;  154,  5. 

machen  swv.  »peindre«  218,  11; 
RuoUand  macht  nüt  vyl  mit 
Gannellon  (gab  sich  nicht  viel 
mit  ihm  ab)  290,  28. 

Machmet  (Mahom,  Macon),  beiden- 
gott  11, 18;  12, 88;  18, 11 ;  14,22; 
28,20;  29,1.  17.  19.  20u.  8.w.; 
Machemet  58,  2. 

macht  f. :  angesechen  die  gros  macht 
volcks,  soir  gschicMband  287,16; 
wenn  Alexander,  Julius  Cesar 
. . .  und  all  ir  machtend  (s.  anm.) 
hie  werend  307,  27. 

machtlos  adj.  »betäubte  261,  37. 

Maduyt,  'künig  in  Sassia'  (Mauduit, 
roy  d'Asie;  Malducco  di  Frasse 
P.  25,  177),  im  beere  Marsilias 
309,  16;  318,  6  (s.  nachtr&ge). 

Magis  (Maugis,  Malagigi),  der 
zauberkundige  söhn  des  Beffes- 
von  Agremunt  34,  13;  86,  4; 
56,  28;  110,2;  113,  24;  116,4; 
128, 28 ;  183, 32;  205, 11 ;  228, 32; 
277,1;  280,31;  298,30;  304,26; 
306,  28;  311, 21;  321,26;  339,15; 
gen.  Magyssen  313,  8. 
mal  n.:  zum  dickem  mal  (sehr 
häufig),  zum  d.  mallen  278,  3; 
zuo  mengen  mallen  26, 12;  meng- 
mal  114,  13;  139,  12;  erbat 
mich  sovil  mallen  betrüept  139,32; 


391 


B-weymaUen  27,  25 ;  drü  oder  fier 
m Tillen  36,  8  ;  einmal  (auf  die  Zu- 
kunft gehend)  142,30 ;  246,7 ;  eynß 
mala  »auf einmal«  3, 28;  327,35; 
zeraäl  »plötzlich«  293,  19. 

Malprin  (Malprin,  Malprimo  P.  25, 
177),  heidniacher  könig  im,  beere 
MnTsilias  302,  22;  309,  23. 

Mnlpron :  der  wald  M.  (le  val  de 
Malpioa ,  la  valle  di  Malprimo 
P.  17,  116}  197,  22. 

Mambrin  (Maiibrin,  Mambrino  P. 
8,  15),  Bcliwagerdps  königs  Her- 
min 77, 32;  81,  32;  99,  4;  104,  IL 
S,  Manbrin. 

Mammon,  höllisches  wesen  24,  18 
(der  gittige  M,);  101,  7. 

Manbrin  (Maubrin,  Mambrino  P. 
3,  32),  heidnischer  könig  34,  23; 
wol  derselbe  wie  Mambrin. 

manenswv.  »(ein  beer)  aufbieten«  : 
nnd  dag  ic  Tcrnemmend,  warumm 
ich  üch  gemantt  hab  303,  13. 

Mans :  der  gr.if  Ainou  von  M.  829,37. 

maoB^stalt  f. :  ander  innen  was  ein 
alter  man  inn  einem  langen  bart 
lind  hat  ein  scbQne  m,  (avoit 
belle  apparenee  d'homme)  1&5,33. 

Mantea  (Mantea,  Maganza):  Gan- 
nellon  von  M.212,  23 ;  dyß  faltach 
gachläcbt  von  M.  (Ganelons  ge- 
achlecht)  136,  32. 

Maram,  s.  Marran. 

Marangia  {Merengis,  MaKzarigi  P. 
26,57),  beidniacber  könig  im  beere 
Marsilias  309,  20.    S.   Margaris. 

MarckuB  (Mareen,  Marcovaldo  P, 
12,  39),  riese  im  beere  des  sol- 
dana  von  Babilonia  142,4;  143,11 ; 
Marken  146,  31. 

Marckua  von  Sant  Michel  (Marc  de 
Sainct  Michel,  Marco  di  San  Mi- 
chele  P.  26,78),  christlicher  ritter 
im  beere  Eaik  317,  13;  329,  38 
(Marcus). 


Margaris  (Marguaria,  Maazarigi 
P.  27,  8)  315,  31 ;  derselbe  wie 
Marangis. 

Margaritton  (Margariton,  Margari- 
tone  P.  25, 179),  heidnischer  könig 
im  beere Marailias  302,  24 ;  317,1 1 . 

Maria,  die  heilige  Jungfrau  145,2; 
159,  2;  323,  II.' 

Mariot  (Mariofc,  Mariotto  P-  18, 41), 
heidnischer  fürst,  aohn  deskaisers 
von  MesBa  201,  18;  204,  9;  205,2; 
215,  28;  217,  30;  250,  38. 

Marran  (Marran,  marran  z.  b.  P. 
26,  47):  {im  beere  Marailias) 
wärend  vy!  Marranner,  die  hal- 
tend weder  glouben  nach  rächt 
und  sind  bösser  dann  tüffel  309, 7 ; 
Marsillia,  der  zum  dickem  mal 
meineyd  worden  ist  aU  ein  falt- 
flcber  Marran  314,  11 ;  (verloreiieB 
wasser)  ist  daa,  damit  man  ein 
M.  touft  334,  27;  verläegnetter 
Maram  315,  32. 

Mars,  Btern  300,  27. 

Mar8(a)illia  (Marcille,  Marailio), 
könig  von  Spanien  7s>,  25;  151,2 
153,8;  160,12;  229,19;  275,23 
280,12;  286,30;  289,9;  293,28 
302,  12;  305,27;  306, 11 ;  310,19 
311.18;  318,15;  325,  9;  331,  8 
333,  7 ;  338,  14. 

Marfuriua  (Marfnrius) ,  anfübrer 
eines  aua  Afrika  gekommenen 
beidenbeeres  6,  19, 

marweleteine  adj.  »von  raarmor«: 
ein  grosse  hoche  m.  anl  49,  13. 

Marx :  an  Sant  Marxen  tag  (nn 
jonr  de  la  feste  Sainct  Marc) 
1,  17. 

Matbeua  von  Sant  Mychel  (Mat- 
thißu  de  Sainct  Michel,  Matteo 
di  San  MicheleP.  26,  78J,  chriat- 
licher  ritter  im  beere  Karls  329, 
38. 

Mattaffer  (Mataffer,  Mattafirro  P. 


392 


26,  129),  heidnischer  könig  im 
heereMarsilias  317,20;  Mattrefer 
(ebenso  F)  320,  23. 

Mattafol  (Matafol ,  Mattafolle  P. 
8,  38),  heidnischer  könig  im 
heere  Hermins  81,  15;  85,  15; 
106,  29. 

matte  f.  »wiese*  16,  26;  112,  38; 
113,  13;  234,  11. 

matterye  f. :  daz  wir  u£F  die  mat- 
teryen  kommend  (pour  venir  k 
nostre  matiere)  275,  30. 

Matteselion  (Matesselon ,  Matafel- 
lone  P.  11,  88),  Ganelons  pferd 
131,  23. 

Mattrefer,  s.  Mattaffer. 

Maffredon  (Maffredon,  Manfredo- 
nio  P.  2,  59),  heidnischer  könig 
20,  16;  24,  36;  25,6;  32,  9.  18; 
54,  12;  59,  22;  63,  22;  70,  1. 

Medussia  (Meduse,  Medusa  P.  16,84), 
'die  durch  ir  schöne  die  mannen 
Euo  stein  verkart'  174,  36. 

Megera,  eine  der  Furien  24,  26. 

Mejiand,  s.  Galtier. 

meinung  f.  »wille,  absieht*  5,  1; 
90,  31 ;  der  m.  sin  »willens  sein* 
7,  34;  »weg,  mittel«  173,  19; 
294,  37;  301,  18. 

meister  m.  »dienstherr«  184,  23; 
formelhaft  mit  »herr«  verbun- 
den: her  und  m.  der  stat  und 
des  lantz  sin  168,  11;  ebenso 
211,  6;  224,  35. 

meisterhaftig  adj.:  darumm  were 
er  m.  (faisoit  du  maistre)  und 
kestgette  sy  212,  1. 

meisterin  f. :  ich  mach  üch  frow 
und  m.  über  mich  und  über  all 
min  vermngen  169,  5. 

melden  swv.,  mit  starkem  part.  prät. 
gemelten:  durch  den  gemeltnen 
(genannten ,  erwähnten)  keyser 
2,27 ;  uff  den  gemeltnen  berg  186, 
21 ;  uff  gemeltnen  tag  297,  84. 


MenelauB,  der  gemahl  der  Helena 
174,  34. 

mentag  m.  »montagc  120,  21. 

mentsch  n. ,  in  edelm  sinne  von 
einer  kaiserstochter  gebraacht 
229,  27. 

Mentz:  so  ist  340,  12  dasunfiber- 
setzt  gelassene  »Magonce*  der 
vorläge  wiedergegeben. 

mer :  darumm  wir  umm  daz  minder 
das  merer  verlurend  301,  31; 
temporales  adv.  »länger«:  ver- 
flüecht  werd  der,  der  dich  me 
anbätt260,  33;  ich  bit  dich,  das 
du  nach  mer  by  mir  belibest 
339,  9. 

mererteil  (immer  zusammenge- 
schrieben) m.  »der  größere  teil« 
95,  1;  98,  11;  135,  21;  137,  19; 
138,28;  224, 14.    S.  auch  merteil. 

Meridianna  (Meridienne,  Meridia* 
na),  tochter  des  königs  Gorador 
28,6;  31,1;  54,7;  58,33:64,31; 
70,  2;  90,  14;  103,  28;  114,  6; 
118,27;  125,22;  135,14;  209,15. 

Merlin  (Merlin;  der  name  fehlt 
P.  26,  10),  Wahrsager  306,  23. 

merteil  m.  =  mererteil  70,  10; 
100,27;  137,23;  138,7;  139,35; 
157,20;  170,8;  zweimal  n.  140,16; 
294,  10. 

Messa  (Mese,  Mezza):  der  keysser 
von  M.  215,  23;  223,  10. 

Michel:  Sant  M.  (Sainct  Michel, 
San  Michele),  s.  Marckus,  Ma- 
theuB. 

Michel :  Sant  M.,  der  erzengel  34 1, 9 ; 
an  Sant  Michels  erschinnang 
824,  28. 

Millon  von  Anglers  (Milien  d' Ang- 
ler, Milon  d'Anglante  P.  1,  85), 
Rolands  vater  6,25;  7, 17;  18,33. 
36;  19,  9;  236,  24;  342,  1. 

minethalb  adv.:  du  wyrst  disse 
nacht  inn   minem   huß   mowen 


393 


onTerrcttery  m.fvon  meiner  seite) 
271,  19. 

mirackel  n.  »wunder«  326,  30. 

misch len  swr. :  refl.  mag  ich  mich 
under  dia  junckfrowen  m.  (in 
feindlicher  absieht)  259,  6. 

mißbrnch  m, :  ob  er  joch  durch 
etlicb  sentzler  etwaz  mißbmchen 
bat  wellen  brachen  (faire  ancun 
outrage)  140,  21. 

mißhandel  in.  »misRetat«  132,  12; 
H3,  24;  162,29;  240,  22;  271,8. 

mißfal  m. :  daa  ist  nüt  der  erst  m. 
(la  prcmiere  faate),  den  er  mir 
thän  hat  113,  11. 

mit  präp.  mit  dat. :  daakriegsvolck, 
80  ay  mit  (bei)  innen  gehept 
hattend  246,  23;  der  ryß  tuckt 
den  köpf  mit  (bei)  d«m  streich 
43, 32;  mit  dja«en  wortten  fiellen 
im  die  trehen  uG  den  ougen 
84,  84  ;  es  was  nüt  müglich,  daz 
er  lange  zyt  regieren  [kond]  mit 
dem  laben  (veu  la  vie),  so  er 
fuort  243,35;  das  unrecht,  bo  er 
mir  mit  Galleranna  bewysaen 
hat  204,  8  ;  ala  ir  hie  bßrend  mit 
Rengnolden  178,  11;  daramm 
mag  einer  niit  grosse  liebe  mit 
(zuo  z.  18)  dem  andren  hau 
64,  20 ;  da»  wüchse  bild,  daa  waa 
mit  (aus)  reinem  wachs  gemacht 
231,  22 ;  0  trostlos ser  vatter,  der 
sin  Bun  verloren  hat  mit  (par) 
faltschem  unglück  257,  4;  so 
bette  er  all  rytter  mit  manbeyt 
fürtroffen  257,  24;  und  gebracht 
sich  mit  (par)  ainer  lystigkeyt 
gegen  Arbaliater  mit  früntlichen 
wortten  262, 3 ;  und  brilcht  sovil 
zewägen  mit  (par)  sinec  hüpschen 
red  263,  4 ;  mit  dem  (par  cela) 
mocht  er  zend  aines  förnemena 
kommen  294, 18;  der  keyaer  ließ 
lieh  gantz  mit  (par)  einem  ratt 


regieren  99,  32;  mit  dysser  wyß 
(par  ce  moyen)  werden  ir  frid 
mit  im  haben  127,  3;  mit  mim 
rät  (par  mon  conaeil)  sond  ir 
üwer  tochter  mit  einem  grossen 
züg  schicken  ,  .  187,2;  nun  het 
er  Rengnolden  gsächen  mit  (zu) 
sinem  grossen  Unglück  261,  13; 
das  er  den  friden  also  gmacht 
hat  mit  (zn)  der  Krysten  nutz 
und  cer  297,  5;  durch  rät  eines 
huflfen  mit  verretter  13S,  2. 

mithftlfer  ra.  200,  30. 

mitnacht  f.  236,  21. 

mitsampt  präp.  mit  dativ  170,  36. 

mittag  m.,  himmelsgegend  338, 10. 

mitteilen  swv. :  ich  bit  dich,  min 
gott,  daa  du  din  barmhertzig- 
keyt  mit  der  frommen  Krysten 
aellen  m.  (den  aeelea  zuteil  wer- 
den lassen)  wellest  324,  13. 

Monaaaa  (Monaca,  Monaca  P.  20, 
58) ,  heidnische  stadt  215 ,  12 ; 
223,  1 1 ;  225, 15  ;  235»  21 ;  243, 1 1 ; 
246.  22;  250,  36. 

Monditier,  s.  Richart. 

Montjoya :  M.  Sant  Deni88eu8(Mont' 
ioye  Sainct  Denys),  kriegaraf  der 
Christen  284,15;  285,  33;  Man- 
tyoya  332,  1. 

mord(t)ax  f.  >mordaxt<  122,  33; 
123,  1. 

mörder  m,,  gibt  regelmäßig  (z,  h. 
57,27;  233,31;  236,  17  ;  2.38, 19) 
daa  franzöa.  »brigand«  wieder. 

mördery  f, :  do  B.  die  gros  m. 
gsach,  BO  die  Krysten  an  ainem 
Tolck  begiengend  284,  25. 

Morgant  (Morgan t,  Morgante),  der 
rieae  11,  38  u.  b.  w, 

Morycka  (Moresque,  Muroque;  Mur- 
rocco  P.  21,  12) :  der  künig  von 
M.  218,  4 ;  MoTucka  224,  30. 

Morillon,  b.  Felcker. 

mornend  adj.  >  morgig«  251,  35  u.  Q, 


394 


iiiorryOpentiintz  ca.  *mohrcntanz« : 
nach  dem  tantz  wiirdenm.{more8- 
quea  et  farcea)  gemacht  293,  13. 

niortpiell  n.  »mortbeil«  227,  24. 

mug1o8  adj.  «obne  kraft«  181,  35. 
138;  2S1,  32. 

uiullberyboiim  m.  334,  5, 

uifilljrelle  f. :  der  acbluog  eine  Kenn 
einen  ufl'  den  andren  ,  wie  ein 
nifilljrcUen  thuot  (comme  latar- 
quette  d'un  moolin)  47,  2. 

Muntnbant  (Montauban,  Montal- 
bano),  Btadt  und  schloß  Eeag'- 
nolds  6,31;  8,1;  lÖ,  12;  34,12; 
57,  87;  77,  23;  81,  9;  90,  11; 
98,  6;  107,  11  u.  a.  w. 

Muntfiilekon  (Monlfaucon),  rieht- 
ütiltte  in  der  utihe  von  Paris 
134,  19;  135,  36. 

mustrenawv,  itnippen  beaicbtig^enc 
223,  3.  18. 

Muttenyß  (le  mont  Sion),  der  Mont 
Genie  G,  21. 

Nach  adv.,  mit  verben  ziisammen- 
geaetzt:  -dringen  :kein  erhungert- 
ten  low  trang  nie  so  fräffenlicb 
nach  siner  apyß,  ala  aj  den  hün- 
den  nachtrongend  207,  9;  -laasen 
>2ula«een,  geetatten«  101,  3; 
337,4;  >erla63eDc:  den  trybnt 
196,  22,  26,  27 ;  -fragen :  einem 
221,  6 ;  261,  23. 

nach  ad¥.  ■  ea  were  ein  geyat, 
der  inn  necber  dann  inn  dry 
tagen  (in  weniger  ala  drei  t.) 
an  Kontzefal  tragen  wett304,  29; 
den  (aller-)  nechsten,  wobei  »weg« 
zu  ergänzen  104,18;  111,3.  10; 
151,  32;  246,  30;  300,  12. 

nachar  (aua  nacbhar)  adv.  :  ist 
neyüwas  manhejt  in  dir ,  bo 
komstuwol  mit  den  andren  nachar 
(vous  viendrez  au  dessua  dea 
antrea)  129,  35. 


Nacbbagodonaaer  (Nabuchodono- 
Bor.  Nabncco  P.  26,  15)  307,  27. 

nachen  (aus  nachhin)  adv.:  ich 
bring  üch  guotte  mer,  wann  da 
nachen  kommend  üwer  vetter 
Ruolland,  Rengoold  .  .  103,  3. 

nachmTil  adv.  »nocbmala«  274,  4; 
nachmälB  280,  8. 

nacht  f.;  adverbialer  gen.  einer 
nacht  163,  6;  235,  2;  264,  20; 
der  aelbigen  nacht  233,  12;  BCt 
die  (in  dieser)  n.  233, 26  ;  252, 14; 
ein  nacht  (in  einer  n.)  188,  34; 
ein  troumm,  der  iren  die  nacht 
(=  die  vordrig  nacht  z.  18) 
troumpt  hat  266,11 ;  uff  der  nacht 
(pres  de  la  miict)  20,  36. 

nachteilig  adj, :  keiner  thuot,  daz 
im  n.  aig  301,  25. 

nachfräg  f, ;  (Karly)  schickt  och  rett 
undbotschaEfteninnaincn  landen 
ummbar,  die  zebeaechen  und  n. 
haben,  wie  man  aich  hielt  5,  27. 

name  m. :  inn  nammen  mines  wyrt: 
288,  24. 

Nantes,  a.  Boal,  Hug, 

Nantueil,  a.  Doon ;  Nantweil  34, 8; 
341,  38;  Nantteveil  242,  35. 

narr  m.  :  vor  dem  tisch  was  ein 
heyd,  der  treib  den  narren  (fai- 
80it  du  fol)  247,  9. 

narrachtig  adj.  «tSricht«  77,3; 
narrechtig  152,  9, 

natur  f.  :  die  n.  (naturtrieb)  lag 
dem  ryssen  im  geblüet,  das  er 
ainer  brüedern  tod  rächen  vott 
227,  14;  die  n.  fordert  mich  d*c- 
zuo  serolicha  zetbuon  (den  tod 
meinea  vatera  zu  rächen)  281,26. 

Nawärra  (Navarre),  königreicb  325, 
8;  Nawerra  338,  26. 

Nazareth :  die  statt  N.  299,  28. 

natzion  f.  »nation«  :  gefurcht  und 
entzeasen  von  allen  natzionnen 
in  der  weit  140,  14, 


395 


nebend  präp.  mit  dsit. :  vor  städte- 
ramen  »nahe  bei«,  z.  b.  nebend 
Paris  129,  21  ;  '283,  2  ;  n,  Babil- 
lonnia  201,  5;  mit  acc. :  das  sj 
n.  die  etat  B.  käniend  206,  11; 
nebend  sich,  in  Verbindung  mit 
Verben  der  bewegung :  -gän  ;  ye 
mer  erß  (das  pferd  Galantin) 
stach ,  ye  mer  es  nebend  sich 
gieng  (alloit  de  travers)  115,  35; 
-stän  :  do  atuond  Olifier  nebend 
sich  (trat  auf  die  aeite)  daa  end 
de8  strytz  zeaächen  123,5;  -treten : 
der  beyd  hat  Binltolbeniif,  aber 
R.  trat  nebend  sich ,  aJao  daa 
der  streich  an  herd  fiel  198,  5. 

nfi.blachtig  adj,  :  die  nacht  was 
vast  vinater  und  n.,  und  thonnret 
vaBt  831,  27. 

nächtig  adj.  »von  gestern  abend« : 
ich  fßrcht,  daa  n.  n achtmal  werd 
una  thur  zekoufFen  geben  22,  22. 

neigen  bwv.  :  zuo  allem  bössem 
geneygt  (addonnö  k  tout  mal) 
156,  25. 

neißlich  pron.  »irgend  jemand«  : 
(mir  ist  nie  vorgeworfen  worden), 
daz  ich  vor  neyßlichem  geflochen 
sig  U4,  lö. 

neißwann  adv.*irgendeininal«  198, 
24. 

neißwar  pron.  »irgend  jemand« 
132,  25. 

Nembroth:  der  thurn  N.  (la  tour 
de  Nembroth,  la  torre  di  Nem- 
brotfee  P.  25,  128)  299,  28. 

nemen  »tv. :   sy  wott  keinen  (zum 

manne)  n. ,    er   steche  aj   dann 

ab  171,  30;  ay  wurden  lerrttt,  das 

I  Roßmunda  den  fürst  Ballant  n. 

^ft     müeßte  181, 4  ;  müe  und  arbeyt  n. 

"     2,32  ;  die  flucht  n.  224,:i2 ;  319,28 ; 

322,  3  u.  ö.  j    er    nam   nach  ein 

streich  (wiederholte  den  et.)  227, 

13;  dasselbe:  Keagnold  nam  ain 


streich  wyder  226,  16;  so  weit 
ich  nüt  alles  daz  thuon ,  eo  ich 
für  mich  genommen  (mir  vorge- 
nommen) hab  83,  22;  die  (XX 
tusaend  man)  nam  Liitziana  über 
aich  (übernahm  L.)  160,  21.  S. 
noch  lufit,  Wollust. 

Heryko  (Nericos,  beiP.  22.  224  fehlt 
der  narae) ,  heidnische  stadt 
265,  19;  Nerico  265,  31. 

närrisch,  närsch  adj.:  daz  er  (ich 
uß  dyser  n.  yrthum  (de  ceate  folle 
erreur)  thett  159,  10 ;  von  einem 
närachen  rychter  schnelle  urtteil 
241,  8. 

nider  adv. ,  trennbar  mit  verben 
zusammengesetzt :  -gün  »zu  bette 
geben«  69,22;  139,37;  156,30; 
»untergehen«  (von  der  sonne) 
326,20;  -han:  daz  aper  n.  (baissei 
la  lance)  105,  16;  143,  38;  -sin 
»KU  bette  gegangen  eeia>  233,12. 
31;  »untergegangen  .^ein«  (von 
der  sonne)  156, 13;  -trocken  j  (da 
wellest)  im  sin  hoffart  n-,  die  er 
so  groß  hat  113,  14. 

nidergang  m.,  bimmelsgegend  338, 
11. 

niennen  adv.  »nirgend«   183,  10. 

niennerab :  er  thet  daa,  damit  innen 
die  dry  brüeder  n.  entzeasen  (ne 
as  doutassent  de  rien)  79,  21. 

niennert  adv.  »nirgend«  (oder  blos 
verstärkte  negation?);  der  bot 
Rumpt  sich  n.,  byß  das  er  , .  kam 
(le  measager  ne  a'arreata  tant 
qu'il  vint  .  .)  78,  14. 

niennerthin:  einen  n.  achten  »für 
nichta  halten,  verachtent  20,  11; 
54,  22;  107,  31. 

niennertuf;  sy  hat  n.  (auf  nichts) 
acht  dann  iren  wyllen  zever- 
bringen  150,  19. 

niennerumm  »in  keiner  andern  ab- 
sieht* 147,9;  148,6;  186,5 ;  193,16. 


nigroiuacia  {lies  -mancia?)  »nigro- 
mancie«  ü06,  6. 

Nit(h)ephorus  (Nicephorua),  oströ- 
miBcher  kaiser  2,  16.  22. 

NorniaiKÜa,  s.  Richart. 

nöten  bwt.  :  ein  pfert  >zur  eile  an- 
treiben« 30,  24;  97,  19. 

nümmen  adv.  »nicht  mehr«  102, 11 ; 
178,  6;  247,  21. 

nun  adv.  »nur«  54,  3;  89,  28; 
V.i2.  31;  112.  23  u.  s.  w. 

nun  arlv.,  häufig  in  relativaatzen : 
(Riiolland)  gedacht  alwegen  an 
den  verretter  Gannellon,  der  nun 
ein  uraach  vras,  daa  er  ab  dem 
häf  .  ,  vertriben  waa  worden 
9,  4;  (Ruolland)  fand  den  ryO 
Paaaemunt,  der  im  nun  vast  zuo- 
luoget,  do  er  inn  gsach  alleinn 
kommen  10,  30 ;  wend  ir  den 
lieidiscLen  gloaben  verlän ,  der 
ni;n  faltach  and  vollen  trug  iat 
76,  7 ;  ir  vertribend  die,  ao  besser 
sind  dann  bj,  daa  ücb  nun  nüt 
ein  grosse  vernünft  ist  126,  11; 
der  jmbiß  tvaa  kostlich,  das  nun 
zelang  zeschriben  were  293,  10; 
das  nun  ein  erbermkHch  ding 
was  zuhören  332,  13. 

nüt:  zenütte  werden  101,  18;  ze- 
nütte  machen  322,  18. 

nütsöllend  udj.  michtenntzig',  er- 
bänalicb,  feige  23,  9;  83,  19; 
54J6;  105,18;  106,  32  ;  113,  38  ; 
120,  32;  126,  12;  157,  1;  165,1 
u.  a.  w. 

nütsölUgkeit  f.  »feigheitt  162,  32. 

nüwimgen  adv.  »neulich«  €0,  26 ; 
96,  8. 

nüwrung  f. :  er  läpt  keiner  dingen 
dann  der  thyrannj  und  macht 
vjl  n.  (exactione)  under  ainem 
volck  235,  33. 

nützet:  ich  lab  sust  n.  anders  {von 
nichts  anderem)  181,  24. 


Ob  präp. :  do  Konstant  und  Spin- 
nolla  aovil  volcks  ob  Ruollanden 
gsSchend  203,  28  ;  do  sy  ob  dem 
nachtessen  wärend  156,  14 :  ob 
tisch  sitzen  251,  9 ;  nnn  mag 
ich  erkennen ,  waz  ein  rjtter 
ob  andren  wert  ist  89,  4;  du 
hast  räch  begangen  ob  dem  aller 
boßhaftigesten  wüettrich  93,  33. 

ob  adv.,  mit  verben  zusammenge- 
setzt :  -ligen :  einem  ȟberwin- 
den* 268,  30;  -stän :  in  den 
(brief)  schreib  er,  alsobBtät  112,29. 

ob  conj.  »als  ob«  65,34;  ob  schon 
Ruolland,  Rengnold  und  ÖUiffier 
nüt  hie  sind  80,  27. 

oberer  m. :  her  keyser  ,  ir  der  da 
ist  ein  oberer  des  rächten  (chef 
de  justice)  132,  18. 

oberstin  f  »anF^hrerin«  :  eine  ist 
der  andern  aller  o.  258,  30. 

Occädent  338,  10. 

Occient :  Didiers  waa  uß  der  gegne 
0.  {des  parties  Oceanes)  kommen 
342,  11. 

Ollyve  (Olive,  Uliva  P,  22.  68), 
tocbter  des  königs  Gonstant  von 
Bella  Marina  249,  26.  85.  S. 
nachtr. 

Ollifier  von  Geanow  (Olivier  de 
Gennes,  ülivieri  di  Vienna),  mark- 
graf,  aus  dem  geschl echte  Reng- 
nolda  und  Rolands  6,27;  8,18; 
32,  32;  34,  5;  35,  29  u.  8.  w.; 
Olivier  106,  8. 

ongferd  adv.  »von  ungefähr«  9, 11, 

öpfel  m.  lapfeU  82,  20;  160.  36. 

ordnen  awv. :  Brunnetta  ordnet 
(vers^affte)  im  ein  pfert  266, 22; 
(Rengnold)  ordnet  sin  guot  under 
sine  brüeder  und  kind  339,  19; 
absol.  do  ordnet  er  (Karl)  siiier 
kinden  halb  339,  36. 

Ordnung  f.  tachlachtordnang«  283; 
16. 


i 


orentrager  lo.  »zutr&g^erc    124,  10, 

Orient  281,  26;  838,  9. 

Otto  von  Burgundia  (Otton,   Octe 

^de  Bretagne;  Ottone  P.  8,  93), 
herzog  28-1.  17;  317,  32;  318,7; 
329,  31 ;  Ott  89,  U.     S.  einl. 

Öligstem.,  dermonat  Angust  129,31 ; 
130,  5. 

offen  adj. :  ein  oS^ne  huor  (patain 
I    publique)  119,  23.  28. 

offnen  awv. :  öffnet  innen  den  inn- 
halt  des  briefa  297,  3 ;  wenn  ir 
mir  verheisaen  wend,  das  ir  mich 
nüt  oifnen  (verraten)  wend  250,16 ; 
refl.  sy  offnettend  sich  (entdeck- 
ten rieh)  im  49,  17;  darum  oifnen 
ich  mich  (je  me  declare)  dea 
eoldana  fyend  und  aller  siner 
mithalfera  200,  29. 

Offriiu,  brader  Ki»rli  341,  32. 

P(B). 

pallaathäf  m,   »bof  dea  palastee« 

837.  36. 
Pantaaillia  (Pentaailee) ,    'die    den 

Troyennern  zehilf  kam'  174,35. 
pantzerrocfc  m. :  er  was  gewapnet 

mit  einem  p.  (cotte)  von  guldinem 

tuoch  voll  edlem  gestein  269,  37. 
Paria  (Paria,  Parigi)  2,  2.  27;  6,9. 

13 ;    7,  2.  5  ;   8,  22.  23 ;    26,  7 ; 

32,  24.  29 ;  40,  20.;  57,  37  ;  80,  14 ; 

85,  23;  98,  11  ;  102,  29;  187, 6  j 

209,  18 ;  229, 7  ;  276, 15  ;  306, 32; 

321,  29  ;  335,  10. 
Parya,  der  räuber  Helena«  174,  34. 
pas  m. :   einem    den   p.   vorhalten 

(den  durchpaß  verwehrenj  287, 1. 

Pa3aemuiit(Paasemond,  Pasaamonte 

_     P.  1,  34),  riese,  Morganta  bruder 

■  10,  23.  30;  11,  6;  34,  32. 

paaaioQ  m. :   min  got  Jha^ua,    der 

dea  taga  des   schmertzenklichen 

paasions  die  aunn  vertuncklettest 
24. 


patron  ra. :  der  p.  eines  Bchiffea  214, 

12.  17.  23:  225,  8.  12;  265,  10. 

20.  23. 
Pauina  :  Sant  P.,  der  apoatel  4,  34; 

15,   1. 
Peyern.s.  Anaea,  Beringer,  Gudellon 

(Gwedoa). 
Peppinua    (Pepin ,    Pipino) ,    vater 

Karls  dea  großen  18,  35  ;  340,  1 ; 

341,  28. 
peromancSa  »p«romancie*   (P.    25, 

25Ü  :  piromanzia)  306,  6. 
Peraia    5,  38  ;     142,  33  ;    150,  27  ; 

151,  l!J;  155,  18;  160,7;  161,30; 

170,  10;  179,  26;  183,  15;  192,26; 

218,  35;  281,  38, 
peraönliclien  adv.  217,  2. 
peatenlentz,  f. :    der  die  niere  ver- 

nam  von  .  .  der   p.  (pestilence), 

80  die  Krysten  inn  dem  land  be- 

gi engend  331,  17. 
Fetter :   Sant   Petters  müaster  (in 

Rom)  303,  36. 
PhiJpertta    (Philiberte,    Filiberta 

P.  21,  102),  gemahlin  dea  kdnigs 

Diomedea  von  Cornillia  242,  30. 

36;  243,  27;  Philbertta  241,  13; 

246,   19;  Fylbertta  235,  34. 
philloeikus  »philoaophe  (F)«  340,16. 
pilgrystab  m.  »pilgeratabc  265, 16. 
Pinabel,  aus  GanelonE   geachlecht 

336,  3.  33;  337,5.  11.  12.  17.21. 
Pyrrua    (Pirrus,    Mazzarigi    F'.  26, 

115),  heidnischer  hönig  im  beere 

Mai-ailias  313,  10. 
pyß  (aus  gebiß?)   n.  »(pFerde-)ge- 

bißt   144,  6.  20. 
Plutto  (Pluto,    Plutone  P.    2,  39): 

P.  dem  will    ich    all    aine   atral 

(foudres)  zerstören  24,  20. 
Poljrdor,  graf  zuo  Laasanna  (Poli- 

dor,  comte  de  Lansanne  ;   Puli- 

doro,  conte  di  Luaanna  F.  22, 121), 

aus    dem   gescblechte   Ganelons 

255.  15.  26;  256,  2. 


398 


Polymites  (Polimites,  Buiaforte  P. 

24,  6),  söhn  des  Alten  vom  berg 

275,32;  302,25;  314,23;  327,11. 

port  n.  »hafent  214,  30;  278,  38. 

Portingal :   der  künig  von  P.  (le 

roy  de  Portugal;  Chiariello,  re 

di  Portogallo  P.  25,    179),  im 

beere  Marsilias  302,24;  316,26. 
Pottiers  (Pontiers,  Pontieri),  stadt 

Ganelons  257,  33.  35  ;  258,  2.  7 ; 

261,  25 ;  8.  auch  Bercbtold,  Bern- 
bart. 
Poffant  (Ponant,  Ponente  P.  3,  33) 

34,  25;  B.  nachtr. 
Poffyg  (Pavie,   Pavia   P.   28,  78), 

bauptstadt    des   königs    Didiers 

von  Lamparten  342,  9. 
prattick  f.  »anschlage  168,  22. 
prattitzieren  swv.  »brasserc :  trans. 

verrettery  pr.  64, 30 ;  165,6 ;  288, 

20  (br-) ;  289,  8  (br-) ;  293,  23 ; 

300,21;  315,2.  20;  mit  anderm 

Objekt  33,  10;  246,  6;  800,  87. 
presentieren    swv. :    einem    etwas 

ȟberreichen<  297,  1 ;  298,  21. 
presentierung  f. :  und  machtend  ein 

scbönne  pr.  mit  Earlys  lichnam 

341,  19. 
prettigen  swv.  »predigen«   95,  18. 
propieren  swv.:  yedwedernpropiert 

(esprouvoit)  sin  stercke  122,  16. 
Proserpinna  (Proserpine) ,  teufelin 

24,  26. 
Provantzia  (Provence)  276, 22 ;  Pro- 

vanca  280,  5. 
Pullia  (Pouille),  Apulien  6,  15. 
pur  m.  »bauer«,   übersetzt   in  der 

regel  das  franz.  »vilain«,  so  z.  b. 

37,3;  143,13.81;  184,  11 ;  194,1 ; 

197,  14.    Vergl.  auch  die  anmm. 

zu  191,  23;  212,  12. 
pürisch  adj.  »vilain«  54,22;  pürsch 

87,  34;  177,  18. 
püttrieb  m.  »wanst«  11,  86;  231,20; 

b-  105,  2. 


puffet  n.?  »buffet« :  die  p.  warend 
alle  gerust  mit  guldinem  und 
silbrinem  gschir  21,  14. 


Rantzonnen  swv.  »anslösen«:  sy 
machend  neyswas  guotten  ver- 
trag und  wend  dyssen  rytter  n 
67,  25. 

raten  stv. :  sy  versamlettend  sich 
uff  einem  platz,  mit  einandren 
zerätten  (beraten)  158,  22. 

ratschlag  m.    »resolution«    801,  9. 

rätschlagen  swv.  (mit  st.  prät.)  »be- 
schließen«: und  ward  gerat- 
gschlaget,  Doon  müeßte  Bayart 
rytten  95,  33;  und  rättschluo- 
gend,  daz  BuoUand  und  sin 
scbiltner  inn  gftncknus  geleyt 
sottend  werden  147,  29. 

recht  n.:  recht  zno  (anrecht  auf) 
etwaz  han  219,  24;  244,  84; 
245, 2;  das  r.  mit  einem  brachen 
217, 17 ;  ir  sollend  recht  über  inn 
lassen  gän  (faire  justice  de  luy)134, 
18;  dardurchdas  r.  mit  den  Kry- 
sten  möcht  verhindert  werden  (la 
justice  pourroit  estre  empeschee) 
204,  18 ;  so  muoß  das  rächt  morn 
ein  ußleyttung  nemmen  (la  ju- 
stice sera  miae  h  execution)  204,17. 

recht  adv. :  Bengnold,  den  got  äben 
recht  (zur  rechten  zeit)  bar  gsant 
hat  üch  zerlössen  207,  86. 

rechtgeber  m.  »richter«  38,  11. 

rede  f. :  einen  zuo  red  stellen 
44,  23 ;  mit  dennen  (den  versam- 
melten) thet  er  ein  söllicbe  red 
303,  8. 

redlich  adv.:  sy  fuoren  so  r.,  daz 
sy  in  Franckrich  kämmen  98,  3. 

regement  n. :  im  (Ganelon)  ward 
das  r.  über  als  geben  142,  17. 

regent  m. :  Hermin  hat  inn  zuo 
einem    r.    des    landes    gelassen 


,  35 ;  ich  bin  ein  rengent  und 
verhfietter  djü  landea  93,  7. 

Reina,  Reims  3,   ]0;  340,  31. 

Beag'nier  tod  Gennow  (Regnier  de 
Gennea),  christlicher  herzog  am 
hofe  Karls  140,  3;  Regnier 
342,  1. 

Rengnier  (Regnier,  Rinieti  P.  21, 
13),  Schildknappe  225,  2;  226,  9. 

Rengnold  tod  Muntabant  (Regnaut 
N  de  Montauban,  Rinaldo  di  Mon- 

I  talbano),  gcaf,  söhn  Amona  von 

^^   Dordona  6,  31;   \9,   U;  25,  14; 
^F  86,  26  u.  a.  w. 

reverenhz  f.:  einem  (die)  r.  anthuon 
263,  2;  305,  23;  thuon   296,  16. 

reffier  f.  »gegend*  200,  10. 

Bichart  (Richard  ,  Ricciardetto  P. 
8,  31) ,  bruder  Rengnolda ,  oft 
»der  klein  R.«  genannt  34,  11 
77,  21;  99,  24;  115,21;  130,11 
142,  27;  151,6;  171,  2;  177,  29 
180,  4;  202,  22;  219,  27 ;  227,  16 
301,  11;  304,22;  310,  7;  322,1 
332,  5;  335,  10. 

Riebart  von  Monditier,  ira  gefolge 
Karls  339,  27. 

Richart  von  Normandia  (Richard 
de  Normandie.  Riccardo  di  Nor- 

kmantlia  P.  8,  94),  chriatl.  herzog 
am  hofe  Karls  6,  31 ;  80, 8 ;  89, 15 ; 
135,  14;  277,2;  285,5;  309,37; 
317,  31;  320,  1;  329,  32.. 
richten  awv. :  einen  »hinrichten« 
j  134,  33;  199,  6;  200,  6. 

(      richter  m.  »Scharfrichter,  henker« 
j  136,  1;  204,  32, 

'      Ein,  Rhein  340,  13. 

rinderstar  m.  »staar«  248,  37. 
ring  m, :    wir   stalten    uns   sering 
[  umm   ins   (das   pferd)    153,  16; 

do  kämmend  ay  all  zering.=)  umm 
inü  30,  4;  die  Krysten  scblwo- 
gend  ir  läger  aeringß  darumm 
(am  die  stadt  Saragossa)  33 1 , 28 ; 


Lyonfant  belegret  Muntabant 
zerings  umm  und  umm  81,  13. 

rytfc  m. :  des  ersten  rytz  stach  er 
Eer  rytter  ab  130,27;  waz  wjrt 
uß  dysaem  rytt?  300,  19;  im 
rytt  fand  er  leyd  uff  leyd  319, 
37. 

rytteriäch  adj.  »ritterlich« :  Karl 
ließ  ay  (seine  söhne)  jagen  und 
ander  r.  kurtzwyll  triben  4,27; 
ea  was  der  aller  hüpacbest  r. 
nnfang  (commencenient  de  Che- 
valier) 220,  37. 

roden  awv.  »bewegen,  regen,  rüli- 
ren« :  absol.  es  i&t  zit  zeroden 
136,  30;  trana.  das  er  weder  hend 
nach  fües  nut  roddet  48,  4;  refl. 
der  ryß  rott  sich  nie  darab  62, 2, 
ebenao  105,  18;  er  fand,  duz  sich 
Maßredon  nüt  rott  68,  15;  das 
er  sich  mit  rodet  wie  ein  stein 
164,  26;  er  fiel  zuo  erden,  also 
verkert,  das  er  aich  mit  rottedt 
220,  29;  Kuolland  B()rach  zuo 
einem  volclr,  sy  söttend  sich  nüt 
roden  283,  14 ;  Aatolf  was  der 
erat,  der  sich  rott  309,  1 1 ;  Reng- 
nold rott  sich  des  ersten  gegen 
Aygollant  330,  22. 

Rolland,  a.  Ruolland. 

Rom  1,  7;  2,  1.  9.  26;  6,  17.  35; 
292,  9;  303,  33;  330,  2. 

Roraannia  (Romanie)    3,  6;   ö,  22. 

Eomanus:  'inn  Sant  R.  kilchen'  zu 
Blaffea  wird  Koland  begraben 
329,  22. 

Römer  m.  2,  3.  11.  16. 

Rontzefal  138,22;  295,3;  298,31; 
301,34;  304,23;  308,33:311,8; 
319,  22;  325,6;  328,5;  331,  21; 
335,  27, 

rontzefallisch  adj. :  am  r.  wald 
296,  1 1  (s.  anm.) ;  der,  das  r.  tall 
308,  28  ;  328,  10. 

Kossepina  (Elosepine,  Rosaspiua  P. 


400 


20,  105),  mutier  Alezanders  256, 
20.  29;  Rossiana  221,  23. 

Bossillon,  8.  Gerold;  Rnssellon 
230,  23. 

Boßmanda  (Rozemonde,  Ohiariella 
F.  12,  40),  tochter  des  königi 
Lamostant  von  Persien,  Schwester 
Goparts  143,  3;  145,  32;  148,5; 
162,  5;  170,  34;  181,  4. 

roßpar  f.  »eine  von  rossen  getra- 
gene bahre«  257,  9. 

roßschwanz  m.  »pferdeschwanz* 
81,  30. 

roab  m.  »plünderungc :  (Arbalister) 
läpt  nun  der  röben  der  schiffen 
258,  20. 

ronben  swt.  »plündern« :  das  land 
r.  und  zerstören  181,  23. 

Rubicant  (Rubicant,  Rubicante  P. 
25,  175;  nach  25,  201  trägt  aber 
nicht  dieser,  sondern  sein  genösse 
Farfarello  Bichart  nach  Rontze- 
fal),  teufel  301,  21;  304,22.  36; 
305,  7. 

riiewig  adj.:  do  Rengnold  gsach, 
daz  er  rüewiger  künig  (roy  pai- 
sible)  des  landes  was  95,  17; 
ähnlich  101,  20;  287,  20. 

rugge  m.:  mit  hälffinnen  ruggen 
gewapnet  218,  18;  vergl.  Lexer, 
mhd.  handwörterbuch  II,  522. 
Doch  8.  anm.  zu  der  stelle. 

rümpf:  einen  zerumpf  schlachen 
»froisser,  assommer«  20,1;  59,83; 
153,  22. 

Ruolland  (Roland,  Orlando),  graf 
zu  Cenonnia,  söhn  Millons  von 
Anglers,  schwestersobn  Karls 
6,  25;  8,  10  u.  s.  w. 

rasten  swv. :  einem  antwort  r.  238,4. 

rüstung  f.  »ausrüstung  (eines  pfer- 
des)< :  Rengnold  ließ  ein  sattel 
bringen  und  ander  r.,  so  einem 
roß  gehört  155,6;  »Vorbereitungen 
zum  kriege«  287,  22. 


rütter  m.  »reiterc  102,  35;  184,5; 
8.  anm. 

Sabulon:  in  dem  mer  S.  195,  14; 
s.  anm.  zu  der  stelle. 

Sache  (gen.  pl.  sächen  247,  7)  f. 
»adventure«  24,  12;  242,  25; 
ob  sach  were  (wenn  ea  der  fall 
sein  sollte),  das  . .  187,  27 ;  ähn- 
lich :  wenn  schon  s.  were,  das . . 
119,  26. 

Salamon,  s.  Salomon. 

salb  n.  »salbe«  278,  15. 

Salincorny  (Salincorno,  Salincomo 
P.  8, 25],  brnder  des  königs  Her- 
min 78,  35;  101,  23;  105,  7; 
lOG,  19. 

Salincorny  (Salincorne,  Salincomo 
P.  17,  118),  riese,  einer  von  den 
acht  söhnen  der  Creonta  195,2; 
196, 20 ;  201, 11;  204, 21 ;  205,4; 
206,  24;  208,  6.  27;  213,  15. 

Salomon  von  Brettauia  (Salomon 
de  Bretagne ,  Salamon  di  Bret- 
tagna  P.  8,  93),  am  hofe  Kark 
80,  7;  89,  12;  Salamon  325,  12 
(S.  von  Brettanya  oder  Burgun- 
dia);  327,  35;  332,  18;  339,  27. 

Samburg  (Samburcg,  Zambugeri 
P.  25,  56),  söhn  des  königs  Mar- 
silia  317,  7. 

Samson  von  Brettauia  (Sanson  de 
Bretagne,  Sansonetto  P.  24,  54), 
im  beere  Karls  280,  10;  307,  20; 
310,  2;  316,  3;  325,  23. 

Samson  von  ßurgundia  (Samson, 
duc  de  Bourgongne;  Sansonetto 
P.  25,  172),  herzog,  im  beere 
Karls  302,  5;  329,  32.  Derselbe 
wie  S.  von  Brettauia  (s.  nachtr.). 

Sarragossa  (Sarragosse,  Siragozza), 
hauptstadt  von  Marsilias  kdnig- 
reich  151,  36;  1-53,  10;  164,  14; 
181,  6;  289,  7;  294,  31;  301,  4; 
302,  18;  310,11;  331,5;  333,9. 


401 


'Barragoasiacli  adj. :  die  R.  entblun- 
drnng  335,  26. 

Sassia  (ÄBJe,  FruB^e),  a,  Maduyt. 

Sathan.  teufel  24,  23;  101,  6; 
226,  4;  291,  26;  ich  gloub  (aagt 
Rengnold  zum  drachen),  du  sigeat 
ein  Sathanas  und  nüt  ein  tbier 
41,  25;  a.  ferner  271,  16. 

SftturBua,  planet  300,  29 ;  Sattiimia 
(ebenda). 

Hdhalkheit  f.  »furioait^«  31,  28, 

achalten  atv.  »schelten«  187,  23; 
232,  36. 

schambaftig  adj. :  seh.  werden  »sich 
schämen«  123,  16;  1+4,  14. 

ichanz  f.:  so  das  glück  wyder  uns 
were,  so  wer  die  achantz  (chance) 
nmmkert  176,  34. 

Bcbarmutz  m.{?) :  ich  bitüch,  daz  ir . . 
tnich  «in  ach.  (eacarmoucbe)thuon 
läasend  inu  Hermina  läger  104, 33. 

HchttfFen  stv. :  er  friig t  sy ,  wie  ajr 
ir  botscbaft  geschaffen  het  (avoit 
exploictö)  174,  16;  untz  das  er 
vernemme,  wie  Antbea  ir  ding 
geschaffen  (auroit  exploictä)  vor 
Paris  287,  b;  do  er  gsach,  das 
er  am  tbär  nüt  gacbalfen  (aus- 
richten) mocht  210, 24  ;  zesch äffen 
geben:  es  (die  streiche)  gabiren 
tainder  zeach. ,  dann  bettend  s; 
uff  ein  amboO  geschlagen  228, 22 ; 
das  kein  ritter  an  üwerem  häf 
ist,  dem  nüt  zesch.  geben  wnrd 
mit  Iren  zeatritten  103,  32;  da» 
laß  dir  nut  zesch.  geben  (de  cela 
ne  vous  aouciez  paa)  187,  24 ; 
Beschaffen  han  (mit  einer  frau) 
76,  6 ;  77,  1 ;  156,  24. 

schell  ig  adj. :  toub  oder  seh.  (for- 
cen^)  8,  29;    »betäubt«   227,  27. 

scheint  m.  »gallant*  238,  18;  *glou- 
toTic  217,  36  (achölm). 

acbäifelin  n.  »kleiner  apieß«  234,16 ; 
a.  anm.  und  nachtr. 

Morg»nt  dcT  rloae 


schicken  swv. :  nach  etwaz  152, 18; 
257,  8. 

schier  adv.  »faste  66,  24 ;  69,  1  ; 
93,  17;  257,  10. 

schirm  m. :  fPolymitea)  fuor  inn 
schirm  (alla  k  refuge)  zum  kunig 
Marsillia  275,  36. 

schlachen  atr. :  einen  »erschlagen« 
237,  30;  das  jsaen  »schmieden« 
78,25  ;  ein  läger  254,  4. 6 ;  257,33 ; 
280,  17.  28;  3ü2,  34;  der  wind 
schluogdarin  (in  die  segel)  258,15; 
dannen  schlachen:  einem  den 
köpf  33,  21;  das  läger  »lever  le 
siege«   104,  15. 

schlefferig  adj.  12,  7;  110,  33. 

schlobgrabe  m.  171,  5. 

achmachwort  n.  »achmähwortc  337, 
34, 

schmarackt  m. :  ein  köstlich  hals- 
band,  getziertt  mit  dyamantten, 
rubin  und  schmarackten  296,23. 

schmarotzen  awv.;  das  ich.  .  müeß 
inn  der  weit  ummhar  ritten 
schm.  under  den  fjenden  unaers 
glonbens  26,  14. 

schmerzcnklich  adj.  »schmerzlich« 
326,  24. 

achmutzen  awv.  »tadeln«  :  do  Rnol- 
land  verstuond ,  das  inn  Beng- 
nold  schmutzt  219,  18. 

achnarchlen  bwt.  »ronflere  (vom 
pferd)  41,  6;  305,  9. 

schnell  adj,  »ge8chickt(zvim  böaen)« : 
(Ganelon  war)  einer  der  achnel- 
liflfcen  buobeninn  aller  weit  179,34. 

achnelligkeit  f.ider^herrdeszauber- 
schloBaes)  will  uns  nejßwa.a  be- 
Bchiß  zuo  fliegen  oder  etwaz  sehn, 
(abilletd)  21,  24. 

schön  adj. :  o  du  faltscher  rerretter, 
da  wottest  dich  gern  schön 
machen  (von  der  schuld  rein 
waschen)  236,  28. 

schon  adr.  »bereits«  244,  26. 


402 


schöpfen  swv. :  gott,  der  uß  nüt 
all  creaturen  geschöpft  hat  292, 3. 

achöppe  m,  »schuppe*  41,  19. 

schrien  »tv. :  einem  >zurnfeti<  6S,  12 ; 
71,  38;  203,  24. 

«chürpfen  swv. :  und  schnrpft  (en- 
tama)  im  ein  wenig  das  fleJRch 
71,  18. 

Schwaben,  a.  Angeffin, 

schwarzkuDstbuacb  if.  299,  1. 

Bchwechen  ewv,  »(eine  frau)  ent- 
ehren« 15S,  12. 

schwilncketi  swv.  »wanken«  62,  5. 

Bchwermüetigkeit  f.  102,  34. 

•chwätzery  f.  »babillerie«  263,  30. 

Säbel  m.  »dmeterre»  196,  6. 

Bechen  (gesechen)  Btv, :  (RengnoW) 
gieng  an  ein  venater  inn  siner 
kammer,  daz  gaach  gegen  des 
soldans  her  180,  26. 

Bächer  m.  »Widersacher«  95,  1. 

Bägeß  f.  »aense«  153,  26;  sägyß 
259,  33. 

seitenapil  n.»  Übersetzung  des  franz. 
»instrument« :  es  wärendda  trnm- 
metten,  krumbhörnner  und  alle 
a.,  deren  sich  der  mentsch  be- 
dencken  tnocht  293,  15;  und 
ryttend  vyl  truxn metter  und  an- 
dere a.  vor  im  218,  21  (hier 
Bcbeint  der  Zusammenhang  die 
bedeutung  »spielleute«  zu  ver- 
langen, die  ja  auch  dem  einfaclien 
>Bpil«  zukommen  kann). 

selig  adj.:  die  (schild  und  apeer) 
wärend  irs  heren  eelligcn  (ä  son 
feu  mary)  gain  270,  32. 

sältzen  adj.  »divers*  173,35;  223,21 ; 
806,  1  (s.  annrni.), 

Sena  (Seine),  fiaß  in  Paris  130,36. 

send  (pl,  von  ae)  »da  nehmt«  ! 
71,  27. 

senftmüetig  adv.  »behiiteam»  49,  8. 

senftzen  n.  307,  36;  b.  anm. 

setzen  bwv.:   trans.  wir  miieaaend 


den  atryt  uff  ein  andren  tag 
setzen  179,  16;  das  er  üch  cch 
Hyapannia  wyder  zuo  üwern  ban- 
den B.  sott  292,  12;  liebe,  du 
hast  mich  wol  verrütten,  daz  ich 
min  bertz  zuo  deren  gsetzt  hab, 
mit  deren  ich  nüt  wannen  darf 
174,  27;  er  bat  kein  hoffnung 
mer  die  zcaäcben,  an  die  er  all 
sin  sinn  und  denck  gesetzt  hat 
180,  28;  (Lutzianna)  hat  ir  liebe 
uf  Rengnolden  gesetzt  155,  26; 
ähnlich  267,  29;  (die  von  Reng- 
nolda  geschlecht)  band  mängmäl 
irelyb  und  laben  inn  sorgen  gsetst 
wyder  die  heyden  139,12;  ich  wer 
nüt  in  den  Borgen,  inn  die  ich  be- 
sorg, das  du  mich  und  die  Krysten- 
heyt  gesetzt  habest  325,  33;  in- 
trana,  ob  ich  schon  not  so  wol 
gsetzt  bin  als  du  inn  acbönne  266,7. 

sider  adv.  »seither«  156,  19. 

Bjdhar  adv,  dasselbe  132,  21; 
133,  15;  141,  23  (-biir);  188,37. 

Sydonnia  (Sindonie ,  Sardona  P. 
22,  24.5),  atadt  269,   19. 

eigen  awv. :  oh  sach  were,  das  er 
wider  kemm  geaiget  187,  27, 

aiglosae  f,  »niederlage«  286,  10. 

ajn  an.  v.  {part.  pr&t.  »geweßt« 
neben  »gesin«)  t  der  babat  Leo 
was  daran  (nahm  teil  an  Karls 
begräbnis)  341,  17;  Ganellonwai 
teglichen  daran  (sollicitoit  tous 
les  joura) ,  das  man  gen  Sant 
Johana  Port  rytte298,  21;  (Mor- 
gant)  wott  an  Maffredon  sin 
(vouloit  aller  sur  M.)  71,  38; 
(Rengnold)  wott  an  Ollifier  ge- 
weßt  ain  (voulut  courir  aur  0.) 
125,  29;  vor  etwas  sin  »etwas 
verhindern,  sich  vor  etwas  be- 
wahren« 200, 17 ;  254, 30;  277,18. 
24.  29 ;  einem  vor  etwas  sin 
»einen  an  etwas  verhindern,  vor 


403 


a 


etwas  bewafercn«  95,5;  150,33; 
224,  6  ;  313,  7  ;  337,  7. 

Sinai  299,  27. 

Sirion  (Sirion,  Sirione  P.  25,  179), 
beidniecher  kQnig  fn  Marsilias 
heer  302,  26;  317,  18. 

sytiniil  CODJ.  «da,  weil«  83,  28; 
149,  4;  B.  das  270,  34;  a.  nnd 
90,  34;  101,  29. 

sitzen  slv.  :  nf  das  mer  b.  >ein 
Bcbiff  besteigen«  265,  12;  276,6; 
trans.  soviel  ala  «setzen«:  dir 
geliebe  min  seil  von  dysaem  kör- 
peH  tenemmen  und  bj  sitzen  inn 
die  ewig  fröud  323,  22. 

Scipion  Affrickanus  307,  26. 

Scjpion  (Scipion,  ChiftrioneP.  20,63), 
wirt  in  Monaasa  216,  16;  Cypion 
216,  22;  218,  25;  Zjpion  225,3; 
Tzypion  225,  16;  235,  22. 

Scorpioa;  Mars  ist  im  zeychen  S. 
300,  28. 

80  conj. ,  vertritt  sebr  bäufig  ein 
relativproDomen,  z.  b.  95, 13.  28; 
171,  1;  224,  10  u.  a.  w. ;  zeitlich 
-da«  165,  14  ;  339,  8;  »wann« 
231,6;  caueal  »da«  101,8  ;  138,27; 
146,  22 1  207,  21  ;  eine  b«dingung 
einleitend  »wenn«  176,33;  einen 
gegenaats  anzeigend  »während 
doch«  246,  15. 

sobald  conj.  141,28;  166,  10;  168, 
19.  38;  169,  H;  191,37;  192,1; 
193, 2.  19;  280,33 ;  281,  10  u.  a.  w. 
sollen  an.  v.  «werteein« :  die  (diener) 
sottend  wol  als  wenig  als  er 
156,  33;  ey  (die  getöteten  beiden) 
Bottend  nüb  dann  inn  die  kucby 
37,12;  der  daruf  sitzt,  sötL  wenig 
«öllen  {ne  doit  gueres  valoir) 
240,*  9;  vergl.  anch  »nijk«öllend.« 
der  sorgkliche  berg  (le  Mont-peril- 
leux,  il  raonte  periglioao  F.  23,17), 
aufenthaltsort  dea  centaureo  Spi- 
Uftrd  272,  23. 


Spannier  m.  154,  16. 

sper  n. ,  doch  einigemal  auch  f., 
z.  b.  115,  26;  190,  32;  171,  36 
u.  8.  w.;  vergl.  anm.  zu  220,  11. 

sperwel  m.  »sperber«  39,26;  71,  1. 

Spinard  fEspinart,  Spinardo  P.  23, 
16},  centaur  272,  19.  23.  27; 
273,  4. 

SpinoUa  {Spinolle,  Spinellone  P. 
18,  21),  herzog  im  beere  des  königa 
Konstant  202,  14; 203,28;  Spinoll 
204,6;  205,  30;  211,10;  215,29. 

spyß  m.  »bratspieß«  43,  37 ;  44,  7. 

apysen  awv. :  Rengnold  und  Anthea 
apyßtend  (repeurent)  ire  ougen 
ein  andren  antzeaächen  174,  3. 

Sporen  swv.:  abaoi  (Tiirpin)  aporet 
gegen  einem,  amyroll  309,  34. 

apötzen  awv,  1  speien « :  (diebegleitcr 
Ganelona)  apötztend  im  inn  ein 
antlyt  326,  14. 

sprengen  awv.:  (daa  wasaer)  floß 
Bovast,  das  der  gantz  platz  dar- 
von  gesprängt  was  295,21 ;  acbönne 
zält  von  grüenetü  und  brunnem 
Battin,  mit  gold  gesprängt  (brochö 
d'or)  305,  21. 

Spruchwort  n,,  gewöhnlich  in  der 
redenaart:  man  epricbt  in  einem 
gemeinen  sp.  97  ,  33 ;  267,  27 ; 
289,25;  293,31;  306, 18 ; aproch- 
wort  212,  11;  289,  25. 

sprützen  ßwv.  171,  37  ;  zno  atucken 
apr.  (vom  apeer)  39,  13;   62,  22. 

Btän  an.  stv.:  laß  uns  yetzmal  die 
hell  Btän  (aprecben  wir  nicht 
mehr  davon)  24,  35;  es  darf 
darurfltän(8i  pourra  ettre),  daz . . 
55,  14;  (Meridianna)  fragt  inn, 
wie  68  umm  sine  gselJen  atüend 
96,  12,  ebenso  13;  193,  13;  zno 
dem  (OlliOei)  stuond  all  ir  ge- 
müet  97,  24 ;  ir  sinn  atuond  innen, 
irn  Vetter  zerlöäsea  137,  3. 

etat  (gewöhnlich  »stäU    gescbrie- 
36« 


404 


ben,  also  mit  langem  a)  m.  »stand, 
Bustand«  881,  32  n.  ö. 

etat  f. :  an  etat  des  trybuts  307, 22 ; 
327,  4. 

statthär  n.  »Stadttor«  248,  25. 

Statut  n^:  (Early)  schickt  sine  rett 
und  botschaiften  inn  sinen  lan- 
den ummhar  .  . .  stattutten  and 
satzunf^fen  Besetzen  und  machen 
nach  syt  and  gwonheyt  der  lan- 
den 5,  29. 

stechen  stv.:  do  Fieramunt  die  fier 
rytter  gsach,  da  stach  er  in  sin 
pfert  und  reyt  zuo  innen  92,  24 ; 
darnach  stachend  die  buoben,  so 
äff  den  rossen  sässend,  einer  gegen 
Orient  .  .  338,  8. 

stecken  swv. :  intrans.  (Ganelon) 
stecket  vollen  verrettery  179, 35. 

stftgryff  m.  »steigbQgel«  240,28. 29 ; 
241,  1.  6. 

stellen  swv, :  trans.  diewyl  Thüring 
die  roß  statt  (in  den  stall  tat) 
193,  31  *,  denck  nun  nut,  das  ich 
min  lib  stelle  den  stryt  zethnon 
175,  3;  Doon  stalt  einen  (der 
fliehenden)  zuo  red  44,  23;  ich 
bytt  dich  (betet  Karl  zu  gott) 
das  dir  geliebe  die  sunn  zestellen 
(zum  stehen  «u  bringen)  326, 26, 
ebenso  35 ;  ich  rät  üch ,  das  ir 
die  räch  uff  dyß  mal  styll  stellend 
(einstellet)  204,  14 ;  refl.  die  sunn 
8t«lt  sich  styll  826,  29;  sich  zuo 
wer  st  224,  22 :  (Dyogenna)  stalt 
sich  hindersich(\rich  zurück)  8,31 ; 
TWgl.  1%  97. 

stillon  swT. :  einen  »beruhigen,  be- 
»anttigt^n«  188,  10:  2SS,  11. 

stim  f. :  alles  Tolck  fieng  inn  einer 
»tim  an  leschryen  159.  29. 

stifkon  swv.:  (RoL^munda)  stiffl  uff 
sin  ierstv>rung  (vK»un:hassoit  sa 
dt^tructionl  150,  19. 

stK>l>  m.  »ank.  sti\Ht<  341,  S. 


stoßen  stv. :  die  inn  bettend  wellen 
Ton  sinem  kungkrich  stossen 
142,  14;  Geryon  sties  das  für 
inn  sin  hns  (steckte  es  in  brand) 
272,  8. 

sträl  f.  »blitz*  301,  32;  305,  12; 
309,  16;  334,  6. 

strälstein  m. :  as  schoß  ein  str. 
(carreau  de  foudre)  uff  ein  tattel- 
boum  295,  22;  s.  anm.  zu  23. 

strytplatz  m.  »kampfplatz«  177, 10. 

stud  f.  »Säule«  67,  38;  338,  13; 
bildlich  »stütze« :  die  XII  fürsten, 
die  des  krystenlichens  glonbens 
stQd  wärend  142,  22;  tod  ist  die 
stud  der  gereditigkeyt  (es  ist  Bo- 
land  gemeint)  329,  7. 

studieren  swv.:  absol.  147,  2.  4. 

stand  f.:  inn  kurtzer  stand  (in  k. 
zeit)  89,  31;  zno  st.  (sogleich) 
224,  4  a.  0. 

sammerloobe  f.  »la  gallerie  d'nn 
jardin«  325,  10. 

sünftze  m.  »seu&er«  235, 19 ;  290, 15 ; 
808,  11. 

sünftzer  m.  dasselbe  65,  20. 

suptilklichen  adr.  »auf  sorgfältige 
weise« :  demnach  ward  er  (Karl) 
beschlossen  rast  s.  und  erlichen 
verwartt  341,  26. 

Suria  (Surie,  Soria),  Syrien  5,  5; 
83,26;  140,17;  172,23;  297,14; 
302,  20:  309,  6. 


T,  s.  auch  D. 

Thabor  (Thabor,  Taborre  P.  25,128), 
berg  299,  30. 

tag  m. :  in  kurtxen  tagen  >in  kurzer 
zeit«  79,  23;  »Tor  kurzem«  64,10; 
sT  wnnschiend  einandren  *  gnot 
tag  140,  I ;  es  leg  am  tag,  das 
er  schuldig  were  336,  36. 

tal  n.  32S»  10;  m.  (der  täll)  308.28. 

tallig  adr.  »jetzt«:  wüßte  ich,  daa 


^ 


örador  unncecht  het ,  weit  ich ' 
i1ch  tallig  [nüt]  Latten  (je  De 
V0U8  prieroye  jn)  dahin  zerytten 
55,  19;  daliig  me  »nunmehr«: 
ich  hab  dalliff  me  gnuog  von 
dir  erlytten  fj'ay  ja  trop  enduri? 
de  toy)  88,  10. 

Talwygant  (Tarvagant  ,  Trevi- 
gantej,  heidengott  28,  20;  31,  22; 

I  52,  14;  53,  2;  54,  21;  101,  5; 
170,  24;  253,  20;  304,   IL 

tancke  m.  »gedanke«  251,7 ;  b.  anm. 

Thannemarck,  s.  D-. 

Thariiis  (DariuB,  Dario  P.  26,  15), 
könig  der  Perser  307,  26. 

Tarcon  (Tarcon,  Turcliione  P.  26, 
62),  heidnischer  könig  im  beere 
Marsilias  309,  34.  Derselbe  wie 
Tnrbion  (b.  d.). 

tattelboum  m.  295,  22;  334,  6. 

ITaulus  (Tanlas ,  der  name  fehlt 
\  P,  4,  50),  Pseudonym  für  Olifier 
45,  22. 

taffate  adj.  »von  taffet«:  ein  t. 
binden  130,  24. 

teil  m.  oder  n. :  min»  tejls  »von 
meiner  Seite,  wasmich  anbetrifft* 
149,  2Ü;  289,  15;  ebenso:  sina 
teyls  292,  32 ;  am  andern  teyl 
(d'autre  part)  wasLutziana  154,4 ; 
ein  wüeate,  die  ein  guotten  teyll 
(assez  loing)  von  der  klaß  was 
17»  16;  zum  teyl  D4,  29;  294,23. 

teilhaftig  adj. :  t.  im  erb  sin  105,  28 ; 
t.  an  iren  diebstallcn  234,  30. 

Thennemarck,  b.  Dannemark. 

therthin  adv.   »dorthin«  209,  2. 

tettiig  f.  (ftua  tagedinf,'):  ich  wyl 
dir  ein  hüpache  t.  machen  (je  te 
feray  un  beau  party)  92»  38. 

thyraunyf.  140, 12;  156,5;  157,12. 
18;  158,  23  u.  a.  w, 

thyrannigch  adj.  157,  30;  adv. 
273,  37. 

TituB,  römischer  kaiaer  4,  5. 


tochter    f.    »mädchen ,    Jungfrau« 

7Ü,29.37;  172,  1;  181, 16;  193,32. 

35;    194,  4.   21.    23;    195,    21; 

269,  20.  27  u.  s.  w. 
töcbterly    n.    »kleines    mädchen* 

248,  33.  38. 
tod  m.  »das  sterben«   (ihr  werdet 

sehen)  den  gröaten  tod,  von  dem 

ir  ye  ghört  band  aagen  300,  35. 
Tolletta  {Toilette,  Tolleto  P.  25, 

259),  spanische  stadt  306,  5. 
thonnerklapf    m.     »donnerachlag* 

11,  34;  232,  12;  324,  23  u.  ö. 
thonnern  n.  r  nach  djaaem  grussam- 

men  th.  232,   14. 
torechtig    adj,     »töricht*     93,    7; 

150,  13;  195,31;  d- 10,  33;  adv. 

73,  11. 
tortech  m.  »torche«  296,  22. 
toub  adj.  »enragö«  54,  20.  25  (d-); 

88,  22;  95,  3  j  227,  35;  285,  29; 

»forcentJ«  8,28  (t.  oder  Behellig) ; 

197,  29;   230,    28;    »deseBperö* 

320,  12;  »hora  du  sens«  203,  24. 
Tragant  (Dragant,    Liorgnnte    P. 

14,  30),  heidnischer  riese  161,  8. 
tranck  n.  111,  10. 
treten  stv.:  inn  stryt  t.  205,  31, 
treffen  stv.:  der  heyd  traf  Ruol- 

landen  uff  sin  schylt  so  ein  hert- 

ten  streich  196,  8;  ich    wyl  ein 

verdingwerch     mit    dir    träffen 

(schließen)  107,  33, 
trybut  m.  196,  22;   198,  30;  296, 13 

u.  ö.j    f.  195,  21,   34;    196,  25; 

193,  22, 
triumpf  m,    »triomphe«    141,   86; 

triumph  306,  34. 
Troya  174,  34. 

Troyenner  m.  »Trojaner «   174,  35. 
troatlich  adj. :  einem  beholfen  und 

tr.  sin  243,  26. 
trüepfcnaa  f,  oder  n.  ?   »betröbniac 

327,  30. 
trug  m.  »trug«  53,  22;  76,  8. 


406 


trüw  f. :  in  gnotter  truw  »wahr- 
lich. 140,  25. 

tuggäte  m.  »dukaten«  188,  9. 

thuon  an.  v.:  mit  persönl.  accus, 
daz  er  üch  aß  dyeer  närryschen 
yrthum  thett  159, 10;  daz  sy  die 
anner  nüt  erkennen  könnend, 
darin  ly  thän  werdend  178,  17; 
mit  dat.  das  sy  im  kein  hilf 
thettend  186,  28;  daz  ich  üch 
allen  trost,  hilf  und  bystand 
thuon  wyll  149,  21 ;  der  hertzog 
Thuring  thuot  minem  vetter  gwal  t 
und  unrecht  386,  84;  wie  wend 
wir  unsern  rossen  thuon  (was 
wollen  wir  mit  u.  r.  anfangen) 
805,  2;  refl.  thuond  üch  ander 
unser  volck  35,  18;  ich  bit  dich, 
das  du  dich  ein  wenig  zitz  ab 
dem  häf  thüegest  126,  80;  wie 
er  sich  sydhar  inn  sin  und  siner 
bruodern  gselschaft  thän  hat 
183, 22;  absol.  o  Early,  wie  wirst 
thuon,  das  du  ein  so  manlichen 
rytter  verlürst  319,  4;  darzuo 
Ihuon :  mich  wundert,  das  ir  nut 
änderst  darzuo  thuond  7,  33; 
wenn  ir  nut  darzuo  thuond  (ai 
V0U8  n'y  mettez  remede)  153, 29; 
wenn  ich  inn  gott  vertruwtte 
und  nut  d.  thette  (saus  y  mettre 
peine),  ich  wurd  lang  on  roß 
sin  284,  6;  vergl.  auch  anm.  zu 
38,  22  ff. 

Turbion  (Turbion,  Turchione  P. 
25,  177),  derselbe  wie  Tarcon 
(8.  d.). 

Türcke  m.  53,  11;  218,  18;  der 
grosse  T.  45,  21. 

Türcky  f.  63,  27;  86,  10;  109,  28; 
142,  8.  29;  151,  28;  165,  27; 
171,27;  187, 86;  204, 3;  211,22; 
258,  15. 

turckisch  adj.  149,  8. 

Thüring  (Thierry,  Terigi),  Rolands 


Schildknappe  110,  13;  136,  2 
146,27;  167,20;  181, 10;  192,86 
199,  8;  826,85;  T-134,  6;  142,24 
151,  4;  Türing  111,  19;  142,29 
Thürig  321,84;  Döring  193,  37. 

Thüring  von  Ardannia  (Thierry 
d*Ardaine) ,  christlicher  herzog 
am  hofe  Karls  6,  33;  T-  336,  3. 
27.  34;  387,  5.  12.  20  (-rr-); 
339, 27 ;  Th.  von  Dardannia  277,2; 
825,  14  (Dardanna);  332,  19. 

Türpin  (Turpin,Turpino),  erzbisdiof 
8,  9;  80,  7;  117,  31;  140,2 
253,13;  277.1;  309,33;  317,82 
319,  25;  322,  2;  332,  6;  334,22 
389,  26;  340,  29;  Türpin  330,83 
Turpin  89,  14;  807,  15. 

Tütschland  (Ällemagne)  839,  32; 
340,  5;  vielleicht  ist  auch  2,  34 
»das  Tütschland«  zu  lesen. 

tüf  adj. :  got  wüst  wol ,  daz  der 
amirol  so  t.  inn  sinem  gloaben 
was,  daz  er  niemmer  mer  Erystea 
wurd  168,  26. 

tüfel  m. :  waz  tüffels  ist  das? 226,30. 
Vergl.  auch  »wellen«. 

Tzipion,  s.  Sdpion. 


Übel  adv.  »sehrc  8,  31;  14,  18; 
22,  19;  42,  25;  66,  24;  85,  29 
u.  8.  w. ;  s.  die  anm.  zu  247,  21. 

übelmögend  adj.  »schwach«  338,33; 
889,  35. 

über  präp.:  als  ein  verretter  gast 
du  über  din  trüw  (tu  vas  contte 
ta  foy)  205,  19;  (Morgant)  thet 
inn  über  sinn  willen  (maögr^ 
luy)  wider  inn  das  grab  23,14; 
über — ab :  ich  bin  umm  kein  stidi 
über  min  pfert  ab  gf allen  71,31; 
äaa  bluot  luf  im  über  die  brüst 
ab  196,  11 ;  do  du  mich  über  das 
pfert  ab  geschlagen  hast  222, 10 
(vergl. »  Überabc) ;  über — uß :  (Bs- 


r 


yard)  sprang  über  die  hoyden 
uß  312.  11. 

überab  adv.  »über  etwas  hinunter«, 
bei  Verben :  -ateclien  :  wie  ein 
junger  rjtter  Richarden  und 
Ollyfier  im  atächen  überab  stach 
219,  28;  -züchen:  (Rengaold)zog 
den  heid  überab  (über  das  pferd 
hinunter)  201,  37. 

überantwiirten  ewv.  »übergeben« 
292,  7;  296,  9. 

übergeben  atv.  »übergebent  292, 17 ; 
333,  29. 

Qberhaben  &iv. :  refi.  011  jfier  moobt 
sich  DÜt  ü,  (enthalten),  daa  er 
EÜt  inn  Btrytt  rytt  309,  22. 

überkommen  str. :  umiu  des  ryßen 
tod  ntücht  Bj  ira  vattera  ungnad 
deater  ee  übeik.  123,  27;  damit 
er  nüt  Rengnolden  und  der  sinon 
ungnad  überkemme  141,  17. 

übertrang  m.:  da  wirstu  gnad  von 
den  bruodern  begeren  nmm  den 
grossen  ü.  (outrage),  so  da  innen 
bewyssen  hast  13,  17;  der  (ryfl) 
bat  mir  und  minem  volck  vyl 
flbertrangß  anthän  146,  9. 

überuß  ady.  »überaus«: ;  er  ist  ü. 
ungemeG  45,  4;  do  ward  er  U. 
aer  bekümmert  43,  21. 

Überfall  m,  »feindlicher  Überfall« 
32,  19. 

Überwegen  stv. :  trans.  also  daz 
das  guot  daz  böß  überwägen 
hat  341,  11. 

überwinder  m.  »sieger«  187,  21. 

Oberwindung  f.  6,  34. 

überzücben    atr. :    wie   (Karl   und 

I  Eallorion)  mit  einandren  &an- 
nellon  übertzugend  (mit  krieg 
überzogen)  254,  25> 

üd  (mhd.  iht)  adv.  »irgendwie« : 
ist  er  üd  länger  gfangen,  so  stirpt 
er  vaat  bald  149,  37. 

umm  präp.    a)  (Ferrague)  was  vil 


grosser  umm  ein  guote  dann 
Morgant  123,  2.  b)  Reuguold 
wußtnüt  ummaj  244,16;  (daaer) 
nut  umm  sich  selbs  wüßt  189,  34; 
umm  daz  (darüber)  ich  üchnüt  »e- 
sagen  weyß  300,  24 ;  so  müeßt  er 
mir  ein  widernof  thuon  nmm  die 
reden,  so  er  gaagt  hat  112,  12; 
der  künig  dancket  im  umm  daz 
roß  und  umm  ain  arbeit  155, 12, 
ähnlich  186,  13 ;  er  wotfc  nüt  von 
iand  faxen,  er  were  dann  umm 
sin  Ion  zalt  214,  15  u.  a,  w.  c)  ich 
wyll  mich  riehen  umm  den  über- 
muot,Hodu  begangen  hast  224,1 7 ; 
ich  het  nach  gold  und  gältz 
gnnog  mich  an  imzerächenumm 
das,  so  er  und  die  ainen  mir  ge- 
thän  band  294,  35;  ea  wirt  umm 
sin  red  (par  aea  paroUea)  weder 
minder  nach  mer  82,  7;  umm 
des  ryüen  todmocht  sy  irs  vattera 
ungnad  deater  ee  überkommen 
123,  26;  do  Bengnold  erkant, 
daz  das  pfert  nüt  umm  in  (ab 
im  67,  36)  thuon  wot  116,  7; 
der  den  tod  beg'ert  umm  den 
grossen  kummer,  so  er  hat  umm 
siner  gaellen  tod  320,  13;  ich 
bin  umm  kein  stich  über  min 
pfert  ab  gfallen  71,  31;  der  ami- 
loU  bat  Ruoland  gfangen  umm 
unacbuld  155,  19  u.  a.  w.;  vergl, 
auch :  umm  minetwegen  169,8.  d) 
daz  er  inn  Franckrich  rytte  umm 
hilf  by  keyaer  Karly  149,  29, 
ähnlich  342,  6;  darumm  vyl 
künig,  amiroll  und  ander  fürsten 
zuo  im  kämmend  umm  früntachaft 
335,  20  ;  darumm  du  nmm  die 
belonung  diner  müe  erhänckt 
werden  muoafc  277,  38;  ich  gib 
ücb  umm  alle  vergeltnuQ  dyß 
küngkrich  und  die  krön,  die  min 
ist  48,  22;   umm  alle  verdieuBt 


408 


(pour  tonte  recompense)  wyrd  ich 
geschulten  ein  verretter  279,7  a.  s. 
w.  e)  um.  alle  guothethand  ir  mich 
ein  verretter  geschulten  815,  27. 

ummhar  (-här)  adr. ,  bei  verben 
der  bewegung:  -gän  332,  19; 
-ryten  261,  29;  -truffen  »vaga- 
bonder«  261,  17  (s.  anm.  zu  der 
stelle);  -fQeren  837,  32;  -zuchen 
261,  3  u,  8.  w. 

nmmhartragen  n. :  durch  u.  (au 
rapport)  etlicher  zentzlern  und 
verrettern,  die  umm  üch  sind, 
vertribend  ir  die,  so  besser  sind 
dann  sy  126,  9. 

unbekant  part.  adj. :  in  n.  (nnbe- 
kantnen  110,  2;  s.  unter  »mel- 
den«) kleidem  (en  habit  dissi- 
mu\6)  110,  2;  131,  8. 

unbillich  adj.  »terrible«  122,  36; 
153,  28.  32;  154,  8. 

und :  a)  verbunden  mit  voraus- 
gehendem demonstrativum  oder 
adverb  nebensätze  einleitend ; 
z.  b.  damit  und  (neben  »da- 
mit daz«  und  blossem  »damit«) 
4,  33.  35;  5,  32;  14,  9.  12.  26; 
25,  23;  33,  37;  36,  33;  43,  2; 
44,  11;  50,  37;  51,  9;  64,  22; 
66,  19;  74,  18;  75,  21;  77,  13; 
84,  30.  35;  89,30 ;  90,  l;  127,  24; 
135,17;  136,7;  152,30;  176,22; 
195, 19; 234,  24;  264,  28 ; 265,  32; 
278,  14 ;  297, 11 ;  301, 17 ;  303, 11 ; 
304,  15;  310,  27;  315,  5.  18; 
318,28;  demnach  und  »nach- 
dem« 4, 22;  15,2;  diewil  und 
»während«  32,  4;  ee  und  »be- 
vor« 27, 37 ;  28, 1 ;  46,  27 ;  1 89, 23 ; 
nachdem  und  »nachdem« 
24,  5;  110,  6;  132,  21;  201,  21; 
223, 12;  225,  22;  292,30;  295, 11 ; 
8  y  t  u  n  d  (neben  »syt  das«) »seit- 
dem« 24,13;  25,  18;  »da,  weil« 
21,  32 ;   8  y  t  m  ä  1  und  (neben 


»sytmäl  das«  und  einfachem  »syt- 
mäl«)  »da,  weil«  29,  28;  38, 11; 
90,  34;  101,  29;  108,  30;  so 
lang  und  »so  lange  als«  13,7; 
sovyl  und  »soviel  als«  10,  1 
u.  8.  w.  b)  concessivsätze  ein- 
leitend »da  doch,  während  doch, 
obgleich«:  nun  erkenn  ich,  daz 
du  voll  verrettery  bist,  daz  da 
dyssem  rytter  also  den  tod  zuo- 
füegen  wilt,  und  (obgleich)  bed 
eines  gloubens  sind  185,  25;  das 
wer  mir  kein  manheyt  (sagt 
Roland  zu  seinem  gefallenen 
gegner),  wenn  ich  dich  ertodte, 
und  du  gfallen  werest  (man  er- 
wartet »bist«)  198,  9;  wo  bysto, 
min  bruoder  Bengnold,  und  dn, 
min  vetter  BuoUand,  und  ir  wol 
wussend,  inn  was  nötten  wir 
sind?  205,  8;  der  enbüt  üch  by 
mir,  .  .  das  ir  im  nüt  vertrüwet 
hand ,  •  •  .  und  im  verheyssen 
band  .  .  287,  19;  Rengnold  fra- 
get inn,  wer  er  wer,  der  mit  im 
redte,  und  inn  nüt  gsäch  304, 27; 
dardurch  sich  BuoUand  ser  ver- 
wundert, daz  er  inn  (den  hämisch 
der  Anthea)  nüt  entgünnen  mocht, 
und  iren  doch  so  hert  streich 
gab  178,  34;  vergl.  auch:  ach, 
ich  bin  übel  zuogerüst  sy  zer- 
lössen,  und  ich  bin  von  des  sel- 
bigen wegen  har  kommen  (und 
ich  bin  doch  .  .  ,  obgleich  ich  .  .) 
183,  18;  8,  auch  noch  168,  36.  c) 
causalsätze  einleitend:  die  Kry- 
stenheyt  hat  vyl  under  dem  keyser 
Nytephorus  erlitten,  und  (ä  cause 
que)  sy  die  Kriechen  nüt  be- 
schirmpt  hattend  und  entschüt 
inn  vyl  zytten  har  2,  22.  d) 
scheinbar  beiordnend:  das  er 
denke  und  mir  min  schwert  und 
pfert  wyder  schicke  111,  31. 


409 


under  präj). :  der  ratt  miner  Schwe- 
ster Cleiacnca  ist  urs^ch,  daz  ich 
nnder  allen  minen  geschilttten  bin 
(au  deeisouB  de  ioua  mes  atfairea) 
108,  19.  —  adv.  under  sin  »unter- 
gegangen sein«  (von  der  sonne] 
165,  20;  -irncken  308,  7. 

vinderatän  str. :  (Karl)  ht  als  allein 
zuo  Paria,  die  wyrt  er  n.  zever- 
hüetten  187,  7. 

onderwisung  f.:  (die  französischen 
herren)  hattend  üch  zum  dickern 
mal  gStltch  underwiaaungen  (vi- 
siona  dirines]  264,  19. 

nndienstbar  adj.  »nicht  dienstwil- 
lig« :  ich  will  nüt  u.  sin  umm 
die  guothet,  so  ir  mir  bewissen 
band  96.  32, 

undultig  adj.  »ungeduldig«  öl,  38. 

nneinigkeit  f.  172  21;  a.  mit  einem 
haben  111,  24;  in  u.  kommen 
125,  15;  u,  machen  zwüschend  . . 
142,  7. 

uner  f.  :  u.  sagen  von  einem  (mea- 
dire)  188,  20. 

unerberlicben  ad*'.  273,  34. 

unerkant  part.  adj.  »unerkannt« 
203,  6;  »undankbar«  163,23; 
238,  3. 

ungCBch&tfen  adj.:  daz  ist  ein  un- 
gachalfen  ding  (laide  chose),  daz 
ein  künig  so  groß  leid  fßert 
101,  25. 

ungeschickt  adj.  » unpassend,  unge- 
bührlich« 323,  28. 

UQgestumme  f.  »stürme:  darnach 
erhuob  sich  ein  groß  n.  2l't,  16. 

ungeatumigkeit  f.  »ungestüm,  hef- 
tigkeit«   IÜ8,  4. 

nngefelligadj.  »unglücklich«  108,12. 

unglückbafti  g  adj.  dasselbe  71,  22. 
28;  75,  7;  101,  16  u.  ö. 

unmentschbeit  f.  »unmenschliche 
tat.  270,  1. 

luimuot  m. :    do  Boamnnda  gsacb, 


das  ir  vatter  inn  u.  (eamoi)  was 
ein  rytter  zefinden  .  ,  162,  38. 

unreclitlicb  adv.  »wider  recht« 
123,  S5;  206,  7;  245,  34. 

nnraewig  adj.  »unruhig«  60,  22 ; 
203,  19. 

unstate  f.:  zuo  nnstatten  kommen 
(zum  schaden  gereichen)  8,  9. 

untröwlich  adj,   »treulos«  123,  25, 

unvermäagetpart  adj.  »unversehrt« 
230,  36. 

unflät  m,  »glouton«  123,  12. 

nnz  präp,:  der  atryt  hat  geweret 
untz  von  (seit)  dem  morgen  179,13. 

unzalbarlichen  adv.  »unzählbar« 
340,  34. 

urlob  m. ,  einigemal  noch  in  der 
allgemeinen  bedentung  »erlaub- 
ni.'i«,  z.  h.  150,  21;  url.  geben 
»erlauben«  122,  27;  206,  3, 

Ursachen  swv.  r  trana.  ir  band  mich 
geursacht  (veranlaßt,  genötigt) 
(loh  übel  zetrfiwen  313,  1. 

ursächer  m.  »Urheber«  2,  33;  9,4; 
18,  22;  109,  26;  152,  5;  181,  2; 
188,  8,  31  n.  ö. 

uraächerin  f.  »urheberim  167,  22; 
170,  35;  182,  27. 

urteil  (urttel  245,  2)  f. :  zeletzt  aind 
wir  ej'ß  worden  an  üwere  artt^yl 
zekommen  (euer  urteil  zo  ver- 
langen) 267,  25. 

urteilen  swv.:  einen  134,  18.  22. 
30. 

uQ  präp. :  (Maffredon)  was  schier 
uß  aller  hoifnung  (hora  d'espe- 
rance)  69,1 ;  uß  (auf)  des  soldans 
geheiü  167,  19  u.  a.  w.  —  adv.  : 
Doon  ertzalt  im  uß  und  uß  (tout 
au  long)  68,  23;  do  er  ay  uß  und 
uß  besächen  hat  85,  2 ;  trennbar 
mit  Verben  zusammengesetzt : 
-geben:  sich  ußg.  filr  66,  16; 
147,  14;  148,27;  -gießen:  iob 
bekenn,   das   ich    zum    dickern 


410 


mal  vyl  Bcbaltwortten  über  dich 
ußgossen  hab  323,  ä5;  -lasaen 
«freilassen«  150,  2.  6;  löl,  21  ; 
211,  26;  •lesen  »zu  ende  lesen« 
113,3;  116,3;  -löscbenClöuBchen): 
die  flünd  u.  323,  8 ;  -macLen  :  ge- 
denckend  die  saeb  uO  Kemacben 
(den  streit  zu  beendigten)  252, 13 ; 
•nemen  »(soldaten)  ausbeben« : 
der  künig  Corador  nara  uß  in 
allem  sinem  kungtrich  96,  22; 
-schlacben  :  icb  besorgt  mir  wol, 
es  ward  una  übel  ußacbl.  (einen 
bösen  ausgang  für  uns  nehmen) 
333,  S3;  -sin;  do  das  grebtnus 
nfl  {su  ende)  waa  257, 26 ;  -aitzen : 
sj  wärend  vast  bald  an  dem 
port ,  da  sj  aßa.  (aassteigen) 
wottend  265, 18]  -spreiten >(nacb- 
ricbten)  ausbreiten«  160,  8;  199, 
10;  -strecken:  do  die  fenly  uß- 
gefitreckt  wärend  304,  16;  -suo- 
chen:  (Karl)  ließ  die  Krjsten 
under  den  hejden  uQb.  329,  23 ; 
-teilen:  do  teylt  er  (Karl)  uü 
all  sine  schütz  den  armen  340,  7; 
-tbuon:  refl.  «sich  anhetBcbig 
machen« :  icb  thuon  mich  uß, 
daz  ich  aj  all  dry  mit  einem 
seil  binden  wjl  60,  38;  die 
thetten  sich  nüt  nß  sestächen 
89,  13;  darnacli  tbnon  ich  mich 
iiß ,  das  ich  verschaffen  will, 
daa  .  .  127,  1;  -zucken;  das 
Bcbwert  uflz.  125,  31;  169,  26; 
228,  19;  240,  17. 

UBBenthalb  präp.  >  außerhalb«  143, 
11, 

usaem  swv. :  reä.  dardurch  zum 
dickem  miil  die  besten  ritter 
sich  ab  dinem  bäf  geussert  (ent- 
fernt) band  290,  4. 

uBsert  präp.  mit  dat.  »außerhalb« 
183,  37;  192,  30. 

ußhar  adv.  »her au««  ;  bei  t erben: 


das  im  daa  blaot   ußbar  trang 
215,  8. 

ußleitung  f.:  wend  ir  mir  volgeti, 
80  mnoG  daa  r&cht  morn  ein  ußl, 
nemmen  (1a  justice  aera  mise  ä 
execution)  204,  17. 

uOrileffen  n.  104,  26. 

ußsprach  m.  »der  entacbeidende 
Spruch«  240,  34. 

uf  prflp.  a)  mit  dativ:  do  es  uff 
der  nacht  was  (bei  einbrechender 
nacht)  20,  36;  (Rengnold)  wu 
stet  uflf  einer  red  (setzte  seine  r. 
fort)  157,  22;  do  mine  gBellen 
eraäcbend ,  daa  sovil  volck  uff 
mir  wärend  (mich  bedrängten) 
37,9  (s.  auch  261,38);  roubery  und 
diebatal,  so  sy  utf  tiwern  under- 
thännen  begänd  129,5 ;  vil,  wenig 
uf  einem  han,  halten  (a.  han,  hal- 
ten), b)  mit  accus. :  daz  wir  uff  die 
matteryen  kommend  275,  30;  sy 
machtend  sich  uff  die  sträanff  das 
mer  (dem  meere  zu)  214,  6;  sy 
kämmend  uä'  das  mer  (za  dem 
m.)  214,  8;  sy  atifft  uff  sin  aer- 
atörnng  150,  12;  daruram  bit 
ich  üch,  das  ir  mir  rattend  uff 
dysse  sach  278,  30 ;  und  im  ver- 
beysaen  band,  rüewyger  kunig 
inn  Hyapanniazeläasen  uff  (gegen) 
etlich  trybut  287,  20;  uff  (ge- 
stützt auf)  den  selbigen  fryden 
hab  ich  im  vertruwet  287,  27; 
er  ließ  inn  utf  sin  trüw  ledig 
gun  167,  10 ;  der  rüstung  halb 
sag  ich  üch  uff  min  eer  287,23; 
uff  den  hüttigen  tag  72,  17; 
124,11;  127,9;  134,  31  u.  8.w,; 
uff  difl  mal  71,30;  LSo,  9  n.  ö.; 
uff  sechs  manot  zalt  155,  22; 
daz  ay  uff  zwo  mil  gen  Munfca- 
bant  kämmend  104,29;  uö  hej- 
dischen  sytten  214,  7;  off  fran- 
tzüadscheo  sytten  221,  17;  »y 


411 


I 


I 


wärend  uffvortteil  beryUen70,30,- 
beim  aui)erL  r  verschaß'end,  das 
üwer  volck  gerüat  eigend  undufTs 
ntegefat  habend,  ao  üch  miiglich 
iRt  zefinden  297,  37. 
uf  ady.,  trennbar  mit  verben  zu- 
sammengeeetzt :  -brnden:  (Än- 
tbea)  ließ  uQrüeffeu,daa  jeder  man 
aine  kleinott  uff  bunde  (troasi^at 
sea  bagues]  289  ,  3  ;  -entbalten : 
trana.  ierbalten<  5,  18;  >aii8bal- 
ten«  271,24 ;  -enth an :  trans.  «auB- 
halten«  261,37 ;  reB.  »sich  aufredit 
erbalteni  256,16;  -geben:  vor- 
sehend all  üwer  kriegalut  n.  geben 
mir  die  uff  (übergebt  mir  sie) ! 
96, 21 ;  got  den  ^eiet  ufg.  208, 12 
a.  0. ;  -ban,  -lialieD,  -heben  (alle 
drei  durcheinander  gebrancTot)  : 
den  eegel  ufb,  (bei  der  abfahrt) 
258,  15;  das  läger  ufb.  180,  12. 
19 ;  einem  etwa«  ufb.  »vorwerfen« 
144,  15. 17.19  ;  180,37;  es  wurde 
UDB  für  verrettery  utfgehept 
140,28;  sich  ufhan  »aufeteben« 
208,  Säi  -hören:  RengnoM  ließ 
ußrüeffen ,  daa  yederman  Tom 
tödenufhörtte  169,  38;  -kommen 
»aufstehen.  245,  16;  249,  9; 
-nemen :  al«o  dai  bj  all  willig 
wären  Eengnolden  zuo  künig  uf 
zenenimen  95,  17;  ich  nim  den 
atrjt  uf  (anj  220,1  ;  (Thuring)  het 
vyl  ee  den  tod  ufgenommen 
(ealeu),  dann  daa  er  sinem  heren 
ein  untriiw  ertzeigt  het  110,  14; 
-achlachen :  (der  wind)  Bchluog 
die  thüren  und  venster  uf  und 
zuo  232,  2 ;  -schriben  324,  26 ; 
.aetzen :  bj  den  nfgeaetzten  buos- 
sen  5,  31 ;  -ein  »aufgestanden 
Bein«  (vom  boden)  247,  32 ;  (aus 
dem  bette)  291,  31;  »aich  auf- 
machen« 298,23;  -springen  »zu- 
rückspringen«:     daa      Schwert 


sprang  uff,  ala  ob  er  uff  einambaß 
geschlagen  het  41, 18  ;  -stän  »aich 
auf  die  hinterbeine  stellen«  (vom 
pferd)  153,21  ;  154,19;  -stellen: 
refl>  dasselbe  wie  »ufstan«,  vom 
löwen  gebraucht  115,  38;  -thuon : 
abaol.  233,  24 ;  Gannellon  tbet 
(setzte)  sin  hälm  wider  nf  268, 20 ; 
refl,  (das  scbloßtor)  tbet  sich 
wjder  uf  von  im  sei  ha  228,  27  ; 
-werfen :  die  nassen  hat  er  (Karl) 
ein  wenig  ufigworffea  3,  20: 
-zeichnen :  wenn  Karly  nüt  inn 
geschafften  was,  so  leyt  er  ain  zyt 
an,  etwaz  nüwß  zeachriben  und 
uff  zuo  zeichnen  4,  33. 

ufenthalter  m.  j>beachntzer«  329,11. 

ufhebung  f.  »Vorwurf«  :  ich  sorg 
mir,  ich  werd  nach  dinem  hin- 
scheiden vyl  nffhebungen  haben 
91,  37  ;  vergl.  nf-hehen. 

nfnenawv.  »äufnem;  (derachöpfer) 
uftiie  dich  in  allen  eren !  93,  32. 

uf  recht  adv. :  uft,  ofstän  154,  29  ; 
sich  ufr.  stellen  ^  ufstan  (a.  d.} 
226,  12;  sich  ufr.  beheben  231,  27. 

ufrecbtlicb  ad 7. :  so  könd  ich  niit 
ufr.  (droictement)  urtejllen  37,34. 

ufrechtigklichen  adv.:  (bewißen), 
daa  ich  inn  nüt  mit  verrettery 
ertödt  bah,  ßunders  uffr.  (loyalle- 
ment)  und  vor  vyl  fürsten  und 
beren  251,  30. 

ufruor  f.  36,  32.  34;  m.  36,  36; 
95,  8. 

F.  V. 

fachnng     f.     »gefangennehmnng« 

132,  38. 
Falckon  (Faulcon.FalconeP.  17,83), 

heidnischer  könig  192,12 ;  193,29 ; 

199,  1. 
Falaeron  (Falseron ,   Falserone   P. 

24,149),  vaaall  Marsiliae   287,7; 

289,7;  294,25;  301,8;  302,19; 


I 

i 


I 


d 


412 


309,  28;  312,  20;  827,  13;  Far- 
seron  289,  11. 

fantasig  f. :  do  er  gnnog  trachtet 
hat,  do  kam  er  inn  ein  sOUiche 
f.,  daz  er  nut  wast,  waz  erthet 
69,  2;  darnmm  ich  mich  gantz 
verwandern,  wannen  har  djsse 
f.  minem  vatter  und  miner  muot- 
ter  kommen  sig  121,  32. 

faren  atv. :  syt  gläck  nüt  verhängen 
wyll,  das  ich  in  miner  liebe  far 
(que  je  jouysse  de  mes  amonrs), 
80  muos  ich  gedalthaben73, 87; 
darumm  ist  es  nüt  muglich,  das 
wir  in  der  liebe  gegen  einandren 
faren  mOgen  (que  nous  puissions 
jouyr  de  Tamour  Tun  de  l'autre) 
76,  4;  8.  >verfarenc. 

Faspianas,  Vespasianus  4,  5. 

feiß  adj. :  wir  thuond  hie  nüt  dann 
uns  f.  machen  wie  die  süwen 
17,  19. 

Feicker  von  Morillon  (Fouques  de 
Morillon),  von  Rengnold  getStet 
136,  15. 

feien  swv.:  unpers.  (Early  schreib 
Qannellon),  es  müeßte  nüt  f.,  er 
wette  sich  u£F  den  geordnetten 
tag  zuo  Sant  Johans  Port  finden 
lassen  297,  28 ;  mit  persSnl.  Sub- 
jekt :  als  ich  wüssen  mag,  mögend 
sy  (die  planeten)  nüt  f.  300,  31 ; 
ich  hab  gef.  in  minem  fnrnemmen 
(mein  vorhaben  ist  mislungen) 
100,  9 ;  ich  sag  üch,  daz  vyl  mech- 
tiger  gfelt  band,  daz  Bayard 
innen  ward  (ont  failly  de  Tavoir), 
dann  ir  sigend  152,  12;  darumm 
feilend  nüt,  Buolland  lasse  sich 
finden  .  .  im  Rontsefal  .  . ,  und 
ir  och  nüt  feilend ,  das  ir  üch 
finden  lassend  .  .  296,  32.  34; 
sag  im,  ich  well  im  nüt  f.  239,  27 ; 
(der  besiegte  Astolf)  entschuldiget 
sich  mit  siuem  pfert,  das  het  im 


gfelt  (den  dienst  versagt)  230, 3; 
Anthea  falt  im  öch  nüt  178,35; 
doch  8.  anm. 

feien  n.,  in  der  redensart :  an  (alles) 
f.  »ganz  sicher.  113, 17;  297,35 
u.  ö. 

Felitzia  (Feiice,  Filisetta  P.  22, 255), 
christliche  königin  von  Sidonnia 
270,  14. 

feltschen  swv. :  eyd  f.  (brechen) 
140,  10;  zuosagen  f.  196>  34. 

Venus,  «die  göttin  der  liebe'  174,  32. 

Verachtung  f. :  (absol.)  er  sprach  mit 
grosser  v.  120, 26 ;  ein  heyd  greyf 
Galantin  an  inn  v.  240,  10. 

Feramnnt,  s.  Fieramunt 

verbalsamen  swv.  >einbalsamieren< 
215,21;  829,  21;  verbalmsamen 
249,  35. 

verbannen  n.  »Verbannung«  128,16, 

verbinden  stv. :  refl.  ich  kan  nät 
leugnen ,  daz  ich  mich  nüt  lao 
Bengnolden  verbunden  hab  135,1. 

verbolwerchen  swv. :  eine  stat  t. 
»durch  boll  werk  befestigen«  258,3. 

verdienen  swv. :  umm  alle  ver- 
gältung weiß  ichs  nüt  änderst 
zeverdiennen  (zu  vergelten),  dann 
allein  .  .  91,  7;  (gott  tue  mir 
die  gnade),  das  ichs  umm  dich 
V.  mög  (de  le  vons  rendre)  230, 19. 

verdienst  n.  oder  m.  ?  :  es  ist  vär, 
das  Astolf  inn  üwer  gfancknnß 
lyt  durch  sine  verdienst  (deme- 
ntes) wie  ein  sträßröuber  134, 14 ; 
ich  hoff,  er  werd  in  kurtzem  ge- 
straft umm  sine  verdienst  (de 
ses  dementes)  156,  27 ;  ähnlich 
157,  17. 

verdingwerch  n-  >vertrag«  :  ein  t. 
mit  einem  treffen,  machen  107,32; 
173,  13. 

verdrieß m.  >verdruß«  157,5;  einem 
V.  anthuon  124«  32;  zuo  T.  (en 
despit)  der  wortten  112,  35. 


413 


Verdruß  m. :  zuo  v.  (en  deapit)  der 
wortten  205,  23. 

■vereinbaren  swv. :  refl.  durnach 
Terreinbarttend  ay  sich  (kamen 
sie  überein),  sj  wettend  mit  ein- 
andren uff  glück  faren  272,  6; 
sich  V.  mit  einem  »»ich  vertragen, 
sich  vergleichen,  im  einverständ- 
l.nisse  Bein»  154,2;  208,32;  289,5; 
296,14;  sich  v.zuoeinero  (dasselbe) 
132,  29. 

Vereinbarung  f. :  eine  v.  macben 
mit  einem  »sieb  vergleichen« 
195,  20. 

vereinen  swv.  :  refl.  *aich  ent- 
achliel^en«  :  das  wir  uns  verreinind 
Franckrich  entscliütten  246,  17 ; 
der  kejser  Karly  bette  sich  ver- 
eint das  küngkrich  Hjapania  zer- 
oharn  276,  7 ;  nach  dem  stritt 
mit  dem  kunig  Ajgotlant  ver- 
eintt  sich  Karly  gen  Sarragossa 
zuo  zfichen  331,  7. 

yerendern  swv. :  (der  stich  der  liebe) 
verrendert  im  all  sin  geblüet  im 
Hb  185,35;  indem  (briefe)  fand 
er,  wie  Magia  durch  ein  (zanber-) 
kunsb  die  pfert  und  acbwerter 
verejidert  (vertauscht}  hat  116,5, 

verendrung  f. :  nÜ  ursacb  der  achnel- 
len  V.  des  leydta  in  fröud6tj,  36, 

vergelten  afcv. :  (ihr  habt  uns  so- 
viel ehre  und  freundschaft  be- 
lesen), das  vrir  das  kumerlich 
omm  lieh  (man  erwartet  den 
blossen  dativ)  vergälten  mögen 
90,22 ;  einen  v.  »belohnen (  134, 13. 

vergeltnuß  f.  »belohnung«  48,  22; 
einem  v.  thuon  18,  12. 

Vergeltung  f.  »belohnang'  Dl,  6. 

ferggen  awv. :  das  ich  von  stund 
an  all  min  ziig  wider  heim  f. 
(nach  hause  schicken )  wjll  2ä3,26 ; 
daz  er  sin  züg  nüb  so  bald  l'ergen 
mocht  302,  i  36. 


verglichen  swv. :  aich  einem  v. 
»einem  gleichen«  69, 31;  125,  10  ; 
185,  14;  kein  roß  mocht  sich 
zuo  Bayard  v.  mit  stercke  nach 
mit  louffen  57,  20 ;  ähnlich  108,  6. 

vergoumen  awv.  »hüten,  bewachen« : 
die  Krysten  vergoumpten  alle  thär 
331,  34. 

verhalten  atv.:  refl.  »a'embuscher« 
136,  6. 

verbanden  :  die  fragt  er,  waz  nüwa 
in  der  atat  für  gieng  oder  v, 
were  135,  33;  es  ist  ilch  nach 
bössera  v.  (ateht  euch  bevor) 
228,  12;  ich  sag  Qch,  das  neyß- 
waz  grosser  verrettery  v.  aind 
301.  10. 

verheiasen  n.  »versprechen«  ;  einem 
ein  v.  thuon  200,  9. 

verbancknuß  f.  lerlauhnJa«  300,  24. 

verhörung  f.:  du  gybst  die  urtte! 
on  V.  beder  teyi  245,  3. 

verhüeten  awv. :  einem  v.  (mit  ab- 
hängigem aatz)  »einen  zurück- 
halten, verhindern«  121,11;  230,7. 

verhßeter  ra. :  ich  bin  ein  rengent 
and  V.  dyß  landes  93,  8. 

verirren  awv.:  o  Karly,  wie  biatu 
80  gar  veryrt  an  dem  verretter 
(abusiJ  de  ce  traistre]  290,  9. 

verjechen  stv.  :  darumm  das  ich  dir 
grosse  fniutBohaft  vergich  64,  8 , 

verkeren  awv.  i  bistu  der,  der  min 
bruoder  also  verkert  (atournü) 
hat  197,  12 ;  (er  fiel  zur  erde) 
also  verkert ,  daz  er  sich  nüt 
rottedt  220,  29 ;  do  aich  der  Alt 
alao  verkert  gsach,  do  bat  er 
forcbt  aesterben  189,  85. 

verlieren  atv. :  abaol.  »au  gründe 
gehen« ,  in  der  redensart :  in 
sorgen  zeverlieren  sin  (eatre  en 
danger  de  perdition)  48 ,  20 ; 
109, 25  i  124,  34;  zu  »sy  fiengend 
an  fast  v.<  316, 1  vergl.  die  anni, 


414 


verlieniDg  f.   »Terlost«   277,  25; 

>Terderbenc  202,  33. 
verlougnen  sw. :  Ammalacken,  das 

rind  Terlongnet   Krysten   (Chr., 

welche  ihren  glauben  Terlängnet 

haben)   286 ,   3 ;    verlüegnetter 

Maram  315,  82. 
verlnnt  m.  »verlost«  37, 12 ;  80,82; 

108,  82 ;  189,  1 ;  316,  2  n.  ö. 
vermachen  swt.  :  refl.    »sich  ver- 
bergen, 8.  einschließen«  332,  18. 
vermögen  n. :  sy  thettend  all  ir 

vermögen  (was  sie  vermochten) 

221,  3. 
vemnten  swv. :   einen  >fur  nichts 

achten«  117.2;  142,20;  247,25; 

290, 13 ;  232, 36  (schalten  nnd  v.) ; 

321,  31. 
verpüntnus  n.  «bfindnis«  166,  6. 
verpflicht  f.  ? :  dardarch  ich  grOß- 

lichen  in  v.  gegen  ücfa  stän91,8. 
Fer(r)agu8  (Ferragus,    Vegiirto  P. 

10,  130),  riese,  von  Corador  an 

Karls  hof  gesandt  119, 37 ;  122,  4. 

13.  22.  32 ;  123,  1.  4.  17. 
verrettersch  adj.  »verräterisch«  77, 

9;  121,9;  279,14;  adv.  251,25; 

273,  34  (-ysch) ;  318,  4 ;   verret- 

t«r8cht  165,  2. 
verrüempt    part.   adj.    »berühmt« 

19,2 ;  superl.  verüemptist  119,22; 

verüempst  188,  4. 
verrüefen    swv. :    er    riett    Karly, 

Bengnold  söt   ab   dem  häf  ver- 

rüeft  (verbannt)  werden  127,  25. 
versag  m.    «abacblägige  antwort« 

75,  32 ;  239,  14. 
Versager  m.  »verleumdet«  262, 13. 
versamlen  swv.  »versammeln«  276, 

19;  277,9;  280,9;  284,27u.ö.; 

refl.  312,  19. 
versamlung  f.  »Versammlung«  158, 

26;  diewyldiev.beschach  160,11 ; 

eine  V.  thuon  276,26 ;  ob  ir  wüssend 

inn  etlichen  landen  krieg  oder 


ver8amlnngen(qDelqae  gaerreon 
quelques  joQstes  on  tonrnoy)  20,3. 

verschaffen  swv..  »bewirken« :  a) 
mit  acc.  der  sadie:  (Ganelon  bat 
Magis),  das  er  sin  erlOssaog  ver- 
schaffette  gegen  Anthea  nnd  einen 
vettern  211,  21;  magstn  sovil 
zewägen  bringen,  das  du  den 
fryd  verschaffest  262, 35.  b)mit 
abbAngigem  satz :  (ich  will)  v., 
das  er  kommen  muoß  für  üch 
nider  knuwen  127 ,  1 ;  ver- 
schaffend, das  mir  min  hämisch 
werd  und  ein  pfert  166, 22 ;  vergl. 
ferner  185,  1 ;  297,  36 ;  801,  10. 
c)  einem  etwaz  versch.  263,  31. 

verschenken  swv. :  ich  wot  Bayard 
nie  verkouffen  nach  verschäncken 
92,  31 ;  ebenso  z.  32. 

verschlucken  swv.  47,  22. 

verschütten  swv. :  so  gar  hat  er 
daz  hirny  verschüt  (le  cerveau 
vide)  uß  mangel  essens  150,  I. 

verschweren  atv.:  refl.  »falsch  schwö- 
ren« 67,  33. 

verschwigen  stv. :  refl.  es  sind  drü 
ding,  die  sich  kummerlich  ver- 
8chw.  mögend  (se  peuvent  celer) 
175,  25. 

versorgen  swv. :  das  yedermann 
stett  und  Schlösser  versorgte  (mit 
kriegsvolk  und  proviant)  zum 
basten,  so  sy  möchten  80,  37. 

versprechen  stv.  »entschuldigen« 
18,  8. 

veratän  stv.  »hören,  vernehmen« 
(allgemein) ;  einem  etwaz  zever- 
stän  geben  121, 22  ;  248, 16  ;  ich 
gloub  nut,  daz  ir  verstandend 
(damit  einverstanden  seit) ,  das 
seralich  Sachen  inn  üwerem  land 
geschächen  sollend  194,  25. 

verstentnusf.  «verstand«:  (ich)  weyß 
nüt,  wo  ich  bin,  so  gar  bin  ich 
von  miner  v.  kommen  176,  19. 


415 


veretopfen  awv. :  din  trnren  und 
groß  zäntzleryen  band  den  keyser 
ver9topfFtunt»har,da9 bringt  dem 
Franekrich  und  aller  Krystenhejt 
grossen  nacliteyl  279,  12;  Reng- 
nold  was  also  inn  siner  torhejt 
rerstopfft,  dos  er  Riiollanden  nüt 
rechte  antwurt  gab  178,  7;  do 
der  heid  gsacb,  da»  Beringer  so 
verstoptftfoigensinnig)  waa  88,29 ; 
do  wanl  im  das  hertz  so  ver- 
»topfft.  das  er  üüt  ein  einga  wort 
reden  mocbt  14,  15, 

versuochen  swv. :  sich  v.  an,  mit 
einem  (im  kämpf)  188,2;  191,4. 

Terträasig  adj.  »überdrüaaig« :  ay 
wurdend  uiemmer  raer  miicd  und 
vertr.,  by  einandren  üesinn50,2l, 

vertriiwen  bwv.  :  inn  got  vertr. 
234,  6;  ich  vertritw  mir  bo  gar 
(habe  so  großes  vertrauen  zn) 
diner  manheit  79,  8 ;  danimm 
wy]]  ich  dir  einer  sach  vertrü- 
gen 262,  9;  ich  vertrttw  dir 
diner  fromm keyt  289,  24. 

vertunkeln  awv. :  dieannn  v.  326,24. 

verfaren  atv. :  er  gedächt,  ay  wur- 
dend ureächer  sin,  das  er  mit 
einer  liebe  nüt  verf.  mocbt  (ne 
joujroit  pas  de  ses  amours),  ala 
er  im  ainn  hat  68,  36;  a.  unter 
»faren«. 

verfellen  bwv.  :  du  und  dine  bruo- 
der  sind  wol  ungemeß,  das  ir 
also  die  jungen  töcbtern  nem- 
mend  und  sy  verfellend  (schändet) 
195,  27. 

verfüerung  f. :  (der  heidenglaube) 
were  faltach  und  böG  und  vollen 
V.  und  trug  58,  21. 

verwarenawv,:{der  leicbnam  Karls} 
ward  beacblossen  vaat  auptil- 
klichen  und  erlichen  verwart  341, 
26. 

verwilgen  bwv,  :  etwaz  v.  »bewilli- 


gen. 165,  22 ;  200,  12  ;  einem  v. 
156,  1  ;  v.  (einwilligen)  in  etwas 
99,27;  150,  21  Kiio  etwai  118,1. 
4 ;  156,  36. 

verwilgung  f.  »bewilligung,  ein- 
willigung.  2, 15|  73,32;  99,22; 
211,  6;  225,  4.  13. 

verwisaung  f.:  Olliffier  sagt  zuo 
Bengnold  inn  verw.  (en  l'impro- 
perant)  125,  17, 

verwundern  awv. :  unpers.  der  ym- 
biü  ward  gerüat  mit  ho  grosser 
kostligkeyt,da8ay  all  verwundert 
(wunder  nahm),  wo  .  .  173,  35. 

verzeigen  bwv,  :  band  kein  aorg, 
das  ir  von  mir  vertzeigt  (ver- 
raten) werdind!  137,  34. 

verziehen  stv. :  einem  »verzeihen« 
8,  33 ;  einem  etwaa  v.  268,  18. 

verzicher  m.  :  ich  weyß  ,  daa  ich 
ein  grosser  aünder  bin,  aber  du 
(gott)  byst  nach  vyl  ein  gröaeern 
V.  324,  4. 

verzichung  f.  »Verzeihung«  17,  34; 
263,  31. 

verzßchen  stv. :  refl.  ea  wurd  sich 
nüt  lang  v.  (hinziehen)  183,  16. 

verziigm. :  on  (im)  v.  »unverzOglicb« 
85,  26  ;  124,  19  ;  247.  30 ;  328,  3  ; 
on   langem   v.    95,  24;   t34,  31. 

vest  n. ;  der  low  macbet  im  veat 
(luy  faisoit  feste)  41,  30  j  tribend 
nüt  mit  mir  veat  (ne  faictea  feate 
&  moj)  199,  17,  ebenso  222,  18; 
alles  volck  zuo  Pari»  fuort  fröud 
nnd  vest  (menoit  joye  et  feste) 
umm  den  friden  141,  37. 

vetter  m.  meffe«  6,  25 ;  7,  29 ; 
13,  25  u.  8.  w. ;  »onkel«  51,  16; 
308,  6  u.  8.  w.  (Roland  heißt  aebr 
häufig  der  vetter  Karls  und  um- 
gekehrt dieser  der  vetter  Ra.). 

FJdasHo  (Fidftaao,  Brnabacca  P. 
26,  129) ,  heidnischer  fürst  im 
beere  Marsiliaa  317,20;  318,  10, 


416 


Fietamiint  (Fieremont,  Fieramonte 
P.  ö,  18),  bruder  des  königa  Her- 
min  92,  23;  S3,  16  j  107,  22; 
118,  1  ;  Fieremunt  92,  21. 

Fieramunt  (Fieremont,  Fieramonte 
P,  25,  179),  heidnischer  könig 
im  beere  Marsiliaa  316,  27  ;  Fera- 
munt  (Ferramont)  302,  25. 

vil  adv.  »oft«  132,  11. 

Fylbertta,  s.  Ph-, 

filz  m.»g]outoia.  43,22;  82,15;  93,5. 

Finadueto  (Finaduato,  Finadnsso 
P.  25,  177),  schwaraer  riese  im 
beere  Marsilioa  302,  21 ;  Fima- 
duato  310,  29. 

vingfcejt  f.  »feindsohaft«  110,  4. 

Vivianiifl  f  Vivien,  Viviano  P,  22,  18. 
13(5),  vaaall  Karls  246,  1  ;  Fiffia- 
nua  256,  7.  10.  11;  257,  33. 

Flamberga  (Flam berge,  Fnisberta 
P.  3 ,  55) ,  Rengnolds  schwort 
36,  27;  41,  17;  111,5;  184,  13; 
208,  33. 

fleißcheadj.  :=fieiHchin  »vonfleiach« 
27,  35. 

flyG  in. :  mitfl.  »absichtlich«  105^31 ; 
165,  3. 

Florentina  (Florence;  bei  P.  21,  14 
fehlt  der  name),  die  tochter  Sei- 
piona,  mit  Jason  vermählt  225,  4. 
11. 

flacht  f. :  die  fl.  nemen  (b.  nemen) ; 
einen  in  die  ä.  schlaclien  285,  11 
bringen  274,  18;  313,37;  sich  in 
die  fl.  machen  33, 15 ;  256,  12  u.  ö. 

fliichtig  adj. :  eo  ist  kein  eo  grosse 
gsel Schaft  niit,  die  er  nüt  fl,  vor 
im  macht  298,  5. 

folgen  BWT.,  mehrfach  in  der  Ver- 
bindung rätz,  rät  folgen  »einen 
rat  befolgen«  :  du  hast  nüt  rättz 
wellen  f.  306,  30;  du  hast  nüt 
wellen  rätt  f.  307,6;  Tergl.  ferner 
307.  14 ;  325,  32. 

vollstrecken  awr. :  dariimm  er  sin 


angefangne  verrettery  v.  wott 
296,  3. 

von  präp.  a)  von  der  veratentnuj 
kommen  (den  verstand  verlieren) 
176,  19;  man  muoß  eagen,  du 
Bigeat  von  der  Vernunft  177,  36. 
b)  er  was  von  (durch)  im  fry 
geworden  uü  einer  grossen  dienst- 
barkeyt  198,  36 ;  er  sprang  von 
fröuden  210,  6;  mit  weinnen 
von  fröuden  116,25;  von  forcht 
zyttren  61,  34  u.  s.  w. 

vor  adv.  «vorher,  früher»  98,  10; 
141,8;  258,25.35;  312,37;  341.8 
u.  ö. ;  trennbar  mit  verben  zusam- 
mengesetzt :  -geben  (gen)  »nach- 
geben« 33,  29;  -halten:  einem 
den  paa  v.  (den  durclipass  ver- 
wehren) 287 ,  2  ;  -ain  ;  das  ir 
kunst  den  ryttern  nüt  hat  mögen 
vor  ain,  inn  ir  schloß  zekommen 
230,  27 ;  s.  unter  »sin«. 

voranhar  adv.:  v.  gän  »voraus 
gehen«  42,  5  ;    s.  auch  »anhar«. 

voranben  adv.  »voraus«,  bei  verben 
der  bewegung :  -gän  58 .  29 ; 
-kommen  97, 10;  -ritten  103, 19; 
106,  8. 

vordannen  adv.  (daeaelbe),  bei  ver- 
ben der  bewegung : -ritten  70,30; 
97,  18;  193,  1.  2;  223,  29;  -Rü- 
chen 250,  4 ;  vergl. :  mach  dich 
vor  mir  dannen!  162,25;  darumm 
er  vorhin  vor  Muntabant  dannen 
zoch  258,  1. 

fordern  swv. :  die  natur  fordert 
mich  darzuo ,  semlicha  zetbuon 
281,  26. 

vorhin  adv.  a)  räumlich :  v.  gün 
226,  10.  b)  zeitlich  »vorher« 
2i,  29;  28,  2;  41,  13;  62,  13; 
102,21;  137,14;  258,  1;  314,1; 
324,  30.  33. 

vorhuot  f.  »vortrab  des  heerea« 
161,  33. 


417 


forin  adj,  ;^  vorhin  »von   föbren« : 

in  dem  forinnen  boltz  136,  15. 
Foris.senna  (Forisene,   Foriaena  P. 

4,  47),   tochter  des  königs  Cor- 

bant  49,  1;    53,  16;    56,   2.  Sl ; 

59,  9;  76,  26. 
vormals    adv.    »ehedem,    früher« 

276,  13. 
forschen    (v-)   bwv.  :    irans.    »ver- 
langen« 15,  33;   26,  26;   31,  9; 

70,  23;  96,  7.  20  n.  «.  w. 
vorKuo    adv,:    Gannellon    traf   in 

vorzuo  (vorn),  Berchtold  inn  die 

syfcten  255,  27. 
Franckrich  2,  7;  3,  5;  6,  J 8;  7,  2. 

18  u-  a.  w. 
Frantzosaem.  2,20;  81, 16;  160,18  u.ö. 
frantzösaiach  adj.  90,  8  u.  ö. 
Fregetton  (Flegeton,  Flegeton  P. 

2,  89)  24,  21. 
fremd  adj. :  ich  bring  üch  die  aller 

frtjmtesten     ((teltsamaten)    mere 

153,  12. 
fräffea  adj.  »kühn,  verwegen*  1 1,29. 
fräffenlich  adj. :  (Karl  hatte)  ougen 

"wie   ein   low   mit   fr.    an  Sachen 

(kühnem,  unerschrockenem  aus- 

druck)  3,  22. 
fräifenlich  adv.  207,  9. 
fry  adj.   »froh«  :    mit  frjem  maot 

(de  grand  conrage  et  allegrease) 

rjtten    sy   gegen   den    fyenden 

308,  36. 
friden  bwv.  :  trana.  (Rengnold  weinte 

vor  freuden),    da«    sy   (ihn    und 

Boland)  got  durch  sin  gnad  ge- 

frydet  (versöhnt)  bat  116,  26. 
Frießland,  a.  Gßdfrjd. 
friach  adj.  »keck,  beherzte   68,  11; 

70,  18;  21 9,. 3;  223,  8;  239,18; 

253,  25;  314,  7  u.  ö. 
friacheyt  f.   »kühnheitc  217,  10. 
friachlich  adv.  >keck,  kühn*  61,33, 
fröudftir     n.     »freudenfeuer« :     pl, 

fröudfurer  117,  29. 

Murgant  der  rie*<j 


iroua 


frow  f.  »herrin,  herracherin«  I6d,  5; 
295,  15;  276,   18. 

frowengmüet  n.  »gemiit  einer  frau« 
150,   17. 

fröwly  n.  »damoiaelle*  73,  28; 
103,  30  ;  105,  18.  34. 

frtind  ra. ,  die  regelmäßige  ilber- 
Betzung  von  »parent*,z.  b.  7, 16; 
39,  38;  92,  22  ti.  a.  w. 

fräntaohaft  f.  »parentage«  7,  18 
u,  ö. 

fliegen  bwy.  :  refl.  der  erst,  zaa  dem 
er  sich  fuogt  (dem  er  begegnete), 
das  was  euo  gräf  Oliffier  63,  32. 

fSeren  swv. :  do  er  gaach,  das  inn 
(den  rieaen)  Morgant  so  übel 
fuort(traktierte)mitsinem  käUen 
123,  5  ;  ir  liebe  fuorfcten  ay  also, 
das  die  tochter  inn  kurtzer  zyt 
schwanger  ward  76,  28,  ähnlich 
221,  31;  gstalten  f.  (annehmen) 
231,  7 ;  kla^  f.  »kliigen«  101,  25; 
leid  f.  42,  15;  IUI,  26;  235,  5; 
fröud  und   veat  f.  141,  3-7  n,  a.  w. 

fnnfzyt  num.  »fünfzig«  340,  13. 

fnorlüt  pl.  »ächitfslente«  214,  18. 

fuoß  m. :  f.  für  f.  gän  (aller  le 
petit  pas}  240,  7 ;  einem  f.  halten 
»stand  halten«   180,  9. 

für  n  :  (er  hat  geaoliworen),  er  wel 
Muntabant  inn  f.  suo  Joimel 
schicken  (in  flammen  aufgehen 
lassen)  104,  10. 

für  präp. :  (ein  brucler  hat  uns  ge- 
sagt), Buolland  sig  für  inn  ge- 
rytten  51,  18 ;  der  amiroll  fuor 
für  Cjpions  huß  (an  —  vorbei) 
218,  25 ;  ay  bette  inn ,  das  er 
für  sy  heim  füere  (auf  dem 
beimwege  bei  ihr  vorspräcshe) 
209,  30.  —  adv.:  für  und  für 
(immerfort)  9,  29;  trennbar  mit 
verben  zusammengesetzt:  -gän 
»vorübergehen«  193,32;  293,  5; 
»aich  ereignen«  135,  33;  'kom- 
27 


418 


tuen:  so  bald  sy  ein  wenig  ffir 
(voraus)  kämend  193,  2;  land 
den  ymbiß  für  k.  (achevons  le 
disner)  247,  25;  do  kam  im  ein 
engel  für  264,  20;  im  were  ein 
troumm  für  kommen  306,  21 
Q.8.  w.;  -riten  »vorwärts  reiten« 
328,  25;  »vorbei-,  vorfiberreitenc 
52,  6;  146,86;  -treffen:  einen  f. 
in  etwaz  28, 9 ;  87, 17  mit  etwaz 
20,  18;  257,  24;  -faren  »vorbei- 
fahren, -ziehen«  11,  33;  128,23. 
27;  258,  21;  259,  7;  264,  26 
u.  8.  w.;  -wandlen  »vorbei  wan- 
dern« 330,  8;  ^fichen  »vorbei 
ziehen«  264,  29  u.  a.  w. 

fjirhin  adv. ,  in  der  Verbindung: 
nan  f.  »von  nun  an,  künftighin« 
6,12;  13,10.  29;  14,32;  15,13. 
29,  22;  117,  14;  119,  29;  139,  25; 
145,  11;  339,  1  u.  s.  w. 

farnemen  n.  »vorhaben«  64,  16; 
100,  10;  150, 21;  168,  16;  222,  33 

U.   8.   W. 

fürflamme  m. :  do  ließ  er  ein  grossen 
f.  nß  dem  mul  231,  18;  der 
(track)  warf  so  groß  f.  41,  4. 

Waldbruoder  m.  «einsiedler« :  die 
waldbrüeder  (wäldbrnodern)  inn 
den  wüestinnen  224,  3ö;  159,  30. 

waldstat  f.  »wahlstatt«  30,  32. 

Wandel  m. :  (Rengnold  verlor)  all 
sin  Wandel  (contenance),  so  bald 
er  die  gsicht  verloren  hat  (An- 
thea  aus  den  augen  verloren  hatte) 
174,  22. 

wankelmüetigkeit  f.  327,  24. 

wannen  (wonen)  swv. :  (Anthea) 
mit  deren  ich  nüt  w.  (umgang 
haben)  darf  174,  28. 

warheit  f. :  der  (künig)  kam  in  das 
wirtzhus,  die  w.  (den  wahren  ver- 
lauf) der  thät  zevernemmen  194,8. 

warten  swv.  (mit  sti  part.  prät.) : 


(ich)  byt  üch,  daz  mim  pfert 
wol  gwartten  (für  mein  pf.  gut 
gesorgt)  werd  149,  15. 

Wasser  n.  »gewässer«  274,  36. 

wächay  adj.  ^  wehsin  *  von  wachs« 
232,  9;  wachse  231,  21.  30. 

weg  m.:  einem  w.  -  geben  (platz 
machen,  zurückweichen)  224,  26; 
zewegen  bringen  (zu  stände  br.) 
111,4;  118,23;  127,17;  142,15; 
144,  15;  148,  32;  149,  32;  160,  6 
u.  8.  w.;  eyßwegs  »unverzüglich« 
93,  38;  216,  27.  S.  auch  anm. 
zu  233,  35. 

weißlin  n.  »waise«  329,  11. 

wellen  an.  v.  (part.  prät.  gwellen. 
69,  14):  einem  übel  w.  74,  35; 
136,  13.  33;  137,  23;  148,  10; 
nachher  ein  inf.  mit  »ze<  115, 32. 
üeber  »wetten  tüffel«  197,  33  s. 
nachtr. 

wellich  pron.  relat.  2,  27 ;  6,  35 ; 
172,  16. 

weit  f. :  all  weit  (tout  le  monde) 
312,  7. 

wändung  f.  »abweudung«:  do  der 
kunig  uß  Engelland  gsach ,  das 
kein  w.  was,  das  Rengnold  nüt 
uß  Franckrich  erkent  wurd  (daß 
die  Verbannung  Rs  aus  F.  nicht 
abzuwenden,  rückgängig  zu  ma- 
chen war)  128,  10. 

wer  n.  »waffe«  310,  38  (gwer  z.  30). 

werden  stv.:  unpers.  dardurch  aller 
Krystenheyt  vyl  zelyden  ward 
288,  22. 

werfen  stv.:  der  (track)  warf  so 
groß  für  flammen  41,  4;  er  warf 
ein  sünftzen  221,  5. 

wesen  n.  »zustand,  läge«  176,  28; 
229,  1 ;  »lärm« :  "die  (teufel)  tri- 
bend  ein  semlichs  w.  232,  6 ;  do 
der  soldan  vernamm,  das  das  w. 
gestyllet  was  203,  35;  die  stil- 
tend  das  w.  33,  26. 


419 


wider  adv.  :  do  ertziickt  Ruolland 
syn  Schwert  wjder  (zog  R.  aein 
achw.  zurück)  226,  23. 

widergältiing  f.  >gegenleifltung« 
189,  17. 

widern  a-w  v, !  refl.  »eich  widersetzen  • 
9,  34;  128,  24. 

widerruof  m.  »widerruf« :  einen  w. 
fchiion   112,   11;  113,  19. 

widerriiofen  atv. :  ein  wort  »zurück- 
nehmenc  16&,  4. 

widereäclier  m.  »Widersacher«  122, 
37. 

widerBpil  u.  *  gegen  teile  241,  2.  13  j 
251,  33;  274,  4  ;  295,  38;  daz  w. 
zaatwnrfc  geben  (verkehrt  ant- 
worten) J49,  38. 

widerstand  m.:  w.  tbuon  90,  4. 

widerschnellen  swt,  »zurückspring- 
en«: (Sengnold  gab  der  riesin 
mit  seinem  schwert  einen  atreicb 
auf  den  köpf) ,  aber  es  wyder- 
schnalt,  ala  ob  er  uff  ein  amboß 
geschlagen  het  228,  3. 

widerumm  adv;  »zurück«  :  w.  ritten 
2W,  29. 

widerummrytten  n .  > zurückreiten c 
335,  27. 

widrig  adj.  »feindlich  gesinnt« 
118,23;  137,10;  170,30;  205,38 
u.  ö.;  wyderrig  1,  8. 

Wien  (Vienna,  Turpin  c.  XXXII) 
340,  31. 

wie  wol  conj.  »obschon*  118,  12; 
133,  24;  199,36;  200,22;  225,5 
u.  ö. 

wil  f. :  der  w.  haben  (zeit  haben) 
256,  13. 

Wyl]aFrancka(Vil]efranche,  Tilla- 
franca  P.  22,  S9),  hanptstadt  des 
königa  Adilknt  246,  31. 

wille  m. :  mit  willen  {ä  la  requeste) 
etlicher  zentzlern  and  verrettern 
139, 15;  (ich)  thiion  uch zewüssen, 
daB  ich  ffants  inn  üwerm  willen 


bin  (vollständig  zu  eurer  Ver- 
fügung stehe)  17,  33;  alao  wirt 
ay  unser  retter  dann  inn  sinem 
wyllen  haben  fkann  machen  mit 
ihr,  was  er  will)  176,  32;  in 
willen  ein  i  willens  aein«  26,27; 
66,  28;  72,  33;  86,  37;  90,  25; 
117,  14;  in  w.  haben  (dasselbe) 
10,  28;  136,  33  u.  ö.,  auch  hloa: 
w.  haben  24,30 ;  71 ,35 ;  288,22  n.  S. 

willfaren  awv, :  das  (damit)  er  den 
heydiBchen  kiingen,  ainen  nach- 
püren,  wyllfarrette  (faire  plaiftir), 
bernofft  er  iren  vyl  200,  4. 

willwänkykeit  f.  »Veränderlichkeit« 
125,  12. 

wirtzhus  n.  193,  30;  194,  8; 
217,  3. 

wyß  (wise)  f. ;  mit  dyeser  w.  (auf ' 
dieae  weise)  werden  ir  frid  mit 
im  haben  127,  3;  in  zusammen- 
aetznngen  (in  der  hs.  immer  ge- 
trennt geschrieben) :  bekleyt  in 
Bchiltnoraw.  (nach  art  eines  Schild- 
knappen) 130,23  ;  sobald  er  etwar 
in  zornßw.  angsach  3,  24 ;  er  wett 
mit  im  reden  in  rätzw.  98,  30; 
(Rengnold)  sagt  inn  spotzw.  232, 
33 ;  er  schickt  ein  kunig  inn 
botachafiftzw.  zuo  Karly  276,  13; 
wie  011y6er  inn  botschaftzw. 
zuo  Anthea  reyt  280,  3;  das  ein 
mechtiger  flrat  inn  botschaftzw. 
zuo  im  kemme  290,  33;  (tribut), 
den  ir  im  jerlichen  geben  wellend 
in  früntachafftzw.  295 ,  5 ;  do 
Bpracb  er  inn  klagsw.  321,  14. 

wytnea  adv.  »von  weitem,  aus  der 
ferne«:  Ry  wurfPond  inn  mitsperen, 
steinnen  .  .  von  w.  här  30,  16 ; 
w.  bar  wurffen  sy  ire  wer  gegen 
jm  70,  18 ;  da  ay  inn  w.  eraäcbend 
209,  33 ;  daa  ich  so  w.  bar  kom- 
men wer  282,  28. 

wo  conj.  »wenn,  so  ferne«  33,  24; 


420 


116,  IB;  118,2;  172,82;  wo  daz 
%ät  (wenn  das  nicht  geschehen 
würde,  geschieht)  162,  8.  17. 

troUost  f. :  ein  w.  nenen  ab  etwaz 
129,  19;  214,  1;  236,  18. 

wollnstigen  swt.  :  refl.  RnoUand 
'wollustiget  sich  an  der  heiden 
tod  284,  22. 

woh-edend  a^j.:  (ein  rytter)  vust 
alt  und  w.  170,  -17. 

wflSettig  1  (==  wuotf)  »raserei» : 
darnmm  mag  ich  aageta,  daz  die 
liebfe  ein  tingemesse  w.  ist  179,5. 

wüettlrig  f.  »wüterei,  tyrannei« 
118,  2. 

wunder  n.:  w.  triben  »wunderbare 
taten  vollbringfiil«,  z.  b.  der  tript 
w. :  er  schlecht  rytter  und.pfert 
ntder  130,  82;  der  (kiinig  C<h)- 
stdnt)  treib  W.  mit  den  heyden 
205,  36;  (Sallincorny)  treib  w. 
mit  lüt  und  roß  äyder  schlahen 
208,  M;  w.  satgen  234,  6. 

wflUsohen  ayrv. :  do  Bengnold  -den 
giMotz  Terttnond,  «o  im  Hermin 
wünscht  107,  16. 

Wöbst  m.  »flnrat«  384,  29 ;  837,  35. 

wtifmhut  f.  »cuir  de  serpent«  189, 


Zal  f.:  vyl  von  irem  gschlächt 
wapnetten  sich  und  kämend 
innen  zehilf :  Gergis  von  T.  und 
Baldowin  von  B.  und  etlieh  ander 
fromm  rytter  wärend  der  zal  (w. 
darunter)  137,  17. 

zall'en  swv.:  (der  eine  patron  des 
schifles)  wott  iiüt  von  land  faren, 
er  were  dann  umm  sin  Ion  zalt 
214,  15  ;  refl.  (Morgant)  schrey, 
das  der  wirt  kemme  sich  der 
ürtten  zallen  (se  vint  payer) 
22,  6;  es  wirtt  sich  als  ziallen 
(tout  se  payera)  zeletst  305,  33. 

zalluog  f.:   kumpt  nieinmen  umm 


die  z.  mines  wyrtz  (ponr  le  paye- 
ment  de  mon  hoste)  21,  38. 

zalt  261,  1 ;  8.  anm.  und  nachtrage. 

zanck  xa,  »streit«  240,  32;  267, 23; 
zangk  279,  31. 

zanußruofFer  (ao  ^  ou)  m.  »zahn- 
auszieher«  196,  21 ;  zen-  196, 30. 

zeit  f.  »zelt<  305,  20.  36;  832,  30 
(unbestimmbar  ist  das  geschlecht 
319,  11);  dafür  erscheint  einige» 
mal  zeig  f.,  z.  b.  160, 33{  l&l,  1. 
4;  weitaus  am  häufigsten  aber 
«eil  f.,  z.b.  58,19;  60,11;  62,7; 
63,  13;  m,  18.  38;  68,  3.  6; 
114,30;  143,10;  165,-24^;  166,33; 
179,  21 ;  191, 16;  208,  5;  210, 10 ; 
281,  9;  286,  20  u.  s.  w. 

zent  präp.  mit  dat.:  wir  werdend 
die  klussen  müessen  verläceen 
und  zent  der  ««It  ummhär  .gän 
gen  bätlen  (aller  mendier.parmy 
le  monde)  10,  15;  (Karl)  luogt 
BSnt  dem  sal  -  Cparmy  -la  salle) 
87,  2;  die  xaere  worden  bald  zent 
dem  pal  last  (par  le  palais)  ge- 
sagt 91,  10;  do  schickt  der  künig 
Gonstantsine  herolden  zent  sinem 
land  hin  (par  tout  son  pays) 
umm  volck  201,  1 ;  der  keysser 
gebot,  das  Öanelon  zent  der  etat 
hin  (par  toute  la  ville)  gfüert 
wurde  337,  30.  Vergl.  Schweiz, 
Idiotikon  I,  316. 

zentumhar  adv. :  als  Rengnold  z. 
(auf  dem  ganzen  turnierplatz 
umher)  reyt  131  ,  22;  ebenso 
z.  29. 

zenzlen  n.  »schmeicheln« :  (Ganelon) 
was  ser  trurig,  daz  er  nüt  torffc 
zehäf  kommen  mit  sinem  z.  umm- 
gän  142,  9. 

zenzlerm.  »Schmeichler«:  (Ganelon 
war)  ein  schönner  reder  und 
grosser  z.  8,  8;  s.  ferner  26, 22; 
262,  13  u.  ö. 


421 


zenfilery  i,  »echmeicbelei«  26,  13; 
85,  7;  142,  15j  279,  11  u.  ö. 

zerbrechen  etv.  :  nun  ist  unser  für- 
nemmen  und  g'asel  seh  äfft  zer- 
brochen 235.  7. 

zergen^en  swv. :  Rengttold  forabt, 
daz  wild  pfert  aergangte  (tötete) 
im   daz  «in  154,  31. 

zerhacken  ewv. :  got  wejfit,  wie  ay 
die  heyden   zerhacktend   207,   8. 

zerklintsen  (  klintschen?)  bwv.:  het 
er  (der  streich  des  riesen)  Reng- 
nolden  troi^en,  so  het  er  inn  gar 
zerklintät  (briaä  et  casaä)  43,  32. 

zerknitflohen  -knisdien  awv.  »zer- 
echmettern ,  zermalmen':  (der 
rie»e)  buob  ein  gronse  etang  uf 
inn  damit  zerknitecheu  227,  9  ; 
alle  wiudend  aerknitst  luider  den 
fiteinnen  210,  32 ;  ich  hab  willen, 
ich  welle  mit  disem  kaUen  die 
helliachen  faünd  all  zerkni€ofacn 
24,  31. 

zermuosen  swv.  »zerBcbraettern«  : 
mit  dem  (kallen)  gab  er  ao  ein 
grossen  streich  uö'  b'eragus  hopt, 
daz  er  im  den  gantzeti  köpf  zer- 
muoaset  123,  18. 

zerrennen  ewv.:  darnach  ^errant  ay 
die  (aper)  im  ertrich  ,  also  daz 
die  atack  inn  lufft  aprutztend 
171,  36. 

zerriieren  bwt.:  Rengnoldhat  gros- 
sen Verdruß,  darumm  daz  er  (der 
beide)  die  spyß  also  zerruortt 
36,  17;  a.  anm. 

zerschießen  stv. :  ag  schoß  ein  aträl- 
stein  uff  ein  tattelboum  inn 
Böslicher  gatalt ,  das  ay  (1.  er) 
inn  .gentilicb  zerschoß  295,  24; 
ein  tattelboum ,  den  die  aträl 
zuo  stucken zerschosaen  hat 334. 7. 

zerschlagen  stv. :  dardurch  ir  fur- 
nemmen  zerächlageo  (vereitelt) 
ward  233,  14. 


sersobmelzen  stv.-.  ey  wurdend  so 
leidig ,  das  sy  all  inn  trehern 
zerachmaltzend  323,  2. 

Zerses,  (Serxes,  Serse  P.  26,  15), 
der  Perserköniß  307,  27. 

Zerstörer  m.:  ein  z,  der  axmcn 
157,  14. 

zerthuon  an.  v. :  reÖ.  die  (fier  rytter) 
battend  grosse  arbeyt  die  rysöin 
sebaben,   also    sartbet    sy    sich 

232,  8. 

zerfallen    stv, :   trans.    (der    hirte) 

fiel  ab   und    zerfiel  *wey   rypp 

1S3,  5. 
zerwinden  stv. :   trans.  (die  riaain) 

Kfirwand  ire  arm  und  schÜDckel 

231,  34;  refl.  231,  32. 
zesammen    odv..   314,  2 ;    2ammen 

233.  17;  ssämman  207,  6. 
zefriden  adj.  »zufrieden«  (mit  gen.) 

128,  25;  218.  10 ;  338,  17.  21  u.  ö. ; 
einen  z.  stellen  (bezahlen)  194,^1. 

zit  n.  and  f. :  es  ist  yetz  nüt  im 
zyt  (der  richtige  aeitptmkt)  ze- 
bläsaen  319,  il4;  do  Roßmitnda 
ir  ayt  gBach^(vit  son  poinct),  do 
giengsyinndiegftLncknuß  148,17; 
wenn  Ruolland  sin  zyt  gaächen 
wyrt ,  80  wirt  er  üch  kommen 
belegren  inn  Sarragosaa  294,  30; 
do  daa  tranck  sin  zjt  (die  es  j 
brauchte,  um  so  wirken)  ver- 
brächt 111,  10,  —  die  vergangen 
zit  (in  der  v.  z.)  224,  16 ;  in 
kurtzan  zitten  (binnen  kurzer  z.) 
127,  38;  in  (seit)  .vast  kartzer 
zyt  211,  33;  vor  zytten   lliS,  27. 

zitterhaftig  adj.:  daz  dritt  mal 
(daß  Rotandseinborn  bliealmiicht 
mir  die  sei  im  lyb  a.  325,  27. 

wicht  f.;  (Rengnold)  wsis  so  frö- 
lich,  dos  er  nüt  2.  halten ,(tenir 
contenance)  kond  230,  26. 

züg  m.  >heer€  1,  6;  2, .8;  ,180,. 23 
a.  s.  w.  (sehr  häufig). 


422 


ZOO  prftp. :  zuo  allen  ortten  (über- 
all) 315, 36;  er  nam  sin  schwertt 
zuo  beden  henden  29,  34;  und 
bettend  die  beiden  vast  zuo  ein 
myl  (plus  d'une  grande  Heue) 
gejagt  322,  30  (der  accus,  »ein 
m.<  ist  aufföUig).  »zumc  sehr 
häufig  vor  Superlativen:  zum 
(aller)  beltisten  107. 10;  109, 12; 
250,  7;  zum  basten  114,  33; 
zum  minsten  91 ,  16.  34;  zum 
meyesten  5, 1 1 ;  zum  aller  styl- 
lesten  134,  6;  zum  aller  beim- 
licbesten  137,  29;  zum  aller  frne- 
gesten  270,  27  u.  s.  w.  —  adv., 
trennbar  mit  verben  zusammenge- 
setzt :  -gän  »vor  sich  gehen,  sich 
ereignen«  112,  1;  228,  30  n.  ö.; 
-geben  »beigeben ,  mitgeben« : 
(Leonfant)  gab  im  sins  volcks 
zuo,  die  inn  beleytind84, 7;  der 
kunig  gab  im  sin  diener  zuo 
154,  12;  vergl.  ferner  209,  23; 
259,  8.  11 ;  -hören  »angeborene 
255,  17;  -losen  157,  19;  -luogen 
10,  31;  123,8;  210,  28;  240,30; 
266,  3;  -muoten  90,30;  121,31; 
-rüsten:  einen  »zurichten«  (im 
kämpf),  z.  b.  die  tOfflinnen  und 
all  hellische  tbierer  will  ich  inn 
söUicher  gstalt  z.,  das  sy  niem- 
mand  kein  leyd  niemmer  mar 
anthuon  müessend  24,  27;  den 
ersten,  der  sich  zuo  mir  nachet, 
wyll  ich  inn  söUicher  gstalt  z., 
das  er  kein  mentsch  mer  fachen 
muoß  126,  27,  s.  ferner  221,  7; 
234,  20;  259,  6;  ich  bin  übel  zuo 
gerüst  (mal  en  poinct)  sy  zeer- 
lössen,  und  ich  bin  von  des  sel- 
bigen wegen  har  kommen  183,18; 
Gannellon  hat  Karly  also  zuo 
gerüst  durch  sin  schön  reden  und 
tzäntzlery ,  das  er  nüt  anders 
gloupt  den  siner  red,  und  duocht 


inn,  es  wer  daz  evangillio  85,  6; 
ein  verrettery  z.  99,  1 ;  die  stat 
Paris  mit  lütten  und  spis  z. 
(ausrüsten,  versehen)  81,  1 ;  dem- 
nach als  er  sin  arm  hat  lassen 
z.  (in  Ordnung  bringen),  macht 
er  sich  uff  die  sträs  261,  19 ; 
•sagen:  einem  z.  (mit  abh.  satz) 
»versprechen«  222,  25;  »ver- 
sichern« 217,  22 ;  247,  20 ;  259, 5 ; 
einen  friden  z.  276,  14;  289,  15; 
-schrien:  einem  »zurufen«  ohne 
weiteres  objekt  284,30  mit  abhäng, 
satz  284,  27;  286,  6.  -stän  »zu- 
stehen, -kommen«  238,  33 ;  -stif- 
ten :  (ich)  hab  nie  kein  ding  zuo- 
gestyfft,  die  zuo  üwern  unneeren 
dienttend  279,  6;  -thuon:  refl. 
(das  schloßtor)  thet  sich  von  im 
selbs  zuo  228,  25. 

zuogegenadv.  »anwesend,  zugegen« 
108,  36;  125,  23;  218,  29. 

zuogehörig  adj. :  bed  einem  fursten 
z.  und  eines  gloubens  115,  7. 

znogehört  f. :  uff  das  übergyt  üch 
der  gemelt  Ruoiland  und  über- 
antwurt  üch  wyder  alle  gerech- 
tigkeyt  und  z. ,  so  er  haben 
möcht  an  dem  gemelten  küngk- 
rich  292,  18. 

zuogehörung  f. :  darumm  kum  ich 
üch  die  stat  abfordern  .  .  und 
öch  all  ander  z.  dyß  küngkrichs 
172,  29. 

zuohenzüchen  n.  »heranziehen« 
309,  9. 

zuosag  f.  »zusage,  versprechen« 
187,  24;  196,  33. 

zuosagung  f.  dasselbe  174 ,  18 ; 
278,  28 ;  282,  4.  7 ;  312,  1. 

zuosatz  m.  »besatzung« :  do  sy  (das 
kriegsvolk)  versamlet  warend, 
do  ordnet  sy  Ruoiland  inn  die 
stet  und  festinnen  inn  z.  280,17. 

zuschickung  f.  »schfckung,  fügung« : 


4S8 


durct  die  z.  des  obersten  gottes 
38,  22;  durch  götliche  Ordnung 
and  z.  52,  2'2 ;  vergl.  ferner  52,6; 
168,  25. 
zuotrag-ung  f.;  durch  z.  etlicher 
zentzlern  und   Versager   bin  ich 


ab  einem  häf  verbaat  und  ver- 
jagt 262,  12;  das  du  die  fürt 
abgsch lagen  hast  durch  'i.  filan- 
chardijaa  213,  19. 
zwyfacht  adj.  >doppelt*  285,  15 ; 
286,  9;  zwejfacht  219,  19. 


NACHTRÄGE  UND  BERICHTIGUNGEN^. 


1^^     UJO    w 


Zu  1,  11  nach  »Jarc  ist  das  komma  ausgefallen. 

27,  14  liea  »kriege 

34,  25  PoffantJ  Ponant,  Ponente  (P.  3,  33).  D  laa  jedeafalU  Pöuant 
(Fo\rant);  vergl.  Befifea  —  Beuves  9,  16;  PoÖyg  —  Pavie  342,  9. 

44,  6  nach  »blatten«  boH  statt  des  punktes  ein  komma  stehen, 

55,  19  nach  »tallig«  ist  >nüt«  einzuschieben. 

92, 22  Hermina  fründ]  auch  F  hat  »parent«  ;  genauer  wäre  »bruoder« 
(vergl.  93,  8.  34  u.  a.). 

105,  l9boßheyt]  laschet^,  ^vaa  dem  Zusammenhang  besser  entspricht. 

197,  33  wetten  tüffel]  »wetten«  ist  als  »(ich)  wett  denc  zu  lesen, 
wobei  »den«,  wie  auch  sonst,  für  den  nom.  »der«  stehen  dürfte.  Das 
ganze  ist  eine  der  zahlreichen,  mit 'teafel^  gebildeten  elliptischen  fluch- 
formeln.  Vergl.  das  ähnliche  »wett  tausent  teufel«!  bei  M.  Holüwart, 
Saul  (1571). 

199,  16  die  tochter  des  königa  Conatant  heiüt  auch  in  D  später 
(249,  26)  Ollyve  ^  Olive  F  (gegenüber  Helie  an  unserer  stelle),  üliva  P. 

222,  3  dag  kommti  nach  »Thannemarck«  ist  zu  tilgen. 

234,  Iti  schäffelin]  die  erkläriing  aus  scheftelin  ist  unnßtig;  seh. 
ist  das  mhd.  schavelin ,  scbevelln  (Lexer  II,  674);  s.  oben  zu  34,  25. 
Darnach  ist  auch  die  anm.  zu  324,  5  zu  berichtigen. 

238,  38  der  Strichpunkt  ist  nach  »üilnd«  zu  setzen. 

261,  1  zalt  niderst]  man  könnte  auch  an  einen  Schreibfehler  fOr 
salr  (=  ze  aller)  n,  denken. 

265,  34  nach  »schön«  ist  das  komma  ausgefallen. 

2B6,  28  von  dem  hertzüg  Gergis]  du  duc  Ogier;  hertzüg  ist  also 
=  herzog  und  daraus  durch  Schwächung  des  zweiten  compoaitionateiles 
entstanden ;  eine  form  'herzug'  belegt  Lexer  I,  1277.  Gegen  die  annähme, 
es  liege  da«  mbd.  herziuc  -ges  im  sinne  von  >heer<  vor  (s.  gloasar  anter 
»züg«),  spricht  außer  der  vorläge  auch  die  Wortstellung. 

302,  5  Samson  von  Burgundia]  daß  dieser  mit  dem  früher  erwähn- 
ten S.  von  Brettania  identisch  ist,  ergibt  sich  aus  folgenden  gründen: 
1)  bei  Puki  heißen  beide  gleich,  nämlich  Sansonetto.  2)  S16,  3  wird 
die  tötung  Samsona  von  Brettania  durch  Qrandon  erzählt,  in  der  totea- 


484 

Rsto  8C9,  9t  encheiat  irar  6.  Ton  Bargmtdlia.  7«rgl.  ferner  301, 85  ff. 
taft  2«>,  9  ff. 

809,  16  f.  Madiiyt,  der  hier  darch  die  band  Ange^ns  fällt,  er> 
scheint  318,  6  ff.  nocbtoals  mid  wird  dort  von  Roland  getötet.  Der- 
■eHM  widerspnidi  findet  sich  in  F,  dem  D  folgt.  Bei  Pald  26,  64  f. 
ist  der  kämpf  «wischen  Maldneeo  und  Angiolino  ohne  tötlichen  ausgang. 

881,  5  die]  vergl.  187,  6. 

842,  3  Hugo]  Unnldo  P.  28,  73. 

Zum  g  1 0  8  8  a  r.  Ab :  -feilen  72,21.  —  an:  am  tag  (bei  tagesanbrach) 
288,  6;  332,  20;  an  (auf)  einem  weg  284,  20.  —  etwann  adv.  »irgend woc 
239,  35.  —  heatsche  in.  »handsehnhc  (allgemein).  —  herz :  einem  ein 
h.  geben  (mut  machen)  297,  12.  —  isin:  mit  dem  yßnen  häntschen 
271,  12.  —  unlang  adv.  »vor  knrzem<  287,  19.  —  uf :  Ruolland  reytt 
uff  Brissebarra  285,  18.  —  wyß  f.:  inn  pilgris  wyß  889,  50. 


mk 


ÜBEBSIOHT 

Aber  die 

einnalimen  und  ausgaben  des  litterarischen  yereins 

im  41sten  Terwaltongsjahre  vom  1  Januar  1888  bis  31  December  1889 


Einnahmen. 

A.  Keste. 

I.  Kassenbestand  am  Schlüsse  des  40steii  verwal- 

tungsjalires 

II.  Ersatzposten 

III.  Activausstände 

B.  Laufendes. 

I.  Für  verwerthete  vorräthe  früherer  veryvaltungs- 

jahre  

II.  Actienbeiträge       

in.  Für  einzelne  publicationen  des  lanfenden  Jahr- 
ganges     

IV.  Zinse  aus  zeitlichen  anlehen 

V.  Ersatzposten 

C.  Vorempfänge  von  actienbeiträgen  für  die  folgenden 
Verwaltungsjahre 

Ausgaben. 

A.  Reste 

B.  Laufendes. 

I.  Allgemeine  verwaltnngskosten ,    einschliesslich 
der  belohnung  des  kassiers  und  des  dieners     . 
II.  Besondere  kosten  der  herausgäbe  und  der  Ver- 
sendung der  Vereinsschriften 

1.  Honorare 

2.  Druck-  und  umschlagpapier 

3.  Druckkosten 

4.  Buchbinderkosten 

5.  Versendung 

6.  Provisionen  an  bnchhändler 

III.  Außerordentliches 

C.  Vorauszahlungen 


Somit  kassenbestand  am  31  December  1889 

Anzahl  der  actien  im  41  verwaltungsjahre  356. 


19858 


49 
7280 

80 

1200 

109 

280 


^ 


Ol 


28§56 


1666  93 


05 
46 


52 


2669 

il78 

5071 

163 

233 

72 

20 


11075 


17781 


50 
25 
05 
98 
25 
44 


40 


12 


426 

Von  mitgliedern  sind  mit  tod  abgegangen: 

Seine  majestät  Kaiser  Wilhelm  I. 

Seine  königliche  hoheit  herzog  Max  in  Bayern. 

Seine  dnrchlaucht  fürst  Hngo  Karl  Altgraf  von  Salm. 

Seine  gnaden  Bmno  Wenceslaus  Bayerl,  abt  des  prämonstra- 
tenser  Stifts  Tepl  nnd  landesprälat. 

Seine  gnaden  dr  Johann  Botter,  abt  des  Benediktiner-stifts 
Brannan  und  landesprälat. 

Seine  excellenz  dr  A.  von  Steichele,  erzbischof  von  München. 

Herr  G.  Askenasy,  bankherr  in  Frankfurt  a.  M. 

Herr  Johann  Peter  Backes  in  Köln. 

Herr  geheimerath  dr  Karl  Bartsch  in  Heidelberg. 

Herr  hoirath  professor  dr  Alois  von  Brinz  in  München. 

Herr  Karl  freiherr  von  Cotta  in  Stuttgart. 

Fran  geheimeräthin  Lilla  Deichmann-Schaafhansen  in  Köln. 

Herr  dr  Max  Huttier  in  Angsburg. 

Herr  Wilhelm  Mankel  in  Straßburg  im  Elsaß. 

Herr  G.  F.  Meyer,  oberjustizrath  in  Hannover. 

Neaeingetretene  mitglieder  sind: 

Seine  Majestät  der  Kaiser. 

Seine  gnaden  dr  Bruno  Ctvrtecka,  abt  des  Benediktinerstifts 
Braunau  und  landesprälat. 

Berlin:  Bibliothek  des  Reichspostamts. 

Berlin:  k.  germanisches  Seminar  der  Universität. 

Chicago:  the  Newberry-library. 

Herr  dr  Hermann  Fischer,  professor  in  Tübingen. 

Herr  Heinrich  Hanau  in  Frankfurt  am  Main. 

Herr  Franz  Harras,  stud.  philos.  in  Heidelberg. 

Hildesheim:  Beverin'scbe  bibliothek. 

Herr  Joseph  Jolowicz,  buchhändler  und  antiqnar  in  Posen. 

Herr  Karl  Jügels  nachfolger,  buchhändler  in  Frankfurt  am  Main. 

Lahr :  Stadtbibliothek. 

Ostenwalde  bei  Melle:  Bibliothek. 

Paris:  Ecole  normale  sup6rieure. 

Herr  Emil  Paulus  (J.  Ullrich)  buchhändler  in  Stuttgart. 

Herr  gerichtsassessor  Ring  in  Berlin. 

Herr  Theodor  Schön  in  Stuttgart. 

Herr  Edward  Schröder,  professor  in  Marburg  i./H. 

Herr  dr  Robert  Steinhäuser  in  Wien. 


427 

Tepl  bei  Marienbad:  Bibliothek  des  Prämonstratenser-stifts. 
Herr  dr  Eonrad  von  Zwierzina  in  Wien. 

Tübingen  den  14  Febmar  1890. 

Der  kassier  des  litterarischen  Vereins 
kanzleirath  Roller. 

Die  richtigkeit  der  rechnnng  bezeugt 

der  rechnungsrevident 

Oberamtspfleger  WOmer.